Hallo

Für Plaudereien, Smalltalk, Klönschnack und all das, was in keinen Fachbereich passt

Hallo

Beitragvon miau » 4. Mai 2012 09:34

Hallo,

als Oma eines fast 4-järigen Trennungskind suche ich Hilfe und Anregungen so manche schwierige Konstellation zu entschärfen (soweit das möglich ist). Auf der Suche danach, wie heute erwachsene Menschen die Scheidung ihrer Eltern erlebt haben, bin ich hierher gekommen. Gerade habe ich im Forum schon ein bisschen gestöbert und habe diverse Buchtipps gefunden, die mir evtl. auch ein bisschen weiter helfen.

Die Eltern meines Enkel´s haben sich vor ca. 2 Jahren getrennt. Seitdem war der Junge sogar schon in einer Kinderpsychiatrischen Klinik wegen Stress (überforderung). Seit der Trennung hat er so richtig Fortschritte in der Entwicklung gemacht. Thema sind immer noch das Schlafen, Essen und Sauberkeit. Der Junge hat so einiges mitgemacht in seinem Leben und so wie es aussieht, wird das auch so weiter gehen. >:( Die Übergaben werden von einer fremden Frau durchgeführt. Trotzdem findet der Vater immer neue Anknüpfungspunkte die Mutter fertig zu machen. Er macht auch nicht vor seinem eigenen Kind halt und präsentiert ihm ständig neue Frauen, die er sogar Mama nennen soll. Das hat dazu geführt, dass er schon ein paarmal geäußert hat, dass er Angst vor seinem Papa hat. Es liegt also an der Mutter ihm zu erklären, was beim Vater schief gelaufen ist.

Auf Nachfrage streitet er entweder alles ab, was der Junge sagt oder er verharmlost alles. Er findet immer wieder einen neuen Weg die Mutter vor Gericht zu ziehen.

Wie wird sowas weitergehen?
Gibt es zufällig Betroffene hier, die etwas über ihren Weg schreiben können? Wie sie mit solchen Situationen klargekommen sind, was ihnen geholfen hat, all das auszuhalten?
Und wie ich als Oma dem Jungen helfen kann? Ich muss jedoch dazu erwähnen, dass ich auch so meine eigene Wut in mir habe, wenn ich wieder so diverses Äußerungen höre: zum Essen gezwungen werden und angebrüllt werden, wenn er nicht isst. Eine neue Frau hat bei seinem Papa geschlafen. Der Papa hat ihn ins Wasser geschmissen und danach angeschreit.

Es ist ja auch so, dass der Junge ja das Reden verboten bekommt, nichts seiner Mama zu erzählen, wie es ihm geht. Was ab und zu durchsickert, liegt daran, wenn es ihm mal wieder so richtig schlecht geht und er eine Erinnerung hat und davon redet. Das sind kurze Momente, in denen ich zunächst einmal hilflos bin.

Das ist jetzt lang geworden, doch das Thema ist immer akuter.
Ich habe auch eine gewisse Angst in mir, dass den ganzen Ärger dann seine Mutter irgendwann abkriegt, weil sie nicht verhindert, dass er zum Papa geht. Darum interessiert mich euer Weg. Vielleicht denke ich auch völlig falsch.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 4. Mai 2012 09:55

Hallo Micha,

willkommen bei uns und schön, das Du her gefunden hast. Was Du da so alles erzählst, lässt einem wirklich die Haare zu Berge stehen. Und Dein Enkelchen ist noch sooo klein, da ist es schwer, sachlich und vernünftig zu bleiben.

Was helfen könnte, wäre ihm so viel unbelasteten Ausgleich wie möglich zu schaffen.... also Zeit, in der das Zerwürfnis zwischen Mam aund Papa keine Rolle spielt. Freunde, Unternehmungen, Ablenkungen, so dass einfach eine "gute" Zeit für ihn da ist.

Und dann würde ich mit so einem kleinen Kind über Geheimnisse reden - darüber gibt es auch allerhand gute Kinderbücher, vielleicht kannst Du Dich da beraten lassen? Es gibt gute Geheimnisse, die einem Freude machen - wie etwas heimlich ein Geschenk für Mama zum Muttertg besorgen und es nicht verraten. Und es gibt schlechte oder böse Geheimnisse, solche, die einem Bauchweh machen und mit denen man sich nicht gut fühlt, wie etwa etwsa nicht erzählen dürfen obwohl man das soch sooo gerne möchte. Und die darf man dann doch sagen, weil es falsch ist, sie für sich zu behalten. Halte solche Gespräche kurz, erwarrte kein Zwiegespräch, aber mache das deutlich, so dass er es verstehen kann. Nimm ihm das schlechte Gewissen, den Papa zu veraten.

Und dann, glaube ich, ist es wichtig, zuzuhören und die Dinge zwischen Euch zu belassen, also, dem Vater nicht kund tun, was das Kind alles erzählt - damit keine Repressalien folgen. So schwer das auch sein mag, da wäre ich extrem vorsichtig, anhören, trösten und auch deutlich sagen "Das ist nicht richtig!" um ihm deutlich zu machen, das seine Gefühle weder trügen noch täuschen.

Und Du darfst ihm erklären, das es gut ist, wenn er Papa lieb hat (so schwer das zu verstehen ist, alle Kinder lieben ihre Eltern, egal was die so alles anstellen) dass das einfach so okay ist. Und, wenn er es versteht, darfst Du ihm z.B. erklären, das er nicht alles mögen muss, was Papa macht. An einem eigenen Beispiel, das Du ihn lieb hast, aber das Du bestimmt nicht alles magst, was er tut..... Da fällt Dir sicher etwas ein?

