Tochter will zu uns ziehen

Der Treffpunk für Alleinerziehende und Patchworkfamilien. Hier können Erfahrungen und Sorgen ausgetauscht werden.

Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon siebenzwerge » 26. Juni 2013 22:01

Sorry, Bolz, damit ist dir sicher nicht geholfen.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute und dem Mädchen auch.
Ich hoffe, ihr findet einen Weg.

Liebe Grüße
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 09:05

Hallo siebenzwerge,
dass du meinen Beitrag als taktlos empfindest kann ich nachvollziehen.
Mir geht es darum dass durch das annehmen etwas sei typisch jeglicher Raum dicht gemacht wird und die Möglichkeiten, die sich da danm vllt. eröffnen könnten nicht gesehen werden. Daher auch mein es wundert mich nicht...was man erwartet bekommt man in der Regel auch.
Weil andere Optionen übersehen werden und das Kind keine Möglichkeit hat da wieder rauszukommen aus dieser Schublade.
Die erwachsenen müssen in meinen Augen da mit-denken und wege offenhalten. Mit m.e. nach zu schnellen Erklärungen verschlimmert sich fie Situation.

Du fühlst dich angegriffen das ist schade und es zeigt wieder genau das, jeder in seinem Teich, verletzt und nicht in der Lage drüber hinaus zuschauen mit der Annahme dass da jemand was für sich tut aus einem Bedürfnis heraus und nicht um einem anderen zu schaden.
Sie ist elf...würde sie das lesen ich fände es schlimm.
Und deine Tochter die muss mich nicht verstehen es ist Sache der erwachsenen da etwas für ihr Verständnis zu tun und sich nicht be-oder getroffen zurück zu ziehen.
Sondern erwachsen und klar zu bleiben.

Und ja solche aussagen wie typisch oder mit der stimmt was nicht empfinde ich als herabwürdigend und missachtend und ich unterstelle keinen bösen willen sondern Betroffenheit oder Gedankenslisigkeit oder eigener Schutz ...

Viele grüße Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Muckelmaus » 27. Juni 2013 10:28

Guten Morgen ihr Lieben alle!

Liebe Tami!

Hast du auch diesen Teil von Maxi´s Post gelesen?

Das mit der Unterhaltsvorauszahlung wäre dann ärgerlich ist aber natürlich nicht aufzuwiegen mit einer Kinderseele.


In meinen Augen sagt er alles aus, was es zu sagen gibt. Da schwingt ganz viel Verständnis und Mitgefühl drin.

Fakt: mit dem Kind stimmt was nicht.


Ich glaube, liebe Tami, diesen Satz interpretierst du falsch.
Maxi will ganz sicher nicht zum Ausdruck bringen, dass Kind sei "gestört" oder dergleichen. Ich denke, sie wollte damit sagen, dass dieses Mädel Sorgen und Nöte hat. Und wenn jemand Kummer hat, dann stimmt irgendetwas nicht. Niemand hat Kummer, weil alles wunderschön ist.
Mag sein, dass Maxi sich vielleicht ein wenig "krumm" ausgedrückt hat, aber sie wollte sicher niemanden damit angreifen oder herabwürdigen.

Dies ist ein Forum, in welchem gelesen wird und da wird sicher manchen anders gedeutet, als es gemeint ist.

Ganz liebe Grüße an euch alle und vor allem an Bolz
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel Lärm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lässt das Haus stumm zurück, dass Du denkst, du wirst verrückt.
v. John Andrew Holmes, amerik. Publizist
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 11:24

Liebe Muckel,
ich unterstelle auch nicht, dass sie es herabwürdigend gemeint hat, sondern ich habe gesagt wie ich es empfinde.
Hier lesen Kinder "mit dem Kind stimmt was nicht", "das ist typisch Scheidungskind" und die denken nicht um die Ecke, die nehmen das so wie es da steht als wahr.
Und glaub mir solche Sätze, wie auch immer sie gemeint sind, haben enorm zerstörerisches Potential beim Empfänger!

Und da wünsche ich mir entweder mehr Klarheit, wie es denn gemeint ist oder eine ander Formulierung, denn mit dem Kind stimmt was nicht und ich glaube das Kind hat Sorgen, dazwischen liegen beim Empfänger Welten...

Ich finde es schade, dass ein Feedback, auch wenn es vielleicht provokativ oder überspitzt ausgedrückt ist auf soviel Gegenwehr und Emfpindsamkeiten trifft und im gleichen Zug dann den vermutlich und hoffentlich mitlesenden Kinder diese Empfindsamkeit, das empfinden von dem was da steht, abgesprochen wird.
Das wundert mich.

