Plaudern im April - noch wer wach?

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Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Yvaine » 22. April 2013 21:59

Hallo liebes Forum,

ich hab die warmen Tage die wir bisher hatten sehr genossen und bin nun richtig gehend enttäuscht, dass es nicht mehr so schön ist.
Aber im Mai sind viele Feiertage, das ist richtig schön :)

Sonst bin ich viel mit mir selbst beschäftigt, zum Leidwesen meiner Arbeit, Freunde, Familie etc. Und ich komme mir mir nicht auf den Punkt. Des Pudels Kern bleibt mir bisher verwehrt. Kennt das jemand?

Viele Grüße,
Yvaine
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Ansa » 24. April 2013 21:30

Hej Ihr Lieben,

ich muss Euch etwas erzählen - meine Jüngste hat ja in diesen Tagen ihre Abschlußprüfungen, 10. Klasse, zentrale Abschlußprüfungen. Gestern Abend rief Papa an und mein Kind war ganz aufgeregt und mulmig, auf meine Frage, ob er denn wüsste das sie Prüfungen habe, sagte sie ja und erzählte mir dann "wenn ich dann nachher zu durcheinander bin, das ich morgen schreiben kann :oah: muss ich ein Attest vorlegen und vor 8 Uhr absagen!" Sag ich "hey, mach mal halblang, vielleicht kommt Papa ja nur vorbei, um Dir Glück zu wünschen?"

Und so war es dann auch, er brachte eine Schachtel voller Nervennahrung und einen Talisman, den sie dann heute morgen mit in die Schule nahm. Reaktion ihrer Schwester "Das ist aber nett von Papas Freundin!"

Und das fand ich auch, klar, das war y`s Idee - noch nie in all den Jahren hat Papa an so etwas gedacht und ich finde es total süß, das ihre Schwestern sich so mit ihr freuen. Aber auch das Papas Freundin an meine Kinder derart denkt und ihn in die Richtung stupst - ich finde das so wertvoll und wunderbar, das ich ihr geschrieben hab, um mich zu bedanken..... sie soll wissen, das ich ihren Anteil daran wahr nehme und sich geschätzt fühlen. Mir war das wichtig.

Wie schön kann es sein, wenn die Großen an so etwas denken und die Kleinen (na ja *hüstel*) sich derart beschenkt fühlen dürfen.

Na ja, der unschöne Teil fehlt aber auch nicht, vorhin rief mein Ex mich an und faltete mich zusammen, zum letzten Mal, ich solle mich aus seinem Leben raus halten und die Menschen in seinem näheren Umfeld nicht belästigen - ich bin fassungslos - weil ich mir wirklich keiner Schuld bewusst bin und denk, ich hab nichts Falsches getan..... er warf auch gleich den Hörer auf, so dass ich nichts dazu sagen konnte.... schade das er so von mir denkt.

@ Yvaine,

ja ich kenne das auch, manchmal ist man einfach irgendwie planlos, aber ich glaube auch, das gibt sich wieder, manchmal braucht`s nur einen Stupser in die richtige Richtung.

Ich genieße diese Tage auch, mit Frühstück vor der Tür und langen Spaziergängen mit meinen Hunden, und ich hab begonnen wieder rad zu fahren, okay, nach meiner Runde von 4 km bin ich echt fix und fertig, aber das wird, hoffentlich von mal zu mal besser. Ich muss was für mich tun, also...

Endlich Frühling, was hab ich den vermisst und draußen blüht es in Hülle und Fülle, die Buschwindröschen bedecken den Boden und allerlei andere Blumen färben die Welt wieder freundlich. Bei mir vor der Tür blühen ganz viele Veilchen, die leuchten so schön, wenn die Sonne scheint.

Euch liebe Grüße
Ansa *traurig*
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Yvaine » 24. April 2013 21:52

Liebe Ansa,

Dein Post war so voller positiver Dinge, dass ich ihn jetzt noch einmal lesen musste, um zu verstehen, warum Du traurig bist.
Es tut mir total Leid, dass Dein Ex so reagiert - ich an Stelle seiner Freundin würde mich total freuen, über so viel Wertschätzung. Und an seiner Stelle erst Recht, denn was kann man sich mehr wünschen? Schade!

Trotzdem schön für Deine Kleine, dass sie jetzt mit einem guten Gefühl in die Prüfung gehen kann. Ich drück ihre jedenfalls fest die Daumen. Bedenklich nur, wie es hätte ausgehen können. Ich kann mir das kaum ausmalen und halte dieses Grundlevel an schiefgeh-Potential insgesamt für ganz schön gefährlich. Verstehst Du, was ich meine? Aber man kann es ja nicht ändern, es ist wie es ist.

Liebes Forum,

Ich hab in den letzten Tagen Frühjahrsputz gemacht und bin jetzt bereit! Haha... nein, ich bin wirklich sehr zufrieden mit mir. Und ja, das ganze Blühen und duften (frisch gemähtes Gras, hmmmmm) und das Gefühl von Sonnenstrahlen auf der Haut. Wunderbar! Ich genieße jede Sekunde, die ich dafür geben kann. Ansa, auf den Stupser warte ich. Ich bin mir sicher, aus mir heraus kommt er nicht mehr, dazu warte ich schon zu lange in einem Zustand, der so nicht tragbar ist. Doch er wird kommen, ich weiß es.

Liebe Grüße,
Yvaine
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Ansa » 25. April 2013 07:42

Guten Morgen Yvaine,

ja, dieses Grundlevel ist schwer auszuhalten, immer wenn Papa anruft, er wolle mal kurz vorbei kommen oder etwas besprechen, sind quasi alle aus dem Häuschen und auf Hab Acht. Das ist einfach Stresspotential pur für die Mädchen.