Vielleicht kannst Du über solche Dinge auch mit Deiner Tochter (?) reden? Auch von ihrer Seite aus ist es wichtig zu signalisieren, das es okay ist, Papa lieb zu haben.... nicht auszufragen, wenn er heim kommt.... und, das Kinder, die von einem System ins andere wechseln, durchaus ein/zwei Tage am Rad drehen und es einige Zeit dauert, bis sie wieder angekommen sind. Das ist auch so, wenn beim anderen Elternteil alles schön ist. Viele Trennungseltern wissen darum leider nicht und glauben immer, dem Kind ginge es nicht gut, das muss aber nicht so sein.

Zu den vielen Frauen kann man ihm erklären, das der Papa sich so sehr eine neue Frau wünscht.......... und den Rest offen lassen. Ich finde es grundverkehrt, ihn aufzufordern diese Frauen "Mama" zu nennen, aber ich glaube auch, das er viel zu jung und zu klein ist, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Ich würde ihm, glaub ich, die "Erlaubnis" geben, sie so zu nennen und ihm erklären, das ich weiß und mir ganz sicher bin, das nur ich die Mama bin und das es mir nichts macht, wenn er andere so nennt........ das nimmt ihm den Druck und die Furcht, die Mama zu verletzen. Weißt was ich meine? Man kann ihm vorschlagen für die Mama einen anderen, ganz eigenen Namen zu nehmen, Mutti oder ähnliches? Damit er für sich unterscheiden kann? Aber nur behutsam und nur, wenn er dem folgen kann........ Und versuchen, sachlich zu bleiben, egal wie sehr es in einem brodelt. Mitleid macht vieles nur schlimmer, es tröstet nicht wirklich.

Wir können Papa leider nicht ändern - wir können aber die Kinder stärken und ihnen helfen, solche Dinge durchzustehen. Ich weiß, aus eigenen Erfahrungen, dass das fast immer über unsere Kraft geht, aber es lohnt sich, ganz bestimmt.

Dir erst mal liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 4. Mai 2012 10:08

Hallo Ansa,

ja, Kraft kostet das sehr viel. Und woher ich die manchmal nehmen soll ist mir ein Rätsel.

Was du schreibst, tut mir gut zu lesen. Und die Idee mit den "guten Geheimnissen", da kann ich mal sehen, wie orientierungslos ich geworden bin. Das ist eine gute Idee.

Mit meiner Tochter kann ich nur bedingt noch reden, die Gespräche gehen bei uns beiden dann schnell an die Substanz. Darum habe ich wieder anderswo Hilfe gesucht. Bisher dachte ich, dass es wichtig ist, dem Vater mitzuteilen, wie sehr der Junge leidet, dass er anders mit ihm umgeht. Repressalien sind sicher vorhanden. (kann ich mir gut vorstellen.) Man muss ja auch bei sich selber aufpassen.

Der Junge sieht die Eltern seiner Freunde, und es tut ihm weh, wenn der Papa eine andere Frau hat, obwohl er dann wieder zu ihm sagt, wie lieb er doch seine Mama hat. Wie soll so ein kleines Kind denn diese Unlogik verstehen?
Die Regenerationsphyse dauert ca. eine Woche, diese Zeit halte ich nach meinen recherchen durch Gespräche mit Betroffenen für realistisch. Vielleicht verkürzt sich die Zeit mit zunehmendem Alter.

Tja, durchstehen, nur kostet das eine enorme Kraftanstrengung, die da von den Beteiligten "verlangt" wird und die scheinbar nur in Foren ernst genommen wird.

Viele Grüße micha
miau
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 4. Mai 2012 13:41

Liebe Micha,

ich finde es ganz wichtig, sich selbst auch Hilfe zu suchen und zu sehen, wie gehe ich damit um. Du als Oma hat eine ganz andere Stellung als Mama oder Papa, Du kannst vermutlich viel neutraler sein als die Beiden? Denn da geht es, so scheint es mir, eher nicht ums Kind, sondern um ungelöste Paarprobleme?

Dem Vater mitteilen, wie das Kind sich fühlt - das sollte immer der erste Ansatz sein, aber wenn dieser scheitert - dann hat man oft Probleme, die man nicht lösen kann. Gespräche mit dem JuA können durchaus hilfreich sein, aber es ist genauso denkbar, das der Vater dort den Verständnisvollen gibt und nichts passiert. Irgendwie hab ich auch eher den Eindruck, das er noch nicht so ganz erwachsen ist? Oder noch sehr jung? Wenn man jedoch über einen längeren Zeitraum merkt, das man den Papa nicht als Vater erreichen kann, würde ich solche Bemühungen aufgeben. Oder ihm, am besten durch einen Freund das Buch "Glückliche Scheidungskinder" von Remo Largin schenken lassen, damit er nicht dicht macht oder meint, Ihr wollt ihn bevormunden. So als Tipp für ihn...

Ist der Kleine wirklich traurig wenn er die Eltern seiner Freunde sieht, oder ist das eine Interpretation? Meiner Erfahrung nach achten Kinder in dem Alter eher weniger auf solche Dinge? Klar, er stellt bestimmt Fragen und hört viele verschiedene Antworten, das mag ihn manchmal durcheinander bringen -bietet aber auch die Chance zu lernen, das es überall anders ist. Zuhause gelten bestimmte Regeln, bei Freunden durchaus andere, und bei Mama wieder andere Regeln als bei Dir. Das ist erst einmal nichts Schlimmes.

