Unendliche Schmerzen

Allgemeines Scheidungskinder Forum - Dies ist eine virtuelle Selbsthilfegruppe für Kinder und Eltern in allen Fragen rund um Trennung und deren Folgen.

Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon Ansa » 28. März 2011 07:28

Lieber Peter,

ich finde es ist immer schwer, ein gutes alleinerziehendes Elternteil zu sein, wenn das andere Elternteil nicht will oder nicht da ist oder Dinge tut, bei denen sich die Haare sträuben und alles boykottiert, woran man selbst glaubt.

Das Einzige was den betroffenen Kindern dann hilft, ist eine klare eigene Position und die vermisse ich bei Dir. Grad aus Deinen letzten Worten
Vermutlich muessen sie mit diesem Umstand leben ...
schließe ich, das Du selbst damit noch nicht lebst und das verinnerlicht hast. Du bist betroffen darüber und das ist etwas, das Du, wohl auch unbewusst, an Deine Kinder weiter gibst. Sie brauchen kein Mitleid, sie brauchen Klarheit und die ist momentan einfach "Das ist so!" und Punkt. DU kannst die Mutter weder ändern noch erreichen, Dir bleibt nur, Deinen Umgang damit zu finden.

So wie ich es, etwas anders, aber ähnlich, mit meinen Kindern lebe. Unser Leitsatz ist da einfach "Du darfst Papa lieben, das ist gut und richtig so, aber Du musst nicht mögen, was er tut." Das gibt ihnen die Freiheit, den Papa gern zu haben, und zu differenzieren, zwischen dem was er macht und ihm in seiner Person. Das ist wichtig, für die Kinder. Und ich lebe das auch, wenn sie Unsinn bauen, sag ich das gleiche "Du, ich mag Dich, aber was Du da angestellt hast, also ne.... das kann ich gar nicht ab." So ist unser Umgagn damit lebendig.

Die Vergangenheit ist vorbei und nun geht es vorwärts, ohne Mama - das ist ihre Entscheidung, Du weißt, was sie da alles verpasst, schade drum - und mit Dir und das ist etwas ganz wunderbares und wertvolles..... Und ja, sie müssen damit leben, einzig, weil es nich tihre Entscheidung ist und auch nie war, es ist ihre (als Mamas) und ihr alle müsst einfach nur damit leben. Ich würde diese Frau erst mal gar nicht mehr erwähnen...... wenn sie was will, soll sie sich melden. Ich würde sie über nix informieren (ist altersabhängig, natürlich) und in nichts einbeziehen. Sie muss sich rühren und wenn sie das nicht tut, ist sie weg..... Ich würde nur und ausschließlich über sie sprechen, wenn Dein Sohn (oder einer von ihnen) das möchte und anspricht. Und dann auch ruhig und besonnen, "so ist sie eben......." aber nicht mitleidig - Mitleid schadet Kindern, das macht sie klein und bedürftig.

Und, was Deinen Großen betrifft, er muss lernen auf eigenen Füßen zu stehen und auch, das er derjenige ist, der handelt.... und handeln muss. Und Deine Aufgabe sehe ich darin, ihm dabei zu helfen. Für ihn da zu sein, aber ihm deutlich zu machen, das er ruhig am Studienort bleiben soll..... durch Arbeitsgruppen ergeben sich schon Kontakte, ermutige ihn und wenn er am Wochenende kommt, freu Dich und sei für ihn da... aber nicht nur uneingeschränkt, sondern mache auch Sachen und Dinge für Dich selbst. Auch Deine Söhne müssen wissen, das Du nicht nur Vater bist sondern auch Mann, mit eigenen Wünschen und Träumen.

Dir liebe Grüße
Ansa
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 3. April 2011 22:59

Liebe Ansa,

danke für Deine Einschätzung. Über die Positionierung habe ich nachgedacht und vielleicht drueckt sich mein Verhalten bei den Kids so aus, dass Mitleid mit ihnen nicht hilfreich ist. Auf der anderen Seite tut es mir fuer jedes Kind leid, wenn es Elternteile gibt, die sich nicht wirklich fuer ihre Kids interessieren. Die Kinder haben sicher selbst ihre Klarheit erlebt und haben mit ihrer Mutter mehr oder weniger abgeschlossen, versuchen aber mindestens 1 bis 2 Mal pro Jahr einen Neuanfang, um dann wieder
enttaeuscht zu werden.

