Die Wahrheit?

Allgemeines Scheidungskinder Forum - Dies ist eine virtuelle Selbsthilfegruppe für Kinder und Eltern in allen Fragen rund um Trennung und deren Folgen.

Re: Die Wahrheit?

Beitragvon manlovi » 6. Januar 2009 13:27

Schade, dass Gerda nichts vom "Vergeben" hält. Ist ist die Frage, ob Jeremy eine tiefere Erklärung wünscht. Ich bleibe jedenfalls offen ...
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Zaunkönig » 6. Januar 2009 16:19

Moin Jeremy,
bei Dir ist ja richtig was los. Ich finde es echt super. Denn alles was dir hilft, solltest du nutzen. Wenn ich über meine Probleme spreche oder schreibe, sind sie mir nicht mehr so nah. Sie können mich nicht mehr so verletzen. Andere hören mir zu oder lesen sie. Ich kann sie loslassen. Ich bekomme vielleicht Ratschläge und kann mir aussuchen, was ich gebrauchen kann. Über seine Probleme zu schreiben oder sprechen, ist wie Medizin. Behalte ich alles für mich, machen meine Gedanken und Gefühle mich krank.
Ich vermute Jeremy, das du 18 Jahre oder älter bist. Da hast du aufjedenfall das Recht, zu wissen was der Grund der Trennung deiner Eltern ist. Es ist klar, das Wahrheit nicht immer gleich Wahrheit ist. Das jeder fast immer eine andere Sichtweise hat, von dem was geschehen oder verstanden wurde. Wahrheit ist ein schwieriger Begriff, weil er nicht immer einheitlich verständlich ist. Rund ist Rund, Rechteckig ist Rechteckig, dies Ist wahr. Oder? Was ich schreibe und was du liest / verstehst ,ist dies die gleiche Wahrheit die ich meine?? Aber durch eine Wahrheit, kann ich Klarheit bekommen und versuchen zu verstehen, weshalb das eine und das andere so gekommen ist. Ich finde Klarheit und das Verstehen, sind zwei wichtige Fakten im Leben.
Wenn mir klar ist, weshalb meine Eltern, sich so und so verhalten haben. Ist es mir möglich ein verstehen für meine Eltern und mich zu entwickeln. Kann fühlen was wahr ist oder nicht. Unterscheiden was mir nutzt und was mir schadet.
Ich weiß nicht ob Schuld und Vergebung in Verbindung mit Trennung oder Scheidung richtig platziert sind. Ich muß dabei unterscheiden, wie eine Beziehung endet. Mit Gewalt oder friedlich. Meine Ehe wird demnächst auseinander gehen. Ich denke meine Frau und ich haben deswegen keine Schuld aufsichgeladen. Wir haben uns auseinandergelebt. Haben es zwar zum Glück gemerkt, das zwischen uns was nicht stimmt. Versucht etwas dagegen zu unternehmen. Leider hat es nicht geklappt. Es schreibt sich zwar leicht, ist aber natürlich nicht so einfach sich zu trennen. Aber wir sind nicht schuldig. Wir haben auch einen siebenjährigen Sohn. Es wird für ihm demnächst eine anderen Lebensabschnitt geben. Hier fühle ich mich auch nicht schuldig. Ich denke er wird auch nicht , am Anfang wohl schon, darunter leiden. Es ergibt für uns eine neue Chance, miteinander umzugehen. Denn wie es im Moment zusammenleben, ist schlimm.Jetzt kommt es darauf an, wie wir gemeinsam mit unserer Zukunft, in einer neuen Familiensituation umgehen.
Vergeben, ist in vielen Situation bestimmt wichtig. Vergeben, wenn mir Gewalt, egal in welcher Form angetan wurde und wenn ich darunter immer noch Leide. Nein, ich könnte es nicht. Vielleicht irgendwann, wenn meine inneren Wunden geheilt sind.
Manchmal gehe ich anderen Menschen aus dem Weg, damit sie mir nicht mehr verletzen können. Ich ihr gebprahle nicht mehr höre, wie gut sie sind. Sind sie es wirklich??? Ich umgebe mich lieber mit Menschen, wo ich mich wohl wühle und ich gern gesehen bin.

Servus Zaunkönig
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Gerda » 6. Januar 2009 17:12

Sorry, Jeremy, kurzer Einwurf:

Hallo Manilove,

ich mache darauf aufmerksam, dass es hier Jeremys Thread ist, wo er um Rat gefragt hat. Es ist hier üblich, dass nur zum Thema geschrieben wird und nicht eigene Diskussionen geführt werden. Wenn du über Vergebung diskutieren möchtest - was ja ein sehr interessantes Thema ist - wäre es schön, du eröffnest dazu einen eigenen Thread.