Ich bin mir gar nicht sicher, das so ein kleines Kind die Unlogik als Solche wahr nimmt? Möglicherweise verstärken dann eher dazu kommende Reaktionen aus dem Umfeld seine Wahrnehmung? Wichtig ist, das er weiß, das Mama und Papa ihn lieb haben und das sich daran niemals etwas ändern wird. Ich erkläre das gern mit Plätzen, die jeder im Herzen hat. Es gibt Plätze für Freunde, für Tiere, für Partner, für Kinder, für Menschen, die man mag. Plätze für Kinder bleiben immer bestehen, die verliert man nicht. Freunde aber schon mal..... und Partner auch. Diese Plätze sind austauschbar. Heute mag man eben den einen Freund lieber als den anderen, weil der gestern doof war.... aber Kinder liebt man immer. Aufgrund einer solchen Basis kann man dann erklären, das die Großen sich wohl wünschen, sich wieder lieb zu haben, aber es nicht schaffen....... und das so ein Erwachsenenplatz im Herzen auch schon mal leer werden kann, ein Kinderplatz aber nicht.

Zu den anderen Frauen kann man in dem Alter vielleicht noch erklären, das Papa wieder jemanden sucht, der den Partnerplatz (Mamaplatz - vielleicht fällt Dir etwas Klügeres ein) besetzen kann. Ich würde um diese Frauen kein Aufhebens machen, weder muss er sie mögen, noch würde ich darüber reden, wie unmöglich das von Papa ist. Je gelassener Du oder Ihr damit umgeht, darüber hinweg geht, desto Normaler wird er das annehmen können, desto weniger macht es ihm zu schaffen. Wenn er älter wird, kann man wieder anders darüber reden, aber momentan würde ich so tun, als sei das alles Normal - ist es nicht, das weißt Du - aber es macht es für das Kind einfacher und vor allem Wertfreier.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 5. Mai 2012 15:22

Hallo Ansa,

dem Vater wird immer wieder mitgeteilt, wie sich das Kind fühlt. Da der Junge mittlerweile fast 4 Jahre alt ist, müsste man meinen, er hätte es mal kapiert. Das JA hatte vor einiger Zeit eine recht gute Meinung von ihm, weil er nachfragte, wie er sich verhalten soll. Nur hat das bis heute auch nicht angehalten. Selbst noch zu zugewandten Leuten müsste dieses hüh-hott-Verhalten auch mal auffallen. Es ist schon schlimm genug überhaupt immer wieder diese Einrichtung um Hilfe zu bitten.

Ein Buch wird er nicht lesen. Und schon gar keine Erziehungsratgeber. Er ist selbst Scheidungskind und "kennt sich aus". Das heißt in Echtsprache: "Was mir angetan wurde, das schadet auch meinem Kind nicht." Dies betrifft auch die Frauen. HIerüber denke ich komplett anders als du.

Der Junge kann sehr gut erkennen, wenn ein anderer Papa mit ihm den Nachmittag verbringt und auch noch die Mama dabei ist, oder nicht, wie bei ihm. Ein Kind in dem Alter hat schon ein eigenes Bewusstsein, ich selbst habe noch Erinnerungen an viel frühere Zeiten. Wenn die Erinnerung fehlt, dann liegt das an traumatischen Ausfällen des Gedächtnisses, was gerne überspielt wird (kind sei unreif ...).

Im Buchteil habe ich ein Buch gefunden, das eine Studie ist, über die Innenwelten von Scheidungskindern, dass selbst von "freundschaftlich getrennten" Eltern Spuren (Wunden) bleiben. Vielleicht ist das etwas für mich.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 5. Mai 2012 17:34

Liebe Micha,

ich habe selbst eine sehr unerfreuliche Scheidung hinter mir und unser Drama dauert mittlerweile geschlagene 10 Jahre an, es ist kein Ende in Sicht. JuA Mitarbeiter wechselten und jeder begann von vorne, meine Jüngste hat eine stationäre Therapie hinter sich und irgendwann begannen die Leute um uns herum, Zweifel zu haben, aber nicht an Papas verhalten sondern eher "Was hast Du ihm getan, das er so reagiert....." und, es hat, das weiß ich heute, zu lange gedauert, bis ich begriff, "wenn einer nicht will, keine Zusammenarbeit, kein Verstehen, kein Entgegenkommen und abslout kein gemeinsam Eltern" dann kann man nichts tun. Wie oft hat man mir gesagt "Sie müssen mehr mit ihrem Exmann reden........." aber genau das wollte er nicht, nach außen hin schon, war ja gut fürs Image, aber in keinem Fall wirklich.... also sucht man andere Wege.

Einer ist, die Kinder, das Kind zu stärken. Ihm Sorgen zu nehmen, Ängste aufzuarbeiten. Die Dinge nicht schlimmer machen,als sie sind.... dsa Schäden bleiben, Traumen und emotionale Spannungen, Loyalitätskonflikte und und und, das ist ganz klar. Das kann man so gut wir kaum verhindern. Je mehr sich die Großen zanken, desto schlimmer wird es für die Kinder.

Also, ein langer, mühsamer, schwerer Weg, die Kinder stärken.... es bleibt einem wenig Zeit für sich, immer wieder muss man sie trösten, mit ihnen reden, erklären, auch sagen "DAS ist nicht richtig!" und sie bestärken, je älter sie werden, dem Papa ihre eigene Meinung zu sagen und für sich zu sprechen. Und kaum jemand erkennt das im Außen an.

Dies betrifft auch die Frauen. HIerüber denke ich komplett anders als du.


Wie meinst Du das? Ich finde es nicht gut, das Papa andere Frauen mit ins Kinderwochenende nimmt, ginge es um eine feste zuverlässige Partnerin, okay, aber wechselnde Frauen? Und dann die Forderung sie Mama zu nennen? Nein, das ist überhaupt nicht gut. Nur, hat ma auf ihn keinen Einfluss - kann das also weder verhindern noch ändern und der Junge muss damit umgehen lernen. Er ist zu jung, um deutlich für sich zu sprechen, er übersieht auch nicht die Folgen oder die emotionalen Bedrängnisse. Man kann ihm nur dabei helfen, damit umzugehen. Klingt bitter und schwer, aber andere Lösungen gibt es nicht, sofern der Vater da kein Einsehen zeigt.

