Alle Jahre wieder....... Papa......

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 5. Dezember 2012 07:15

Liebes Röschen,

ja so ist es, sie bilden sich ihr Urteil selbst, aufgrund aller Vorkommnisse und ihrer Erfahrungen. Und ich hab gar nicht viel dazu beitragen müssen, außer bei mir zu bleiben, das es so gekommen ist. Trotzdem tut es mir auch leid, denn es schmerzt sie - immer noch und ich erkennen durchaus Parallelen zu meinem eigenen gestörten Vaterverhältnis und frage mich, ob sie damit auch ihr Leben zu tun haben werden? Ich wünsche es Ihnen nicht.

Aber bis dahin ist auch noch ein weiter Weg und vielleicht gelingt ihnen, was ich nicht konnte, ihren Vater so zunehmen, wie er ist und einen Weg des Umgangs mit ihm zu finden, mit dem sie gut leben können.

Es sind heute seine Machtspielchen die ihm schaden. Unterhaltszahlungen etwa, bei mir traut er sich nicht, unpünktlich zu sein, bei seinen Töchtern über 18 aber durchaus, da kommt es eben vor, das sie nachfragen müssen und "dumme" Antworten hören, wie etwa letzten Freitag - erschreckter Anruf seines Mittelchens "Papa, mein Geld ist noch nicht da" und seiner lapidaren Antwort "ach, da kümmere ich mich Montag drum" damit lässt er sie stehen, nun ist sie 18 und hat keine Reserven - gerät also ins Schwimmen und muss Montag dann noch mal nachfragen - und, natürlich fragt er dann nach, ob das Geld da ist, so ein, zwei Tage später und sie muss auch noch "Danke Papa" sagen. Käme es nur einmal vor, okay.... kann passieren - aber so langsam arbeitet sich da eben auch eine Regelmässigkeit heraus. Unverständlich, da mein Unterhalt (für die Jüngste) pünktlichst am 26. eines Monats da ist. Er kann es also.....

Während mein Kind dann durchaus ihr Busgeld bei mir borgen muss oder es sich von ihrem Freund ausleiht, sie also, wirkliche Probleme hat, geht es ihm gut..... Früher hat er solche Dinge mit mir gemacht, ich kenne das gut und weiß noch, wie sich das anfühlt. Und das er es liebt, Bittsteller zu haben - nur handelt es sich nicht um Bitten und Großzügigkeiten, sondern um Verpflichtungen und das hinterlässt bitteren Geschmack.

Und seine neue alte Liebste tut ihm nicht gut, er verfällt sprachlich in Eigenarten..... meine Jüngste vorgestern "ich glaiub sie gibt ihm zuviel Zucker, er säuselt ja nur noch" da konnt ich noch kichern, aber ihr zweiter Satz rückt dann alles wieder zurecht "unter all dem Zuckerstaub sieht er mich gar nicht mehr" Oha....

Ruhiger ist es für mich aber schon, da ich nicht mehr direkt invoviert bin und mich aus den Diskussionen heraus halten kann, ich muss nicht mehr vermitteln und stehe nicht mehr dazwischen. Ich darf noch beraten und trösten.... und natürlich berührt mich das auch.

Dir und Euch ganz liebe Grüße
Ansa
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 11. Juni 2013 20:17

Moin Ihr Lieben,

nun ist ein halbes Jahr vergangen und in den letzten Tagen ist soviel passiert, das ich letztes Wochenende und das davor völlig durch den Wind bin und war, so langsam komm ich wieder runter und finde meine innere Ruhe.

Papa hat sich über Ostern erneut von xxx getrennt und ist zu y zurück gegangen, das war eine nicht so einfache Situation, da er ja mit unseren beiden Jüngsten in Urlaub war und Mittelchen nach Hause wollte, weil sie sich nicht ernst genommen fühlte, sie ließ sich von ihrem Freund abholen, der brachte dann die y gleich mit an den Urlaubsort..... und jeder erzählte etwas anderes über die Länge des erneuten Zusammenseins. Da waren die Mädchen das erste Mal durch den Wind.

Von der Y trennte er sich dann aber auch wieder, weil er sich nicht entscheiden konnte, welche denn nun die Richtige sei. Zu den Mädchen sagte er wohl "er wolle beide, aber das wollten die Frauen nicht" und als er mitbekam, das sie darüber sprachen, sagte er "das sei doch nur ein Spruch gewesen und er könne ja nichts dafür, das sie keinen Spaß (oder Ironie) verstehen würden." Da waren sie das zweite Mal getroffen. Seitdem aber geht er mit beiden aus.... und das ergibt einfach ungute Momente für die Mädchen, sie wissen darum, schweigen aber, sehen ihn rumschmusen, denken sich ihren Teil und fühlen sich einfach schlecht..... einbezogen in ein böses Spiel, das sie, auch weil sie noch so jung sind, nicht verstehen können.

Von dem Desaster mit dem Abschlußprüfungsgeschenk hab ich im Plauderthread im April ja schon erzählt, da hat er ja mich bedroht und gemeint, wenn ich nochmal Menschen in seinem Umfeld belästigen würde, dann würde ich ihn kennen lernen. Na eigentlich will ich nicht wissen, wie steigerungsfähig er ist..... :nein:

Nun macht er eine Therapie, was wir einerseits begrüßen, aber andererseits argwöhnisch begutachten. Zumal er das Ziel nannte, der Therapeut solle ihm dabei helfen, welche die Richtige sei.... ich gehe davon aus, das andere Themen durchaus in Betracht kommen, für mich, aus der Entfernung sieht es so aus, als verliere er langsam den Boden unter den Füßen. Seine Mum, die ihn immer geerdet hat, ist nicht mehr, das macht sich bemerkbar, sein Leben verläuft nicht so wie gewünscht, das Elternhaus ist verkauft worden - solche Dinge machen etwas mit einem. Wenn man die richtigen Schlüsse daraus zieht. Eine Therapie ist eine Chance, eine gute....