Sie erleben andere Muetter an der Schule und fragen sich sehr oft, warum sie nicht auch solch eine nette Mutter haben koennen, ...

Mein Grosser hat unter Scheidung sehr gelitten und leidet auch heute noch sehr stark. Ihm wurde ein Stueck seiner Kindheit gestohlen. Lebt in Angst und Zwaengen und es kostet ihm immer wieder Überwindung, wenn ich auf eine längere Fernostreise muss. Dann ist er auf sich alleine gestellt und leidet ... Mein Kleiner kann damit anders umgehen und er geniesst die Zeit ... Er hat die Scheidung nicht so intensiv damals miterlebt.

Nun ja, ich werde alles versuchen, dass Ihnen ein Stueck guter Kindheit in Erinnerung bleibt und dass sie mit einer gesunden Lebenseinstellung durchs Leben gehen koennen.

Mal sehen, wie es kuenftig weitergehen wird ....

LG
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon Ansa » 4. April 2011 14:55

Lieber Peter,

lass uns das differenzieren, Mitleid - das Kindern signalisiert, sie sind klein und unfähig und leiden einfach... und man selbst mit ihnen mit oder Mitgefühl, das Abstand hält, zu dem was passiert ist und Platz für Hoffnung hat, die Dinge zu überwinden.

Mir scheint Du bist sehr empathiefähig und vielleicht ist es so, das sich da vieles von Dir auf Deine Kids übertragen hat. Solche Probleme, wie "leiden wenn man allein ist" haben durchaus auch Kinder aus "intakten" Familien, die in einem liebevollen zu Hause aufwachsen und denen es (zumindest erkennbar für uns von außen) nie an etwas gemangelt hat. Ich habe oft den Eindruck, das geschiedene Elternteile alle Probleme, die sich entwicklen und ergeben auf die Scheidung zurück führen und nicht einen Gedanken dafür über haben, das es auch ganz normale Auseinandersetzungen geben würde, wenn....

Meine Kinder meinen ab und an, "wenn wir noch mit Papa zusammen wären - dann - wäre alles schön." Besonders streift sie dieser Gedanke, wenn sie Krach mit meinem Liebsten haben... den hätten sie nicht, gäbe es Papa an unserer Seite. Das stimmt, aber sie hätten dann durchaus an anderer Stelle Krach mit Papa - weil das einfach zum Leben dazu gehört. Nachdem wir einmal ganz offen und sachlich darüber gesprochen haben, geht es auch.

Also, mitunter ist es zwar tragisch, das man ein Elternteil hat, das sich nicht für einen interessiert und die Tragik wird noch größer wenn ich mir Vorwürfe mache, mir den falschen Partner für meine Kinder erwählt zu haben, weil ich mich eventuell doppelt schuldig fühle........ (vielleicht denkst Du darüber einmal nach) und dann gibt es noch den Gedanken, der mich immer tröstet. Was wäre denn die Alternative zu der Trennung gewesen?

Wäre sie für die Kinder schöner und lebenswerter gewesen? Oder hast Du am Ende das getan, was Euch allen das allermöglichst Beste was machbar war, gegeben hat? Und wenn das so ist, gibt es weder einen Grund für Mitleid noch für Vorwürfe..... es gibt eben nicht immer eine Situation die für alle toll ist, aber eben doch eine Situation, die für erträglich ist und die bessere Alternative zu dem, was einmal war.

Für mich war das eine leitende Erkenntnis, denn sie hat in mir viel verändert. Es gab Gründe für die Trennung und auch, wenn manches nicht optimal war, so war es doch das Beste was machbar war.

Ja, vielleicht hätten sie eine Mama die sich um alles kümmert und einen Papa der außer Haus arbeitet, viel unterwegs ist und der niemals so ein Verhältnis zu ihnen gehabt hätte - wie Du es heute hast? Wäre ja möglich, oder?