Da i st selten :kopftanz: Juchhu Papa kommt sondern eher immer :oah: was wird das jetzt wieder. Und na klar, irgendwann färbt das auch auf einen selbst ab. Ich war auch beunruhigt, Rücksichtnahme auf die Situation der Kinder kann ich nicht erkennen, zumindest nicht so, das ich mich darauf verlassen würde. Rücksichtnahme auf mein Mittelchen etwa, das eine Autoimmunerkrankung entwickelt hat, eine chronische Erkrankung die nicht mehr ausheilen wird und mit der er sich nicht auseinander setzen mag. Das heitl schon wieder, wenn man das richtig angeht, hat er wohl geäußert. Es wundert mich nicht, das sie darüber mit ihm nichtmehr reden mag.

Ja, ich kenne das auch, so ein Schweben in Anspannung, schwer auszuhalten und ich kann gut nachvollziehen, das Du das Gefühl los werden willst - aber ich weiß auch keinen Rat wenn Träume nicht helfen und Gespräche mit Dir nahe stehenden Menschen auch nicht? Immerhin, alles hat seine Zeit.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Bolz » 25. April 2013 08:16

Hallo Ansa,

die Geschichte mit dem Anruf bei der Freundin ist ja schon fast zum Lachen, manchmal passiert es mir auch ,dass jemand so reagiert, wie ich es auf keinen Fall erwartet habe und dann bin ich immer so fassungslos.
Wahrscheinlich ist Dein Ex so in seiner Erwartung gefangen, dass von Dir nur Schlechtes kommt, dass er so reagiert. Was auch immer, ich finde es gut, dass Du sie angerufen hast, vielleicht ist sie aber auch so beeinflusst, dass sie es falsch aufgenommen hat.

Wie auch immer, wenn man es eh nicht recht machen kann, dann wenigstens so, wie man es selbst richtig findet.
Bei der Ex meines Mannes könnte ich mit einem Sack voll Gold stehen und sie würde mir die Augen auskratzen :boxen: :boxen:

Eine Runde Melissentee für Dich und viel Glück für die Prüfungen Deiner Tochter
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Tamara22 » 25. April 2013 08:27

Moin moin...

Liebe Ansa, dein exmann scheint zu den Prachtexemplaren zu gehören, die in allem was negatives finden. Da kann keiner was für ausser ihm selbst und damit. muss er leben. Gesund find ich das nicht.
schade dass du es abbekommen hast!

Liebe Yvaine
Ich kenn das auch das nicht den Punkt finden aber merken dass da was knirscht.
Hatte gestern n interessanten Moment ich war innerlich irre gestresst und hab dann bewußt langsam gemacht und das war ganz spannend zu beobachten dass ich sofort bei mir war.
Also irgendwie so als hätte da endlich jdn. mitbekommen wie es mir geht...
Nur dass ich das selbst war. Hast du ne Idee was du dir mit deinem Gefühl sagen magst?

Sonne endlich...
Einen tollen Tag wünsche ich euch :-)
Tami
Change it, love it or leave it.
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Ansa » 25. April 2013 09:08

Ihr Lieben,

nein, gesund finde ich das auch nicht, aber sein Verhalten wird ja in den letzten Jahren deutlich schlimmer -nicht mir gegenüber - aber seine Unentschlossenheit was sein Leben anbelangt, die wird spürbar und überträgt sich auch auf die Mädchen. Wenn ich ehrlich bin, empfinde ich ein tiefes Mitgefühl für ihn, es muss einfach schwer sein, in unserem Alter (ich werd bald 50.....) keinen Boden unter den Füßen zu haben. Midlifecrisis hab ich erklärt, das haben Menschen oft so um diese Lebenszeit, das gehört einfach dazu..... was soll man auch sonst sagen um dem Durcheinander einen Hauch von Normalität zu geben?

Sein Leben geht mich nichts an,interessiert mich auch nicht wenn ich ehrlich bin, aber ich bekomme es ja immer durch die Mädchen mit.... und oft genug kann sich sie beruhigen und ihnen dabei helfen, ihren eigenen Weg zu finden.

Ja, ich glaub auch, wie finster muss es in ihm aussehen, wenn er gleich immer etwas Schlechtes denkt. Mein Opa hätte dazu gesagt "jemand der so handelt glaubt auch immer die anderen würden ebenso sein wie er und dadurch kommt dann sowas" Klingt nicht so besonders hat aber, beim nachdenken doch eine Tiefe.

Ansonsten weiß ich, das er hier mitliest und ich merke auch, das mich das beeinflusst, ich überlege mittlerweile viel zu viel, was ich schreibe und warum. Und das ist nicht gut, sagte meine Freundin gestern zu mir "dann würde er ja erreichen was er will - ist das Dein Ziel?" Ach je.... andererseits, wenn er hier liest, dann würde er auch lesen, das ich weder rachsüchtig noch nachtragend noch sonstwas bin, allerdings liegt diese Wahrnehmung ja auch außerhalb meines Betrachtens.

Ich hätte mir einfach gewünscht, das er sich darüber freut (wobei ich gar nicht an ihn gedacht habe) weil es war einfach nett gemeint. So ein wenig normaler Umgang miteinander, als Eltern,10 Jahre später?