Die Wirkung ist schneller als ein nachgeschobenes "so ist es nicht gemeint"...

Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 27. Juni 2013 13:00

Hallo erstmal und danke für Eure zahlreichen Meinungen,

ich versuch erstmal die Fragen zu beantworten
@ Ansa: nein, das "zu uns ziehen" war mit ein Teil davon, was nicht erwähnt werden durfte
@ siebenzwerge: ich finde das gar nicht schlimm, denn auch die Meinung eines Teilnehmers über die Meinung eines anderen empfinde ich als wertvoll, solange es nicht beleidigend wird...
@Maxi: ich habe "stimmt was nicht" auch so verstanden, das ETWAS nicht stimmt und nicht, dass sie daneben ist

Ich finde Euren Rat erstmal darüber zu schlafen und Ruhe einkehren zu lassen am hilfreichsten und das habe ich mir auch vorgenommen. Die kleine schickt trotz der Ansage dass alles gut ist gefühlte 1000 SMS am Tag gestern und heute, sie weiß ganz genau, dass das alles so nicht ok war. Ich glaube auch, dass sich die ganze Sache verselbstständigt hat und sie erst bemerkt hat in was sie sich verstrickt hat, als sie realisiert hat, dass die beiden wirklich real miteinander sprechen werden.
Trotzdem finde ich, dass sie auch nicht schuldlos an dem Schlamassel ist, denn sie weiß sehr wohl um den Unterschied von Lügen und der Wahrheit. Ich erwarte ja auch nicht, dass sie der Mutter erzählt wie sehr sie uns liebt oder wie toll das Wochenende war, aber sie hätte ja auch die Option "nichts" zu sagen, anstatt zu sagen war alles Sch...und kann die nicht leiden. Sie hat sich wohl sehr bewußt Vorteile verschafft, auch wenn es traurig ist, dass sie der Mama damit gefällt.

Und noch was möchte ich zu der vielzitierten Verantwortung der Erwachsenen sagen. Das mag ja in der Theorie alles schön sein, aber wenn einen jemand abgrundtief hasst und seinen Lebensinhalt darin findet, den anderen zu treffen, dann kann auch der sanftmütigste Esel keinen Streit vermeiden. Mein Mann hat so viel eingesteckt und so viele Fäuste in der Tasche gemacht und sich dazu noch dumm und dämlich bezahlt und hinterher beschimpft und verleumdet zu werden... In dieser Geschichte gehts nicht nur um das Kind, sondern ich finde auch die Eltern haben ein Recht auf ein Leben ohne Krieg und Demütigungen. Wenn es einer Partei egal ist, dass das Kind alles mitbekommt, dann kann der andere nicht viel dagegen tun. In unserem Fall würde es vielleicht helfen, wenn er reumütig zu ihr zurückkehrt, aber ich finde das ist ein bisschen zuviel verlangt... :meinung:

Euch einen schönen Tag
Bolz
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 15:13

Hi Bolz,

ich habe auch nicht angenommen, dass die Formulierung bei dir anders ankommt...ihr habt da schon eine Ebene auf der ihr euch trefft und austauscht. Ich sprach von mitlesenden Kindern, scheinbar kommt das einfach nicht an.

Zu der Situation mit der Tochter...das ist diese Art der Verantwortungsabgabe an das Kind, das sie nicht leisten kann.
Da werden Sachen nicht erzählt, weil die geheim sind, die wesentlich zum Miteinander auskommen gehören und wo es einen klaren Standpunkt bei den Eltern geben sollte.
Das muß keine Einigkeit sein, sondern eine Klarheit. Wenn meine Tochter mir sagt sie ist unglücklich und es geht um eine Situation des wohnens, dann gehört das direkte Gespräch zwischen die Eltern, scheinbar ist ja genau da das Problem und das ist eben von Erwachsenenseite hergestellt und nicht von ihr. Die Eltern können nicht miteinander reden, sie sucht sich einen Weg...mir sträuben sich die Haare.
Dein Mann mag häufig die Fäuste geballt haben, da gehört ein Standpunkt hin, und ich spreche nicht vom sanftmütigen Esel, sondern von einem Standpunkt, der vertreten wird. Ja es mag sein, dass sie es schwierig macht, das kann ich nicht beurteilen, aber solche Situationen entstehen durch Aktion und Reaktion bzw. Nichtreaktion und das ist keine Theorie, sondern pure Praxis. Er erlebt es als Hölle, wunderbar, dann hat sie es ja geschafft und er spielt mit...
Ich sage meinen Kindern immer, wenn ihr wegrennt und einer hinterher und dann sagt ihr, ihr wollt kein Fangen spielen, tja, da kann ich auch nicht helfen.
Verantwortung für sich heißt nicht den anderen verantwortlich machen...