Nun überschlagen sich die Ereignisse; unsere Große hat die Bibelschule beendet und sich um ein Stipendium beworben, da wir ein weiteres Jahr nicht unterstützen wollen - sie hat eines bekommen, aber nur 25 % - was ihr nicht wirklich hilft. Als sie das erfahren hat, hat sie angerufen, ich konnte grad nicht, ich war in Schweden unterwegs..... mehr als "oh, das tut mir leid für Dich" war nicht möglich. Papa aber hat tief Luft geholt und wohl gesagt "ich finde, das Jahr hat Dir so gut getan und Du hast Dich so prima entwickelt (das allerdings stimmt - wir sehen das auch so) ich finanziere Dir das zweite Jahr gern....." ich stell mir das vor, in meinerm Kind steigt eine unbändige Freude auf - und er holt tief Luft und fuhr fort "aber nur, wenn Du Mama und Trurl nichts erzählst und Deinen Schwestern auch nicht....." Und mein Kind knallt voll auf den Boden.... holt tief Luft und sagt "no way, ich belüge weder meine Eltern noch hintergehe ich meine Schwestern (sie hat meinen allertiefsten Respekt für ihr Verhalten, das hab ich ihr auch gesagt, ich bin unglaublich stolz auf sie!) und da ist er wohl abgedreht, ihre Loyalität wäre fehl am Platz, ich würde ja nur daran arbeiten, ihm zu schaden und überhaupt... wie es ausgegangen ist war wohl : Telefon an die Wand knallen - Fuß an die Tür - weinen.... und Verzweifelung pur.

Dann Schweigen

Dann schrieb er allen Kindern ein sms, mit einer aufrichtigen langen Entschuldigung, er würde, das habe ihm sein Therapeut gesagt, wohl falsch mit ihnen kommunizieren (hah - ich hasse dieses Wort - es ist so fern vom "ich rede falsch mit Euch" so weit weg von einem miteinander) und das täte ihm leid, er hoffe auf einen Weg um ein gutes Verhältnis zu ihnen zu bekommen. Die erreichte zumindest meine beiden Jüngsten mitten im Unterricht. Reaktion - Kinder völlig von der Rolle - derweil er auch bat, er möchte ein Gespräch mit ihnen führen, in dem sie ihm sagen sollten, was sie von ihm halten und was sie von ihm erwarten. Erster Teil ließ alle Kinder beinahe durchdrehen - allein an der Bitte ist nichts Schlimmes, aber jegliche Kritik an ihm ging in den letzten 11 Jahren so nach hinten los, das sie sich einfach nicht trauen.... was sie erwarten, hab ich gesagt, finde ich toll, es soll ja darumgehen, mit ihm besser klar zu kommen. Mittelchen erbat sich als erstes nichts mehr von seinen Frauen zu hören oder zu sehen, bis er wisse "die ist es." Sie hält so schwierige Dinge ja nicht gut aus. Mal sehen, die Jünsgte will ihm sagen, das sie groß ist und er das bitte endlich respektieren soll, sie wäre nicht "die liebe Jüngste" ,) und die Große meint, das kläre sie allein (was mir Recht ist).

Die Kinder waren schier aus dem Häuschen, saßen hier und waren durcheinander, kamen dann auf die Idee, das mit dem Therapeuten zu klären - nicht mit ihm allein, weil sie sich erhoffen, das er Papa bremst, wenn sie etwas sagen, das ihm nicht gefällt. Haben einen Plan gemacht, wer mit ihm zuerst sprechen möchte - jedenfalls, eine Menge Aufruhr. Mittelchen ist war sehr bereit auf ihn zuzugehen, sie ist, wenn man ehrlich ist, sehr Harmoniebedürftig und Krach mit Papa hat sie weder gern noch hält sie das gut aus.

Dann, bot er der Großen an, dass er die Bibelschule doch bezahlt, ganz ohne Bedingungen und entschuldigte sich für seinen Vorschlag, da war ich aber schon in heller Wut - jemand der so hinterrücks meine Familie angreift, nach dem Motto "verwirre Deine Feinde und schlag sie dann Einzeln" das halte ich nicht gut aus, ich mein, er hätte ja mit uns einfach mal reden können? So als Idee?

Und nun sollte ja alles besser werden, wir sind ehrlich miteinander und überhaupt.

Dann sollte meine Große ihre Abschlußbescheinigung vom Kiefernorthopäden holen, die hatte aber schon Papa - und sagte, er habe sie nicht, gab meinem Kind aber eine Kopie. Nun brauch ich das Orginal um meine 20 % Selbstbeteiligung wieder zu bekommen.... der Arzt weigerte sich eine Zweitschrift auszustellen, die KK ohne Orginal die Zahlung. Ich hab das dann klären können, aber allein, das er die Bescheinigung hat............ lässt mich sprachlos. Der Arzt gibt sie nicht an mich heraus (was ich beschämend finde) sondern nur an die KK - am Ende ist mir das egal.... aber es war eben ein Riesenaufwand.