Egal, Euch einen schönen Tag
Ansa

P.S. nein, natürlich nicht egal, aber ich kann es eh nicht ändern
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon kaktusbluete » 25. April 2013 16:59

Ihr Lieben,

ich bin wach! :) Lese hier oft nur still mit und nun möchte ich mich doch mal wieder melden.
Dieses Forum lässt mich einfach nicht ganz los, mir wurde hier so viel Unterstützung geboten und ich hab eine ganz liebe Person auch über PN kennen lernen dürfen - und ja, manchmal fehlt mir das, es sind oft nur kleine Auslöser, ein Satz, ein Gedanke, ein Lied...

Mich bedrückt auch etwas: Meine Mutter hat wieder Kontakt zu mir aufgenommen.
Sie hatte damals, als ich sie nicht zur Hochzeit (Juni 2011) einladen konnte (wegen meinem Papa) gemeint, dass wir den Kontakt ja dann ganz sein lassen können. Ich hab gemeint, ok, wenn du das so willst. Und ich war strikt. Sie nicht. Hat mir Mails geschrieben, ich habe spärlich geantwortet. Im August kam die letzte Mail, habe nicht geantwortet, jetzt hat sie es vor 2 Wochen nochmals probiert. Ich bin total aus der Bahn. Seither ist einfach wieder so viel passiert. Der Papa von meinem Mann ist letzten Juli verstorben und die Auswirkungen ziehen sich bis jetzt, mein Schatz hatte ein Burnout, mir ging es gesundheitlich auch total schlecht. So langsam, langsam läuft es wieder geregelter und wir kommen etwas zur Ruhe. Und jetzt bin ich durch diese Mail wieder total aufgewühlt. Sie hat um ein Treffen gebeten. Einerseits würde ich das machen. Wobei ich mir denke - was bringt mir das? Würde sie mich wieder verletzen? Kann sie das überhaupt noch? Da ist schon wieder das kleine Mädchen und alle schlimmen Erinnerungen aus der Vergangenheit. Puh. Andererseits denke ich - hey, ich bin ihre Tochter, wie kann ich ihr den Kontakt untersagen? Hat sie nicht noch (!) eine Chance verdient? Ich bin sehr durcheinander...

Ja, dieses traumhafte Wetter, die Blumen, knospende Bäume, Sonnenstrahlen genieße ich auch sehr!!
Hab diesen Monat angefangen mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, 20 Minuten brauch ich und da ich keinerlei Kondition hab, bin ich auch immer seeehr aus der Puste - aber es gibt nichts herrlicheres als den Fahrtwind und den Blumenduft...

Euch allen noch eine wundervollen Abend!
Magie kann nicht alles. Mut ist die wahre Magie...
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Ansa » 26. April 2013 16:22

Hallo Kaktusblüte,

ja, das mit der keinen Kondition und dem Fahrrad probiere ich grad selbst, die Runde bei uns ums Feld hat gute 4 Kilometer und ich bin dannach auch immer schlag kaputt, aber macht nichts, Kondition kann auch mehr werden. ,)

Also, Willkommen zurück? Magst Du kurz schildern,warum es so mit Deiner Mum geworden ist? Ich kann natürlich alles nachlesen, aber vielleicht verändern sich die Dinge ja auch mit der Zeit und Du findest heute andere Worte?

Ansonsten denke ich, hat sie soviele Chancen verdient, wie Du ihr zugestehst. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie großmütig Kinder da sind und wie langmütig sie einen Versuch nach dem nächsten gewähren, einfach aufgrund einer Eltern-Kind-Beziehung und die mag aussehen wie immer man mag. Du darfst auch dazu stehen, das Du sagst "nein, es reicht und ich will nicht mehr" wenn Dir das Gut tut, jenseits vom Denken und Fordern der Gesellschaft oder der Menschen um Dich herum. Wenn es Dir gut tut, triff Dich mit ihr, höre zu und triff Deine Entscheidung, und die soll so aussehen, das es Dir damit gut geht. Es wäre ja aber auch möglich, das sie etwas klären möchte, die Dinge heute anders sieht? Das ist Deine Entscheidung.

@ all,

ich hab der Freundin meines Ex noch einmal geschrieben und ihr gesagt, das es mir leid tut, belästigen wollte ich sie nicht. Aber sie hat mir geantwortet, sie hätte das gegenüber dem Vater meiner Kinder als herabwürdigend und respektlos empfunden. Phhhh - das haut mich doch ein wenig um, denn was ich ihr als Partnerin schreibe, ist ja was ganz anderes als ich meinen Kindern sag.

Und außerdem, wenn in den ganzen über 10 Jahren nach der Trennung so etwas zum allerersten Mal vorkommt, dann muss ich den Kindern gar nichts dazu sagen, sie wissen ganz von allein, wessen Idee das war und daran finde ich nichts Schlimmes, sie freuen sich so oder so darüber, egal wer die Idee hatte - das ist bei uns im Alltag nichts herabwürdigendes, sondern etwas ganz Normales. Niemals hätte es so etwas mit der "xxx" gegeben, und den Anteil den "Y" in die Familie bringt, in dem sie an die Kinder denkt und sie mit einbezieht, der macht sich einfach bemerkbar und ob sie will oder nicht, es ist ihr Anteil, der allen Beteiligten (auch dem Papa) unglaublich gut tut, denn er müsste ja nicht tun, was sie vorschlägt. Aber das sie es tut, ehrt sie und sie hat meinen Respekt dafür, auch wenn sie ihn nicht annehmen mag.

Na gut, ich mach`s einfach nicht wieder und lerne das Menschen verschieden sind und das es tatsächlich Möglichkeiten gibt das eine so oder so auszulegen, je nachdem auf wessen Seite man steht, was man erwartet und wie man es sehen will. Schade....

