2. Familie = Familie 2. Klasse?

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: 2. Familie = Familie 2. Klasse?

Beitragvon MarliJo » 8. Februar 2013 11:12

Hallo Maxi !

Entäuschend so etwas...definitiv, und aus meiner Seicht dazu ein "geht so nicht!"

Ich vermute der Geburtstag ist jetzt Samstag ?!
Ist natürlich sehr schwierig, da auf die Schnelle einen guten Weg zu finden, aber ich würde es versuchen - und ich würde an Stelle deines Mannes nicht so einfach Ja zu der scheinbar plötzlichen Eingebung der Mutter sagen. Klar, er will es seiner Tochter nicht unnötig schwer machen und das wird seine Tochter sicher auch schon registriert haben aus vergangenen Begebenheiten.
Andererseits muß man auch fragen, was lernt seine Ex.Frau aus so einem defensiven Verhalten ? Solange sie immer sieder damit durchkommt, wird sie auch mit ihm so umgehen, denke ich.
Nun ists ja ein Geburtstag und da will er sicher nicht zu viel Stress machen. Dennoch würde ich die geplante Feier mit Verwandtschaft nicht absagen und der Mutter vorschlagen, dass sie ihre Tochter am Abend haben kann ( und vielleicht auch über Nacht?), so dass sie Sonntagmorgen wieder zu euch zurück könnte. Was meinst du dazu ?
Ich weiß ja nicht wie alt seine Tochter ist...? ab einem gewissen ALter kann man solche Dinge erklären,...dass ihr Erwachsenen euch bei der Planung Mühe gegeben habt und auf euch auch daruaf einstellt, dass Abpsrachen eingehelten werden. Das hat ja mit Verlässlichkeit und Rückgrat zu tun und ich finde aus einer solchen Haltung kann die Tochter auch etwas lernen.

Hoffe ihr findet einen Weg ohne allzu hohen Wellen !

Gruß
MarliJo
MarliJo
 

Re: 2. Familie = Familie 2. Klasse?

Beitragvon MarliJo » 8. Februar 2013 13:30

Ja stimmt, Opferrolle ist immer Mist weil sie gewissermaßen blind macht - im übrigen auch sich selbst gegenüber, und am Ende leiden ja auch die "Opfer" selbst darunter.
Macht viel kaputt.
Die Frage ist natürlich für deinen Mann, wie sehr er die Opferrolle bedienen will, in der sich die Mutter fühlt !?

Was das selbst regeln von WE's aun anderem angeht, seh ich das ein wenig anders.
Es ist hier ja immer wieder mal zu lesen, Kinder mit 9,10,12,14.. sind ja schon erwachsen genug, um dieses oder jenes selbst in die Hand zu nehmen und sollten mehr Verantwortung übernehmen (damit es die Eltern nicht tun müssen).
Zum einen finde ich Kinder in diesen Jahren noch nicht soo alt, dass man ihnen nachhaltig vernünftiges Verhalten unterstellen kann, geschweigedenn Weitsichtigkeit (kriegen wir Großen ja schon oft genug nicht hin!). Die Kinder "üben" halt noch und brauchen da meiner Ansicht schon noch Anleitung und Vorbild.
Zum anderen sind es die Kinder, die sich die Trennungsituation ja nicht ausgesucht haben. Wenn sie dann aber Dinge regeln sollen, die sie normalerweise nicht regeln müssten, wenn die Eltern zusammen wären, übernehmen sie damit eine Verantwortung, die sich für sie vermutlich immer "fremd" anfühlen wird.
Das äussert sich bei uns in solchen Sätzen wie >da kann ich doch nicht dafür, dass ihr euch getrennt habt!<. Recht haben sie. Ist Ja Erwachsenensache und da mögen sie eben keine Rolle übernehmen.
Da finde ich es besser, man bindet die Kinder in Entscheidungen mit ein. Und in eurem Fall ist das der Tochter ja auch erklärbar, dass ihr den Geburtstag so und nicht anders geplant hattet...wenn die Mutter dann dazwischenfunkt, schiesst sie sich letztlich selbst ins Knie, weil die Tochter es mit Sicherheit ja auch nicht gut finden wird, dass ihre Mutter Papazeiten zu ihrem Nachteil beeinflusst.

Ansonsten Maxi, wenn es denn so recht problemlos möglich ist, dass ihr mit der Tochter einen Tag später feiert, ist das ja noch im grünen Bereich.
Aber prinzipiell finde ich es problematisch und langfristig auch nicht weiterführend, ihrem Willen immer nachzugeben - auch nicht für seine Tochter.
Und klar auch für dich ein schlechtes Gefühl so hanz ohnmächtig zusehen zu müssen..das kann ich nachvollziehen !

Liebe Grüße
MarliJo
MarliJo
 

Re: 2. Familie = Familie 2. Klasse?