Und dann sieht meine Große in der Stadt zufällig die xxx im Bahnhof, sieht ihr nach und denkt sich "ups, was macht denn xxx hiet in Hannover" und sieht Papa, der sie liebvoll begrüßt und mit ihr von dannen geht, samt Reisetaschen. Sie wusste, das er ein Seminar besuchen will ("für die Arbeit" hat er Mittelchen erzählt - die sich prompt auch belogen fühlte) dashat er wohl gesagt "ich fahre auf ein Seminar und ich habe dann wenig Zeit und ich bin dann übers Wochenende weg....." Kein Wort von wir..... mag sein, das er Diskussionen aus dem Weg gehen wollte - aber die Große fühlte sich hintergangen. Rief ihn an und - ich schätze mal, so wie ich sie kenne - hat sie ihn gut rund gemacht. Jedenfalls ist er durchgedreht und hat gemeint, sie würde ihn bespitzeln und wolle Kontrolle über sein Leben haben und wenn das so wäre, müssten sich ihre Wege eben trennen, das ließe er sich nicht bieten...." Das Arbeitsseminar war dann auch ein Kinesiologieseminar - was zumindest für Mittelchen eine klare Lüge war.

Das große Kind weint - das Mittelkind ist sauer, die Jüngste sagt "ich lösch dann man die Entschuldigungssms....." Und Mittelchen will kein Gespräch mehr, sie meinte "soll er erst mal zeigen, das er es ernst meint, nicht "aber Du hast mir auch weh getan - unabhängig davon - sondern zeigen, das er bereit ist, sich zu ändern. ER ist hier der Vater, ich bin nur das Kind. " Ich kann ihr da nur zustimmen...... deshalb find ich das Ansinnen, unter uns, sag mir was Du von mir hältst auch ganz problematisch - denn im Umkehrschluß heißt es nur "sag mal was Du willst mir fällt nichts ein....". Oder auch "ändere Du Dich, dann komm ich Dir entgegen und es sollte umgekehrt sein, nur weil mein Therapeut sagt, ich mache etwas falsch (wobei ich noch nie einen Therapeuten sowas hab sagen hören - die wollen immer, das man selbst heraus findet, was man wie gemacht hat, damit es nachhaltig ist) heißt das noch lange nicht, das ich es auch so wahr nehme..... und da waren vorher andere, die ihm gesagt haben, das er etwas falsch macht, aber die waren ja alle beeinflusst..... von mir natürlich. Mediatoren, Richterinnen, JuA Mitarbeiter - ich erinnere mich.... Auweia.

Und nun rückt der Abschlußball der Jüngsten näher und Papa möchte auch kommen und ich bin innerlich so grantig, das ich ihm einfach nicht begegnen will, allein die Vorstellung, das er seine Arme ausbreitet und showmäsig sowas sagt wie "schön Dich zu sehen" lässt mich einfach würgen, entweder ich hau ihm eines in die Fress oder ich k... aufs Parkett. Nein, das werd ich nicht tun, ich will meinem Kind den Abend nicht verderben, aber ich will sein mieses Spiel nicht spielen, auf heile Welt machen, während er unterm Tisch den Dolch schärft.....

So wie ich das sehen, wird sich sein Verhalten in der nächsten Zeit eher verschlimmern, er ist unstetig geworden, schnell auf180° und vergreift sich einfach in Wortwahl und Aussage - ich glaube, er meinte die Entschuldigung ganz ehrlich, das hab ich auch den Mädchen gesagt, das ich mir da sicher sei - aber ich glaub nicht, das er in der Lage ist, das was er sich wünscht, umzusetzen. 11 Jahre Erfahrung haben uns so einiges gelehrt. Ausgeglichenheit, Reflexionsvermögen und die Fähigkeit inne zu halten und erst zu überlegen bevor man platzt sind nicht dabei gewesen.

Und da unsere Konfliktfähigkeiten andere sind, wir reden sachlich über die Dinge und beschimpfen uns nicht - sehen die Kinder vieles anders als er. Das macht es nicht leichter. Wie sagte meine Große? "Er wird 50 und als Vater sollte er wissen, das man manches einfach nicht sagt, Punkt - Ende. Das muss ich weder verstehen noch hinnehmen." Und ganz ehrlich? Da hat sie Recht.

So, also von Ostern bis jetzt ist das für mich eindeutig zuviel. Dazu kommen ja dann noch die kleinen Dinge des Alltags, aus denen ich mich aber mittlerweile gut raushalten kann. Wie heute, als er wohl sagte "er sei von allen so enttäuscht worden" na da soll er mal Mäuschen spielen und sehen, wie seine Kinder weinen.... der Typ ist als Vater ein absoluter Vollversager..... meine armen Kindern sind nun auch noch schuld daran, das er sich schlecht fühlt. Ich könnt k.... Dies "ich hab ja nichts gemacht, nur reagiert" das klingt immer noch wie ein 6jähriger..... nicht wie ein Erwachsener.

Oh ja, ich bin sauer...... wie selten zuvor. Nur allein die Vorstellung, die Große hätte sein Angebot angenommen..... was hätte das mit ihr gemacht, wie viele Lügen hätte das nach sich gezogen? Und so wie ich das sehe eben auch ein "bist ja nicht besser als ich." Gut, das mein Kind soviel Rückgrat hat..... manche Dinge sind den Preis einfach nicht wert. Wobei ich ihr wünsche, dass das mit der Bibelschule klappt (wider meines besseren Wissens), vielleicht finden wir gemeinsam einen Weg, ich gönne es ihr.

