Tochter will zu uns ziehen

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 28. Juni 2013 14:26

liebe bolz,

ich bin in deinem Thread wirklich in was reingeschlittert und sitze mit kullernden Tränen vorm PC während ich lese...
und ich schreibe mit ganz sanfter Stimme:
gar nichts ist "ätzend" was du hier zum Ausdruck bringst... Weißt du wie froh das Mädchen sein kann, daß es DICH in ihrem Leben gibt? Es ist so wunderbar wie du dich mit ihr abgibst. Gar nichts ist zuviel, was du für sie tust und du hast sie ganz bestimmt nicht in die Schieflage gebracht.
Ich möchte dir nochmals raten zu versuchen zur Ruhe zu kommen, bis du wieder klarer denken kannst.
Daß sie schlecht über euch geredet hat das hat euch sehr verletzt und das muß erst verdaut werden, aber prüfe genau
und urteile jetzt nicht wegen ihrem Verhalten. Sie hängt an DIR ! Das ist ein Zeichen ! Bei allem Respekt gegenüber deinen Gefühlen, SIE BRAUCHT DICH mehr als du glaubst und wenn du bereit bist dies weiterhin zuzulassen, die Nähe zu dir, sich liebevoll um sie zu kümmern, dann hat dieses Mädchen eine "kleine Insel" auf der sie sich geborgen und angenommen fühlt.
Ich tue mich schwer mit dem schreiben, weil ich nichts falsches sagen möchte seit meinem letzen Beitrag hier.
Ihr seid alle schon viel länger hier und "kennt" euch und eure Erlebnisse untereinander.
Ich finde beim lesen Parallelen für das was ich erlebt habe und das bereichert mich, da ich dadurch vieles besser deuten kann.
Wie auch immer es jetzt ankommt.Mir war es ein Bedürfnis dies zu schreiben.

seid lieb gegrüßt
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 28. Juni 2013 15:06

Liebe siehe Zwerge,
Du bist ja lieb. Danke ! Deine Worte sind hier genau so wertvoll und wichtig wie alle anderen
Danke
Bolz
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 28. Juni 2013 16:49

Liebe Bolz,

ich habe das nicht abwertend gemeint und auch nicht gegen Maxi gerichtet, sondern, dass ihr da eine Verstehenseben gefunden habt, vllt. anhand ähnlicher Geschichten oder einfach so, weils halt passt und dass es manchmal auch gut tut sich mit jemand auszutauschen, der es genauso erlebt hat oder ähnlich sieht und einschätzt.
Und unter Leuten, mit denen man auf einer Wellenlänge liegt reicht ein "so hab ichs gemeint, weißte doch" auch wenns anders formuliert ist.

@all
Ich schreibe bewußt hier, weil ich denke, dass (wie so schön von Bolz zum Ausdruck gebracht) in allem etwas wichtiges stecken könnte, nicht muss. Ich finde nicht, dass es dafür einen extra Thread braucht.

Liebe Bolz, ich versteh, dass du enttäuscht bist und auch den Gedankengang, dass du vielleicht zu viel angeboten hast kann ich nachvollziehen, aber ich finde in Beziehung sein mit einem Menschen wiegt das wieder auf und die hast du ihr ja angeboten und sie hat angenommen, mal ganz egal was sie der Mutter sagt.

Ich bleibe bei meinem Gedanken, dass ich es (und ich meine Ich, als ein Scheidungskind, jetzt erwachsen und nicht irgendwelche Bücher) schwierig empfinde, den Ausdruck mit dem Kind stimmt was nicht. Mal angenommen mit ihr stimmt alles, sie ist absolut in Ordnung, so empfinde ich das zumindest, was ist dann da sichtbar geworden, das sie dazu gebracht hat sich so zu verhalten? Etwas hatte da ja eine enorme Wirkung auf sie und da hat sie drauf reagiert und das stimmt dann erstmal so, wertfrei mein ich.

