Mein Mann ist so enttäuscht

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 18. März 2010 12:36

Hallo alle miteinander!

Seit den Weihnachtsferien und dem Vorfall, den ich in diesem Threat geschildert habe, ist nun eine Weile vergangen.
Noch immer spricht mein Mann nicht mit mir oder sonst jemandem über seine Tochter oder über das Geschehen in den Weihnachtsferien.
Die Osterferien stehen vor der Tür und seine Tochter wird definitiv nicht zu uns kommen.
Seine Ex hat natürlich vor einiger Zeit angefragt, wann die Maus denn in den Osterferien zu uns käme und er sagte ihr den Besuch mit der Reha ab, in der er sich wegen seines Arbeitsunfalles letzten September befindet. Was er seiner Ex aber nicht gesagt hat ist, dass es sich um eine ambulante Reha handelt. Er kommt also am späteren Nachmittag nach Hause. Sie ist selbstverständlich der Meinung, dass mein Mann sich nun irgendwo für mehrere Wochen in einer Reha-Klinik aufhält und aktzeptiert das auch so.
Nun hat sie mich schon mehrfach angeschrieben per E-Mail und gefragt, wie es meinem Mann denn ginge und wo er denn eigentlich in der Reha sei.
Ich befinde mich da immer in einer Zwickmühle, weil ich gar nicht recht weiß, wie ich darauf antworten soll.
Sage ich die Wahrheit, dann habe ich das Kind enorm vor den Kopf gestossen und sie fühlt sich zurecht von ihrem Vater zurückgewiesen und ungeliebt. Das würde ich der Maus allerdings gern ersparen.
Schweige ich dazu, trage ich diese "Lüge" ja mit und dabei fühle ich mich auch nicht wohl.

Ich habe meinem Mann zu verstehen gegeben, dass ich sein Verhalten schlicht weg sche....e finde. Jedes Kind macht Fehler und jedem Kind stehen Fehler zu. Aber wir Erwachsenen können ihnen diese Fehler nicht für den Rest des Lebens vorhalten. Wie soll ein Kind verzeihen lernen, wenn wir Erwachsenen es ihnen nicht vorleben?
Was soll denn z. B. seine Ex tun? Sie ärgert sich sicher sehr oft über die Maus. Setzt sie sie deshalb vor die Tür oder straft sie über ewige Zeiten mit Nichtbeachtung? Nein, das tut sie ganz sicher nicht.
Aber mein Mann macht es sich da anscheinend recht einfach.
Ich habe ihm gesagt, was ich davon halte und auch, dass ich Angst habe, dass er sich unserem Sohn gegenüber einmal ähnlich verhält, wenn er mal größer ist und Mist baut und das wird er mit Sicherheit in irgendeiner Form einmal tun. Welcher Mensch ist schon fehlerfrei.
Als Antwort bekam ich, darüber solle ich mir keine Sorgen machen, schließlich sei unser Sohn nicht mit seiner Tochter zu vergleichen.

Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Es widerstrebt mir, hier zu sitzen und tatenlos zuzuschauen, wie er wissentlich das Verhältnis zu seiner Tochter kaputt macht. Gleichzeitig mache ich mir Gedanken um unseren Sohn.
Sogar der Gedanke an Trennung von meinem Mann kam mir schon.

Traurige Grüße
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Ansa » 18. März 2010 19:41

Liebe Muckel,

ich stelle mir so eine Situation ungeheuer schwer vor, für alle Beteiligten.....

Spontan schoß mir jedoch beim lesen etwas durch den Kopf, um Euren Sohn musst Du Dich nicht sorgen..... denn, im Gegensatz zu seiner Tochter, hat Dein Mann hier immer Mitspracherecht und Handlungsalternativen. Er ist direkt dran.... ich glaube das ist ein himmelweiter Unterschied, im Fühlen, Wahrnehmen und Handeln.

Und genau das ist wohl der Punkt um den es auch gehen mag? Genau diese Möglichkeiten hat er bei seiner Tochter nicht, er kann nichts tun, weder erziehen, noch eingreifen, noch sorgen - er muss nehmen was kommt und, je älter Kinder werden, desto fremder können sie einem erscheinen, um so mehr, wenn sie Verhalténsweisen zeigen, die man selbst zutiefst ablehnt und von denen man vielleicht auch weiß "ich weiß gar nicht, wie ich damit umgehen soll".