Und trotzdem lieben sie ihren Papa - tief und innig - erstaunlich wieviel Eltern bei ihren Kindern wirklich gut haben... und traurig, ihre Tränen und ihre Hilflosigkeit zu sehen, mich macht das so wütend...... es ist so unnötig, so schmerzhaft, so gemein und so perfide..

Sorry ist lang geworden.

Liebe Grüße
Ansa *entmutigt*
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Bolz » 12. Juni 2013 09:30

Oh mann, Ansa,
bei Dir hörts auch nicht auf.
Ich kann es ja nur aus meiner Brille sagen, aber irgendwie scheint mir, dieser Mann schafft es immer wieder Unruhe, Schmerz und Wut in Euren Tagesablauf zu bringen und mir als Außenstehendem ist unerklärlich, wie zumindest Du das immer wieder in Dein Leben lässt.
Ich glaube ich würde mich auch unendlich darüber ärgern, wenn er immer wieder die Kinder durcheinander wirbelt, aber wäre es an die Kinder nicht ein richtiges Signal, wenn Du vorlebst, dass Du diesen Mann versuchst nicht mehr wahrzunehmen und es die Entscheidung der Kinder ist es Dir gleich zu tun ?
Ich bin ja nicht dafür die Kinder gegenüber einem Elternteil nicht zu unterstützen oder sie ihm abspenstig zu machen, aber in Eurem Fall und nach so vielen Jahren und Enttäuschungen müsste doch mal jemand ein Signal setzen, dass sowas wie „bis hier hin und nicht weiter“ signalisiert. Eine immer wieder stattfindende Auseinandersetzung von Deiner Seite mit dem Chaos das er hinterlässt lässt vielleicht bei den Kindern nicht die Idee aufkommen, dass sie auch mal einen Schlußstrich ziehen könnten. Es scheint ja keine dauerhafte Verbesserung möglich und nach so langer Zeit muss doch auch mal Ruhe einkehren können. Wenn das nach 1000 Versuchen nicht klappt und sich jemand partout nicht ändert, dann kann doch auch dauerhafter Abstand eine Lösung sein. Das erscheint mir weniger schmerzhaft als die andauernde Situation nie zu wissen was als nächstes kommt.
Ihr seit echt nicht zu beneiden…
Lg
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 12. Juni 2013 11:26

Liebe Bolz,

ja, bis hierher und nicht weiter - auch das hab ich schon getan, aber immer nur für kleinste Teilschritte, unter großem Drama war das dann möglich, nur insgesamt geht das natürlich nicht.

Es ist ja nicht so, das er bei mir klingelt und Probleme macht, sondern das seine Töchter diese Probleme aus seinem Verhalten bekommen und dann eben bei mir vor der Tür stehen - manchmal sag ich schon "ich bin sicher, Du schaffst es, das mit Papa zu klären" oder ich sag auch "ach, weißt ja wie er ist" und so Dinge, die bei Kleinigkeiten tröstlich und hilfreich sind.

Bie großen Dingen, wie dem ummoralischen Angebot an unsere Große aber - da sehe ich keinen Weg mich raus zu nehmen.... da braucht sie Beistand und Hilfe und es ist einfach schlimm für alle..... nun könnt es ja damit gut sein, das er sein Angebot (das ich großzügig find) verändert hat, er will die Schule zahlen, ohne Bedingungen - nur bleibt der Versuch nicht ungeschehen und all die Emotionen und Gefühle sind und waren ja da. Ich hab immer den Eindruck bei ihm ist es mit "Entschuldige, war nicht so gut von mir" dann auch vorbei und aus, während die Kinder hier sitzen und durcheinander sind.... das wird sich nicht ändern, denk ich mir, nicht einmal wenn ich weit weit weg ziehen sollte.

Sie müssen ihren Umgang finden und ich muss sie wohl noch ein Stück begleiten oder zumindest da sein, wenn es notwendig ist und das ist momentan eindeutig zuviel der Fall....

Dir liebe Grüße
Ansa
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon siebenzwerge » 12. Juni 2013 11:48

Liebe Ansa,

du hast dir ja mächtig Luft gemacht und das zu Recht !
Es ist wirklich unglaublich was ich da lese und das geht so gar nicht.
Das du entmutigt bist, braucht einen nicht zu wundern.
Wieviel Kraft muß dich das kosten und wieviel Schmerz trägst du in dir, mal abgesehn von deinen Kindern.
Die Aussicht, das sich da jemals was ändert gibt es nicht. Das Karussel dreht sich immer weiter im Kreis.
Es gilt sich selbst zu schützen !
Ansa, ich schätze dich so ein, daß du deinen Töchtern nicht vermitteln willst was du persönlich über ihren Vater denkst,
ist das so? Wenn das so ist, ist das zwar sehr vernünftig und ehrt dich, aber Bolz hat Recht, irgenwann muß
Schluß sein ! Deine Töchter spüren am eigenen Leib wie er ist und sie leiden sehr darunter und er scheint sich nicht
darüber bewußt was er für einen Schaden anrichtet oder es ist ihm egal.
Du hast zu mir gesagt, man sollte so handeln, das es sich für einen selbst gut und stimmig anfühlt und das eben gerade in Bezug auf deinen Ex.
Ansa, es wird Zeit durchzugreifen und ich weiß, das Du das schaffst !