So und ich weiß das ist alles wieder sehr provokativ und vermutlich stößt es nur auf Abwehr und das ist ok. Ich sehe aber in der Familienberatung, dass es auch anders geht, sogar dann wenn einer sich angeblich so sehr querstellt. Neue Perspektiven und so.
Auch auf die Sache mit dem Lügen und der Wahrheit könnte man anders draufschauen...diese Bewertung bringt nämlich nix. Wäre es egal, sondern es ginge nur darum in beziehung zu sein und sich die Wirkung anzuschauen, dann öffnen sich neue Türen. Die Tochter versucht das und reagiert aus der Wirkung heraus mit wie du schriebst tausend SMS...was möchte sie sagen und was braucht sie wohl?

Liebe Grüße
Tami
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 16:32

Hallo Maxi,

ja ich "mal wieder" und es ist ok wenn du das alles mit großgedrucktem DU mir wieder zurückgibst.
Ja ich habe das mal wieder anders verstanden, was eben meine Aussage unterstreicht, ihr habt da eine Ebene gefunden, auf der ihr euch austauscht, stimmt das etwa nicht?
Man kann nicht mit jedem auf der gleichen Wellenlänge liegen. Dafür gibts ja auch das Unterforum, in dem klar ist, dass es viele Patchworkelternteile gibt, die sich austauschen und trotzdem hat dieses Forum einen Titel und wie du schreibst liegt das ja auch allen am Herzen...weiß nicht wie du auf Feinde suchen kommst, das entspringt ja deinem Thema...und ist nicht meins.

Zu den Verfahrensweisen...ich nenn das Beziehung. Und das ist für mich nicht sachlich, sondern emotional, was nicht heißt, dass ich mir nicht Gedanken mache.
Ich denke mal fachlich zum Thema Scheidungskinder, Studienlage, gesellschaftliche Entwicklung diesbezüglich habe ich genug, das ich mit dem Kopf bearbeiten kann und wegem dem ich zu Vorträgen eingeladen werde, mir gehts um das Emotionale denn nur darüber in meinen Augen wird Verständnis möglich, nicht Verstehen, das ist ein Unterschied. Ich seh nicht, dass ich deine Verfahrensweise angegriffen habe, sondern ich habe geäussert wie eine Formulierung ankommt.

Das Thema deine Tochter findet Ehrlichkeit wichtig versteh ich nicht, wer hat was dagegen gesagt. Naja und Erziehung durch Kritik und lebenfähig machen, das muss jeder für sich entscheiden ob das der Weg ist. Gutes Buch dazu, grade erschienen: "Das Ende von Erziehung".

Mir zeigt das nur, dass ich hier vergeblich auf Verständnis hoffe, wenn es hier darum geht die "Sk's" (nettes Kürzel) sachlich lebensfähhig zu bekommen, dann fröhliches Weiterbasteln, es gibt ja zum Glück gute Therapeuten, die das im Nachhinein wieder emotional auffangen, falls die Rechnung nicht aufgeht.
Gibts übrigens auch Studien zu, falls das zu wenig sachlich war...

kopfschüttelnd
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Traum-Tänzerin » 27. Juni 2013 17:19

Hallo,

ich habe alles gelesen und ich möchte nicht streiten- ich möchte bloß einen Satz der mir dazu in den Sinn kam teilen:

"Ohne Wurzeln, keine Flügel..."

Die Wurzeln sind bei einem Scheidungskind sehr locker, ich sehe das die Tochter nach Wurzeln sucht- nach dem schon oft erwähnten sicheren Ort des Lebens!

Ich wünsche euch offene Augen, Arme und viele Liebe im Herzen,

TT
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die Last auf deinen Schultern
unerträglich wird
und du strauchelst,
möge die Erde tanzen,
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Ansa » 27. Juni 2013 17:22

Hallo Ihr Lieben,

am Ende habt Ihr ja alle Recht, die betroffenen Kinder, die hier mitlesen, lesen vielleicht etwas Anderes als wir Großen meinen, je nach Alter aber gestehe ich Ihnen zu, das sie den Thread verfolgen und am Ende erkennen "ach darum geht es also....." Wir schreiben hier sehr reflektiert und ich glaub schon, das Kinder /Jugendliche ebenso lernen und wissen, das Menschen unterschiedlich sprechen und sich ausdrücken. Keine Goldwaage....

