Tochter will zu uns ziehen

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 17. Juni 2013 08:53

Neuigkeiten vom Wochenende: die Kleine hat jeden Tag bis zu 4x bei einem von uns angerufen, sogar einmal meine Eltern, weil sie uns nicht sofort an die Strippe bekam.

Mein Mann und ich haben jetzt beschlossen am WE mit der Tochter zu sprechen wie es weitergehen soll und es dann angehen mit der Mutter über die Situation zu sprechen. Was das größte Risiko ist, ist dass wir nicht wissen wie die Mutter reagiert wenn sie erfährt, wie unwohl sich die Tochter fühlt. Oder sie weiß es schon, aber das glaube ich eher nicht.

Ich habe die meiste Sorge, dass es dann für die Kleine richtig rund geht, denn entweder legt mein Mann die Fakten auf den Tisch und sie erfährt, dass die Tochter auch deutlich formuliert nicht mehr bei ihr sein zu wollen, oder nicht, aber dann fehlt ja eigentlich die Diskussionsgrundlage.

Ich will nicht, dass die Kleine sich „verraten“ fühlt wenn wir der Mutter mitteilen, dass sie sich wünscht nicht mehr bei der Mutter zu wohnen. Auf der anderen Seite wäre die Hoffnung, dass die Mutter geschockt ist davon und dich besser um die Kurze kümmert.

Wie bespricht man so ein Thema mit jemandem, der einem die Pest an den Hals wünscht und nur auf Austeilen aus ist ?
Ich kriege langsam wirklich Angst wie das ausgeht, denn eigentlich sind alle möglichen Lösungen für mich von Nachteil.

Lg
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Ansa » 17. Juni 2013 10:09

Moin,

welch unschöne Situation, die Euch da bevor steht - ich kann das nachvollziehen, immer wenn wir Papa für irgendetwas brauchten und wussten, das wir mit ihm reden müssen, ging es uns ähnlich - nur, das die Kinder den nicht SO ausgesetzt waren, denn die lebten ja bei mir.

Also, offen und ehrlich sein, die Fakten auf den Tisch bringen. Der Therapeut meiner Tochter hat folgendes gesagt:

a. das Kind weiß, das sie sich nicht aufs Fell sehen können
b. das Kind kennt die Reaktionen, die zu erwarten sind
c. über Fakten kann man sachlich miteinander reden
d. Eigenverantwortung beachten, sie soll das Gespräch ruhig eröffnen und für sich sprechen.....
e. keine emotionalen Abdriftungen, also, tief Luft holen, bis 10 zählen, die Tür treten (genau das hab ich heute Morgen der Großen geraten ,) ) durchatmen und sachlich bleiben...... notfalls, den Satz drei Mal wiederholen, aber nicht auf die Emotionalität eingehen. "ich kann vesrstehen, dass das hart für Dich ist" - zurück zum Thema....

Denn in diesem Fall geht es ja um ihren Wunsch. Es kann schlimmstenfalls passieren (die Frage hast mir noch nicht beantwortet) das die Mutter, falls sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht inne hat, zum Gericht geht und dann wird es einen Prozess geben, mit Hilfe des JuA (das ist in solchen Fällen üblich) und einer Befragung der Tochter - auf die sie vorbereitet werden muss (immer ehrlich sein, sagen, was Du Dir wünscht und was Du möchtest - der Richter wird die Worte des Kindes für sich behalten! DAs ist ganz wichtig - wenn er geschult ist, wird er das dem Kind auch sagen.....) und einer Entscheidung, die dann gültig ist.

Die Mutter muss ihre Tochter nicht gehen lassen - sie kann - aber sie muss nicht..... und auch das, sollte man dem Kind sagen, ganz sachlich "Pass auf, das und das kann passieren..........."

Und dann halt sehen, was sie dazu sagt.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 17. Juni 2013 11:24

Hi Ansa,

sorry, ich dachte das hätte ich schon beantwortet. Aufenthaltsbestimmungsrecht hat keiner, also beide. Da ist nie was geregelt worden.

