Ich weiß nicht weiter.....

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon sonnenschein2 » 20. November 2009 10:36

Hallo liebe Ansa,
wie geht es dir heute?
ich wollte dir einfach nur mal schreiben, dass ich an dich denke und mental bei dir bin um dir etwas Kraft und Ruhe zu geben.

Ganz liebe Grüße
Sonnenschein2
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 21. November 2009 23:01

Guten Abend Ihr Lieben,

es ist viel passiert, trotzdem kurz zu Euren Anregungen.

Absprachen mit meinem Ex funktionieren einfach nicht. Wenn ich ihm sagen würde, Du kannst unserer Tochter das Geld leihen, aber nur über mich, würde er sich köstlich amüsieren und es schlicht nicht tun. Eine andere Handhabe habe ich da nicht wirklich. Ich protokolliere schon lange alle Vorfälle und schreibe auch die Reaktionen der Kinder dazu auf und was wir besprochen haben. Zum einen, weil ich nicht nachtragend bin und oft genug "vergesse" was los war, wenn es für mich soweit geklärt ist und zum anderen, weil er im Nachhinein ja alles so verdreht, wie es ihm passt und ich, auch aufgrund meiner Geschichte, oft genug an meinen eigenen Wahrnehmungen gezweifelt habe und nun nachlesen kann "So war das und nicht anders."

Ja, ein Teil der Probleme sind sicher ganz schlicht pubertätsbedingt, aber das kann ja keine ausreichende Entschuldigung sein. Wenn sie Reibung braucht, kann sie sie bekommen - aber das kostet Kraft, die momentan bei mir nicht unbedingt in vollerm Umfang da ist. Grad hab ich es meinem Liebsten gesagt, mein anderes Problem ist momentan, das ich unter der Woche grad kaum einen Erwachsenen um mich habe, der mir zuhören mag und mich mal auffängt. Ablenkung als solche ist schon da, ich geh mit einer Freundin ins Kino und habe eben auch meine Vorlesungen, aber Ablenkung hilft nicht immer.

Und nein, je mehr ich an Fachwissen erfahre und lerne, desto größer wird meine eigene Hilflosigkeit. Bei emotionalem Missbrauch bzw. bei emotionaler Gewalt gibt es keine fachliche Hilfe. Sie ist so gut wie nicht nachweisbar, außer man zieht die Kinder in "gesicherte" Aussagen hineine und lässt Gutachten erstellen und rennt von Hinz zu Kunz. Mein damaliger Sachbearbeiter sagte mal "wenn er sie nur einmal schlagen würde" hätten wir eine Handhabe. Aber mans agt seinem Kind ja nun nicht "lass Dich mal von Papa hauen......" Und eine Bekannte (Anwältin) meinte, sie habe einen ähnlichen Fall gehabt und es hätte einfach keine "gesicherten Erkenntnisse gegeben und alle (Mutter, Kinder, JuA) wären schon verzweifelt gewesen, als der Vater dem Kind das Schlüsselbein brach, weil er es dann doch mal verprügelte. Sie sagte "Gott sein Dank, endlich können wir handeln........." Ich war und bin echt geschockt. Das scheint ein sehr wenig untersuchtes Themenfeld zu sein.

Ansonsten haben wir unser Krisengespräch bei und mit Christiane hinter uns gebracht und es war sehr intensiv, sehr ruhig und sehr reflektiert. Mir ist deutlicher geworden, unter welchem Druck mein Kind steht. Mein Liebster hat nämlich ein Mind Map gezeichnet und das was sie grad alles beschäftigt, das ist SOOOO viel, das würde ich kaum schaffen..... sie kann gar nicht anders reagieren, als sie es tut, völlig überfordert. Christiane hat auch deutlichere Worte gegenüber ihrer Kirche gefunden, als wir sie uns je getraut hätten, auszusprechen. "Wer von Dir Intoleranz fordert, ist Falsch! Punkt! Das ist ganz einfach." Darüber denkt sie, glaub ich, doch nach. Auch über die Widersprüche, die sie in meinem, doch sehr liberalen Lebensumfeld gelernt hat. Meine museumsgepägte Erziehung, Steinzeitfest etc. Das alles gibt es ja laut ihrer Kirche nicht.... bzw. gab es nicht, und da zweifelt sie natürlich, sie möchte glauben und kann nicht. Da kann ich ihr auch nicht helfen und sie muss "ihren" Kompromiss finden.

Wie groß ihre eigene Not ist, zeigte eine Aussage von ihr, "aber das was ich vor Wochen mal gesagt habe, das sehe ich doch heute ganz anders und ihr haltet immer daran fest!" "Okay," hab ich gesagt, "wenn Du Deine Ansicht geändert hast, musst Du uns das mitteilen, denn ch gehe davon aus, dass das was Du sagst, Deine Meinung ist und ich nehme Dich ernst." "Aber das muss ich nicht sagen, das ist einfach so" sagte sie und ich hab gesagt "Doch, denn Du bist mir wichtig und wenn Du mir sagen willst, ich soll nicht ernst nehmen was Du sagst, dann würde ich Dir nicht zuhören, mit den Schultern zucken uns sagen "ach wart mal ein paar Wochen" und das wäre dann wirklich respektlos." Das sah dann auch Christiane so und erklärte es ihr noch mal in einfachen Worten, Meinung ändern ist okay, aber dann müsse man, wenn man sein Gegenüber so verletzt, dies auch kundtun, das sei nur fair."

Heute waren noch zwei liebe Freunde bei mir und wir haben ein wenig darüber gesprochen, alle gemeinsam und einer sagte dann zu ihr "weißt Du, ich sag das mal bildich, Dein Welpenschutz ist abgelaufen und wenn der kleine Welpe meint, er könne die Großen ins Bein zwicken, dann schütteln sie ihn ein wenig, aber wenn der große, und Du bist groß, meint, er könne seinen Anführer ins Bein zwicken, dann setzt es Hiebe, aber gewaltig. Beiß nach außen, aber nicht nach innen....." ich hoffe sie denkt darüber nach, auch darüber, das er ihr ganz klar gemacht hat, sie sei für das was sie tut verantwortlich, sie habe Macht zu verletzen und es ist unfair diese auszunutzen und ebenso wie sie diese Macht habe, habe sie auch die Fähigkeit, sich autonom zu verhalten und trotzdem den anderne zu sagen, das sie so, wie sie sind, richtig sind. Mal sehen.

Nun freue ich mich auf morgen, da besuche ich zum ersten Mal meine Jüngste...... heute war Papa da, ich hoffe, sie hatten einen guten Tag und ich wünsche mit, das wir ebenso schönes Wetter haben, wie wir es heute hatten. Montag haben wir das erste Therapiegespräch und dann weiß ich sicher ein wenig mehr und sehe hoffentlich klarer.

Danke für Eure lieben und guten Wünsche, sie tun mir gut......

Liebe Grüße
Ansa

P.S. alles andere erfolgt später...... auch Stellungnahmen zu den Regeln und so. Ich hab`s im Auge, dauert nur noch ein Weilchen. Bitte seid geduldig mit mir.
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Gerda » 23. November 2009 13:44

Liebe Ansa,

das mit den Welpen und dem Welpenschutz, der aufgehört hat, finde ich super! Das Beispiel bzw. den Vergleich können wir hier glaube ich öfter brauchen!

Schön, dass das Gespräch mit Christiane gut war und was du davon berichtest. Auch interessant, dass die große Tochter so viel zu bewältigen hat und dass die Überforderung verständlicher wird. ES ist so gut, was du und Ihr alles herausfindet!