Heute regent es, das ist auch gut, es ist hier viel zu trocken in den letzten Tagen und im Harz haben sie sogar etwas von Waldbrandgefahr erwähnt, das will ja auch keiner,also, ein bisschen Regen und dann wächst alles doppel so schnell.

Euch liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Ansa
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Yvaine » 27. April 2013 12:29

Hallo Ihr Lieben,
Mensch ich hätte ja nicht gedacht, dass im April noch so viel geplaudert wird, wo ich doch den Fred erst so spät erstellt hab :) Toll find ich das!

Von oben:
Liebe Tami,

Hast du ne Idee was du dir mit deinem Gefühl sagen magst?


Ja, ich glaube schon. Ich glaube, dass ich in den letzten Jahre zu viele Dinge verdrängt habe, geschluckt, als gegeben hingenommen. Ich habe mich nicht mit den Dingen auseinander gesetzt, die mich belasten, sondern sie als gegeben hingenommen und mir immer mehr auf die Schultern gepackt. Ich finde es mittlerweile "normal", dieses Gewicht mit mir rumzutragen, es zu überspielen und für die Menschen da draußen Masken aufzusetzen, von einer fröhlichen Yvaine, die genauso ist wie alle anderen. Ich finde es "normal", innerlich ausgekühlt und traurig zu sein. Aber das kann es doch nicht sein, oder? Das kann doch einfach nicht alles sein. Wie Xavier Naidoo singt "There is more to life than this" - ich glaube daran, aber ich weiß nicht, wie ich hier raus komm. Um es bildlich zu umschreiben - ich kann im Moment nicht aus meiner Haut, aber ich weiß, dass es so nicht weiter geht.
Wie hast du es in dieser besonderen Situation, von der du erzählst, direkt bei dir zu sein?

Liebe Ansa,

Ja, da hast du in der Tat deine Lektion gelernt. Ich finde es immernoch toll, dass du das wertschätzt und ich finde es auch toll von seiner Neuen. Aber offenbar habt ihr da keine Ebene. Ein klitzekleines bisschen kann ich sie sogar verstehen - sie will es ihm möglich machen, vor seinen Kindern als der Held da zu stehen. Jedoch ist es halt vortäuschen falscher Tatsachen und alle wissen es. Denn sie ist eben noch nicht so lang dabei und davor hat er offensichtlich einige massive Fehler begangen und ein ungesundes Verhältnis zu seinen Kindern aufgebaut. Schon wenn ich hör, dass deine kleine so Angst vor dem treffen hat, dass sie am Abend zuvor in Erwägung zieht, die Prüfung mit Attest zu verschieben, obwohl sie sich sicher blendend darauf vorbereitet hat - da läuft es mir kalt den Rücken runter.

Wie ist es denn eigentlich mit deiner bibeltreuen Tochter (sorry, mir fällt grad keine andere Umschreibung ein)? Du hast ab und zu davon geschrieben und ich hab es immer gelesen, bin aber nie darauf eingegangen. Eigentlich kenn ich die Problematik aber. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder mit dem Eifer den er für sich gefunden hat jedweder Religion anhängen darf, so lange er sich selbst und anderen nicht schadet. Jetzt hab ich allerdings eine Freundin, die es in meinen Augen etwas "übertreibt". Sicher ist es für sie gut so, sie hat jetzt auch innerhalb ihrer Gemeinschaft geheiratet - aber ich finde keine Ebene mehr. Alles was ich mitbekomme ist Kirche. Versteh mich nicht falsch, vielleicht ist das ja ihr Hauptinteresse und das ist ja auch legitim, aber wenn mein Hauptinteresse diese neue CD oder jener neue Film ist, schreibe ich auf sozialen Plattformen (VZ, Facebook oä) trotzdem nicht nur und nicht andauernd darüber. Aber so unterschiedlich sind wohl die Menschen. Ich finde jedenfalls, dass mir die Ebene zu besagter Freundin fehlt. Sie ist auf ihrer Ebene (Kirchen-Ebene) und ich bin auf meiner Ebene (die Yvaine-Ebene) und das kommt grad nicht zusammen. Schade, aber muss ich wohl so hinnehmen. Das wollt ich dir nur mal erzählen, weil ich durchaus sehe, dass du da ähnlichen Konfrontationen gegenüberstehst. Z.b., dass sie Zeit und Geld für ihre Kirche / Schule ausgeben kann und mag, aber nicht für einen Heimatbesuch.

Liebe Kaktusblüte,

auch von mir: Willkommen zurück! Schön, dass du wieder mal geschrieben hast und ein bisschen erzählst.

Sie hat um ein Treffen gebeten. Einerseits würde ich das machen. Wobei ich mir denke - was bringt mir das? Würde sie mich wieder verletzen? Kann sie das überhaupt noch? Da ist schon wieder das kleine Mädchen und alle schlimmen Erinnerungen aus der Vergangenheit. Puh. Andererseits denke ich - hey, ich bin ihre Tochter, wie kann ich ihr den Kontakt untersagen? Hat sie nicht noch (!) eine Chance verdient? Ich bin sehr durcheinander...


