Wie damit umgehen?

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Wie damit umgehen?

Beitragvon schmetterling » 2. Januar 2010 13:18

Hallo,
also ich bin echt langsam am Ende mit meinem Latein.
Ich weiß nicht wie ich mich verhalten soll, wenn unsere Große mal wieder traurig ist wegen Papa.
Ich rede dann immer mit ihr, das es nichts mit ihnen zu tun hat, das es unser Problem ist und rein gar nichts mit ihnen zu tun hat. Auch wenn Papa nicht mehr mit uns zusammen wohnt, sie kann ihn jederzeit anrufen und ihn fragen ob sie sich sehen können. Das Problem ist nur, das sie dann gar nicht mit ihm telefonieren will, sie blockt dann immer total ab.
Heute z.B. wollten Oma und Opa mit ihr in den Zirkus, sie hat sich schon total darauf gefreut, aber dann wollte sie plötzlich nicht mehr, will bei mir bleiben hat sie gesagt, und überhaupt ist alles blöd wegen Papa. Sie will zu ihm.
Wenn sie so ist was soll ich dann machen? Ihn anrufen, damit er vorbei kommt? Es übergehen und sie versuchen auf andere Gedanken zu bringen, das kommt in der Situation dann gar nicht gut, dadurch wird sie dann nur sauer.
Auch haut sie mich immer wieder, schreit mich an und heult immer wieder. Im Moment ist es wirklich sehr schlimm, deshalb weiß ich nicht so richtig damit umzugehen.
Könntet ihr mir sagen, wie ihr das so gemacht habt in diesen Situationen? Ich höre immer irgendwann werden sie sich daran gewöhnen aber so wenig ich mich daran gewöhnen kann umso schwerer muß es für sie sein.
Lg
Susanne
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon Gerda » 2. Januar 2010 13:34

Liebe Susanne,

deine Tochter ist ja erst 5 Jahre alt und sie braucht natürlich Zeit. Ich finde es immer wichtig, den Kindern ihre Gefühle zu lassen und sie zu begleiten darin und zu verstehen und sie dennoch zu ermutigen, etwas zu tun, z. B. mit Oma in den Zirkus gehen. Ablenken ist wirklich nicht so günstig, denn sie muss ja ihre Gefühle ausdrücken. Vermutlich will sie auch deshalb nicht weg von dir, weil sie Angst um dich hat und vielleicht auch Angst hat, dass du dableibst - denn wenn Papa weg ist, dann könnte ja auch die Mama irgendwann weg sein? Das ist zumindest ihre Angst und das Vertrauen, dass das nicht geschehen wird, muss sie erst noch lernen. Sie lernt es durch Erfahrung, aber jedes Weggehen von dir ist für sie möglicherweise noch ein Risiko.

Hast du schon mal mit Papa darüber gesprochen und versucht, mit ihm ein gemeinsames Umgehen damit zu finden? Vielleicht wäre es gut, wenn du ihr die Nummer für Papa wählen würdest, oder wenn sie nicht telefonieren möchte, dass du ihn anrufst und bittest, mal vorbei zu kommen. Es ist vermutlich noch sehr schwer für sie zu akzeptieren, dass Papa nicht mehr da ist und dass er auch nicht mehr kommen wird und es tut ihr vermutlich sehr weh. Ich habe es mit meiner Tochter immer so gemacht, dass ich mich mit ihr hingesetzt habe, wenn sie so traurig war und habe sie weinen lassen und sie gehalten und ihr zumindest so immer das Gefühl gegeben, ich bin für sie da, egal, wie viel sie weint oder mich braucht.

LIEBE ´Grüße von
Gerda
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon schmetterling » 2. Januar 2010 13:47