Sei ganz lieb gegrüßt
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon siebenzwerge » 12. Juni 2013 12:03

Hallo nochmal,

wir haben fast gleichzeitig geschrieben, lese gerde erst deine Antwort an Bolz.
Darf ich fragen wie lange ihr jetzt getrennt seid?
Ansa, es ist wirklich toll, wie du das alles regelst und deinen Töchter so gut es geht beistehst
und sie dahinführst ihren Umgang zu finden, doch der Preis ist schon hoch dafür und was wird letztendlich das
Resultat sein? Wenn du mit dem Resultat, das daraus ensteht zufrieden bist, dann bleib auf diesem Weg, aber
wenn nicht, ist es an der Zeit einen anderen einzuschlagen. Du findest ihn !
Wenn man ganz tief in sich hineinhört, weiß man es eigentlich auch...

Für mich hört es sich so an, das du dich dem nicht entziehen kannst, egal was du auch tust.
Wie aussichtslos ist die Situation in der du da steckst......

Ganz nebenbei, das macht mir gerade keinen Mut, da ich hoffe durch einen Umzug wird es bei uns ruhiger...

sei lieb gerüßt
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 12. Juni 2013 15:40

Hallo Siebenzwerge,

danke - es war und ist auch teilweise sehr hart und ich spüre momentan, das ich wenig Kraft habe und mich eigentlich nur noch weg wünsche.....

Wir sind seit 11 Jahren getrennt; man sollte meinen, das wird eines Tages besser - aber am Ende ist es so, das er seine Launen nun eher an den Kindern auslässt, als an mir, auch, weil wir eher wenig miteinander zu tun haben. Er mag keine Absprachen treffen und ich hab mich mittlerweile auch daran gewöhnt, die Kinder zu fragen, heute - sind sie alt genug um ihre Belange zu klären.

Ach ja, ich glaube, er hat eine ernsthafte Störung, ich vermute auch stark um welche es geht und weiß darüber recht viel. Von daher betrachte ich manches mit Sorge, auch die Therapie. Menschen wir er sind eher der Typ "ich hab da ein Problem, machen sie es weg" und auf der Suche nach "wer ist jetzt schuld..... außer mir?" Ich weiß, die Geschichte ist tragisch und der kleine Kerl dahinter hat mein ganzes Mitgefühl (das mein ich sehr aufrichtig und ehrlich), aber der große Kerl schadet seinen Kindern, unseren Kindern und das halt ich schwer aus.

Ich nehme seine Verzeifelung ja wahr - anders als die Kinder sehe ich das durchaus und nehme das ernst, ich hab den Mädchen auhc gesagt, das ich glaube, das er das ganz ernst meint, wenn er sagt, es tut ihm leid.... nur ist das so eine Sache.

Ich war 19 als ich ihn kennen lernte, wir waren 20 Jahre zusammen, 14 verheiratet, ich kam in seine Familie wie ein zusätzliches Kind, ich weiß viel, ich hab viel beobachtet, manches nicht verstanden oder mit meinem heutigen Wissen durchaus auch falsch bewertet und eingeordnet - aber durch meine Kinder und die Beschäftigung mit dem Thema weiß ich heute mehr und kann vieles anders beurteilen. Seine Störung gehört zu den anerzogengen Störungen und er kann im Grunde nichts dafür, deshalb schreib ich auch der kleine Kerl...... tut mir leid, der Große hat mein Mitgefühl - aber nichts desto Trotz, damit kommen wir nicht weiter, nicht solange ich sein Feindbild bin.... solange kann sich nichts ändern und ich muss darauf achten, das keiner von uns unter die Räder kommt.

Es hat keiner gesagt, das es bei Euch auch so enden muss...... Abstand kann gut tun und helfen.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon siebenzwerge » 12. Juni 2013 17:25

Hallo Ansa,

es ist wirklich schwierig hier Ratschläge zu geben oder seine Meinung zu unterbreiten, vor Allem,
wenn man wie ich erst seit kurzem "hier" ist und keine Vorgeschichten kennt.
Mein erster Eindruck bei dir war, das du alles mit Bedacht und einfühlendem Vermögen beurteilst
und das du ein Mensch bist, der niemandem was böses will, selbst denen nicht die dir Schmerz zufügen
wie z.B dein Ex. Das hat sich für mich auch so bestätigt. Denn wenn ich das so lese wie du sein Verhalten entschuldigst,
da Du weißt warum er so ist, das ist wirklich mehr als mitfühlend.
Weißt du, ich denke auch immer wieder "WARUM" ???
Muss es so laufen, daß nur weil man gemeinsame Kinder hat, ständig
mit solchen UNNÖTIGEN Problemen belastet wird? Man will doch nur seine Ruhe haben !!!!
Ansa, ich war wirklich auch schon so oft total verzweifelt und bin ansonsten eine Frohnatur und ein Strahlemännchen.
Es macht mir dann immer Angst wenn ich nicht weiter weiß und wenn die Kinder leiden das zerreist mir das Herz.
Deshalb, ich kann dir wirklich gut nachfühlen und wenn du dich jetzt schwach fühlst und dich am liebsten weg wünschst
ist das mehr als verständlich.
Die Störung bzw. das Problem das er hat, macht natürlich alles noch schwieriger, denn du mußt sein Verhalten dadurch regelrecht entschuldigen, was du ja auch tust.
Oje, Ansa das ist ein hartes Stück Arbeit da einen "Weg" zu finden.

