Wann neue Freundin dem Sohn (2,5 Jahre) vorstellen

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Wann neue Freundin dem Sohn (2,5 Jahre) vorstellen

Beitragvon indi79 » 17. Juli 2014 12:23

Hallo Zusammen,

ich bin neu hier im Forum und habe mich nun angemeldet, da ich zu einer Frage die mich sehr beschäftigt einen Rat brauche.

Ich bin Papa eines 2,5 Jahre alten Sohnes der bei seiner Mutter wohnt. Wir haben uns nach langem hin und her vor ca. 1,5 Jahren getrennt. Allerdings haben wir bis vor ca. 2 Monaten nie einen richtigen Cut gemacht, haben noch öfters was unternommen, sind auch 2 Mal zusammen in Urlaub gefahren und ich habe auch ab und zu bei den beiden übernachtet (auf der Couch). Vor 2 Monaten ungefähr habe ich durch Zufall eine neue Frau kennengerlent mit der sich nun eine neue Beziehung anbahnt. Davon habe ich meiner Ex schon relativ früh erzählt, was jedoch in der Folge absolut alles geändert hat. Anscheinend hat sich meine Ex wieder Hoffnung gemacht, dass wir noch mal zusammen kommen obwohl sie damals der absolut treibende Part für die Trennung war. Sie verhält sich jetzt mir gegenüber aber so, als hätte ich sie betrogen und verlassen. Sie hat jeglichen Kontakt abgebrochen, besteht auf die damals vereinbarte Umgangsregelung (jedes zweite WE + 1 Tag in der Woche) macht mir das Leben schwer wo es nur geht. Sie verlangt von mir, dass ich unseren Sohn ein halbes Jahr aus der neuen Beziehung heraushalte. Sie ist der Meinung, dass unser Sohn damit nicht klar kommen würde und er jetzt erstmal die richtige Trennung verarbeiten muss bevor ich ihn mit der "Neuen" konfrontiere. Jetzt droht sie mir sogar, dass ich mir das gut überlegen sollte wenn ich weiterhin erwarte, dass sie fair und nett zu mir sein soll.

Ich hingegen finde, dass unser Sohn absolut unauffällig ist. Wenn er bei mir ist, ist er ein glücklicher, aufgeweckter kleiner Junge und ihm scheint es zumindest wenig auszumachen, dass Papa und Mama nicht zusammen wohnen. Man muss dazu sagen, dass ich von Anfang an beruflich immer ein paar Tage weg war und er es insofern gewohnt ist mich nicht jeden Tag zu sehen. Ich vermute vielmehr, dass meine Ex Ihre Ängste und Persönlichkeitsdefizite auf unseren Sohn projeziert. Man muss dazu sagen, dass sie schon lange in Therapie ist und íhren eigenen "Rucksack" zu tragen hat.

Ich leide unter dem Abstand zu meinem Sohn sehr. Ich liebe ihn über alles und er hat in meinem Leben die oberste Priorität. Ich ich trage meine finanzielle Verantwortung deutlich über der Düsseldorfer Tabelle und ich würde ihn gerne so oft sehen wie möglich. Leider macht mir meine EX mittlerweile das Leben etwas schwer. Felxibilität gibt es nicht, wenn ich beruflich an einem Tag nicht kann habe ich pech gehabt, mal ein WE tauschen geht nicht und auch spontan mal außerhalb des Plans was machen steht außer Frage.

Ich würde gerne wissen wie ihr zu dem Punkt steht wann ich meinen Sohn und meine neue Freundin miteinander bekanntmachen soll/darf. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass ich mir schon sicher sein will bevor ich diesen Schritt gehe. Aber ein halbes Jahr warten halte ich für absolut unpraktikabel. Mein neue Freundin hat auch ein Recht darauf mich als Vater eines kleinen Sohnes kennenzulernen und vor allem natürlich die Person selbst, die mir soviel bedeutet. Sie muss für sich ja auch herausfinden ob sie das kann und ob das was für sie ist (sie ist 30 Jahre, kinderlos und hatte bis jetzt eigentlich für sich ausgeschlossen mit jemandem zusammen zu kommen der schon ein Kind hat). Damit so lange zu warten halte ich für wenig sinnvoll. Es ist klar, dass ich sie am Anfang als eine Freundin vorstellen würde und nicht als Partnerin aber was spricht dagegen ab und zu mal ein paar Stunden zusammen zu verbringen?