Und bitte zitiere mich nicht völlig verkehrt! ,)

manlovi hat geschrieben:Schade, dass Gerda nichts vom "Vergeben" hält.



Gerda hat geschrieben:auch wenn ich grundsätzlich den Weg von Vergebung für äußerst wichtig halte.


Da hast du wohl dran vorbeigelesen. ,)

LG
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Sei selbst die Veränderung, die du dir wünschst.
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Jeremy » 7. Januar 2009 01:02

Liebe Niana.

Ich bin davon überzeugt, dass sie nicht mehr darüber reden oder nachdenken wollen
und ich kann sie verstehen. Für die Beiden ist dieses Kapitel abgeschlossen.
Jedoch erlaube ich mir selbst den Gedanken, dass es für meinen Vater "mehr" abgeschlossen ist,
als für meine Mutter, ohne das zu werten.
Gründe dafür könnte es viele geben: zum Beispiel das mein Vater ein stärkerer Charakter ist als meine Mutter oder weil er ein Mann ist und sie eine Frau oder weil ihre Erziehung einfach gänzlich unterschiedlich war... Sie haben es verdrängt, für sich. Und nach meinem Empfinden haben sie einen Teil ihrer Verantwortung mitverdrängt.

Meine Mutter und mein Bruder verließen ca. zwei Jahre nach der Scheidung die Stadt, da war ich 8 Jahre alt.|Dann kommt viele Jahre erstmal gar nichts von dieser Seite, wie ein großes schwarzes Loch. Der mütterliche Teil der Familie brach für mich von heut auf morgen komplett weg.
Irgendwann war ich dann wohl so "reif" und wurde neugierig. Diese Neugier beschränkte sich darauf, dass ich einfach meine Mutter einmal wiedersehen wollte. Welche Konsequentzen das mit sich bringen könnte, darüber habe ich zum damaligen Zeitpunkt ehrlich gesagt gar nicht nachgedacht, ich glaub das Wort "Konsequentz" kannte ich damals noch gar nicht richtig. Ich wollte sie einfach mal wiedersehen. Zu der Zeit verstarb meine Urgroßmutter, vielleicht hat dass auch etwas ausgelöst, was in mir den Drang verstärkte sie wiedersehen zu wollen. Tja und die vorangestellte, unbeachtete Konsequentz war, das ich erfahren musste, das meine Mutter eigentlich nur noch ein vom Leben gezeichnetes Wrack ist, dass sich so gut es eben geht versucht durchs Leben zu schlagen.

Naja und mein Vater: mit ihm lebte ich ein paar Jahre allein. Er versuchte immer wieder eine Partnerin zu finden. Neben meiner leiblichen Mutter durfte ich ab dieser Zeit zu drei weiteren Frauen Mutti sagen. Und die vierte hat er dann schließlich geheiratet. Ueber die Adoption hab ich mich ja schon ausgelassen. Geredet haben wir nie viel, wenn überhaupt. Die ganzen kleinen Details dess "Patchwork-Dramas" erspar ich Dir jetzt. In gewisser Weise ist mein Vater ein richtiger Held für mich: Er hat es geschaft sein Leben zu versauen, hat es weggeworfen und ein neues aufgebaut. Zu welchem Preis, das sehe ich, wenn ich ihm in die Augen schaue.

Und nun soll ich schauen was ich tun kann, für mich und mein Leben.
Es muss nicht abhängig sein, von dem, was andere getan haben,
sondern von dem, an was ich glaube.

Hört sich einfacher an, als es ist.

Liebe Gerda

Es ist in der Tat ein sehr schwerer Kampf der sehr viel Energie kostet.


Zum Thema vergeben: Vergebung oder Absolution zu erteilen, nun, wenn es etwas zu vergeben gibt, dann vergebe ich meinen Eltern. Dann kann ich nur hoffen und beten, dass auch sie mir meine neugier vergeben, das die Familie mir vergibt, dass ich ein Mensch mit einem eigenen Leben bin, der sich nicht für jeden verbiegen will und kann.