Kritikfähigkeit ist eindeutig eine Erziehungssache, ich halte es für immens wichtig, das Kinder Kritik (sachliche, das versteht sich von selbst) lernen, aushalten und ihren Umgang damit finden müssen. Für mich ist Dreikurs da wiederum hilfreich, der es eben auf die Sachebene zieht und sagt "Ups. lass uns mal sehen, was da schief gelaufen ist" die Ausdrucksweise spielt ja auch eine Rolle... und vor Kritik können wir Kinder weder schützen, noch uns selbst. Also, ein Erziehungsziel sollte sicher auch sein, "wie gehen wir alle damit um." Und bei uns ist es eine Lernaufgabe, uns erzieht ja keiner mehr.

Nehmen wir meinen Exmann, der fühlt sich angegriffen und explodiert, wirftmit garstigen Worten um sich, die wirken wie ein Flammenwerfer - hinterher sind alle am Weinen, es bleibt verbrannte Erde zurück. Aber - nachdem das nun "IMMER" so abläuft, und es als Muster zu erkennen ist - kann man sich davon wewg stellen und sagen "Okay, der mal wieder - lass mal zwei Tage ins Land gehen, dann ist er wieder unten und dann sehen wir weiter." Aber - das ist für uns alle ein Lernprozess gewesen - kein guter - keine Frage - aber, ich habe auf ihn keinen Einfluss, also, kann nur ich mein Verhalten ändern, ihn muss ich nehmen, wie er tobt und abbrennt.

Und wenn Eltern nicht miteinander reden, so wie auch bei uns - dann hilft es wenig zu hören "ihr müsst das lösen....." oder wie immer wieder gehört und mich wirklich in Verzweifelung gestürzt "Sie müssen mehr mit ihrem Exmann reden...." Aber *verdammt nochmal, verflixt und zugenäht - DER spricht nicht mit mir........." Ach ja, also, dann müssen sie sich mehr Mühe geben - voll an die Wand, es gab einfach keinen Weg und immer fühlte ich mich schuldig und unfähig. Aber manchmal muss man sehen, was man kann.

So, mal zur Situation, ich würde sachlich mit der Kleinen reden und ihr sagen "Ich hab Dich so lieb und Du bist mir wichtig, ich glaube auch, das weißt Du ganz sicher - aber Dein Verhalten war einfach voll sch...... ich glaub, ich kann verstehen, was passiert ist und wie es dazu kam, es muss schwerfür Dich sein, in zwei Welten zu leben, aber es macht es nicht besser, wenn man Unwahrheiten einbringt, denn die Einzige die sich damit richtig mies fühlt bist ja Du, und das möchte ich gar nicht.....nur weil wir Großen es nicht hin bekommen (das weiß sie, garantiert) sollst Du es nicht lösen. Ich bin traurig, über das was passiert ist und ich möchte gern mit Dir einen Weg suchen, das besser zu machen....." Sie ins Boot holen, schon sagen, das man enttäuscht ist, traurig, wütend (nicht auf sie persönlich, das ist zuviel, aber auf die Gesamtsituation) und dann eben zuhören oder fragen "was meinst Du, können wir tun....." oder auch, "was denkst Du, kannst Du jetzt tun?

Und sich auf solche Dinge wie "aber sag Mama nichts davon" in solchen Situationen, in denen sie von ihr fort will - nicht einlassen, es kann ja keine Lösung geben, wenn sie schweigt -damit ist ein Umzug ja völlig vom Tisch.

Es gibt viele Studien über Trennungskinder - und je nachdem - in welche Richtung einer forscht (ja das ist provokativ) und ich bin bestimmt in jedem Fall für die Kinder, aber da halte ich es mit Remo Largin, je weniger Aufhebens man um etwas macht und je besser die Erwachsenen miteinander klar kommen (und wenn einer nicht will, dann kann man Berge versetzen - es nutzt nichts) desto schneller kommen Kinder darüber hinweg... darum geht es, das sie eines Tages darüber hinweg kommen und so wie meine Große neulich beim Therapeuten auf die Frage "wünscht Du Dir, das Deine Eltern wieder zusammen kommen" offen sagen können "Um Himmels willen, nein - die Zeit meiner Eltern ist um - und dann müsste ich ja auch auf Mamas Mann verzichten und das will nicht nicht!"

