Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

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Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Schnatterinchen » 6. November 2014 11:28

Hallo...


gerade mach ich mir Gedanken um etwas, ich kann das nicht beurteilen, deswegen will ich fragen...

Vielleicht kommt ja doch mal jemand vorbei der Alleinerziehend ist bzw. die Kinder am Wochenende sieht?

Ich frage mich nur gerade: Wenn man alleinerziehend ist bzw. seine Kinder am Wochenende sieht, wie viel Zeit bleibt übrig, für einen selbst, für ein "neues Leben"? Eventuell für einen neuen Partner?

Die Geschichte dazu ist, dass mein Freund seine Kinder eben jedes zweite Wochenende sieht und jeden Montag den ganzen Tag und Dienstag in der Früh bringt er sie in den Kindergarten.
Das heißt "übrig" bleibt jedes zweite Wochenende und unter der Woche Dienstag Abend bis Freitag Früh.

Bisher haben wir immer versucht, die Wochenenden die möglich sind, wenn er die Kinder nicht hat, zusammen zu verbringen. Bzw. ich habe das versucht.
Nun hat das letztes Wochenende nicht geklappt, weil ich weg gefahren bin, weil ich Konzertkarten hatte. Die hatte ich schon seit Februar, da war noch nicht absehbar, ob er ausgerechnet an diesem Wochenende die Kinder hätte oder nicht.
Ich war also weg und er war mit Arbeitskollegen was trinken, hat mir noch geschrieben, dass er einen sehr schönen Abend hatte mit den Kollegen - und bis eben gerade war alles voll gut.
Da sagt mir eine Kollegin die am Freitag dabei war gerade, dass er am Freitag gesagt hat, dass er voll froh wäre mal ein Wochenende ganz alleine und seine Ruhe zu haben.

Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Was mich stört ist, dass er mir sowas nicht selbst sagt, dass er mal ein Wochenende ganz alleine haben will, sondern dass ich das von einer Kollegin erfahren muss. Das ist mir echt peinlich.
Und ich dumme Kuh hab ihm heute früh noch gesagt, dass wir und ja jetzt dann 2 Wochenenden nicht gesehen haben, nächstes Wochenende hat er die Kinder, und dass ich mich dann auf das danach freue, es mit ihm verbringen zu können. Schlechtes Timing.

Jetzt seh ich mich in der Situation, dass er mir nicht sagt, wenn ich weg bleiben soll, aber dass ich ja auch nicht riechen kann, wie ich es machen soll.
Deswegen würde mich eure Meinung interessieren.
Es ist klar, dass man Zeit für sich braucht!!!
Wenn jetzt ein neuer Partner da ist - was glaubt ihr, wie viel Zeit ist angebracht dann miteinander zu verbringen? Was denkt ihr, was ich von meinem Freund "erwarten" kann wie viel Zeit er sich für mich nehmen kann?

Freu mich über Antworten!


Viele Grüße
Schnatterinchen
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Re: Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Emme » 7. November 2014 11:55

Hallo Schnatterinchen!