Ja, das mit dem emotionalen Mißbrauch, das ist wirklich schwierig. Hier in Belgien gibt es beim Straftatbestand von Mißhandlung in der Familie beides: körperliche und seelische Gewalt. Aber das ist natürlich sehr heikel, wie man seelische Gewalt beweisen will. Und ich kann sehr gut verstehen, wie zermürbend es ist, immer oder häufig ohnmächtig zusehen zu müssen, was dein Exmann anrichtet und wie er dann noch dich dafür verantwortlich macht.

Ich hoffe nur sehr, dass es niemandem gelingt, dich noch tiefer in deine Zweifel an dir selbst hineinzubringen. Du leistest so viel und machst deine Sache so gut! und nun darfst du nicht mißbraucht werden dafür, dass dein Ex und möglicherweise Therapeuten eine Schuldige brauchen für die Auffälligkeiten Eurer Tochter. Ich hoffe sehr, dass du dir immer alles gut vor Augen halten kannst, was dein Exmann tut und tat und das auch in den Gesprächen in der KLinik präsent hast. Ich bin sehr gespannt darauf, ob diese therapeutische Arbeit nützen wird, denn dein Exmann wirkt so therapieunwillig, wie nur was und er wirkt so sehr auf eine Machtposition bedacht, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, dass er sich auf einen therapeutischen Prozess einlassen wird. Hoffentlich liege ich da falsch und mußt du nicht auch hier wieder ganz viel auffangen. Magst du erzählen, wie es war beim Familiengespräch.

Wie war denn dein Besuch bei Eurer Jüngsten?

Viele liebe Grüße
Gerda
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 26. November 2009 10:56

Guten Morgen Ihr Lieben,

ja, die Sache mit dem emotionalen Missbrauch ist wohl überall schwer. Weil es eben keine sichtbaren Spuren gibt und weil Kinder Kinder sind. Sie kommen nicht heim und sagen "Stell Dir mal vor was heute passiert ist........" sondern sie schweigen und verändern sich und irgendwann, manchmal erst ein halbes Jahr später kommen sie und erzählen einem Dinge, da fällt man ins Koma.... aber es ist spät, etwas zu tun. Weil man weder den Tag rückverfolgen kann, noch die Handlungen ansich. Schwierig.....

Meine Große gibt sich momentan wirklich Mühe, sie erzählt auch wieder ein wenig mehr, Papa versucht wohl schon, mich schlecht da stehen zu lassen, aber sie ist aufmerksamer und schaut genauer hin, hinterfragt, spricht aber nicht mit ihm darüber, weil das, so sagt sie, eh keinen Sinn macht. Am Ende hat sie recht, sie vermutet übrigens ein gestörtes Bindungsverhalten bei ihn (da blickt die Erzieherausbildung durch und das überprüfen der Personen auf Defizite in ihrem Umfeld anhand des Gelernten :D ) und meinte auch, er sei wohl irgendwie psychisch krank, normale Menschen würden sich SO nicht verhalten. Ich hab gesagt, das ich das auch glauber, aber sie eindringlich gebeten, ihm das auf keinen Fall zu sagen, weder ihre noch meine Meinung.

Meiner Jüngsten geht es wohl ziemlich gut, sie hat sich eingefügt und fühlt sich wohl, bekommt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und hat schon in der zweiten Woche alle "Motivationskugeln" bekommen, die es dort gibt und darf sich nun etwas wünschen. Der Besuch war schön, sie wirkt älter (ist auch schon wieder zwei Zentimeter gewachsen - ehrlich, sie ist dies Jahr über 10 cm gewachsen, das kann man beinahe sehen, beim zuschauen) und sie hat dort keinerlei Probleme, obgleich ihr die jüngeren Mädels auch auf die Nerven gehen. Das nutzte das Mittelchen aus und meinte "siehste mal, so ist das mit kleinen Schwestern manchmal." Stutzen, inne halten und "jaaaaa könnt ja durchaus manchmal vielleicht so sein." Sie sorgt sich um die Mitpatientin die eher schwerere Probleme hat (oder deutlich sichtbarere) und berät sie "wenn das so ist kannst Du zum JuA gehen, die helfen Dir da - das darf Dein Stiefpapa nämlich nicht. Kannst einfach hingehen oder anrufen, Telefonnummer gibts im Internet...." hört sich kompetent an.... dachte ich mir.

Das anschließende erste Therapiegespräch war dann eher unergiebig, weil die Probleme die sie hat, treten ja nur sehr sporadisch auf und sind nicht Bestandteil unseres Alltags. Von daher haben wir dann über Kleinkram geredet, über negatives Aufmerksamkeitsverhalten, aber wir sind eben nicht auf den Kern gekommen, weil der Kern für mich ja Papa ist. Da konnt ich nur einen Hinweis geben, ich glaube nämlich, dass sie so oft mit dem Liebsten zankt, weil sie für sich überprüfen will, wie verlässlich ist er - er ist ja nur am Wochenende da und da gilt es dsa immer wieder zu prüfen - es könnt ja wer anders kommen. Wenn es dann geknallt hat, ist nämlich gut. Und das hab ich so erklärt, das sie das tut, weil die Männer in ihrem Umfeld eben immer anders sind und man nie wüsste, wer da auf einen zukommt. Sie wurde dann gefragt, wie das denn sei und sie sagte dann "Na ja, Opa nimmt mich ja auch nicht ernst." Über Papa sprechen, will sie nicht. Aber sie zeigte dann auch ihre, sich selbst zurückstellende Art (die auch Thema ist). Wir durften nämlich dann spontan mit ihr Mittagessen gehen und da das für uns sehr überraschend kam und ich eine Vorlesung hatte und der Liebste seinen Zug erwischen musste, haben wir einen Moment gebraucht, um das zu klären und da sagte sie spontan "ich kann auch hier bleiben und ihr könnt fahren, das was ihr vorhabt ist ja wichtig." Und da habe ich gesagt, das sie sich nicht um uns sorgen soll, das würden wir ganz gut allein können und natürlich würden wir gern mit ihr essen gehen, lieber jedenfalls, als nach Hause fahren......" Das haben wir dann auch getan, aber nur kurz - denn die Rückfahrt über den Ith ist lang und das Wetter war entsetzlich. Ein Kompromiss, ich hab nicht damit gerechnet, nächstes Mal planen wir da mehr Zeit ein. Am Wochenende kommt sie ds erste Mal nach Hause - Erprobungswochenende oder Belastungswochenende, nennen sie das in der Klinik, aber da befürchte ich eher nichts....

Da befürchte ich eher an anderer Stelle Unheil, denn Papa hat am Freitag ein Therapiegespräch. Und da er uns ja erklärt hat, er habe mit dem Aufenthalt in der Klinik nichts zu tun und sei da nicht beteiligt, wird er sicher auf mich verweisen und ich denke, das wird das Team nicht zulassen wollen - sie wollen mit den Eltern ja über ihre eigene Situation sprechen. Und erzählen, wie sie ist, was sie macht, wie weit sie entwickelt ist, kann er auch nicht - denn seit Beginn der Sommerferien, das war bei uns Anfang Juli, war sie nur ein Wochenende bei ihm..... ich glaube, da fürchte ich eher um mein Kind und hoffe sie ist dort in guten Händen.

