Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

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Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Volker » 5. Juni 2009 21:49

Rudolf Dreikurs, bekannt durch "Unsere Kinder fordern uns heraus" vertritt eine sozial-integrative Auffassung von Erziehung.
Seine Ideen und Konzepte basieren im Wesentlichen auf den Gedanken von Alfred Adler, der seine Psychologieauffassung im Wesentlichen aus der Wechselbeziehung des Individuums mit seinen Bezgsgruppen entwickelt. Interessanterweise sieht er jedes menschliche Verhalten als zielgerichtet,bzw. intentional an. Dem Individuum muss das gar nicht bewußt sein. Am Handeln ist allerdings erkennbar, inwieweit ein Individuum bewußt handelt.

Jede Form von Fehlverhalten sieht er als Ausdruck von Entmutigung. Die natürlichen ursprünglichen Impulse jeden menschliches Lebewesens folgen der Intention einen dienlichen Beitrag zur Gemeinschaft zu leisten. Wird dieses Ziel nicht erreicht, bzw. wird dieses Ziel vorenthalten (und "verwöhnte" Kinder sind ja niemandem fremd) entwickeln Kinder ein falsches Selbstbewußtsein. Der ursprünglich gesunde Impuls wird nun fehlgeleitet. Ein Kind sucht mit anderen Mitteln nach Aufmerksamkeit: Durch Clownerei, Angeberei, überangepasstheit u.ä. Diese Verhalten macht sich bei Erwachsenen in Form von irritationen und Ärger bemerkbar. Wird einem Kind dauerhaft keine Möglichkeit geboten, produktive Verhaltensweisen zu erproben führt das anfänglich leichte Fehlverhalten zu zunehmender Entmutigung: Machtspiele, Racheakte und "Zurschaustellen von Unzulänglichkeit" sind die Folgen. Wenn ein Kind keine Anstrenung mehr unternimmt, irgendwas zeigen zu wollen, ist die Entmutigung schon weit fortgechritten.

Zunächst gilt es die Intentionen eines Kindes zu erkennen. Schon alleine dadurch kann das Streben nach der Erfüllung falscher Ziele unterbrochen werden.. Das geschieht durch gezieltes Fragen nach den Intentionen. Dreikurs nennt einen "Anerkennungsreflex" der auftritt wenn man die Intention trifft. Die gefragte Person muss grinsen. Das hat einerseits was mit der Freude des Erkanntwerdens zu tun, andererseits ist es auch ein Ausdruck von Scham "ertappt" worden zu sein.

Heir soll nun Raum sein für Erfahrungen mit dem Dreikurskonzept.
Ich muss für heute mal beenden.
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Gerda » 6. Juni 2009 00:38

Hallo Volker und alle,

eigentlich bin ich ja schon so gut wie weg, aber ich kann nicht wiederstehen, hier noch etwas zu schreiben.

Dreikurs ist mir in meiner Erziehung begegnet, als meine Jungs drei und vier Jahre alt waren. "Kinder fordern uns heraus". Damals war ich eine total junge Mutter und das war mein erstes Erziehungsbuch. Ich war überzeugt, dass die Welt toll ist, weil ich das erste Buch über Erziehung gleich so toll fand. Ich habe noch lange gebraucht, zu entdecken, dass dieses Buch sehr herausragend in der Erziehungsliteratur ist, für mich jedenfalls. Und heute finde ich es persönlich - aber das ist sicher eine Geschmackssache - den besten Erziehungsratgeber. Obwohl er uralt ist, 60er Jahre, finde ich ihn zeitlos hochaktuell.

Mich hat die Lektüre und die damalige individualpsychologische Psychotherapie, die ich machte, sehr inspiriert. Für viele meiner Fragen als junge Mutter fand ich so hilfreiche Antworten. Und ich fühlte mich inspiriert, meine eigenen Gedanken dazu zu machen und umzusetzen. Etwas sehr wichtiges habe ich aus der Arbeit mit Dreikurs gelernt. Ich habe gelernt, mich bei allem, was meine Kinder taten und erlebten, bei allen Schwierigkeiten und KOnflikten, zu fragen "worauf kann ich in dieser Situation vertrauen bei meinem Kind"? Wenn ich mich darauf besann, worauf ich vertrauen kann, wenn ich mir seine/ihre Stärken anguckte, dann konnte ich ihm und ihr zutrauen, dass sie dieses Problem lösen. Z. B. als mein Sohn Punk wurde mit 15 und in besetzte Häuser ging. Zuerst habe ich mir große Sorgen gemacht. Aber ich habe genau gewußt, was er kann, bin mit ihm im Gespräch geblieben und es hat ein sehr großes Vertrauensverhältnis zwischen uns bestanden. Ich hatte das GEfühl, dass alleine mein Vertrauen in seine/ihre Fähigkeiten sie so ermutigt, dass sie die schwierigen Situationen auch gut meisterten.