Das Bitterste ist, man sieht die psychischen Folgen kommen, man sieht wie die Kinder sich entwickeln, man fängt die Dinge auf und richtet vieles wieder grade und wenn man Hilfe braucht dann hört man "also SO auffällig sind ihre Kinder ja nun wirklich nicht, wir sehen da keinen Handlungsbedarf!" Nichts ist in Deutschland so schwer nachzuweisen, wie emotionale Misshandlung. Also müsste man warten, bis das Kind komplett am Rad dreht um so ein JuA hinter sich zu haben.......... aber ich kenne niemanden, der das zulassen kann. Also kämpft man sich da durch.

Der Junge kann sehr gut erkennen, wenn ein anderer Papa mit ihm den Nachmittag verbringt und auch noch die Mama dabei ist, oder nicht, wie bei ihm. Ein Kind in dem Alter hat schon ein eigenes Bewusstsein, ich selbst habe noch Erinnerungen an viel frühere Zeiten. Wenn die Erinnerung fehlt, dann liegt das an traumatischen Ausfällen des Gedächtnisses, was gerne überspielt wird (kind sei unreif ...).


Natürlich kann er das erkennen, aber ob er die gleichen Parallelen zieht wie Du? Er mag fragen, warum kommt Papa nicht mehr mit uns mit und dann kann man ihm das erklären.......... zudem, je älter er wird, desto mehr Kindern wird er begegnen, bei denen die Eltern nicht mehr zusammen leben. Trennung wird, mehr und mehr Normalität. So unschön es ist, bringt es doch eine gewisse Akzeptanz hinein. Das ist anders als damals als ich Kind war, da waren geschiedene Kinder noch unfein, mit denen spielte man nicht.... meine Mutter sah das zum Glück damals schon anders.

Und das er darüber traurig ist, wenn Papa nicht dabei ist, dann ist das okay und richtig, das darf er fühlen....... wie ist denn sein Verhältnis zu Papa sonst?

Und, auch Experten sagen, je "normaler" wir Erziehenden die Dinge aussehen lassen, für das Kind, desto leichter machen wir es ihm. Spürt das Kind, z.B. das es Mama immer schlecht geht, wenn Papa es abholt, entwickelt es noch mehr Ängste vor solchen Wochenenden und verstärkt viele Emotionen. Weißt Du was ich meine?

Liebe Grüße an Dich
Ansa

P.S. das Buch von Rema Largin "Glückliche Scheidungskinder" ist vielleicht auch etwas für Euch? Er zeigt darin gut auf, wie man mit Kindern umgehen sollte, je nach Reife und Alter, wie man etwas erklärt und warum man manches für sich behält. Er ist sehr sachlich, das mag nicht jeder, ich fand es hilfreich.
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 5. Mai 2012 18:45

Hallo Ansa,

danke für deine Offenheit. So eine "hochkonflikthafte Trennungsfamilie" ist das auch. Was meinst du, warum der Junge schon in der Kinderpsychiatrischen Klinik war, Frühförderung und Kind-Mutter-Therapie (Mutter war dabei) hinter sich hat. Die letztgenannte Therapie geht dem Ende zu. Ich befürchte, dass dann ein Loch entsteht. Weil die Therapie so manches auffangen konnte. Ich selbst bin ja auch irgendwie mitten drin, manchmal habe ich die nötige Distanz, und dann fehlt sie mir, wenn meine Tochter als Mutter vom Vater wieder schlecht behandelt wurde. (weil es ihr dann schlecht geht und sie ihren Ärger ja irgendwo loswerden "muss", das ich bin, und wenn ich nicht, wer dann?).

Traumatisiert wurde der Junge schon als Baby. Dem Vater und seiner Familie war die Entwicklung egal, hauptsache sie hatten ein lebendiges Spielzeug. Aber dazu mag ich jetzt nichts mehr schreiben. (sonst gehe ich in die Luft )

Und so stehe ich manchmal "zwischen" den Stühlen: sehe die Demütigungen durch den Vater und sehe ein Kind, das seinen Papa gerne hat. Und ich sehe ein Kind, das an Gewalt herangeführt wird, sei es entsprechende Spiele oder durch den Vater. (lässt sich nicht nachweisen, was wohl bei dem derzeitigen Gesetz auch alles egal ist bei der Bejubelung der Väter/Eltern.)

Der Vater führt dem Jungen alle paar Wochen eine neue Frau vor. Seitdem will er auch nicht mehr zu ihm hingehen. Er war auch dabei, dass eine entfernte Verwandte, die ein Jahr jünger ist als mein Enkel, in ein Zimmer eingesperrt wurde, weil sie unfolgsam war. Es sind halt komplett andere Erziehungsmaßnahmen, als er von seiner Mutter her kennt. Wahrscheinlich ist alles zu krass unterschiedlich.

Ich hatte mir letztes Jahr Teddybären besorgt: Mama-Bär, Papa-Bär, Kind-Bär. Ich wollte eigentlich Übergabe mit meinem Enkel nachspielen, dass er sie besser versteht. Was dann dabei herauskam führte dazu, dass ich seitdem Angst vor den Bären habe. (als ob sie mich beißen könnten) Damals spielte er eben Papa, Mama, Kind und Mama. Und ich stand da wie ein begossener Pudel, war hilflos, ratlos und handlungslos.

