Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Hier wollen wir zusammen nach Lösungen suchen, die sich bei der Erziehung von Kindern oder der Suche nach Richtlinien für Teenager ergeben

Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon miau » 19. Juli 2012 19:16

Hallo Muckel,

deine Wut kann ich nachvollziehen, mir würde es ähnlich ergehen. :umarmen:

Nochmal zur Familie. Die Familie besteht aus einem Familiensystem, das nicht nur dich, deinen Ex und eure Kinder, wie eure Eltern umfasst. Auch eure Ahnen wie Großeltern, Onkel, Tanten und noch weiter zurück die Ahnen gehören dazu. In deiner Familie nach einer Ursache zu suchen, kann richtig sein, kann einen aber auch komplett vom wahren Thema abbringen, das weiter zurück liegt. Es könnte schon früher in der Familieäera Betrug gegeben haben. Auch wenn nie darüber gesprochen wurde, das Wissen darum wird von Generation zur nächsten weiter gegeben. Bis wieder einer dermaßen auffällt.

Es ist sicher sehr beschämend für dich, wenn eine Tochter abgleitet. Irgendwo weiß man, dass man Fehler gemacht hat und als sie passiert sind, hat man sie irgendwie zurechterklärt und verharmlost. Nur geht sowas nicht ewig weiter. Ich lese, dass sie alleine ist. Wieso hatte sie keine Freunde? Ich kenne Eltern, die haben eine Einstellung wie du schreibst und sie .... alleine. Mir war es immer wichtig, dass meine Tochter Freunde hatte und habe meinen Teil dazu beigetragen, so wie ich konnte.

Sie braucht einen Tritt in den Hintern.


wohin fällt sie dann? nach unten? nach oben wohl kaum, viell. nach vorne, aber unten ist sie ja schon.
Was geht den anderen Kindern die Erziehung der Schwester an? Das ist Elternsache von dir und dem Vater, sonst niemand. Ausnahme: professionelle Hilfe. - Dieses Beispiel gibt mir wieder die Annahme, dass zuviele bei ihr in der Erziehung mitmischen.

Andere Frage:
Was ist so schlimm daran, dass die älteste Tochter betrogen hat, gefälscht hat, lügt???? - für dich meine ich. Was steckt hinter deiner Wut, deinem Ärger??? Schaue mal bei dir, in dein Inneres, dein erster Gedanke?

miau hat geschrieben: Nimmt eine Tochter in dem Alter zu viel vom Papa gerät sie auf die schiefe Bahn.

Diesen Satz verstehe ich, wenn ich ehrlich bin, so gar nicht.


Für eine Tochter zählt in diesem Alter zunächst eine konstruktive Beziehung zur Mutter. Ist dies nicht möglich, dann ist der beste (und sicherste) Platz zu finden. Das ist die Familie mit den Familienschicksalen, die aufgearbeiteter sind, zu denen die Betroffenen stehen, dass dem so ist. Wo verschwiegen wird, ist ein ungünstiger Platz. Dort fließt keine Energie. (Lebensenergie)

Das soll nun erstmal genügen.

Micha
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon miau » 19. Juli 2012 19:33

Hallo Muckel, nochmal,

du könntest dir folgende Sätze sagen und die beiden Handkanten (entlang des kleinen Fingers) dabei aneinanderklopfen:
"Auch wenn mich meine älteste Tochter so blamiert hat, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin."
oder ... verärgert, beschämt, gereizt ... --- setzte das ein, was für dich am stimmigsten ist.

"Auch wenn ich mich schuldig fühle, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin."

Bei diesen Sätzen wird genau das ausgesprochen, was man verbergen möchte, was aber gerade stimmig ist.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 19. Juli 2012 19:42

Guten Abend ihr Lieben, guten Abend miau!

Sei mir bitte nicht böse und versteh mich nicht falsch. Ich weiß, es sind deine Gedanken und Ratschläge für mich.
Aber - ich kann diese nicht fassen, sie sind mir zu abstrakt.

Wenn ich das Familiensystem so betrachte, wie du es beschreibst, dann würde es ja bedeuten, dass es vielleicht in einer Familie vor vielen Generationen mal einen Mörder gegeben haben könnte und es ist in der Familie so lange Ruhe, bis wieder ein Familienmitglied mordet. Sorry - aber das klingt für mich nach vererbten Genmaterial und daran kann ich beim besten Willen nicht glauben. Das klingt für mich zu weit her geholt, auch auf die Gefahr hin, dass mich wissenschaftliche Studien und Untersuchungen da widerlegen.
Ich glaube immer noch, dass Kinder ein Spiegel ihrer Eltern und ihrer Erziehung sind und das sie vieles von dem für sich annehmen, was man ihnen selbst vorlebt.

Und nein - ich schäme mich nicht für meine Tochter bzw. für ihr Handeln. Ich bin enttäuscht und wütend, erschrocken ja, aber nicht beschämt.
Natürlich haben wir Eltern Fehler in der Erziehung unserer Kinder gemacht - mal größere, mal kleinere. So wie alle anderen Eltern auch. Aber darin allein die Begründung zu suchen, halte ich für falsch. Eltern erziehen alle nach bestem Wissen und Gewissen, wohlwissend, dass sie selbst nicht fehlerfrei sind. Von daher müssten wir ja alle betrügen, lügen, fälschen, stehlen, morden, da bei uns allen in der Erziehung Fehler geschehen sind. Das ist aber nun mal nicht der Fall.