Ich habe Deinen Beitrag gelesen und mir ist als erstes in den Kopf geschossen, dass er sicher nicht froh war, dass Du nicht da warst, sondern es eher ein "ach wie nett, sie hat was Tolles vor und ich habe ein ganzes Wochenende für mich", was nicht bedeutet, dass er Dich nicht total gern getroffen hätte, wenn Du keine Konzertkarten gehabt hättest.
Z.B. mein Freund und ich wohnen zusammen. Ich verbringe so gerne meine freie Zeit mit ihm, er auch mit mir, doch wenn ich z.B. zum Sport gehe oder eine Freundin treffe freut er sich über die Zeit für sich, obwohl er, wie ich von ihm weiß, den Abend auch total gern mit mir verbringen würde.
Der Punkt ist natürlich, dass die freie Zeit Deines Partners belegt ist. Entweder er hat die Kinder oder ihr trefft euch... da bleibt kein Raum, mal mit einem Kumpel ein Bier trinken zu gehen, was er aber natürlich machen würde, wenn die Zeit nicht so knapp wäre. Es ist bei uns genau so - er hat seinen Sohn jedes zweite WE (besser gesagt wir haben ihn) doch ich kann auch da machen was ich möchte. Ich kann Freundinne treffen oder zuhause bleiben. Wenn er seinen Sohn nicht hat muss er meistens am WE arbeiten, auch da kann ich machen, was ich möchte. Hat er dann mal einen Tag Zeit betrachte ich den sofort als "meinen Tag" und wäre auch ehrlich gesagt geknickt, wenn er den dann noch anderweitig verplanen würde, da wir eh nicht viel Zeit zusammen haben.
Ich verstehe also Dich, kann aber auch die Aussage Deines Partners verstehen. Die mangelnde gemeinsame Freizeit ist ja mit eins der größten Patchwork Probleme, während andere Pärchen sich jedes Wochenende gemütlich beim Aufwachen überlegen, was man so machen könnte, bestehen unsere WE aus Programm in Form von Kind oder Arbeit. Wie ich in Deinem anderen Thread gelesen habe sind die Kinder ja noch sehr jung! 3 und 5 wenn ich mich recht erinnere, oder? Hast Du sie kennengelernt? Klingt hier ja noch nicht so... ich muss zugeben, ich habe bei dem anderen Thread nur sporadisch mitgelesen...
Vielleicht hast Du ja Lust darauf, in einer ruhigen Minute mal mit ihm zu sprechen, wo er sich in der Beziehung sieht, ob er vielleicht auch mal Zeit für sich braucht.

Erst mal so ein paar Gedanken.

LG
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Re: Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Schnatterinchen » 7. November 2014 14:23

Hallo Emme,


vielen dank für deine Antwort. Irgendwie fühl ich mich immer gleich besser, wenn ich sowas lese, wie du geschrieben hast, dass du mich schon irgendwie verstehen kannst.

Ja, die Zeit meines Freundes ist belegt, von seinen Kindern, von der Arbeit - das wusste ich ja vorher, das ist okay. Tatsächlich ist auch noch Raum dafür mit einem Kumpel mal ein Bier trinken zu gehen oder was anderes zu machen und ich bin da dann auch nicht dabei, weil ich aus seinem Freundeskreis bisher nur einen Freund kenne. Wir gehen zusammen weg, wir gehen getrennt weg, das läuft alles echt gut und stressfrei und wir sprechen uns gut ab (und ist mir auch echt wichtig, dass es so locker ist). Wir haben nur ausgemacht, dass wir immer im gleichen Bett nebeneinander schlafen, auch wenn wir uns am Abend mal nicht sehen - und auch das klappt gut.
Ach ich würde gern mit ihm zusammen wohnen, das würde uns zwar nicht unbedingt sehr viel mehr Zeit miteinander verschaffen, aber irgendwie zeigen, dass wir zusammen gehören.

Emme hat geschrieben:Hat er dann mal einen Tag Zeit betrachte ich den sofort als "meinen Tag" und wäre auch ehrlich gesagt geknickt, wenn er den dann noch anderweitig verplanen würde, da wir eh nicht viel Zeit zusammen haben.


Ja sowas passiert mir auch leicht. Aber ich bemühe mich wirklich, nicht zu klammern.
Dass dein Freund am Wochenende auch noch arbeiten muss, wenn er seinen Sohn nicht sieht, das ist natürlich echt hart. Ich glaube ich wäre traurig, wenn ich meinen Freund nie ein ganzes Wochenende "für mich" haben könnte. Ich bewundere dich da! Aber andererseits musst du ihn wenigstens auch nicht komplett hergeben, wenn er seinen Sohn hat... ich hoffe, dass wir da auch noch hin kommen.

Emme hat geschrieben:Die mangelnde gemeinsame Freizeit ist ja mit eins der größten Patchwork Probleme, während andere Pärchen sich jedes Wochenende gemütlich beim Aufwachen überlegen, was man so machen könnte, bestehen unsere WE aus Programm in Form von Kind oder Arbeit. Wie ich in Deinem anderen Thread gelesen habe sind die Kinder ja noch sehr jung! 3 und 5 wenn ich mich recht erinnere, oder? Hast Du sie kennengelernt? Klingt hier ja noch nicht so...