Immerhin kümmert er sich grade sehr aufmerksam um sie, ruft pünktlich an (wir dürfen einmal in der Woche telefonieren, ich, Papa und dann außerdem der Liebste, der ja in Amsterdam oder Waterloo ist und von daher nicht mit mir zusammen anrufen kann) und besorgt ihr alles was sie gern möchte..... zeigt Präsenz. Das er sie ansonsten gern mal vergisst bzw. vergessen hat, weiß dort ja niemand. Momentan zeichnet er das Bild eines guten, liebevollen und besorgten Papas. Aber ich hoffe, das wird ihm nicht helfen.

Aber in den Augen meiner Großen steht nun auch Oma im Blick. Die verhält sich nämlich äußerst unklug und, da die Aufmerksamkeit der Mädel grad geschärft ist, und sie mehr Kontakt haben (Mittelchen durch ihr Praktikum - sie war mit den Monteuren unterwegs und hat wirklich total fleissig gearbeitet und wurde sehr gelobt, mitdenkend, ordentlich und fleissig - Oma meinte, sie könne ja in den Ferien mal das Lager aufräumen und als sie zögerte sagte sie wohl "na ja. bist ja eh zu faul."^Worauf mein Kind natürlich sagte "na dann eben nicht.") dadurch das Oma ja meinen Posten in der Firma übernommen hat. Meine Große wollte gern stricken lernen und Oma wollte es ihr zeigen, jetzt gleich. Und da hab ich gesagt, "weißt, Du hast grad soviel zu tun, Fahrschule, Klausuren, Lernen, hier und da, Freundinnen, magst Du das nicht lieber in die Weihnachtsferien schieben, damit Du mehr Ruhe hast?" Das hat sie getan und Oma hat gesagt "alles faule Ausreden von Dir, keine Zeit phhhh." Aber natürlich, hier rundet sich das Bild, der Papa ist nicht von allein so geworden, wie er ist.

Insoweit sind die Dinge in Bewegung, mal sehen, wie sie sich entwickeln.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Bine40 » 26. November 2009 11:00

Hallo Ansa!

Diese ganzen Zusammenhänge sind sehr komplex und ich kann dir gut nachfühlen, dass du manchmal einfach nicht mehr
"kannst".
Ich kann es leider nicht nachvollziehen, wie dass ist, immer noch mit dem Ex-Partner kommunizier müssen, wir haben
das ja nicht in der Form - der Kindesvater meldet sich ja nur alle 3-4 Jahre- wenn überhaupt.
Aber eins kann ich gut verstehen - dass du leidest unter der Situation. Mit einer -etwas jüngeren- Freundin habe
ich mal über das Verhalten meiner Tochter -die auch sehr stressig ist- gesprochen und über das Verhältnis zur
Mutter.
Auch sie konnte sich noch gut erinnern, ihre Mutter stets dann zu belasten, wenn es grad keine Zeit war oder sie etwas
angeschlagen. Diskussionen wurden nur geführt, wenn Mutter auf "dem Sprung war" oder mit anderen Dingen beschäftigt
war. Dann konnte man gut Vorwürfe machen, sich gegenüber der Mutter abgrenzen, die Konkurrenz herausfordern um die
Gunst des Vaters oder Geschwisters, die Belastungen austesten und die Stärke herauszufinden.
Ich stelle bei meiner 15-jährigen fest, dass sie immer wieder Grenzen braucht, um sich weiter zu entwickeln. Werden
die Grenzen locker, so fordert sie mich mit aller Macht heraus, das geht bis "ich bleibe eine Nacht weg". Viele Strategien
habe ich inzwischen entwickelt, so habe ich z.Bspl. die Schule darüber informiert, dass sie nicht nach Hause gekommen
ist und gebeten, mich zu informieren, wenn sie ankommt. Das war dann peinlich und wie konnte ich sowas machen, aber
so hatte sie gelernt - Mama ist nicht erpressbar. Wir kämpfen um jede 5 Minuten am WE, ich bin der Meinung, sie
gehört um 22.00 Uhr nach Hause - Ausnahmen möglich bei privaten Feten - sie möchte länger draußen bleiben.
Dann habe ich ihr einmal alles verboten, jede Annehmlichkeit zurückgenommen, vom Taschengeld bis "ich hole dich ab"-
und ihr klar gemacht, so gut hattest du es vorher. Es ist super anstrengend, auch der Liebste ist manchmal schlicht über-
fordert. Doch bis jetzt sind wir in der Kommunikation und das ist für mich wichtig.
Und bei dir ist noch jemand, der für Unfrieden sorgt - wie belastend. Ich glaube, du machst das schon gut und richtig,
wenn sich die Mädchen reflektieren und du sie so unterstützt.
Der Mißbrauch des Vaters ist natürlich schwer kontraproduktiv, diese Menschen scheinen unbelehrbar, egoistisch und
sich auch nicht bewußt, was sie da für einen Schaden anrichten - so jedenfalls ist unser Kindesvater. Vielleicht bringt
die Therapie eurer Jüngsten etwas zutage, was dich in Zukunft etwas entlastet und die Mädels stärkt.
Lass dich nicht abbringen von deinen Weg!

Ganz liebe Grüße und ein Kraftpaket schickt dir
Bine
Wenn Gott Dir eine Tür zuschlägt, öffnet er Dir ein Fenster.
Bine40
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Gerda » 26. November 2009 12:21

Liebe Ansa,

dein Post fühlt sich so an, als sei ales etwas stabiler in dir selbst, als habest du wieder mehr Fassung und nicht mehr so ganz im Auge der Überforderung?

Ich freue mich, dass es deiner kleinen Tochter gut geht in der Klinik. Ist doch gut, dass erst mal über Belanglosigkeiten gesprochen wurde. Es ist doch wichtig, einander erst mal kennenzulernen, auch das Setting zu erleben, bevor schwierige Themen zur Sprache kommen können. Und vielleicht geht es auch nicht, dass sie in deiner Gegenwart von Papa spricht, weil sie dann das Gefühl hat, illoyal zu sein?

Mein Ex, den ich ja auch für einen Menschen mit narzistischer PS halte, hat es übrigens auch immer geschafft, den lieben sorgenden Papa zu mimen und alle haben ihn ins Herz geschlossen damit. Selbst ich fing an zu zweifeln an meinen Wahrnehmungen, wenn cih mitbekam, wie gewinnend er zu allen Fachleuten sein konnte und wie er mich klein machen konnte, sodass ich es fast selbst glaubte, wie schlecht ich als Mutter sei. Dennoch bekamen die Psychologen irgendwann mit, wie voller Aversion er gegen mich war. Ich hoffe für dich, dass die Therapeuten dort auch etwas mitbekommen, sonst musst du vielleicht mal nachhelfen?

Dass die Kleine mit dem Liebsten streitet, der nur am Wochenende da ist - heißt es vielleicht auch, dass sie sich so verlassen fühlt von den Vaterfiguren und sie eigentlich so dringend braucht und es nicht erträgt, dass er so selten nur da ist?

Interessant, dass die Große jetzt einen anderen Blick auf Papa wirft, den fachlichen Blick, und da etwas sieht. Ach, es ist auf jeden Fall schön, zu lesen, dass sie sich mehr bemüht. Da tut sich also etwas?