Wir überlegen momentan wie man so ein Gespräch anfangen kann, eine direkte Kommunikation - also mit Worten / reden - endet seit Jahren in Schreiattacken ihrerseits, manchmal auch mit tätlichen Angriffen. Das aber schon seit Jahren nicht mehr, weil mein Mann nach dem letzten Mal nicht mal mehr den Hausflur betritt wenn er die Tochter abholt, sondern unten am Haus wartet. Die Tochter weiß auch warum, weil sie es schon öfter mitbekommen hat.
Aber ein Gespräch über den Wunsch der Tochter umzuziehen kann ich mir auch schlecht per Email vorstellen. Die letzten Gesprächsversuche als letztes Jahr es um die weiterführende Schule ging ( und wo beide Eltern verschiedener Meinung waren ) endeten in konkreten Drohanrufen der südeuropäischen Verwandschaft ihrerseits bei uns. Ich hab wenig Bock auf nen abgetrennten Pferdekopf vor der Tür wenn Ihr versteht was ich meine, ich hör schon die Melodie von "der Pate" im Geiste...

Mal sehen was die Tochter am WE sagt, vielleicht macht sie ja auch einen Rückzieher wenn sie realisiert, dass die Mutter dann mitbekommt was Sache ist. Ich weiß im Moment nicht was ich mir wünschen soll, außer Ruhe und Frieden, aber das ist ja auch ein großer Wunsch :rolleyes:

Lg
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 26. Juni 2013 12:52

So,
gestern hat es das besagte Gespräch gegeben.
Mit einem anderen als dem geplanten Verlauf, weil die Tochter am Montag regelrecht hysterisch geworden ist, als sie realisiert hat, dass die beiden Eltern sich tatsächlich persönlich treffen.

Da saß also mein Mann der auf das Drängen der Tochter nichts "zu verraten" nun nichts mehr sagen konnte
außer "ich glaube" "ich habe das Gefühl" etc. und eine Exfrau, die munter plauderte wie toll alles zu Hause ist und wie glücklich das Kind ist.
Weiter wußte sie dermaßen viele Sachen die so einfach nicht gewesen sind, völlig verdreht, aber die sie nur von der Tochter wissen konnte
und die sie sich in der Vielzahl und Detailtiefe kaum ausgedacht haben kann.

So langsam haben wir dann verstanden, dass die Panik der Tochter sich vielleicht nicht darauf bezieht, dass die Mutter erfährt, was sie uns über die Mutter und Ihr Unglück dort
erzählt hat, sondern darauf, was sie der Mutter über den Aufenthalt bei uns erzählt. Heute folgten dann SMS mit " es tut mir so leid", "ich mach das nie wieder", " das kommt nie wieder vor" etc.

Ich weiß irgendwie gar nicht, wie ich damit umgehen soll. Zu hören, wie ich sie angeblich nicht leiden kann und gleichzeitig eine SMS zu bekommen "ich liebe Dich über alles" ...

Sollte ich in meinem nächsten Leben einen Mann mit Kind auch nur anschauen bitte ich jetzt schon mal um öffentliche Steinigung...

Traurige Grüße
Bolz
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Ansa » 26. Juni 2013 13:34

Liebe Bolz,

das ist wirklich schwer auszuhalten und es tut mir leid für Dich, andererseits, so wie das Verhältnis zur Mama scheint, ist es kein Wunder - die Tocher steckt in einem Riesenloyalitätskonflikt und tut nur das, was Mama erartet, erzählen, das es bei Euch halt nicht gut läuft..... trotzdem schlimm, wenn man so betroffen ist, wie Du es nun bist.

Aber trotzdem zeigt es die Not des Kindes und ihren Wunsch, dem zu entfliehen - also weg von Mama zu Euch. Kam denn dieser Wunsch überhaupt zwischen den Erwachsenen zur Sprache?

Du darfst erst einmal traurig, wütend und alles sein..... ich denk mal, nach einigen Tagen, wird sich das wieder ein wenig beruhigen und man kann miteinander reden, deutlich machen, wie sch... man das findet aber auch, das man das verstehen kann - nur das es eben kein guter Weg für alle war.... aber ich denke, das ist der Kleinen schon klar, daher ihre Panik....

Auwei und nein, ich steiniger Dich nicht, wo die Liebe hinfällt........