Richtig, 3 und 5 sind die Mädels, und auch richtig, ich habe sie noch nicht kennen gelernt, weil ich das nicht möchte, bevor er nicht mit seiner Ex-Frau darüber gerdet hat.
Wenn das sich irgendwann mal ändern kann, könnten wir zumindest mal was unternehmen und er wäre nicht das ganze Wochenende komplett aus meinem Leben verschwunden wenn er die Kinder hat.
Aber ich weiß schon - mit solchen Themen und auch mit dem Thema zusammen wohnen, da muss ich Geduld haben :rolleyes:

Emme hat geschrieben:Vielleicht hast Du ja Lust darauf, in einer ruhigen Minute mal mit ihm zu sprechen, wo er sich in der Beziehung sieht, ob er vielleicht auch mal Zeit für sich braucht.


Hui, dieses Gespräch haben wir schon oft geführt.
Zum ersten Mal im März als er mich gefragt hat, wie es für sein müsste, wie es laufen müsste, damit es ab jetzt mit uns gut funktioniert. da hab ich ihm schon gesagt, dass er sich doch bitte auch Gedanken machen soll, wie es für ihn sein müsste, damit es mit uns gut funktioniert, schließlich muss es ja nicht nur für mich sondern auch für ihn funktionieren.
Dann hatten wir das Gespräch als es um die Arbeit ging mal, weil er eben auch zu Hause noch was arbeiten musste. Da haben wir geredet wie wir damit umgehen, dass er mir dann sagt er braucht eine Weile seine Ruhe und ich mache derweil was anderes, auch das klappt seit dem gut.
Ein ander Mal ging es genau darum: Freunde treffen. Jemand meinte dann mal, dass mein Freund sowieso zu viel Zeit mit mir verbringt, und man es regeln müsste so nach dem Motto: Die Hälfte seiner Zeit für die Kinder, ein viertel seiner Zeit für ihn selbst und den Rest für Freunde und mich. Puh da wäre ich ganz schön kurz gekommen. Ich hab aber auch den Vorschlag mit meinem Freund besprochen, da sagte er, das wäre ihm auch zu wenig Zeit mit mir und so viel Zeit brauche er nicht für sich.
Ich frage ihn auch oft, wie es ihm geht und ob er ein bisschen Zeit für sich braucht, weil ich ihn kenne und weiß, dass er sich selbst da leicht vergisst weil er es immer für alle anderen gut machen will.
Gerade weil ich das weiß hab ich Angst, dass er mir nicht sagt, wenn er allein sein will, weil er es für mich gut machen will und weiß dass ich ihn sehen will.

Es klappt gut wenn wir miteinander reden in Ruhe, ich war nur so erschrocken darüber was er da gesagt hat, eben weil ich dachte, dass er doch wissen müsste, dass er mit mir reden kann wenn er auch mal allein sein will.

Ich hab das angesprochen. Er meint es stimmt dass er gesagt hat, dass er sich freut auf einen Tag ausschlafen und rum gammeln und mal ganz allein. Und dass es nicht nötog war mir das zu sagen, weil ich ja eh nicht da war.
Aber ich kann doch nicht vorsichtshalber einfach mal weg fahren weil es sein könnte, dass er allein sein will...

Er sagte heute früh zu mir es sei alles ok und ich solle mir nicht rein reden lassen ...
Carpe Diem!
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Re: Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Emme » 7. November 2014 16:36

Hi Schnatterinchen,

schön, von Dir zu lesen!
Ich finde das klingt aber prinzipiell klasse wie gut, dass ihr das schon besprochen habt. Das ist ja eh immer das Wichtigste: darüber reden. Sonst tappen beide im Dunklen und viele Sachen lassen sich so schnell aus der Welt räumen.
Ich glaube es wird sich noch einmal sehr verändern, wenn Du die Mädels dann mal kennen lernst. Ich muss sagen ich hatte, bevor ich Ben kennenlernte (den Sohn) eine recht verklärte Vorstellung. Ich dachte mir, hey, was soll sein, der Kleine ist sicher Zucker bei dem Vater und ich werde mich toll mit ihm verstehen. Mit beidem habe ich Recht behalten doch oft ist es eher die Konstellation aus Vater und Sohn, die es für mich schwierig macht (das wird auch besser) und Streitigkeiten mit sich bringt :-) Doch da bin ich ja Gott sei Dank nicht die einzige und man kann sich toll austauschen! Ist es denn richtig im Gespräch, dass Du sie bald kennenlernst? Ich glaube es könnte sonst ein unrealistisches Bild in der Partnerschaft entstehen. Dein Freund wird als Vater noch mal ganz anders sein als als Partner, das kann einen ganz schön durcheinander bringen.

