Kleiner Sohn 2 Familien

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Lysanne » 12. April 2013 12:03

Hallo zusammen,

ich bin ganz neu hier und hoffe, dass Ihr mir hier ein wenig helfen könnt.

Im Moment herrscht bei uns folgender Stand / sehr gekürzte Fassung:
Mein Ex-Mann verließ mich wegen meiner damals besten Freundin (die auch Patentante meines Sohnes ist) als unser Sohn gerade 8 Monate alt war. Das ganze lief aber wohl schon etwas länger.
Mittlerweile sind die beiden verheiratet. Mein Sohn hatte von Anfang an Kontakt zu seinem Vater. Sehr regemläßig (mind. 1 x die Woche einen ganzen Tag).
Ich versuchte damals meinen Mann zurückzugewinnen und über ein Programm (wie kriege ich meinen Mann zurück) habe ich dann meinen jetzigen Mann kennengelernt. Er liebt meinen Sohn, als wäre er selber der Vater und mein Sohn liebt ihn auch. Zumindest habe ich das bisher immer so gefühlt und es wurde mir auch immer bestätigt. Wir haben ihm von Klein auf gesagt, dass er 2 Väter hat, aber wir haben nie ein Thema daraus gemacht, wer denn der "echte" Vater ist. Das war auch mit meinem Ex-Mann so abgesprochen (auch, dass mein Sohn meinen neuen Partner Papa nennen darf). Die Tage kam der Knirps nach Hause und sein Verhalten gegenüber meines Mannes hatte sich schlagartig verändert. Er sagte, er sei nicht sein echter Vater und er solle weggehen.
Wir vermuteten, dass mein Ex das zum Thema gemacht hat, auch im Wissen, dass er sehr viel Angst davor hat, dass sein Sohn den "Bonuspapa" vorziehen könne, da er ihn ja täglich erlebe.
Wir haben ihn darauf angesprochen, aber er stritt das ab. Er habe das nie zum Thema gemacht, weil er meinem Sohn ja damit schaden könne. Ich bin der Meinung, dass mein Sohn darauf sicher nicht allein gekommen sei. Desweiteren erzählt er öfter von "Mama" Kathi. Also die neue Frau an der Seite meines Ex-Manns und meine ehem. Freundin. Auch hier war vereinbart, dass sie nicht mit "Mama" angesprochen werden soll. Aber jetzt mal ehrlich: da kommt doch so ein Knirps nicht alleine drauf?! Thema angesprochen und wieder wurde alles abgestritten. (Das sind nur 2 Beispiele, die uns sehr verwundert haben).
Ich habe das Gefühl, dass mein Ex-Mann uns gegenüber nicht ehrlich ist und den Kleinen mit Bemerkungen oder Verhalten beeinflusst und ihm Dinge erzählt, die eben nicht in Ornung sind.
Ich weiß, dass Kinder in dem Alter meines Sohnes anfangen Menschen gegeneinander auszuspielen, aber so viel Backgroundwissen kann er eigentlich nicht haben, denn wir reden nie darüber, wenn der Kleine es auch nur im Ansatz mitbekommen könnte.
Was haltet Ihr davon? Wie würdet ihr reagieren? Habt ihr damit auch schon Erfahrung gemacht? Oder ist es die unbegründete Angst einer Mutter, die dem Ex nicht mehr über den Weg traut?!
Mir wurde bereits geraten, ich solle den Kleinen eben auch anfangen zu beeinflussen und die 2. Familie nicht so neutral oder gar positiv darstellen. Aber ich habe ein ganz blödes Gefühl dabei, weil es nicht ehrlich ist und ich eigentlich der Meinung bin, dass mein Sohn die beiden ohne Vorebehalte kennenlernen soll. Auch wenn ich mich dabei als ständige Verliererin fühle, weil ich einfach ohnmächtig bin, wenn ihr versteht, was ich meine. In diesem Alter sind kleine Kinder nunmal sehr schnell zu beeinflussen und wenn er "falsche" Dinge gesagt bekommt, die sich in ihm einnisten, dann glaubt er das später, verinnerlicht das, und dann kann man es nicht mehr richtig stellen. Oder?
Mein Sohn wird jetzt im Juni 4, ich denke mal, dass das nur der Anfang ist...