Alles Gute und fühl Dich gedrückt
Ansa
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 26. Juni 2013 14:03

Liebe Bolz,

habe im Moment nicht viel Zeit zum ausführlich antworten, möchte mich dennoch kurz melden,
weil ich dir einfach gut nachfühlen kann.....
es ist ein riesen Wirrwarr indem du bzw. ihr euch befindet und ich kann dir nur sagen, daß
mein Empfinden ist, daß die "Tochter" selbst total überfordert ist mit der Situation und sich in was verstrickt
hat und selbst nicht mehr weiß wie sie da rauß kommt bzw. wie sie damit umgehen soll.
Es muß ganz dringend Ruhe einkehren und du wirst viel Kraft brauchen um einen klaren Gedanken zu fassen und
um richtig zu handeln. Die Reaktion der Tochter, daß sie hysterisch reagiert hat, als sie gehört hat daß beide Eltern
sich persönlich treffen, zeigt deutlich daß sie irgend ein Spiel treibt sagen wir Ausspielerei, was ganz typisch ist bei
Scheidungskindern und was auch ich erlebt habe mit meiner Tochter. Da kam es auch zum Umzug zum Vater.
Die Kinder erzählen dem jeweilig anderen Elternteil was sich wo abspielt, auch erfundenes Zeug und wenn sie damit auf "Gehör"
stoßen, haben sie schon einen kleinen Sieg errungen. Da als Erwachsener durchzusteigen ist nicht einfach, da man,
so wie ihr, zuerst mal Partei für das Kind ergreift und helfen will oder gar nicht weiß was los ist und das Kind das Spiel immer weiter treibt aus welchem Grund auch immer. Du fühlst Dich jetzt natürlich total verar.... und wie Du damit umgehn sollst wird im Moment schwierig sein, weil Du erstmal sortieren mußt, was da alles gesagt wurde und abging.
Ich weiß, Bolz es ist zum davonlaufen, aber geh feinfühlig mit der Sache um und versuch ZUERST MAL Abstand zu gewinnen damit Du wieder klar denken kannst.
Ich hoffe ich habe auf die schnelle die Situation richtig eingeschätzt, falls nicht, klär mich bitte auf wenn du willst.

"Kopf hoch" und
Ganz liebe Grüße
siebenzwerge

Eine Frage noch, warst du dabei beim Gespräch bzw. wer war alles dabei?
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 26. Juni 2013 18:30

Fakt: mit dem Kind stimmt was nicht.



Hi Ihr, ich mag gar nicht viel zu sagen, aber der Satz piekst mich gewaltig. Bei dem Kind stimmt alles. Die Frage ist, ob sie andocken kann bei einem ihrer Eltern oder beiden, das ist scheinbar schwierig, daher das wirrwarr in meinen Augen und eine große Not, die sich überdeutlich zeigt...Mich macht es wütend, dieses mit dem Kind stimmt was nicht, weil das so einfach ist alle Verantwortung wegzuschieben. Das Kind spiegelt hier sehr deutlich eine Schieflage und da frage ich mich was oder wer da nicht stimmt...

Nachdenkliche Grüße
Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 26. Juni 2013 20:08

Ich mag noch etwas hinzufügen, weil ich das eben erst gelesen habe:

Die Reaktion der Tochter, daß sie hysterisch reagiert hat, als sie gehört hat daß beide Eltern
sich persönlich treffen, zeigt deutlich daß sie irgend ein Spiel treibt sagen wir Ausspielerei, was ganz typisch ist bei
Scheidungskindern und was auch ich erlebt habe mit meiner Tochter.


Mich schockieren solche Aussagen.

Es geht hier darum, dass dieses Kind in einem (wie Ansa schon schrieb) Loyalitätskonflkt steckt und da Hilfe nötig ist und vor allem eine Klarheit und Verantwortungsübernahme der Eltern. Was ich sehe ist, dass die Eltern es nicht hinkriegen wie zwei Erwachsene zu handeln und das Kind dadurch völlig überfordert ist.
Dieses "das ist typisch für ein Scheidungskind... Zitat:" aus welchemn Grund auch immer" ist genau das was ich meine. Mal hinschauen, in Beziehung gehen und nicht verstehen wollen und damit das eigene Kopfkino übernehmen lassen, aber bravo wir haben ja eine Erkläung sie spielt alle gegeneinander aus, warum auch immer und treibt weiter ihr Spiel. Also echt, es ist nicht IHR Spiel sondern die Eltern haben das angefangen, vielleicht sollten da mal die Regeln neu überdacht werden...