Hallo Gerda,
das tue ich auch, ich nehme sie in die Arme und lasse sie weinen, sage dann so gut wie gar nichts sondern halte sie ganz einfach fest.
Hab sie vorhin auch mal gefragt warum sie nicht mit in den Zirkus will, weil sie dann meint ich wäre ja alleine. Ich hab dann weitergefragt ob sie meint ich wäre nicht mehr da wenn sie wieder kommt und das wars dann wohl auch. Sie hat Angst mich auch noch zu verlieren. Ich hab ihr gesagt das ich immer da sein werde, ich gehe nicht weg und auhc Papa ist immer da wenn sie ihn braucht, ausser wenn er arbeiten ist ( oder bei seiner Freundin, was ich ihr aber natürlich nicht gesagt habe) Das ist auch noch ein Problem, sollte mein Mann ihr nicht langsam mal sagen das es bei ihm eine neue gibt?
Oder zumindest das er jemanden kennengelernt hat und diese Frau sehr gerne mag?
Auch das mit den Anrufen erledige ich dann zu 80% weil sie nicht möchte. Nun ist es ja aber auch so, das mein Mann ja eine neue Partnerin hat, also sitzt er natürlich nicht zuhause und wartet auf einen Anruf seiner Tochter. Gestern war so eine Situation das ich ihn angerufen hatte, weil es für sie wieder ganz schlimm war. Er war da aber shcon auf dem weg zur "Neuen" und sagte nur, warum ich nicht früher angerufen hätte.Naja weil es früher noch nicht so schlimm war. Nun ja einerseits verstehe ich es ja das er nicht alleine zuhause rumsitzen will, aber auf der anderen Seite würde ich es mir wünschen das er für seine Kinder alles stehen und liegen lässt, schliesslich sind sie ihm ja wichtig wie er immer beteuert. Aber in solchen Momenten sieht das für mich ganz anders aus.
Wir haben ja feste Besuchstage, aber ich glaube, wenn er sagt er ist immer für sie da, dann sollte er es auch sein.
Oder sehe ich das falsch? Bin ich da zu kleinlich?

Gruß
Susanne
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon Gerda » 2. Januar 2010 14:08

Liebe Susanne,

nein, ich finde dich überhaupt nicht kleinlich und ja, ich finde auch, er sollte, solange er nicht arbeitet und tatsächlich nicht weg kann, alles stehen und liegen lassen und ja, wenn er sagt, er ist immer für sie da, dann sollte er das auch unbedingt tun. Er könnte ja auch auf dem Weg zur neuen Partnerin umkehern, und mal vorbei kommen, eine Stunde mit ihr spielen und dann zu Partnerin. Er braucht ja nicht zu Hause sitzen und auf einen Anruf seiner Tochter zu warten, aber wenn er ein Handy hat, ist er doch überall erreichbar. Und dann muss er kommen, wenn er es ernst meint mit seinem "Papa ist immer für dich da".

Du würdest das ja sicher auch machen, dass du alles stehen und liegen läßt, wenn du hörst, dass deine Tochter dich sehr vermißt. Auf die Dauer muß sich da ja etwas einspielen, aber solange noch so wenig Vertrauen da ist, und so viel Verletzung des Vertrauens in ihr ist, wäre es schon gut, so viel wie möglich für sie da zu sein und auch in solchen Krisen zu kommen oder eben auch, solche Krisen erst gar nicht aufkommen zu lassen dadurch, dass er selbst häufig kommt, anruft usw. .

Allerdings erfordert das auch, dass du ihn damit konfrontierst, mit dieser Erwartung und dass du ihn daran erinenrst, dass er es ihr versprochen hat und dass er das halten soll, denn sonst musst du es auffangen und kannst es doch nicht. Nur er kann seiner Tochter das Vertrauen geben, dass er auch immer für sie da ist. Wie ernst ihm das Versprechen ist, muss er zeigen. Da hilft auch kein "konntest du mir nicht früher Bescheid geben". Oder wußtest du, dass er zu seiner Partnerin fahren wollte und wolltest ihn mit dem Anruf davon abhalten? Ihm ist offenbar nicht klar, wie schnell die Befindlichkeiten der Kleinen Tochter wechseln können und wie immens verunsichert sie ist.

Wann er ihr über die neue Partnerin etwas sagt, das ist natürlich seine Sache. Solange sie nicht bei den Treffen mit Papa dabei ist, ist das ja überhaupt kein Problem. Dann ist es etwas, was er alleine macht. Erst, wenn er auch die beiden miteinander bekannt machen will, ist es notwendig, ihr eine Information über die Stellung der neuen Partnerin zu geben.

