Ich weiß nicht weiter.....

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 16. November 2009 10:22

Guten Morgen Ihr Lieben,

ich bin mit meinem Latein am Ende und suche Rat bei Teenagermüttern..... unsere Situation kennt ihr ja und nun macht mir meine Große richtig ernste Probleme, die wir nicht lösen können.

Und offensichtlich können wir ihr auch nicht vermitteln um was es uns geht. Sie hört sehr eingeschränkt zu und interpretiert alles oder zumindest das meise, falsch.

Nur allein dieses Wochenende hat sie, quasi nur überstanden, weil wir sie nicht mehr gesehen haben. Davon berichte ich mal. Also, dies Wochenende ist das erste Therapiewochenende unserer Jüngsten und wir haben von vornherein gesagt, das wir, der Liebste und ich, dann kinderfrei haben möchten um Freunde zu besuchen und das die beiden Großen, Haus und Hunde einhüten sollten. Das war insoweit auch geklärt.

Dann aber kam Papa und wollte genau dieses Wochenende mit seinen beiden Großen etwas unternehmen, er hat natürlich interveniert und schwerst gemault, das, wenn er mal Zeit hat, die Kinder nicht dürfen, weil wir Eltern eigene Interessen verfolgen. Das uns gekränkt, aber nicht beirrt. So sind sie also Samstagmorgen mit den Hunden gegangen und haben diese dann hier gelassen und sind zu Papa gefahren. Das ist dann allerdings ausgeufert, denn unser Zweithund kann nur allein bleiben, wenn er angeleint ist und so hat der arme Hund den ganzen Tag angeleint verbracht...... sie waren zwar zwischendurch zu Hause und sind Gassi gegangen, aber dann waren sie eben noch mit Papa unterwegs.

Angefangen aber hat das Wochenende auch unglücklich, so haben wir am Samstag noch zusammen gefrühstückt, beide Kinder kamen in unser Bett, Mittelchen stand dann auf und deckte den Tisch, der Liebste fuhr zum Bäcker, die Große lag in unserem Bett. Ich forderte sie auf, sich anzuziehen, denn wir wollten essen, sie sagte, sie käme gleich und schlief dann ein.... das einzige Familienfrühstück an diesem Wochenende hat sie verschlafen und uns dafür angebrüllt, weil wir uns darüber beschwert haben. Und, wir haben ihr eben nicht gesagt, das sie, wäre es um ihre Kirche gegangen, mit Sicherheit aufgesprungen wäre..... so war der Liebste traurig, ich sauer.... als Papa kam, war sie dann jedoch fertig, aber auch nur, weil ich sie dann sehr massiv geweckt habe.

Irgendwann, gegen Spätnachmittag rief mich meine Große an und fragte, ob sie über Nacht zu ihrer Freundin dürfe - sie wollte soooooo gern bei ihr übernachten und dann den folgenden Sonntag bei ihr und in ihrer "Kirche" verbringen. Ich habe das nicht erlaubt, zum einen, weil sie ja mit ihrer Schwester zu Hause etwas machen sollte und zum anderen, weil ihr Zimmer nicht aufgeräumt ist (das sieht wirklich entsetzlich aus, Flauschizuchten, alles auf dem Boden - so richtig schlimm) und ich ihr am Samstagmorgen ausdrücklich gesagt habe, "Du kannst erst wieder Ausgang haben, wenn hier aufgeräumt ist). Sie war sauer, schimpfte und tobte am Telefon, warf mir vor, wir würden sie nie unterstützen und sie als Schlampe titulieren.... völlig aus der Luft gegriffen.

Natürlich war sie da noch bei Papa, der sie mental unterstützt hat, "also, wenn das mein Wochenende wäre - dann dürftest Du tun, was immer Du wolltest...... aber bei Mama......." is klar. Gut, sie blieb dann zu Hause, nur um am Sonntag ganz früh zu verschwinden und zu ihrer Kirche zu gehen. Verabredet war, das sie morgens mit den Hunden geht, ihre Schwester Mittags und sie dann noch einmal gegen Abend, denn ich habe einen Kapsel- und Bänderriss und falle momentan komplett für Hundegänge aus, was schwer ist..... Irgendwann gegen 8 Uhr rief sie ihre Schwester an und meinte "ach, ich hab ganz vergessen mit den Hunden zu gehen, machst Du das mal für mich?" Und das war`s dann.

Gegen Nachmittag schrieb sie mir ein SMS ob sie bitte bitte mit ins Musical gehen dürfe, sie sei dann auch gegen 22 Uhr, in jedem Fall, ganz sicher, da könne ich mich drauf verlassen, zu Hause. Wir wollten eigentlich Abends gemeinsam essen und über das Wochenende plaudern. Ich hab dann gefragt, was das denn für ein Musical sein und hörte nur "ein christliches", auf meine verwirrte Frage ob das denn eine geeignete Antwort sein, schrieb sie mir, sie wisse nicht, wie es heiße, aber es wäre ihr soooooooo wichtig. Mein Mann und ich waren sauer, haben es ihr aber erlaubt. So und gegen 20 Uhr rief sie dann an, es wäre grade Pause und überhaupt, sie wäre in Wolfsburg und in keinem Fall wie verabredet zu Hause, es würde später werden. Ich fand das gemein, denn ich war davon ausgegangen, die Veranstaltung wäre in Hannover.....

Immerhin hat sie ihr Zimmer aufgeräumt, aber mir die Wäsche auf den Boden geknallt, die verschimmelten Brotdosen in der Spüle eingeweicht und liegen gelassen und weg ist sie.

Gut, sie kam dann, aber wir haben uns nicht mehr gesehen, heute Morgen ist sie extrem früh aus dem Haus, so dass ich sie nicht mehr gesehen habe. Ob und wer mit den Hunden geht, hat sie ignoriert. Ebenso wie sie die versprochenen Arbeiten im Haushalt nicht gemacht hat..... aus den Augen aus dem Sinn. Ich weiß nicht, wann sie heute wieder kommt, ob sie noch Termine hat oder sonstwas..... das ist absolut gegen unsere Familienvereinbarungen, denn die heißen, "jeder sagt, wann er geht und wohin und wann er zurück kommt".

Nun haben wir mittlerweile so einiger solcher Momente gehabt, und sie begreift nicht, das wir ihr nicht das Übernachten bei der Freundin verbieten, sondern darauf bestehen, das sie die Vereinbarungen mit uns einhält. Denn ich wollte nicht, dass das Mittelchen die ganze Zeit völlig allein ist. Sie ist noch traurig, weil sie sich von ihrem Freund getrennt hat und fühlt sich so ein wenig verloren..... ich wollte mich in Berlin nicht ärgern müssen, sondern ein schönes Wochenende mit meinem Mann erleben, das erste seit Monaten..... ich bin so masslos enttäuscht, das mir einfach die Worte fehlen.