Für Eure Meinung schon mal im Voraus vielen Dank :(

Indi
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Re: Wann neue Freundin dem Sohn (2,5 Jahre) vorstellen

Beitragvon Ansa » 18. Juli 2014 06:22

Willkommen bei uns Indi,

ich kann Dich gut verstehen und vielleicht hat die Mutter Deines Sohnes tatsächlich Hoffnungen gehabt, oder aber - sie hat einfach Angst, ihren Sohn zu verlieren. Ich weiß, das ist irrational, aber das sind Gedanken, die Mütter so haben....

Versuch noch mal mit ihr zu sprechen und erkläre, das es für Euch als Paar, keine Chance mehr geben wird und das Dein Sohn Dir das Wichtigste ist und das Du nichts tun wirst, um ihm zu schaden.

Er ist noch klein und Dein Ansatz, ihn einzubeziehen, wenn DU Dir sicher bist, das Deine Freundin eine ernsthafte Beziehung ist / wird - i st absolut richtig. Nicht jeder Flirt muss meine Kinder kennen lernen, aber jemand, mit dem ich mir ein Leben wünsche und vorstellen mag schon, Du hast Recht, Du bist nicht nur Mann sondern auch Papa und auch das muss noch viele Jahre passen. Im besten Fall gewinnt Dein Sohn eine Freundin.

Wie lang so etwas dauert ist sehr verschieden.... höre auf Dein Bauchgefühl und bau dann vielleicht Vertrauen auf und sag Deiner Ex, je nachdem, ob sie sich wieder ein wenig beruhigt hat, vor oder aber unbedingt nach dem Wochenende, das sie sich kennen gelernt haben. Nicht heimlich, das schürt nur Ängste.

Viele Grüße
Ansa
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Re: Wann neue Freundin dem Sohn (2,5 Jahre) vorstellen

Beitragvon Schnatterinchen » 5. September 2014 16:50

Hallo Indi,


bist du noch da?

Vielleicht können wir uns ein bisschen austauschen. Ich bin die neue Freundin von jemandem mit 2 Kindern, und auch bei uns geht es um das Thema die Kinder kennen zu lernen. Bei uns geht es auch noch ein bisschen mehr um das ob überhaupt, und nicht nur um das Wann, aber ich denke trotzdem, dass wir da ein gemeinsames Thema haben.

Ich würde dir gern ein paar Fragen stellen, weil ich dann vielleicht meinen Freund ein bisschen besser verstehen kann.
Zum Beispiel interessiert mich ein bisschen, was im Kopf eines Mannes vorgeht, wenn er bei seiner Ex auf der Couch schläft.
Mein neuer Freund hat das auch noch eine Weile nach seiner Trennung gemacht - aber für mich als neue Freundin war das schrecklich zu wissen, dass er die Nacht über "bei ihr" ist. Klar nicht in einem Bett, aber wenn sie ihn zurück haben will, was hindert sie dann daran zu ihm auf die Couch zu kommen? Solche Gedanken hab ich mir gemacht. Mein Freund hat mir geschworen, dass da nie was laufen würde, aber weiß man's?
Mein Freund hat auch noch von einem gemeinsamen Urlaub mit seiner Frau und den Kindern geredet. Er meinte er hofft, dass er sich irgendwann mit ihr wieder so gut versteht, dass das möglich wird. Er würde dann ein eigenes Hotelzimmer haben. Mir wäre das trotzdem nicht recht. Immerhin geht es bei einem gemeinsamen Urlaub ja nicht nur um die Nächte sondern auch ums tägliche Zusammensein und etwas zu unternehmen - und mir wäre das zu viel Kontakt zwischen meinem neuen Freund und seiner Ex. Ja ich wäre eifersüchtig, das kann ich ganz offen zugeben. Aber auch hier interessiert mich, wie sich das wohl für einen Mann gestaltet, Urlaub mit der Ex?

Du schreibst selbst, ihr habt nie einen richtigen Cut gemacht, genauso würde es mir mit meinem neuen Freund auch vorkommen - als hätte er zwei Frauen und ich wäre dann eindeutig die Zweitfrau (Ansa hat mal geschrieben, dass sie den Begriff nicht mag, aber in dem Fall wäre er genau richtig gewesen). Und das wollte ich nicht. Mir ist absolut klar, dass die beiden Kinder immer an erster Stelle stehen. Danach vielleicht noch sein Job, weil den liebt er. Aber ich möchte nicht nach der Ex stehen.