Wenn sie die Umstände spiegelt und das tun alle Kinder nicht nur Scheidungskinder, dann könnte man da mal nach den Ursachen forschen und nicht am Kind herum -"basteln". Kinder sind doch das größte Angebot was ein Spiegel von Beziehung und Familie ist.

Du hast geschrieben ihr hättet ihr gesagt es sei alles ok, aber das stimmt ja nicht und sie schickt noch ne sms und noch eine und will es in Ordnung bringen, weil sie da spürt und damit ist ihr Empfinden richtig und da wundert es doch nicht, dass sie weitermacht. Ansage wäre da eher, nee grade ist es nicht in Ordnung, lass uns mal drüber schlafen morgen ist auch noch ein Tag oder wie auch immer. Diese Doppelbotschaften find ich schwierig und die machen unsicher und das ist sie eh grade.

Ich weiß nicht, ich habe das Gefühl ihr meint sobald ich was anmerke, dass ich damit dann meine man müßte Scheidungskinder in Watte packen und das ist überhaupt nicht so. Ich bin aber sehr wohl der Meinung dass die Kinder die so etwas erlebt habe einer speziellen Situation ausgesetzt sind, die wirkt und Auswirkungen hat und die man eben nicht einfach vernachlässigen kann, schon gar nicht wenn es um genau das Thema geht. Mich erschreckt diese schwarzweiß-denke...

Jetzt biete ich hier ein Feedback an, wie das bei einem "Sk" ankommt und das hat nicht s mit Büchern oder Statistiken zu tun und sofort springen alle drauf. Warum? Weils so unbequem ist, weil was dran sein könnte, weil ihr das nicht hören wollt?
Ich habe die Idee, und das habe ich in Ansas Post am Ende etwas herausgehört, dass da viele Fragen sind, hätte man das den Kids ersparen können, denn dass da Leid ist das kommt ja an und das ist dann das eigen "Versagensthema" oder "Schuldthema" oder wie immer ihr es bezeichnen wollt, denke das haben alle Eltern. Und dann gibts da so Abwehrstrategien, hab' ich so nicht gemeint, hast du falsch verstanden, immer interpertierst du was rein...usw. anstatt das mal einfach nur als ein Feedback zu nehmen, könnte auch was dran sein, kam ja bei einem so an...
Aber ich bin ja nur eine, die was dazu sagt, vielleicht lesen hier Kids, die sich in der Situation befinden wie die Tochter und hören dann nur eure Seite und dass da was bei Ihnen nicht stimmt...so schwer nachzuvollziehen?

Wie auch immer @siebenzwerge, ich habe nie gesagt, dass du hier nicht schreiben sollst oder das schlimm wäre, sondern, dass es soundso wirken kann und der Teufel liegt manchmal im Detail. Und das ist keine Aussage über dich gewesen sondern über die Wirkung.

Ich finde es schade, dass ihr meine Posts damit zur Seite schiebt, dass sie nicht überzeugen. Ich bleibe dabei, meist zeigen sich die größten "Probleme" im Detail und manchmal reicht es ein Detail in den Blick zu kriegen um eine neue Perspektive und damit einen neuen Weg zu finden.

@ Muckel ich sprach nicht von Elternratgebern sondern von Fachliteratur, die wichtig ist, denn das ist auch ein gesellschaftliches Thema und ein sehr wichtiges. Und dass ich was zu Studien sage liegt daran, dass es in meinen Augen gut und wichtig ist, dass da was getan wird, weil es immer mehr betrifft und die Unterstützung gesellschaftlicher Seite und das sind ja auch alles Einzelpersonen, also Menschen und keine Zahlen, noch lange nicht ausreichend ist.
Und da ist in meinen Augen "Aufklärung" wichtig, das könnt ihr ablehnen, ich bin aber jemand der gerne viele Angebote nutzt und sich in diesem Netz dann seinen Platz sucht.

Sicher was vergessen,
trotzdem liebe Grüße
Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 1. Juli 2013 12:32

Hallo Tami,

das was Du über die Doppelbotschaften gesagt hast finde ich sehr wichtig und das ist mir auch bewußt. ABER: Ich will mal ein Beispiel nennen, wie es letzte Woche vorgekommen ist.