Jeremy
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon manlovi » 7. Januar 2009 03:23

Lieber Jeremy,
es freut mich, dass Du auf meinen Beitrag eingegangen bist, obwohl er - wie ich gemerkt habe - recht provokant gewirkt haben muss. Aber so war er nicht gemeint, sondern es ist meine ehrliche Überzeugung, dass erst durch die Vergebung das Wunder der Versöhnung geschehen kann und dass wir erst durch die Versöhnung zu einer bisher unbekannten Freiheit kommen. Ich will versuchen, das zu erklären. Vergebung hat hier nichts mit der Absolution im herkömmlichen Sinne zu tun. Also ich meine, Du brauchst nicht zum Papst oder zum Priester zu gehen, um von deinen Sünden freigesprochen zu werden, sondern es ist viel direkter. Ein persönliches Beispiel: Meine Kindheit war vom Schweregrad der Tragik ungefähr genauso wie Deine. Und dann, als ich 19 war hatte ich einen Autounfall. Ich lag verletzt auf der Straße, da hörte ich plötzlich "Jesus vergibt Dir!" Ich weiß noch, wie wütend ich wurde. Ich dachte: "Mir? Ich meine, ich bin 19. Ich bin die, die verletzt wurde. Was habe ich schon getan?" Und als ich wieder laufen konnte, bin ich in den Kölner Dom gegangen. Wollte Gott noch mal genau fragen, wie das gemeint gewesen ist. Ich hatte mir einen der Seitenaltäre ausgesucht, als ein Priester mürrisch auf mich zukam und mir sagte, ich könne da nicht hin, es sei geschlossen. Ja, da war ich erst sauer! Jahrelang! Gott war abgeschrieben. Aber irgendwann wurde ich schwanger. Und da fing es an mit den Gedanken über die Verantwortung. Ich weiß noch, ich dachte: "Diese Verantwortung, die ich da übernehmen soll, die ist so groß! Das kann ich nicht! Ich kann doch noch nicht mal Verantwortung für mich selbst übernehmen!" Ich wollte meinem Egoismus fröhnen, aus Selbstmitleid das Leben genießen. Ich war noch nicht so weit! Aber da war dieses Leben in mir, das wollte leben, hatte Lebenswillen. Gut! Um es kurz zu machen: Das Kind wurde geboren und ein halbes Jahr später kam es dazu dass ich Anschluß fand an eine evangelische Gemeinde. Dort bin ich jetzt seit mehreren Jahren mit meiner Tochter und wir fühlen uns wohl. Aber dieser Punkt "Verantwortung", das war's was mich angesprochen hatte. Du hast in Deinem letzten Beitrag davon gesprochen, dass Deine Eltern ihre Verantwortung verdrängt haben. Der Vater mehr als die Mutter. Das ist doch erst mal was - eine Erkenntnis, leider eine schmerzliche. Und genau solche Momente meine ich, wo einem was bewußt wird, wo sich Zusammenhänge erschließen, da gibt es verschiedene Wege zu reagieren. Man kann sauer werden und sagen: "Mit denen will ich nichts mehr zu tun haben. Die kümmern sich ja auch nicht darum, wie's mir geht!" oder man sagt an der Stelle: "Ich vergebe ihnen!" Was passiert im letzteren Fall? Das schlimmste, was passieren kann ist, dass nichts passiert. Und das wird wahrscheinlich auch so sein. Denn niemand hat Dich tatsächlich gehört. Das beste, dass passieren kann ist, dass Du irgendwann merkst: "Hier hat sich in meiner Haltung etwas verändert. Ich kann meinem Vater/meiner Mutter begegnen und fühle mich irgendwie nicht mehr so gehemmt und benutzt. Ich kann ein bißchen mehr "Ich" sein. Du mußtest leider viel Leid durchleben. Ich denke da an die Trennung von Deiner Mutter und die verschiedenen Beziehungen Deines Vaters und ich kann mir ungefähr vorstellen, wie es mit all diesen Erfahrungen heute in Deinem Herz aussieht. Und doch bin ich zuversichtlich, was Dein Leben betrifft, denn Du sagst zum Schluß, dass Dein Können von Deinem Glauben abhängt. Im Mathematikunterricht habe ich früher immer gesagt: "Ich glaube, das ist soundso." Da hat der Lehrer dann immer triumphierend gelacht. "Mit Glauben hat das hier nichts zu tun, mein Fräulein!" Und das hat mich verletzt! Ich war doch so sensibel! Jahrelang habe ich ihm das nachgetragen, habe allen erzählt, was für ein fürchterlicher Tyrann er gewesen ist. Aber irgendwann - es war vielleicht bei einem Gebet mit einer Freundin - da wurde das Thema Vergebung angesprochen und das löste eine Lavine in mir aus. Ich fing an: "Ich vergebe meiner Mutter, meinem Vater, .... meinem Mathematiklehrer ..." Den Lehrer habe ich natürlich nie wieder gesehen, aber ich fühle mich frei von diesem Gram und ich kann rechnen, ich bin viel selbstbewußter geworden auf diesem Gebiet. Ich hoffe, ich habe meine Gedanken ein bißchen klarer machen können. Es gibt noch ganz viel zu erzählen, aber für heute mache ich Schluß.