Zum Thema Freunde ...
Was hätte ich tun sollen? Sie zum Kindergeburtstag zwingen? Ich habe für sie Kindergarten- und Schulfreunde eingeladen, habe für sie Geburtstagsparties organisiert. Was hat es denn gebracht? .... nichts. Immer wieder habe ich das Gespräch mit ihr gesucht, habe versucht, ihr zu erklären, dass Freunde im Leben wichtig sind. Nein - ich sehe da für mich keine Schuld.

Du fragst mich, warum für mich diese ganze Geschichte in ihrem Ausmaß so schlimm ist.
Nun - wer wäre nicht erschrocken, wenn er feststellt, dass das eigene Kind dazu fähig ist über lange Monate die komplette Familie mit Lügengeschichten zu versorgen. Und das, obwohl man ihr immer vorgelebt hat, dass Kinder auch mal Mist bauen dürfen. Aber wenn sie dann ehrlich sind und dazu stehen, wird man ihnen helfen. Genau das haben wir unseren Kindern immer vermittelt.

Ich versuche es mal anders zu formulieren.
Ja, auch meine Exmann und ich haben Fehler in der Erziehung unserer Kinder gemacht und werden wahrscheinlich auch immer noch welche machen. Aber ich sehe nicht ein, dass wir oder gerade ich nun für das Handeln meiner Tochter verantwortlich sein soll, nur weil ich mal einen Fehler in der Vergangenheit gemacht habe.
Sie ist 19 Jahre alt, kann richtig und falsch unterscheiden und hat sich für falsch entschieden, obwohl im Vorfeld genügend Möglichkeiten vorhanden waren, sich und uns einzugestehen, dass sie im Begriff ist, Mist zu bauen. Diese Möglichkeiten hat sie verstreichen lassen. Dann soll sie die Suppe, die sie sich eingebrockt hat nun auch auslöffeln und im Zuge dessen werden wir sehen, wie wir ihr helfen können.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon miau » 19. Juli 2012 21:21

Hallo Muckel,

interessant deine Gedankengänge: ich schrieb von einem Betrüger und du verstehst Mörder. Das gibt mir zu denken.

Für das, was sie getan hat, muss sie selbst gerade stehen, rein rechtlich. Das ist so. Aber gleich ein Ausschluss von der Familie, das finde ich viel zu krass. Oder ihr überall spüren zu lassen, was ihr von ihr haltet.

Ansonsten steige ich jetzt aus aus der Diskussion. Ich finde, dass die Tochter Hilfe braucht. Und wenn die Familie da nicht mitzieht, dann ist das eben so und hat halt auch so seine Folgen.

viele Grüße Micha
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 20. Juli 2012 09:34

Guten Morgen Muckelmaus und Co.,

@ liebe Micha, ganz so, das sie allein steht, ist es ja doch nicht..... die Familie hält zu ihr und wird für sie da sein. Wenn andere zu Betreuern raten (was ich auch für total überzogen halte, denn sie ist auch klaren Verstandes) heißt das ja nicht, das es für die Eltern eine Alternative ist.

Ich persönlich glaube nicht an Familienaufstellungen, ich hab schon mitgemacht, aber für mich persönlich klärt sich dadurch nicht viel. Ich hab aber auch einen langen Weg hinter mit, ich weiß um die Vergangenheit meiner Großeltern und Eltern und das ich ein Kind ihrer Geschichte bin, ich bin jedoch daraus gegangen und hab meinen eigenen Weg gefunden und meinen Kindern Werte vermittelt, die in meiner Familie keine Rolle gespielt haben. Zudem, wenn ich nun wüsste, das einer meiner Vorfahren ein Betrüger gewesen wäre, was würde es mir dann nutzen? Müsste ich hinnehmen, das mein Kind eben betrügt? Das ist doch nur eine Entschuldigung, oder? ich weiß wohl, das Hunger genetische Veränderungen hinterlässt, auch in Nachfolgegenerationen, aber das sehe ich als rein körperliche Veränderung. Ich verwehre mich ganz strikt gegen genetische Verranlagungen zu gewissen Neigungen, es sei denn,e s geht um Schädigungen, wie z.B. fehlende Botenstoffe bei Psychopathen, aber soweit sind wir hier ja noch lange nicht.

Gleichwohl finde ich das Thema spannend, vielleicht magst Du dazu einen Thread eröffnen?

Sie überall spüren lassen, was man davon hält - das muss jetzt sein, ich glaube, die Aussage "ist nicht schlimm, das krigen wir hin" würde sie nur darin bestärken, dass das was sie getan hat, nciht schlimm war.... und, da ich langsam glaube, das sie solche Dinge eben auch mit dem unbewussten Hintergedanken "SEHT MICH AN" tut, wäre es hier sogar fatal. Sie braucht einen deutlichen Warnschuss vor den Bug (das verstehe ich persönlich auch unter "A....tritt", ein Schütteln, "jetzt werd aber mal wach!"