Sie nimmt hier momentan alles mit, greift aber nicht zu und grade im Augenblick fühle ich mich von ihr total verraten, denn ich gehe an zwei Stützen und brauche einfach Hilfe. Der Liebste ist in Amsterdam und das Mittelchen macht und tut.... und sie trifft sich noch mit Freunden oder kann ihre Fahrschultermine nicht verlegen oder oder.... und sie hat ihrer kleinen Schwester hoch und heilig versprochen, ihr jeden Tag zu schreiben, kein einziges Wort hat sie ihr geschrieben..... nichts....

So haben wir am Samstag noch zusammen gefrühstückt, beide Kinder kamen in unser Bett, Mittelchen stand dann auf und deckte den Tisch, der Liebste fuhr zum Bäcker, die Große lag in unserem Bett. Ich forderte sie auf, sich anzuziehen, denn wir wollten essen, sie sagte, sie käme gleich und schlief dann ein.... das einzige Familienfrühstück an diesem Wochenende hat sie verschlafen und uns dafür angebrüllt, weil wir uns darüber beschwert haben. Und, wir haben ihr eben nicht gesagt, das sie, wäre es um ihre Kirche gegangen, mit Sicherheit aufgesprungen wäre..... so war der Liebste traurig, ich sauer.... Im Übrigen hat der Liebste wohl versucht sie zu wecken, ging aber nicht.....

Mir fallen keine logischen Konsequnezen ein, ich brauche meine Spüle, so habe ich die Dosen weg gearbeitet, ich brauche meinen Fußboden in der Wäschekammer, so sortiere ich ihre Wäsche.... und Fräulein lässt es sich wohlgehen. Und Papa grinst sich eins.... dort hat sie übrigens gesagt, sie wünschte sich, sie könne ausziehen und sie freue sich darauf, das sie 18 werden würde, denn dann könne sie tun und lassen was sie wolle.... na ja, ich sehe da keinen möglichen Unterschied zu dem, was sie grad abliefert.....

Hat einer von Euch Tipps? Was tun? Ihre Aufgaben nicht erledigen geht ja nicht, die Hunde müssen raus.... und viel mehr hat sie nicht zu erledigen. Aber ich hab einfach die Schnauze voll davon, angebrüllt zu werden und mir anzuhören "ich kann jetzt nicht mit Dir reden, ich bin viel zu müde und hab kaum geschlafen...." Mir doch egal. Das entspricht in keinster Weise irgendetwas von dem, was ich ihr, was wir ihr hier vorleben.

Erschöpfte Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon sonnenschein2 » 16. November 2009 10:53

Hallo liebe Ansa,

lass dich einmal drücken. Dich hats ja wieder mal ganz dicke erwischt. Ich hatte heute morgen noch an dich gedacht wie es dir wohl gehen mag und dann lese ich diese traurigen und auch wütenden Zeilen von dir...Du fragst was du tun kannst.

Ich bin psychologisch und erziehungsmäßig nicht so geschult wie du. Das mal vorweg. Ich sehe nur deine Wut und die ist in meinen Augen nur mehr als verständlich. Warum zeigst du deiner Tochter deine Wut nicht? Lass Sie doch vielleicht auch mal die Breitseite des Lebens erfahren. Wenn sie dir die Wäsche auf den Boden knallt...lege sie notfalls in einen Müllbeutel und stell ihr den in ihr Zimmer. Brotdosen kann man auch gut im Eimer einweichen. Wenn sie nichts zu eurem Leben beitragen mag tu du es doch auch nicht.
Wenn sie nicht pünktlich aufsteht...es ist doch ihr Problem. Sie verpasst doch den Tag. Sie hatte das date mit Papa nicht du oder dein Liebster.
Ich habe mal vor einiger Zeit von einer Therapeutin hören müssen, dass ich viel zu viel mit meinen Kindern reden würde. Sie wären ja schon Mutter taub. Ich solle ohne viel zu reden, handeln.

Du schreibst, sie möchte ausziehen. Selbst wenn sie zu Papa möchte. Kannst du es verhindern Ansa? Du kannst sie nicht zwingen bei dir zu bleiben. Zeige ihr vielleicht, dass du dich nicht auf sie verlassen kannst und sie sich deshalb nicht auf dich verlassen kann. Notfalls muß sie halt ihr Essen alleine zubereiten und einnehmen, ihre Wäsche alleine waschen.

Für mich scheint es auch so, dass du mit deinen Gedanken immer noch sehr viel Kraft auf deinen Exmann verbringst. Es war nicht ausgemacht, dass es sein We ist, oder? Warum lässt du dich dann unter druck setzen? Sicher kann es spontane Abweichungen geben, aber sie müssen mit deinen Planungen konform gehen.

Ich habe ja an anderer Stelle mal geschrieben, dass ich mit meinen kids ähnliche Probleme hatte. Auch ich habe manchmal Tage an denen ich bis abends arbeiten muß. Sie wollte auch nicht einsehen, dass ich mich dann zu 1000% auf sie verlassen können muß. Ich habe dann halt gar nichts mehr gemacht. Weder gekocht für sie noch gewaschen. Fernseher, Handy, PC, alles war aus ihren Zimmern verschwunden oder verboten...

Sicher, ich bin vielleicht etwas streng. Mit mir können sie jederzeit reden, aber ich zwinge sie nicht dazu. Wenn mein Sohnemann den Sonntag verschläft ist das sein Problem, nicht meines.
Ich habe auch lange Zeit nicht mehr von meinem Großen gehabt...außer..."bei papa ist alles besser" und "ich geh auf mein Zimmer"...
Ich haber ihn gelassen...So langsam nähert er sich wieder an.

Kennst du das Buch "wie umarme ich einen Kaktus" von J. U. Rogge? Hat mir geholfen....

Kannst du dir nicht vielleicht eine Haushaltshilfe suchen um ein wenig Unterstützung zu erfahren?

Ganz liebe Grüße und liebe Gedanken an dich, meine Liebe
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Gerda » 16. November 2009 11:51

Liebe Ansa,

zuallererst lass dich mal von Herzen :umarmen:

Es klingt erschreckend, wie es dir geht und dass du an Gehhilfen gehen musst. Das tut mir sehr leid. Ich vermute, dass dich in dieser schlimmen Situation das schwierige Verhalten deiner großen Tochter besonders hart trifft? Vor allem, da du so viel für deine Kinder tust und getan hast, muss es sehr schmerzen, wahlweise eine kalte Schulter und dann wieder brodelnde ungerechte Wut abzubekommen und keine oder viel zu wenige Beiträge zum guten Gelingen des Zusammenlebens zu erleben.