Alles LIebe wünscht dir und Euch
Gerda
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon wilsons » 27. November 2009 17:26

Liebe Ansa,

meine beiden Kinder sind jetzt 26 und 22 Jahre. Und mein Sohn - er ist der kleinere - war ein sehr schwieriges Kind. Deine Tochter erinnert mich mit ihren Wünsche Kirche und keine Verabredungen einhalten etc. sehr stark an ihn. Nach einigen harten Jahren mit ihm so von ca. 14 - 19 stabilisierte sich die Lage zusehends. Heute mit 22 ist er ausgeglichen und wirkt sehr glücklich. Er lebt alleine in seiner Wohnung und verdient sich die Hälfte seines Lebensunterhalts
selbst, da er momentan noch studiert. Mein Ex, mein jetziger Mann ich zahlen die andere Hälfte. Es gab Zeiten, da sah es aus, dass er die Schule nicht zu Ende bringt, geschweige denn, dass er studieren könnte.

Vielleicht passt es gar nicht auf deine Situation aber was ich dir damit sagen wollte ist, manchmal lohnt es sich durchzuhalten und stark zu bleiben auch wenn es unheimlich viel Kraft kostet, da Dinge sich auch ändern können.

liebe Grüße

Sabine
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 1. Dezember 2009 11:01

Guten Morgen Ihr Lieben,

tja, bei uns tut sich so einiges.... unsere Große hat sich wieder ein wenig beruhigt, sie tickt zwar ab und an noch schreiend aus, aber ich lasse sie dann stehen. Gestern kamen mir die beiden Großen gleich aggressiv, als ich heim kam, da hab ich mich zurück gezogen und ihnen gesagt, das ich keine Lust hätte mit jemandem gemeinsam zu essen, der mich anbrüllt. Sie entschuldigten sich dann zwar, aber ich hab sie trotzdem allein essen lassen. Da waren sie dann untereinander sauer und aßen auch getrennt......... okay, das fanden sie dann so richtig doof und fragten beide, unabhängig voneinander, ob wir denn dann heute zusammen essen würden? Na klar, solange mich keiner anschreit gern.

Mein Mittelchen steht neben der Spur; das ist eine Nebenwirkung davon, das ihre Schwester nicht zu Hause ist. Sie kann nämlich weder ihre eingen Aggressionen (zu denen die die Schwester unbedingt brauchte) los werden, noch mit jemandem plaudern. Und wenn sie aus ihrem Zimmer stürmt und ihre groe Schwester anherrscht, dann zuckt die die Schultern, dreht sich um und lässt sie stehen. Da kocht sie dann allein vor sich hin, sie ist sogar so von der Rolle, das ich dran bin.... abe so fix hab ich sie noch nie aus meinem Zimmer geworfen. Mit mir nicht.... also, auch wir als Familie lernen, quasi nebenbei, andere Verhaltensweisen. Mein Mittelchen muss ja jetzt...... zusehen, wie sie damit klar kommt.

Unser erstes Wochenende war sehr durchwachsen..... ich hatte Seminar und der Liebste hat meine Tochter abgeholt. Sie wollten dann zusammen einkaufen, Weihnachtsüberraschungen..... und als sie so völlig außerhalb des Kontextes eine "alte" Klassenkameradin mit ihren Eltern sah ist sie ziemlich ausgetickt. Diese Klassenkameradin hat mit Kindern damals Streit gesucht, sich bei Mama beklagt und die ist mit ihrem Lebensgefährten (2 mtr. im Quadrat, Türsteher) dann los gefahren und hat die anderen Kinder wirklich belästigt. Geschüttelt, angebrüllt, bedroht - auch meine Tochter war davon betroffen und hat sich einmal weinend und zitternd in die Schultoilette geflüchtet.... das ist etwa vier Jahre her.... hat sie aber tief getroffen. Der Liebste fand wohl nicht die rechten Worte und dann muss es fürchterlich geknallt haben, "blöder Stiefvater" "Du hast mir nichts zu sagen" "nenn mich nicht Dein Kind" "das ist gelogen" und dergleichen in dieser Richtung. So waren sie beide sauer, der Liebster, emotional wirklich angeschlagen und verletzt, meine Tochter betroffen, das es einen Streit gegeben hat, den sie SO nicht wollte. Sie kann aber mit Worten sehr verletzend sein und dies trifft dann besonders gern den Liebsten.

Ich rief dann in der Klinik an, weil ich mich so hilflos fühlte.... ihre Betreuerin (ich weiß noch nicht ob ich die so gern mag) meinte, meine Tochter würde die Dinge sehr bewusst tun und stellte sie so ein wenig (das habe ich so empfunden) als kleine intrigante Person dar, die die Fäden zieht und sich freut, wenn es kracht. Solche Momente mag es durchaus geben, aber ich denke, so ist sie nicht..... so war es grade jetzt auch nicht. Ich hab dann mit ihr geredet und ihr angeboten, sie zurück zu fahren, aber das wollte sie nicht. Gott sei Dank!

Jedenfalls bekam mein Kind sich wieder ein, und sagte beim folgenden Familienrat auch auf die Frage des Liebsten, wieviele Kinder er denn nun habe, 2 oder 2 1/2 oder xxx, wie soll ich jetzt damit umgehen?" Sie sah ihn an und sagte dann "Du hast drei Kinder!" "Da bin ich aber froh" sagte er und dann haben wir nicht mehr über den Vorfall geredet.

Ansonsten war das Wochenende sehr harmonisch, sie gab sich Mühe, schien sehr erwachsen. Am Sonntag war ihre Freundin da und dann kam es erneut zu einem Streit..... unsere Große fauchte sie an, sehr überzogen, sehr gereizt und ungeduldig. Sie war eingeschnappt; der Liebste kam hinzu und wies die Große zurecht und sagte dann zur Kleinen "hab Dich nicht so", da zischte sie an ihm vorbei, sagte noch leise was Garstiges zu ihm und dann eskalierte es eben doch. Ich nehme an, die Verletzungen von gestern kamen hinzu und die Sache wurde dann sowas von überbewertet...... meine Tochter meinte, sie wollte nur raus, Luft schnappen und sich beruhigen, da hätte er nicht nachgehen dürfen. Andererseits hätte sie dann keine gartigen Schimpfworte nutzen dürfen.....

Manchmal, so sagte sie mir später, wünsche sie sich, es würde den Liebsten nicht geben..... das ist sicher legitim, aber es gibt Wünsche die werden und können erfüllt werden und andere nicht.

Nun ist sie wieder weg und sagte dazu auch "gut das ich wieder hier bin, hier muss ich mich nicht streiten.........." was die Klinik nicht so gern sieht, sie wollen sie streiten sehen..... und meinten auch "das prüfen wir mal." Ich denke mir, das ist nicht der rechte Weg...... und ich hoffe, sie verliert nicht das Vertrauen in die Menschen dort, wenn sie "erprobt" wird?

Ihre Betreuerin hat dann Abends mit uns noch gesprochen und bestätigte meinen Liebsten, das er über sowas auch gekänkt sein dürfe. Ich hab trotzdem gesagt, er müsse darüber nachdenken, warum ihn das SO angreift, ich würde meinen, das ist etwas Älteres, das da hoch drängt und habe eher wenig mit dem Kind zu tun. Aber das Gespräch war ansonsten unergiebig, wir sind im Grunde sehr reflektiert und sie meinte dann, es sei doch nett, die Dinge aus anderen Sichtweisen heraus betrachten zu können - bloss finde ich keine Sichtweise, die ich noch nicht hatte.