Liebe Grüße
siebenzwerge
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 13. Juni 2013 10:25

Liebe Siebenzwerge,

aber manchmal ist es total gut,wenn jemand neu und unbelastet ist - dadurch können einfach andere Impulse entstehen, wenn man sich selbst schon lange gefangen hat. Von daher finde ich solche "neuen" Blicke sehr wertvoll.

Ja, ich denke viel nach, ich wollte es so gern allen Recht machen, und musste einfach lernen, dass das manchmal nicht möglich ist. Ich konnte tun was immer ich wollte - es war nie genug. Brachte ich etwa an meinem Weihnachten die Kinder zu Oma und Opa, hätte sich die Familie ja eigentlich freuen können, aber Oma sagte "was bist Du nur für ne Mutter, selbst an Weihnachten gibst Du Deine Kinder fort" - DAS war ihre Wahl, sie hätte auch sagen können "nett von Dir, das Du die Kinder hier sein lässt." Damals fuhr ich weinend weg..... zumindest die Kinder waren glücklich bei ihrer Familie sein zu dürfen. So erging es mir immer wieder und dann sagte mir jemand "wenn Du es niemandem Recht machen kannst, mach es so, das es sich für Dich gut anfühlt." Das war einer der wichtigsten Ratschläge, die ich je bekommen habe.

Nun ist es so, das man mit meinem Ex leider nicht reden kann, egal was ich versucht hab, selbst als ich erklären wollte, wie manches auf die Kinder wirkt und was es mit ihnen macht - weil sie ja noch junge Menschen in der Entwicklung waren - er wollte es nicht hören, ich hab mir Hilfe gesucht, Mediator, Therapeut - ich kameinfach nicht mehr an ihn ran und eines Tages, Jahre später, hab ich aufgegeben. Leider reden auch die Mädchen zu wenig mit ihm,es ist einfach kein Vertrauen mehr da, derweil er auf jegliche Kritik überreagiert und um sich schlägt (verbal). Ich hab immer versucht zu vermitteln, den Weg zu Papa geebnet, auch jetzt, bin ich diejenige, die ihnen ans Herz legt, das er seine Entschuldigungen ganz sicher ganz ernst meint.... weil sie es nicht glauben können.

Aber da ist auch noch eine große Diskrepanz zwischen seinem Wunsch und seinem Handeln für sie zu erkennen, das stimmt nicht überein, oder ab weicht heute von morgen ab, je nachdem wie er sich fühlen mag. Für Kinder ist das extrem schwer, weil es um Verlässlichkeit geht. Ich bin immer die Gleiche, egal wann sie kommen, egal wer kommt - ich bin nicht tagesformabhängig SO unterchiedlich, er schon.... und das können sie nicht einschätzen oder sich darauf einstellen. Wenn er gestern total nett war und sie offen auf ihn zugehen, kann das morgen schon wieder ganz anders sein und das weckt so eine Urangst.... die Situationen sind für sie einfach unberechenbar und das schätzen sie alle gar nicht und fürchten sich davor.

Grad neulich haben wir, der Liebste und ich, den Mädels ans Herz gelegt, helft ihm doch und sagt ihm oder schreibt es ihm sachlich, als Notiz - und erklärt ihm, was die Dinge mit Euch machen, wie ihr sie wahr nehmt - ich glaube, das weiß er wirklich nicht..... aber sie mögen nicht, zu tief sind ihre Verletzungen, weil sie das alles schon so oft versucht haben und er es meist als "ist ja nicht Deine Meinung" abgetan hat, Kinder hören eines Tages auf zu reden..... und doch liegt auch darin ein Schimmer Hoffnung, denn sie sind immer wieder bereit, auf einen zuzugehen und die Hand zu reichen. Eltern bekommen da ein unglaublich hohes Mass an Langmut geschenkt. Wenn ich das erhalten kann, so sehe ich meine Aufgabe darin, denn eines weiß ich sicher, sie lieben ihn..... mehr, als er ahnt.

So kann ich acuh mal etwas "wieder" erklären und überdenken und neu bewerten, dann auch hier verändern sich die Dinge und die Wahrnehmungen ja durchaus. Auch wenn ich mal einfach nur wütend rumrausche, am Ende siegt doch der Verstand, aber Wut tut gut und klärt manchmal die Dinge, sofern man sie bei sich selbst lässt.

Ja, das wird noch ein hartes Stück Weg werden, aber ich versuche auch, mich immer mehr und mehr raus zu nehmen und die Kinder ihren Weg finden zu lassen, so oft sie mögen - ich fang sie nur auf, wenn sie wieder weinen und freue mich, wenn die Abstände größer werden. Vielleicht hören sie ja eines Tages auf? Wer weiß.....

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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon siebenzwerge » 13. Juni 2013 11:04

Ja, liebe Ansa es heißt nicht umsonst die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ich bin ein Mensch voller Hoffnung, Gott sei Dank, und so verlier ich nie den Mut weiterzukämpfen
und niemals aufzugeben. Letztendlich muß doch irgenwie alles gut werden....

Da gibt es doch noch so einen Spruch:

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge die ich nicht ändern kann hinzunehmen und
die Kraft Dinge zu ändern die ich ändern kann

oder so ähnlich.....
den kennst du bestimmt auch, oder?

Ansa, wie schön, daß deine Kinder so eine Mama haben. Sei stolz auf dich und dein Handeln und verzweifle nicht.
Du machst es genau richtig und das Wertvollste, nämlich deine Töchter, spüren das. So kommt das was Du tust
an der richtigen Stelle an und dein Ex ist wirklich ein armseliger "Mann", wenn er nicht erkennt wie sehr die Mädchen
danach gieren bei ihrem Papa wieder "anzukommen".
Eine Frage, hast du nicht mal erwähnt, daß er sich auch hier aufgehalten hat?