Auf mich wirkt es so, als würde sie mit dir einen Machtkampf ausfechten, den du nur verlieren kannst, weil sie sich ihrer Macht bewußt wird, dass sie 18 wird und ausziehen kann oder zu Papa ziehen kann und sie versucht, damit Druck zu machen. Ich kenne das aus Erfahrung mit meiner Tochter, dass ihr das Bewußtsein, sie könne zu Papa ziehen, viel Macht mir gegenüber gab und wo keinerlei Regeln oder Bemühungen, zusammen zu leben, fruchteten. Das hat mich sehr ohnmächtig gemacht und ich empfand das für mich als unerträglich. DAss diese Situation so ist, daran kannst du nichts ändern, denn du verursachst sie ja nicht alleine. Wenn Papa so querschießt, da ist nichts dran zu ändern und es folgen daraus Konsequenzen, die du nicht ändern kannst. Leider ist es deiner Tochter ja nicht anzulasten, dass sie in ihrem natürlichen Drang, erwachsen zu werden - der in dem Alter ja sehr explosiv ist - nicht die Grenzen und Geleise von ihrem Vater gezeigt bekommt, die angemessen wären. Er ist ihr Papa und als solcher geliebt, geachtet und beachtet als Regelperson, und wenn er ihr vorlebt, dass man Mama ruhig austrixen kann und nicht ernst nehmen braucht und hintergehen kann, dann befolgt sie die Regeln, die ihr - scheinbar - einfacher erscheinen, mehr nicht. Ich meine nach wie vor, dass es Papa ist, zu dem die Wut gehört, denn Tochter macht ja nur das, was er erlaubt. Dass sie dabei letztlich den Kürzeren zieht, weil sie sich selbst den stützenden Hintergrund, den sie braucht zum Erwachsenwerden, zerstört, wird sie nicht sehen können und abschätzen können. Du hingegen kannst das sehen und abschätzen und möchtestest sie davor bewahren, dass sie in ein Loch aus Intrige fällt, wo es Papa nur darum geht, eine Verbündete in ihr zu gewinnen, die ihn darin bestätigt, dass du ein unmöglicher Mensch bist. Du spürst, dass es ihm nicht um sie geht, sondern um solche perfiden Interessen, warum auch immer er so ist und sich dir so unterlegen fühlt.

Aus meiner Sicht kannst du die Situation nicht verändern in die Richtung, die du für gut und richtig fühlst. Ich glaube, dass du dich ein Stück damit abfinden musst, dass die Zeit des ERwachsenwerdens deiner Großen davon geprägt und überschattet ist, dass sie dich durch solch schmerzendes Verhalten auf Abstand bringt. DAs Sich - lösen - wollen zwischen Mutter und Tochter ist sehr häufig von solch schmerzhaften, eigentlich nicht vertretbarem Verhalten begleitet. Eine befreundete Kollegin sagte einmal, "sie müssen so schrecklich sein, damit wir sie nicht mehr ertragen können; sonst könnten wir sie gar nicht loslassen, weil wir sie viel zu lieb haben". Ich habe es ähnlich erlebt mit meiner Tochter. ich konnte sie nur loslassen, weil sie so eklig zu mir war, dass ich froh war, als sie auszog. Sie ist übrigens mit 17einhalb ausgezogen, in eine eigene Wohnung mit einem Freund zusammen. Danach wurde das Verhältnis zwischen uns erst noch schlimmer und dann aber sehr viel besser. Ich habe es so verstanden, dass es in ihr einen Teil gab, der sehr gerne noch klein blieb und anhänglich blieb und den sie mit ihrer ganzen Ruppigkeit und Ekligkeit, die sie mir gegenüber an den Tag legte, in sich selbst unterdrückte, weil der Drang, erwachsen zu werden, sich zu lösen, so stark in ihr war.

Ich vermute, dass es in deiner Tochter auch so einen anhänglichen Teil gibt, den sie unterdrückt und auf den du aber unbewußt reagierst, weil du ihn spürst? "Etwas" in dir möchte sie versorgen und halten, was sie ja auch braucht, aber sie wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen.

Da sie sich nicht mehr an der Gemeinschaft beteiligen will, muss die Gemeinschaft sich überlegen, wie sie darauf reagiert. Auch, um sich selbst als Gemeinschaft zu stärken und die WErte, die ihr als Gemeinschaft pflegt, zu unterstreichen. Ich glaube nicht, dass es alleine deine Aufgabe ist, das zu tun, ihr Konsequenzen nahezubringen. Sie läßt die Gemeinschaft im Stich, sich um die Schwächeren in der Gemeinschaft zu kümmern, also die kleine Schwester und im MOment auch dich mit der starken Beeinträchtigung beim Gehen und möglicherweise sogar Schmerzen? Ist die Gemeinschaft der Familie bereit, sie mit zu tragen auf diese Art und Weise? Was, wenn jemand anderes, z. B. Mittelchen Gehhilfen bräuchte und alle würden sie allein lassen? Wäre es nicht vielleicht allen lieber, sie würde zu Papa gehen? Vielleicht läßt sich der Druck, den sie macht, umdrehen, indem du mit ihr darüber sprichst, wann sie auszieht zu Papa und dass das vielleicht das Beste für die Gemeinschaft ist. Dann könntest du ihr auch sagen, dass du nicht das GEfühl hättest, dass das das Beste für sie wäre und warum.

Bei deinem Kapsel - und Bänderriss frage ich mich, in wieweit das auch mit der Situtaion zu tun hat. Wenn ein Band gerissen ist, das hat doch sehr viel körperliche Symbolik, findest du nicht?

Ich wünsche dir erst mal alles Gute und gute Besserung für deinen Fuß
Gerda
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 16. November 2009 15:27

Hallo Ihr Lieben.

ja ja, sie wollte gern ausziehen - aber zu Papa in keinem Fall, obgleich es möglich ist, das sie das mittlerweile anders sieht. Und anonsten, ich verdiene momentan kein Geld und habe deutlich gemacht, das mein Anteil hier zu Hause liegt, innerhalb unserer Wohung und das ich nicht gewillt bin, jemanden derart zu unterstützen, indem er auszieht und die Puppen tanzen lässt, wenn er sich das nicht leisten kann. Ausziehen heißt für mich, eigenveratnwortlich leben und zusehen, wie man das finanziert, aber eben nicht "die Alten zahlen schon...."

