Hey Ihr!
Ich bin während meiner Suche nach Rat auf dieses Forum gestoßen. Daraufhin habe ich Beitrag um Beitrag gelesen und mich selbst immer wieder gefunden.
Ich bin mittlerweile 18 Jahre alt und somit glücklicherweise endlich volljährig. Vor Kurzem hat meine Mutter den Beschluss gefasst sich von meinem Vater zu trennen und daraufhin auch die Scheidung einzureichen. Ich bin Schüler, wohne demnach leider noch zu hause und bin dementsprechend noch abhängig von meinen Eltern.
Mir wird immer wieder bewusst, wie planlos ich eigentlich bin. Ich muss mich entscheiden, ob ich zur Mutter oder zum Vater gehe. Das Verhältnis zu meiner Mutter ist deutlich besser, aber ich glaube für sie wäre es einfacher, wenn ich bei meinem Vater bleibe. Irgendwann kommt jetzt auch noch der Punkt an dem ich irgendwie meinen Unterhalt einfordern müsste und offen gesagt will ich den von meiner Mutter gar nicht verlangen, sie steht nach der Scheidung finanziell wohl schon schlecht genug da.
Wie sind Eure Erfahrungen mit dieser Entscheidung? Können Eltern es einem wirklich übel nehmen, wenn man sich für den anderen Elternteil „entscheidet“?
Wenn meine beispielsweise meine Mutter total abstürzen würde, wenn ich bei meinem Vater bleibe, würde ich den Gedanken nicht loswerden schuldig zu sein. Aber eigentlich trifft mich Keine, das weiß ich – eigentlich – glaub ich.
Die Scheidung überrascht mich nicht, ich hätte mich schon längst darauf einstellen müssen, - im voraus planen. Auf diesen Entschluss meiner Mutter „warte“ ich schon seit ca. 7Jahren. Damals lag sie mir schon immer wieder in den Ohren, was für eine ätzender Mensch mein Vater doch sei. In gewissen Maßen stimme ich ihr zu. Immer und immer wieder hat sie mir erzählt, dass sie so damit nicht mehr leben kann, doch eine Trennung durchgezogen hat sie bisher nie. Ich hoffe für sie, dass sie es nun schafft. Ich habe einfach keine Lust mehr Psychologe zu spielen. Es hat mir schon zu viel kaputt gemacht. Obwohl ich hier meinen Eltern keinen Vorwurf machen will, sie konnten mir immerhin immer ein gutes Leben bieten – zumindest Materiell.
Meine Mutter hat trotzallem, trotz all den Jahren „Bedenkzeit“ Angst vor der Veränderung, Angst davor ohne Mittel dazustehen, ihr gesamtes soziales Umfeld zu verlieren. Ich will ihr zur Seite stehen, doch glaube ich, dass ich da auch nicht viel richten kann.
Mein Vater ist Selbstständig und verdient nicht schlecht, meine Mutter hingegen hat seit 25 Jahren nicht mehr gearbeitet und hat dementsprechend viel Sorge keine Arbeit zu bekommen, von irgendwelchen Sozialhilfen oder so leben zu müssen.
Ich versuche mich zur Zeit in dieses System der Scheidung hineinzulesen, was aber undurchsichtiger als erwartet ist. Irgendwie muss ich doch weiterhelfen können.
Ich hoffe, ich bin hier nicht allzu unstrukturiert herangegangen. Doch da sind so viele Fragen in meinem Kopf, die ich gar nicht so wirklich in Worte fassen kann. Und der versuch zumindest etwas sachlich zu bleiben ist mir wohl auch nicht so gelungen. Shit happens!
Liebe Grüße Schwarz