Also wer gesagt hat, die Zeit müsste halb/viertel/viertel aufgeteilt werden führt wohl nicht so gern Beziehungen, oder? :D Ich finde es gut, dass ihr auf so einen Quatsch nicht hört!
Du sagst ja, Du würdest auch gern mit ihm zusammenziehen - das kann ich gut nachvollziehen, würden wir nicht zusammen wohnen würden wir uns auch sehr selten sehen. Mein Freund arbeitet auch noch unter der Woche manchmal Abends, da bliebe nicht viel, wenn man nicht automatisch zusammen wäre wenn beide Abends unter der Woche frei haben.
Du sagst, Du bewunderst mich dafür, dass ich das so aushalte mit den Wochenenden... ich habe schon oft Gespräche geführt deswegen. Doch weder das Kind noch der Job lassen sich ändern. Das einzige, was ich realistisch vorschlagen kann ist, darauf zu achten, dass man wenigstens alle zwei Monate oder so mal ein gemeinsames WE hat, diesen Vorschlag habe ich noch nicht gemacht, da erst einmal ein paar Dinge mit der Exfreundin geklärt werden mussten und sich die Dauer und Frequenz der Kinderzeit einpendeln mussten. Nun kann ich mir das erst einmal ansehen und dann über die Wochenenden sprechen. Wobei ich schon sehr froh darüber bin, dass mein Partner sich wenn er kann Zeit für mich nimmt, wir waren sogar schon zu zweit im Urlaub, das war wirklich wunderschön!

Eine Aussage von Dir würde ich gern noch mal aufnehmen:
Schnatterinchen hat geschrieben:Aber ich kann doch nicht vorsichtshalber einfach mal weg fahren weil es sein könnte, dass er allein sein will...


Ich glaube so ist das auch nicht zu verstehen. Das ist ein bisschen so, wie man sich den Kuchen nicht kaufen würde aber wenn er da ist will man ihn auch essen.
Er würde anscheinend nicht freiwillig auf Zeit mir Dir verzichten, doch wenn Du dann wegfährst und er Zeit für sich ganz alleine hat findet er es prima. So etwas wird sich ja sicher auch in Zukunft versehentlich mal ergeben, dann hat er wieder Zeit für sich! Ich glaube das reicht ihm, nachdem was Du geschildert hast....
Kannst Du Dir vorstellen, jedes zweite Wochenende mit den Kids zu verbringen? Redet ihr da drüber, Dein Partner und Du?
Ist natürlich schwierig so als Trockenübung, ohne die Kinder kennengelernt zu haben. Ich habe das genau so (ungeplant) blauäugig gemacht. Hatte Nachteile aber auch den Vorteil, dass Ben und ich uns verstehen mussten, wir konnten ja nicht weg (außer man hat die Wohnung verlassen).

Ich bin ein wenig abgedriftet :-)

Liebe Grüße
Emme
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Re: Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Schnatterinchen » 7. November 2014 19:32

Hallo Emme,


da bin ich gleich nochmal. Auch weil ich mich am Wochenende eventuell nicht melden werde, also nicht wundern, ich bin nicht weg, ich bin vielleicht nur offline, weil ich mir einiges vorgenommen habe, ich komme sicher wieder ,)

Ich glaube es wird sich noch einmal sehr verändern, wenn Du die Mädels dann mal kennen lernst.