Liebe Grüße
Gerda
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon schmetterling » 3. Januar 2010 08:15

Guten Morgen,

ich hatte gestern nochmal mit ihm gesprochen und es ihm gesagt, das er wenn er ihr sagt das er immer für sie da ist, es auch zeigen muß.
Ich meine auch das es im Moment für sie schwerer ist, weil wir nun auch so viele Tage gemeinsam mit ihnen verbracht haben, und sie so vielleicht auch wieder voller Hoffnung ist.

Nun war er gestern bei uns, er hat sich viel mit beiden beschäftigt, hat auch mit ihr geredet, das er es schön finden würde wenn er anruft, sie auch mit ihm reden würde. Das sie immer anrufen kann wenn etwas ist. Gestern abend dann hat sie nochmal kurz mit ihm gesprochen, was ich sehr lieb von ihr fand. Denn eigentlich hab ich ihr angesehen das sie nicht wollte.
Was die Situation bei uns beiden angeht, so habe ich ihm gesagt das er sich melden muß, wenn er was möchte, ich werde mich zurückziehen, denn dieses ewige Hin und Her zerrt sehr an mir und meinen Nerven.

Wenn er ja so glücklich ist mit seiner neuen, dann dürfte ich also keinen allzu großen Kontakt erwarten. Schauen wir mal. Ich bin mir immer auch sehr unsicher ob ich dies hier überhaupt schreiben soll, schließlich geht es hier ja um die Kinder und nicht um mein Seelenheil. Aber es gibt vielleicht ja auch einige hier, die auch in dieser Situation waren oder sind und vielleicht könnte ich auch diesbezüglich einige Tips bekommen.

Schicke euch verschneite Grüße
Susanne
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon Gerda » 3. Januar 2010 12:46

LIebe Susanne,

es stimmt, hier geht es um die Kinder, aber es geht auch um alle Angehörigen der Kinder; denn wir gehen davon aus, dass es den Kindern gut geht, wenn es den Eltern gut geht. Deshalb gehören deine ganz persönlichen Themen und Fragen auch hierher. Wichtig ist uns, dass es allerseits wertschätzend bleibt - den Kindern gegenüber und auch dem anderen Elternteil gegenüber. Denn die Kinder lieben ja beide Elternteile. Allerdings habe ich noch nicht so ganz verstanden, worum es dir geht bei Deinem "Seelenheil". Ich ahne, dass es darum geht, dass du sehr viel Schmerz empfindest darüber, dass die Beziehung gescheitert ist und dein Mann eine neue Partnerin hat und dass das für dich sehr schwierig ist, dann noch alles wegen der Kinder zu regeln? Wenn du magst, schreib doch mal etwas mehr, wie du dich fühlst.

Es ist tatsächlich natürlich so, dass die Kinder sich immer wieder Hoffnungen machen, oft auch bis ins Erwachsenenalter, dass die Eltern wieder zusammen kommen. Scheidung ist für sie so schmerzhaft und undenkbar, dass sie diesem Gefühl ausweichen, egal wie, auch wenn es unlogisch ist. Wenn dann noch ein Elternteil weniger mit der Trennung zurecht kommt oder sich vielleicht auch noch berechtigte oder unberechtigte Hoffnungen macht, dann ist da vielleicht auch ein emotionaler "Aufhänger" für die Kinder.
Wenn ein Kind traurig ist, wenn Kontakt mit dem Papa da ist, dann heißt das auch, dass ihm bewußt wird, dass Papa weg ist. Solange Papa nicht sichtbar ist, ist auch die Trennung weniger "sichtbar" paradoxerweise. Häufig weinen dann Kinder, wenn sie von Papa nach Hause kommen, und man neigt dann oftmals dazu, zu denken, ihnen tue der Kontaakt nicht gut. Aber es ist so,d ass die Kinder ihre Trauerzeiten brauchen, und die dauern manchmal sehr viel länger, als wir glauben. Sie brauchen dann unseren Beistand, unsere Begleitung, damit sie nicht alleine mit ihren Tränen sind.

Es ist schön, dass Ihr miteinander sprecht über die Kinder und auch, dass er gestern gekommen ist, um mit der Tochter zu reden. Mir kommt es so vor, als seien mehr solcher Gespräche notwendig, ganz regemäßig, alle paar Tage, damit ihm klar ist, wie seine Kinder ihn vermissen oder was sie von ihm brauchen. Eine gute Möglichkeit wäre auch, zu einer Beratung zu gehen, z. b. in einer Erziehungsberatungsstelle oder beim Jugendamt, um gute Grundsteine zu legen für die "nachehelichen " Besuchskontakte des Vaters bei den Kindern.