Die Tochter rief nach dem Elterngespräch den Vater an und sprach weinend auf die Mailbox er solle sie dringend zurückrufen. Hat er gemacht, da war aber die Mutter mit im Raum und sie wollte dann nicht reden.
Sie rief ihn wieder an als sie in ihrem Zimmer war und fragte, ob er jetzt böse auf sie sei. Er hat dies verneint, aber gesagt, dass wir nochmal darüber sprechen was passiert ist wenn sie wieder bei uns ist.
1 Min später ruft die Mutter bei ihm an, wütend und sehr aufgeregt, wie er die Kleine denn jetzt noch am Telefon fertig machen könnte, sie würde nur weinen und hat berichtet, dass er ihr gesagt hat, sie würden
sich jetzt nie mehr wieder sehen !?!

Das ist der Grund, dass ich Probleme weder am Telefon naoch per SMS anspreche, denn es kommt garantiert schräg an und ich hab schon den Kaffee auf, wegen den Ereignisse der letzten Monate.
Wenn ich jetz auf eine SMS so reagiere wie ich es für richtig halte oder auch nur mit "wir reden später drüber", dann wird der Stress weiter gehen. Also antworte ich nur mit "alles ok" auch wenn das sicher pädagogisch nicht sehr wertvoll ist.

Ich bin dieses Rumgeeiere sowas von satt, weiß eigentlich gar nicht mehr was ich noch machen soll und würde am liebsten erstmal gar nichts mehr von ihr hören. Normalerweise gebe ich niemandem eine Chance
mich ein zweites Mal reinzulegen, aber in diesem Fall ist es ja die Tochter meines Mannes. Ich muss also irgendwie weiter machen.

An Euch alle ein ganz liebes RIESENDANKESCHÖN, dass ich mich hier ausschreiben darf. Das ist wirklich sehr hilfreich für mich.

Liebe Grüße
Bolz
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 1. Juli 2013 12:46

Hallo Tamara22,

ich freue mich, daß du dich nochmals in Bezug auf mich gemeldet hast.
Mir ging nämlich alles nochmal durch den Kopf und ich hab erstmal bewußt darüber geschlafen und meinen Beitrag vom 26.06. danach nochmals gelesen.
Du hast Recht -das meine ich im Ernst- , ich bin selbst erschrocken wie das ankommen kann, wenn man diese Aussage von mir als SK oder Betroffene liest.

Zu meiner Reaktion möchte ich gerne noch sagen: du hast mich an einem sehr wunden Punkt getroffen mit dem Satz:

**** "Traurig und mich wundert auch nicht, dass, entschuldige siebenzwerge wir kennen uns nicht, aber du ähnliches erlebt
hast....hast dich ja wiedererkannt wie du schreibst." ****

Wie hast du das genau gemeint? Vielleicht hab ich falsch reininterpretiert, da ich in letzter Zeit mehr als empfindlich bin.
Du weißt ja nicht viel, wenn überhaupt was von mir und da dachte ich echt, wie kann man nur so gemein sein und sowas antworten.

Also, nochmal, es ist angekommen um was es dir geht und auch aus deinen Beiträgen habe ich schon einiges für mich verwertet und angenommen.
Das wollte ich dir gerne sagen.

Viele Grüße
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 1. Juli 2013 13:03

Liebe Bolz,

gerade lese ich was letzte Woche bei euch vorgefallen ist.
Ich bin fassungslos. Was passiert da nur ....

Du hast mein vollstest Mitgefühl, weil ich im Moment selbst an meine Grenzen stoße. Ich bin nicht einmal fähig
darüber zu schreiben.

Da haben wir noch was gemiensam. Für mich ist dieses Forum auch sehr hilfreich.
Ich bin gerne "hier" weil ich beim lesen, daß was ich erlebe und erlebt habe verarbeite......