Weißt, ich sag meinen Kindern immer "Du darfst Papa lieb haben, das ist gut und richtig, immer - aber Du musst nicht mögen, was er tut." Das hilft ihnen, denn er tut viele Dinge (ähnlich wie Deine Exfrau wohl auch) die sie nicht mögen..... und, gesellschaftlich gesehen ist es natürlich auch sehr viel weniger anerkannt, wenn Mütter sich als solche weglaufenden Elternteile entpuppen.... wärest Du davon gelaufen, würde man nicht so viele Probleme darin suchen. Und was später wird, wenn sie von allein Kontakt suchen oder eben auch nicht.......... das weiß niemand...... ich komme aus so einer "intakten" Familie und hab seit Jahren keinen Kontakt zu meinem Papa. Nicht das mit das gefällt oder ich das schön finde, aber so wie er sich verhalten hat, ist er kein Papa.... und es gibt Menschen, die mir Vorwürfe machen, das ich mich von ihm abgewandt habe - ich will damit nur sagen, das manchmal eine Trennung der bessere Weg ist.

Liebe Grüße an Dich
Ansa
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon sonnenschein2 » 4. April 2011 17:24

Lieber Peter,

weißt Du ,es gibt ein Gebet, das mir oft weiterhilft... Hilf mir die Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann...die Worte falllen mir ein, wenn ich deine Berichte lese. Es ist so..du wirst die Mutter deiner deiner Kinder nicht ändern können. Sie bestimmt ihr Leben selbst. Sie hat eben für sich entschieden es ohne ihre Jungs zu leben. Das ist eben zurzeit so. Genauso wie du dein Leben hast. Manchmal liest es sich für mich, als könntest du nicht loslassen. Nicht loslassen von den Lasten der Vergangenheit. Sorry, ich möchte dir nicht zu nahe treten. Aber auch deine Jungs sollen lernen ihr eigenes Leben zu leben. Auch mit dem Bild vob Mama was sie möchten.Sie sind nicht bedauernswert. Sie sind gesund, haben ein gutes Leben und sind auch dafür verantwortlich für sich zu sorgen. Jeder Mensch ist selbst dafür verantwortlich glücklich zu sein. Du kannst Unterstützung geben, aber die Verantwortung liegt bei jedem selbst, auch bei dir..Wieviel Energie und Kraft geht verloren, wenn man sich Gedanken über Dinge macht, die man nicht ändern kann. Anstatt einfach zu leben und das Geschenk des Lebens zu genießen...

Ich wünsche dir sehr, dass deine unendlichen Schmerzen ein Ende finden und du schmerzfrei leben kannst, Zeit findest für den Peter von heute ihn zu lieben und zu umsorgen...

Liebe Grüße Sonnenschein2
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 5. April 2011 13:36

Liebe Ansa und Sonnenschein,

natuerlich habt Ihr Recht. Man muss loslassen koennen und darf nicht zu sehr auf die Vergangenheit zurueckschauen.

Ich habe nun über 2Jahre OHNE jeglichen Kontakt zur Kindesmutter und seit ca. 5 Jahren zu den Exschwiegereltern gelebt. Das neue Leben schmeckt meinen Kids und mir selbst sehr gut. Eine neue Frau habe ich nicht und habe auch nicht das Gefuehl, dass ich danach Sehnsucht habe. In meinem neuen Leben fühle ich mich wohl, engagiere mich in der Schule in verschiedenen Positionen, treibe wieder Sport, fahre Motorrad und teile die Hobbies mit und ohne meine Kids.

Im Rahmen der finanziellen Anfrage an meine Ex Frau, sie hat bis heute noch NIE etwas an Unterhalt fuer die Kinder bezahlt, als auch die Anfrage nach einer Unterschrift für die Beantragung eines Reisepasses fuer unseren Kleinen, konnte ich den Kontakt über das Gericht herstellen. Die Reaktionen zeigten mir aber, dass ich im falschen Film bin. Die Uhren waren dort 5 Jahre stehen geblieben und ich war immer noch der Buhmann als auch der Kindesentführer.

Auch wenn ich sicherlich ein höheres Einkommen als meine Ex habe, sind die Belastungen sehr gross geworden, um fuer das Studium meines Grossens alleine zu zahlen. Ich hätte einen symbolischen Betrag von der Ex Mama in Höhe von EUR100 bis 200 erwartet. Aber es kommt nichts .... So ist ein alter Keim entfacht worden, sicherlich meine Schuld und auch wieder die gleiche Erkenntnis, dass sich nichts geaendert hat. Diese Erfahrungen teilte dann auch mein Grosser, denn er fühlt sich von ihr abgeschoben ... Welches Kind will dieses Gefühl haben ?