Bei der Antwort (und die geben alle meine Töchter) denke ich mir - Ich habs geschafft - darum geht es.... das sie verstehen was passiert ist und sehen, das es gut ist, so wie es ist.

Ihr schafft das.... wenn man in Krisen steckt, sind sie furchtbar aber sie gehen auch vorbei....

Ansa
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Tamara22 » 27. Juni 2013 20:15

Liebe Maxi,

du kannst das daneben finden, es entspricht aber leider bei vielen der Realität, dass sie, weil ihnen die nötige Zuwendung und emotionale Unterstützung gefehlt hat, später beim Therapeuten sitzen und das in mühevoller Kleinarbeit aufarbeiten müssen und wollen.
Ja das mag sarkastisch ausgedrückt sein, aber ich finde es schlimm wenn sich in einem Scheidungskinderforum nur noch die Threads am Leben halten, in denen sich eh alle einig sind und dann so "Bastelanleitungen" verteilt werden, wie man mit den SK's umzugehen hat, was man da machen muss, damit die lebensfähig sind...sorry, aber da habe ich auf dich reagiert und das ausgdrückt was ich von solchen Verhaltensweisen denke.
Ich habe nicht vom Forum gesprochen. Mir liegt viel an dieser Plattform und ich habe hier viel von mir mit eingebracht und das gerne und es gibt da viele schöne und gute Kontakte, die mein Leben bereichert haben.

Ich weiß nicht wie du auf "Unbeschränktes Nachgeben und bemitleiden" kommst, das habe ich nie gemeint und auch nicht gesagt, das ist dein Ding und da hast du dann was falsch interpretiert.

Tja und überzeugen muss ich dich nicht und möchte ich auch nicht, hier gehts ja nicht ums gewinnen, sondern in meinen Augen darum wach zu sein und sich immer wieder wach zu machen. Das bleibt aber jedem selbst überlassen inwieweit er/sie dazu bereit ist.

Ich wüßte nicht, was du zu mir persönlich sagen könntest, wir kennen uns nicht...

Interessant, wie du schnell alle aktiven auf deiner Seite eingruppierst und weißt wie es denen allen geht.
Sagte ich doch hier sind sich alle, ups, ausser mal wieder mir, schon klar, einig.
Na dann...
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Traum-Tänzerin » 28. Juni 2013 08:59

Guten Morgen,

das was ich hier in dem Thread lese gibt für mich einen kleinen Einblick in die Realität und damit auch auf die Tochter von der Bolz. Ich lese Tamara's Wut, Enttäuschung und auch Verzweiflung keinen Ansatz zu finden an dem ihre Worte wahrgenommen und verstanden werden. Das bringt es über eine Schleife zu der Tochter, die ähnliche bis gleiche Gefühle haben mag. Das zeigt den Kern, Kinder die in Scheidungs/ Patchworkfamilien leben haben in sich auch oft eine riesige Wut auf alles was sie verloren haben und die Wut ist da und bleibt da, egal ob sie wegdiskutiert wird oder abgelehnt wird- sie wird nur kleiner wenn man sie anspricht, wenn man sie sich anhört und wenn man einfach zuhört was die Kinderseele umtreiben mag. Und leider machen vieler dieser Kinder wenn sie erwachsen werden eine Therapie, weil sie sich einen Ort brauchen an dem sie auf offene Ohren stoßen und an dem ihnen eben auch mal aufgezeigt wird wo Grenzen sind.

Kinder sind auf Anpassung ausgelegt, die Tochter ist noch ein Kind auf dem Weg in die Pubertät und sie spiegelt das Verhalten der Erwachsenen. Sie möchte mit ihrem Verhalten ganz sicherlich niemandem schaden und sie möchte auch kein Spiel spielen, sie möchte das ihre Hilferufe gesehen werden und wahrgenommen werden- das ist bei aller Betroffenheit und Verletztheit der Großen, ihre Aufgabe und Verantwortung die Kinderseele zu schützen. Dafür sind wir Großen da, Kinderseelen zu schützen und nicht sie klein zu machen- damit wir am Ende das Gefühl haben "Recht gehabt" zu haben, darum geht es nicht. Für ein Kind sind Mama und Papa die Welt, da entstehen die Regeln die für's Überleben nötig sind!