Liebe Grüße
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 1. Juli 2013 14:07

Hallo ihr Beiden,
danke für eure Antworten, merke, dass es mir gut tut eine Reaktion zu bekommen und nicht in der Luft zu hängen.
Ich mag sehr sehr gern mal ein paar Gedanken zu dir Bolz schreiben, also zu dieser Situation, ich schau mal wann ich dazu komme,
weil hier Kindergeburtstagsvorbereitung ist und Hausaufgaben und Backen und und und...
Vllt heute Abend.
Und dir liebe siebenzwerge antworte ich auch. Danke für dein Feedback, dass es ankommen durfte, es tut so unendlich gut, dass es einfach wahrgenommen wird,
mehr brauchts manchmal nicht und dass du es mir gegenüber zum Ausdruck bringst, dankeschön! Ich schreib noch was zu meinem Satz.
Dass ich einen wunden Punkt getroffen habe das tut mir leid...habe grade in einem sehr schönen Buch gelesen, die Menschen, bei denen es einen am meisten zwickt, da ist am meisten drin um über sich zu lernen und zu erfahren, vielleicht kannst du mir so den ausgelösten Schmerz "verzeihen". Mir hat grade jetzt im lesen die Begegnung mit dir sehr sehr gut getan, eben kam es an.

Lieben gruß an euch
Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 1. Juli 2013 15:31

Kribbel und Gänsehaut.....

dank dir auch, liebe Tami

Liebs Grüßle und hoffentlich bis bald
siebenzwerge
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 3. Juli 2013 09:23

Hi Ihr,
so nun komme ich dazu, Kindergeburtstag vorbei und er war so toll, Junior hatte so einen riesen Spaß, das hat meinen verkorsten Geburtstag abgefangen...

Liebe Bolz, ich schick dir mal meine Gedanken, sie sind ein Angebot, das vllt entlasten kann, das du aber nicht annehmen musst.
Erstmal vorne weg, wenn ich schreibe, dass es eine besondere Situation ist, mein ich das nicht als Entschuldigung für Verhalten, das jemand vielleicht nicht mag, sondern als Angebot es anders in den Blick zu kriegen, denn mit Schuld und Scham und Unsicherheit und verletzungen ist ja niemand geholfen.

Die Situation der Kleinen aus meiner Sicht:
Sie hat zwei Elternteile, die es nicht schaffen miteinander normalen Umgang zu haben und an einem Strang zu ziehen (wie auch immer da die Gründe sind, die haben ja nichts mit ihr zu tun). Das heißt es finden, weil die Eltern nicht alles bereden können, schon Geheimnisse statt, die die Kleine begleiten, Dinge, die sie nicht ansprechen kann, weil sie die Spannungen mitbekommt. Das macht bei Kindern irre Druck. Und der kam nun durch. Das "wo lebe ich und wo gehöre ich hin-Thema" ist exsistenziell. Da kann sie noch nicht alleine entscheiden und die Kontrolle nicht zu haben ist mitunter, wenn viel emotionaler Druck da ist echt bedrohlich. Sie zeigt das sehr heftig finde ich.

Dass sie nicht reden kann wenn die Mutter im Zimmer ist, sehr schwierig, kenne ich als Kind auch, eine Katastrophe, wenn soviel rauswill und nicht kann. Dann ruft sie an, verweint weil das irre schwer ist auszuhalten, wieder "teilgeheim" weil in ihrem Zimmer, mit der Angst die Mutter kommt rein und kriegt es mit, dann will der Vater auch noch was mit ihr klären, d.h. sie findet da auch nicht direkt Entlastung, weil noch ungeklärt, dann ist der Papa wieder weg, und sie muss der Mama erklären, warum sie weint, da geht aber wieder die Wahrheit nicht (wegen euch bin ich traurig), sondern da muss ein "guter Grund" her, etwas das die Heftigkeit zumindest für die Mutter erklärt und dann hat sie wieder was falsches gemacht...uswusf, einTeufelskreis...verstehst was ich meine?