Vielen lieben Dank im Voraus.
Lysanne
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Bolz » 12. April 2013 12:40

Hallo Du,

bei mir kommt Dein Post so an, als wärst Du sehr misstrauisch und verletzt, das kann man Dir auch nicht verdenken. Aber Du ( und Dein Ex ) bist erwachsen und Dein kleiner ist erst 4, das wäre es wahrscheinlich besser, wenn man ganz ehrlich überlegt, was zu echten Problemen für das Kind werden kann und was eigentlich Deine ganz persönlichen Verletzungen und Verbitterungen sind. Wenn Du das erkennen kannst, dann schaffst Du es auch zu trennen, was belanglos ist und was Du wirklich angehen musst.

So finde ich es z.B. ok wenn der Kleine weiß, dass es einen Unterschied zwischen seinen "beiden" Vätern gibt. Aber deshalb muss er ja niemanden weniger gern haben, es sei denn einer der Erwachsenen suggieriert ihm , dass das erwünscht ist. Dein Sohn wird in seinem Leben so viele Personen kennen lernen die er zeitweise mehr mag als jemanden anderen ( irgendwann auch mehr als seine Eltern ), da wirst Du bestimmt noch oft eifersüchtig sein, aber trotzdem wird ihm niemand seine Mama oder seinen Papa nehmen können. Diesen Platz haben nur Eltern.

Ich selbst bin eine "Zweitfrau" und erlebe seit Jahren eine Kindsmutter ( der Tochter meines Mannes ) die für sich selbst andere Regeln aufstellt als für meinen Mann. Ein kleines bisschen meine ich auch in Deinen Zeilen zu lesen indem Du andeutest, dass Du Dir viele gute Gedanken machst, dies aber Deinem Ex nicht zutraust oder dann eben Hinterhältigkeiten. So sagst Du auch, dass Dein Sohn Deinen neuen Partner Papa nennen darf, er die Neue Deines Ex aber nicht Mama nennen darf. Verstehst Du was ich meine ? Dass Du Deinen Ex zum k...findest oder ihm nicht traust ist völlig ok, aber für Deinen Sohn ist er der Papa, er will muss und darf ihm trauen. In einem Kampf ums Kind werdet Ihr alle sehr viel verlieren, daher ist mein Rat, dass Du Dich nicht anstacheln lässt und vielleicht so reagierst, dass es nicht zu einer Eskalation kommt. Wenn Dein Sohn etwas behauptet, was er Deiner Meinung nach von irgendjemandem falsch gesagt bekommt, dann bleibst Dir ja immer noch ohne Anschuldigung an irgendjemanden zu reagieren und zu sagen : " also ich habe die Meinung das ist so und so". Es gibt ja für viele Dinge unterschiedliche Standpunkte und Du wirst auch nicht immer mit jedem Freund / Lehrer / Nachbarn gleicher Meinung sein.

Viele Grüße
Bolz
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Muckelmaus » 12. April 2013 12:56

Hallo Lysanne!

Herzlich willkommen in unserem kleinen Forum. Ich hoffe, du wirst dich hier wohl fühlen.

Nun aber zu deinem Problem, zu dem ich meine Gedanken mal grad so aufschreibe, wie sie mir in den Sinn kamen.
Es verwundert mich, dass deinem kleinen Mann nicht klar gemacht wurde, dass der Papa eben der Papa ist und dein Lebensgefährte ein Freund/Wegbegleiter ... wie immer man es nennen möchte. Ich halte es für wichtig, dass ein Kind ganz genau weiß, wo seine Wurzeln sind. Gleichzeitig regt es dich auf, dass der die neue Frau deines Exmannes Mama nennt. Für dein Söhnchen ist das aber doch ganz logisch. Wenn er zwei Papas hat, dann hat er auch zwei Mamas. Wieso sollte er da einen Unterschied für sich ziehen?