Wenn sie die Beträge z.B. zurück zahlt, treu und brav.... dann kann man daraus am Ende auch wieder etwas Gutes machen und sie loben und ihr Anerkennung geben. Aber erst mal, braucht`s einen ordentlichen Krach, den gäbe es bei mir auch.

Was man oder besser, alle Betroffenen davon halten, das darf und soll sie wissen und wenn das gesagt ist und sie Bereitschaft zeigt, Verantwortung zu übernehmen, dann ist es auch gut. Natürlich muss sie das nicht jahrelang hören, oder für den Rest ihres Lebens, aber ich bin mir sicher, dass das auch niemand vor hat. Wenn Jugendliche solche Fehler begehen, testen sie ja auch das sie umgebende System aus, "halten die jetzt, was sie immer vertreten haben" "passiert mir nichts" oder auch "wie gehen die damit um". Am Ende kann es dabei leicht um eine Probe gehen, um Verlässlichkeit, der Eltern, der Bezugspersonen drumherum. ich weiß noch, wie schwer ich mich tat, als meine Tochter sich einer evangelikalen Kirche zugewandt hat und so sehr ich sie liebe, ich kann nicht gutheißen, was sie vertritt. Es lebt uns auseinander, leider..... ich bedaure das sehr, aber ich kann und will da nicht hin.

@ Liebe Muckel,

auch meine Töchter haben, außer als sie klein waren, eher keine Freunde gehabt und wenig Anteil am "öffentlichen" Leben gehabt. Erinnerst Dich, meine Große saß 16 Jahre in ihrem Zimmer und hatte mit dem Umgang ihrer Schwestern genug..... und dann traf sie ihre Kirchengemeinde *ürgs* na gut.... man kann Kinder nicht zwingen, ermutigen ja, aber wenn ich mich zurück erinnere, meine Mama ist mit mir auch zum Psychologen gegangen, weil ich kein Interesse an Gleichaltrigen habe und sie mich "unnormal" fand. Das ist vordergründig erst mal ein Fehler, sondern vielleicht eher Charakter.

Und ansonsten gebe ich Dir Recht, sie hat gelernt was richtig und was falsch ist..... gar keine Frage und sie muss ihr Tun für sich verantworten. Im Grund hat sie Glück, Glück weil sie Euch hat und zwar nun echten Ärger hat (aber das ist okay so) und Glück, weil die Schule sagt "wir haben nix gesehen", das hätte auch schief gehen können. In Bayern haben grad Abiturienten ihre Noten im Schulcomputer gefäscht, das gibt dort ein anderes Nachspiel. Und wenn sie da auch nicht mit Absicht gehandelt hat, unter der Überlegungen, was das für Folgen haben könnte, so war es Nachlässig und das hat die gleichen Folgen..... und das ist auch richtig.

Hilfe würde sie wohl brauchen, wenn sie mit Euch nicht reden mag, aber, da sie eben über 18 ist, ist das nur ein Weg, den sie selbst wählen muss, leider haben wir als Eltern da keine Möglichkeit, es sei denn man würde das als Wiedergutmachung einfordern? Das würde ich aber mit einer Beratungsstelle abklären, denn wenn sie dort sagt "ich muss...." dann schickt sie jeder wieder nach Hause und sagt "komm mal, wenn Du willst."

Und mit Hilfeschrei meinte ich nicht, das sie nach Euch schreit, oder Ihr verantwortlich seid, sondern, das sie selbst irgendwie, warum auch immer, in der Luft hängt und nicht weiter weiß. Vielleicht tut ihr der Urlaub gut, oder Gespräche mit Oma..... Zeit kann heilsam sein, erst einmal. Ansonsten würde ich ihr eine Frist setzen (aber ich glaub, das hat ihr Vater schon getan) und einfordern, wann sie und was sie tun will.

Dir liebe Grüße
Ansa
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 20. Juli 2012 13:51

Hallo alle miteinander!

Am besten erzähle ich die neusten Entwicklungen der Reihe nach. Vielleicht wird dann einiges klarer ....

Vorgestern Abend hatte ich ein langes Gespräch mit meinem Exmann.
Er erzählte mir wieder von seinem Vorhaben, die betroffenen weiteren Familienmitglieder in die Geschehnisse einzuweihen.
Und ja - ich hatte arges Bauchweh, wegen dieser Sache. Gleichzeitig hatte ich aber auch das Gefühl, dass er mich bzw. meine Bedenken bzgl. dieses Vorgehens nicht wirklich an sich heranlassen würde.
@ miau
Glaubst du tatsächlich, mir wäre mein Kind so egal, dass ich mir keine Gedanken machen und den Dingen einfach ihren Lauf lassen würde?