Da geht es noch nicht um richtig oder falsch erkennen, sondern um Auswege finden, feststecken, keine Hoffnung haben und keinen Ausblick, dass das irgendwann besser wird.

Und dann gibts da ja auch noch dich und da trägt sie das Nichtakzeptierenwollen ihrer Mutter mit aus, darf ich die Neue lieben, wenn meine Mutter die doch so ablehnt und damit dann jede Menge Loyalitätskonflikte, die bitte nicht sie herstellt, sondern die teils mit der Mutter teils mit der Situation zu tun haben, dass da Dinge ungeklärt geblieben sind, kein wirklicher Strichh drunter ist, sondern weiter gestritten wird, dabei heißt Trennung sich zu trennen...Hass ist die stärkste Bindung überhaupt, vernebelt den Blick, macht alles andere unmöglich, ich überzieh das mal...

Liebe Bolz du hast doch gespürt, dass sie dich mag und da eine Bindung entstanden ist.
Kannst du dir vorstellen, dass dieses verleugnen, ich nenn es mal so, weil ich das so deute, ausschliesslich mit der Situation mit der Mutter zu tun hat und nichts mit den wahren Gefühlen zu dir? Kannst du das Kind dahinter wahrnehmen, das es in diesem Moment nicht besser schafft auszudrücken?
Wie gesagt es geht darum, was ihr sehen möchtet und dass ihr doch im Kontakt mit ihr das wahre mitbekommt und lebt und das andere ist Schutz und Fassade und "Notwehr", und da braucht sie sicher noch viel Unterstützung, bis sie da einen guten und authentischen Umgang finden kann.
Ich bin erwachsen, ich habe bis heute immer wieder mit Loyalitätskonflikten zwischen meinen Eltern zu tun...es ist der Situation geschuldet, dass da die (für das Kind) Einheit der Eltern plötzlich völlig verschiedene Lebenskonzepte hat und da keine Einigung, kein Einvernehmen, keine Schnittmenge mehr da ist, in der das Kind seinen Platz findet...was für Mama richtig ist, ist bei Papa falsch und umgekehrt. Es ist ein Dilemma, aber keine böse Absicht oder gar etwas gegen dich...

Ja es ist schwer, wenn die Vorgeschichte des partners immer mit hineinspielt und das Kind gar das Symbol für alles ungeklärte und den Ärger und die Enttäuschung ist, das tut sicher sehr weh. Und ich glaube fest, dass ihr wenn ihr euer Ding mit ihr macht, da authentisch seid und sagt für uns ist das so, das mögen wir gern mit dir teilen und so sehen wir die Welt, dann kann sie irgendwann wenn sie erwachsener wird und stabiler und selbst-bewußter sehen dass es ein Angebot ist, das ihr Möglichkeiten bietet und dass es kein gegen Mama ist. sondern ein für sie selbst. Aber das ist für ein Kind sooooo irre schwer, glaub mir, normalerweise hätte sie dafür noch jede Menge zeit...alles bischen früher nötig als erwartet, da wird abgenabelt wo noch nicht alles gereift ist...

Und für dich, es hat nichts mit dir zu tun...sie zeigt etwas das mit ihren eltern zu tun hat, ich denke sie liebt dich, ganz egal wie das verhalten aussieht und vielleicht kannst du das einfach nehmen und den Rest den Rest sein lassen, weil du es eigentlich weißt und spürst und sie wird das auch spüren, dass du da klar bist und nicht mitmachst in dem ganzen Ungeklärten...weißt was ich meine?