Meine Jungs können sicher auf eigenen Beinen stehen, sie sind in der Lage zu kochen, waschen, eigenständig zu lernen, sind oder waren Schüler und Mittelstufensprecher, haben im Abitur den Physikpreis abgestaubt und haben BEIDE den Preis für soziale Kompetenz in ihrer Klassenstufe erhalten.

Mir geht es nur um die Erkenntnis, dass es soviele Eltern auf dieser Welt gibt, denen ihre eigenen Kinder so egal und gleichgültig sind, sie nicht fördern und motivieren ... Für mich ist es so erschreckend, dass ich ein solches Exemplar mal geheiratet habe und es ist wie die jahrhundertlange Strahhlung bei einem AKW, mann kann sich nie 100 % lösen. Letztendlich bleibt diese Mutter, die Mutter unserer Kinder, ein Leben lang ....

Liebe Grüsse.
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon sonnenschein2 » 5. April 2011 15:16

Lieber Peter,

ja sie bleibt ein Leben lang die Mutter eurer Kinder und sie wird auch immer deine Exfrau bleiben. Sie wird vielleicht immer eine Rolle in eurem Leben spielen. Wichtig ist nur, welche Macht ihr 3 dieser Frau noch weiter über euch gebt. Senn das ist dann vielleicht einfach nur frustrierend und Kraft, die verschwendet worden ist.
Es ist schön zu lesen, dass ihr euer Leben lebt. Peter, es muss auch keine Frau in deinem Leben sein. alles hat seine Zeit. Wichtig ist was ihr aus eurem Leben macht und dass uhr glücklich seid. Denn das Leben findet heute statt. ..

Bis bald
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 22. Dezember 2011 08:58

Guten Morgen,

die Zeit fliegt dahin und siehe da, ich habe eine Weihnachtskarte von meiner Ex bekommen. Plötzlich ist ihre Erkenntnis da und bedankt sich, dass ich in den letzten 6 Jahren fuer die Kinder da war und sieht ein, dass ein Berufsleben doch nicht immer so einfach ist. Sie macht wohl gerade eine Kur und fragt an, ob die Kinder kommen wollen.

Ich habe eine Brücke gebaut und angeboten, wenn die Kids wollen, dann bringe ich sie dort hin. Der Kleine will gerne mal wieder seine Cousins sehen, der Grosse ist noch distanziert.

Ich weiss nicht, wie ich reagieren soll. Ich habe mich extrem entwöhnt mit dem Gedanken, dass eine Mutter fuer die Kids dasein koennte. Natuerlich will ich nicht blockieren, aber irgendwie begreife ich es nicht mehr. Sie hat eine der schoensten Zeiten des Lebens verpasst und sich indirekt von ihren Kindern getrennt.

Wie kann ich emotionsfrei reagieren, da eigentlich zuviel in der Vergangenheit passierte, welches bei mir einige nicht reparierbare Narben hinterlassen hat ?

Frohe Weihnachten
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon MarliJo » 22. Dezember 2011 18:37

Lieber Peter,

das, was du als ihre Erkenntnis bezeichnest, kann dazu beitragen, dass Narben beginnen zu verheilen, wenn ihr Wille echt und nachhaltig ist.
Ich glaube, es ist nie zu spät.
Sei du ganz selbst, wage einen mutigen Schritt auf sie zu und warte ab, was passiert, bevor du wieder einen Schritt tust.

Die und deinen Kindern alle guten Wünsche !
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 29. Dezember 2011 20:46

Liebe Marli,

vielen Dank fuer den Tipp, den ich nun befolgt habe. Das "Wiedersehen" war fuer mich ein sehr unwohles Gefühl. Einer Einladung zum Kaffee konnte ich noch nicht folgen.
Mal sehen, was nun alles noch passieren wird.

LG und ein frohes neues Jahr 2012 (mein persoenliches Jahr 6 nach der Scheidung).

Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 27. September 2012 00:01

Neuigkeiten nach langer Zeit. Die Firmung meines mittlerweilen 17 jährigen Sohnes steht an. Wunschgemäss habe ich seine Mutter, Oma, Opa etc eingeladen.
Ein komplettes Wochenende nach solanger Abstinenz. Bitte gebt mir noch Tipps, damit es zu keiner streitigen Veranstaltung wird. Meine beiden Kinder freuen sich sehr darueber, dass alle kommen, aber ich habe irgendwie ein ganz komisches Bauchgefühl ... :?
Danke für Eure Tipps.
Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon sonnenschein2 » 27. September 2012 08:37

Hallo Peter,
schön, dass du dich mal wieder meldest. Du möchtest gerne Tipps von uns zur Gestaltung einer gemeinsamen Familienfeier. Ich kann deine Bauchschmerzen gut nachempfinden. Ich beschäftige mich mit ähnlichen Gedanken, da mein Sohn im nächsten Jahr sein Abi macht und die dazugehörige Feier ansteht...
Mir hilft es im Augenblick sehr daran zu denken, dass es nicht meine Feier ist. Vielleicht kannst du das auf dich übertragen? Es ist der Tag deines Sohnes. Zunächst finde ich es schon mal sehr positiv, dass überhaupt alle Gäste zugesagt haben. Wie wollt ihr die Feier denn gestalten? Mir hilft es sehr, wenn ich nicht in meinem Heim sein muss, sonder an einem neutralen Ort. Sprich irgendwo gemeinsam essen gehen z.B. Dort kann man sich dann zurücklehnen und einfach das Essen genießen. Die Gesprächsthemen kann man aktiv mitgestalten, oder das Reden den anderen überlassen und sich mit Sohnemann freuen.
Sollte die Situation trotzdem eskalieren, kann man ganz einfach nach Hause gehen. Mir hilft dieser Gedanke sehr, denn ich muss niemanden in meine Wohnung lassen, den ich da eigentlich nicht haben möchte.
Gut ist auch für mich sich vorzustellen, was passieren könnte. Welche Situation macht mir genau Bauchschmerzen? Ist es das Wiedersehen von Personen, die mich in der Vergangenheit verletzt haben? Oder habe ich Sorge vor den Gesprächen? Ich versuche mir die Situationen genau vorzustellen und überlege wie ich reagieren könnte und was ich für den Tag für mich tun kann, damit es mir gut geht.
Ich möchte einfach einen schönen Tag für meinen Sohn haben. Wie sieht dein Sohn denn den Tag? Was möchte er und wie stellt er sich das Wiedersehen vor?
Magst du dich nochmal melden?
Viele Grüße
Sonnenschein2
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 3. Oktober 2012 08:50

Lieber Sonnenschein,

vielen Dank fuer die Tipps. Wow, es war eine sensationelle Feier fuer meine Jungs. Wir haben nach 6 Jahren der Abstinenz die Ex Familie bereits Freitags wiedergesehen und sie einfach in unser kleines Heim eingeladen. So konnten Sie sehen, dass ich tatsächlich im Wohnzimmer meinen Schlafplatz habe und wir uns seit 6 Jahren auf 68 qm² tummeln. Die damalige "Kindesentführung" verlor ihre Substanz. Ich hatte eine Bierzeltgarnitur und ein grosses Zelt von der Schule ausgeliehen und so konnten wir im kleinen Garten sitzen und die Kinder in den Mittelpunkt stellen. Die Firmung und das Essen beim Chinesen am naechsten Tag war eine gelungene Abwechslung. Abends zeigten wir dann noch die Higlights von Bruessel und irgendwie was alles neu.
Es hat den Kindern gut getan und viele alte Wunden bleiben wohl dann Gott sei Dank doch verschlossen.
Ich bin so froh.

Jetzt kann auch unser als auch vielleicht Euer Abiball nächstes Jahr gelingen. Mal schauen ...