Als es hier darum ging, das sie mehr Taschengeld haben wollte, war kurzfristig im Gespräch, sie könne sich gern etwas dazu verdienen. Sie kann das nicht, sagt sie, weil sie soooo viele Gedanken hat und sich schon nicht genug auf die Schule konzentrieren kann. Das wiederum kann ich gut verstehen. Und am Wochenende jobben? Nie nicht - geht gar nicht - da ist ihre Kirche angesagt.... jedes daran kratzen ist von Beginn an ein tätlicher Angriff. Aber wer ein Auto haben will und nichts dafür tun mag, der bekommt dann am Ende auch keines. Jedenfalls nicht von mir. Der bekäme Unterstützung, wie ich gern die Dinge unterstütze, für die jemand bereit ist, etwas zu tun, aber so? Als Forderung? Nö.

Meine Planungen sind hier offensichtlich fehl.... es war nicht Papawochende, die hat es seit den Sommerferien nicht mehr gegeben. Und so funzt er eben andauert dazwischen und meint, ich entziehe ihm die Kinder. Das war auch Thema in der Klinik unserer Jüngsten. Tja.... und natürlich hat Papa seine Chance, hier quer zu schießen, wenn wir nicht da sind, genutzt und sich beliebt gemacht.

Da hat meine Große einen wirklichen Nachteil, sie hat sich auf Papa eingelassen um des eigenen Vorteils willen. Er finanziert ihr den Führerschein vor und nutzt das weidlich aus. Und sie steht dazwischen, weiß, das war nicht richtig und tanzt nun, quasie über dem Abgrund. Sie kann ja nicht zu Papa sagen, das sie denkt, das was er tut ist falsch, weil sie sich fürchtet, er entzieht ihr ihre Gunst und sie müsste dann uns fragen.... was sie nicht will, weil unsere Angebote alle deutlich andere waren. Und ihre Wut, die sie nicht gegen Papa richten mag (auch noch von der Taschengeld hinter unserem Rücken Attacke) die bekommen wir ab, ganz - denn hier hat sie ke keine Angst und fühlt sich sicher. Ich sehe das wohl, aber ich kann das nicht mehr halten und weg stecken.

Ja, ich habe Schmerzen, bin übermüdet und werde von meinem Exmann vermehrt angegriffen. Allein die Unterstellung, ich habe unsere Jüngste so zugerichtet und er will nicht, das sie nach der Therapie wieder zu mir zurück kommt, trifft mich hart. Aber obgleich die Große das weiß, hat sie keinen Funken Verständnis. Sie trifft momentan eine Wahl, die ihr nicht gut tun wird, das sehe ich. Ich muss immer immer nachweisen, das ich das Beste für alle Beteiligten tue und mache, und immer immer geht es zu meinen Lasten.

Ein Wochenende für den Liebsten und mich? Ist das zuviel für eine 17jährige? Die ständig Sprechstunden bekommt, wenn sie welche braucht? Die Nachts um 22 Uhr, wenn wir eigentlich Paarzeit haben, ihre Zeit beansprucht, weil sie dann erst wieder da ist und nun Zeit hat? Das kann nicht richtig sein und meine Wut, die spürt sie auch..... ich bin da deutlich. Aber sie entschuldigt sich und meint dann "Was hast Du, ich hab mich entschuldigt, nun mach mal halblang....." Nicht das sie das wörtlich sagt, aber sinngemäß schon.

Wenn sie das Frühstück verschläft kränkt das meinen Liebsten, denn er ist nur am Wochenende zu Hause und er hat ihr viel beigestanden und viel Freiheit verschafft, auch "gegen" mich. Und nun empfindet er das als Kränkung, was ich gut verstehen kann. Sie will so aufrecht sein und so christlich, kommt dann aber mit "die haben den armen Papa ausversehen so geblitzt, das er Punkte bekommt....." Is klar, aus Versehen - das sehe ich anders, aber da die Auseinandersetzung mit Papa auch über die Jüngste läuft und mein Exmann recht aggressiv wird, vermischen sich da die Positionen.

Und ja, wir haben ein Krisengespäch vor, mit ihr und einer "neutralen" Person, die durchaus eine eigene Meinung hat und wenn das nichts bringt, dann werde ich ihr nahe legen, auszuziehen. Dort, wo sie ihre Ausbildung zur Sozialassistentin macht, kann sie auch für ganz kleines Geld im Monat wohnen. Das wäre momentan eine Erleichterung für mich, aber ich denke, sie wird es falsch verstehen und auf ihren Glauben schieben, nicht auf ihr Verhalten. Aber da kann ich ihr nicht mehr bei helfen.

Ja, ich habe das auch so gedacht, mit meinem Fuß. Tritt mal kürzer......... aber zackig......... nun muss ich und stelle fest, bis auf mein Mittelchen bin ich verlassen, nein, keine Erfahrung, die mir gefällt.

Müde Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Gerda » 16. November 2009 15:42

Liebe müde Ansa,

ich kann so gut verstehen, dass du so müde bist! es war so viel die letzten Monate und ist jetzt immer noch so viel und eigentlich ist es ja schon seit Jahren so und jetzt eben nur noch schlimmer.

Deine Haltung, dass du es nicht finanzierst, dass sie ausziehst, kann ich nachvollziehen und finde sie auch angemessen. Ein Gespräch mit einer neutralen Person scheint mir gut, hoffentlich ist sie "vom FAch"? Erziehungsberatung & Co? ich glaube, da könnte etwas drin liegen, denn ich habe gehört, dass die Ebs 80 % der Gespräche mit Jugendlichen und Eltern genau aus den Gründen führen, weil die Jugendlichen so voller Forderungen sind und die Eltern so respektlos "behandeln".

Hast du schon mal überlegt, mit ihrer "Kirche" zu sprechen? Ist das im Sinne ihrer Kirche, wie sie sich verhält? Was würden sie dort sagen dazu, dass sie die Kirche ausspielt, unehrlich ist (Musikal), sich an Verabredungen nicht hält, sich an der Gemeinschaft nicht beteiligt usw. ?

Alles Liebe
Gerda
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 16. November 2009 15:56

Liebe Gerda,

ich bin so froh, das Du wieder da bist...... und ja, es ist die Zuspitzung eines jahrelangen Kampfes, der sich hier einem bitteren Höhepunkt zuneigt. Meine eigenen Gefühle hinsichtlich des Klinikaufenthaltes meiner Jüngsten nagen wohl innerlich an mir, aber niemand hat Zeit, mir zu zuhören oder gar ein Wort mir zu helfen. Alle Beteiligten sind müde und ausgelaugt und stellen nun nach Jahren die Fragen nach "was hast Du dem Mann nur getn?" Das macht so mürbe..... dabei war ich jüngst so mutig (oder verzweifelt) das ich ihn gefragt habe "was kann ich tun, damit dsa aufhört?" Aber es kam natürlich keine Antwort auf diese Frage außer einfach weitere garstige Unterstellungen.