Traurig und mich wundert auch nicht, dass, entschuldige siebenzwerge wir kennen uns nicht, aber du ähnliches erlebt hast...hast dich ja wiedererkannt wie du schreibst.

Das ist, ich mag das nochmal sagen ein Scheidungskinderforum und ich finde es langsam alarmierend, was diese betroffenen Kinder hier lesen müssen.
Eine Ohrfeige ist nichts dagegen. Schade...

Ich habe letzten Montag einen Infoabend in unserem Familienzentrum gehalten zum Thema Scheidungskinder-leben zwischen zwei Welten. Wir haben mit dem Bild gearbeitet, was bringt das Kind zum "Besuchswochenende" für Gepäck mit und wie wird damit umgegangen. Und die Eltern, die da waren hatten die Idee, dass es um Beziehung geht und um Einfühlung und miteinander...das fehlt mir hier langsam aber sicher. Ja besser einen Partner ohne Kinder, das glaube ich auch...

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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 26. Juni 2013 21:56

Hallo Tamara22

ich bin traurig und das hat mich sehr getroffen was Du über meinen Beitrag geschrieben hast.
Daß das so rüberkommt, als wie wenn ich dem Kind alles anlasten will...das Mädchen weiß wahrscheinlich gar nicht was sie tut,(hast du alle meine Beiträge gelesen?)
so verzweifelt ist sie
wirklich schade...
das ist das letzte was ich damit zum Ausdruck bringen wollte.
Ja, du kennst mich nicht und hast mich trotzdem angegriffen und sich so jemandem gegenüber äußern, den man nicht kennt
finde ich taktlos. Fall´s du mich damit verletzen wolltest (daß es DICH nicht wundert,daß ICH ähnliches erlebt
habe) das hast du getan und "tut mehr weh, als eine Ohrfeige".
Du bist schon lange hier dabei und ich "Mittagspausentipper" will nicht verantwortlich sein, wenn Kinder so was wie VON MIR lesen müssen. Dann bin ich hier falsch gelandet !!!!!
Meine Tochter (14 J) hat übrigens den Thread gelesen und konnte deine Reaktion überhaupt nicht verstehn, das Mädchen
dagegen schon....


mehr als enttäuschte
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 26. Juni 2013 22:01

Sorry, Bolz, damit ist dir sicher nicht geholfen.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und dem Mädchen auch.
Ich hoffe, ihr findet einen Weg.

Liebe Grüße
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 09:05

Hallo siebenzwerge,
dass du meinen Beitrag als taktlos empfindest kann ich nachvollziehen.
Mir geht es darum dass durch das annehmen etwas sei typisch jeglicher Raum dicht gemacht wird und die Möglichkeiten, die sich da danm vllt. eröffnen könnten nicht gesehen werden. Daher auch mein es wundert mich nicht...was man erwartet bekommt man in der Regel auch.
Weil andere Optionen übersehen werden und das Kind keine Möglichkeit hat da wieder rauszukommen aus dieser Schublade.
Die erwachsenen müssen in meinen Augen da mit-denken und wege offenhalten. Mit m.e. nach zu schnellen Erklärungen verschlimmert sich fie Situation.

Du fühlst dich angegriffen das ist schade und es zeigt wieder genau das, jeder in seinem Teich, verletzt und nicht in der Lage drüber hinaus zuschauen mit der Annahme dass da jemand was für sich tut aus einem Bedürfnis heraus und nicht um einem anderen zu schaden.
Sie ist elf...würde sie das lesen ich fände es schlimm.
Und deine Tochter die muss mich nicht verstehen es ist Sache der erwachsenen da etwas für ihr Verständnis zu tun und sich nicht be-oder getroffen zurück zu ziehen.
Sondern erwachsen und klar zu bleiben.