Sei auch lieb gegrüßt
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 13. Juni 2013 11:27

... und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Das hat mir mein Opa in mein Poesiealbum geschrieben, damals, als ich klein war und je älter ich werde, desto mehr verstehe ich diesen Satz in all seiner Bedeutung.

Er liest hier mit..... das hat mich eine Zeit arg eingeschränkt, weil ich das gar nicht SO wollte, andererseits, mein Liebster ist nicht immer hier, er arbeitet die Woche über außerhalb und manchmal brauch ich einfach einen Ort an dem ich mich ausschreiben kann, mal los werd, was mir durch den Kopf schwirrt..... Kraft hole und neue Gedanken. Meine Freunde sind nach 11 Jahren ebenso müde wie ich es bin.

Ich hab darüber nachgedacht, wie ich damit umgehen soll. Meine Threads löschen? Schon seine Mutter hat sich hier angemeldet, da ich die Anmeldungen handverlese (wegen der vielen Spams) hab ich sie natürlich gefunden, frei geschaltet und gedacht, was soll es schaden, so liest sie vielleicht auch meine Seite einmal, denn ich hab sie schon gern gehabt, früher einmal. Ich gehe davon aus, das sie es ihm gezeigt hat.... nicht mehr schreiben? Ich schreib ja doch nur das, was ich denke und auch laut sage - manchmal verzeifelt, manchmal wütend - andererseits kann er, wenn es denn sein muss, auch nachlesen, was ich zu den Dingen vor langer Zeit schrieb - das ist schon sehr anders, als mitunter gedacht.

Meine Mädchen meinen aber, ich soll darauf keine Rücksicht nehmen, es sei meine Art mit den Dingen umzugehen und sie mögen hier auch nicht lesen, wie sagten sie "Du wirst da nur das schreiben, was Du auch sagen würdest" also, ist das Dein Bereich.... ich war damals sehr gerührt und bewegt ob ihres großen Vertrauens. Aber ich bin mir natürlich immer bewusst, das sie es auch eines Tages lesen könnten. Wir haben, als Papa ihnen sagte, das ich hier offen über die Familie schreibe und alle darüber entsetzt seien, Familienrat gehalten und zusammen überlegt, was tun. Ich war sehr durcheinander; das Ergebnis ist jedoch , alles ist so geblieben wie es war und ist. Ich würde die Dinge wieder so handhaben wie ich es gemacht habe, jederzeit.

Zum Glück steht die Trennungsgeschichte von uns Großen nicht hier, denn das ist immer noch Paarebene - und das ist gut so. Alles andere wird ihnen vielleicht sogar eines Tages helfen können, wer weiß?

Ansa
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon siebenzwerge » 13. Juni 2013 12:57

darf ich noch ein bißchen verweilen auf deiner Seite ?

ich warte im Moment jede Minute auf den Anruf von meinem LG wie es gelaufen ist.
Die Gutachtenstelle ist 80km weit weg, von daher dauert es noch ein paar Stunden bis er heim kommt.

Liebe Ansa, es spiegeln sich immer wieder Dinge, die du berichtest, welche ich nur zu gut aus meinem Leben kenne.
Seine Mutter und er liest mit, o.k.- ich sage jetzt einfach, du hast richtig entschieden "hier" zu bleiben, denn:
DIE WAHRHEIT DARF MAN IMMER LAUT SAGEN
keiner kann das einem übel nehmen. Und wenn einer kein gutes Haar an einem lässt, dann interessiert es ihn eh
nicht was du sagst oder schreibst.

Und jetzt möchte ich dir gerne etwas sagen:
überleg mal
hast du nicht auch schon gedacht, daß gerade die negativen Erfahrungen, auch die schmerzerfüllten uns doch, so
schlimm und unerträglich sie waren, uns wahnsinnig geprägt haben und uns zu dem gemacht haben, was wir heute sind?
Bestimmt hast du das.
So.Und jetzt denk dabei an deine Mädchen. Was ich so gelesen habe (bis jetzt) sind sie alle 3 das, was man sich als Mama
nur wünschen kann. Die Mädchen werden gerade durch diese Erfahrung geprägt. Bitte nicht falsch verstehn !
Ich gehe im Moment von mir selbst aus. Ich hatte keine leichte Kindheit. Meine Eltern haben sich zwar nicht scheiden lassen aber haben jeden Tag gestritten und zwar aufs übelste. Alkohol war auch bei beiden im Spiel. Und ich war so allein.
Ich will hier kein Mitleid, es gibt viel schlimmeres, denn ich hatte eins von beiden L I E B E und G E B O R G E N H E I T !
Das gibst DU zu genüge deinen Töchtern und noch viel mehr. Ansa, glaub mir das reicht aus für ihr ganzes Leben.
Das mit ihrem Vater geht seinen Weg und es kommt letztendlich darauf an, was er daraus macht.
Meine Mutter hat damals ihren ganzen Schmerz bei mir abgeladen und stand auch mit einem Messer vor mir und wollte sich das Leben nehmen. Ich hab ihr als Kind das Messer mit all meiner Kraft abgenommen und das ist noch lang nicht alles...
Auch mein Vater war nicht einfach. Er hat den Ölofen umgeschmissen und das ganze Öl war in dem riesigen Wohnzimmer
verteilt. Mein Vater wollte das Haus anzünden. Ich hab als Kind das ganze Öl aufgewischt und mehr weiß ich nicht mehr.