Da ich kein Herankommen an meinen Exmann sah, erwartete mich eine relativ schlaflose Nacht und gestern Abend bat ich meine Ex-Schwägerin, die ebenfalls betroffen ist, um ein Gespräch. Ich erzählte ihr von den ganzen Vorfällen, wie es mir nun damit geht usw. Auch das Vorhaben meines Exmannes und mein Bauchweh erwähnte ich. Meine Bauchschmerzen und Bedenken wurden von ihr geteilt.
Lange haben wir zwei Frauen hin und her überlegt, ob wir unser Gespräch meinem Exmann verschweigen sollen. Das haben wir allerdings wieder verworfen, denn was hätte es gebracht? Nichts, außer einer weiteren Unwahrheit.
Ich habe meinem Exmann dann spät noch eine E-Mail geschrieben, in dem ich ihm noch mal meine Bedenken geschildert habe und ihm gleichzeitig zu verstehen gab, dass ich seinen Zorn und seine Enttäuschung verstehe. Ich habe ihm auch von dem Gespräch mit meiner Ex-Schwägerin erzählt und dabei um Verständnis für mich gebeten.
Zeitgleich hat meine Ex-Schwägerin auch eine E-Mail geschrieben und "gebeichtet".

Mein Exmann hat auf uns beide bereits reagiert. Ohne Vorwürfe an mich oder sie, sondern mit Verständnis.
Nein - er wird das Geschehene ganz sicher nicht erzählen, wenn die ganze Familie um die Kaffeetafel versammelt ist, sondern er wird sich diejenigen, die ihm wichtig sind, nach und nach zur Seite nehmen.

@ miau
Es geht dabei nicht darum, unsere Tochter blosszustellen. Es geht auch nicht darum, dass ihr die ganze Familie den Rücken zukehrt.
Würdest du diese Familie kennen, dass würdest du wissen, dass folgendes passieren wird. Alle werden schockiert sein, einige werden nach dem Warum fragen, auf das es zur Zeit noch keine Antwort gibt. Aber niemand, ausnahmslos niemand, wird sich von unserer Tochter abwenden. Jeder wird zunächst für sich überlegen, wie eine Hilfe für sie aussehen kann und dann wird gemeinsam mit uns Eltern und unserer Tochter überlegt, wie es weiter gehen kann.
Aber für all das brauchen wir (zumindest erst einmal) keinen Therapeuten, Familientherapie oder andere Dinge dieser Art, sondern zunächst einmal nur uns als Familie. Welche Wege daraus dann entstehen, wird die Zeit und unsere Zusammenarbeit zeigen und natürlich auch unsere Tochter. Denn es ist an ihr, Vertrauen wieder aufzubauen, angerichteten Schaden zu reparieren.
Es wird aber auch darum gehen, uns als Eltern zu unterstützten, für uns Eltern da zu sein.

Ist das alles so falsch?

@ Ansa
Ich bin froh und erleichtert zu sehen, dass du das, was ich ausdrücken wollte in Worte fassen konntest. Das scheint mir nicht so gelungen zu sein.

Für meinen Exmann steht die Frage nach dem Warum im Moment tatsächlich ein wenig im Hintergrund. Dafür ist die Enttäuschung noch viel zu tief und zu frisch.
Aber auch er reflektiert - nur halt anders als ich. Aber da werden wir sicher eine Lösung finden, gemeinsam.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Tamara22 » 20. Juli 2012 14:38

Liebe Muckel,
ich habe nicht alles gelesen, eine Großteil, bei mir ist selbst grade so viel im Argen, dass ich wenig Kapazität hatte.
Was ich dir aber eben schreiben wollte ist, dass ich dir und euch wünsche, dass ihr irgendwann auf diese Zeit zurückschaut und sehen könnt, dass
ihr das alle gemeinsam gut hinbekommen habt, dass ihr gestärkt weitergegangen seid und dass eure Familie eben diesen Moment getragen hat, wenn scheinbar
alles ins Wanken kommt. Und ich wünsch dir für jetzt, wo grade so viel auf einmal da ist, dass du Vertrauen hast, dass es dieses "danach" mit gutem Fühlen geben wird...

Alles Liebe und ganz viel Kraft und Geduld wünsche ich dir
Tami
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon miau » 20. Juli 2012 14:59

Hallo Muckel,

ich sehe, dass du einen Weg finden möchtest, mit dem, was deine Tochter ao "angestellt" hat zurecht zu kommen, deine Gedanken zu sortieren und ihr da rauszuhelfen. Ich habe mir auch überlegt, dass in so einer Hoch-Krisen-Phase du ja in einem anderen Film bist und so erstmal Trost und Beistand brauchst, und ein anderes Denken derzeit gar nicht möglich ist. (den Film Überlebensmodus meine ich)

Ich sehe auch, wie du leidest, dass dein Ex-Mann nicht mit dir an einem Strang ziehst, alleine gelassen, im Stich gelassen. So ähnlich muss sich deine Tochter auch fühlen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass er bei ihr genauso ist wie bei dir.