Rückzug scheint mir da eine Alternative - besonders wenn man selbst sehr mit sich beschäftigt ist - und ich denke, das ist Dein Liebster aufgrund seines Unfalles und der langanhaltenden Folgen? In solchen Situationen denkt man über ganz vieles nach.... das ging mir, damals 1990 nach einem Unfall mit zwei gebrochenen Beinen und einem langen "kranken" Sommer auch so? Ich will keine Parallele ziehen, kann mir aber vorstellen, das in solchen Situationen manches umgerückt wird. Und das braucht seine Zeit und Kraft, die man für sich selbst braucht.

Dir bleibt wohl nur, ein Gespräch zu suchen und Deine Position aufzuzeigen, kläre, dass Du Dich unwohl fühlst, wenn Du gefragt und angesprochen wirst. Und schau, wie ihr damit umgehen könnt. Wie Du damit umgehen willst, wenn er es nicht kann?

Ich glaube nicht, das Dein Liebster es sich so einfach macht...... magst Du noch einmal hinsehen?

Liebe Grüße und viel Kraft
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 18. März 2010 20:30

Liebe Ansa!

Danke für deine Antwort :)

Eigentlich kann ich gar nicht genau beschreiben, wie es hier zu Hause im Moment aussieht.
Mein Mann sorgt sich um seine Gesundheit, um seine berufliche Zukunft usw. Das ist verständlich. Momentan befindet er sich in einer Phase, in der er denkt, dass ihm die Reha nicht wirklich weiterhilft. Er hat die Hälfte der Reha nun fast geschafft und eine Besserung ist bisher nicht in Sicht. Insofern ist in dieser Richtung alles offen.
Ich kann da schon verstehen, dass er Ruhe möchte, um seine Gedanken zu ordnen.

Nur - warum sagt er das seiner Ex nicht? Warum sucht er nicht ein offenes Gespräch und stellt ihr dar, wie es ihm selbst im Moment geht?
Sicher, das Verhältnis zwischen beiden ist oftmals schwierig. Aber auch seine Ex ist kein verständnisloser Unmensch.
Meiner Meinung nach, wäre ein solches Verhalten von seiner Seite aus ehrlicher gewesen und sein Mädchen hätte das sicher auch verstanden, wenn man es ihr altersgerecht erklärt hätte.
So aber zwingt er mich ja irgendwie schon zu einer Lüge, um das Kind nicht zu verletzten und er weiß genau, dass dies das letzte ist, was ich möchte.

Mir ist bewußt, dass es einen Unterschied gibt zwischen unserem Sohn und seiner Tochter. Aber kann man das eine Kind so dem anderen vorziehen, nur weil man es nicht regelmässig sieht?

Ach - ich weiß irgendwie nicht weiter.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon röschen » 18. März 2010 23:17

Liebe Muckel,

das eine dem anderen Kind vorziehen - sollte man vielleicht nicht, aber unbewußt passiert es in manchen Situationen vielleicht doch. Ganz einfach weil es aus der Distanz nicht so schwer fällt "nein" zu sagen.

Ich wills dir mal an einem Beispiel, wie ich es bei meinem Mann ab und an erlebe, versuchen zu erklären:
Beide seiner Jungs spielen Fußball. Während er bei unserem Kleinen, egal wie abgekämpft er von der Arbeit ist, sobald er es beruflich ermöglichen kann, manchmal sogar nur für die letzten Minuten auf den Spielen erscheint, sagt er seinem Großen immer öfter ab.
Ihm steht er allerdings in diesem Moment nicht persönlich gegenüber. Unser Kleiner würde ihm nach einem versäumten Spiel, seine Enttäuschung zuhause viel deutlicher vor Augen führen. Weißt du was ich mein?

Kannst du wenigstens mit deinem Mann darüber reden, in welcher Zwickmühle du dich befindest und wie schlecht es dir dabei geht?

:umarmen: Liebe Grüße
röschen
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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 19. März 2010 08:14

Guten Morgen röschen und Guten Morgen miteinander!