Liebe Grüße
Gerda
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon schmetterling » 5. Januar 2010 07:39

Hallo,
also worum es bei mir geht?
Mein Mann hat Anfang letzten Jahres eine andere im Internet kennengelernt, wurde darufhin sehr seltsam. Und im Juni dann habe ich herausgefunden das er mich seit März schon belogen und auch betrogen hat.

Daraufhin habe ich ihn "rausgeschmissen", da er nicht wusste wohin ist er kurzzeitig bei ihr untergekommen. Bis Oktober wo wir beide unsere eigene Wohnung bezogen haben. Nun ist es bei uns ein ewiges Hin und Her. Er sagt er empfindet noch soviel für mich, er möchte mich einfach nicht verlieren, weiß aber auch nicht wie er sie einfach vergessen könnte.
Nun ist es bei mir so das ich das Gefühl habe das ich noch nicht kampflos aufegeben möchte, das es sich lohnt für uns zu kämpfen. Alle gut gemeinten Ratschläge meiner Familie und meiner Freunde, ich sollte mir jemand anderen suchen, er hätte mich nicht verdient usw. kann ich nicht annehmen. Warum nicht?? Ganz einfach, wiel ich ihn noch liebe, ja auch wenn er mich so verletzt hat, ich liebe ihn immernoch. Ich glaube einfach das er im Moment nicht der Mensch ist, der er eigentlich ist, den ich kennengelernt habe. Oder können sich Menschen über Jahre hinweg so verstellen und war er eigentich immer schon so??
Ich weiß es nicht. Er sagt er wartet immer auf einen Tag wo er wach wird, wo er weiß welchen Weg er gehen muß. Denn er ist ja auch so bei ihr nicht glücklich. Er denkt soviel an uns, er hat eigentlich niemanden mehr, hat alles für sie aufgegeben und hat nun ausser sei und mich und die Kinder keinen mehr. Seine Eltern sind so maßlos enttäuscht über ihn und sein Verhalten uns gegenüber. Sie stehen voll und ganz hinter mir, ohne ihre Hilfe wäre ich schon längst eingeliefert worden :D
Aber auch alle unsere Freunde, die restliche Verwandschaft, alle stehen zu mir und er ist ganz alleine.

Ich würde so gerne sagen, lass mich in Ruhe, leb jetzt dein Leben mit all den Konsequenzen, aber es geht einfach nicht. Ich habe ihn gebeten doch endlich eine Entscheidung zu treffen, aber das kann er nicht! Wenn ich das möchte das er sagt es gibt keine Chance für uns dann müsste er lügen und er hat sich geschworen mich nie wieder zu belügen.
Daher stecke ich nun in dieser Sackgasse und komm weder vor noch zurück.
Vielleicht hab ich jetzt ein bissel Klarheit reingebracht oder hab ich euhc noch mehr verwirrt?

Verwirrte Grüße
Susanne
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon Gerda » 5. Januar 2010 08:38

Liebe Susanne,

Ich finde es wichtig, über die Paarsituation Bescheid zu wissen, um zu verstehen, wie das Ganze für Eure Kinder ist. nach dem, was du schreibst, klingt es nicht, wie eine endgültige Trennung, sondern so, dass noch alles in der Schwebe ist? Wenn er noch so viele Gefühle für dich und für Euch hat, dann ist es ja eine völlig ungeklärte Situation? Es ist natürlich sehr schwierig, wenn dein Mann noch keine Entscheidung treffen kann. Habt Ihr schon mal über Paarberatung nachgedacht oder dass er in Psychotherapie geht, um eine klare Entscheidung treffen zu können, wenn er keine überzeugende Entscheidung treffen kann? Was hat er denn gesucht bei der anderen Frau? Was findet er da, was er bei Euch /Dir vermißt hat? Wäre es möglich, das, was er dort findet, zu integrieren in Eure Partnerschaft? Das wären ja mögliche Fragen für ein Fortsetzen Eurer Partnerschaft.