Was mir gar nicht gefällt ist, die Verwandten einzuweihen. Das geht denen gar nichts an. Das ist reine Bloßstellung der Tochter. wieso hat es ihr Vater nötig sowas zu tun???? Ich habe selbst genug erlebt, ähnliches sogar. 'Das war eine bittere Zeit und meine Tochter wurde von ihrer älteren Cousine dazu verführt zu stehlen. Es gab Krach mit der Mutter der Cousine, doch diese schlatete damals auf stur und hatte Scheuklappen an. Ich schritt ein, und das war auch gut so. Später als sie den Mann heiratete, den Vater ihres Kindes, war alles Gespräch bei den Verwandten. Meinst du einer hätte ihm mal die Meinung gesagt. Nein. Es gibt sogar heute noch Verwandte, die trotz allem, was er ihr und dem gemeinsamen Kind angetan hat, mit ihm per Internet befreundet sind.

Ich sehe das Informieren der Verwandten als Abgabe der Verantwortung. Gut, pauschalisieren kann ich nicht, denn es gibt auch noch ein paar direkt Betroffene, die informiert werden gehören, sicher, aber niemals alle. Das wird sie als vertrauensbruch werten. Vielleicht wacht sie auch auf, aber wer kann das vorhersagen?

Es hat keinen Sinn auf die Eltern zu schauen, weil es ihnen derzeit so schlecht geht. Hat sie mal jemand gefragt, oder sich überlegt, warum sie diese Schritte unternommen hat???

@Ansa,

wir haben als Eltern immer die Möglichkeit einzuschreiten, wenn es nötig ist. Mit 18 ist kein Mensch erwachsen. Das passiert erst mit über 20. Dann erst wird man auch geistig und seelisch erwachsen und kann manches nachvollziehen, was mit 18 noch gar nicht möglich ist.

viele Grüße Micha
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 20. Juli 2012 15:36

Liebe Micha,

abgesehen davon, das ich finde, das sich Muckel und ihr Exmann da ausnehmend gut verstehen und auch einigen, fällt mir aber ins Auge:

Es hat keinen Sinn auf die Eltern zu schauen, weil es ihnen derzeit so schlecht geht. Hat sie mal jemand gefragt, oder sich überlegt, warum sie diese Schritte unternommen hat???


Ich meine gelesen zu haben, das diese Frage gestellt wurde, aber darauf will ich gar nicht hinaus. Es macht mich wirklich wütend, das wir Erziehende unser ganzes Leben lang hören "es geht nur um die Kinder......" oder "Du willst doch das Beste für Dein Kind?" oder "Du musst jetzt auf das Kind achten!" Das Kind, in diesem Fall 19, darf sagen "ich will nicht", es darf sich kopmlett verweigern und kann nicht gezwungen werden, etwas zu tun, was es nicht will, aber die Eltern sollen mit sich machen lassen, was es möchte?

Nicht nur in diesem Fall, sondern überhaupt. Ich hab eine so harte Trennung mit so einem gespinnerten Vater hinter mir (wir hinter uns), und egal was er anstellte, egal was er den Kindern antat, egal wie schlimm das war, am Ende hörte ich "Aber DU willst doch das Beste für die Kinder" oder noch schlimmer, er stellte jede Kommunikation ein, verweigerte sich dessen auch vor Gericht und das JuA sagte "SIE müssen mehr miteinander reden....." Oh, ich war so sauer - und - hilflos. Und fühlte alle Schuld auf mir.

Hier darf, soll und muss auch Platz sein für die Frage "Wie geht es Dir damit?" Das hören wir Eltern draußen zu selten. Wir brauchen Raum für den Gedanken "Was macht das mit mir und wie gehe ich damit um?"

Die Geschichte um Muckels Tochter ist ja schon alt..... es hat ja nicht hier angefangen. Dazu kommt ihre Art, also die der Tochter, mit Problemen umzugehen und sich zu entziehen. Dieser Vorfall ist ja nicht aus dem Nichts entstanden. Klar kommt dazu, das die Eltern, eher wohl der Vater, nichts gemerkt hat, aber er hat seiner Tochter vertraut und sich auf sie verlassen und sie hat dies Vertrauen missbraucht. Und auch das der jetzt einzuweihenden Verwandten. Sie hat Geschichten erfunden und dafür um Rat gebeten.... mag sein, das Ihr Antrieb dazu war, aufzufliegen - aber es durchaus möglich, das sie die Geschichte dadurch auch plausibler machen wollte. Es geht ja auch nicht um alle Verwandten, sondern um die, die betroffen sind.

Und manchmal, manchmal machen wir Eltern gar nichts falsch und sind nicht die Ursache des Handelns unserer Kinder und doch bekommen wir einfach die Schuld...... das ist so verdammt unfair.

Und glaub mir, wenn es darum geht, das sich meine Tochter einer evangelikalen Gemeinde angeschlossen hat, rate mal, wer daran schuld ist? Ich kann das nicht mehr hören - auch deshalb, weil die Wahrheit oder das was ich dafür halte, nicht wirklich hinterfragt wird. Und hier möchte ich den Platz sehen, wo es auch um die Eltern geht, um uns - denn wenn wir nicht damit umgehen können, wenn wir, als Eltern nicht gehört werden, dann finden wir vielleicht auch keinen Weg zu unserem fehlgeleiteten Kind.