Danke auch dir für deine Antwort.

röschen hat geschrieben:
Kannst du wenigstens mit deinem Mann darüber reden, in welcher Zwickmühle du dich befindest und wie schlecht es dir dabei geht?
röschen


Ich habe meinem Mann gesagt, wie ich mich mit dieser Situation fühle und dass es mir gar nicht gut damit geht, zumal ich nicht weiß, wie ich auf die E-Mails, seiner Ex reagieren soll.
Als Antwort bekam ich, dass mir da sicher schon das richtige einfallen würde.

Toll - damit fühle ich mich im Stich gelassen.
Es ist nicht mein Kind, von dem wir hier sprechen und es ist auch nicht mein Lügengebilde, dass ich nun anscheinend aufrecht erhalten soll.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Ansa » 19. März 2010 12:43

Liebe Muckel,

mit so einer Antwort würde ich mich auch allein gelassen fühlen..... und vermutlich würde ich auf den Boden stampfen und sagen "so aber nicht".

Männer sind anders, fällt mir dazu ein und wenn vieles plaktaiv ist, bis sie sagen "ich weiß nicht mehr weiter" das kann dauern..... ich glaube, er kann nicht sagen, das er nicht mehr weiter weiß, das er an seinen Grenzen ist, weil er das vielleicht spürt, irgendwie - aber nicht so wahr nimmt, wie an das von außern her tun kann? Existenz- und Zukunftsängste können ganz schön lähmen. Und für ihn wirkt das alles zusammen vielleicht bedrohlich?

Ich kenne Deinen Liebsten ja nicht und weiß daher nicht, wie er in Notsituationen reagiert, zumal in solchen, die auch so lange dauern? Das weißt vielleicht auch Du nicht wirklich? Könnt ihr darüber sprechen? Oder kannst Du mit jemandem sprechen? Einem Freund vielleicht? Für mich sieht es so aus, als könne er nicht reden? Und mit der Ex schon überhaupt nicht? In Notzeiten kommen so oft alte Gefühle und Verletzungen wieder hoch und tun ein Übriges, des Gesamtzustand nicht unbedingt zu verbessern.

Das es in der Reha nicht vorwärts geht, kann durchaus ein Zeichen sein, das irgendwo eine Blockade ist, die das verhindert? Weißt was ich meine?

Und ja, man liebt seine Kinder zwar alle, aber jedes unterschiedlich..... ich glaube durchaus, das einem das eine näher sein kann als das andere..... und das Kinder einen dadurch auch unterschiedlich verletzen können. Vielleicht hat er auh einfach Angst vor weiteren solchen Vorfällen und fühlt sich so etwas momentan nicht gewachsen - eher als diffuses Gefühl, als durch eine klare Erkenntnis?

Das Einzige was Du tun kannst, ist, scheint mir, für Dich zu sorgen. Du musst ja nicht mit seiner Ex schreiben, übergib ihm die Dinge oder entscheide Dich dafür, ihm den Rücken frei zu halten (eventuell durch einen Deal, dass das Kind anstatt jetzt eben in den Herbstferien zu Euch kommt?), aber dann ist es Deine Entscheidung. Und sei geduldig, es könnte sein, dass Dein Liebster das jetzt am meisten braucht, Ruhe und Geduld und Zeit.

Fühl Dich gedrückt
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 19. März 2010 15:50

Liebe Ansa!

Mein Mann ist ein Mensch, der nicht redet - egal, wie sehr ihn etwas bedrückt. Er versucht alles mit sich selbst auszumachen und die Dinge für sich allein zu ordnen. Selbst dann, wenn ich ihm ein Gespräch anbiete bzw. eines beginne, dann hört er zu, schweigt aber eigentlich zum großen Teil. Sicherlich nimmt er viel von dem auf bzw. an, was ich sage. Aber ich weiß dann immer noch nicht, wie es in ihm aussieht. Ich kann da nur Vermutungen anstellen und die gehen in die Richtung, die du beschrieben hast.

Ja - ich fühle mich allein gelassen, was seine Tochter bzw. die Ex betrifft. Aber er schiebt das weg. Er vertraut darauf, dass ich schon das Richtige tue und so die Situation sowohl für sein Kind, als auch für ihn ins Lot bringe.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Ansa » 22. März 2010 09:31

Liebe Muckelmaus,

ich überlege schon lange, was ich dazu schreiben könnte.... es muss sehr schwer sein, für Euch alle. Menschen, die dazu neigen, ihre Dinge für sich zu behalten und mit sich auszumachen, ziehen sich noch mehr zurück, wenn sie von einer persönlichen Katastrophe betroffen sind und den Angehörigen fällt es zunehmend schwerer, das auszuhalten.