So glaube ich, das die Angriffe von meiner Jüngsten auf den Liebsten viele Ursachen haben, etwa überprüft sie seine Verlässlichkeit (sie hat ja ansonsten nur den Papa und der ist immer anders und nie berechenbar) wenn er heim kommt. Kann ich Dir vertrauen, reagierst Du immer gleich? Außerdem denke ich, das sie mit ihm Dinge auskämpft, die eigentlich Papas wären, denn mit dem Liebsten kann sie zanken, mit Papa nicht, der taucht anschließend verlässlich einige Wochen ab..... Liebesentzug. Und dann wird sie denken, wäre der Liebste nicht da, gäbe es keinen Zank - ihre Betreuerin aber meint, es ginge ihr nur um Macht? Sie ist 12.... (okay, fast 13) aber ich glaube nicht, das sie so denkt? Kann ich mich so täuschen? Ich glaube ihr Handeln hat so viele unbewusste Anteile, das mir die unterstellte Durchtriebenheit irgendwie aufstösst.....

Nächstes Wochenende geht sie zu Papa und dann haben wir keine weiteren Vater-Kind-Wochenende abgesprochen, außer ihr Geburtstagswochenende Anfang Januar; da mein Ex sich auch nicht an mich gewendet hat habe ich für mich beschlossen, das ich ihn von mir aus nicht ansprechen werde. Ich muss nicht für ihn sorgen, und wenn er Freitag kommt, dann wird es zu spät sein, denn wir haben bereits geplant.

Ich finde ansonsten die Therapiegespräche sehr schwierig, wenn meine Tochter dabei ist. Ich mag nicht offen über Papa reden, derweil sie vieles von dem was hier passiert, nicht weiß. Mal sehen, wie wir das dann ansprechen können?

Erst einmal liebe, müde und erschöpfte Grüße
Ansa

P.S. mit dem stark sein ist das so eine Sache *schnief* da fehlt mir der Halt im Alltag, Erwachsene zum plaudern, der Liebste.... gut, er ist erst gestern Nachmittag gefahren, das war schön - aber eher aufgrund eigener Befindlichkeiten. Momentan fühle ich mich schon sehr allein..... jedenfalls mit meinen Gedanken und Gefühlen.
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 9. Dezember 2009 08:51

Guten Morgen,

nun haben wir auch das zweite Therapiegespräch hinter uns...einerseits sind diese Gespräche sehr spannend, andererseits sehr erschöpfend. Unsere Tochter war ein wenig, ich sag mal, neben der Spur, was aber offensichtlich niemandem aufgefallen ist. Ihr Verhalten steigerte sich dann auch als wir anschließend gemeinsam essen waren. Da habe ich für mich erkannt, das sie exakt in der Stimmung ist, in der sie zu Hause dann mit ihrer Schwester aneinander gerät und in der es dann so richtig knallt. "Verstört" sagte der Liebste dazu..... aber ich hab in der Klinik noch niemanden erreichen können, um das noch einmal anzusprechen.

Das mag von ihrem Wochenende her rühren. Sie war bei Papa und kommt von dort sehr oft dieser Stimmung nach Hause. Er hat sie Samstag abgeholt, fuhr mit ihr in die Firma, dann in die Heide, zurück in die Firma, kurz zu uns, dann war er mit ihr shoppen und essen, nochmal bei uns, bevor er sie dann mit nach Hause nahm, seine Liebste hatte am nächsten Tag Geburtstag. Und sie waren Oma besuchen, die an Brustkrebs, der auf die Lymphe übergegangen ist, im Krankenhaus liegt. Unsere Große hat sie am Samstag begleitet, am Sonntag war sie bei ihrer Kirche.

Die Erkrankung von Oma macht in zweifacher Hinsicht große Sorgen. Vor zwei oder drei Jahren hatte sie das bereits schon einmal (ohne Lymphe) und damals hat sie den Kindern gesagt, das sei alles harmlos,kein Grund zur Besorgnis - und nun spricht sie von einer Wiedererkrankung und einer zweiten Krebsoperation. Auch wenn die Kinder sich nicht mehr exakt erinnern, ihnen ist klar, sie sind belogen worden, das macht sie traurig und sie sind gleichzeitig total wütend, weil sie ihr nun kein Wort "das wird wieder" glauben. Und in der Klinik hat er davon nichts gesagt. Unsererm Mittelchen, das zu Hause war, übrigens auch nicht.... worauf sie Sonntagabend beim Essen, als ich sie drauf ansprach, weinte..... und sich sehr schwer beruhigen ließ. Auch der nächste Tag war ihr noch total verhagelt. Sie wollte nicht zur Schule, aber ich hab sie trotzdem geschickt, mit der Aussage "Ablenkung ist besser als grübeln...... " sie kam relativ entspannt wieder, also war das eine gute Entscheidung. Und ich hab mich schlecht gefühlt, weil ich natürlich dachte, sie wisse davon.........

Papa zeigt sich grade als liebevoller, besorgter Vater, der kein Wässerchen trüben kann. Sie sei, so der Therapeut, in seiner Gegenwart genauso entspannt, wie in unserer. Wobei er auch erwähnte, es sei da durchaus möglich, das es eben zwei xxx geben könnte. Und dem mag ich zustimmen. Sie weiß was Papa erwartet und verhält sich, weil sie da viel Verantwortung übernommen hat, auch entsprechend. Alle meine Kinder wissen, wie Papa sie haben will und wenn sie etwas wollen, dann geben sie sich bei ihm auch so, kommen heim und lassen ihre Wut über sich an uns aus. Das allerdings ist etwas, das ich den beiden Großen in Zukunft nicht mehr abnehmen werde.

Aber das es nicht weit her ist mit seiner Verantwortung zeigt sich eben darin, das er die Klinik nicht über Oma informiert, mich als Mutter seiner Kinder auch nicht und auch nicht mit mir die kommenden Wochenenden abspricht. Da sagte nämlich unsere Tochter "was machen wir am 4. Advent? Weil, wenn nichts.... dann geh ich zu Papa, er hat gesagt, das sei sein Wochenende?!" Aha..... darauf fiel aber der Therapeut ein und meinte, das sähe ja so aus, als wolle sie sich hier irgendwelche Rosinen heraus suchen, worauf sie lächelte und nichts mher sagte. Später sagte sie dann allerdings, "ich geh zu Papa wenn es sein Wochenende ist, wenn nicht, bleibe ich bei Euch." Und da stehe ich nun und sehe ihre Zerrissenheit...... und weiß nicht, was tun.

Einerseits ist es gut, wenn sie zu Papa geht und von dort eben "durcheinander" in die Klinik zurück kommt und die Klinik die Chance hat, das zu bemerken und andererseits möchte ich sie lieber bei mir haben, als sie solchen "Experimenten" auszusetzen. Ich erinnere mich, bei den letzten Papawochenenden war es so, das sie sich im Vorfeld jedesmal eine Freundin einlud und dann absagte und wenn das nicht klappte, machte sie einen solchen Aufstand ums packen, das sich einem echt die Haare sträuben konnten..... ist das nun ein Zeichen von "ich will nicht" oder eher ein Zeichen von "ich will Dir aber nicht weh tun, indem ich zu Papa gehe?" Da bin ich grad überfragt. Ich habe es immer als "ich will nicht zu Papa" gedeutet. Kann ich mich da irren?

Sie will es allen Recht machen und geht selbst dabei unter. So ist es auch ihr Ziel, an sich zu denken und die Dinge für sich zu klären..... dabei kann man ihr helfen, hoffe ich.