Ich sehe wie sehr hier alle kämpfen, jeder auf seiner Weise und ich sehe in dem ganzen Wirrwarr die Tochter die zwischen allen Stühlen hockt und die beiden gefallen möchten: Mama und Papa! Also erzählt sie es war blöd bei Mama, das mag sie hören und alle die anderen Sachen. Sie sendet damit leise und zaghafte Hilfeschreie- in dem Durcheinander das sie erzählt, wo drunter auch Lügen sein mögen wird ihr inneres Chaos nach aussen sichtbar. Vielleicht weiß sie vor lauter Worten schon gar nicht mehr wo sie sein mag...es liest sich ein bisschen als habe sie sich darin verloren sich anzupassen.

Das ist meine Sichtweise, meine Gedanken und ich möchte darum bitte das meine Worte nicht auseinander genommen werden!

Liebe Grüße,

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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Traum-Tänzerin » 28. Juni 2013 09:59

Hallo Maxi,

vielen Dank für deine nette Antwort!

Ich würde fragen "Was brauchst du, damit du Mama von unserer gemeinsamen Zeit so erzählen kannst wie sie war?" Den Menschen lassen wie er ist, ich glaube das ist unserer größte Herausforderung, wer frei ist der kommt von alleine. Zu sprechen wie eine Giraffe ist die tatsächliche Herausforderung, wölfisch können wir alle schon gut genug!

http://www.youtube.com/watch?v=tCfU_ZRy_lg

LG TT
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Ansa » 28. Juni 2013 10:03

Guten Morgen Ihr Lieben,

wir müssen uns gar nicht einigen, nur verstehen, ein Trauma das man erlebt hat, nimmt breiten Raum ein und bestimmt viele Bewältigungsstrategien die mansich durch das eigene Erleben angeeignet hat. Je nachdem, was im Vordergrund steht oder stand, nimmt das dann eine bestimmte Richtung an. Wir hier wissen aber auch, das jeder Mensch eine gleiche erfahrene Sache unterschiedlich bewertet und personifiziert damit umgeht.

Bei uns geht es um Scheidungskinder und man kann das nicht gegen andere Dinge aufwiegen, wenn einer allerdings "bastelt" schreibt, dann ist das gartig und trifft nicht den Kern, um den es uns hier gehen sollte. Jede Familie hat ihre eigene Dynamik, ich kann nicht von meinen eigenen Erlebnissen auf die anderer schließen, da gibt es auch noch so etwas wie Resilienz und die ist noch lang nicht genug erforscht. Manche Kinder stecken Erlebnisse, die mich umhauen aber sowas von locker weg...... das ich verblüfft bin und staune, wie sehr sie damit klar kommen. Von daher möchte ich doch eher darum bitten, das wir hier anerkennen, was wir gegenseitig für einander tun.

Ich glaube jedem von uns ist klar, das Bolz Tochter in argen Schwierigkeiten steckt, das etwas gründlichst schief gelaufen ist aber jedem von uns, der Kinder hat, muss auch klar sein, das Kinder keine hilflosen Wesen sind, sondern ebenfalls handelnde kleine Menschen und die liegen durchaus mal daneben.... und unsere Aufgabe ist es, ihnen das klar zu machen und sie zu begleiten, es besser zu machen.

Es ist doch furchtbar für das Kind, es will der Mama gefallen und der gefällt es eben nur, wenn es bei Papa schlecht und sch.... ist, sie möchte etwas Schlechtes über Bolz hören..... und anhand ihrer Reaktionen (körperliche Reaktionen reichen da doch völlig) erkennt das Kind was Mama gefällt und handelt entsprechend. Dabei fühlt es sich schlecht, weil es weiß, das was es da erzählt, ist unwahr - und es entwickelt negative Gedanken der Mama gegenüber, denn es spürt ihre Forderung, wie klar sie die auch immer macht. Und wenn es dann zu Papa geht, hat es ein schlechtes Gewissen, weil es ja Dinge erzählt hat, die nicht wahr sind und schämt sich und es beginnt Verdrängungsstrategien zu entwickeln, Antipathien aufzubauen und Wut zu haben - das kann lange so gehen und macht etwas mit der Kleinen.... am Ende ist es eigentlich total positiv, dass das alles raus gekommen ist - denn nun kann man dem Kind helfen, die Hand reichen und mit ihr reden, nun kann man sich noch einmal hinterfragen und ist auch genötigt, Größe zu zeigen (Bolz, ich hoffe Du weißt, dass das nichts mit Dir persönlich zu tun hat?)