Verändern kann man so etwas eher nicht, oder wenn, dann braucht es lange Zeit und das Verstehen des Betroffenen, das es für den Partner wichtig ist, zu wissen, worum es geht und selbst wenn man soweit gekommen ist, ist es immer noch für alle schwer.

Du kannst, denke ich, nur auf Dich achten. Also sagen "ich bin raus - weil ich kann das einfach nicht mehr" und Dich auch heraus nehmen..... was schwer ist, weil Dir die Kleine auch leid tut. So schön es wäre, wenn der Kontakt näher wäre und eng, sie werden einen Weg finden, damit umzugehen und wenn der erst einmal auseinander führt, wird man sehen, wofür das vielleiht gut war? Solange das Ganze nicht als Strafe deklariert wird oder als Liebesentzug. Momentan ist die Reha ein guter Grund für ein Nichttreffen, das kann man akzeptieren und wie es weiter geht, wird man sehen, die nächsten Ferien sind ja nicht ganz so unendlich weg....

Ich habe immer darauf geachtet, das ich die Dinge mit dem Vater meiner Kinder selbst regle, weil ich mich aus den Unanehmlichkeiten nicht heraus nehmen lassen wollte - mein Liebster hat mir sehr oft angeboten, manches Gespräch zu übernehmen, aber ich hab das einfach als meine ureigenste Aufgabe gesehen...... jetzt habe ich zum allerersten Mal ihn vortreten lassen (er hat die Mail betreffend Pferd und Elternkommunikation geschrieben) und es fühlt sich komisch an, so als hätte ich meine Pflicht versäumt...... und auch irgendwie richtig, weil es natürlich immer unsere Familie insgesamt betroffen hat und dann auch ein wenig erleichternd, weil ich diese Worte nicht finden musste - kannst Du da zurück gehen und ihm sagen "ich bin mit der Vorgehensweise nicht einverstanden, bitte regle das selbst!" Und eventuell dies auch der Ex mitteilen? Sie wird ja beide Telefonnummern bzw. Mailanschriften haben? Ganz deutlich machen, das Deine Grenze errreicht ist, aber das auch sehr liebevoll, es geht ja nicht um ihn in seiner Person sondern um sein Verhalten.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 22. März 2010 10:59

Guten Morgen liebe Ansa!

Deine Worte sind Balsam für mich im Moment, weil ich fühle, wie ich an meine Grenzen stoße und doch irgendwie weiter muss.

Wenn ich meinem Mann sage, er solle alles regeln, was seine Tochter betrifft, dann wird alles im Sand verlaufen. Er wird sich weder um die nächsten Ferien bemühen, noch um irgendeine Art von weiterem Kontakt. Es würde keine Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke mehr geben.
Seine Ex hat das ja auch schon begriffen. Daher schreibt sie ja mich an, weil sie merkt, dass von seiner Seite aus nichts kommt, was auch vor dem Arbeitsunfall schon so war.
Ich war die treibende Kraft, als es darum ging, den Umgang einzuklagen. Ich war diejenige, die ihn immer wieder dazu ermunterte, anzurufen. Von mir aus ging meist der Gedanke, dass bald schon wieder Ferien sind. Ich erinnere ihn daran, dass die Maus Geburtstag hat und erfrage die evtl. Wünsche.
Von sich aus tut er nichts und tat es auch nie.
Ich habe schon überlegt, ob es an mir bzw. meinem Verhalten liegt. Vielleicht "treibe" ich ihn da zu sehr an und er fühlt sich überfordert. Es kann aber auch sein, dass es ja für ihn bequem und einfach ist, wenn nicht er sich mit seiner Ex auseinandersetzt, sondern ich. Mag sein, ich habe ihm da zuviel Verantwortung abgenommen, anstatt den Dingen ihren Lauf zu lassen.
Einzig, was ich ganz sicher weiß ist, dass es so nicht mehr weiter gehen kann und darf. Ich bin nicht die Mutter dieses Kindes und trage insofern keine Verantwortung. Sie ist mir ans Herz gewachsen, schon allein, weil sie ein Teil meines Mannes ist. Aber so kann ich nicht mehr.