Mit ihrer Kirche sprechen? Nein, das habe ich bisher vermieden, weil ich zum einen keine Kraft hatte, mich diesen Menschen vorurteilsfrei zuzuwenden und zum anderen bislang keine Zeit, denn meine Jüngste hat in den letzten Wochen viel Zeit benötigt, auch viel Zeit vor Ort, viele angesagte Treffen, die dann eben mal nicht möglich waren. Und ich weiß auch nicht, ob das ein guter Gedanke wäre? Ich wollte ihr das lassen, als Ort, an dem sie ihre Sicherheit finden kann, die sie offensichtlich so notwendig braucht? Aber ich habe heute darüber nachgedacht, mich an die Mutter ihrer Freundin zu wenden - durch die sie ja dorthin gekommen ist.

Ich glaube wohl, das vieles pubertäre Abgrenzung ist und trotzdem glaube ich, das ich die Dinge so nicht zulassen darf. Rudolf Dreikurss spricht von spiegeln und ebenso handeln. Das bedeutet, sie unterstützt mich nicht und hält sich nicht an Vereinbarungen und ich muss das im Gegenzug auch nicht mehr tun. Also, keine Fahrten mehr zum Arzt, kein Abholen wenn sie ne Stunde auf den Bus warten muss, kein Tauschen von Terminen mehr, damit sie das tun kann, was ihr wichtig ist. Mein Liebster hat den Kindern eine finanzielle Unterstürzung zu ihrem winterlichen Bekleidungsgeld in Aussicht gestellt, er überlegt, sie zu streichen, wer so wenig für die Familie tut, kann nicht von dem profitieren, was die Familie ausmacht. Ich sehe das ähnlich.

Das Gespräch wird mit Christiane sein, bei ihr habe ich alles über Dreikurs und Kindererziehung gelernt, was ich weiß. Bei ihr im Kindergarten hat mein Kind ein hochgelobtes Praktikum gemacht und sie hat dort einen exellenten Ruf.... mal sehen, sie ist neutral, hat selbst vier Kinder allein groß gezogen und sie hat sehr viel Ahnung. Ich hoffe, das bringt etwas.

Dir liebe Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Gerda » 16. November 2009 17:26

Liebe Ansa,

das Gespräch mit Christiane klingt für mich vielversprechend.

Ach, es tut mir so leid, zu lesen, dass es niemanden gibt, der dir zuhört, da, wo es dir zusetzt, dass die Kleine in der Klinik ist und so viel Kritik und Häme von Deinem Exmann kommt. Kannst du es dir nicht ab jetzt lautstark ein für alle Mal verbitten, dass er über dich ständig herzieht - zumindest in deiner Gegenwart - und ihm ebenfalls lautstark anheimgibt, über sich selbst nachzudenken und erst mal selbst in therapie zu gehen. Ich finde, du hast es nicht nötig, dir bei allem, was du geleistet hast, so etwas bieten zu lassen. Für mich klingt es so, als habe er durch die Erkrankung der Jüngsten ein Schlupfloch gefunden, die Beziehung zu dir zu intensivieren. Du leidest zu sehr unter ihm, finde ich.

Es spricht natürlich für dich, dass du nicht zu der Kirche gehen willst und es ihr lassen willst. Es war ja nur mal ein Gedanke von mir. Bei Kirche denke ich an Nächstenliebe und die fehlt ihr ja im Moment schwer im Rahmen ihrer Familie, finde ich.

Die Dreikusschen Spiegelideen, die du entwickelst, kommen mir stimmig vor. Schwierig, wenn du eigentlich etwas anderes möchtest - Familie, die zusammen hält und einander gegenseitig unterstützt, aber vermutlich kommst du nicht drum herum.

Alles Liebe
GErda
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 16. November 2009 22:01

Liebe Gerda,

auch wenn das böse klingt und unachtsam, natürlich feiert er und tanzt ums Feuer, bildlich gesehen. Ganze Fackelzüge lässt er laufen.... und verbieten? Seine kleinen Gemeinheiten mit gegenüber sind selten geworden und ich schaffe es mehr und mehr, sie zu entkräften. Momentan geht er eben über die Kinder. Der Konflikt den meine Große mit ihm austrägt ist nicht von Pappe und dazu kommt, sie will ihn nicht haben oder leben. Sie sagt, er existiert nicht, aber ihre, unausgesprochene Wut sagt mir etwas ganz anderes. Sie leitet Aggressionen um..... und es macht mich rasend, wenn sie ihn und sein Verhalten dauernd entschuldigt. Aus Versehen geblitzt worden, is klar....

"Ach, das war doch früher mal", "das hat er sicher nicht so gemeint" und eben auch "nun lass das doch mal ruhen... ist doch ewig lang her, man muss auch vergeben können." Ich höre da misshandelte Kinder, die ihrem Peiniger geneigt sind und sehe vielleicht mehr, als sie momentan wahr nimmt. Weißt Du, sie ist sauer auf mich, weil ich ihr die Übernachtung entgegen unserer Absprache nicht gestatte und er sagt "na siehst Du mal, so ist die Mama, das hast Du mir ja immer nicht glauben wollen. Wäre es mein Wochenende hättest Du natürlich gehen können......" Klar, er wäre auch aus Berlin zurück gekommen, damit sie tun kann, was sie mag. Ich bin sicher. aber natürlich fällt das in solchen Momenten auf "fruchtbaren" Boden und anschließend schämt sie sich, mir gegenüber, für ihre bösen Gedanken. Und die Wut, die bekomme ich dazu geschenkt. Sicherheit ist was Feines..... aber ich will einfach nicht mehr. Ich brauche eigentlich eigene Sicherheit für mich.

Nein, natürlich will ich nicht spiegeln müssen, das ist anstrengend und muss in der richtigen Intensität kommen, die ich, aus lauter Müdigkeit grad nicht wirklich finden kann. Tage andauernde Schmerzen zermürben eben und machen "richtige" Tonfälle mitunter eher unmöglich. Aber ich werde es tun. Sie kam ja dann heute doch nach Hause, schrieb mir gegen 16 Uhr (da war ich aber schon längst mit den Hunden draußen gewesen) das sie mit ihnen eine große Runde um den Busch war, damit ich planen könne.... worauf ich nicht geantwortet habe, weil alles was ich dazu sage, ich falsch. Und dann schlich sie hier vorbei "ich hab Dich lieb Mama, schlaf schön" und alles was ich sagen konnte war "ich habe es gehört xxx, gute Nacht....." das war bestimmt nicht klug und sicher pädagogisch unwertvoll, aber mehr vermag ich heute nicht mehr.