Na klar, davon gehe ich aus! Ich hab aber auch große Hoffnungen, dass es mir helfen wird, dass ich ihn dann an solchen Wochenenden auch sehen kann, oder wenigstens auch anrufen kann, auch wenn die Kinder dabei sind und es sich dann sicher erst mal um die Kinder dreht und nicht um uns. Aber ich bin jetzt auch gar nicht der Typ, der ständig kleben muss. Auch wenn wir mit Freunden weg gehen zum Beispiel. Es ist keine Zeit zu zweit, aber trotzdem keine ganz verlorene Zeit. Verstehst du was ich meine. Für mich ist es ja momentan so, dass ich ihn immer ganz hergeben muss und dann von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend fast nichts von ihm habe außer ein paar Whatsapp.
Ich weiß das klingt für dich sicher komisch, aber du kannst wenigstens auch an den Wochenenden oder Tagen an denen Ben da ist neben deinem Partner schlafen. Das wird bei mir noch sehr lange dauern bis es soweit ist.

Ist es denn richtig im Gespräch, dass Du sie bald kennenlernst? Ich glaube es könnte sonst ein unrealistisches Bild in der Partnerschaft entstehen. Dein Freund wird als Vater noch mal ganz anders sein als als Partner, das kann einen ganz schön durcheinander bringen.


Davon geh ich aus und ich bin auch schon recht gespannt auf das Gefühlsspektrum das sich da dann in mir breit machen wird!
Ob ich sie kennen lerne und wie war eine Zeit lang im Gespräch, dann haben wir deswegen dauernd gestritten, waren bei profamilia weil wir uns nicht ausgekannt haben und Rat gesucht haben.
Der hat dann gesagt, es gibt keinen Grund damit zu warten, wir sollen das bald angehen - dann hab ich mir ziemlich den Kopf zerbrochen und dann gesagt, ich will das selbst erst mal nicht.
Das stand dann immer zwischen uns, vor ein paar Wochen haben wir nochmal geredet, in Ruhe, da hab ich dann eingewilligt und gesagt okay ich springe über meinen Schatten. Bleibt aber immer noch, dass er erst mit seiner Ex deswegen reden muss, und dass dieses Gespräch stattfindet ist momentan nicht absehbar. Ich halt derweil die Füße still.
Momentan sind andere Dinge im Gespräch: Weihnachten, Silvester, na klingelt da was bei dir? ,)

Aber Alles in Allem hoffe ich ja doch dass "mehr Zeit bleibt" wenn ich sie mal kenne.

Also wer gesagt hat, die Zeit müsste halb/viertel/viertel aufgeteilt werden führt wohl nicht so gern Beziehungen, oder? :D


Das kann sehr gut sein und war direkt auch das was mein Freund selbst dazu gesagt hat :D Ist ja witzig, dass du das auch gleich so schreibst. Tatsächlich hat derjenige auch keine Freundin gerade.

wenn man nicht automatisch zusammen wäre wenn beide Abends unter der Woche frei haben.


Ja und gerade das, dieses "automatisch zusammen sein", das ist es was ich will - eine gewisse Selbstverständlichkeit, eine gewisse Normalität, dass es nichts Xtra ist, dass ich seine Freundin bin, sondern dass ich zu seinem Leben dazu gehöre und er zu meinem und man ein gemeinsames Leben in einer gemeinsamen Wohnung hat. So leben wir ehr ein bisschen nebeneinander her.

Doch weder das Kind noch der Job lassen sich ändern.


Beim Kind gebe ich dir recht, bein Job - das würde ich IMMER in Frage stellen. Was arbeitet er denn?
Ich muss aber sagen, ich bin da auch sehr streng, nimm mir das bitte nicht übel. Ich hatte selbst einen Job der mich echt aufgefressen hat. Und ich hab's geändert. Und es ärgert mich oft wenn andere schlecht über ihren Job reden aber dann so hilflos tun als wären sie festgenagelt, wo man sich doch wirklich was anderes suchen kann. Ja man braucht Geld, ja dein Partner braucht besonders mehr Geld, weil er ja auch einen Sohn hat und Kinder sind teuer und das muss man alles bedenken. Aber trotzdem muss man sich nicht vom Job auffressen lassen. Es gibt Dinge die kann man wirklich nicht ändern, es wäre schön wenn der Job da nicht dazu gehört. Man arbeitet ja um zu leben und lebt nicht um zu arbeiten.

Trotzdem ein interessanter Aspekt und man könnte den Titel hier auch nennen "Allenerziehend/Kinder am Wochenende/Arbeit - wie viel Zeit bleibt?"