Gott ist gut!

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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Ansa » 7. Januar 2009 09:59

Lieber Jeremy,

das war sicher eine sehr schwere Zeit für Dich und ich kann gut verstehen, das Du gern wissen möchtest, warum etwas wie gewesen ist. Als ich jetzt grad gelesen habe, das Deine Mutter mit Deinem Bruder gegangen ist, kam mir spontan der Gedanken, das Deine Eltern vielleicht einfach damals ihre Kinder aufgeteilt haben könnten? Manchmal kommen Eltern auf derartige Gedanken, Du kriegst eines und ich nehme eines, dann sind wir gegenseitig nicht unterhaltsverpflichtet und alles ist gut? Das es natürlich nicht gut ist, daran denken auch Erwachsene nicht immer...... leider.

Deine Eltern haben Dinge entschieden und gelebt, die in ihrer Verantwortung liegen und gelgen haben. Wie sie dann mit ihrem Leben zurecht gekommen sind oder auch, wie es für Dich aussieht, das wiederum mag traurig sein oder nicht Deinen Vorstellungen entsprechen, aber es liegt nicht in Deiner Verantwortung.

Manchmal, wenn wir uns hier zanken, mein Liebster (mein Ehemann und Ersatzvater für meine drei Töchter) und die Mädchen, dann kommen schon so Gedanken wie "mit Papa (den sie alle sehr lieben und zu dem sie auch guten Kontakt haben) gäbe es diesen Streit jetzt nicht." Das stimmt in jedem Fall, diesen nicht, aber mit Sicherheit andere...... und wenn sie sich mit Papa zanken, dann denken sie, "mit dem "Liebsten" hätten wir hierüber nicht gezankt." Auch das stimmt, dafür dann wieder über etwas anderes. Aber sie denken darüber auch nur nach, weil wir miteinander über diese Wahrnehmungen sprechen und sie zum Thema machen. Wenn Mama und Papa noch zusammen wären, wer weiß wie sich das Leben entwickelt hätte...... alles ist dann blanke Utopie, denn die Realität ist eine andere.

Also, wie es Deinen Eltern geht muss nicht unbedingt eine Folge der Scheidung sein, sondern es kann auch immer eine Folge ihrer weiteren Entscheidungen gewesen sein......

Und auch ja, Du musst Dich davon frei machen, denn Du musst nicht für Deine Eltern planen, entscheiden oder gar leben. Natürlich ist es wichtig über das ein oder andere nachzudenken und es ist auch wichtig, seinen Eltern zu sagen, "ihr habt mich so sehr verletzt" und doch zu hören, was sie sagen..... Es kann erschreckend sein, finde ich, wenn einem bewusst wird, das Eltern derartige Fehler haben, oder so wenig Mut, sich Dinge einzugestehen. Aber am Ende sieht man vielleicht ein wenig klarer und man wird ein Stückchen erwachsener, weil man vielleicht auch spürt, es ist Zeit für eigene Wege. Eine Scheidung muss kein "versautes" Leben beinhalten, vielleicht einfach nur die Erkenntnis, das es so, wie es ist, nicht weiter gehen kann und den Mut, die Dinge in die Hand zu nehmen und sie zu ändern....... viel zu viele harren dann einfach aus und ich denke oft, die Kinder die so aufwachsen haben es auf eine andere Art und Weise sehr schwer.

Dir liebe Grüße
Niana
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon MarliJo » 7. Januar 2009 12:48

Hallo Jeremy !

Auch ich bin beeindruckt darüber, wie klar du dir ein Bild von dem machst, was um dich passiert ist und passiert.