Im Moment habe ich das Gefühl, über uns bricht das Chaos herein und ich kann es nicht aufhalten.
Zu der Problematik mit seiner Tochter kommen auch bei mir die Sorgen um seine Gesundheit, seine berufliche Zukunft und unsere finanzielle Situation, die durch die fortdauernde Zahlung des Verletztengeldes nicht wirklich einfach ist.
Unser Sohn hat momentan eine extreme Mama-Phase und niemand - außer mir - darf trösten, wickeln, anziehen, helfen usw. Er fordert mich in einem Maße, dass es mir teilweise schon fast zuviel ist.

Meine Freude sind im Moment meine Mädchen. Die Große beendet zum Sommer die Realschule und hat bereits einen Platz an ihrem Wunsch-Berufskolleg gefunden. Sie weiß also, wie es für sie nach dem Sommer weitergehen wird und sie weiß, wo sie hin möchte.
Mein Mittelchen ist mein großer Stolz im Moment. Nach dem langen und schweren, tränenreichen Klinikaufenthalt ist sie wie ausgewechselt und ich erkenne sie kaum wieder. Sie ist offen, fröhlich, ausgeglichen. Der Gang zur Schule ist kein Thema mehr und innerhalb kürzester Zeit hatte sie alles Versäumte aufgeholt und bringt nun Noten mit nach Hause, dass ich nur noch stolz auf sie sein kann. Sie hat sich ihren Praktikumsplatz für den kommenden September gesichert und auch bei ihr deutet sich so langsam an, wohin der Weg einmal gehen soll.

Du siehst, es ist so einiges im Gange hier bei uns.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Ansa » 1. April 2010 19:51

Liebe Muckel,

bei uns überschlagen sich die Ereignisse..... später dazu vielleicht mehr. Ansonsten, wie geht es Dir und Euch momentan? Haben sich die Wogen etwas geglättet? Konntest Du mit Deinem Mann über Dich und Deine Gefühle sprechen?

Ich freue mich sehr, das es bei Euch ansonsten gut ausschaut..... vor allem, das es Deinen Töchtern so gut geht und das die Therapie so erfolgreich gewesen ist. Das ist bei uns ähnlich, obgleich ich merke, das es unter Stress auch Rückschläge gibt. :(

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 4. April 2010 23:33

Liebe Ansa!

Bitte entschuldige, dass ich erst heute antworte. Aber irgendwie fand ich in den letzten Tagen nicht die Zeit.

Mit meinem Mann habe ich leider bisher nicht reden können, da hier einiges anderes dazwischen kam und ich möchte ein solches Gespräch nicht zwischen Tür und Angel führen. Dazu liegt es mir zu sehr am Herzen.

Ich weiß nicht, ob es richtig war, aber ich habe ihn jetzt vor Ostern nicht daran erinnert, dass er sich mal Gedanken über eine kleine Osterüberraschung für seine Tochter machen soll und so kam es, dass sie bisher noch nicht einmal einen Anruf von ihm bekommen hat. Ich konnte es irgendwie einfach nicht. Mir erschien es für mich ganz persönlich falsch, weil ich Abstand zu alldem brauche. Im Moment kann ich es nicht anders beschreiben. Aber ich möchte mich um nichts kümmern, was auch nur im Ansatz mit dem Verhältnis meines Mannes mit seiner Tochter zu tun hat.
Er selbst scheint gar nicht zu bemerken, dass er seine Tochter zu Ostern wohl vergessen hat. Allerdings kann ich nicht sagen, ob er nicht daran denken wollte oder ob er zuviele andere Dinge im Kopf hat.