Ein Gutes hat das Ganze aber ergeben, mein Liebster sieht die Dinge nun ein wenig anders und geht ein wenig konsequenter an die Dinge heran. War er oft noch immer der Meinung, es gäbe ein Miteinander..... so glaubt er daran nun nicht mehr und ich fühle mich da weitaus mehr unterstützt als vorher. Die ganze Konsequenz finde ich noch nicht, aber mehr als vorher. Es ist so schwierig...... weil das Verhalten meines Exmannes uns selbst sooooo fremd ist und es mir sehr schwer fällt, da im Voraus zu denken, weil dies verquere Denken nicht meines ist.

Mal sehen...... es ging dann, ohne meine Tochter, mehr um mich und wie ich für mich sorgen kann. Aber das fällt mir schwer, obgleich ich es versuche. Momentan gehe ich wenigstens mit meiner Freundin wieder regelmässig ins Kino und vorher etwas essen, gestern waren wir bei Ikea.... das tut auch mal gut..... und die beiden Großen die kochen hin und wieder, was die Situation dann sehr entspannt.

Müde Grüße
Ansa
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Gerda » 11. Dezember 2009 11:49

Liebe müde Ansa,

ich verstehe so gut, dass du so müde bist! Es ist so viel, was du immer auffängst und was du tust und was du zu sortieren hast!

Ich glaube, niemand kann sagen, ob die Kinder nicht zu den Papawochenenden wollen, weil sie dir nicht weh tun wollen oder weil sie einfach nicht wollen - außer den Kindern selbst. Eine klare Antwort wirst du von ihnen nicht bekommen können aber vielleicht jemand anderes. Vielleicht die Therapeuten in der Klinik. kann das denn mit den TherapeutInnen mal Thema sein, möglicherweise mal im Gespräch mit allen drei Kindern, ohne Mama oder Papa? Und konntest du deine Beobachtungen und Erfahrungen mit Papawochenenden und Papas Verhalten thematisieren, wenigstens mal diese Beobachtungen mitteilen, dass er sie nicht holt, dass er sich immer wieder einmischt in dein und euer Leben, aber nicht konsequent seine Wochenendspflichten erfüllt?

Wenn er sich jetzt als süßer besorgter Vater zeigt, das ist ja AUCH eine positive Entwicklung. Das zeigt ja, dass diese Seite auch in ihm ist. Fraglich ist nur, wie es möglich sein könnte, dass er diese besorgte SEite auch durchhält, wenn es kein Publikum von TherapeutInnen gibt, die ihm auf die pädagogischen Finger gucken. könnte man das mal thematisieren? "ich freue mich, dass der KV jetzt so fürsorglich und besorgt ist. Diese Haltung ist mir seit der Trennung nicht ein einziges Mal begegnet. Es gab immer nur Schuldzuweisungen an mich und meine schlechten Eigenschaften und Erziehung. Ist das eine Haltung, die bleiben könnte oder wird sie nur vorgezeigt, um die Auseinandersetzung mit den eigenen Anteilen an dem schlechten Zustand unserer Tochter zu vermeiden und verschwindet diese Haltung dann wieder, so bald Therapeutinnen nicht mehr zugucken?"

Was ich mich auch frage, ist, ob es überhaupt eine Veränderung geben kann, solange Papa in der Haltung bleibt, dass du für das alles alleine verantwortlich bist und ob diese Frage auch den TherapeutInnen klar ist.

Schön ist ja wirklich, dass das alles nicht mehr zu diesen Zweifeln bei deinem LIebsten führt, sondern dass er jetzt mehr versteht, wo du die schwierigen Stellen siehst.

:umarmen: Gut, dass du anfängst, wieder etwas für dich zu tun! Das umusst Du unbedingt! Kino und Essen gehen mit Freundin ist super! Ich war gestern in "Zweiohrküken. Ich hab selten so gelacht. Der Film hat mir total viel Freude gemacht. Und er ist als Nachfolgewerk von "Keineohrhasen" so super, so enorm witzig gemacht. Er ist nicht so ein langweiliges Remake. Er ist richtig super, genauso gut und vielleicht sogar noch ein bisschen witziger, wie der erste Film.

Alles Liebe
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"Unser wahres Zuhause ist der gegenwärtige Augenblick. Wenn wir wirklich im gegenwärtigen Augenblick leben, verschwinden unsere Sorgen und Nöte, und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern.“

Sei selbst die Veränderung, die du dir wünschst.
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 11. Dezember 2009 18:50

Liebe Gerda,

es tut gut zu wissen, das ich mit meinen Gedanken nicht allein bin, für mich sind die Zeiten momentan soooo schwierig. Meine Große irgendwie durch den Wind, mein Mittelchen neu verliebt und rührig, ich bremse sie grade ein wenig.... und meine Kleine nicht hier, in der Vorweihnachtszeit..... das ist irgendwie nicht richtig.

Und der Liebste hat grad wenig Zeit, sein Projekt ist schwierig.... meinen Schwiegereltern geht es auch nicht so gut, mein bester Freund Frank ist krank und meine Freundin steht selbst kurz vor der Scheidung und streitet sich mit ihrem Mann ums Sorgerecht. Was, meiner Ansicht nacht, nur Kraft kostet, denn ihre eine Tochter ist bereits 19 und die andere 16 1/2, da lohnt sich das im Grunde kaum. Aber gut..... was lange währt, wird vielleicht endlich gut?

Wenn mein Exmann sich als besorgter Vater verhält, dann tut er das nicht um der Kinder willen, sondern einzig um in der Klinik ein positives Bild von sich zu zeichnen und zu zeigen, das er bestimmt nichts mit ihrem Verhalten zu tun hat. Er kann ausgesprochen mitreißend sein, charmant, überzeugend, zugänglich, hilfsbereit und umwerfend - aber das sind alles Verhaltensweisen um etwas zu erreichen, was sein Ziel ist. Da macht er vor seinen Kindern nicht halt, das ist ja grade das, was diese so verwirrt. Von heute auf gleich kann er ein anderer Mensch sein. Meine Große sagte das neulich erst wieder "Papa ist immer so ganz anders, je nachdem mit wem er zusammen ist, während Du immer irgendwie dieselbe bist." Also fällt sein Verhalten auch den Kindern auf und nun beginnen sie, jedenfalls die Großen (die Kleine kann das aufgrund ihrer Entwicklung noch nicht einordnen) die Dinge in einen Zusammenhang zu bringen.

Ich glaube zwar auch, das er besorgt ist, aber eher weidet er sich an dem was hier schief geht und feiert, weil es so gut in sein Bild passt. Er tut ja auch das ein oder andere, um die Feuer zu entfachen oder wenigstens zu pflegen. Eben nicht mit mir reden, gemeinsame Gespräche verweigern, mich nicht über die Krankheit seiner Mutter (die mir viele Jahre lang sehr nahe stand) zu informieren, damit ich den Kindern ein besserer Ansprechpartner bin, mir mal wieder über meine Tochte mitteilen, das 4. Adventswochenende ist sein Wochenende - und ich habe dann den Konflikt, weil ich da stehe, wie angedonnert. So zieht er aus solchen Momenten etwas, das mir fremd ist. Und der Gedanke an ein Internat für meine Jüngste wird sicher ausreichend von ihm unterstützt und gefördert, denn sein Ziel ist es, sie nicht wieder nach Hause zu lassen - und daran möchte er arbeiten. Ich hab sie kaputt gemacht, sagte er der Großen, da sei es nur plausibel, das sie nicht wieder heim kommt. Und das schmerzt mich immer noch..... ich möchte ihn am liebsten weder sehen noch hören.