Noch so ein Gedanke, der in mir aufkam:
Muss es wirklich dein Exmann gewesen sein, der ihm diese neuen Gedanken eingepflanzt hat?
Ich gehe mal davon aus, dass dein Sohn in den Kindergarten geht und von da nehmen kleine Leute so einiges mit nach Hause, was verarbeitet werden muss. Es könnte also sein, dass er von einem anderen Kindergartenkind darauf angesprochen wurde, warum er zwei Papas hat und hat für sich überlegt, dass andere Kinder ja nur einen Papa haben. Das erlebt er ja tagtäglich.
Vielleicht solltest du deinen Exmann da nicht unter Generalverdacht stellen, sondern erst mal weiter forschen.

Liebe Grüße
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel Lärm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lässt das Haus stumm zurück, dass Du denkst, du wirst verrückt.
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Ansa » 12. April 2013 13:25

Moin,

und herzlich willkommen bei uns... schwierig, ich mag mich da meinen Vorschreiberinnen anschließen, besonders auch, weil Kinder mit 4 Jahren schon eine ganze Menge aus der Umwelt heraus aufnehmen und hören und mitnehmen und für sich (natürlich unbewusst) bewerten und mit 4 erkennt er durchaus, das andere Kinder nur einen Papa haben und macht sich seine Gedanken.... und bekommt vielleicht auch Erklärungen die ihn eher verwirren als ihn verstehen lassen?

Beeinflussen aber ist in keinem Fall etwas, das Du tun solltest, das bringt Unfrieden, Konflikte und hilft überhaupt nicht.

So ganz den Unterschied zwischen dem Papa an Deinen Liebsten und der Mama für Papas Liebste kann ich nicht verstehen, besser wäre es gewesen, es anders zu handhaben, das das ist ja nun auch schon geschehen. Kinder haben einen Papa und eine Mama und vielleicht supergute liebe Freunde - nun gibt`s bei Euch zwei Mamas und zwei Papas und das würde ich auch vorerst so lassen. Es sei denn, der Kleine möchte etwas verändern?

Und, vergessen wir nicht die Gefühle die im Spiel sind, vielleicht fühlt sich Dein Exmann zurück gesetzt, wenn sein Sohn vom Papa schwärmt? Da wäre es einfacher, wenn er von Michael schwärmen würde.... weißt, ich rate immer einem Kind zu sagen "egal was immer auch passiert, ich bin und bleibe Dein Papa" Papa und Mama das sind Ehrentitel.... für alle Beteiligten. Vielleicht hatte er einen schlechten Tag und hat Angst sein Kind zu verlieren und wollte einfach nur erklären, das er aber ein richtigerer Papa ist? Menschlich, oder?

Es wird ihm nicht anders ergehen als Dir, emotional, wenn Dein Sohn die Kathi "Mama" nennt....

Erst einmal liebe Grüße
Ansa
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Lysanne » 12. April 2013 13:44

Hallo Ihr Lieben,

jetzt hab ich die Antwort so lange geschrieben, dass ich die anderen Antworten noch gar nicht gelesen habe. Ich schicke es trotzdem mal ab:

zunächst mal: ja, ich bin immernoch tief verletzt von dem was ich erlebt habe. Entgegen aller Lieben um mich herum, habe ich aber meine "ich will den Typen zum Mond schicken und die Tusse gleich mit"-Gedanken meinem Sohn gegenüber niemals geäußert und auch nicht danach gehandelt. Was nicht heißt, dass er nicht trotzdem mit seinen "Antennen" etwas gemerkt hat. Gerade in der Zeit der Scheidung, in der mich mein Ex-Mann einmal zum Jugendamt vorgeladen hat und einmal zu einer Psychologin, damit er noch mehr Zeiten mit dem Kleinen bekommt und noch mehr seinen Willen durchsetzen kann. Zum Glück waren die "Offiziellen" unabhängig der Meinung, dass die Regelung, so wie sie war (1 vollen Tag pro Woche) für den Kleinen völlig i.O. war und nicht noch mehr Zeit beim Vater verbracht werden sollte. Wir gehen jetzt seit März dazu über beim Vater das Übernachten zu üben. In kleinen Schritten, nie ein muss und der Kleine kann jederzeit sagen, wenn er doch lieber nach Hause will. Das klappt ganz gut und so gehen wir jetzt im Mai dazu über die 2 Wochen-Termine zu machen. So, dass der Kleine das ganze Wo-Ende beim Vater ist.
Ich will damit nur sagen, dass ich es schaffe die Emotionsebene von der Elternebene ganz gut zu trennen und dem Ex wie auch meinem Sohn die Vater-Sohn Zeiten von Herzen gönne.

Zu dem "Papa"/"Mama"-Thema: der Kleine lebt quasi seit seinem ersten Lebensjahr mit meinem neuen Partner zusammen. Als die Frage aufkam, wie er ihn denn letztendlich rufen sollte, also quasie wie wir ihn vor dem Kleinen benennen, habe ich mir schon gewünscht, dass er zu ihm Papa sagt. Sein Vater kam in dieser Zeit auf uns zu und sagte, er habe nichts dagegen, wenn der Kleine meinen Partner Papa nennt, aber er wolle eben auch Papa sein. Also sagt er zu beiden Papa.
Umgekehrt, das merke ich, habe ich persönlich ein riesiges Problem damit. Und ich denke da spielt ganz bestimmt noch das Enttäuscht-Sein, Verletzt-Sein und auch ne Menge Wut/Hass eine große Rolle. Aber hier kann ich nicht über meinen Schatten springen. Ich habe schon so viele Schatten hinter mir gelassen. Es gibt einfach Sachen, die dann nicht gehen. Ich denke, weil ich emotional mit dieser Person so sehr verbunden bin. Aber die Gründe sind eigentlich zweitrangig. Fakt ist ja, dass wir, also mein Ex und ich darüber gesprochen haben und er sagte, sie hätten meinem Sohn gegenüber von Anfang an nur von "Kathi" geredet und das würden sie auch so beibehalten.
Aber nun sind sie verheiratet. Sie hat nun auch seinen Nachnamen und wie schön ist es da als "normale" Familie aufzutreten? Plötzlich nannte mein Sohn sie jedenfalls Mama.
Ja, es geht hier ein Stückweit um mich. Um die Vergangenheit und wie sie auf die Gegenwart wirkt.
Wenn Du sagst es ist belanglos, wenn er sie Mama nennt. Wäre es dann nicht genauso belanglos, wenn er sie beim Vornamen nennt? Warum also wird dann etwas gesagt/getan, was dazu führt, die gerade aufgebaute "Beziehung" zwischen den Familien wieder zu stören?
Ja, ich bin erwachsen, aber erwachsen sein bedeutet noch lange nicht, sich alles gefallen zu lassen und lieb zu lächeln.

Wenn ich also durch solche Sachen das Gefühl erhalten, dass die zuvor besprochenen Vereinbarungen nicht eingehalten werden, wie soll ich dann vertrauen können?
Und wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, was besprochen wird (und nur ich diejenige bin, die sich an das Besprochene hält), dann belastet das die Beziehung und damit wird es zu einem echten Problem werden können, was hier im Kleinen beginnt.