Immerhin geht es meiner Kleinen gut, ich höre nur, sie ist sozial kompetent, überwindet sich, macht mit, kommt mit allen gut aus, es geht ihr gut und morgen darf ich sie endlich anrufen..... sie fehlt mir so. Es ist zwar mitunter angenehm still und spannungsfrei, aber trotzdem..... so ist es nicht richtig.

Liebe und traurige Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Bärchen » 16. November 2009 22:57

Liebe Ansa

Es tut mir Leid, dass du so auf dem Zahnfleisch läufst!

Einen wirklichen Rat kann ich dir auch nicht geben. Ich bewundere jedoch deine konsequente und "logische" Erziehung. Und ich denke darauf kannst du weiter aufbauen! Lass deine Grosse spüren, dass es nicht selbstverständlich ist, was du für sie tust. Wenn sie sich nicht an Verabredungen halten kann (wie beispielsweise wie vereinbart zuhause sein nach dem Musical), dann musst du auch nicht gleich springen, damit sie nicht eine Stunde auf den Bus warten muss!
Und da bin ich auch ähnlicher Meinung wie du: wer ausziehen will, muss selber für sein Leben Verantwortung übernehmen, sei es finanziell oder auch einfach nur die Wäsche machen.
Ich würde es lassen mit der Kirche Kontakt aufzunehmen, vermutlich würde das deine Tochter nur wütend machen. Ich finde es gut, dass du ihr diese Welt, in die sie sich zurückziehen kann, lässt (auch wenn ich mich damit, wie du wahrscheinlich auch, nicht anfreunden kann).

Mir fällt auf, dass dein Exmann eine sehr grosse Rolle spielt in eurem Leben (klar, er ist ja schliesslich der Vater deiner Töchter!), doch er stiftet soviel Unruhe, wirft soviel über den Haufen, was du mühevoll erarbeitet hast und du musst es dann wieder ausbaden :rolleyes: Siehst du hier eine Möglichkeit ihm weniger "Macht" zu geben? Vielleicht würde es helfen wieder fixe Papawochenenden einzuplanen an denen er für die Töchter (1, 2 oder alle 3) verantwortlich ist, sie weg von eurem Zuhause sind und ihr mal wieder Zeit füreinander habt ?

Ich schick dir hiermit ein GROSSES Kraftpaket! :umarmen:
Liebe Grüsse Bärchen
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Bärchen » 16. November 2009 23:00

noch eine Verständnisfrage: Ist deine Kleinste jetz länger weg oder nur wochenendweise stationär in Therapie? (weil du schreibst, dein Exmann will nicht, dass sie wieder zu dir zurückkehrt...)

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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 17. November 2009 08:50

Guten Morgen,

meine Jüngste ist stationär in Therapie und darf ab dem 3. Wochenende jeweils von Samstag bis Sonntag nach Hause kommen. "Unsere" Klinik arbeitet systemisch, das heißt, alle Angehörigen werden einbezogen. So gibt es eben neben den Elternstunden für Papa, den Liebsten und mich, irgendwann auch welche mit den Schwestern. Man geht hier davon aus, das Kinder eher "Anzeiger" eines Problemes innerhalb des Systemes sind. Und ich glaube, das trifft den Nagel auf den Kopf. Nicht meine Jüngste ist das Problem, sondern ihr Verhalten auf das was hier abgeht und das sind wir wohl alle. Da kann ich mich und meine Nachsicht, die ihr nicht gut getan hat, nicht einmal ausnehmen.

Der Papa wollte diese Klinik haben, derweil dort die Tochter seiner Lebensgefährtin aufgenommen werden sollte, was ihr Vater dann am Ende verhindert hat. Hmh.... ich wollte überall hin, nur nicht dorthin, bin dann aber, weil die andere in Frage kommende Klinik nicht mein Vertrauen fand, doch hingefahren und ich glaube, das war, unabhängig von Papa ("Du, die kennen mich da alle schon und die sind kompetent, die sehen die Probleme auf einen Blick und man kann ihnen nicht vormachen, weißt Du, wir hatten total tolle Gespräche. Die merken ja schnell, wenn man sich auskennt" :/: ) eine gute Entscheidung.

Und mein Exmann ist allein dadurch wieder sehr präsent. Er hat im Sommer die regelmässigen Vater-Kind-Wochenenden eingestellt, mitsamt den zugehörigen Begleiterscheinungen..... und nun muss ich wieder welche planen und natürlich, es spürt meine Angegriffenheit und nutzt das aus. Darauf hat er gewartet.... immerhin wir waren sehr lange zusammen, und auch er kennt einen guten Teil von mir. Das kann ich nicht vermeiden, aber ich habe es mir nicht sooo schlimm vorgestellt, wie es sich dann hier ergibt. Allein seine Intervention bei der Großen fallen natürlich, wenn sie etwas will (auch entgegen unseren Absprachen, denn die will er ja nicht anerkennen oder akzeptieren) auf fruchtbaren Boden. Aber gut, wie schauen mal, wie sich das Gespräch am Freitag entwickelt.

Seien es abfällige Bemerkungen weil ich unsere Tochter am Sonntag besuchen möchte, weil ich Samstag ein Pflichtseminar an der FH habe (in die Richtung, nicht mal da ist der ihr Kind wichtig) oder andere Spitzen. Das er an seinen Wochenenden ganz oft Seminare hat und seine Tochter nicht nehmen kann, ist hingegen völlig normal, er hat ein Anrecht auf erholsame Wochenenden und freie Zeit und entzieht sich mit da seit Jahren "Du wolltest die Kinder haben, sieh zu.... ist echt Dein Problem." Was auch die Frage nach seinen Wochenenden beantwortet. Vaterwochenenden sind für mich absolut unverlässlich, mal nimmt er alle Kinder mit und setzt eines irgendwann aus dem Auot auf die Straße, weil es nicht so wollte, wie er wohl wollte, mal nimmt er keines mit, mal steht eines einen Tag früher vor der Tür.... Entspannend ist das alles nicht, denn immer finde ich dann ein trauriges, verzeifeltes und entmutigtes Kind, das Trost und Zuspruch braucht.