Und muss mich trotzdem wieder mit ihm auseinander setzen, Wochenendplanungen, am Montag habe ich ihm geschrieben, er soll mir bitte bis heute seinen Plan zukommen lassen, ansonsten würde ich einen erstellen. Er hat nicht einmal geantwortet....... mein Plan ist fertig, morgen früh schicke ich ihn ab, bevor ich meine Jüngste ins Wochenende hole.

Die Klinik, zumindest der Haupttherapeut, weiß über all das, was bei uns in den langen sieben Jahren nach der Trennung passiert ist, Bescheid. Ich habe meine Zusammenfassung (62 DINA4 Seiten) mitgegeben und er hat es, soweit ich weiß, gelesen. Daher wohl auch das Hauptaugenmerk vom letzen Mal auf mich selbst. Dies deutlich machen, "wir können ihn nicht ändern - sie können ihn nicht ändern" und "welche Möglichkeiten gibt es" und da muss ich nun passen - weil, manches ist berechen- bzw. vorhersagbar, vieles aber nicht. Ich kann mich schwerlich auf diese Dinge einstellen und immer einen Plan B bereit halten, wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommt. Aber das behandelnde Team dürfte dadurch einfach "mehr" sehen als das, was man ohne diese Informationen wahr nehmen kann. Vor allem glaube ich ja immer, das man vieles nicht wahr nimmt. So habe ich den Satz "wenn Du nun auch nicht mehr zu mir kommst, muss ich immer weinen und traurig sein" als Beispeil im Gespräch genutzt und mir anhören müssen, das sei in erster Linie doch eine Rückmeldung? Na, das sehe ich anders und auch der Liebste griff ein und sagte, es gäbe einen großen Unterschied zwischen einer Rückmeldung und aktivem Handeln. Weißt, was ich da mein? Es fällt mir so unglaublich schwer, verständlich zu machen, worum es geht, weil alles so graziel ist, so vorsichtig, so hintergründig, so versteckt - emotionaler Missbrauch, ein Thema, das nach wie vor eben schwer zu fassen ist.

Ich hab ja die Sache mit dem Taschengeldangebot hinter unserem Rücken hier geschrieben, meine beiden jüngeren Töchter wissen davon nichts - nun erzählt meine Große, Papa habe gesagt, sie solle uns um eine Erhöhung bitten und er wolle ihr dann die Differenz zwischen unserer Erhöhung und ihrem Wunsch dazu geben, um uns nicht in unsere Erziehung zu pfuschen. Aha? Wie nennt er das denn dann? Und was lernen meine Kinder daraus? Und ich selbst? Ich gestehe ihr nun 5,- € mehr zu, weil den Rest bekommt sie eh von Papa? Wie soll ich mich da verhalten? Ich bin nahe dran, unser Gericht um Klärung zu bitten. Wie sollen meine Kinder lernen, das Taschengeld begrenzt ist und man sparen muss, um sich etwas Ersehntes zu kaufen, wenn Papa mir so oft dazwischen funkt und nun, durch Taschengeld auch im Alltag?

Er will nur Rechte und das Schöne, Vergnügen mit seinen Kindern - sie beeindrucken - aber Alltag oder Pflichten, Auseinandersetzungen mit ihnen, Klärungen - dem entzieht er sich. Sein beliebtstes Mittel - Liebesentzug "wenn Du nicht so willst, wie ich, dann habe ich so und so lange keine Zeit mehr für Dich" und am Ende kocht er damit alle ab, bis sie ihm zu Füssen liegen und sich bemühen, genau dies zu verhindern. Und ihre Wut über sich selbst und das was er mit ihnen tut, die spüren sie, je nach Alter unterschiedlich intensiv und sie lassen sie hier.....

Und wenn er irgendwo glänzen kann, dann ist er da, egal ob es um Zuarbeiten für Konfirmandenfahrten geht, um die Stellung als Schulelternratvorsitzender und Abgeordneter für den Kreisschulrat - während der Alltag dann hinten runter fällt, vorn hat er geglänzt und hinten gab es in den zwei Jahren seiner Amtzeit keinen einzigen Elternabend, von denen hatte er, was er wollte, den Vorsitz und nach zwei Jahren war es ihm langweilig...... da standen wir, na ja, nicht ich, eher die anderen.

Mir ist, glaub ich, ganz klar, es kann keine Veränderung geben, das Einzige was uns bleibt, ist unsere Tochter zu stärken. Ihr deutlich zu machen, das sie für sich sorgen darf und muss; auch gegen uns - es reicht nicht, wenn ich sage, Du darfst das tun - denn Papa sagt "ich weiß, das Deine Seele etwas anderes will", es braucht da eben Fachleute, die ihr zur Seite stehen. Sie muss außerdem andere Methoden in der Konfliktbewältigung lernen und das betrifft dann auch ihre Schwestern, die sich draußen mustergültig benehmen, aber hier daheim die Sau raus lassen. Da kann ich allein wenig bewirken.

Ich bin ja so mutig gewesen und habe ihn gefragt, was ich selbst tun müsse, damit unser Verhältnis anders werden würde und es möglich sei, zum Wohl der Kinder gemeinsam zu handeln. Da sagte er zu mir "Nichts, denn Du müsstest Dinge tun, von denen ich weiß, das Du sie nicht tun kannst." Aber mehr habe ich nicht erfahren, denn er meinte, es habe keinen Sinn mir etwas zu erklären, was ich nicht verstehen würde. Insoweit sind meine Mittel am Ende. Und ich hoffe immer noch, auf ein gemeinsames Gespräch in der Klinik, wenn nicht mit mir, dann gemeinsam mit dem Liebsten.....

Aber das er nun das ein oder andere anders sieht und wahr nimmt, das ist wenigstens positiv, obgleich er auch von einer Verzweifelung seitens meines Exmannes spricht, der ihm nämlich unter dem Siegel der Vertrautheit erzählt hat, das ich so manipulativ und geschickt bin, das er dauernd Dinge tun würde, die er nicht tun wolle und er das nicht bemerken könne. So gefährlich wäre ich. Is klar, wenn das nicht so abgrundtief traurig wäre, könnt ich darüber lachen.

Na ja, so stehen die Dinge in mir, und so gehen sie mir durch den Kopf, mal das eine, mal das andere..... es wird so einige Änderungen geben, zum Beispeil werde ich die Mittagsruhe einführen, die gibt es in der Klinik, Zimmerruhe, zwischen 13 und 15 Uhr, Stille Zeit für alle - und ein Wochenende für den Liebsten und mich werde ich von meinen Kindern einfordern, jedenfalls von den Großen..... mal sehen. Aber auch erst, wenn die Jüngste wieder daheim ist.

Obgleich ich das Gefühl habe, ich komme langsam wieder auf die Beind, schlafe ich momentan verdammt schlecht und bin soooo müde..... aber vielleicht wird das ja auch wieder besser.

Dir und Euch liebe Grüße
Ansa
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Re: Ich weiß nicht weiter.....

Beitragvon Ansa » 13. Dezember 2009 12:24

Guten Morgen,

da schrieb ich noch, das ich über das ein oder andere nachdenken würde - und nun eskalieren die Dinge hier von allein, oder sie sind zumindest in starke Bewegung geraten. Ich hatte meinen Exmann ja gebeten, das er mir eine Liste im Papa-Kind-Wochenenden macht und mcih darauf vorbereitet, das er keine schickt und ich deshalb eine erstelle. Freitagabend gegen 19 Uhr antwortete er dann per Fax und rief kurz darauf an, ob ich die Liste bekommen habe. Ich bejahte das und da es da einiges gab, was ich gern anders wollte oder zumindest anmerken wollte (zum Beispiel das er unsere Jüngste an ihrem Geburtstag gegen 22°°-23°° nach Hause bringen wollte - und sie am nächsten Tag dann wieder um 18°° in der Klinik sein muss und mir das zu spät ist, weil sie ja komplett wechseln muss und grade im Augenblick regelmässigen Schlaf braucht) und da wurde er so ausfallend mir gegenüber, das ich einfach nicht mehr wusste, wo links und rechst ist.