Auf deiner Suche nach Antworten, warum sich deine Eltern so oder so verhielten, habe ich mehr und mehr den Eindruck, dass es weniger um das Fehlen DER EINEN Wahrheit geht, sondern eher um die Wahrhaftigkeit deiner Eltern und deiner anverwandten Familie. All das Trügerische was du beschreibst, das Aufrecht erhalten eines "guten" Rufes durch deine Familie muss sich vor dem Hintergrund des Gefühls des Allein gelassen werdens sehr schmerzlich anfühlen. Dass du gewissermaßen noch dazu genötigt wirst, dieses "Spiel" mitzumachen, erscheint mir geradezu absurd und ich kann mir vorstellen, dass dir das Ganze nur noch FALSCH vorkommt.
Du kannst dieses Spiel vermutlich nicht ändern, weil sich der Rest der Familie lieber an die gewohnten "Spielregeln" halten mag - ist es doch auch viel einfacher sich und anderen etwas vorzumachen, als sich einmal in die Karten sehen zu lassen.
Es klingt so, als seist du bei allen Entscheidungen deiner Eltern der stillschweigende Zuschauer gewesen, der alles über sich ergehen lassen musste und dem nie etwas erklärt wurde. Ich kann sehr gut verstehen, dass du so enttäuscht darüber bist, auf die Fragen, die in dir waren, nie ehrliche Antworten erhalten zu haben. Es ist ja so, dass je klarer und verständlicher eine Antwort ist, sie umso weniger Spielraum für Spekulationen offen lässt. Du hast solche Erklärungen scheinbar nicht bekommen und suchst nun selbst nach diesen Antworten, legst sie dir gewissermaßen zurecht. Auch das kann ich gut nachvollziehen. Es macht ein wenig den Eindruck auf mich, als würdest du bei dem Tun und Nichttun deiner Eltern immer auch ein Stück Verantwortung bei dir selbst suchen.
Es waren aber Entscheidungen deiner Eltern - ganz gleich ob richtig oder falsch und aus welchen Gründen sie auch immer getroffen wurden - und deshalb sehe ich auch keinen Anteil, den du bei dir suchen solltest.
Und ja, diese Konsequenzen, die du siehst, als du nach langer Zeit deine Mutter wiedersahst, sind auch keine die du tragen musst. Es ist nur natürlich, einen Menschen, den man liebt und nach dem man sich sehnt, wiedersehen zu wollen. Schmerzlich ist es ganz sicher für dich gewesen, dass du eine Mutter Getroffen hast, die du SO nicht mehr in Erinnerung hattest. Aber es ist eben ihr Leben, für das du nicht verantwortlich bist. Sicher, die Konsequenz daraus ,dass du deine Mutter wiedergetroffen hast, ist die , dass du nun weist, wie es ihr geht. Aber wie ginge es dir jetzt, wenn du deinem Wunsch sie wiederzusehen, nicht nachgegangen wärst ?

Ich sehe es ähnlich wie Gerda, dass du versuchen solltest, deinen Eltern und Verwandten zu zeigen wo DEINE Grenzen sind. Ich glaube, dass du weist, was für dich gut ist. Ich meine damit nicht, nicht auch umsichtig zu sein, denn es gibt ja auch die Grenzen, die diejenigen haben, die um dich sind.
Aber du darfst schon auf deine Bedürfnisse - dein Leben - schauen und ich denke es ist genug "Arbeit" wenn du deine Grenzen ziehst, um dich auf das zu konzetrieren, was wirklich in deiner Verantwortung liegt. Nämlich DEIN Glück !

@ manlovi

Ich finde deine Gedanken zur Vergebung sehr naheliegend. Es entspricht auch meiner Überzeugung, dass es sich "leichter" Leben lässt, wenn man einander vegeben kann. Auch ich wünsche mir das und haben dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Allerdings bin ich - so wie es Jeremy auch selbst geschrieben hat - der Meinung, zum Vergeben muß es etwas zu Verzeihen geben,... und in der Verantwortung der Person liegen, einem Anderen etwas zu vergeben. Natürlich kann ich versuchen, dem -oder denjenigen ihr Verhalten zu vergeben, die mir dadurch Schmerz zugefügt haben. Aber wenn es kein aufklärendes Gespräch gibt, kein >es tut mir leid, dass ich dich verletzt habe< von der Seite, die diese Verletzungen zugefügt hat, dann liegt die GANZE Last des Vergebens einzig und allein auf dessen Schulter, der die Vergebung sucht.
Das halte ich für sehr ungesund, wenn es um ein Kind/Eltern-Verhältnis geht.
Du hattest geschrieben : WAS KANN DIR SCHON PASSIEREN?
Ich glaube passieren kann, dass diese Last zur Bürde wird und es kann passieren, dass ein Kind ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn es auf der Suche nach Vergebung für die Versäumnisse seiner Eltern feststellt, dass die einseitige Form des Vergebens zu schwer wird.
Nein, ich finde diese Verantwortung sollte ein KInd nicht tragen müssen - es sei denn das Kind will es.