Wow, das ist gar nicht so einfach zu beantworten, eruieren, erfassen.
Ich sehe da eine tief verletzte Kaktusblüte, die durchaus die Schmerzen der Vergangenheit nicht überwunden hat und die noch mit der Heilung beschäftigt ist. Aus dieser Sicht kann ich absolut verstehen, dass du Angst vor weiterer Verletzung hast. Denn wie es eben so mit Wunden ist, ein gewisses Maß mag der Körper ertragen und mit einigen Schnitten kann man noch heilungstechnisch umgehen - aber irgendwann wird es zu viel und man verblutet (im übertragenen Sinne).
Das Wichtigste ist, dass du auf dein Herz hörst. Was möchtest du?
Wenn du dich zu viel vor dem Kontakt fürchtest oder den im Moment unter anderem auch gesundheitlich einfach nicht packst, dann musst du da acht auf dich geben. Aber deinen Worten entnehme ich auch, dass du dir vielleicht doch Kontakt wünscht. Denn es ging ja prinzipiell nicht von dir aus, du hast nur diese unsägliche Entscheidung treffen müssen (wofür ich deinen Vater verfluchen könnte... Aber so ist es eben bei uns. Wir sind Konfrontationen ausgesetzt, die andere Menschen sich nicht vorstellen können).
Deswegen möchte ich Ansa recht geben, sie hat genau so viele Chancen verdient, wie du geben möchtest. Und da musst du auf dein Herz hören. Und ich kann nur sagen, ich als Mutter wäre auch sehr verletzt, wenn ich nicht zu der Hochzeit meiner Tochter kommen dürfte - ihre Reaktion war sicherlich alles andere als angemessen, aber rührt eben bestimmt aus einem tiefen Schmerz. Das rechtfertigt nichts und eine Entschuldigung wäre mehr als angebracht (oder ein: "Hey, das war ein Fehler, ein dahingesagter Satz. Ich kann nicht ohne dich, ich will nicht ohne dich").

Was meinst du?

Ich hoffe, es geht gesundheitlich wieder bei dir bergauf? Das Fahrradfahren ist sicherlich ein toller Anfang und du wirst sehen, dass du bald keine 20 Minuten mehr brauchst, sondern 19. Und dann irgendwann 18. 17. Und wenn du bei einer viertel Stunde bist, sieht die Welt wieder ganz anders aus :)
Der Frühling ist die perfekte Zeit anzufangen, ich möchte jetzt auch wieder vermehrt Sport treiben. Es gibt mir einfach die Auszeit für den Kopf, die Möglichkeit den Körper etwas müde zu machen, um abends eher einschlafen zu können.
Blumenduft und Sonnenstrahlen auf der Haut helfen da ungemein.

Apropos Musik, hier noch eine Empfehlung für dich: Demons von Imagine Dragons (denn Dämonen ist doch genau das, worum es hier geht. Die Dämonen der Vergangenheit, der Verletzungen, die Dämonen der Zukunft (bzw der Angst davor).)
"I want to hide the truth
I want to shelter you
But with the beast inside
There's nowhere we can hide"

Liebes Forum,

Das Aprilwetter ist hier angekommen, Temperatursprünge um 15 Grad in beide Richtungen. Jetzt genieße ich erst einmal das Wochenende und die damit einhergehende Freiheit.

Habt ihr was Schönes vor?

Liebe Grüße,
Yvaine
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Ansa » 27. April 2013 13:12

Guten Morgen liebes Forum,

na wir haben hier von gestern 10 Uhr morgens mit 22° auf heute früh 10 Uhr mit 5° einen derartigen Temperatursturz, das ich meine Handschuhe heute morgen wieder raus gekramt habe und mir einfach nur kalt ist.... brrrrrr.

Ansonsten, der Liebste wird 50 und wir bereiten eine große Feier vor, ein Hoffest (erst nächste Woche), aber 40 Leuts wollen ja gut versorgt werden, Kuchen backen und planen, Abendessen (das mache ich mir einfach, ich hab das allerbeste Spanferkel der Welt bestellt :springen: ) und Nachtisch (den mache ich natürlich wieder selbst.

Aber alles andere muss eben geplant, vorbereitet und fertig gemacht werden, das Haus muss geputzt werden, die Fenster sind dringend dran.... und so hab ich doch ein wenig um die Ohren. Die Geschenke sind schon alle hier, das Hauptgeschenk gibt`s aber erst im Herbst, da findet hier in der Nähe ein Kunsthandwerkermarkt statt und der Liebste darf sich eine Gartenstele aussuchen, Glas mit Holz, etwas ganz Besonderes - leider sind die immer nur dann hier. Aber gut, er ist ja auch schon groß. Daher gibt`s erst einmal lauter kleine Dinge und einen Gutschein. Und ich hab einen neuen Grill gekauft, in dem man auch Pizza backen kann, 3 Minuten und fertig, ich lass mich da ganz überraschen - bisher haben wir immer nur klassische Grills gehabt, also, mal sehen.

@ Yvaine,

Du funkelst jetzt aber mit dem Stern. :D

Meine Große? Doch ich hab da durchaus meine Probleme mit ihrer christlichen Haltung, viele Dinge im Alltag, die ich unter, ich nenn es mal humanistischen und persönlichen Gründen, wahr nehme und lebe, sieht sie allein religiös und darüber sind wir dann trefflich unterschiedlicher Meinung. Wir streiten leider viel. Ich fühle mich unverstanden, sie sich selbst auch.

Das sind dann solche Dinge wie als mein liebster Freund Frank also seinen Lebensgefährten geheiratet hat, hat sie nicht gratulieren können. Die Homosexuellenehe ist gegen Gott und dadurch verwerflich und falsch und daher könne sie nicht gratulieren. Ich war so was von sauer und hab mich in Grund und Boden geschämt. Ich mein, sie ist so aufgewachsen... Frank war immer da und als sie 16 war, war das für sie sowas von normal, das er einen gleichgeschlechtlichen Partner hatte - wie das ich mit dem Liebsten zusammen bin. Jetzt sagt die Bibel "und der Mann soll nicht beim Manne liegen" und sie entscheidet für sich "DAS ist Sünde und verwerflich...." Selbst damit kann ich leben, hab ich ihr gesagt, Du darfst das sch.... finden, aber dem Menschen dahinter, der immer für Dich da war und so sehr zur Familie gehört wie Du selbst, dem darfst Du doch wohl Glück wünschen? Nö - kein Stück, alles schlecht, auch das..... dabei hat es diese Hochzeit nun auch nur gegeben, weil Franks Liebster totkrank geworden ist und damit Frank die Dinge dann in seinem Sinne regeln könnte. Tja, alles die Strafe Gottes. Ich könnt k.....