Das Bitterste ist, man sieht die psychischen Folgen kommen, man sieht wie die Kinder sich entwickeln, man fängt die Dinge auf und richtet vieles wieder grade und wenn man Hilfe braucht dann hört man "also SO auffällig sind ihre Kinder ja nun wirklich nicht, wir sehen da keinen Handlungsbedarf!" Nichts ist in Deutschland so schwer nachzuweisen, wie emotionale Misshandlung. Also müsste man warten, bis das Kind komplett am Rad dreht um so ein JuA hinter sich zu haben.......... aber ich kenne niemanden, der das zulassen kann. Also kämpft man sich da durch.


Meine Worte. Schließlich finden als Kind noch größere Prägungen statt, die auch den Geist betreffen können. Ich kenne zwei Jungen, deren Eltern war Frühförderung etc. egal. Ich habe sie erst im letzten Kindergartenjahr kennengelernt. Und die JÄ nehmen das hin, weil: liegt ja an den Eltern, also ist denen so ein Kind egal. Wo liegt denn da ihre Verantwortung? (ist ne rhetorische Frage) Also bleibt es an den Müttern ihre Kinder zu fördern und die Fehler der Väter so gut wie möglich auszubügeln.

Stichwort alleinerziehende Mutter:
Dass alleinerziehende Mütter ausgegrenzt werden, das gibt es heute noch! Eine Mutter hat einen Sohn, der sich gut mit meinem Enkel vertragen würde. Der Mutter passt das nicht, schlechter Umgang aus ihrer Sicht. Sie wird schon sehen, was sie mit ihrer diskriminierenden Erziehung anstellt. Es kommt alles zurück.

Ist das Buch von R.L. ähnlich dem, was ich überlegt habe zu kaufen?

viele Grüße Micha
miau
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 6. Mai 2012 12:26

Liebe Micha,

falls die Beiden,also Mama und Kind noch nicht stabil genug sind, sollte man klären ob es eine Therapiepause geben kann oder eine Verlängerung? Oder begleitende Gespräche in einer unabhängigen Familienberatungsstelle für die Mama? Um sie zu stützen und unterstützen, uns bzw. mir hat das immer sehr geholfen. Übrigens bietet unsere Beratungsstelle Trennungskindergruppen an (allerdings für ältere Kinder so am 6 bis 7 Jahre und älter), die meinen Kindern immer sehr geholfen haben.

Und das kann auch eine Anlaufstelle für das "wenn nicht ich - wer dann?" sein. Ich hab irgendwann festgestellt (leider hab ich keine Mutter mehr gehabt, die mich hätte auffangen können) das unabhängige Beraterinnen, neutrale Personen oder auch mein damaliges Forum bessere Ratgeber sein können, als meine völlig überforderten Freundinnen, die oft genug auch mitten drin hingen, derweil die Freundschaft ja nicht nur zu mir bestand, sondern oft genug auch zu meinem Exmann. Neutrale Personen haben nicht nur Abstand, sondern stellen manchmal auch unbequeme Fragen, die zwar weh tun können, aber die auch Dinge in Bewegung setzen.

Du darfst auch auf Dich achten, wenn Du merkst, das Du das nicht mehr aushalten kannst.... pass auch Dich auf.

Es gibt Untersuchungen zu einem sehr spannenden Thema. Resilienz - vielleicht hast Du den Begriff schon einmal gehört? Es gibt Kinder, die einen senkbar schlechten Lebensstart hatte, kaum Unterstützung, mangelnde Versorgung und Vernachlässigung. Und die gehen aus dieser Kindheit stark und mutig hervor, lebensfroh und neugierig auf das was kommt. Und es gibt solche die an den gleichen Voraussetzungen zerbrechen. Resiliente Kinder haben, das hat man festgestellt, immer eine Peson in ihrer Umgebung gehabt, die an sie glaubt, die sie so angenommen hat, wie sie sind. Das kann eine Nachbarin sein, ein Lehrer, eine Großmutter - unabhängig von allen anderen. Diese Untersuchungen zeigen auch, das Kinder unglaubliche "Heilungskräfte" in sich selbst tragen und entwicklen können.

Es war meine größte Angst, das meine eigenen Kinder an dem zu Grunde gehen, was sie durch Papa und seine Familie erlebt haben, keine pysische Gewalt, aber in höchstem Maße psychische und emotionale Gewalt. Heute sind sie 15, 18 und 19 1/2 und ja, in manchem sind sie anders - vorsichtiger, weniger mutig, zurückhaltender - aber sie gehen ihren Weg. Zielstrebig und erfolgreich, sie haben eine Beziehung zu Papa entwicklen können, die von ihrer Seite aus achtungsvoll ist - "ich hab Papa lieb, aber ich mag nicht, was er tut." Sie lassen Papa als Persönlichkeit stehen, verurteilen aber sein Verhalten. Mehr und mehr habe ich weniger damit zu tun....... Sie werden ihren Weg gehen und sie haben Erfahrungen gemacht, die ihnen andere Wege im Leben eröffnen. So haben sie alle ein ganz feines Gespür für authentische Menschen erlernt, was ihnen, auch bei der Partnersuche eher von Vorteil sein wird.

Zudem wissen wir heute, das Kinder die böse Erlebnisse verarbeiten konnte, mit Hilfe der sie liebenden und umgebenden Personen, stärkere Erwachsene werden, als solche, die immer behütet und beschützt aufgewachsen sind. Denn sie lernen mit solchen Erlebnissen umzugehen und Strategien zu entwicklen, das durchzuhalten, was die behüteten Kinder nicht können. Letztere werden oft komplett aus der Bahn geworfen, wenn in ihrem Leben etwas schief geht, während Erstere lernen "Das schaff ich schon!" Natürlich dürfen das nicht zu viele böse Erlebnisse sein.

Aber ein immer gleich garstiger Vater ist am Ende "ein" Erlebnis - nicht viele.... lese ich aus Deinen Worten das Papa auch schon problematisch war, als die Beziehung zu Deiner Tochter noch intakt war?