Und ja solche aussagen wie typisch oder mit der stimmt was nicht empfinde ich als herabwürdigend und missachtend und ich unterstelle keinen bösen willen sondern Betroffenheit oder Gedankenslisigkeit oder eigener Schutz ...

Viele grüße Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Muckelmaus » 27. Juni 2013 10:28

Guten Morgen ihr Lieben alle!

Liebe Tami!

Hast du auch diesen Teil von Maxi´s Post gelesen?

Das mit der Unterhaltsvorauszahlung wäre dann ärgerlich ist aber natürlich nicht aufzuwiegen mit einer Kinderseele.


In meinen Augen sagt er alles aus, was es zu sagen gibt. Da schwingt ganz viel Verständnis und Mitgefühl drin.

Fakt: mit dem Kind stimmt was nicht.


Ich glaube, liebe Tami, diesen Satz interpretierst du falsch.
Maxi will ganz sicher nicht zum Ausdruck bringen, dass Kind sei "gestört" oder dergleichen. Ich denke, sie wollte damit sagen, dass dieses Mädel Sorgen und Nöte hat. Und wenn jemand Kummer hat, dann stimmt irgendetwas nicht. Niemand hat Kummer, weil alles wunderschön ist.
Mag sein, dass Maxi sich vielleicht ein wenig "krumm" ausgedrückt hat, aber sie wollte sicher niemanden damit angreifen oder herabwürdigen.

Dies ist ein Forum, in welchem gelesen wird und da wird sicher manchen anders gedeutet, als es gemeint ist.

Ganz liebe Grüße an euch alle und vor allem an Bolz
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel Lärm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lässt das Haus stumm zurück, dass Du denkst, du wirst verrückt.
v. John Andrew Holmes, amerik. Publizist
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 11:24

Liebe Muckel,
ich unterstelle auch nicht, dass sie es herabwürdigend gemeint hat, sondern ich habe gesagt wie ich es empfinde.
Hier lesen Kinder "mit dem Kind stimmt was nicht", "das ist typisch Scheidungskind" und die denken nicht um die Ecke, die nehmen das so wie es da steht als wahr.
Und glaub mir solche Sätze, wie auch immer sie gemeint sind, haben enorm zerstörerisches Potential beim Empfänger!

Und da wünsche ich mir entweder mehr Klarheit, wie es denn gemeint ist oder eine ander Formulierung, denn mit dem Kind stimmt was nicht und ich glaube das Kind hat Sorgen, dazwischen liegen beim Empfänger Welten...

Ich finde es schade, dass ein Feedback, auch wenn es vielleicht provokativ oder überspitzt ausgedrückt ist auf soviel Gegenwehr und Emfpindsamkeiten trifft und im gleichen Zug dann den vermutlich und hoffentlich mitlesenden Kinder diese Empfindsamkeit, das empfinden von dem was da steht, abgesprochen wird.
Das wundert mich.

Die Wirkung ist schneller als ein nachgeschobenes "so ist es nicht gemeint"...

Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 27. Juni 2013 13:00

Hallo erstmal und danke für Eure zahlreichen Meinungen,

ich versuch erstmal die Fragen zu beantworten
@ Ansa: nein, das "zu uns ziehen" war mit ein Teil davon, was nicht erwähnt werden durfte
@ siebenzwerge: ich finde das gar nicht schlimm, denn auch die Meinung eines Teilnehmers über die Meinung eines anderen empfinde ich als wertvoll, solange es nicht beleidigend wird...
@Maxi: ich habe "stimmt was nicht" auch so verstanden, das ETWAS nicht stimmt und nicht, dass sie daneben ist

Ich finde Euren Rat erstmal darüber zu schlafen und Ruhe einkehren zu lassen am hilfreichsten und das habe ich mir auch vorgenommen. Die kleine schickt trotz der Ansage dass alles gut ist gefühlte 1000 SMS am Tag gestern und heute, sie weiß ganz genau, dass das alles so nicht ok war. Ich glaube auch, dass sich die ganze Sache verselbstständigt hat und sie erst bemerkt hat in was sie sich verstrickt hat, als sie realisiert hat, dass die beiden wirklich real miteinander sprechen werden.
Trotzdem finde ich, dass sie auch nicht schuldlos an dem Schlamassel ist, denn sie weiß sehr wohl um den Unterschied von Lügen und der Wahrheit. Ich erwarte ja auch nicht, dass sie der Mutter erzählt wie sehr sie uns liebt oder wie toll das Wochenende war, aber sie hätte ja auch die Option "nichts" zu sagen, anstatt zu sagen war alles Sch...und kann die nicht leiden. Sie hat sich wohl sehr bewußt Vorteile verschafft, auch wenn es traurig ist, dass sie der Mama damit gefällt.