Dazu kommt eine gewisse Überheblichkeit die daher rührt, das sie sich, als wahre Gläubige, darauf zurück zieht, das wir sie sowieso nicht verstehen können und das lässt sie uns durchaus spüren. Dazu kommt, sie ist einmal hier zu Hause und führt sich auch so auf, und möchte gleichzeitig einen Besucherstatus haben und das man sich um sie kümmert, wenn sie mal hier ist. Das ist aber, denk ich, eine ganze normale Entwicklung wenn ältere Kinder ausziehen, man muss sich als Familie neu finden.

Ich bin momentan für mich auf der Suche, wie ich damit umgehen kann, wie kann ich unser Mutter-Tochter und Familien Verhältnis offen und ehrlich gestalten, wenn durch diese Überheblichkeit auch ein Touch von Unwahrhheit dazu kommt, mit jemandem der einen nicht versteht geht man nicht mehr offen um, weißt, was ich meine? Wo ziehe ich meine Grenze und wie kann ich meine Grenze doch weiten um das "wir" zu erhalten? Ich sehe positive Seiten in ihrer Entwicklung die sie dort durchlebt aber ich nehme auch wahr, das sie sich immer weiter von uns entfernt. Das ist ähnlich wie Du es bei Deiner Freundin beschreibst. Für etwas anderes ist wenig Raum. Vor allem weil auch wirklich alles unter christlichen Gesichtspunkten gesehen wird, das ist manchmal ganz schön schwer.

Ihr Bibelschuljahr, das Papa und wir finanziert haben, geht nun bald zu Ende, sie will ein zweites Bibelschuljahr machen, hat ein Stipendium beantragt, ich werde sie nicht unterstützen und so weit ich weiß, Papa auch nicht, wir haben damals abgemacht, ein Jahr und dann Studium oder aber drei Jahre und keine Studium. 3 Jahre will sie nicht (?) und studieren will sie auch, aber ich bin nach wie vor der Meinung das Eltern die Selbstfindung ihrer Kinder nicht bezahlen müssen und von daher hab ich ihr das auch klar mitgeteilt. Ich hoffe sehr, das Papa sich auch an die Vereinbarung hält. Natürlich kann sie leben, was sie will - das darf auch ganz etwas Anderes sein, als es mir gefällt, aber wenn sie das will soll sie es sich erarbeiten...... ich darf als Eltern schon entscheiden, das ich manches nicht unterstütze. Ein Studium ja, das ist Ausbildung - für mich gar keine Frage - aber ein weiteres Bibelschuljahr nicht. Zumal sie dann auch noch ein 2. Jahr Kindergeld verschenkt.

Na, ich hab da durchaus so meine Probleme mit, aber ich will auch mein Möglichstes dazu tun, das wir einander verstehen und akzeptieren. Nur - muss das auch ihr Wunsch sein. Noch fällt es mir schwer, manchmal unsagbar schwer. Vor allem wenn sie sich auf die kindliche Ebene zurück zieht und etwas in der Art kommt "wenn Du Interesse an meinem Leben hättest, würdest Du auch mal zu einem unserer Erweckungsgottesdiesnte kommen!" Öh - nein würd ich nicht, ich geh auch nicht mit ihren Schwestern in die Disco? Ich höre ihr gern zu, muss aber mein Leben nicht derart mit ihr teilen.... da ist dann schon Enttäuschung von ihr zu spüren und na klar, die meisten Eltern dort sind natürlich evangelikal und nehmen anders am Leben ihrer Kinder teil. Sie fordert, das ich stolz auf sie sein soll und ich frag mich worauf? Ich liebe sie, das steht außer Frage, aber unsere Leben sind da sehr unterschiedlich. Ich kann stolz darauf sein, das sie ihren eigenen Weg verfolgt, aber das ist ihr nicht genug und mehr kann ich nicht geben.

Liebe Grüße an Dich und Euch
Ansa
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Tamara22 » 27. April 2013 16:17

Hi Ihr,

dieses Regenwetter nervt.

Liebe Ansa,
ich kann irgendwie verstehen, dass das schwer ist da eine gemeinsame Ebene zu finden, vor allem weil sie ja deine Tochter ist. Jdn. anderen kann man einfach so stehen lassen, da rein da raus und muss sich nicht bemühen. Ich tu mich selbst auch schwer wenn mir jemand etwas derartiges als die Realität und das einzig Gültige überstülpen will und noch schwerer wenn ich das Gefühl habe, dass derjenige überhaupt nicht mehr selbst reflektiert und nachdenkt, sondern nur reproduziert.