Im übrigen meine ich nicht, dass sich Eltern durch eine Trennung an ihren Kindern schuldig machen. Natürlich ist es für die Kinder sozusagen der Königsweg in einer, im positiven Sinne "funktionierenden" Familie aufzuwachsen. Aber wem nützt ein schlechtes Gewissen darüber, es nicht geschafft zu haben ? Den Kindern ?
Ich glaube, betroffene Eltern tun ihren Kindern keinen Gefallen damit, wenn sie der (mehr oder weniger gesellschaftlich vermittelten) Auffassung der "verlorenen" Scheidungskinder folgen. Schuldig werden wir meiner Meinung an unseren Kindern erst dann, wenn wir sie nach einer Trennung mit ihren Sorgen und Nöten allein lassen und ihnen Verantwortung übertragen, die die der Eltern ist.

Liebe Grüße
MarliJo
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Zaunkönig » 7. Januar 2009 21:22

Danke Jeremy
Danke für deine Offenheit und Klarheit. Ich bin ja erst seit Oktober in diesem Forum und verfolge mit großem Interesse, die einzelnen Beiträge. Seit Januar, hat dein Beitrag ( 05.01 ) mein Interesse geweckt. Ich bin sehr erstaunt und erfreut, was in dieser kurzen Zeit (07.01), sich durch die einzelnen Beiträge entwickelt hat. Jeremy, ich finde du bist auf dem rechten Weg. Ich möchte, mich auch für die Offenheit der anderen Beteiligten bedanken. Euer Einsatz ist echt super.
Also Jeremy mach weiter so.
Tschau Zaunkönig
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon kaktusbluete » 8. Januar 2009 10:02

Hallo Jeremy,
wow, hier ist ja echt ein reger Austausch :)
Ich wollte dir sagen, dass ich dich voll und ganz verstehen kann. Mir geht es nämlich wie dir. Ich hab überhaupt keine Ahnung, warum sich meine Eltern scheiden lassen haben, was da alles war und warum ich letztendlich bei meinem Papa aufgewachsen bin. Mich hat es nie so arg interessiert, weil ich doch nur immer die gleiche schwammige, unbefriedigende Antwort bekommen habe "du weißt du was war..."
Klar wenn man älter wird, will man das genauer wissen, was war damals los? Ich hatte das Glück dass meine Eltern sich nie gegenseitig schlecht gemacht haben und ich nicht vorbelastet bin, da bin ich froh drum. Ich denke manchmal - boah als meine Mama so alt war wie ich jetzt hatte sie eine 2 Jahre alte Tochter - wie jung! Und ich kann mich etwas besser in sie hineinversetzen und verstehen dass man auch Fehler macht, wenn man so jung ist...

Eine andere Sache, die mir sehr unter den Nägeln brennt, ist folgendes. Jedes Kind hat zu erfahren, weshalb sich seine Eltern trennen. Natürlich müssen die Kinder in der Lage sein, das Geschehene zu verstehen und zu verkraften. Sollten die Kinder , dazu nicht in der Lage sein, sollte man es zu gegebener Zeit nachholen.Denn man darf nicht vergessen, was bei den Kinder eine Trennung bedeutet. Psychisch und Physisch.Viele Kinder machen sich Vorwürfe, weil sie denken die Eltern trennen sich wegen sie. Die Kinder stehen auf einmal da, sie wissen nicht mehr wenn sie glauben sollen. Wie sollen sie ihr eigenes Leben aufbauen. Auf einen Haufen von Lügen. Eltern die sich trennen oder scheiden lassen, sollten schon fair zu ihren Kindern sein, damit ihre Kinder vertrauensvoll in ihr Leben gehen können. Damit die Kinder wissen Vater und Mutter haben mich beide lieb, auch wenn wir nicht mehr zusammenleben.


Zaunkönig, da hast du wirklich Recht!
1. mache bzw machte ich mir Vorwürfe, was für ein schlimmes Kind ich gewesen sein muss, dass meine Eltern sich trennten
2. mache ich meinen Eltern Vorwürfe, warum sie sich keine Gedanken gemacht haben, wie mich das alles betrifft, welche Auswirkungen die Scheidung auf mein späteres Leben haben könnte
3. ich hab von meinen Eltern nie die Liebe bekommen, die ich gebraucht hätte - auch heute noch nicht und das macht mich wirklich sehr traurig :(

Also ich wusste gar nicht, dass man diese Schedungsunterlagen irgendwo einsehen kann, ich hab auch noch nie irgendwelche Ordner bei meinen Eltern gesehen mit Unterlagen... Na ja mein Weg wäre wahrscheinlich eh nochmal über meine Eltern, was bei dir, Jeremy, ja so nicht möglich ist.
Wünsch dir jedenfalls alles Gute!