Das mit den Teddybären ist eine gute Idee, ich find es allein deshalb hilfreich weil man spielerisch nacherleben kann, wo das Kind steht, was es versteht und wie es damit umgeht..... außerdem kann es selbst die Dinge nacherleben und verarbeiten.

Und ja, Kinder lieben ihre Eltern immer - auch wenn diese sie misshandeln, ich glaube, das hat die Natur so eingerichtet, deshalb sind dann am Ende auch die Schäden so groß. Und ich glaube auch, das sie damit besser umgehen können, wenn sie unterscheiden lernen, zwischen Person und seiner Handlung. Papa lieb haben zu dürfen aber ablehnen dürfen, was er macht, gibt ihnen Freiheit...... wenn sie so erzogen werden. Nicht Du bist doof, sondern das was Du getan hast, finde ich doof. Aus diesem Konzept kommen Kinder die sagen "ich weiß, das Du mich liebst, egal was ich mache" und noch dazu solche, die eigene Entscheidungen treffen und keine Schuldgefühle dabei haben, weil sie wissen, das mir nicht alles gefallen muss was sie tun - sofern es für sie richtig ist, ist es gut.

Welches Buch meinst Du denn?

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 6. Mai 2012 14:34

Hallo Ansa,

dieses Buch meinte ich:
http://www.scheidungskinder.de/viewtopic.php?f=3&t=5066

Von Resilienz habe ich schon gehört. So eine Person versuche ich zu sein. Mein Opa muss auch so jemand gewesen sein, der mich genommen hat, wie ich war, unterstützt hat und an mich geglaubt hat. So konnte ich lernen (denke ich) auch Eltern in Frage zu stellen. Auch ich liebe beiden Eltern, jedoch dürfen sie mit mir nicht machen, was sie wollen. Mein Mann dagegen hatte keine solche Person. Er hat seine Eltern auf ein Podest gestellt und ihnen einen Heiligenschein verpasst. Es ist ein riesen Unterschied zwischen uns. Seine Eltern dürfen nicht kritisiert werden. Es ist irgendwie krass zwischen uns. Alice Miller hat auch von einer solchen Person aus dem nahen Umfeld geschrieben.

Ich weiß, dass ich aufpassen muss, jedoch hat die Unterstützung meines Enkel´s eine gewisse Priorität durch die ständige Brisanz der Umstände. Vielleicht kann ich mich überwinden mal wieder die Teddy´s herauszuholen. Vielleicht ist seine Verarbeitung dann wirklich immens größer, als ich es mir vorstellen kann. Es soll ja auch Bilderbücher geben, nur habe ich noch kein passendes gefunden. Mit ihrer Hilfe konnte ich auch so manches in ihm nach nachdenken anregen, denke ich. Wenn es das I-net nicht gäbe, hätte ich noch gar keines, denn in den Buchgeschäften haben sie selten mal ein brauchwertes Buch über Trennungskinder.

viele Grüße Micha
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 6. Mai 2012 19:27

mein Enkel ist vom Papa-Wochenende zurück. Der Papa hat mit seinem Onkel und Sohnemann gezeltet. Bei uns hat es wie aus Kübel geschüttet, geregnet.
Wie gehe ich damit um?
(Ich bin stinkesauer.)
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 6. Mai 2012 22:01

Hej Micha,

gelassen bleiben, fragen, wie es war - und zuhören. Wie empfindet der Kleine den Ausflug? Hatte er entsprechende Kleidung? Zelten um diese Jahreszeit finde ich persönlich unccol - aber auch nur, weil ich ne echte Frostbeule bin.... bei uns war es heute kalt, ich friere, meine Große sitzt im T-Shirt. Sag ich "wenn ich Dich ansehe friere ich schon bei Deinem Anblick" Sagt sie "mir ist aber echt nicht kalt.... willste mal anfassen?"

Da empfinden Menschen wirklich anders.... und, ich sehe das auch, als Gelegenheit, das ein oder andere auszuprobieren. Anders ist das, wenn er morgen schwer krank wird und das eindeutig auf das Wochenende zurück zu führen ist, dann kann man zum Arzt gehen und sich das bescheinigen lassen. Kinder sind da nicht so empfindlich wie es uns oft scheint, sie haben dazu auch einen andere Bewegungsmodus.

Der Sohn meiner Freundin geht in den Waldkindergarten, ganzjährig - dort gibt es nur einen Bauwagen, wenn es wirklich mal so schüttet, das selbst Hunde nicht vor die Tür gehen mögen. Ihm macht das alles nichts aus........ ich wäre nicht im Traum darauf gekommen.

Und, Unterschiede, geben Kindern auch die Möglichkeit, ihre Umwelt unterschiedlich sehen zu können. Das kann,gut begleitet, bereichern.... manchmal ist anders nicht unbedingt schlechter... es kann gemütlich sein, im Zelt zu sitzen und dem Klopfen der Regentropfen zuzuhören? Sofern die Kleidung stimmt, ist das alles okay, anders ist es,wenn das Kind nass und blau gefroren heim kommt? Wie geht es denn dem Kind selbst?

Liebe Grüße an Dich
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 7. Mai 2012 09:34

Hallo,

es ist die Abneigung, die der Vater der Mutter gegenüber hat und diese auch so dem Kind vermittelt, die mich stört. Und deswegen gibt es nach jedem Besuch unschöne Situationen. Darum wird dann auf Nebenschauplätze ausgewichen. Die Mutter kann mit dem Vater reden, wie und was sie will, er macht was er will. Zuerst sagt er ja, und dann ist nach ein paar Wochen wieder das alte da. Nur vor Gericht, da geht er von sich aus. Wo ist da eine einvernehmliche Elternschaft zu erkennen?