Liebe Grüße
Ansa

P.S. und das erste was ein 18jähriges Kind von Außen hört ist : "Deine Eltern haben Dir gar nix zu sagen....." und es gibt Kinder, die nehmen das glatt ernst. Natürlich haben wir Möglichkeiten, aber auch nur dann, wenn das Kind sie annehmen will.
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon miau » 20. Juli 2012 15:48

Hallo Ansa,

ich dachte es geht um die evangelische Kirche.

Ich hatte schon ganz früh @Muckel gefragt, wie es ihr geht. Denn unter dem wütend sein steht mehr, viel mehr. Ich habe keine Antwort gesehen. Mir kommt es so vor, dass sich @Muckel im "Kreis dreht" und nicht so handeln kann, wie sie gerne möchte. Es ist auch richtig, dass ein junger erwachsener Mensch seine eigenen Fehler machen darf (muss). Nur ist hier das Kind "in den Brunnen gefallen", also braucht es Rückhalt. Ein Lösung kann es familienintern nicht geben. Es ist spätestens jetzt Hilfe von außen notwendig.

Was das JuA betrifft: ihnen interessiert nicht, den der nicht mitarbeitet dazu zu bewegen dies zu tun. Sie stellen beide Eltern gleich hin, so ungleich sie auch sein mögen. Sie müssten anders durchgreifen, tun sie aber nicht und reden sich mit irgendwelchen Gesetztestexten heraus.

Und manchmal, manchmal machen wir Eltern gar nichts falsch und sind nicht die Ursache des Handelns unserer Kinder


Darüber hatte ich lang und breit geschrieben, versucht die Gesprächsebene und Sichtweise zu ändern. Bin abgeblockt. Ich kann dir auch die entsprechende Antwort zitieren, aber jeder denkt halt nun mal anders über das Leben und seine Bewältigungsstrategien.

Kinder reagieren darauf, wenn Eltern verschieden erziehen und suchen sich das heraus, was ihnen gerade passt. Das hat seine Folgen. Und wenn ich weiß, dass mein Ex nicht mit mir zusammenarbeitet in der Erziehung, dann habe ich auch beim erwachsenen Kind die Pflicht einzuschreiten und weiteres Unheil zu verhindern. Ansonsten mache ich mich schuld, mitschuld. Ich denke ein bisschen anders. Und wenn ich nicht so denken würde, dann weiß ich nicht wo meine Tochter heute wäre. Es lohnt sich immer zu kämpfen. Und Wege finden sich viele, wenn man möchte und die Angst vor der Veränderung überwindet.

und das erste was ein 18jähriges Kind von Außen hört ist : "Deine Eltern haben Dir gar nix zu sagen....." und es gibt Kinder, die nehmen das glatt ernst.


Ich habe damals Hilfe gesucht, denn dieses Phänomen gab es bei uns auch. Meine Tochter bekam gesagt: "Deine Mutter muss sich ändern." Ich bekam gesagt: "Kinder sind nun mal so." Aber innerlich hatte ich so ein Gespür, dass diese Aussage, die mir gegeben wurde, falsch ist. Zum Glück habe ich weiter dagegen angekämpft mich mit pauschalen Aussagen abzufinden, gegen mein inneres Gefühl. Und dieses Gefühl hat jeder Mensch, du und auch Muckel. Vielleicht würde es ihr helfen, sich mal dieses Inneren bewusst zu werden und die Stimme zu hören, die da auch in ihr ist.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 20. Juli 2012 16:28

Liebe Micha,

ich kann ja nun nur für mich sprechen, aber mitunter steckt hinter Wut und Enttäuschung einfach nichts mehr..... außer eben Wut und Enttäuschung. Ich finde, man darf als Eltern in so einer Situation auch Beides sein, wütend und enttäuscht. Ich mein, gehe ich von mir aus, ich habe meiner Tochter bestimmte Werte mitgegeben, ihn mein Weltbild vermittelt. Das darf sie annehmen, muss es aber nicht tun. Ist sie als Kind aber von mir abhängig, stelle ich die Regeln auf, die da lauten -> Schule und Ausbildung sind Dein Job und somit Pflicht. Hintergeht mich mein Kind derartig, dann bin ich aber wütend..... und wie. Und auch enttäuscht, weil ich davon ausgehen würde, das ich einfach keine Mutter bin, die man betrügen müsste.... mit mir kann man reden, das hab ich langläufig ständig angeboten und ich glaube, Muckel hat das auch getan.

Da muss gar nicht mehr hinterstecken.....

Und natürlich dreht man sich nach so einem Betrug noch im Kreis, das ist ja erst zwei, drei Tage her..... und dahinter stehen monatelanger Betrug..... nicht nur ein kleiner mitgenommener Lippenstift in der Drogerie sondern schon etwas ganz anderes. "Erschleichen von Leistungen" hieße das, hätte sie ein Amt betrogen und das wäre strafbar. Urkundenfälschung..... Und mit 19 hätte sie wissen müssen, was sie tut. Unwissenheit schützt vor den Folgen nicht. Und bei mir als Mutter würde das seine Zeit brauchen, bis das angekommen ist, bis alle Puzzleteilchen dort liegen wo sie hingehören, bis ich klar denken kann und dann handeln. Und für mich von außen ist das, weil ich nicht persönlich betroffen bin, recht einfach. Aber mitten drin als betroffens Elternteil?