Ich frage mich was sie da sucht, ich denke, dass Menschen sich solchen für mich extremen Glaubensgemeinschaften zuwenden weil sie in einem Mangel stecken, den sie nicht selbst aufgefüllt bekommen und da etwas angeboten wird, das stellvertretend füllt. Ich denke, dass da im Grundgedanken schon ein Irrtum vorliegt, das ist nicht christlich sondern fromm und in der Zeit in der diese ich nenn es mal Gedanken entstanden sind, mögen sie auch einen Sinn gemacht haben und in der heutigen Zeit macht manches davon eben keinen Sinn mehr. Ich glaube, dass wir uns an einigem davon orientieren könnten, im Sinne von Werten und Nächstenliebe.
Christlich heißt für mich, dass wir gleich-wertig sind, von Gott gemeint und so wie wir sind für uns ok und wir alle haben eine Daseinsberechtigung, einfach eben deswegen weil wir da sind, so ist das gedacht...schade, dass sie es derartig fremdbestimmt und mit moralischem Zeigefinder umzusetzen versucht, da erkenne ich noch eine gewisse Unreife, sich wirklich selbstrefekltierend und selbstkritisch mit Themen auseinander zu setzten anstatt anderer Leute Ansichten zu den eigenen zu machen...
Dafür sind wir mit Hirn, Herz und Einfühlungsvermögen ausgestattet, die genutzt werden wollen...
Ich habe keine Antworten, ausser du mußt ihr keinen Raum für ihre Ansichten anbieten, wenn sie sie gegen dich verwendet. Sehr wohl aber wenn sie sich damit dir zeigen will...diesen Unterschied wird sie lernen müssen, ein großer Akt von Nächsten- Menschenliebe.

Später mehr...
lieben Gruß
Tami
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Tamara22 » 27. April 2013 17:58

Liebe Yvaine,

die SItuation mit den Masken kenne ich auch und diese riesen Traurigkeit im Inneren.
Heute ist so ein Tag, da bin ich in meinen negativen Gedanken gefangen. Ins Aussen kann ich teils noch brauchbares produzieren, aber im Inneren bin ich voller Selbsthass und Abwertung. Und nun frage ich mich wozu ich das tue. Scheinbar ist das Teil meiner Strategie für irgendwas mich mit derart negativem Müll zuzutexten und mich runterzumachen.
Früher hatte ich einen Schalk im Nacken wie man so schön sagt, ich konnte über mich lachen, DInge leicht nehmen, das Positive hat mich förmlich angesprungen, ich hab meist erst dorthin geschaut und in den abstrusesten Situationen was Gutes finden können. Ich mochte das an mir. Neulich habe ich Videos gesehen, da waren die Kids noch ganz klein, ich hab die selbst gedreht, mich hat man nur gehört und ich hatte eine völlig in sich ruhende, ausgeglichene Stimme und da frage ich mich, wo ich hin bin. Ich habe das Gefühl nach meiner großen Krise nicht wieder richtig aufzutauchen, es sind nur kurze Momente, in denen ich wirklich da bin und lebendig und aktiv und teilnehmend...meist ist das nicht so und das macht das Leben so irre anstrengend und mich für andere auch denke ich.

Ich telefonierte heute mit meiner ehemals besten Freundin. Ihr geht es seit Jahren schlecht, sie ist psychisch krank und ich höre von den verschiedenen Diagnosen und denke, was sie braucht ist jemand der da ist, immer, der sie lieb hat wie sie ist und ihr zeigt, dass im Leben für sie Platz ist. Fakt ist aber, dass sie da sie ihr Studium abgebrochen hat und nun arbeitsunfähig ist und sozialhilfe bekommt, die Therapien ausgeschöpft sind und die Kasse nicht mehr zahlt durch das gesellschaftliche Raster fällt...für so jemand gibt es keine ökologische Niesche, sie passt nicht hinein.
Und so isoliert wie sie sich fühlt und auch ist gerät sie immer tiefer in diesen Sumpf.
Ich weiß, dass ich auch schon da war nur hat mein soziales Netz gehalten weil es einen Unterschied gemacht hätte ob es mich gibt oder nicht für ein paar Menschen zumindest und da hat das Weitermachen sich gelohnt. Sie meint, wozu...ihr Leben hat keinen Sinn, sie sieht nicht, dass es irgendwann besser wird, sondern immer weiter bergab geht. Und ich bin da bei ihr, mit meinem Mit-fühlen und es macht mich auch hilflos und wütend, dass das passiert.
Und dann steht in schlauen Büchern, dass der Schlüssel ist, sich selbst zu lieben und was wenn das nicht mehr geht?
Was bleibt dann?

In einem Buch das ich grade lese fand ich einen guten Gedanken...wir erschaffen uns in unserer Gesellschaft das Spielfeld "Unglücklich sein" selbst, wir denken, dass funktionieren und anpassen und produzieren und überleben das Leben sind und vergessen, dass das Leben es anders meint. Dieser Irrglaube du mußt funktionieren ist so wahn-sinnig ausgeprägt, das ist erschreckend und es fühlt sich doch so überhaupt nicht gut und richtig an...die Sehnsucht ist doch eine völlig andere.

Ach heute ist mein Kopf wieder völlig überfüllt...gestern vormittag war ich 4 h mit einem Freund unterwegs, wir haben nur gesprochen und er wollte wissen wie ich mich fühle, wie es sich in mir grade anfühlt und ich wollte nur noch weg...Tami auf der Flucht, das blöde ist nur davor kann man nicht weglaufen aber vielleicht habe ich noch nicht den Mut wirklich nachzuspüren, wirklich hinzuschauen, wirklich zuzulassen was grade ist, keine Ahnung.
Meinem Freund habe ich jedenfalls jeden Fluchtimpuls mitgeteilt und er hat dem Platz eingeräumt und es nicht persönlich genommen, sondern bei mir gelassen, das war gut, so konnte ich mit dem flüchten wollen dableiben...eine ganz neue Erfahrung.