Lg Kaktusblüte
Magie kann nicht alles. Mut ist die wahre Magie...
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Zaunkönig » 9. Januar 2009 18:27

Moin,
in den Beiträgen, ging es oft darum, sage ich meinem Kind /er, die Wahrheit. Welche Wahrheit? Wann kann ich es Ihnen sagen ? Ab welchem Alter ? Es ist wohl wie immer im Leben, eine richtige Antwort, wird es nicht geben. Sie liegt irgendwo in der Mitte. Um eine Antwort geben zu können, ist es natürlich auch ausschlaggebend, aus was für einer Ursprungsfamilie kommen die Eltern und wie wurden dort solche Probleme bearbeitet. Stammt der Vater oder Mutter, auch aus einer Scheidungfamilie ? Es kommen viele Faktoren zusammen. Um zu entscheiden, sage ich die Wahrheit.
Hätte ich damals den Mut gefunden, meinen Sohn die Wahrheit zusagen, müsste ich nicht befürchten meinen älteren Sohn ( 16 Jahre ) zu verlieren.Als ich mich vor 11 Jahren von meiner Frau trennte, war mein Sohn 5 Jahre alt. Es entbrannte ein fürchterlicher Scheidungskrieg, seitens meiner Frau. Sie benutze unseren Sohn, als Druckmittel und machte mich nur schlecht. Was ich für ein Vater sei usw. Ich habe mit ihm nie darüber gesprochen, weshalb ich mich von seiner Mutter getrennt habe.
Ich wollte meinen Sohn, nicht noch mehr belasten. Ich war nur froh, das ich mit ihm zusammen sein konnte. Später habe ich eine andere Frau geheiratet. Wir bekamen eine Sohn. Somit hatte Sebastian ( älterer ) einen Bruder. Die beiden verstehen sich gut. Ich wollte eigentlich immer wieder versuchen, mit Sebastian zu reden, über die Scheidung damals. Ich hatte aber Angst, das es dann wieder Streit, mit meiner Ex. geben würde und er dann nicht mehr kommen kann.
Seit einem halben Jahr ist Sebastian, nicht mehr bei uns gewesen. Ich habe in zwar zweimal im Ort getroffen, aber das war es auch schon. Er läßt mir immer von seiner Mutter miteilen, das er mich nicht sprechen will.
ich denke, das die ewige Manipulation, durch meine Ex. Frau, jetzt Wirkung zeigt. Ich wünsche nur, das Sebatian und ich irgendwann Zeit finden überalles, wenn nötig zu sprechen.
Tschau Zaunkönig
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Jeremy » 10. Januar 2009 19:36

Also bevor 1000 neue threats auf gehen:

http://www.youtube.com/watch?v=OMtQq7QWsgI

Jeremy
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Jeremy » 13. Januar 2009 22:53

Also, ich muss mich wirklich bei Euch allen bedanken!

:dampf:

Allein das schreiben und formulieren meiner Gedanken und nicht zuletzt Eure Antworten darauf, haben es mir möglich gemacht, dass zu tun was ich tat:
In das Chaos kam Ordnung und es verschwandt als wuerde ich richtig Dampf ablassen.
Ich unter anderem dieses Urlaubsvideo zusammengeschnitten und mit der Musik eines Bekannten untermald und habe dabei sehr viel für mich selbst verarbeiten können!
Mein Blick richtet sich nun viel mehr auf mein Leben, viel mehr auf mein Glück, meine Zukunft!
Ich habe zumindest ein Stück gelernt damit leben und umgehen zu können!!!

Danke!

Jeremy
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon manlovi » 14. Januar 2009 10:59

Hallo Jeremy,
ein tolles Video! Ich freue mich, dass es Dir jetzt besser geht. Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und Klarheit und Danke für Dein Vertrauen.

manlovi
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Ali_Mente » 14. Januar 2009 15:51

