Übernachtungen von Freunden

Hier wollen wir zusammen nach Lösungen suchen, die sich bei der Erziehung von Kindern oder der Suche nach Richtlinien für Teenager ergeben

Übernachtungen von Freunden

Beitragvon Ansa » 5. Januar 2011 10:43

Guten Morgen Ihr Lieben,

heute hab ich mal, weil mir einfach Erfahrungswerte fehlen, eine einfache Frage. Wie haltet Ihr das mit Übernachtungen von den Freunden Eurer Töchter oder den Freundinnen Eurer Söhne? Dürfen sie, dürfen sie nicht - was denkt Ihr darüber?

Mein Liebster meinte gestern, als ich sagen wollte, wie das damals bei mir zu Hause war "Das ist solange her, das gilt heute auch nicht mehr.... " :oah: , aber das ist etwas, das ich bezweifele.

Anlass ist das Austicken meines Mittelchens, als ich ihr gestern sagte, das ihr Freund morgen Abend nach Hause fahren müsse, weil die Ferien vorbei sind. Seitdem wohnt er nämlich, quasi, bei uns und so langsam fühle ich mich - auch, weil er die ein oder andere Eigenart, was das Essen betrifft, hat, gestört.... ich will einfach mal wieder im T-Shirt über den Flur pilgern und mich nicht immer korrekt kleiden....... Jedenfalls ist sie brüllend und tobend verschwunden und schmollt seidem.

Ich bin der Ansicht, unter der Woche, wenn hier wieder Schule für alle ist, soll er hübsch zu Hause bleiben..... jedenfalls Nachts. Sie sieht das anders, er auch.... seiner Mum war das früher egal, weil die Freundinnen auf die gleiche Schule gegangen sind, damals - da ging man dann morgens eben gemeinsam..... ach, ich weiß nicht, ich will meinen Kindern eigentlich kein Eheleben bei mir zu Hause ermöglichen. Ts.... bin ich altmodisch?

Fragende Grüße
Ansa
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Übernachtungen von Freunden

Beitragvon Bolz » 5. Januar 2011 11:50

Hallo Ansa,

also das stelle ich mir auch sehr stressig vor, immer jemand "fremdes" im Haus rumturnen zu haben. Evtl. noch erträglich, wenn derjenige sehr gemocht und schon länger quasi Familienmitglied ist. Btw. ist es ja auch nicht Deine Aufgabe eine weitere Person durchzufüttern, wenn man mal ehrlich ist, kostet das ja auch wenn täglich einer 2x mit isst und duscht.

Andererseits durfte ich auch noch mit 18 nicht bei meinem Freund übernachten, weil meine Eltern ( katholisch ) das nicht erlaubten. Nur unter massivem Protest und heute finde ich, dass es doch sicher besser ist, man weiß wo die Mädels sind, als wenn sie sich "rumtreiben".

Gibt es keinen Mittelweg, dass er z.B. nur Abends kommt und über Nacht bleibt, so hast Du wenig Berührungspunkte ? Außerdem wüßte ich aber, irgendwas zu ändern, nur weil irgendwer mit über den Flur läuft, ich bin da aber auch ziemlich schmerzfrei, denn ich stehe als Aktmodel schon mal nackig vor 30 Fremden :-) Und wenn ich ganz gehässig wäre würde ich sagen, dass Du Dir doch lieber den schlimmsten Flodder Fummel anziehen solltest, dann löst sich das Problem vielleicht von allein * ironieaus*

Welchen Vorschlag würde denn Deine Tochter von selbst machen ? Vielleicht macht sie ja selbst einen annehmbaren Vorschlag ? Es dürfte ihr ja klar sein, dass sie nicht allein auf der Welt ist und Du für Miete, Essen etc. aufkommst...

Gruß
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Re: Übernachtungen von Freunden

Beitragvon Ansa » 6. Januar 2011 09:40

Liebe Bolz,

eigentlich bin ich da recht schmerzfrei, was das Wohnen von "Fremden" oder besser "Freunden" anbelangt, da wohnt schon mal der ein oder andere auch ein halbes Jahr hier, aktuell ja die Tochter meiner Exfreundin, die aber bereits eine eigene Wohnung hat, die wird noch renoviert und das dauert, ein, zwei Tage.....