Na ja, so ist er und so bleibt er, nicht ganz, haben der Liebste und ich fest gestellt, er wird unruhiger und wirkt angreifbarer..... Verteidigungsstellung sagt der Liebste, aber ich betrachte es als das Fortschreiten seiner vermuteten Erkrankung. Schon allein aufgrund dessen, gehe ich ja anders mit ihm um, meistens jedenfalls....

Dir und Euch liebe Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon sonnenschein2 » 17. November 2009 09:51

Liebe Ansa,
ich bewundere deine Kraft und frage mich aus welcher Ecke du dir immer wieder noch ein Stück herholst.
Und doch mache ich mir Gedanken um dich. Ich sehe aus deinen Antworten wieviel Raum dein Exmann in deinem Leben noch einnimmt. Ich sehe und verstehe, es ist der Vater deiner Kinder und er wird immer eine Rolle in ihrem Leben spielen. Aber ich sehe auch wie sehr du immer noch unter seinen Attacken leidest. Du schreibst, dass er weiterhin Spitzen abschießt in die Richtung, wie du am We ein Seminar für dich haben könntest und dich nicht um die kids kümmerst.
Du weißt doch, dass du dich mehr als ausreichend kümmerst. Im Augenblick habe ich das Gefühl, verzeih mir meine direkte Wortwahl, du kämpfst gegen Windmühlen und bleibst dabei auf der Strecke.
Es fühlt sich für mich so an, als darf jeder müde, wütend und schlecht gelaunt sein, nur du nicht. Du versuchst deine Familie aufzufangen in jeglicher Situation. Nur wer fängt dich im Augenblick auf? Du bist immer für deine Kinder da, mehr als das. Ich frage mich, warum du nicht deine Wut auch mal zeigen darfst. Ich glaube, ich wäre dolle wütend, wenn mich meine 17jährige Tochter derart vernachlässigen würde. Wo ist ihre Hilfe für dich ganz konkret zu sehen? Du brauchst jetzt Hilfe, mental und rein körperlich gesehen und die kannst und darfst du einfordern. Sorry, daß ich das so hart schreibe. Aber es macht mich traurig zu sehen, wie sehr du immer mehr abbaust und immer noch Kraft und Verständnis für alle aufbringst.

Was geschieht, wenn du sagst: "Ich kann nicht mehr"?
Wer sorgt sich von deinen Mädchen um dich? Verwöhnt dich einmal und tut dir etwas Gutes? Ich finde du hast es dir verdient und darst es auch, sorry notfalls lautstark, einfordern.
Wahrscheinlich liege ich jetzt wieder mit meiner Einschätzung total daneben. Aber das sind ganz einfach meine Empfindungen. Auch ich habe einen, sicher nicht ganz so, psychisch erkrankten Exmann, wie du aus meinen Postings weißst. Manchmal ist es einfach gut sich eine Auszeit zu nehmen und genau hinzugucken wofür ich wirklich verantwortlich bin.

Ich freue mich für euch, dass es deiner kleinen Maus gut in der Klinik geht. Ich denke, es liegt viel Arbeit vor euch. Sorge gut für dich Ansa, und schau hin, was du brauchst. Du bist so sehr wichtig für deine Familie und für uns alle hier auch.

Ich wünsche dir liebe Menschen um dich, die dir die Wertschätzung und Anerkennung geben, die du brauchst und auch verdienst
Alles Liebe
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon röschen » 17. November 2009 15:50

Liebe Ansa :umarmen: ,

zunächst möchte ich mich Sonnenscheins Worten :winken: voll und ganz anschließen!

Ich habe viele Gedanken zu eurer Situation. Allerdings selbst gesundheitlich angeschlagen, habe ich momentan wenig Zeit und Kraft sie in verständliche und geordnete Worte zu fassen. Ich wills mal kurz versuchen:

Ich selbst weiß sehr gut, wie schwierig es ist sich diese Attacken und Bissigkeiten nicht zu Herzen zu nehmen. Es gibt Zeiten, da prallt das alles an mir ab. Allerdings ist man gerade in schwierigen, problematischen Zeiten selbst schwach und dann nagen sie eben etwas mehr, stimmts? Weil man sich vermehrt Gedanken macht, zweifelt und so eben schwächer und angreibarer wird. Mir scheint es fehlt dir momentan an positivem Feedback und Zuspruch.

Das er dir, wie z.B. bei deiner Großen in den Rücken fällt, wirst du nicht verhindern können. Ich selbst erlebe das auch immer wieder. Allerdings habe ich die Erfahrung (und aus deinen Zeilen lese du auch) gemacht, daß die Kinder sehr wohl wissen, daß dies falsch ist, allerdings nun mal im Teenageralter gerne sämtliche Vorteile nutzen um ihre Wünsche durchzusetzen oder uns eben mit solchen Sprüchen wie "Papa hätte es aber erlaubt" pubertätsbedingt zu versuchen zu verletzen.

Bei den Vorfällen letztes Wochenende sehe ich allerdings nicht unbedingt den Vater, sondern vielmehr deine Töchter in der Verantwortung. Sie sind alt genug die Verantwortung, die du und dein Liebster ihnen auferlegt haben, voll und ganz zu tragen. Da gehört es meiner Meinung auch dazu Papa abzusagen, wenn man andersweitig verplichtet wurde.
Du weißt, das mein Ex so gut wie nie Zeit für seine Tochter hat. Monatelang sieht sie ihn nicht. Wenn es ihm aber gerade einfällt sich mit ihr zu verabreden, obwohl sie mir zugesagt hat z.B. auf ihren kleinen Bruder aufzupassen, erwarte ich von ihr, daß sie dies auch einhält. Kommentare wie "ich nutze sie nur als Babysitter aus" verbitte ich mir.....nicht ihm gegenüber, das bringt sowieso nichts - aber ihr.
Denn SIE ist es, mit der ich es abgesprochen habe und sie soll lernen die Verantwortung, die sie (freiwillig) übernommen hat, zu tragen und dazu zu stehen.

Soweit erstmal
Liebe Grüße und eine gute Besserung für deinen Fuß

Röschen
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 19. November 2009 09:04

Guten Morgen Ihr Lieben,

wo ich meine Kraft her nehme weiß ich grad auch nicht so genau.... ich vermute, das ist mal wieder so eine stille Reseve, die dann irgendwann einbricht. Ich lebe schon zu lange über meine Kraft. Und wenn ich sage "ich kann nicht mehr" dann klopfen mir alle die Schulter und sagen "ja ja...." da könnt ich echt die Krätze kriegen.