Hallo Jeremy,

Jeremy hat geschrieben:Mit meinen Eltern darüber reden? Ich hab Seit Jahren mit keinem von beiden reden können. Nach der Scheidung sah ich meine Mutter für mehr als 10 Jahre nicht! Mit meinem Vater konnte ich noch nie reden. Vielleicht ist es echt das Beste, wenn ich ihnen einfach sag, sie sollen mich damit in Ruhe lassen! Das würde auch bedeuten , dass ich der Mutter meines Vaters und ihrer Schwester besser aus dem Weg gehe, denn sie sind es, die ständig über meine Mutter her ziehen. Ich sollte wahrscheinlich wirklich sagen: das ist Eure Sache, wenn Ihr mich diesbezüglich nur belügen könnt, dann behaltet eure weisheiten besser für euch und lasst mich einfach in Ruhe damit. Ich will nichts mehr davon hören das meine Mutter eine Schlampe war und das mein Vater mich vor dem Heim gerettet hat, weil meine Mutter mich ja angeblich nie behalten wollte. Nur komisch das mein Vater um mich gekämpft hat, angeblich. Und ich weiss auch nichts davon, dass mein Vater meine Mutter geschlagen hat, so wie er auch meinen Bruder schlug und mich.


es ist unglaublich, zu hören, was Deine gesamte Familie da mit Dir angestellt hat. Ich fände es sinnvoll, wenn Du genau das was Du da oben schreibst, den jeweilig Beteiligten ins Gesicht sagen würdest. Das sie Dich mit diesen Themen und Fragereien in Ruhe lassen sollen und weder die eine Seite über Deine Mutter noch die andere Seite über Deinen Vater herzuziehen hat. Da gibt es ein schönes chinesisches Sprichtowrt: "Wenn man nichts positives über einen Menschen zu sagen hat, sollte man nichts sagen".

Aus dem Scheidungsurteil wirst Du aller Wahrscheinlichkeit nicht entnehmen können, wer die Scheidung eingereicht hat - zumindest steht es in meinem nicht drin und ich vermute auch, das Du juristisch betrachtet kein Recht auf Akteneinsicht haben wirst.

Jeremy hat geschrieben:Und dann immer diese bohrenden Fragen: Wieso warst Du nicht bei Opas Geburtstag? - wieso? weil ich es nicht ertragen kann, mit ansehen zu müssen, wie mein Vater zwischen seinen Geschiedenen Eltern steht und wie es ihn kaputt macht.
Weil ich es leid bin ständig von irgendwem ausgefragt zu werden, was irgendein Teil der "Familie" wann , wo gesagt hat.
Und weil ich einfach nicht mehr kann.

Auch das solltest Du ihnen ganz entschieden genau so sagen. Du wirst staunen, was für betretene Gesichter so eine Äusserung auslösen wird - und hoffentlich dazu führt, das sie das bleiben lassen. Blocke entschieden weitere Gesprächs-/Ausfrageversuche in diesem Stil ab.

Jeremy hat geschrieben:
Es nennt sich Familie. Aber sie haben nichts besseres zu tun, als, vor wem auch immer, so gut wie möglich da zu stehen und einen "Ruf" zu verteidigen oder sonst was - und es ist ihnen egal mit welchen Mitteln sie dabei vorgehen - sie erwarten Dankbarkeit und Respekt und das man ihnen Liebe entgegenbringt... sie erwarten dass, als sei es selbstverständlich, soetwas von seinen Kindern und Enkeln zu erwarten - wahrscheinlich sollte es auch eine Selbstverständlichkeit sein. Doch sie vergessen dabei, dass das Kind, von dem sie es erwarten nie auch nur eines dieser Dinge erfahren hat!

Ich hab dieses Schauspiel so satt!

>:(


Viele Grüsse

Ali
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Re: Die Wahrheit?

Beitragvon Jeremy » 22. Januar 2009 10:36

Hallo Ali

Du has recht, ich sollte es ihnen ins Gesicht sagen! Denk nicht ich hätte das nicht schon versucht.
Aber wenn es soweit ist, wenn der Moment da ist, genau diese Worte auszusprechen, dann ist es so, als schnüre mir etwas die Kehle zu. Ich kann dieses Gefühl kaum mit Worten beschreiben, es ist eine art Ohnmacht - als wuerde ich in ein endloses Loch fallen. Zumindest hab ich es hinbekommen, meiner Oma am Telefon das Sprichwort entgegen zuwerfen, dass Du in Deinem Beitrag angeführt hast, als sie wieder anfing über meine Mutter herzuziehen:

"Wenn man nichts positives über einen Menschen zu sagen hat, sollte man nichts sagen".

Letzten Sonntag hatte ich einen leichten Nervenzusammenburch - und mein Hausarzt, der über meine Seelische Situation bestens bescheidt weiss, hat sofort alles in die Wege geleitet, dass ich so schnell wie möglich zu einer Kur fahren kann.

Meine Euphorie war offensichtlich übereilt....

:(
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