Das einzige, was ich realistisch vorschlagen kann ist, darauf zu achten, dass man wenigstens alle zwei Monate oder so mal ein gemeinsames WE hat, diesen Vorschlag habe ich noch nicht gemacht, da erst einmal ein paar Dinge mit der Exfreundin geklärt werden mussten und sich die Dauer und Frequenz der Kinderzeit einpendeln mussten. Nun kann ich mir das erst einmal ansehen und dann über die Wochenenden sprechen. Wobei ich schon sehr froh darüber bin, dass mein Partner sich wenn er kann Zeit für mich nimmt, wir waren sogar schon zu zweit im Urlaub, das war wirklich wunderschön!


Hm, vielleicht kann man auch ein bisschen kleiner anfangen, zum Beispiel mit einem gemeinsamen Abend unter der Woche. Wir haben das so. Am Anfang war das sogar noch ein festgelegter Tag, der Mittwoch, mittlerweile hat sich das gelockert und es kann auch ein anderer Tag sein, aber es ist noch immer so: An einem Tag unter der Woche ist es ganz sicher, dass wir zusammen kochen und essen, oder essen gehen, aber auf jeden Fall dass wir einander gehören, zu zweit, auch ohne Freunde. Ich achte dann auch ein bisschen auf die Themen über die wir sprechen zum Beispiel. Eben keine belasteten Themen, die zu Streit fühern könnten und wenn wir auf so eins kommen, dann sage ich auch direkt: Heute besprechen wir das nicht. Ich weiß nicht ob das möglich ist bei euch mit der Arbeit von deinem Partner. Ich wollte es dir nur vorschlagen, weil mir das sehr hilft von Woche zu Woche, gerade nach den Kinderwochenenden. Das ist eben Quality Time und manchmal ist Quality wichtiger als Quantity.

Das mit dem Kuchen hat mir gefallen, das werde ich mir auf jeden Fall merken, vielen Dank für das Bild!

Kannst Du Dir vorstellen, jedes zweite Wochenende mit den Kids zu verbringen? Redet ihr da drüber, Dein Partner und Du?


Ob ich mir das vorstellen kann... Ich verrat dir ein Geheimnis... es gibt Momente, da wünsch ich mir das sogar. Das sind Gedanken die so schnell durch meinen Kopf huschen... Zum Beispiel wenn es jetzt ans Plätzchen backen für Weihnachten geht - ich würde das so gerne mit den beiden Mädels machen, mit ihnen zusammen meine Küche verwüsten, sie dann baden und bis Mitternacht die Küche putzen. Oder jetzt wo es windig draußen ist - ich würde gern mit ihnen Drachensteigen lassen, bunte Blätter sammeln und auf Bilder kleben... Wenn sie das auch wollten.
Ganz am Anfang haben wir über solche Sachen geredet... aber das hat irgendwie aufgehört, die ganzen Probleme, der ganze Streit hat irgendwie die Träume aufgefressen.
Momentan reden wir über sowas nicht, nein.


Emme, ich wünsche dir ein schönes Wochenende!!! Mit oder ohne Ben aber auf jeden Fall, dass auch ein bisschen Zeit mit deinem Partner bleibt!
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Re: Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Emme » 10. November 2014 18:55