Mal für den Moment
alles Liebe Tami


Liebe siebenzwerge, vielleicht kann meine Sicht auf dieses "ausspielen" dir auch zeigen wie ich es gemeint habe.
Wenn Kinder in nicht abgeschlossenen Trennungssituationen stecken, also da ist noch Unfriede, warum auch immer, dann kommen die in Situationen in denen verschiedene sich eigentlich ausschliessenden Dinge Gültigkeit haben, also was Papa sagt findet Mama nicht richtig und umgekehrt. Das Kind hat also zwei Wahrheiten, die es in sich sortieren muss und nich übereinkriegt...ein weg ist da, mal testen was hier Gültigkeit hat (und mit testen mein ich nicht geplant und bewußt, sondern aus einem Überlebensmechanismus heraus müssen die testen, das macht jedes Kind). Und dann wird da auf einmal wild verschiedene Wahrheiten angeboten und alle sind verwirrt...aber das ist nicht verwunderlich, weil es keine allgemein gültige Ansage gibt, nicht für das Kind. Die Eltern sind sich u.U. jeder schon im Klaren, aber das Kind ist die Brücke, die zwei verschieden Planeten verbindet, die völlig andere Lebensbedingungen ausweisen und da muss das Kind nicht nur den Wechsel hinkriegen, sondern auch für sich eine Lebenswahrheit finden, was hat Gültigkeit, was sind meine Werte, an was halte ich fest, was glaube und denke ich von der Welt...usw.

Ich bin mir ganz sicher, dass hinter den Bewertungen, wenn mal nur der Mensch gesehen wird, egal ob falsch oder richtig, dieses Dilemma zutage tritt und da eigentlich Platz ist zu lösen und was Gutes draus zu machen. Aber wenn die Kids damit allein klarkommen müssen, entweder, weil da grade oder länger keine Kommunikation möglich ist zwischen den Eltern und die keine gültige Schnittmenge finden oder weil das Kind sich nicht traut sich anzuvertrauen und mit diesen Fragen und Unsicherheiten nach aussen zu gehen, dann kommt in diesem Inneren Such- und abwäge- und findeprozess sicher das eine oder andere komische bei raus, die sind einfach teil wirklich überfordert. Und mal ehrlich, wenn das nicht mal die Erwachsenen scahffen, wie soll das dann ein Kind hinkriegen.

Und mit dem Schaffen mein ich, es geht eben manchmal nicht, jeder ist da Mensch und hat seine Befindlichkeiten, alles keine Entschuldigung, aber eine Erklärung und da braucht es wieder und wieder und wieder Kraft und Verantwortungsübernahme um das Kind zu entlasen.


Vllt ist was dabei für euch...kam einfach so menschlich aus mir raus.
Und zu den "allgemeingültigen Formulierungen" lest es mal als (in Erinnerung...) so hätte ich das als Kind gebraucht ;-)

Alles Liebe Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 3. Juli 2013 10:23

Ich nochmal, was mir eben so kam...

Der Mann meiner Mutter ist für mich ein ganz wertvoller Bezugspunkt geworden. Er hatte es auch nicht leicht. Ich konnte fast das erste Jahr wenn ich dort zu Besuch war nicht mit ihm reden, es ging nicht, ich habe mich nicht getraut. Ich war damals 10, ruf mal den xxx zum Essen, ging nicht etc. Er war mir nicht unsympatisch überhaupt nicht, aber da war irgendwie eine schockbedingte Blockade. Er hat da gar nichts mit gemacht, er war weiterhin einfach da, hat das Leben mitgestaltet und war liebevoll-neutral mir gegenüber, bis ich es geschafft habe selbst die nötigen Schritte zu tun. ich weiß nicht woher er die Geduld und Zuversicht nahm, aber er hat mir damit soviel geschenkt. Und das kurz zum Drumherum, er war auch der Böse für meinen Vater, weil er meine Mutter "weggenommen" hat, ich habe aber sehr schnell selbst erleben können, dass er sie einfach liebt. Aber er hat NIE, wirklich nie Partei ergriffen, er war sozusagen die Schweiz und hat mir damit eine Insel geschaffen ohne den Ballast eine Beziehung zu ihm auzubauen und das ist mir bis heute so wertvoll, dass ich sicher auch ohne meine Mutter weiter mit ihm Kontakt haben würde...