Eine Dritte Person zu vergessen ist schwer. Es wäre ja aber nicht vordergründig notwendig, dass er sie vergißt, sondern nur, dass er sich klar für Euch entscheidet und dass er losläßt davon, die Wünsche, die er an Partnerschaft hat, in eine andere Beziehung zu tragen.

Die Loyalität deiner Familie und Verwandtschaft tut sicher gut- aber ist das das Richtige für Euch alle? Ich stelle mir vor, dass es für Dich auch einen großen psychischen Druck bedeutet, wenn alle sagen, er habe dich nicht verdient - neben der Genugtuung, die das vielleicht auch bedeutet? Denn solche Aussagen berücksichtigen deine Gefühle von Liebe ja überhaupt nicht. Ich denke auch, dass das für deinen Mann einen sehr großen psychischen Druck bedeutet, unter dem er sich schwerlich klar entscheiden kann? Treibt ihn das Verhalten von dir und der Verwandtschaft nicht geradezu in die Arme der Frau? Wo soll er denn hin, wenn alle ihn fallen lassen? Nicht, dass ich nicht sehr gut verstehen könnte, dass du ihn "rausgeschmissen" hast. Aber war es vielleicht voreilig? Wäre es nicht eher angebracht gewesen, innerhalb des Zusammenwohnens eine Entscheidung von ihm zu verlangen?

Was sind denn DEINE Bedingungen? Wenn er sagt, dass er dich nicht verlieren möchte - was mag er denn dafür tun? und was brauchst du, damit er dich nicht verliert? Wäre es denkbar, die Tür zum gemeinsamen Zu Hause wieder zu öffenen und Bedingungen zu stellen? Welche könnten das sein?

Lauter Fragen, die mir einfallen, wenn ich klarer Eure Beziehungssituation lese.

Liebe Grüße von
Gerda
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Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon MarliJo » 5. Januar 2010 17:17

Hallo Susanne !

Würde dir gern zunächst etwas zu eurer großen Tochter schreiben.
So wie du es beschreibst, wirkt es auf mich so, dass deine Tochter vieles auslebt, was in ihr vorgeht. Ich finde das sehr wertvoll, wenn sie sich Wege sucht, um auszudrücken, was sie bewegt. Und ich finde schön, dass du sie darin wahrnimmst und sie ihre Gefühle leben lässt.
Aus eigener Erfahrungen mit meinen Kindern (damals bei der Trennung 4 und 7) weiß ich. dass es nicht immer leicht ist, mit manch einer "harten" Äusserung umzugehen, wenn es einem selbst nicht besonders gut geht und sich labil fühlt. Doch ich denke, es zahlt sich am Ende sehr aus, wenn man die Kinder ganz wahrhaftig sein lässt in ihren Emotionen, auch wenn es nicht immer leicht ist, das auszuhalten.
Ich finde es nicht entscheidend, jedes Bedürfniss der Kinder zu berücksichtigen, sondern ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie sich auch in einer Trennungssituation einigermaßen sicher aufgehoben fühlen können und darauf vertrauen können, dass Bedürfnisse angemessen berücksichtigt werden im Sinne von ernst nehmen.