Zelten bei gießendem Regen, noch dazu, dass es ganz schön kalt war, ist nicht schön, noch dazu wenn der Schlaf egal ist. Es war auch nicht zelten von zwei erwachsenen Männern, sondern eine Geburtstagsparty mit alkoholisierten.

Wie habe ich gestern zufällig bei einer Buchbewertung gelesen:
"Elterliche Gewalt" ist bekanntlich der altertümliche Begriff für das heute gängige "elterliche Sorgerecht".
aus:
http://www.amazon.de/gp/product/3000337628/ref=ox_sc_act_title_1?ie=UTF8&m=A3JWKAKR8XB7XF

Nachtrag:
Ist es normal, wenn nach mehr als zwei Jahren Trennung der Ex immer noch der Ex hinterherspioniert und sich inkognito an ihre neuen Freunde heranmacht? - Aber wahrscheinlich sehe ich das auch wieder falsch, denn Mann darf sich Dinge erlauben, da sträuben sich mir die Haare, weil Gesetzesvertreter Aufmüüpfige schon in die Schranken weisen. So kann es den Trennungskindern nur schlecht gehen, mit Folgen einer Bindungsunfähigkeit, Drogenabhängigkeiten, Amokläufern, was es halt auch so gibt in der Welt und dann wieder auf Einzelfälle reduziert wird. Das ist überall, nicht nur im Fernsehen weit weg.

Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 7. Mai 2012 10:32

Liebe Micha,

ich kann Deinen Unmut und all das, was mit dem zusammenhängt, was Du wahr nimmst und befürchtest gut verstehen. Und es ist nur natürlich, das zwei Menschen, die sich getrennt haben (dafür wird es gute Gründe gegeben haben) einander nicht mehr verstehen - wäre es anders, hätte es wohl keine Trennung gegeben? Nun ist man, weil es ein Kind gibt, also gezwungen miteinander auszukommen obgleich das für viele Expartner genau das ist, was sie weder wollen noch können........ aber sie müssen, und dabei kommen dann solche Dinge dabei heraus.

Solange der Papa Aufsichtsfähig ist, ist auch gegen Alkohol nichts zu sagen - das gehört in vielen Familien zur Tagesordnung und, wäre wohl nicht viel anders gewesen, wären Papa und Deine Tochter noch zusammen? Man wünscht Kindern ein besseres Leben, gar keine Frage, aber solange sie nicht zum mittrinken genötigt werden oder die Großen völlig zugedröhnt in der Ecke liegen? Kann man nichts machen. Lebensentwürfe und ihre Umsetzungen sind vielfältig. Maxi hat Recht, die Dinge dürfen anders sein, sie müssen nicht konform mit den Wünschen von Mutter oder Dir laufen......... Kinder dürfen auch voneinander abweichende Erfahrungen und Lebensstile lernen, am Ende erweitert genau das ihren Horizont.

Die Sache mit der Elterlichen Gewalt und dem elterlichen Sorgerecht ist eine historische Änderung unserer Gerichtsbarkeit und dazu eine Gute. Noch vor der elterlichen Gewalt stand im Gesetz der Begriff "Väterliche Gewalt", heute heißt es das Kinder Gewaltfrei erzogen werden solln, demütigende Handlungen sind zu unterlassen. Und - das ist schwer............. schwer umzusetzen und noch viel schwerer dagegen vorzugehen. Denn an erster Stelle steht immer, das Verbleiben des Kindes in der Herkunftsfamilie. Und das ist auch gut so. An den Begriffen sieht man die Veränderungen der Gesellschaft und da hat sich, das sehe ich ähnlich, im Kleinen, noch viel zu wenig getan. Aber da müssen wir Ursachenforschung betreiben und geduldig sein.

Väter können nicht tun und lassen was sie wollen, und vergiß bitte nicht, das wäre unfair, es gibt genauso viele "schlechte" Mütter, die ihren Kindern das Leben schwer machen oder die die Trennung auf Schultern der Väter ausleben, durch Kindeshinterziehung oder Schlecht machen. Das sollte man immer nur als Einzelfall sehen und angehen, nicht durch Pauschalisierung. Ich kenen viele Fälle, in denen es die Frauen sind, die ihre Exmänner demütigen und am Gängelband halten.

Und, Du schreibst, Deine Tochter redet mit ihm..... erklärt vermutlich, bittet um das ein oder andere - und ich lese aus Deinen Worten, das er genau DAS - nicht will. Es gehörte für mich zu den allerschwersten Dingen in meinem Leben, die ich lernen musste, das mein Exmann das nicht wollte, kein Wort, keine Erklärung, kein miteinander reden - und dabei war der überall gängige Konsens "Sie müssen mehr mit dem Vater reden..........." Der begann mich zu siezen........ und dererlei Spielchen mehr......... nur ein einziger Mensch sagte irgendwann "Lassen Sie das doch endlich!" Das war der Psychologe meiner Jüngsten. Also, wenn einer nicht will - dann ist es besser, das zu lassen.... man kann sachliche Briefe schreiben, mit den Dingen die man unbedingt mitteilen muss, schriftlich ist auch ruhiger (und gleich Beweismaterial für das was kommen mag), schriftlich muss ich nicht spontan auf Reize reagieren, sondern kann bei dem bleiben, was ich sagen will. Terminabsprachen etc. Und vor allem, das Kind ist raus, bekommt die Schreierei nicht mit.

Und ob dein Enkelchen all diese Folgen leben muss, das liegt zum Glück nicht unbedingt an Papa. Rechne einmal aus, wie viele Tage Papa Einfluss auf seinen Sohn hat und wie viele Tage Mama oder Du? Prägend ist das nicht der Schwerpunkt, und auch das ist gut so, wenn die Lage so schief ist. Mal Dir nicht aus, was sein könnte - bleib bei dem,w as ist. Und vor allem was Euer Ziel ist.