Und was mich auch wundert: Obwohl du selbst schreibst, dass es kein richtiger Cut war, wunderst du dich jetzt, dass deine (Ex-)Frau nie einen richtigen Cut erlebt hat? Weißt du es ist das eine was man tut und das andere was man sagt. Wenn ich dir unter Tränen sage "Mach dir keine Sorgen, es geht mir gut", was glaubst du dann? Da sind ja immer mehrere Botschaften dabei, und in deinem Verhalten war vielleicht nicht die Botschaft "Wir sind getrennt" (was auch okay ist, wenn sie die Trennung wollte und du vielleicht nicht, aber abgesehen davon wer sich getrennt hat ist es in meinen Augen einfach nicht konsequent").

Und daran anknüpfend:
Bist du sicher, dass dein Sohn eine Trennung zwischen dir und deiner Frau erlebt (hat)? Du schreibst es scheint ihm wenig auszumachen, dass ihr nicht mehr zusammen wohnt - vielleicht hat er das aber noch gar nicht richtig gemerkt, genau WEIL er ja gewohnt ist dich nicht jeden Tag zu sehen, auch das hast du selbst geschrieben. In dem Thread den ich auf gemacht habe, hat Ansa mich gefragt ob es für die Kinder von meinem Freund eine Trennungsgeschichte gibt, ob die sich also bewusst sind, dass Mama und Papa nicht mehr zusammen sind. Für die beiden war es nämlich auch lang so, dass man ihnen nur erzählt hat, dass der Papa sooo viel arbeiten muss und deswegen weniger zu Hause ist. Und vielleicht empfindet das dein Sohn bisher genauso. Für die beiden von meinem neuen Freund war es eben auch so, dass er nicht jeden Abend da war zum ins Bett bringen oder so, tatsächlich weil er entweder lang gearbeitet hat, sich mit Freunden getroffen hat, oder allein in einer Bar gesessen ist, weil er einfach nicht zu ihr nach Hause wollte. Also haben die beiden die Aussage "Der Papa arbeitet nur viel" sicher nicht angezweifelt und alles war aus Sicht der Kinder normal. Ich weiß es natürlich nicht, aber ich möchte den Denk-Anstoss geben, dass es vielleicht bei deinem Sohn auch so sein könnte.

Und was passiert dann wenn er eine "neue Freundin" kennen lernt, eine andere Frau, die der Papa lieb hat, wo doch in seiner Welt der Papa noch die Mama liebt hat? Wie geht das denn?
Ich hätte schon Angst, dass ihn das überfordern kann.
Von daher - und das sage ich als neue Freundin - kann ich deine (Ex-)Frau total gut verstehen und finde das halbe Jahr sogar einen zeitlich fair gesetzten Rahmen.
Wenn ihr jetzt erst einen richtigen Cut macht, dann fängt dein Sohn vielleicht jetzt erst an, sich damit auseinander zu setzen, dass du nicht mehr bei ihm und der Mama wohnst. Und lass ihn doch erst mal das verdauen.

Ich glaube dir sofort wenn du sagst dein Sohn ist unauffällig, aber vielleicht ist für ihn noch gar nix passiert? Warum also sollte er auffällig sein?
Jetzt passiert dann was. Vielleicht läuft wirklich erst ab jetzt die richtige Trennung - für euch alle? Wenn du so viel Zeit dort warst, dann war es meiner Meinung nach auch bisher keine richtige Trennung - vielleicht für dich emotional, aber in deinem Verhalten nicht.

Dass deine Frau dir das Leben schwer macht ist natürlich nicht schön, spricht aber für mich auch dafür, dass die richtige Trennung erst jetzt passiert.

"Ich leide unter dem Abstand zu meinem Sohn sehr. Ich liebe ihn über alles und er hat in meinem Leben die oberste Priorität. Ich ich trage meine finanzielle Verantwortung deutlich über der Düsseldorfer Tabelle und ich würde ihn gerne so oft sehen wie möglich."

Das könnte tatsächlich mein Freund geschrieben haben, und ich sehe wie er leidet und das tut auch mir weh.
Ja wenn ich die Kinder kennen lernen kann und wir einigermaßen miteinander auskommen, dann wäre es leichter, dann müsste er sich nicht entscheiden ob er Zeit mit den Kindern verbringt ODER mit mir, sondern dann könnte aus dem ODER ein UND werden.
Aber ich sehe auch wie wichtig das Thema ist und bevor ich was überstürze und "falsch" mache, warte ich lieber und übe mich in Geduld - und glaub mir, als der liebe Gott die Geduld verteilt hat bin ich hupend im Stau gestanden ;)

"Ich würde gerne wissen wie ihr zu dem Punkt steht wann ich meinen Sohn und meine neue Freundin miteinander bekanntmachen soll/darf. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass ich mir schon sicher sein will bevor ich diesen Schritt gehe. Aber ein halbes Jahr warten halte ich für absolut unpraktikabel."