Mein Sohn wußte von Anfang an, wer sein "echter" Papa ist und dass mein Mann ein "Bonus-Papa" ist. Aber gewertet wurde es nie. Wir haben nie gesagt dieser oder jener ist besser oder schlechter.
Die plötzliche Wertung: das ist mein echter Papa also musst du gehen. Kann er daraus also nicht bezogen haben. Genau diese Suggestion, die Du nennst, vermute ich eben aus dieser plötzlichen Reaktion und das finde ich nicht in Ordnung, kann es aber auch niemals ändern. Was also bedeutet: etwas wird dort suggeriert, bei uns aber nicht. Und damit stehen wir schlechter dar und müssen es hinnehmen.
Ja, richtig, mein Sohn muss und soll seinen leiblichen Vater kennenlernen und natürlich lieben und auch trauen. Keine Frage. Daran habe ich, entgegen meiner Emotionen immer gearbeitet und bin allem möglichen entgegengekommen und tue das auch immernoch.
Aber da muss der Ex dann mit dieser Verantwortung auch umgehen und nicht Dinge thematisieren und Einstellungen weitergeben dürfen, die ich mir untersage, und die ja auch besprochen wurden, oder?

Ich will nicht um mein Kind kämpfen, ich will mich auf Vereinbarungen verlassen dürfen und ein in sofern geregeltes Leben führen. Aber solche Sachen lassen mich dann Zweifeln, ob ich es richtig angegangen bin.
Ich will mich auch nicht anstacheln lassen und auf Kosten meines Sohnes irgendwelche Sachen suggerieren. Davon hielt und halte ich nichts.
Ich fühle mich aber hilflos, gegenüber denjenigen, die das eben für sich doch machen und weiß nicht wie ich das aus der Welt schaffen kann, wenn bei einem offenen Gespräch alles abgestritten wird.

Hoffe, es ist etwas klarer geworden. :/:
Lysanne
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Ansa » 12. April 2013 14:06

Hallo Lysanne,

sicher ist es ganz besonders schwer, wenn eine Trennung passiert, wenn das Kidn noch so klein ist, ich kann mir vorstellen, wie sehr Du verletzt worden bist. Und doch ist es Dir gelungen, das Ganze supergut hinzubekommen....

So kleine Trennungskinder haben einen ganz großen Vorteil - sie vermissen nicht so schrecklich viel, wie Kinder, die Familie und Papa und Mama schon erlebt haben,sie haben die Fähigkeite, solche Situiationen mit zwei Familien viel gelassener und normaler anzusehen, als all diejenigen, die etwas Bekanntes verlieren. Das kann so hilfreich sein.

Beeinflussungen und Unterstellungen aber können das kaputt machen..... pass auf Dich aus. Auch wenn es schwer ist, trenne zwischen blödem Exmann und Mistkerl und Papa.... ein blöder Ex kann ein toller Vater sein. Das was Du erzählst klingt bisher richtig und gut, ein Vater der mitarbeitet, der sein Kind nicht zwingt, zum übernachten..... das ist so viel und soviel Gutes.

Oh ja, auch wenn Du zu Deinem Kind nicht von der Tusse sprichst, Du strahlst es aus..... Kinder lesen Körpersprache noch viel besser als wir Großen und Du kannst noch so nett reden, er wird die Diskrepanz wahr nehmen und unsicher reagieren. Schau, die Frau ist offensichtlich nett zu Deinem Sohn, um ihn bemüht, sie mag ihn - er mag sie... meine Kinder mochten die Liebste von Papa nie, für mich waren die Wochenenden, an denen sie dort waren, purer Stress - ich musste meine Kinder an einen Ort geben, an dem sie sich nicht wohl fühlten. Wenn alle sich mögen ist das ein Geschenk.

Vielleicht hat er von ganz allein begonnen sie Mama zu nennen,so junge Kinder tun das mitunter und sie hat sich vielleicht gefreut und er mag sie gern und erfreut sie vielleicht auch gern? Er sieht keinen Unterschied zwischen Papa und Papa - da scheint es logisch, das er auch keinen wahr nehmen kann zwischen Mama und Mama. So wird er das erleben.