Liebes Schnatterinchen!
Ich hoffe Du hattest ein tolles Wochenende!!
Es stimmt, was Du sagst, man schläft im selben Bett wie der Partner und hat natürlich auch noch Zeit zusammen, wenn das Kind im Bett ist. Es ist anders als reguläre Pärchenzeit, aber es hat definitiv den Vorteil, dass man nicht aus der Welt ist.
Für mich ist die Zeit mit Freunden auch keine verlorene Zeit, die Zeit mit Kind auch nicht, wobei da das "Pärchen sein" schon mal ganz gern auf der Strecke bleibt.
Die Gedanken, die Du beschreibst, hatte ich auch, bevor ich Ben kennengelernt habe. Ich dachte damals, dass es sicher total toll ist, mit ihm in den Park zu gehen und auf den Rummel und die Plätzchen Gedanken hatte ich auch. Das hat sich relativiert und wie Du schon sagst, auch viel durch Streit, überzogene Erwartungen und Realität, die einen ganz schön treffen kann. Ich hatte aber das ganz große Glück, dass Ben wirklich ein cooler Junge ist und wir uns gut verstehen und dass mein Partner alles dafür tut, dass Ben mich wirklich akzeptiert und wir gut auskommen.
Mein Freund arbeitet im gastronomischen Bereich, da bleibt ihm nicht viel übrig, als zu den Uhrzeiten zu arbeiten, wo andere essen und trinken gehen.
Ich thematisiere das auch und stoße dabei auf wenig Gegenliebe... mein Freund tut alles für mich, doch er kann sich die Wochenenden nicht frei zaubern. Das führt schon zu Trouble und ich kann immer die Frauen nicht ganz verstehen, die alle zwei Wochen ein Kinderwochenende haben, den Rest der Zeit gemütlich mit ihrem Partner verbringen und es trotzdem kaum zum Aushalten finden. Doch vielleicht ginge es mir nicht anders, wer weiß, ich möchte nicht falsch und blöd urteilen, nur weil ich vielleicht ein klitzekleines Bisschen neidisch auf deren Situation bin... :-)
Eine gute Idee, auf die Gesprächsthemen zu achten, das fällt mir manchmal schwer, man möchte gewisse Dinge besprechen, dann ist mal Zeit und schwupps, ist die Stimmung kaputt. Da bin ich glaube ich ein Trampeltier! Aber man kann ja an sich arbeiten :-)
Schnatterinchen hat geschrieben:Ganz am Anfang haben wir über solche Sachen geredet... aber das hat irgendwie aufgehört, die ganzen Probleme, der ganze Streit hat irgendwie die Träume aufgefressen.

Der Satz hat mich tief getroffen, so richtig da wo es weh tut. Die aufgefressenen Träume, man ist irgendwie dann auch desillusioniert. Man stellt sich viele Dinge ja auch ganz anders vor, als sie dann sind, nicht umsonst ist es aber auch immer schwierig, diese Patchwork-Geschichte. Ich habe mich letztens mit meiner Mutter unterhalten, die alleinerziehend war. Viele der angehenden Beziehungen sind an uns Kids gescheitert, sie hat erst wieder jemanden gefunden, als wir schon ziemlich groß waren. Ist das nicht traurig? Und man selbst hätte nie gedacht, dass es wirklich schwierig ist.
Wie sieht denn eure Weihnachts-Silvester-Planung aus? Eins der beiden Feste wird er ja sicher mit seinen kleinen Mädels verbringen wollen, oder?
ich hoffe so sehr, dass es richtig toll läuft, wenn Du die beiden mal kennenlernst! Das würde mich so freuen!! Und wenn es Schwierigkeiten gibt hast Du ja uns hier! Mir hilft das Schreiben, wobei ich manchmal noch ein wenig gehemmt bin - was, wenn der Freund vielleicht auch in diesem Forum unterwegs ist und unsere Geschichte erkennt?
Das soll nicht blöd klingen, doch Seelenstriptease im WWW ist für mich auch neu :-)
Liebes Schnatterinchen, einen schönen Abend für Dich und vielleicht ja Deinen Liebsten!
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Re: Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Schnatterinchen » 12. November 2014 23:25

Hallo liebe Emme,


tut mir leid, dass ich mich erst jetzt wieder melde.
Erst war eben Wochenende und ich habe echt viel erledigt gekriegt, das ist oft so wenn mein Freund seine Kinder hat ,)
Und jetzt gerade bin ich auf Weiterbildung und hab auch irgendwie viel im Kopf...

Wenn dein Freund in der Gastro arbeitet ist natürlich klar, dass er dann arbeiten muss, wenn andere frei haben - ich muss sagen, ich glaube das fände ich schon in einer Beziehung ohne ein Kind belastend!
Ich hatte mal kurz was mit einem der im Starbucks gearbeitet hat und fand das schon doof.
Bei Bekannten von mir ist sie Anesthäsistin, das ist auch anstrengend.