Und Hilfe von außen..... da man das Kind nicht dazu zwingen kann - was soll man also tun? Die Therapie meiner Jüngste war äußerst erfolgreich, und das nur aus einem einzigen Grund, weil sie sie wollte...... sie hat sie als Hilfe verstanden und angenommen, ich hätte das nie hinbekommen. Und, je älter die Kinder werden, desto weniger Hilfe von außen ist möglich, es sei denn, sie wollen diese Hilfe.

Welche Handlungsmöglichkeiten aus Reden hast Du bei einem erwachsenen Kind? Das fände ich schon interessant..... und welche bleiben, wenn das Kind nicht will? Keine Frage, wenn das Kind sagt "bitte hilf mir" oder auf mein Hilfsangebot "ja!" sagt, habe ich alle Handlungsfreiheiten, aber wenn es nicht will? Machst Du Dich schuldig? Das käme dann wohl auf den Einzelfall an. Wenn es um Dinge wie Partnerwahl oder Verhalten geht, sind einem am Ende doch die Hände gebunden.

Das Kinder sich das heraus suchen, was sie grad als das Beste empfinden, wenn Eltern unterschiedlicher Meinung sind - das sehe ich nur ganz bedingt so. Mein Ex und ich haben ja auch grundsätzlich andere Ansätze, Ziele und Umgehensweisen, sie tun bei Papa andere Dinge als bei mir, aber - sie reflektieren hier auch, dass das was da läuft nicht richtig ist. Sie kämen bei Papa nicht auf die Idee, zu sagen "was Du da machst find ich sch....." und bei mir auch nicht, nicht solange sie klein sind, heute aber darf ich erleben, das sie ihm Grenzen setzen und sich zurück ziehen und, ich weiß nicht warum, meine Regeln übernehmen.... und die sind viel enger als Papas. Sie suchen sich das Beste, wenn Eltern es zulassen, dem mag ich eher zustimmen.

Dir liebe Grüße
Ansa
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon miau » 20. Juli 2012 18:47

Hallo Ansa,

ganz soweit ist es ja nicht, aber mir gibt schon zu denken, wenn der andere nicht mitarbeiten will, dann wird man handlungslos. Beratung oder Therapie setzt Mitarbeit voraus, das ist richtig. Diese Seite hatte ich nicht bedacht. Trotzdem sehe ich den Blick aus einer anderen Perspektive lohnenswert an, nur ist dafür die Zeit noch viel zu gereizt, dazu müssen sich die Wogen erst ein bisschen geglättet haben.

Und auch enttäuscht, weil ich davon ausgehen würde, das ich einfach keine Mutter bin, die man betrügen müsste.... mit mir kann man reden, das hab ich langläufig ständig angeboten und ich glaube, Muckel hat das auch getan.

Da muss gar nicht mehr hinterstecken.....


Das ist ja das fatale: meistens suchen dann diejenigen bei sich eine Schuld, die gar nichts für die Misere können. Der, der am lautesten schreit, ist auch nur ein "Opfer". Die ruhigen, auf die sollte man schauen. (Vielleicht gibt es so jemanden sogar innerhalb der Familie, der bei all dem noch ruhig bleiben kann??? eher sachlich mit dem Thema umgeht, oder nach anfänglicher Wut dann recht schnell zur Tagesordnung übergeht, nach dem Motto: "das wird sich schon von alleine einrenken." und gar nicht auf die Idee kommt, an dem ganzen beteiligt zu sein. Das Übel alles bei der Tochter belässt.)

Wer in so einer Situation nicht den Fehler bei sich sucht, auf den sollte man schauen. Denn jemand, der sich schuldig fühlt, mit dem kann man reden.

Lässt ein Kind (auch in diesem Alter) nicht mit sich reden, dann braucht es Sanktionen, die auch eingehalten werden (von den Eltern). Ein junger Erwachsener, der ein ganzes Jahr daheim geblieben ist, ist auf das Geld seiner Eltern angewiesen. Was ich über die Verwandten schrieb, dazu stehe ich immer noch.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 20. Juli 2012 18:57

Liebe Micha,

Lässt ein Kind (auch in diesem Alter) nicht mit sich reden, dann braucht es Sanktionen, die auch eingehalten werden (von den Eltern). Ein junger Erwachsener, der ein ganzes Jahr daheim geblieben ist, ist auf das Geld seiner Eltern angewiesen. Was ich über die Verwandten schrieb, dazu stehe ich immer noch.


Hast Du das auch gut durchdacht? Während die Eltern hier eher keine Möglichkeiten haben, könnte das Kind z.B. selbst zum JuA gehen und sagen, das Verhältnis sei total zerrüttet und dann könnte sie die Eltern auf Unterhalt verklagen. Zugegeben, da es jüngere Geschwister gibt, die vorrangig behandelt werden müssen, sind die Chancen vielleicht nicht so gut - aber - das wäre etwas, das ich zum momentanen Zeitpunkt in gar keinem Fall in Erwägung ziehen wollte..... also, sie auf den Gedanken bringen, dass das auch ein Weg wäre?