Einfordern ist das eine und das versuche ich auch, notfalls auch mit Anordungen und laut, aber da sind sie alle hin und hergerissen, die Mädchen zumindest vermögen nicht zu sehen, was mich alles bewegt. Und mir wird mehr und mehr bewusst, das mich die 7 Jahre Kampf mit meinem Exmann mehr gekostet haben, als ich wahr haben will. Vieles ist nur zur Seite gelegt, nicht verarbeitet. Zur Zeit setze ich mich mit etwas auseinander, das ich so nie wissen wollte, mit eigener Angst und ich lese in Büchern für Betroffen das die Opfer (ich schätze den Begriff nicht, weil ich mich so nie gesehen habe) von narzisstischen Partnern Traumen haben, auf die sie instinktiv reagieren und die mitunter jahrelang wirken. So etwas stelle ich bei mir fest. Gewisse sprachliche Formulierungen, die manipulative Inhalte haben, lassen mich alles andere als gelassen reagieren. Das einzige was mich tröstet ist, das man zwar den Betroffenen oft vorwirft, das sie masochistishe Züge haben, aber das die wenigen Fachleute das klar widerlegen, indem sie sagen, "das stimmt nicht, denn wenn so eine Beziehung vorbei ist, suchen die Betroffenen das Erleben nicht wieder....." Das stimmt. Und so wird die Krise meiner Jüngsten auch meine eigene.... eigentlich kann ich die grad gar nicht brauchen.

Ich hab mit meiner Großen gesprochen und wir haben über vieles vieles geredet. Ich habe trotzdem den Eindruck, das sie wenig bis kaum Empathiefähig ist, sie versteht nicht, warum wir uns so ärgern...... no way. Ich mein, sie lernt Erzieherin und ist in den Kindergärten in denen sie arbeitet, sehr geschätzt, aufgrund ihres Wissens und ihrer Arbeit und ihres Umgang mit den Kindern. Aber ich stehe hier neben mir...... weil ich nicht weiß, wie ich ihr das nahe bringen kann. Sie redet sich raus "sag mir doch einfach was ich tun soll und was Du erwartest. Ich will nicht nachdenken, was Du meinen könntest." Okay, das ist ne Ansage, aber sie ist 17 - nächstes Jahr ist es aus mit Anordnungen, das ist auch nichts, was mir so gefällt, weil es ist zu einfach.

Ja, nächstes Mal, falls es denn eines gibt, da zögern der Liebste und ich grade, machen wir das anders. Ich habe an eine Hundepension gedacht, auf Taschengeldkosten..... aber das habe ich vorerst noch nicht angesprochen.

Euch erst einmal liebe Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Bine40 » 19. November 2009 13:37

Liebe Ansa!

Von mir erstmal eine dicke :umarmen: und eine Feststellung : Du machst das alles toll!!!

Und nun noch etwas was dich trösten soll - es geht vielen Mamas mit den hormongeschwängerten Wesen so
und die haben es auch alle irgendwie geschafft.

Natürlich kommen bei dir viele Dinge zusammen, aber ich glaube, du solltest zunächst die Geschichte mit deinem
Ex-Mann aufarbeiten, das Trauma auseinander nehmen. Viele gute, praktische Vorschläge haben dir Rita, Röschen
und all die anderen an die Hand gegeben. Du musst es nicht immer allen recht machen, du kannst nicht die Gefühle
der Kinder übernehmen oder ihnen diese abnehmen, sie müssen ihre Erfahrungen sammeln.

Und du solltest für die ein ganz, ganz klare und für dich akzeptable Linie finden - auch wenn du damit einige Unmuts-
bekundungen hervorrufst. Die ständige Präsenz deines Ex würde mir sehr zu schaffen machen, ich würde für mich
entscheiden, wie weit er eindringen darf. Für die Große den Führerschein bezahlen - ok, aber nur unter der Vorraus-
setzung, dass ich das Geld bekomme, abgerechnet wird nach bestandener Prüfung. Und bitte die Zusage, für die anderen
beiden Mädels wird das auch so gehandhabt mit Schriftstück, Kopie an Anwalt oder JA. Ich würde MEINE Sicht der
Dinge durchsetzen, macht er nicht mit, gebe ich mein OK nicht. Klare Regeln - auch für die Mädchen - Mama und
ihr Liebsterentscheiden, wo der Weg hingeht und geben uns die Stärke, die wir nicht haben, um Papa in die
Schranken zu weisen.
Kinder rausschmeissen auf der Straße - Schreiben vom RA wg. Aufsichtspflichtvernachlässigkeit, sämtliche "Fehltritte" dokumentieren. Ich weiß, es kostet Kraft, aber auch ich konnte mich nur so von diesem Machtspiel befreien und auf
zeigen, dass nicht diejenige bin, die diesen "Mist" verbockte hatte.
Deine Große nutzt dich natürlich aus, erlebt dich schwach und macht da weiter, wo dein Ex aufgehört hat -
so empfinde ich das.

Sie will nicht nachdenken, über das, was du ihr sagst - dann würde ich es so sagen, DASS sie es versteht - in
einfachen, klaren Worten mit der Botschaft, SO ist das. Und diese Kirche hätte ich mir auch mal angeschaut,
auch um mir ein Urteil erlauben zu können, um sagen zu können, das und das finde ich gut, das und dies finde
ich nicht gut oder bedenklich.

Mithilfe im Haushalt - tja, ein heikles Thema, aber ich fahre immer gut mit der
persönlichen Ansprache auf einem Blatt Papier - in der Art:

"Liebe Tochter, bitte erledige folgende Dinge: Hund
ausführen, etc.pp. Vielen Dank im Voraus für deine Unterstützung."

So haken meine Kinder ihre Aufgaben ab, wenn etwas nicht passiert, habe ich eine Grundlage zu einer Diskussion,
da steht dann schwarz auf weiss, was sie machen sollten und nicht haben.
Passiert das öfter, gibt es eine Konsequenz in irgendeiner Form, erst harmlos, dann krass. Und das ziehe ich durch,
stehe dann auch dazu, dass z.Bspl. der Hamster dann wegegeben wird - und wurde.
Dieses "blöde Blatt Papier" hatte oftmals mehr Wirkung als 1000 Worte.

Auch ich stecke mitten in meiner Traumaverarbeitung Ex-Mann, es ist schwierig, bis jetzt habe ich gelernt, immer
klar bei mir zu bleiben, das gibt Kraft. Du bist doch da viel näher dran, was man machen kann, sicherlich haben
deine Dozenten Material für dich.

Ich schicke dir ein paar kleine Freudenstrahlen, ein wenig Tee mit Glückstropfen und ein paar Kekse voller
Verständnis.

Du schaffst das!!

Liebe Grüße

Bine
Wenn Gott Dir eine Tür zuschlägt, öffnet er Dir ein Fenster.
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