Und bist du dir nach zwei Monaten echt schon sicher, dass diese Frau so toll ist, dass du ihr die wertvollsten Menschen in deinem Leben vorstellst? Ist sie das wert? Hat sie das verdient?
Meine Meinung ist, dass man nicht mal nach einem halben Jahr den anderen Menschen so gut kennt, dass man wirklich sagen kann: Mit dir möchte ich eine lange Beziehung führen.
Wann kennt man einen anderen Menschen so gut? Meine Meinung ist: Wenn man zusammen wohnt, sich im Alltag kennt.
Ich bin auch noch nicht soooo lange mit meinem neuen Freund zusammen. Aber ein halbes Jahr ist es jetzt schon und wir überlegen noch OB ich die Kinder kennen lerne und danach auch wann natürlich. Aber auf der anderen Seite lerne ich auch an meinem neuen Freund noch jeden Tag neue Eigenschaften kennen... Und er sicher an mir auch.

Meine persönliche Meinung ist also, dass ihr warten solltet.
Aus zwei Gründen:

- Ich denke auch (wie deine Frau), dass eure wirkliche Trennung jetzt erst passiert ist.
- Lern deine neue Freundin erst gut kennen, bevor du sie deinem Sohn vorstellst. Nicht dass es nach einer Weile nicht klappt und ihr euch auch trennt. Eine Bekannte von mir hat eine Freundin, die sich auch getrennt hat. Ihr Ex hatte dann einige kurze Beziehungen und hat jede neue Frau sofort der Tochter vorgestellt, was für die Tochter echt schwierig war, ständig diese neuen Gesichter, ständig küsst der Papa eine andere Frau.

Zum Kennenlernen:
Fahrt mal ein langes Wochenende miteinander weg und schaut wie ihr zusammen mit so viel Freizeit klar kommt. Überlegt euch, ob ihr wieder miteinander in Urlaub fahren wollt. Das gehört nämlich zu einer Beziehung dazu.
Verbringt mal zwei Wochen Alltag miteinander, inklusive früh verschlafen aufstehen, zusammen ins Badezimmer gehen zum Zähneputzen, sich nach der Arbeit sehen, zusammen zu Abend essen, wenn jeder seine Kopf von der Arbeit mit nach Hause bringt.
Betrinkt euch mal zusammen!!! Da lernt man den anderen auch nochmal ganz anders kennen.

Was denkt denn deine neue Freundin eigentlich über die ganze Sache?
Will sie dein Kind schon kennen lernen oder will sie erst mal dich als Mann kennen lernen?

Ich persönlich habe als neue Freundin sehr viel Bedenken, dass es den Kindern von meinem Freund nicht gut tut, wenn sie in der falschen Reihenfolge mit Tatsachen konfrontiert werden.
Ich habe Bedenken, dass sie Angst bekommen, dass ich ihnen den Papa wegnehme - also sollen sie erst Vertrauen finden, dass der Papa auch da ist wenn er sagt dass er kommt (ich denke das funktioniert schon).
Ich habe Bedenken, dass die beiden ihre Eltern auch noch nicht als getrennt erlebt haben und dann nicht verstehen, warum der Papa jemand anders lieb hat.
Ich habe Bedenken, dass sie sich wünschen, dass ihre Eltern wieder zusammen kommen, nachdem sie die Trennung erlebt haben, und mich hassen, weil ich der Beweis dafür bin, dass es nicht so sein wird.


Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich das alles in einer sinnvollen Reihenfolge von mir gegeben hab.
Ich will auch nicht Bedenken schüren - obwohl ja doch ein bisschen vielleicht schon, weil das was du geschrieben hast für mich wirklich ein bisschen leichtfertig wirkt.

Aber auch das ist bei meinem neuen Freund genauso :D Er ist ein Optimist, sagt dass es den Kindern gut geht, dass er gar keinen Grund sieht warum sie mich nicht mögen sollten, denkt dass alle die Trennug schon genauso akzeptiert haben wie er. Aber weiß man's?

:winken:
Carpe Diem!
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