LG. Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 17. März 2013 01:25

Hallo,
das Leben geht weiter und so ziehen neue Wolken am Horizont auf. Kurz vor Weihnachten hat mich mein Arbeitgeber nach 30 Jahren Zugehörigkeit entlassen. Ein Riesenschock für unsere kleine Scheidungsgemeinschaft. Nach kurzer Zeit habe ich einen neuen Job gefunden, allerdings weit entfernt ... Meine Kids mittlerweile 21 Jahre und 17 1/2 Jahre haben im Prinzip nur noch ein Schuljahr zu absolvieren. Es macht keinen Sinn, daß die Uni bzw. die Schule gewechselt wird und ich habe die Entscheidung nach langer Überlegung getroffen, daß ich alleine die berufliche Reise antreten muß und somit meine beiden geliebten Kinder nur noch alle 2 Monate sehen kann.
Meine Ex Frau leidet unter Depressionen. Ich bot an, daß sie ggf. zu den Kids kommen kann und sie von Zeit zu Zeit besuchen kann und auch bei mir in der Wohnung leben könnte. Aber irgendwie wollen es die Kinder nicht. Ist es eine Lösung, meine Kinder für das letzte Schuljahr alleine zu lassen ? Sie kommen sicher zurecht. Waschen, kochen etc .. haben sie gelernt. Unsere neue Wohnung liegt auch nur 100 m von der Schule entfernt und es haben sich viele Eltern angeboten, auf die Kids zu achten. Was denkt Ihr.

LG. Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon peter 1965 » 19. März 2013 00:14

Hallo Maxi,

Alternativen in meinem Alter (48) sind schwach gestreut. Arbeitslosengeld ? Daran glaube ich nicht. Bin seit 3 Monaten arbeitslos gemeldet und habe bis heute keinen Cent erhalten. Lebe von meinen Ersparnissen. Im neuen Job verdiene ich ganz gut und kann so die Schule bezahlen (kostet 10000 EUR im Jahr) als auch das Studium finanzieren.

Es ist eine blöde Situation, wenn ich den Job nicht annehme, dann verlieren wir alle. Die Wohnungsfinanzierungskosten sind auch nicht ohne und müssen bedient werden. Der neue Arbeitsplatz liegt in einem sehr armen asiatischen Land und unser 17 jähriger Sohn hatte auch vor Ort die Aufnahmeprüfung bereits bestanden, allerdings hätte er das Schuljahr wiederholen muessen, da es eine amerikanische Schule war. Hier in Belgien laufen seine Abiturpruefungen ab Januar 2014 an .. also eine recht kurze Zeit. Ich bin mir diesmal so unsicher ...

Peter
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Re: Unendliche Schmerzen

Beitragvon Ansa » 19. März 2013 11:57

Lieber Peter,

da gebe ich Maxi Recht, was wollen Deine Kinder? Solche Dinge sind auch eine Gemeinschaftsentscheidung - was bedeutet das für Euch und was bedeutet es für Dich, das sind die Fragen, um die es geht.

Und ja, ein Jahr im Ausland kann eine wundervolle Erfahrung sein, es wird neue Erfahrungen geben, neue Lebensan- und -einsichten. Vielleicht dreht sich mal eine Zeit nichts um Trennung und Mama sondern einfach um Leben ansich? Das kann so gut tun.... Und Dein Jüngster wäre bei Dir. Solche Erfahrungen können im Beruf und auch im Leben viel verändern,

Heute, mit Skype und Internet ist man auch nicht soooo aus der Welt. Mein Liebster arbeitet ja z.Zt. in der Nähe von Amsterdam und ich auch nur am Wochenende daheim, trotzdem fühle ich mich seltenst verlassen, weil ich ihn über Skype so gut wie immer erreichen kann, wenn ich das wollte.... selbst die Bildtelefonmate nutzen Freunde von mir um ihren Enkelchen in Australien Märchen vorzulesen und mit ihren Kindern Kaffee zu trinken. Früher, als ich klein war, arbeitete mein Vater auf Montage im Ausland und war oftmals viele Wochen nicht da, das Einzige war telefonieren - aber nur mit Mama, für uns Kinder war das zu teuer.... und es war Mamas Sontägliches Highlight, wenn Papa anrief - manchmal denke ich - wie hätte sie die moderne Zeit genossen. Die Welt ist dadurch viel kleiner geworden.

Ach ja, erinnerst Dich, wir haben mal über Klarheit gesprochen.... es ist keine Klarheit, den Kindern anzubieten, das Mama ja zu ihnen kommen könnte und in Deiner, in Eurer, in Eurem geschützten Bereich leben könnte - das sie das nicht wollen - kann ich unglaublich gut verstehen. Es ist nicht Deine Aufgabe, eine Familienzusammenführung zu planen.....

Nimm ihn mit, den Jüngsten und auf ins Abenteuer..... Abstand kann auch Freiheit sein.

Liebe Grüße
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