Beitragvon Bolz » 8. Februar 2013 15:56

Hallo Maxi,

tut mir leid, dass Du mal wieder so nen Bugschuß bekommen hast, aber es ist auch wirklich bemerkenswert, dass Ihr es immer und immer wieder gut meint und doch wieder enttäuscht werdet.
Ich hab mir auch schon so oft vorgenommen nichts mehr vorzubereiten oder zu planen, aber das macht ja auch unglücklich weil man einfach so nicht sein will.

Trotzdem finde ich in diesem Fall, dass alle Beteiligten schuld an den Geschehnissen haben. Man kann nicht immer alles mit der Opferrolle der Mutti entschuldigen ( wenn die Tochter z.B. keine Lust hat sich in der Schule anzustrengen, kann die Mutti auch nicht rum heulen wie arm sie ist, das wird die Tochter dann nicht erweichen). Hier scheint es mit doch eher so zu sein, dass das Mädel sich dreht wohin es ihr passt oder wo der geringste Ärger / großte Nutzen zu erwarten ist und sich dann frei entscheidet. Ohne Rücksicht auf irgendwas. Nicht weil die Mutter ein Opfer ist, sondern weil die Tochter sich einfach einen Teufel drum schert, ob Ihr enttäuscht seid oder nicht. Ihr schluckt die Kröte ja doch und tragt ihr dann sogar noch eine verschobene Feier am nächsten Tag hinterher. Wieso sollte sie da nicht abgreifen wann und was immer ihr passt ?

Wenn sie sich bei ihrer Freundin einladen würde und die würde eine Feier für sie vorbereiten und Töchterchen geht dann doch zu einer anderen Freundin. Was würde Nr. 1 mit ihr machen ? Ich schätze sie mit dem Allerwertesten nicht mehr ansehen...Mit 14 ist man alt genug zu erleben was es heißt andere Menschen vor den Kopf zu stoßen, ich finde, das darf man ihr also in diesem Fall sehr deutlich sagen.

Was MarloJo mit der Verantwortung übernehmen und dem Alter der Kinder sagt finde ich auch irgendwie richtig, aber den Satz "damit es die Eltern nicht tun müssen" kann ich so nicht stehen lassen. In diesem Fall wie hier ist Maxi und Ihr Mann doch gar nicht in der Lage zu handeln wenn der andere Elternteil bewußt alles torpediert. Bleibt also nur die Person Tochter, um die es ja hier auch geht. Und diese wäre bei Gleichaltrigen ja auch im Zugzwang zu entscheiden wem sie ihr Wort gegeben hat, wieso kann man dann nicht auch von einer 14jährigen erwarten, dass sie gegenüber den Eltern einhält was abgesprochen war ?

Ach ja und zu den am liebsten wegzuschmeißenden Lebensmitteln. Vielleicht kann Maxi ja wenn Du wieder etwas runtergekocht bist aus den eingekauften Zutaten ein Supernobelmenü zaubern und es ganz allein mit Deinem Mann verputzen, so a la selbst schuld Tochter, wenn Du es nicht willst, dann schlemmen wir es :trost:

Fühl Dich mal ganz lieb gedrückt :umarmen:

Lg
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Re: 2. Familie = Familie 2. Klasse?

Beitragvon sonnenschein2 » 8. Februar 2013 16:52

Liebe Maxi,

ich kann deine Enttäuschung und auch Wut nachfühlen. Im Grunde genommen sind dir ja die Hände gebunden. Es ist nicht deine Tochter. Dein Mann ist verantwortlich und du kannst nur beratend da sein. Oder eben auch für dich deine Rückschlüsse und Konsequenzen ziehen. Ich kann dir ja mal von unseren Patchwort Erlebnissen berichten. Wir haben ja insgesammt 6 Kinder, einjeder von uns 3...Das Jüngster ist 12, das Älsteste 24.
Was wir unseren Kindern mitgeben ist, das Verabredungen eingehalten werden. Wenn Papa We ist, dann ist Papa dran und nicht wir. Dann wird auch bei Papa Geburtstag gefeiert. Auf Tauschen lassen wir uns so gut wie nie ein, weil es dann im Nachhinein oft zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Wenn der Geburtstag auf unser We fällt und wir eine Feier mit dem Kind planen, dann gibt es kein Verschieben, weil der andere Elternteil sich eine andere Überraschung hat einfallen lassen. Ich glaube, dass ein Kind mit 14 Jahren dies durchaus verstehen kann. Wenn Sie sich mit Freunden verabredet wird sie die Zeiten auch nicht einfach so über den Haufen werfen. Da bin ich mir sicher.
Was lernt das Kind aus seinem Verhalten? Papa lässt sich von Mama instrumentalisieren, macht sich im Grunde genommen zum HansWurst. Die Trennung ist nun schon lange her und die Fau Mama muss lernen ihr Leben auf die Kette zu bekommen. Dies wird sie aber niemals machen, wenn sie mit ihren Machtspielchen weiterhin Erfolg hat. Die Sache ist nur die, das du wenig Handhabe hast. Du kannst nur gucken, wie es dir in dieser Situation gut geht...Zum Beispiel die nächste Planung und Vorbereitung mal ganz deinem Mann überlassen, denn du weißt ja nicht ob letztendlich doch alles wieder abgeblasen wird...
Aus meiner Sicht helfen da wirklich nur ganz klare Grenzen zu setzen und dies auch dem Kind zu vermitteln...Mir würde bei so einem hin und her auch die Hutschnur hochgehen.