Und noch was möchte ich zu der vielzitierten Verantwortung der Erwachsenen sagen. Das mag ja in der Theorie alles schön sein, aber wenn einen jemand abgrundtief hasst und seinen Lebensinhalt darin findet, den anderen zu treffen, dann kann auch der sanftmütigste Esel keinen Streit vermeiden. Mein Mann hat so viel eingesteckt und so viele Fäuste in der Tasche gemacht und sich dazu noch dumm und dämlich bezahlt und hinterher beschimpft und verleumdet zu werden... In dieser Geschichte gehts nicht nur um das Kind, sondern ich finde auch die Eltern haben ein Recht auf ein Leben ohne Krieg und Demütigungen. Wenn es einer Partei egal ist, dass das Kind alles mitbekommt, dann kann der andere nicht viel dagegen tun. In unserem Fall würde es vielleicht helfen, wenn er reumütig zu ihr zurückkehrt, aber ich finde das ist ein bisschen zuviel verlangt... :meinung:

Euch einen schönen Tag
Bolz
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 15:13

Hi Bolz,

ich habe auch nicht angenommen, dass die Formulierung bei dir anders ankommt...ihr habt da schon eine Ebene auf der ihr euch trefft und austauscht. Ich sprach von mitlesenden Kindern, scheinbar kommt das einfach nicht an.

Zu der Situation mit der Tochter...das ist diese Art der Verantwortungsabgabe an das Kind, das sie nicht leisten kann.
Da werden Sachen nicht erzählt, weil die geheim sind, die wesentlich zum Miteinander auskommen gehören und wo es einen klaren Standpunkt bei den Eltern geben sollte.
Das muß keine Einigkeit sein, sondern eine Klarheit. Wenn meine Tochter mir sagt sie ist unglücklich und es geht um eine Situation des wohnens, dann gehört das direkte Gespräch zwischen die Eltern, scheinbar ist ja genau da das Problem und das ist eben von Erwachsenenseite hergestellt und nicht von ihr. Die Eltern können nicht miteinander reden, sie sucht sich einen Weg...mir sträuben sich die Haare.
Dein Mann mag häufig die Fäuste geballt haben, da gehört ein Standpunkt hin, und ich spreche nicht vom sanftmütigen Esel, sondern von einem Standpunkt, der vertreten wird. Ja es mag sein, dass sie es schwierig macht, das kann ich nicht beurteilen, aber solche Situationen entstehen durch Aktion und Reaktion bzw. Nichtreaktion und das ist keine Theorie, sondern pure Praxis. Er erlebt es als Hölle, wunderbar, dann hat sie es ja geschafft und er spielt mit...
Ich sage meinen Kindern immer, wenn ihr wegrennt und einer hinterher und dann sagt ihr, ihr wollt kein Fangen spielen, tja, da kann ich auch nicht helfen.
Verantwortung für sich heißt nicht den anderen verantwortlich machen...

So und ich weiß das ist alles wieder sehr provokativ und vermutlich stößt es nur auf Abwehr und das ist ok. Ich sehe aber in der Familienberatung, dass es auch anders geht, sogar dann wenn einer sich angeblich so sehr querstellt. Neue Perspektiven und so.
Auch auf die Sache mit dem Lügen und der Wahrheit könnte man anders draufschauen...diese Bewertung bringt nämlich nix. Wäre es egal, sondern es ginge nur darum in beziehung zu sein und sich die Wirkung anzuschauen, dann öffnen sich neue Türen. Die Tochter versucht das und reagiert aus der Wirkung heraus mit wie du schriebst tausend SMS...was möchte sie sagen und was braucht sie wohl?

Liebe Grüße
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