Also so neue Partner können ein Geschenk sein und die Kinder auch umgekehrt und ihr dürft eine Beziehung haben, die mit der "Altlast" nix zu tun hat, so ein bischen wie Verbündete, komm lass mal die Eltern da machen, wir essen so lang ein Eis...und wenn das ehrlich ist dann merken die Kids das und das wird irgendwann die Wahrheit sein...heute kann mein Vater nach dem Mann meiner Mutter fragen und ich erzähle und für meine Kinder ist das genauso ein Opa wie "der echte" auch und das bieten die auch an und erzählen wild kreuz-und quer allen von allem und das tut mir heute so enorm gut und das war für mich als Kind nicht möglich, diese Freiheit.
Aber heute, jetzt heilt da was und ich kann meinen Vater sagen, weißt, ich bin mit der Familie aufgewachsen wie sie ist, auch wenn du immer noch kritisierst, so war und ist meine Familie und meine Kinder wachsen damit auf, sie kennen es nicht anders und da kommt auf einmal wieder ein Angebot für "Normalität" und das kann man nutzen und ich tue das aus tiefstem Herzen und mit einer riesen Portion Dankbarkeit und Achtung meinen kindern gegenüber die so echt und wahr ihr Leben leben...

Die Geschichte wird mitgegeben, was wir draus machen ist doch die Frage :-)

LG Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 3. Juli 2013 10:26

Guten Morgen, liebe Tami,
liebe bolz und alle Anderen,

ich lese mehr heraus aus deinen Beiträgen als du denkst und ich wünschte, ich wäre hier vor 4 Jahren gelandet......
Es ist so viel schmerzliches passiert in dieser Zeit und ich wußte nicht was los ist und was da passiert, ich wollte doch nur nach
der "Trennung" das Beste für meine 2 Kinder.
Als ich bolz meinen Beitrag schrieb war ich in Eile. Da hab ich mit diesem Schlagwort "Ausspielerei" und "typisch SK" um mich geworfen und hätte besser erklärt, was ich damit gemeint habe.
Du hast das ganz wunderbar erklärt. Meine Tochter war genau in dem Dilemma und ich habe es damals nicht erkannt.
Ihr wäre so viel Leid erspart blieben und ich hätte verstanden warum sie so gehandelt hat und einfach ohne Vorwarnung
zu ihrem Vater umgezogen ist. Sie sagte davor immer zu mir, ich würde ihren Papa immer in Schutz nehmen, wenn ich ihr nicht beigepflichtet habe wenn sie was negatives über ihn sagte. Ich wunderte mich damals über diese Aussage und ich wollte sie einfach nicht mit irgenwelchen Aussagen meinerseits gegen ihn aufhetzen. Leider taten dies er und seine Familie. Wenn sie dort zum Umgang war, redeten sie schlecht über mich, erzählten Lügen wie z.B. ich hätte ihren Vater verlassen(dabei war er es der nach 23 Jahren einfach ging) und später dann auch über meinen LG, den sie sehr lieb hat.
Sie fing dann auch an "Lügenmärchen" zu erzählen, wenn sie dort war wie z.B. sie müsste nur putzen bei uns und mein LG hätte sie geschlagen usw. Sie kam dann immer trotziger vom Umgang heim und dann vor 3 Jahren kam sie am Muttertag vom Vater und sagte hier bei uns sei alles doof und beim Vater sei alles viel schöner. Wir reagierten total falsch und sagten
dann zieh doch zu deinem Vater wenn dort alles besser ist und sie zog an diesem Abend noch aus, mit 11 Jahren....
Sie brach den Kontakt zu uns total ab und wir schickten ihr ihre Möbel nach einiger Zeit in unsere Verletztheit hinterher.
Das war ein riesen Fehler. Ich wünschte, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Obwohl sie, als sie bemerkt hatte, daß ich von Anfang an die Wahrheit sagte, wieder zurückkam, hätte ich sie gerne vor diesem Schmerz bewahrt.
Ihr kleiner Bruder litt auch unheimlich darunter. Da war die große Schwester, die er über alles liebt auf einmal weg.
Ich möchte sowas NIE MEHR erleben.
Komisch, aber hier in diesem Forum kann ich auf- und verarbeiten. So viel nette Menschen, die ihre Geschichte erzählen
aus denen ich "lerne" und mein "Erlebtes" warum Was passiert ist, nachvollziehen kann.