Jetzte erst ist doch das Problem offen..... und das ist gut. Jetzt darf man auch sagen, "was Mama da von Dir fordert ist nicht gut...." vorsichtig natürlich, denn sie wird sich schuldig fühlen und ist doch in diese Rolle genötigt worden.

Und nun muss jede Familie ihren Weg finden damitumzugehen, zu handeln, zu verzeihen..... jedes Kind muss auch in gewisser Weise seine Eltern verstehen und anerkennen. Ich z.B. mag meinen Liebsten nicht so gern, wenn er wütend ist - seine Wut ist so anders, als unsere - und doch gestehe ich sie ihm zu und bin mir sicher, das meine Kinder lernen (gelernt haben) damit umzugehen, sie waren an dem Ausbruch der Wut ja beteiligt, sie haben getestet und probiert und die Grenze gefunden - okay, die gefällt ihnen nicht, aber auch das gehört ins Leben miteinaner. Wisst ihr wie ich das meine? Eltern müssen autehntisch bleiben, wenn sie sich in so einer Situation verstellen - richten sie mehr Schaden an als bisher da ist. Kinder wissen dies und spüren das auch....

Es ist gut, das es Therapeuten gibt, aber aus solchen Erlebnissen zu schließen, das jetzt einer fällig ist oder das alle Trennungskinder einen brauchen - halte ich für weit hergeholt.... dsa geht schon über das persönliche Erleben hinaus.

Liebe Grüße
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Bolz » 28. Juni 2013 13:32

Hi Ihr Lieben,

sorry, dass ich mich erst jetzt melde, aber ich kann nur Mittags ins Netz und da habt Ihr alle schon wieder so viel geschrieben.

Ich kann gar nicht alles beantworten oder wiederholen, aber ein paar Dinge wollte ich doch loswerden.

Das ich mich mit Maxi auf einer Ebene treffe finde ich gar nicht schlimm, ich finde nichts falsch an Maxi und sollte Tamara22 es als Abwertung gemeint haben, dann kann ich nur sagen, dann antworte doch einfach nicht auf meine Texte wenn sie Dich dazu herausfordern abwertend zu antworten. Sollte ich das falsch verstanden haben weil ich im Mom auch empfindlich bin, dann entschuldige ich mich bereits hier.

Aber zurück zum Thema. Gestern ist nicht viel passiert, ich hatte Zeit viel drüber nachzudenken und möchte noch ein paar Dinge ergänzen. Zu der Forderung nach einem klaren Standpunkt des Vaters möchte ich nur anmerken, dass das sicher wünschenswert wäre, aber wie schon vorab erwähnt: Wenn einer nur das Ziel hat dem anderen möglichst viel zu schaden und das ohne Rücksicht auf Verluste, dann macht man nicht viel dagegen. Bei meinem Mann kam es schon des öfteren zu wochenlangen Kontaktabbrüchen mit der Tochter wenn er nicht tat was die Mutter wollte. Ich will das nicht weiter ausführen, aber er hat wirklich viel versucht. Sicher wird es auf der Welt einen allmächtigen Familientherapeuten geben der genau den Knopf bei ihr finden könnte, der sie zum Einlenken brächte, der war bisher aber noch nicht in unserer Reichweite. Von daher hätte ein bloßes Erwähnen der Wünsche der Tochter zu uns zu ziehen wahrscheinlich eine mittlere Katatrophe ausgelöst, nach der mein Mann seine Tochter mal wieder lange nicht häte ohne Theater sehen können. Ob das besser gewesen wäre? Außerdem hätten wir es als Verrat empfunden, denn sie hattte wie erwähnt inständig darum gebeten, dass der Vater sie nicht verrät.

Ich bin mir sicher, dass die Kurze in Not war und sich da in was reingeritten hat, was sie nicht mehr überblicken konnte. Aber eigentlich stellt sich immer mehr heraus, dass mich nur eines richtig getroffen hat. Erst als klar war, dass etwas es herauskommen könnte was sie gesagt hat ist sie richtig in Panik geraten. Nur dass wir erst gedacht haben es ist die Angst vor der Reaktion der Mutter auf die Beschwerden über die Mutter bei uns. Es war aber Angst dass wir hören, dass sie schlecht über uns redet. Und ich meine hierbei nicht, dass sie von uns in irgendeiner Weise die Ansage hatte, dass sie irgendwas nicht erzählen darf was bei uns passiert. Selbst wenn ich über die Mutter schlecht geredet hätte, hätte sie das erzählen dürfen, wenn es denn die Wahrheit war und ich es gesagt habe. Das war ihr auch klar, wir haben sie niemals angehalten irgendwas geheim zu halten und sie sieht ja auch im Umgang mit mir ständig, dass ich oft anecke, weil ich immer das bestätige, was ich gesagt habe, auch wenn das schon mal anderen gegenüber unangenehm ist.