Mein Kind hat eine Menge Vorschläge, aber alle enden darin, das ihr Freund eben auch bei uns übernachten könne.... und von uns aus zur Arbeit fährt, ist ja näher als von ihm zu Hause. Und etwas, das wir hier alle nicht so recht wollen. Jetzt, wo ich ein Machtwort gesprochen habe, sagen auch ihre Schwestern und mein Gastkind, "eigentlich bin ich froh, das die Ferien vorbei sind und er nicht mehr dauernd hier ist." Also, von daher war`s gut. Für mich macht es einen Unterschied, zwischen mal hier schlafen und dauernd hier sein.... Dauernd ist mir einfach zuviel, aber das muss mein Kind auch akzeptieren. Nach dem Wutanfall ist sie jedenfalls locker und friedlich, "alles okay." Gut, muss ihr ja auch nicht gefallen.

Übernachten haben meine Eltern früher auch nicht erlaubt..... "was sollen denn die Nachbarn denken", war ihr Argument. Und ich hab, in meinem jugendlichen Übermut gedacht, all das, was ihr Nachts verhindern wollt, kann ich auch tagsüber tun. :D Daran hat sich heute sicher nichts geändert. Und ja, mir ist lieber, sie ist hier, als anderswo. Wobei, anderswo ginge in der Schulzeit sowieso nicht, weil ihr Freund viel zu weit (unerreichbar) weg wohnt. Das wird sich ändern, Anfang Februar zieht er in den Nachbarort, dann werden wir sehen, wie sich die Dinge entwicklen.

Ich glaub, die Kosten machen mir keinen Kopf, aber seine zunehmende Mäkelei, die nervt mich tierisch..... Ich bin grad am überlegen, warum das so ist und wie ich damit umgehe. Ich hab mich entschlossen, keine Rücksicht zu nehmen, weil das bei 7 Leuten am Tisch einfach nicht machbar ist, aber er ist immer derjenige der raus fällt und es stört mich einfach zunehmend. Dies isst er nicht und jenes nicht und dann doch lieber Ketchup zum Kartoffelbrei anstatt den leckeren Fisch..... Nicht böse sein, aber er ist ein absolutes Einzelkind und ich hab den Eindruck, Mama hat immer um Klein xxx herum gekocht.... der isst einfach nix.... außer wie ein kleines Kind. Ohne das ich das bös meine. Kein Geflügel in jedweder Form nicht - was dann so putzige Vorkommnisse wie beinhaltet wie neulich. "Die Salami ist aber lecker.... was ist das für eine Sorte?" "Ital. Gefügelsalami...." "Oh, dann nöchte ich die nicht wieder essen, weil ich mag kein Geflügel." Das ist einfach nur albern, aber das ist ihm auch nicht nahe zu bringen.

Und was sagt meine Tochter? "Mama, beschwer Dich nicht, der Freund von xxx oben (unsere Vermieter) ist Veganer.... der isst gar nichts." Wäre mir aber, glaub ich, im Zweifelsfall lieber, da wüsste ich, woran ich bin. Und jetzt frage ich mich, würde ich dann anders kochen? Manchmal vielleicht, aber sicher nicht täglich. Und soll ich nun die leckeren Entenbrüstchen erst dann auf den Tisch bringen, wenn er mal nicht da ist? Oder zusehen, wie er Kroketten isst.... und Gemüse. Und auf seine Frage "Kann nich noch ein wenig Sauce haben," antworten müssen, "das geht leider nicht, sonst haben wir für das Fleisch zu wenig." Hmh.... oder mache ich ihm Hackfleischbällchen anstatt? Weil, die isst er ja, immerhin.

Ich bin nur interessiert daran, wie andere damit umgehen, weil mir Erfahrungswerte fehlen oder der Austausch darüber. Über das Übernachten, nicht über das Essen. :rolleyes:

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Übernachtungen von Freunden

Beitragvon sonnenschein2 » 6. Januar 2011 21:33

Liebe Ansa,

erstmal wünsche ich dir ein gutes neues Jahr :winken:

ich habe im Augenblick auch die kleinen Sorgen wie mit Übernachtungsgästen umgehen. Ich habe in meiner Kindheit kaum die Gelegenheit gehabt, dass Freunde oder Freundinnen übernachten durften. Partner schon gar nicht. Weder bei mir, noch durfte ich das bei meinen Partnern. Selbst als ich eine eigene Wohnung hatte war das ein Problem..Von daher möchte ich dies meinen Kindern ermöglichen. Es ist zwar noch nicht so, dass Partner bei uns übernachten, aber von meinem Großen ist schon der Freund häufiger bei uns. Wir hatten es erst an Silvster. Er hat sehr schnell begonnen Alkohol zu trinken. Der Junge ist noch keine 16, also bin ich dazwischen gegangen und habe gestoppt. Das kam auch nicht so gut an, bei beiden nicht. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal. Die Leute sind bei mir zu Gast, also benehmen sie sich so, wie ich es in gewisser Weise auch einfordere. Extrawürste braten käme für mich nicht in Frage. Es ist immer Abwechslung auf dem Tisch. Mal mag der eine es mehr und mal der andere. Es wird bei uns niemand verhungern. Sonderkost gibt es nur an Geburtstagen und bei Krankheit. Und natürlich unserem "Festessen" bei Mc Doof wenn es Zeugnisse gegeben hat... :D

Mit den Übernachtungen halten wie es so, dass nur an den We übernachtet werden darf. Unter der Woche ist es zuviel und ich muss auch früh raus.
Ich kann deinen Wunsch nach Rückzug verstehen und ich denke, dass sollte auch deine Tochter akzeptieren. Dein Liebster hatte ja auch mal die Diskussion mit dem Anziehen eines Tshirts, so meine ich zu erinnern...Ich meine, da darfst du die Spielregeln festlegen und sagen wo es lang geht. Aber vielleicht sehe ich das auch zu altmodisch. Es ist auch vielleicht von Familie zu Familie unterschiedlich. Ich brauche abends, wenn kein We ist meine Ruhe um den nächsten Tag überstehen zu können. Der Job, mit allem was dazu gehört fordert mich und ich brauch einfach die Ruhe und das Zurückziehen. An den We ist es mir ganz egal wieviele Kinder hier sind, da ist jeder willkommen, muß aber auch akzeptieren, dass ich im Schlafanzug rumlaufe...Natürlich in einem schönen... ,)

Also, bleib bei dir und mache es so wie du es kannst...

Liebe Grüße
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Re: Übernachtungen von Freunden

Beitragvon Ansa » 10. Januar 2011 08:39

Guten Morgen Ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Anregungen und Ideen.... ich hab das für uns jetzt so gelöst, das ich gesagt habe, am Wochenende gern..... unter der Woche nein, Ausnahmen müssen erfragt werden. Das wird sich aber jetzt auch bald ändern, da der junge Mann in Anfang Februar eine eigene Wohung beziehen wird, nicht weit weg von uns. Dann werde ich wohl mein Kind bremsen müssen.....

Ich koche was ich denke, klar, gestern haben wir unser Januargrillen gehabt (eine meiner Töchter wünscht sich das immer im Januar zu ihrem Geburtstag), da hab ich Schweinefleisch gehabt, was auch umsonst war, weil - er isst nur Bratwürste. Damit kann ich locker leben und die verbleibenden Gyrosspießchen waren sehr lecker :D Unglaublich was der alles an Leckereien verpasst. Und ich bin dabei, mir die Hemmungen abzugewöhnen, etwas auf den Tisch zubringen, wenn ich weiß, einer mag das nicht. Dann isst er halt das Übrige. Und, meine Mädchen, die sind dagegen Allesesser. Nie mehr werd ich mich beklagen.

An Hausarbeiten ist er eh beteiligt, wir machen hier Samstagfrüh gemeinsam die Wohung sauber und da bekommt er seinen Anteil.... und wenn das solche Dinge sind, wie Altpapier oder Altglas wegbringen sind, oder auch mal die ein oder andere vergessene Kleinigkeit einkaufen fahren. Das macht er auch ohne zu murren. Find ich auch okay.

Wir, das heißt, der Liebste und ich, haben jetzt auch beschlossen, das wir das gemeinsame Samstagfrühstück reihum an die Kinder übergeben, sprich, jeder ist an einem Wochenende im Monat (wir natürlich auch) dafür zuständig, Frühstück zu machen, mit allem was bei uns am Wochenende dazu gehört, hübsch gedeckter Tisch, Brötchen etc..... mal sehen, wie die Bande das auf nimmt. Und, wenn sie alle ausgezogen sind, also auch mein Gastkind zieht zu Anfang Februar aus, dann legen wir einen Abend in der Woche fest, an dem sie alle zu uns zum Essen kommen, den nehme ich mir dann zum plaudern und klönen frei. Und die Reste verteil ich dann.... falls es welche gibt.

Ich geh aber davon aus, das meine Tochter ihre Wochenenden bei ihm verbringen wird, wenn er seine Wohnung hat. Das wird sich finden.

Euch liebe Grüße und einen schönen Wochenanfang
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