Schön, daß es EUCH gibt!

Eure siebenzwerge
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 3. Juli 2013 19:14

Hey liebe siebenzwerge,

danke fürs erzählen wie das war.
Dein schmerz kommt an...
Weißt für den Partner über den Mist erzählt wird ist das zum Haareraufen, für das Kind ist das leider die Realität mit der es ja direkt konfrontiert wird, das muss man erstmal verarbeiten. Und ja da läuft manchmal alles schief, die Verletzungen sitzen weiter unten, nicht im Kopf, da lässt sich dann schwer rational reagieren, das ist menschlich und dennoch schlimm, wenn es passiert und es sich dann schlecht anfühlt, denn ihr habt ja nichts dadurch gewonnen, der Schmerz blieb...
Und ich meine auch, dass da ne Menge Schuldgefühle bei dir noch lebendig sind, das kommt so leise zwischen den Zeilen.
Ich glaube grade der Austausch mit erwachsenen Scheidungskindern kann dazu beitragen verstehn zu können, denn die stecken nicht mehr direkt drin, sondern können auch schon draufschauen und berichten. Das Buch das ich dazu mal erwähnt hatte, da berichten erwachsene Scheidungskinder von ihrem Erleben und es entstand beim Lesen bei mir und allen die ich gesprochen habe, die das auch gelesen haben ein tief empfundenes "ja so ist das"...und es ist gut, dass es geschrieben wurde, weil es Licht macht, da wo viele im Dunkeln tappen und suchen. Weil Unterstützung kann man immer brauchen und davon gibts viel zu wenig.

Ich hatte vor einiger Zeit einen Themenabend gemacht und wir haben mit den Eltern mit dem Bild gearbeitet "welches gepäck bringen die Kinder mit zum "Besuchswochenende"" mit und wie wird damit umgegangen und erstmal war das tatsächlich nur dieser Koffer oder die Tasche es kindes und im Laufe des Abends wurde das Gepäck zur Geschichte, wie ist das mit uns in unserer Familie, wie gehen wir miteinander um, was bringt jeder mit und wie reagieren wir darauf, was machen wir damit, schauen wir genau hin oder packen wir das weg, in den Schrank in die hinterste Ecke und was müßte da mal gewaschen werden und bräucht etwas Zuwendung...es steckt manchmal im Detail und ist soviel mehr als alle "schmutzige Wäsche" die da irgendwer nur waschen könnte...es geht um mehr als das.

Alles Liebe für dich und ja es ist gut, dass es uns hier gibt, find ich auch :-)
Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 24. Juli 2013 14:09

Ihr Lieben,
liebe Tami,

ich hab mich noch gar nicht zurück gemeldet, war ein bisschen hektisch die letzte Zeit ( Heuernte ).

Ich wollte Euch allen danken, ganz besonders Tami für Ihren letzten Post, denn er war mir sehr hilfreich. Genau so wird es sein und ich gebe mir die größte Mühe all diese Sch... unter diesem Hintergrund zu sehen.

Trotzdem hat mich dieser erneute Mist um Jahre zurückgeworfen. Das ganze letzte Jahr hatten wir endlich eine echt tolle Beziehung aufgebaut und ich konnte endlich ihre Nähe auch gern zulassen und jetzt bin ich wieder da wo ich angefangen habe.
Misstrauisch, das Gefühl wie einen Spion im Haus zu haben und jederzeit in Erwartung, dass die Mutter durch die Tochter wieder und wieder in mein Privatleben eingreift.

Ich weiß im Mom nicht so genau wie ich da wieder raus kommen soll, aber irgendwie geht es ja immer weiter.

Euch allen liebe Grüße und viel Sonne in diesen endlich mal richtigen Sommertagen
Bolz
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