Ach, meine Kinder haben meinen Liebsten auch mal angeschrieen "Du bist nicht mein Vater - Du hast mir gar nichts zu sagen....." auf so etwas antwortet man besser gelassen. "Also Du musst hier weg gehen!" "Öh, ich wohne hier......" da wird schon klar, das solche Sprüche irgendwie fern der Realität sind. Mein Liebster hat gesagt "oh, schade, find ich zwar blöd, aber gut, dann sag ich nichts mehr." 10 Minuten später :D (glaub mir, das geht immer so schnell) kommt das Kind und fragt "sag mal, kannst Du mir sagen....." und er zuckt die Schultern und sagt "öh, nö - sollte ich doch nicht mehr, das tut mir jetzt leid." Na - den Blick, den hättet Ihr sehen sollen, der war göttlich und dann fragte er (weil Eltern ja klug sind, gell) "Findste jetzt blöd, wollen wir nicht doch besser aufeinander hören, also ich höre schon gern auf Dich." Und das Kind durfte nicken und das Ganze kam nie wieder vor.....

Du wirst nicht klären können, woher die Gedanken Deines Kindes kommen, vielleicht hat er auch etwas gehört, das er gar nicht hören sollte, die Großen haben sich unterhalten, er hat gespielt und jeder hat gedacht, er hört eh nicht zu. Ich würde erst einmal davon ausgehen, das keine Absicht hinter dem Ganzen steckt.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Kleiner Sohn 2 Familien

Beitragvon Lysanne » 13. April 2013 03:10

Vielen Dank für die ehrlichen Antworten.

Ich werde weiterhin meinem Weg folgen und die Zweifel beiseite räumen. Werde weiter versuchen, sobald ich ein Problem entdecke, dass in die Richtung läuft, offene Gespräche zu führen, auch wenn ich nicht das Gefühl habe, dass sie bisher viel gebracht haben.

Da ich durch das Erlebte kein Vertrauen mehr habe, lege ich vieles auf die Goldwaage und es nistet sich eine gewisse Angst ein: Fühlt er sich dort vielleicht wohler als hier? Warum sagt er zu ihr Mama, lehnt aber plötzlich hier seinen Papa ab und will ihn wegschicken? Vielleicht Dinge, die in konventionellen Familien auf die ein oder andere Weise (in anderen Variationen) auch auftauchen, aber dort lockerer genommen werden können, weil eben keine Zweifel oder Ängste dort sind. Denn dort gibt es eben nur ein Zuhause.

Danke für Euer Verständnis. Ich werde mich gerne weiterhin an Euch wenden, wenn ich wieder am Zweifeln bin. :)

Ansa, ich denke auch, dass eine Trennung, wenn das Kind noch so klein ist, vielleicht nicht so viele Probleme im Nachhinein für das Kind mit sich bringt. Vielleicht hoffe ich das auch nur, das wird die Zukunft bringen.
Aber mein Sohn hat merklich etwas davon mitbekommen. Ich schätze durch die ganzen Emotionen, die dort freiwurden, als er noch so klein war, wurde er auch geprägt. Er spürte, dass ich unglücklich war, verzweifelt. Dann wieder wütend und ausser mir. Ich weinte viel. Mein kleines Kind zwang mich nach vorne zu blicken. Er sorgte dafür, dass ich selbstbewußter und kräftiger daraus hervorging und nicht allzulange wie ein Häuflein Elend in der Ecke saß und an Selbstzweifeln und Selbstmitleid zerbrach. Denn da war jemand, der mich brauchte und ich würde sagen, dass es ein Geben und Nehmen war. Ich brauchte ihn genauso sehr. Und jetzt hat er manchmal Verlangen nach mir, mich ganz allein zu haben und dann glaubt er, dass der Bonus-Papa dazwischen steht, weil wir uns eben auch lieben und uns das auch gerne zeigen. Vielleicht ist es auch einfach das. Dann wäre es ein ganz normales Verhalten, bis er gelernt hat, dass Liebe das einzige Gut ist, das immer größer wird, je mehr man davon verschenkt.

So, ich weiß schon nicht mehr, ob ich so spät überhaupt noch verständliche Sätze hinbekomme. Ich wünsch Euch eine gute N8 und vielen Dank für die nette Aufnahme. :)
Lysanne
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