Fühl dich gesehen und lieb gegrüßt
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Re: 2. Familie = Familie 2. Klasse?

Beitragvon Ansa » 8. Februar 2013 19:17

Liebe Maxi,

ja, das ist ein weites Feld..... auch wir laborieren hier seit Jahren rum, wie regeln wir das.... dabei haben wir das sogar geregelt, in unserem Mediationsvertrag, der Papa hat ein Recht darauf, mit seinem Kind an dem, auf den Geburtstag nachfolgendem Wochenende..... zu feieren. Gehandhabt haben wir das aber immer eher frei. Manchmal passt das nachfolgende Wochenende nicht, manchmal holte papa das Geburtstagskind von der Schule ab und ging mit ihm Essen - manchmal passierte nichts..... heute bin ich da weitgehend draußen, weil die beidne Großen sind unabhängig und klären das allein und meine Jüngste hat da auch freie Hand, mit Absprache - d.h. Bescheid sagen. Sie ist grad 16 geworden.

Man soll Kinder nicht mit rein ziehen, das stimmt, dazu gehört aber auch, dem Kind keine Botschaften aufzutragen "Sag deinen Vater SO geht das nicht" oder ähnlich instrumentalisert es ja..... mit 14 aber darf man Kinder durchaus ermutigen, dem Paroli zu bieten. Meine Töchter sagen durchaus "Kläre das mit Mama...." und das ist gut so. Denn sie stehen ja dazwischen und das ergibt Konflikte, immer. Also, ich weigere mich schon lange, derartige Botschaften anzunehmen. Wenn es etwas zu klären gibt, dann bitte zwischen den Erwachsenen - und wenn, wie mal wieder, der Vater nicht mit mir spricht - dann schreibe ich ihm eben, wenn es denn sein muss.

Am Ende ist die wichtigste Frage schon gestellt worden. "Was lernt mein Gegenüber aus meinem Verhalten....." also, wenn Dein Liebster still hält und sich das all die Jahre hat gefallen lassen, lernt die Mutter "Hej, mit DEM kann ich`s machen....." und die Tochter? Vielleicht lernt sie das, was dem Papa vorschwebt "das er um des lieben Friedens willen Ruhe hält und sie nicht in einen Konflikt bringt" vielleicht lernt sie aber auch "Papa setzt sich eh nie durch......" das entscheiden leider nicht wir selbst. Manchmal ist ein kurzer deutlicher Kampf "SO nicht!" besser, weil dann für lange Zeit alle Verhältnisse geklärt sind. Mit 14 hat das Kind auch ein Mitpracherecht und kann durchaus so einiges allein entscheiden. Natürlich ausserhalb der Opferrolle - aber auch über solche Dinge kann man sachlich miteinander reden.

Und sachlich kann auch mal sein "na, das war halt Papas Entscheidung, hätte er ja nicht so handhaben müssen....." und schon sind die Kinder raus aus seinen Vorwürfen oder Statements. Oder auch, weil ich mich zunehmend raus nehme "Das ist der Preis, den manche Dinge bei Papa kosten, Deine Entscheidung!" Na gut, aber soweit seit Ihr noch nicht. Aber das Vorbereitungen und Planungen nicht einfach umgeworfen werden können, das sollte eine 14jährige durchaus wissen und anerkennen. Mitunter hilft es, das Kind ins Boot zu holen und mal zu fragen "sag mal, wie würdest Du jetzt handeln?" DAS kann spannend sein.

Und doch liegt es, wie so viele Sachen, in der Hand Deines Liebsten.... und ihr könnt mit dem Kind reden, es gehört ja beinahe zu den Großen, ganz sachlich - dann fällt so eine Feier eben aus.... muss man sehen, wann der nächste Termin für alle gut passt. Oder aber, man tauscht und macht alles möglich, "weil Du uns so wichtig bist!"

Geh mal essen und gönn Dir einen ruhigen Abend.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: 2. Familie = Familie 2. Klasse?

Beitragvon Bolz » 13. Februar 2013 13:44

Hallo Maxi,

hat die Feier denn am Sonntag noch geklappt ? Geht es Dir besser oder bist Du noch sehr sauer ?

Lg
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