So wie du eine Unsicherheit in dem Verhalten deines Mannes verspürst, wird das möglicherweise auch deiner Tochter gehen ?
Es ist meiner Meinung nach schwer zu sagen in eurer Situation, ob es richtig ist, dass Papa kommen (und gehen) sollte, wie es sich die Tochter wünscht,..oder er selber. Wie es scheint, ist eure Beziehung ja noch nicht beendet und es gibt ein "Sowohlalsauch". Nur wie soll damit deine Tochter umgehen können - sie hat ja als Kind überhaupt nicht die Möglichkeit, sich zu positionieren ?! Es könnte sein, dass jeder (Kurz)Besuch des Papas so etwas wird, wie ein Strohhalm, an den sie sich klammert und Hoffnung nährt an eine Rückkehr ihres Vaters. Was, wenn sich am Ende herausstellt, dass diese Hoffnungsschimmer zu unrecht (wenn auch mit bester Absicht), genährt wurden ? Mir kommt es schwierig vor, wenn der Papa "beliebigen" Kontakt pflegt, bei gleichzeitiger Unsicherheit, was aus eurer Beziehung wird. Verstehst du, wie ich das meine ?
Klar auch, dass es das Beste wäre, dein Mann könnte eine Entscheidung treffen, wie es weitergehen soll.
Dazu muß er wissen, was er will.---und das klingt einfacher als es manchmal ist.
Bei einem befreundeten Ehepaar ist es ähnlich wie bei euch, allerdings über einen Zeitraum von fast 2 Jahren hat dort der Mann versucht, die offne Beziehung der Ehefrau zu einem Freund, mitzutragen, ohne dass es seine Frau geleistet hat/leisten konnte, eine Entscheidung für ihren Mann oder für ihren Freund zu treffen. Sehr zum Leidwesen für die Kinder, die durch das lange Hin und Her die "Welt" nicht mehr verstehen und dankbar sind, dass derVater nun eine endgültige Entscheidung getroffen hat.
Und auch ich selbst, habe das erfahren, wie es ist, "plötzlich" in zwei Menschen verliebt zu sein und wie schwer es ist, einen Weg für eine Entscheidung zu finden zu müssen, der ja nicht nach "logischen" Maßstäben erfolgen kann. Einen Schalter zum "vergessen" gibt es da nicht, nur einen Weg, der darauf gründet, zu erkennen, was man will. Was mich beftrifft, hat das länger gedauert, als mir lieb war.

Wenn dein Mann wirklich zu dir zurück finden will, dann geht das glaube ich nur, wenn ihn seine Freundin auch loslassen kann und du stark genug bist, ihm nach und nach verloren gegangenes Vertrauen zurückzugeben - bedingungslos, wie ich finde. Erst dann kann ein gemeinsamer Wiederaufbau eurer Beziehnung beginnen und ihr könnt schauen, was bisher fehlte, was ihr euch wünscht und was eure gemeinsame Basis ausmacht.
Die Entscheidung, wieviel Zeit und Raum du deinem Mann gibst, eine ehrliche Entscheidung treffen zu können, entscheidest du selbst. Es nützt ihm nichts und auch dir nicht, wenn du aus Mitleid offen zu ihm bleibst oder gegen ihn, weil du die Verwandtschaft hinter dir hast. Es sind DEINE Grenzen, die du ziehst, es ist DEIN Vertrauen, das du gibst oder nicht gibst.
Und verdienen,... nein, ich finde, man "Verdient" sich nicht die Liebe zu einem anderen Menschen. Man kann sie geschenkt bekommen und sie annehmen, wenn sie da ist - gegenseitig.

Eine Paartherapie finde ich auch sinnvoll. Ich denke dabei, dass sie nur etwas bringen wird, wenn sich dein Mann dafür entschieden hat, dass er mit dir zusammen (s)einen Weg beschreiten möchte.

Liebe Grüße
MarliJo
MarliJo
 

Re: Wie damit umgehen?

Beitragvon schmetterling » 5. Januar 2010 22:18

Hallo,

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
Also ja unsere Beziehung ist noch nicht endgültig beendet denn sonst wäre es alles wohl nicht so unendlich schwer.
Die Sache wie er zu seinen Eltern steht oder besser gesagt sie zu ihm, tut mir weh, denn ich sehe wie beide Seiten darunter leiden. Ich ermutige ihn immer wieder dazu sich bei ihnen zu melden und wenn es nur kurz ist um ihnen zu zeigen, das er sich Gedanken um sie macht. Auch sage ich ihm immer wieder das nicht einer unserer gemeinsamen Freunde ihn verurteilt, sein Vorgehen und Verhalten mir gegenüber sehr wohl, aber nicht den Umstand das er sich verliebt hat, das kann nun mal jedem passieren. Wenn er sich wenigstens mal bei einem von denen melden würde aber er meint er könnte ihnen nicht in die Augen sehen. Da kann ich nunmal nicht helfen, denn ich finde man muß schon dazu stehen was man getan hat.
Ich weiß sehr wohl das wir beide, auch wenn wir es nicht schaffen sollten nochmal eine Beziehung zu führen, immer sehr gute Freunde sein werden, dafür schätze ich ihn einfach zu sehr als Mensch und dafür ist er mir zu wichtig, als das ich ihn verlieren möchte. Er sieht es auch so. Was er bei ihr findet was er bei uns vermisst hat, nun ja das kann er gar nicht so genau sagen. Er meint es gibt soviele Kleinigkeiten die ihm in deren Beziehung mißfallen, aber was genau ihn dort hält? Er weiß es nicht. Er meinte heute zu mir, das er sich, was sein Lebensumstand im Moment angeht, eher verschlechtert hat. Was genau ich mit dieser Aussage anfangen soll, weiß ich nicht.