Denn dann wäre das Verhältnis so zerrüttet, das sie vielleicht nicht die Hilfe bekommen würde, die sie bräuchte und die sie Zuhause bekommt.

Ansonsten kann ich Deinem letzten Posting nicht widersprechen. ,) ich glaube auf gar keinen Fall, lassen Muckel und ihr Exmann hier alles beim Kind, noch geht es darum, so scheint es mir, das die Tochter einsieht, das sie Murks gebaut hat, und, das sie verantwortlich ist, weil sie gehandelt hat. Solang das nicht der Fall ist, hilft vermutlich eh nichts....

Aber, vielleicht weiß Muckel ja bereits mehr.

Dir einen schönen Abend
Ansa
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon miau » 20. Juli 2012 19:06

Hallo Ansa,

tja, das ist halt das Internet. Geld, keine Autofahrten, oder umgekehrt etwas tun. So aus der Ferne ist das ganze schwer einzuschätzen.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 20. Juli 2012 19:08

Hallo alle miteinander!

Herrje - um was geht es hier eigentlich noch?
Bitte nicht falsch verstehen. Aber ich wollte nicht, dass dieser (mein) Threat so ausartet, dass es fast schon zum Streit kommt, weil die Ansichten anscheinend so verschieden sind.

@ miau
Du hast mich gefragt, wie es mir dabei geht. Dazu habe ich mehrfach etwas geschrieben.
Ich bin mittlerweile mehr enttäuscht, als noch wütend.
Du sagst, ich soll auf meine innere Stimme hören. Glaub mal, das tue ich seit Dienstag ständig. Eigentlich drehen sich meine Gedanken und Gefühle nur noch um das Geschehene. Zum einen frage ich mich, wie ich meinem Kind nun helfen kann. Zum anderen frage ich mich, wie ich als Mutter damit umgehen kann und soll. Und zwar so umgehen kann, dass ich damit zurecht komme, meinem Leben, meinem Alltag, den Geschwisterkindern, meiner Ehe weiter gerecht werde, ohne meine Älteste dabei aus den Augen zu verlieren.
Ich gebe Ansa uneingeschränkt recht, wenn sie sagt, es wird so selten nach den Eltern gefragt. Immer stehen die Kinder im Mittelpunkt. Aber gebe ich denn mein Leben, meine Gefühle, meine Gedanken, meine Wünsche auf in dem Moment, in dem ich Mutter werde? Nein - ich bin immer noch ich und ich bin Mensch.
Mit diesem Threat ging es mir - als ich ihn schrieb - nicht darum, Hilfestellungen für meine Tochter zu finden, sondern Hilfe und Rat für mich. Dafür war natürlich Vorraussetzung, dass ich die Geschichte niederschreibe.
Und noch einmal gebe ich Ansa recht. Hier zu Hause, in der Familie wird alles getan um meiner Tochter zu helfen. Wir - mein Exmann und ich - machen uns gemeinsam Gedanken darüber, wie es für sie und mit ihr weitergehen soll und auch wenn wir vielleicht nicht immer einer Meinung sind bzw. andere Ansichten haben, so arbeiten wir gemeinsam für unser Kind. Ihm steht seine Meinung genau so zu, wie mir die meine und sollten unsere Meinungen da nicht direkt übereinstimmen, so werden wir einen Konsenz finden. Das haben wir bisher immer geschafft und wir werden das auch diesmal schaffen.

Ob es Hilfe familienintern geben kann ... entschuldige, aber dieses Urteil steht dir nicht zu. Dazu weißt du einfach zu wenig über uns und auch über die Familie.
Ich sage es noch einmal, wir werden als Familie - auch mit den betroffenen Tanten und Onkel - einen Weg finden und sollten wir der Meinung sein, dass fachmännische Hilfe von außen nötig sein sollte, so werden wir versuchen, unserer Tochter diesen Weg aufzuzeigen. Und wieder gebe ich Ansa recht. Eine Therapie kann nur gelingen, wenn meine Tochter diese Hilfe auch annehmen möchte. Ansonsten gibt für eine Therapie keine Chance.

@ Ansa
Ich überlege, ob es nicht ratsam wäre, diesen Threat zu schließen, weil er mir mittlerweile zu weit an meinem eigentlich Anliegen vorbei geht.

Liebe Grüße
Muckel

P.S.
@ Tami
Ich danke dir für deinen Post und deine lieben Wünsche. Dir und deiner Familie wünsche ich einen wunderschönen Urlaub mit vielen guten Gedanken und Gefühlen und hoffentlich mit gaaaaaaannnnnzzzz viel Sonne :)

Ein Kind betritt deine Wohnung und macht in den folgenden zwanzig Jahren so viel Lärm, dass du es kaum aushalten kannst. Dann geht das Kind weg und lässt das Haus stumm zurück, dass Du denkst, du wirst verrückt.
v. John Andrew Holmes, amerik. Publizist
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