Nun wünsche ich dir, deinen Lieben und allen anderen hier im Forum noch ein frohes und gesegnetes Osterfest
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon sonnenschein2 » 6. April 2010 08:39

Liebe Muckel,

lieben DAnk für deine Osterwünsche hier an uns.
Weißt du, ich bewundere dich dafür, dass du dir so viele Gedanken um die Tochter deines Mannes und seiner Exfrau/LG machst. Es ist nicht dein/euer Kind, vondaher könntest du dich eigentlich ganz entspannt zurücklehnen und dich raushalten. Genau das tust du zurzeit. Ich finde es ist legitim. Es ist Aufgabe der Eltern sich zu kümmern. Sprich hier, die Aufgabe deines Mannes. Irgendwann wird er sich dem stellen. In meinen Augen ist es absolut richtig und auch notwendig, dass du dich zurückziehst und ihn machen lässt. Du kannst ihm diese Aufgabe nicht abnehmen. Ich glaube, ich würde mich auch zurücknehmen und würde auch mit der Mutter der Kleinen keinen Kontakt haben, den das Kind und damit die Aufgaben von Mutter und Vater betrifft. Die beiden müssen als Eltern handeln. Du kannst zwar unterstützen, aber auch das ist vielleicht im Moment nicht angeraten.
Lass deinem Mann die Zeit und die Reaktionen, die er braucht. Jeder Mensch geht anders mit Schwierigkeiten um. Du hast versucht zu sprechen, es geht aber nicht. Also lass ihn kommen und regeln. Und wenn nichts passiert, es ist seine Sache und auch sein Leben sowie sein Kind.
Ich weiß es ist unendlich schwer, weil du könntest ja lösen und ein Geschenk für die Maus besorgen, oder mit der Mutter sprechen. Aber es ist nicht deine Aufgabe. Es ist manchmal schlimm, Patch work zu leben, wenn einem die Hände gebunden sind. Aber die Rollen und Aufgaben sind eigentlich ganz klar verteilt..Doch dies anzunehmen braucht Zeit und viel Nachdenken.

Ich weiß, du möchtest nur das Beste. Ich wünsche dir einen gehbaren Weg gemeinsam mit deinem Mann. Ihr habt so schwere Zeiten hinter euch. Ein klein wenig Freude und Lachen mögen sich breit machen bei euch.
Alles Liebe
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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 6. April 2010 11:33

Liebe Sonnenschein!

Vielen Dank für deine Worte. Sie tun mir gut, weil ich mich grad im Moment so richtig elend und am Ende meiner Kräfte fühle - was ganz sicher nicht nur an der Situation zwischen meinem Mann und seiner Tochter liegt.
Irgendwie kommt hier eines zum anderen und ich habe das Gefühl, die Problemberge werden größer, je mehr ich versuche, sie zu verkleinern. Aber all das ist ein anderes Thema.

Es fällt mir sehr schwer, mich sozusagen zurückzulehnen und meinen Mann einfach machen zu lassen. Habe ich doch immer seine Tochter vor Augen, die doch für all das was zwischen ihren Eltern vorgefallen ist, gar nichts kann. Gleichzeitig lebe ich ein komplett anderes Verhältnis zu meinem Exmann, mit dem ich die Sorgen um die unsere Mädels teile und an dessen Privatleben ich zumindest in kleinen Teilen immer noch teilhabe, z. B. dass sein Vater seit Dezember schon im Krankenhaus liegt und nun erst langsam auf dem Wege der Besserung ist. Da ist es für mich keine Frage, dass ich unterstütze wo ich kann, denn auch ich habe meinen Ex-Schwiegereltern vieles zu verdanken und sehe sie immer noch als meine Schwiegereltern an.
Auch sehe ich unsere Mädels und wie entspannt sie sind im Umgang mit uns Eltern, obwohl wir geschieden sind.
Gegen all das steht die Tochter meines Mannes, wo alles so anders ist - so fremd, so distanziert.

Nachdenkliche Grüße
Muckel

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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon sonnenschein2 » 6. April 2010 12:11

Liebe Muckel,

weißt du genau das ist es, anzunehmen dass es anders ist. Du kannst hier ja unter anderen Themen lesen, dass ich so lange Schwierigkeiten hatte, das gute Verhältnis, das mein Partner zu seiner Frau hat anzunehmen. Ich habe gar kein gutes Verhältnis mehr zu meinem Exmann, eigentlich ist gibt es gar keine schönen Momente mehr mit uns. Aber ich lerne damit zu leben. Du kannst es nicht ändern. Das Verhältnis deines Mannes zu seinem Kind ist alleine seine SAche. Du hast unterstützt und Halt gegeben, aber mehr ist nicht drin. Ich fände es sogar falsch, denn es ist seine Aufgabe. Wenn er dich um Rat fragt oder um Hilfe bittet, dann klar bist du da. Das ist auch gut und richtig so. Aber die Initiative muß von ihm kommen.
Lenke dich ab und versuche dich um deine Baustellen zu kümmern. Magst du erzählen was sich bei euch dreht?