Bedingungslos vertrauen ich glaube das könnte ich erst über Jahre hinweg langsam wieder aufbauen, es würde am Anfang sehr schwer werden. Aber auch das würde ich versuchen.
Womit ich allerdings ein sehr großes Problem habe ist, das mich seine neue Partnerin immer als Gefahr ansieht und sie es nicht gut findet das wir auch mal was mit den Kindern zusammen machen, wie z.b letztens über den Weihnachtsmarkt zu gehen. Warum ich denn immer dabei sein müsste war ihre Frage an ihn und er hat nur gesagt das es für die Kinder schön ist und auch er sich freut wenn wir mal was gemeinsam machen. Das kann sie nicht verstehen, aber ich habe gesagt sie muß mich akzeptieren genauso wie ich sie. Ich bin nunmal die Mutter seiner Kinder und wir werden noch sehr viele Jahre miteinander Umgang haben.

Eine Paartherapie wäre wirklich erst dann sinnvoll wenn wir es nochmal schaffen sollten und er weiß auch das dies eine Bedinung von mir ist.
Ich weiß das es für ihn schwer ist ich möchte nicht an seiner Stelle sein.
Gerda: Deine Frage ob es nicht ein überstürzter "Rausschmiss" war? Wir hatten vorher, also bevor ich es herausgefunden habe, gesagt wir machen mal eine Woche Trennung auf Zeit, er wollte zu einem Freund gehen um sich seiner Gefühle mir gegenüber bewusst zu werden. Nachdem ich dann gelesen hatte, das sie sich schon wahnsinnig auf diese Woche gefreut haben,O-Ton: Das wird wie Urlaub, nur ohne Palmen! Da denke ich mal habe ich nicht überstürzt gehandelt, denn er hat ja gar nicht erst versucht mal in sich hinein zu hören was er eigentlich will, und ich denke meine Entscheidung war da schon ganz okay!

Mit unseren Kindern ist es so das ich auch finde das sie mit dem geregelten Umgang besser zurecht kommen. So kann ich sagen ihr seid ja morgen wieder bei Papa und sie können ja auch wirklich jederzeit mit ihm telefonieren wenn sie möchten.
Ich hab mir überlegt ob es vielleicht sinnvoll ist meiner Tochter einen Kalender ins Zimmer zu hängen auf dem wir die Tage die sie bei Papa sind farbig kennzeichnen so kann sie immer selber sehen wann sie wieder da ist. Was meint ihr dazu?

Meine Grenzen?? Ich dachte ich hätte meine schon längst erreicht aber ich bin immer wieder erstaunt darüber wie ich mich selbst dabei ertappe sie immer wieder zu übertreten. Ich stecke mir immer wieder welche ab aber von Zeit zu Zeit finde ich eine Lücke, zwänge mich hindurch, nur um in seiner Nähe zu sein! Ich weiß das manche Dinge nicht gut sind für mich, sie mich immer wieder verletzen , aber ich tue sie trotzdem, wer weiß warum ich mich selbst kasteie? Ich habe keine Ahnung!
Ja das die Liebe nicht erzwungen werden kann, das ist mir schon klar. Auch unter Druck setzen wäre das absolut falsche das weiß ich und ich mache es auch nicht. Ich hoffe einfach nur das wir für unsere Kinder das richtige entscheiden, und wir uns gut verstehen, denn ich glaube das ist heutzutage bei Trennungen schwer zu finden. Vernünftig miteinander umzugehen!! Und im Sinne der Kinder zu handeln. Auch ich bin verletzt und habe es nicht einfach aber da können unsere Kinder nichts für.

Ich möchte mich bedanken für eure offenen Ohren und eure Antworten. Es tut mir wirklich gut, mir das mal alles von der Seele zu schreiben!!

LG
Susanne
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