Vielleicht hört sich das ja jetzt total ätzend an, aber ich empfinde mich selbst als am meisten Schuld an dem Ganzen. Ich habe auf ihre Klagen reagiert, sie hat mir leid getan. Wir haben uns erst seit letztem Jahr richtig zusammengerauft und alle haben bemerkt wie sie sich immer mehr an mich gehängt hat, obwohl ich mir immer gesagt habe, ich will mich nicht zu sehr auf die Kleine einlassen, es ist nicht mein Kind. Es ist nicht meine Aufgabe an ihrer Mutter was zu ändern, oder das zu ersetzen, was ihr die Mutter nicht gibt. Dennoch hat sie es genossen, dass ich sie mit kleinen Aufmerksamkeiten bedenke, mit ihr für die Schule lerne, ihr Dinge ruhig erkläre, sie kuschel. Das hat sie auch immer wieder gesagt wie sehr sie das zu Hause vermisst. Vielleicht hätte ich das alles lassen sollen und die so gar nicht in so eine Schieflage bringen. Hätte ich sie nicht erst dazu gebracht sich viel wohler zu fühlen, als vorher wo ich mich mehr rausgehalten habe, dann wäre es vielleicht gar nicht so eskaliert.

Ich weiß einfach nicht wie ich mich in Zukunft verhalten soll. Wenn man mich heute fragt, dann würde ich am liebsten so tun als wäre nichts gewesen, aber dazu bin ich viel zu betroffen. Ich möchte nicht einstellen ihr kleine Aufmerksamkeiten zukommen zu lassen, aber ich will auch nicht jedesmal denken, wie sie das wohl wieder zu Hause schlechtmacht... Ich will sie nicht mit dem Lernen allein lassen, aber auch nicht nochmal hören, dass wir ihr sowieso nie helfen und XY mit ihr gelernt hat. Ich bin im "tun als wäre nichts gewesen" total unfähig. Man wird es mir an jeder Fingerspitze ansehen, dass ich tief getroffen bin. Und das braucht sie jetzt gar nicht, denn sie hat schon genug Kummer wegen dem Mist.

Lg
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Re: Tochter will zu uns ziehen

Beitragvon Muckelmaus » 28. Juni 2013 13:55

Hallo alle miteinander!

Gestern habe ich noch viel über die Entwicklung dieses Threats nachgedacht und eines kam mir immer wieder in den Sinn. Tami hat von Büchern und Statistiken geschrieben. Meine ganz persönliche Einstellung zu Erziehungsratgebern aller Art (und dazu zähle ich jetzt auch mal Bücher über Scheidungskinder) ist eigentlich der, dass ich sie nicht lese. Ich höre mir gern den Ratschlag oder Erfahrungswerte einer Freundin oder der Oma usw. an und überlege mir, ob der für mich und meine Familie bzw. meine Kinder passend wäre. Wenn ja, dann versuche, ich den Ratschlag umzusetzen. Wenn nicht, dann lasse ich die Finger davon. Diese Freiheit habe ich und die nutze ich.
Ansonsten aber denke, ich dass niemand mein Kind besser kennt als ich und mein Kind ist ganz sicher keines, dass man in Normen pressen kann. Viele dieser Bücher gehen aber genau von solchen Normwerten aus.
Ich schaue lieber auf mein Kind und höre dabei auf mein Bauchgefühl und meist trügt mich mein Gefühl nicht.

Scheidungskinder haben sicher lockere Wurzeln und wir Eltern sollten darauf schauen, diese zu festigen. Aber es nützt einem Scheidungskind nichts, wenn es in Watte gepackt wird. Damit wird es lebensuntauglich. Ich kann und will meine Kinder nicht vor allen Unwegsamkeiten des Lebens schützen. Denn eines Tages haben und wollen die Kinder Flügel und dann müssen sie fliegen. Das können sie aber nur, wenn sie wissen, wie man mit den Luftturbulenzen umgeht.

Liebe Grüße
Muckel

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel Lärm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lässt das Haus stumm zurück, dass Du denkst, du wirst verrückt.
v. John Andrew Holmes, amerik. Publizist
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