Fühl dich lieb bedacht
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Re: Mein Mann ist so enttäuscht

Beitragvon Muckelmaus » 6. April 2010 20:58

Liebe Sonnenschein!

sonnenschein2 hat geschrieben: Magst du erzählen was sich bei euch dreht?


Tja - was ist hier im Moment so alles los? Wie ich finde, eine Menge.
Da wäre zunächst der Arbeitsunfall meines Mannes, der ja immer noch nicht überstanden ist. Darüber hab ich ja schon berichtet, oder? Daraus resultierte, dass er seinen Job verlor und wir wohl demnächst im kompletten ALG II-Bezug stehen werden. Die finanziellen Auswirkungen kann ich mir jetzt schon ausmalen, da ich ja jetzt schon spüre, was es heißt, mit weniger Geld auskommen zu müssen. Zur Zeit bezieht mein Mann ja Verletztengeld, was natürlich weniger ist, als sein Gehalt.
Ob wir - wenn es zum ALG II-Bezug kommt - unsere Wohnung behalten können, bleibt abzuwarten. Sie liegt sehr wahrscheinlich nämlich nicht in der Angemessenheitsgrenze der ARGE. Das würde also Umzug in eine kleinere, preiswerte Wohnung bedeuten.
Finanziell wird unsere Lage allmählich immer enger, weil uns im Monat doch einiges an Geld fehlt und die Rücklagen natürlich auch schrumpfen. Das belastet mich schon sehr.
Dazu kommen natürlich die Sorgen um die gesundheitlichen Folgen für meinen Mann. Bisher ist noch nicht abzusehen, ob er je wieder zu 100% gesund werden kann. Sein behandelnder Arzt spricht schon von einer befristeten Berufsunfähigkeitsrente. Ob mein Mann damit klar kommt, bleibt abzuwarten.

Dann wäre da noch mein Ex-Schwiegervater. Auch seine Genesung schreitet nur sehr langsam voran und es zermürbt ihn und uns alle.

Zum guten Schluß überraschte mich meine Große (sie wird im nächsten Januar 18) vor einiger Zeit damit, dass sie überlegt und mit Papa und Oma schon besprochen habe, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn sie im August bei uns auszieht und stattdessen zu Oma und Opa zieht. Sie hat mir erklärt, dass Papa dieser Idee positiv gegenübersteht und auch Oma hat sich nicht dagegen ausgesprochen. Die Oma möchte das allerdings noch mit Opa besprechen.
Natürlich begründet sie mir ihre Entscheidung auch so, dass es nachvollziehbar klingt. Sie wird ab September in der Nähe der Großeltern ein Berufskolleg besuchen und damit wäre der Schulweg wesentlich kürzer. Außerdem könne sie den Großeltern zur Hand gehen. Weiterhin erklärt sie mir, dass sich ja mit einem Auszug ihrerseits, die Situation hier zu Hause entspannen würde, da sie sich mit ihrer Schwester ja nicht mehr streiten würde. Das käme uns sicher allen zu Gute und mehr Platz hätten wir dann auch.
Was soll ich sagen? Irgendwie fühle ich mich da ein wenig außen vor bzw. übergangen. Meiner Meinung nach hätte sie das zunächst einmal mit uns hier besprechen sollen, da sie hier lebt. Das habe ich ihr gesagt und auch ihrem Vater, der sich bei mir zumindest entschuldigte.
Sie selbst hat schon alles bis ins kleinste Detail geplant und auch mein Hinweis darauf, dass es den Großeltern vielleicht doch zuviel sein könnte (was sie aber niemals sagen würden), wischte sie vom Tisch. Sie meinte, auch darüber habe sie bereits mit der Oma gesprochen und es sei alles abgeklärt.
Wie mein Herz sich dabei fühlt, brauche ich ja wohl nicht weiter zu erwähnen.

Du siehst, es ist jede Menge los hier bei uns.

Liebe Grüße
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