Und wenn er hinter neuen Bekannten her ist - Nein, ich empfinde das eher als unnormal - und unschön. Aber es gibt solche Männer und auch Frauen, die nicht los lassen können - oder wollen. Nur, ist das eine Sache Deiner Tochter - war er schon immer so? Wie war er früher, was hat sie zu ihm hingezogen? Warum ist es zur Trennung gekommen? Das ist die Paarebene und ich hab den Eindruck, das diese die Elternebene völlig überstimmt? Warum aber ist das so?

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 7. Mai 2012 18:37

Hallo Ansa,

der Vater des Kindes ruft sie x-mal die Woche an, wenn es sein muss, auch x-mal an einem Tag. Dann hat er "Gründe", redet ihr nach dem Mund, und ein paar Tage später ist die nächste Einladung zum Gerichtstermin da. So geht das schon seit mehr als 2 jahren. Er ist äußerst erfindungsreich. Die Gerichtsverhandlung bezahlt dann Vater Staat. Auf emails reagiert er nicht.

Die "guten" Väter und die "schlechten" Mütter interessieren mich nicht mehr. Das sind Sätze, die bei mir meines verharmlosen. So nach dem Motto: "Ach schau doch mal genauer hin. Es ist alles ganz anders, als du es sagst." :kopftanz: Dieser Smilie symbolisiert was bei mir mittlerweile ankommt: Dass ich mich nur umzudrehen brauche, und dann stimmt schon alles: Papa ist gut, Mama ist schlecht. - nein, nicht mit mir.

Zelten mag wirklich schön sein: im Sommer, wenn es warm ist, und nicht im frühjahr, wenn es kalt ist und noch regnet und regnet. :kopftanz:

Und wenn er hinter neuen Bekannten her ist - Nein, ich empfinde das eher als unnormal - und unschön.


Er hat sich mit einem Mittelsmann an eine Freundin seiner Ex heran"gemacht", um sie dann nach seiner Ex auszufragen. Aber: :kopftanz: ich seh das ja falsch.


@Maxie,
aus deinen Zeilen kann ich nun gar nicht ersehen, ob du erwachsenes Trennungskind bist, oder Vater ohne Kind???

Vielleicht ist der Papa zu Deiner Tochter (?) ein Schwein und ein A.Punkt. - aber deswegen muss er kein Rabenvater sein.


Ich möchte nich mehr schreiben, sonst komme in einen Film, den ich nicht haben möchte. Ich habe zuuu viel erlebt.

---

Jetzt weiß ich auch, warum ich ein Forum für Trennungskinder aufgesucht habe:
Mich interessiert die Meinung von Kindern, egal welchen Alters, die bei getrennt lebenden Eltern aufgewachsen sind, wie sie mit z.b. krassen Unterschieden bei Mama und Papa zurechtgekommen sind. Ob es jemand gab, der sie ganz neutral behandelte: als Mensch, nicht als Kind von M oder P. Oder ob es niemanden gab. Und wie ihr das alles erlebt habt.

Das soll mein schwerpunkt sein, nicht meine Geschichten. Denn was ist, was war, kann ich eh nicht ändern. was ich ändern kann, ist meine Einstellung zu dem ganzen. Und wo ich evtl. Hilfe bekomme.

Das aller-aller-schlimmste ist: dass mir niemand glaubt und dann :kopftanz: alles verdreht wird. Das traumatsiert mich erneut. Und ist bestimmt kontraproduktiv für meinen Enkel, meine Tochter und mich.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 7. Mai 2012 19:19

Liebe Micha,

wir glauben Dir ja - neimand bezweifelt das die Dinge so sind, wie Du sie erzählst. Aber die Wahrnehmung von Menschen ist verschieden..... Deine Worte sind mitunter pauschalisiert "Väter dürfen alles......" stimmt ja so nicht. Natürlich, wir sind auch dafür da, zuzuhören..... manchmal hilft das alleine. Geht es Dir darum?

Deiner Tochter würde ich ganz dringend raten, sich diesen "Spielchen" zu entziehen. Nicht auf Telefonate einlassen, sachlich und ruhig sagen, "schreib mir, ich sehe dann was ich tun kann" und auflegen.... sie hat eine Wahl, sie muss sich ihm weder beugen noch mit sich machen lassen, was er will.

Niemand von uns versucht etwas schön zu reden oder zu beschwichtigen. Das war noch nie unsere Art. Aber und ich glaube das darf ich für alle hier sagen, wir glauben daran, das Kinder beide brauchen, Mama und Papa und wir glauben, das sie ein Recht auf darauf haben. Auf Mama und auf Papa. Dazu kommen dann Gesetze, denen müssen wir uns beugen. Das alleinige Sorgerecht z.B. bekommt ein Elternteil nur noch, wenn der andere dem Kind wirklich nachweislich schadet. In solchen Fällen, wenn zwei Große sich bekriegen ist das mitunter schwer und nicht immer eine gute Lösung, aber man kann dann dagegen angehen?
Zelten mag wirklich schön sein: im Sommer, wenn es warm ist, und nicht im frühjahr, wenn es kalt ist und noch regnet und regnet.

Aber das scheint Deine Meinung zu sein, wie sieht das denn der Kleine selbst? Was erzählt er, wie ist er heim gekommen?

Aber: :kopftanz: ich seh das ja falsch
Wo hast Du das denn her? hat doch keiner von uns gesagt oder gedacht?

Das aller-aller-schlimmste ist: dass mir niemand glaubt und dann :kopftanz: alles verdreht wird
Auch das hat bisher niemand gesagt..... was lässt Dich glauben, das es so ist? Andere Meinungen hinsichtlich des Zeltens? Oder das vorsichtige Nachfragen?

Fühl Dich gedrückt
Ansa
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