heute hab ich endlich einmal eine, eher etwas "normale" Frage.
Ist ja auch mal schön....Mit dem Älterwerden der Kids entstehen einfach neue Fragen im Alltag und ich muss neue Grenzen setzen und Parameter festlegen. Ich bin, durch die Aussage meiner Kommilitonin (mein Alter und auch mit Kids) dazu gekommen, das ein oder andere zu überdenken. Sie sagte nämlich, Deine Kinder sind so alt, das sie sich was kochen können, wenn sie Hunger haben und nicht fragen müssen..... (da ging es darum, das meine Kids mich anrufen und fragten, wann ich zum Essen endlich nach Hause kommen würde.) Darüber hab ich nachgedacht und ehrlich, ne - das will ich nicht. Wir essen Abends gemeinsam, ich koche und das ist mir sehr wichtig...... das soll auch so bleiben. Wenn sich jeder was zu essen macht, wie er will, dann kann ich vermutlich gar nicht so schnell einkaufen, wie die leckeren Dinge weg sind..... Wie haltet Ihr das so?
Und das andere ist, mein Mittelchen bringt immer öfter irgendwelche Freunde mit zu uns und was ich da so erlebe, gefällt mir irgendwie so gar nicht. Die kommen hier an, gehen bei mir ein und aus, als würden sie hierher gehören, gehen an Schränke und nehmen sich Gläser und Getränke, maulen glatt, das es das ein oder andere nicht gibt, stehen in der Küche und machen sich was zum Essen...... mitunter auch ohne meine Tochter im Raum. Das empfinde ich als äußerst ungezogen.... ihre Freundin zum Beispiel geht an meinem Mann vorbei, sagt keinen Ton.... weder Hallo noch "ich bin xxx......." lässt ihn einfach stehen.
Das hat dem Liebsten echt die Sprache verschlagen..... wobei er ja nur am Wochenende da ist und auf solche Dinge sehr empfindlich reagiert. Ihr Freund hat am Wochenende das erste Mal bei uns übernachtet, wir frühstücken Samstags zusammen, der Liebste holt Brötchen und macht uns dann einen Kaffee.... und jeder bekommt ein besonderes Brötchen..... alle beginnen gemeinsam. Der Freund nun, das erste Mal morgens bei uns, setzt sich und beginnt zu essen, während der Rest der Familie noch durch die Küche schwebt..... da sagte dann mein Kind etwas.... und drei Tage später beim Kaffee, der Tisch ist fertig, alle laufen noch hierhin und dorthin, ich hab den Kuchen verteilt, er fängt einfach an zu essen.......... also, keine Nachhaltigkeit?
Und ich frage mich, lernen die Teenies dieser Tage nichts mehr? Nicht mehr beobachten "wie ist das denn hier üblich", nicht mehr "Guten Tag sagen" oder sonstige Regeln der Höflichkeit beachten? Geschweige denn die Gläser wenigstens an die Spülmaschine zu stellen? Meine Kinder tun das, sie sagen den Eltern höflich guten Tag, sie räumen mit ab und helfen, wenn sie können..... aber ihnen fällt nicht auf, wenn ihre Freunde das nicht tun.
Dazu kommt dann, die tauchen hier frei auf, mitunter zum Abendessen, das natürlich dann nicht reicht, machen sich ein Sandwich und entschweben wieder.... da beginnt etwas, das mir so nicht gefällt. Mein Kind möchte, die Schule ist beendet (sie hat auch ihren Abschluss gut geschafft) open end am Abend und mault, weil ich sag "um 22°° ist Schluß, derweil, noch hat Deine Schwester Schule und ich bis Anfang Juli Uni.... wie haltet Ihr das bei Euch? Mir ist es unangenehm ins Bett zu gehen, wenn bei uns noch Besuch da ist oder ich komplett bekleidet ins Bad gehen muss, weil mir irgendwelche jungen Leute begegnen können, meiner Jüngsten geht es ähnlich, sie mag nicht duschen gehen, wenn noch wer da ist?
Zudem, möchte mein Kind sein Zimmer nicht nutzen.... sie will im Wohnflur plaudern, was mir definitiv zu dicht ist oder in der Küche sitzen. Sie fühlt sich vor die Tür gesetzt. Wie läuft das bei Euch? Die Teenies sind zwischen 16 und 19..... ich wäre früher nicht mal auf die Idee gekommen, mit meinen Freunden das Wohnzimmer in Beschlag zu nehmen. Ist das heute anders? Wie macht Ihr das bei Euch?
Dazu kommt aber auch, das wir hier alle, diese eine, ihre liebste Freundin nicht mögen. Zum einen weil sie so grenzüberschreitend ist und zum anderen, weil sie so sehr egoistisch ist und Rücksicht bei ihr nicht vorkommt. Nun denke ich nicht, das ich die Freundinnen meiner Kinder mögen muss, aber diese Abneigung wird doch eher mehr als weniger. Nur will ich das nicht vorschieben.
Wir wollen am Wochenende klären, wie wir das in Zukunft handhaben können, mit Guten Tag sagen, essen und in meinen Räumlichkeiten bewegen, vielleicht habt Ihr ja Anregungen für mich? Ich will nun auch die jungen Leute ansprechen, damit solche Dinge in Zukunft reibungsloser laufen. Ich will keine Fremden an meinen Schränken oder in meinem Kühlschrank haben. Aber dazu kommt eben auch, das ich nicht so recht weiß, stelle ich mich an oder sehe ich das zu eng? Also, ich bin neugierig, wie das bei Euch so läuft.
Liebe Grüße
Ansa
P.S. Ganz anders hingegen die Freunde meiner Großen (aus der Gemeinde) die können das alles - die gehen sogar eher als geplant, wenn sie meinen, wir hätten etwas anderes vor..... die plaudern mit einem, erzählen etwas und sind meinen Kindern da sehr ähnlich. Ich sehe den Unteschied darin, das sie eher mit uns leben, als neben uns. Anders kann ich das nicht so ausdrücken.




solche Dinge, wie Mütze abnehmen bei Tisch oder Teller mit abräumen waren ihm total fremd. Er hat sogar einmal gesagt "das ist Frauensache" *kreisch* das war total mutig, an einem Tisch mit vier Mädels......
) ist viel dran. Der heutige Trend zur partnerschaftlichen Erziehung (das beschreibt Michael Winterhoff in seinem Buch "warum unsere Kinder zu Tyrannen werden" sehr gut) ist ein Schritt in die falsche Richtung, weil er einfach zu früh für die kindliche Entwicklung passiert. Und es beginnt damit, das Mütter ihre Dreijährigen fragen "Was meinst Du denn was wir heute alle essen sollen?" Es sind die Eltern die ihre Kinder führen sollen - bei uns sind das dann die Eltern die ihre Vierjährigen fragen "Bei wem willst Du denn leben, bei Papa oder bei mir?" Ohne das ihnen bewusst wird, das sie sich der Verantwortung entziehen und sie diese einem Kind aufladen. Scheint ja auch einfacher..... 