Was die Gesprächsthemen angeht - da will ich dir noch was erzählen, was mein Freund und ich "eineführt" haben - eigentlich sogar er, ich will mich ja nicht mit fremden Federn schmücken.
es gibt "Redezeit". Und wenn ich was auf dem Herzen habe, dann frage ich ihn nach Redezeit ohne gleich mit dem Thema anzufangen. Dann kann er je nachdem wie er auch gerade drauf ist sagen ob er gerade einen Kopf dafür hat oder nicht. Oder ob wir morgen reden oder so - aber dann muss eine Zeit ausgemacht werden und dann kann man sich auch darauf einstellen. Und meistens geben wir auch eine Zeitspanne vor - zwei Stunden oder eine, je nachdem was ich meine wie viel ich brauche und was er meint wie viel er schafft. Und das klappt erstaunlich gut. Ich bin mir sicher, dass er mir zuhören wird und es ist viel weniger emotional. Es muss auch währenddessen still sein, kein Radio, kein TV - und ich weiß dann dass ich es auch nach einer Weile gut sein lassen muss - man fokussiert sich dann auch irgendwie mehr auf eine Lösung als sich nur im Kreis zu drehen (wenn man unbegrenzt Redezeit hätte).
Uns hilft das wirklich die Themen zu sortieren und das alles irgendwie im Rahmen zu halten.
Ich hab keine Ahnung ob du dir das für euch auch vorstellen könntest, muss ja nicht für jeden das Richtige sein, aber ich wollt's einfach mal erzählen.

Und ich wollt dir nochmal danke sagen für das Bild mit dem Kuchen.
Ich bin ja wie gesagt gerade auf Weiterbildung und 3 Tage im Hotel und eben weg von meinem Freund. Und das mit dem Kuchen hilft mir das zu überstehen und nicht in eine Gedankenspirale zu fallen und wieder zu denken, dass er froh ist dass ich weg bin.

Was das mit den aufgefressenen Träumen angeht - das tut mir leid, dass dich das so getroffen hat.
Kannst du mit deiner Mama denn so richtig frei über das Thema reden? Da hättest du ja auch jemanden zum Austausch? vielleicht?

Wegen Weihnachten und Silvester - momentan ist die Idee, dass er Weihnachten und den ersten Weihnachtsfeiertag mit seiner Ex-Frau und seinen Mädels verbringt und den zweiten Weihnachtsfeiertag mit mir. Aber das ist bisher nur eine Idee und sie hat noch nicht zugestimmt und ich bin noch am Zittern, dass sie mir das versaut. An sich bin ich mit dem Vorschlag total einverstanden. Ich wäre dann am Heiligabend selbst und am ersten Feiertag eben auch bei meiner Familie.
Wegen Silvester knirscht es noch ein bisschen. Ich möchte Silvester gern mit ihm vebringen - er weiß noch nicht mal ob seine Ex mit den Kindern weg fährt oder nicht - wenn sie hier sind will er mit ihnen ein paar Raketen steigen lassen bevor sie ins Bett gehen und würde dann erst zu mir kommen - was meine / unsere Planung wo wir hin gehen und wann wir weg gehen natürlich auch einschränkt. Und das ist so eine Eigenschaft von mir an der ich wohl arbeiten muss - du schreibst ja so schön, man kann ja an sich arbeiten: Ich bin ein Mensch der gerne plant. Und ich genieße es irgendwie wenn ich mich dann zurück lehnen kann und weiß wann ich wo mit wem sein kann. Das heißt nicht dass ich nicht spontan bin, das kann ich schon auch. Aber ich mag es einfach zu planen :) Das geht natürlich in der Situation wenig. Aber ich hab dann schon Stress, dass ich an Silvester alleine daheim sitze, wenn die Ex nicht einverstanden ist und fordert dass er bei ihr und den Kindern bleibt... Puuuhhh... :(

Mir hilft das Schreiben auch!!
Ich hab aber auch schon dran gedcaht was wohl passieren würde, wenn mein Freund das hier lesen würde :oah:
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Re: Alleinerziehend/Kinder am Wochenede - wie viel Zeit bleibt?

Beitragvon Emme » 13. November 2014 12:22

Liebes Schnatterinchen,

ich schreibe Dir heute Nachmittag eine PN!
Beste Grüße Emme
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