Er warf mir die bösesten Dinge vor, ich würde ihn verfolgen, ständig irgendwelche Machtspiele spielen, ihm die Kinder entziehen und mich in der Klinik so verhalten, das ich alle täusche und ihn gängeln und dies und jenes, sein Leben lenken, er könne gar nie agieren - müsse nur reagieren auf das was ich tun würde.... und dann knallte er, weil ich sehr kühl und sachlich blieb und mich argumentativ gut wehren konnte (mal ehrlich, mir welcher Handlung habe ich ihn zu einer Reaktion gefordert, in der er unserer Großen hinter unserem Rücken Geld anbietet?) mitten im Gespräch den Hörer auf, nicht ohne die Bemerkung, er habe heute schon in der Klinik gemerkt, in welchen Misskredit ich ihn bringe.....

Ich rief dann dort an und fragte, wie es meiner Tochter gehen würde? Mittlerweile, sagte man mir, wieder ganz gut...... und da man offensichtlich merkte, wie sehr ich jetzt neben der Spur war, holte man mir ihre Bezugsbetreuerin ans Telefon, die mir zuhörte und mir sagte, das meine Tochter sich gut gegen ihn stellen könne - sie habe sich viel eher von ihm heimbringen lassen, als es nötig gewesen wäre..... und, diese Zankerei um die Wochenenden, ja, das wäre Elternsache, keine Frage und viel besser für die Kinder, könnten wir das klären - aber wenn einer so gar nicht wolle - sie würde unserer Tochter zutrauen, da eigene Entscheidungen zu treffen und ihr das zu überlassen. 12 hin 12 her - vielleicht wäre das für alle Beteiligten eine Lösung?

Gestern hab ich dann meine Maus abgeholt und sie sprudelte nur so.... und erzählte mir dann, das sie sich zwar mit Papa halbwegs wieder vertragen habe, aber das es schlimm gewesen sei und das sie das Therapiegespräch verlassen habe, beinahe weinend, weil er zum einen schlecht über mich sprach und sie zum anderen der Lüge bezichtigt hätte..... sie wollte dann nicht mit ihm essen gehen, habe aber gemusst, weil sie sonst eine ihrer Kugeln verloren hätte (die gibt es dort für vernünftiges und gefordertes Verhalten). Das wiederum hat mich ein wenig aufgeregt - weil ich das hinterfrage - wenn sie sich abgrenzt, warum muss sie dann? Ich möchte jedenfalls unbedingt die Gründe dafür erfahren um das für mich zu verstehen. Er sei wohl ihr Papa, aber ne - so nicht - sagte sie und sie ist immer noch wütend auf ihn. Nun arbeiten wir daran, das Papa eben Papa ist und das man, einseitig nichts verändern kann. Sie darf ihn lieben, aber sie muss nicht mögen und auch nicht tragen, was er tut.

Und so haben wir im Familienkreis beschlossen, das es in Zukunft keine geplanten Papawochenenden mehr geben wird. Die Kinder dürfen sich mit ihm verabreden, wenn sie möchten; sich mit ihm treffen wann sie wollen (auch unter der Woche - da können sie ihn in der Firma besuchen - wann immer es ihnen passt), aber von unserer Seite (den Erwachsenen aus) seien all diese Vereinbarungen ab sofort hinfällig.

Ich hab das meinem Exmann per Mail geschrieben und auch, das es statt dessen in Zukunft ein Wochenende im Monat für den Liebsten und mich geben wird, an dem die Großen Haus und Hunde hüten werden und unabkömmlich sind, bzw. Treffen an solchen Wochenenden nur eingeschränkt möglich sein werden, derweil die Hunde Vorrang haben. Und, das ich sehen würde, das es keine Einigungen geben könnte, nach seinen Vorwürfen an mich, und das ich auf weitere Gespräche verzichten würde, er solle sich mit mir schriftlich austauschen.

Der Liebste möchte gern noch ein Gespräch mit ihm in der Klinik führen - das kann er tun, ohne mich - nur dann will mein Exmann reden..... und ansonsten werde ich einfach so leben, als gäbe es ihn nicht. Außer und das werde ich noch deutlich machen, es hat seine Finger und seine Meinungen aus meinem Alltag raus zuhalten, Taschengeld ist Alltagssache und wenn er es nicht lässt, werde ich das Gericht bemühen..... wobei ich denke, das er jetzt auf die 14 Tage Regelung bestehen wird und die Chancen, das er zum Gericht geht, aufgrund meines Schreibens nicht so schlecht stehen - aber da wird er sehen, was er davon hat. Ich bin auf dem Kriegspfad...... und notfalls hole ich auch den Panzer aus der Garage...... :dampf:

Und der Liebste der so fürsorglich ist und mir anbeitet, die Verabredungen und Vereinbarungen mit ihm zu treffen, wenn er doch mit mir nicht reden möchte, muss auch sehen, das es nicht darum geht. Ich bin die Mutter seiner Kinder und entweder spricht er mit mir oder mit niemandem.... seien wir ehrlich, so sehr das schmerzt, Absprachen mit dem Liebsten haben keine Verbindlichkeit, weil er rein rechtlich nichts zu sagen hat...... *grmpf* Auf sowas lasse ich mich nicht ein.

Und meine Jüngste hat sich für nächstes Wochenende wieder mit ihrer Freundin verabredet und will nicht zu ihm..... Klinik hin - Klinik her, ich habe mich entschieden, das sie daheim bleiben darf und es dem Papa mitgeteilt. Ich denke, es wird mächtigen Ärger geben, aber ich will nicht mehr.... ich hab solche Magenkrämpfe bekommen (das erste Mal für mich) das mir klar ist, meine Grenzen sind ausgeschöpft, ziehe ich jetzt nicht meine Notbremse, gehe ich ernsthaft unter.

Mal ehrlich, mein Ex ist nicht normal - ich rufe an, um Wochenenden zu verabreden und er schnauzt rum, ich würde ihm die Kinder entziehen - das ist mir einfach zu blöd. Mit Irrationalität konnte ich noch nie umgehen. Alle meine Vorschläge waren konstruktiv und offen, so übernachtet unsere Tochter an ihrem Geburtstag nun bei ihm und kommt morgens um 9 zum Frühstück zu uns, finde ich so herum viel klüger, aber er ist trotzdem der Meinung ich würde ihn gängeln.... Oder sein Bemühen, sie seit der Trennung am Muttertag bei sich zu haben - seit 7 Jahren müssen sich die Kinder gegen ihn durchsetzen und ihm deutlich machen, das sie an diesem Tag zu Hause sein wollen, wie sagte die Betreuerin, da könnte ich sehen, das sie das können während ich dann sagte, "ja stimmt, aber es sind nicht die Kinder die sich gegen ihren Vater durchsetzen sollten, es wäre der Vater, der an das Wohl seiner Kinder denken sollte und diese Konflikte überflüssig machen müsste." Da wusste sie auch nichts mehr zu sagen.......

Erschöpfte Grüße an Euch und einen schönen 3. Advent
Ansa
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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