Was ich damit sagen will, nichts ist genau so, wie man es sich wünscht und wenn man es sich auch noch so sehr wünscht.
Das was in unserer Macht steht , das können wir tun, mehr aber auch nicht.
Das hast du sicherlich schon oft gehört, aber wie ich bereits gesagt habe, manchmal muß man so was immer wieder hören.
Und du wirst lernen es abzulegen, irgendwann. Und ich arbeite selbst daran.
Ich kenne diesen Drang nur zu gut, den du verspürst in Bezug auf deine Kinder. Ihnen solls gut gehn und das eben auch im Umgang mit ihrem Vater.

Liebe Grüße
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 14. Juni 2013 06:49

Guten Morgen Du,

ach je, das schreib ich hier auch ab und an, um den Boden unter den Füßen zu halten, die sog. intakten Familien können auch ganz schön schrecklich sein..... zwar war bei meinen Eltern kein Alkohol im Spiel und ich bin sehr dankbar, das es zu meiner Zeit noch kein Ritalin gab, aber ich denke, für meine Eltern wäre das DIE Lösung gewesen. Ich hab so einen ekligen Saft bekommen, täglich - der hieß "Zappelsaft" und egal ob ich wollte oder nicht, ich musste ihn schlucken..... da schüttelt es mich noch heute :/:

Der sollte mich ruhiger machen, ne ehrlich, ich war nie das Kind das meine Eltern sich gewünscht haben und meine Kindheit war geprägt von Gewalt, psychischer und pysischer Gewalt - deshalb schockt es mich auch so, wenn mein Ex sagt "wenn Eltern ihre Kinder schlagen, dann lieben diese Kinder ihre Eltern mehr und das ist gut" Ich geh mal davon aus, das war nur so ein Gedankengang von ihm, aber nie nie einer, den man umsetzen darf. Ich würde mich unter "misshandelt" einreihen und ich hab Jahre damit zu tun gehabt, das zu verarbeiten und einen Weg zu suchen, es Anders zu machen, besser. Das war ganz schön schwer, manchmal, derweil ich gar nicht wusste wie das geht, aber ich hab das ganz gut hinbekommen.

Nein, kein Mitleid, das sind die Dinge die uns zu dem gemacht haben, was wir sind. Und uns die Angst genommen, offen zu reden, während in der Familie meines Ex ja alles an diesem Tisch blieb (heute weiß ich, wie ungut das ist und wie einengend.....und ungesund) in meiner auch. Meine Mutter hat nie offen über Probleme gesprochen, das gehört sich nicht, hat sie gesagt und ich hab das viele Jahre auch gemacht, aber es hat mir nicht gefallen. Man kommt nicht an "neue" Wege durch Schweigen und verharrt in alten Dingen....

Meine Alternative zu der Scheidung sehe ich heute derart, wäre ich bei ihm geblieben, wären es vielleicht meine Töchter, die in der Psychatrie wären und nicht die seiner einen LG? Wäre ich vielleicht schon durchgedreht, in jedem Fall aber zutiefst unglücklich und gebrochen, da ist es so doch besser..... heute hab ich meinen Liebsten, er lebt den Mädchen Familie vor, ein Rollenbild als Liebster und Vater und ich kann endlich so sein,wie ich bin - ohne Grenzen.... das fühlt sich unglaublich gut an. Wir hätten Papa immer gern mit im Boot gehabt, auch der Liebste als er sagte "nein, ich möchte nicht, das Du Papa zu mir sagst, Du hast nämlich einen und den hast Du ganz schön lieb." es ist gut so, wie es heute ist.

Zumindest an den meisten Tagen, für die anderen gibt es unser Forum
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon Ansa » 19. Juni 2013 18:45

So,

meine Große war ganz tapfer und mutig und hat heute ihr Gespäch mit Papa geführt, sie erzählte, das sie Bauchweh gehabt hätte und nicht gut geschlafen habe, vorher, weil sie einfach nicht wusste - was passieren wird.

Der Therapeut aber ist ein Kluger, er hat wohl gesagt, er würde mit ihr sprechen und Papa müsste zuhören..... und so haben sie es dann auch gemacht. Sie meinte, sie habe nicht alles erzählen können, dafür sei die Zeit zu kurz gewesen, aber doch einen Teil und es sei aufwühlend gewesen, so manche Erinnerung habe doch sehr weh getan..... :bussi: aber sie hat`s geschafft und sie wünscht sich doch ihren Papa, so wie er früher einmal war. Mal sehen..... für ihn muss das ganz schön schwer gewesen sein, zuzuhören und zu sehen, was geschehen ist, aus ihrer Sicht - das war so intensiv ja nicht möglich.

Insoweit kam sie entspannt und ruhig bei uns an und hat ein wenig erzählt, das Wichtigste, auch für ihre Schwestern aber war, das es eben keinen Streit gegeben hat, keinen Aussetzer und kein Geschrei - auch von ihrer Seite aus nicht =) . Hier gab`s ein Aufatmen bei allen Beteiligten, das war positiv.

Euch einen guten Abend
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Re: Alle Jahre wieder....... Papa......

Beitragvon siebenzwerge » 20. Juni 2013 13:30

das sind doch die Momente im Leben,
die uns wieder hoffen lassen,
daß doch irgenwann alles gut wird.

Ich freue mich für Dich und deine Töchter.

Liebe Grüße
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