Hm...macht heute glaube ich wenig Sinn mein Geschriebenes, aber es steht hier so wie es rauskam:-)

Habt eine glückliche Zeit
Tami
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Ansa » 27. April 2013 18:30

Liebe Tami,

sie findet dort tatsächlich etwas, das wir ihr nicht in der Güte und Qualität geben können, Orientierung. Wir hatten ja gemeinsam den Verdacht, das sie Asperger haben könnte, sie selbst war davon so überzeugt, das sie Termine in der MHH gemacht hat, nun, da sie in der Schule lebt, hat sie weniger Probleme als je zuvor.

Aber, das ist auch dem strengen Schulalltag gestundet, dem sie dort untersteht. Alles ist geregelt, Essenszeiten, wann man Wäsche wächt, wann man Dienst hat, wann gearbeitet, gelernt und frei genommen wird, Termine über Termine die den Alltag bestimmen und die wenig Raum für eigene Entscheidungen lassen, Aspies mögen das, streng geregelte Abläufe. Und sie mögen auch klare Worte, Meinungen und Grenzen, vielfach finden sie sich in solchen Glaubensgemeinschaften, weil die Dinge dort sortierbar sind, schwarz und weiß und kein Grau zugelassen ist. Das nehme ich so wahr. Ihr tut es gut so zu leben.

Das nehme ich wohl wahr, leider ist es so, das sie selbst in ihrem Alltag keine Probleme mehr wahr nimmt und den Termin nicht nach verfolgt hat, es also zu keiner gesicherten Diagnose kommt und sie sagt "ich hab nichts, behandel mich so, wie jeden normalen Menschen" und genau das funktioniert eben nicht. Wenn ich das mache, knallte es ohne Ende. Gehe ich mit ihr um, als habe sie Asperger, funktioniert es wunderbar.

Sie war immer so ein Kind das Schwierigkeiten hatte mit Antworten die nicht klar sind, also solche wie "Bist Du für oder gegen Abtreibung" - eine Frage die ich beantworten kann mit "ich bin grundsätzlich dagegen, aber ich finde, es gibt Ausnahmen die das rechtfertigen und ich finde, das jeder das für sich selbst entscheiden darf." Das ist ihr zuviel Freiheit - ihre Kirche ist dagegen, aus und fertig. Damit kann ich nicht gut umgehen, denn ich finde das äußerst menschenverachtend. Das Recht auf Selbstbestimmung steht bei mir sehr hoch im Kurs. Nun hat sie dort aber eine Antwort auf ihre Frage gefunden und ich glaube fest, wäre ihre Kirche dafür - wäre sie es auch. Aber das sind Gedanken über die wir nicht miteinander diskutieren können.

Und den Evangelikalen ist gemein, das sie sich für die besseren Christen halten, darüber gibt es auch keine Diskussion, da all unsere Ansichten nicht richtig sind. Es endet meist damit "Das ist so" und das ist sowieso eine Aussage, mit der ich meine Probleme habe. Warum kann man noch fragen und die Antwort ist immer gleich "So steht es in der Bibel". Tja.... und meine Angst, das sie im Glaubenszentrum die besseren Argumente lernt hat sich übrigens voll bestätigt. Ich könnte die auseinander pflücken, aber das will ich gar nicht. Ein Gemeindemitglied sagte einmal zu mir "wie leben so, weil wir dann nicht in Gefahr geraten, etwas falsch zu machen" Geht es darum im Leben?

Hat Gott die Sünder, die sich ihm aufrichtig zuwenden nicht viel lieber als diejenigen, die ihm ohne Widerworte treu folgen? Ist eine aufrichtige freie Hinwendung nicht wertvoller als das Nachmachen von etwas Vorgelebtem? Hmh?

Ich möchte lernen, meinen Umgang damitzu finden, meine Ängste zu befrieden und mit ihr gemeinsam, nebeneinander zu leben. In gegenseitiger Achtung und da wird es bereits schwierig, denn in ihren Augen verhalten wir uns ja schon falsch. Nichts, was ich gern höre oder mir leicht fällt, stehen zu lassen. Selbst Dreikurs mit "Das kannst Du so sehen, ich sehe es anders" hilft mir nicht mehr, denn es gibt keine Variante ihrer Richtigkeit.

Liebe Grüße
Ansa
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Plaudern im April - noch wer wach?

Beitragvon Tamara22 » 27. April 2013 19:32

Liebe Ansa,

puh, ich sehe was du meinst und ja ich tue mich auch schwer mit so Absolutheitsaussagen, die das anders sehen und verschieden sein nicht beinhalten.
Scheinbar ist es in erster Instanz ein Sicherheitserleben, das sie dort findet, was ja auch Gutes hat. Und vielleicht hat sie das so nötig, dass sie das was anders sein könnte als bedrohlich ablehnen muss. Auch ihre Form von "Überheblichkeit" wie du sie beschreibst ist in meinen Augen ein vermeiden von Unsicherheit.
Ich finde deinen steten Wunsch ein Zusammenleben zu gestalten sehr besonders und ich finde du darfst dabei in deinem Kontext die Grenzen vorgeben , in denen das stattfindet, sie hat die Möglichkeit der Wahl wo sie sein möchte und damit hast du auch die Freiheit deine Türe zu öffnen und zu schliessen, bildlich gesprochen. Bis hier hin kann ich mit dir gehen aber nicht weiter. Hier werde ich warten auf dich, so du das möchtest, hier gibt es einen Ort an dem wir beide Platz haben, bei dir finde ich ihn nicht und du ihn scheinbar bei mir derzeit auch nicht.
Vielleicht brauchtes da grade viel Kreativität, vielleicht...ich weiß es nicht und ich merke, dass ich im reinfühlen da auch schnell an meine Grenzen stoßen würde.
Sicher ist es schwer auszuhalten...

Lieben Gruß an dich
Tami
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