Für mich war es auch sehr wertvoll, zu lernen und mich damit zu beschäftigen, dass Kinder nicht "faul" oder "dumm" sind, sondern entmutigt, wenn sie sich nicht angemessen verhalten, und dass Ermutigung hilft, das zu verändern. Ermutigung bedeutet z. B. einem Kind zu spiegeln, was es kann und was es gut gemacht hat. Ich machte die Erfahrung, dass das stimmt, dass Ermutigung viel Veränderung bringt. Heute sehe ich es so, dass es ein riesiges Glück war, dass mir dieses Buch und diese Therapie begegnet sind.

Was ich an Alfred Adler u. a. so gut finde, ist, dass er das ganze Land mit Erziehungsberatungsstellen "überzogen" hat. Er stand auf dem Standpunkt, dass schwierige Kinder durch hilflose Eltern "entstehen" und dass man schwierigen Kindern dadurch hilft, dass man ihren Eltern hilft. Leider wird ja bei ERziehungsberatungsstellen total gespart, obwohl doch jede/r weiß und sehen kann, welche fatalen Folgen Erziehung haben kann - s. Amokläufer, Jugendkriminalität usw.

Ich bin gespannt, was es noch für Feedbacks geben wird - nach meinem Urlaub.

LG
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Volker » 6. Juni 2009 11:21

Hallo Gerda,
vielen Dank für Deinen Beitrag. Ja Alfred Adler ist heute vielleicht sogar wieder ganz aktuell. Man schaue auf das Fehlverhalten der "großen Jungs" in unserer Gesellschaft: Banker, Manager, Heuschrecken. Sie haben den Kontakt zur Gemeinschaft verloren und verhalten sich so, als gäbe es nicht genug für alle. Das wäre ein spannendes Arbeitsprojekt Bezüge und Verbindungen von abgehobenem Managerverhalten und Kindheitserfahrungen aufzuzeigen.

Wieviel Vertrauen steckt in einem Menschen, der viel hat und nicht mehr teilen und abgeben kann? ich denke genau wie du, dass Vertrauen und das zumuten sehr sehr wichtige Schlüsselelemente in menschlichen Handlungsspielräumen darstellen.

Im Umgang mit schwierigen Kindern ist es immer gut die Eltern zu stärken. ALlerdings braucht es dazu auch Vertrauen von Seiten der Eltern. Eine heikler Bereich, wie ich immer wieder erfahre.
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Ansa » 6. Juni 2009 11:32

Guten Morgen,

oh wie schön..... Rudolf Dreikurs und sein Konzept für die Erziehung von Kindern (und daraus folgend, den Umgang mit Menschen). Meine Mutter hatte dieses Buch und fand es einfach nur entsetzlich...... sie hat es nie verstanden und blieb bei ihren "althergerbachten" Methoden. Kinder hatten zu schweigen, wenn Erwachsene reden (nicht einmal an meiner eigenen Konfirmation durfte ich mit meinen Paten sprechen) und zu tun, was man ihnen sagte und vor allem, was die Erwachsenen gut für das Kind befanden und nicht das, was das Kind selbst wollte. Ich würde als Kind verprügelt, erniedrigt und in Keller gesperrt. Als ich in die Pubertät kam, habe ich mir sehr oft gewünscht, es gäbe mich einfach nicht mehr, weil alles so schwer erschien.

Aus meiner eigenen Geschichte heraus hatte ich nur einen einzigen Wunsch, "mit meinen Kindern gehe ich einmal anders um" nur wie, das wusste ich nicht. Im Gegensatz zu der Meinung vieler bin ich nicht der Ansicht, das man Kinder eben einfach aus dem Bauch heraus erzieht, oder, "so hat man das schon immer gemacht" und "dafür braucht man keine Bücher, Schmarrn....." Entweder kann man das (sagte mein Vater) oder man kann es eben nicht (sagte mein Vater mit Blick auf meine Kinder)..... Ja ja.... Kinder soll man sehen, aber nicht hören, das war das Konzept von zu Hause.

Ich bin dann über einen Kurs an der VHS "Kinder fordern uns heraus" zu meiner Christiane gekommen und habe bei ihr in Kursen ganz lebendig (sie führt nach dem Konzept einen Kindergarten) erlernen dürfen, wie man Dreikurs im Alltag umsetzt. Wie das Hauptmittel seiner Erziehung, die logischen Folgen, wirken und bewirken, das Kinder aus ihren eigenen Fehlern lernen, ohne das wir dastehen uns sagen "Siehste! Hättste mal auf mich gehört." Mit Hilfe der Bücher und dieser Kurse bin ich zu dem Konzept gekommen.

Und, auch ich habe "Kinder fordern uns heraus" gelesen und es entsprach einfach so sehr meinem Wesen, das ich es für the one an the only hielt, von Beginn an. Wie herausragend es ist, das habe ich ebenfalls erst später begriffen. Kaum ein modernes Buch, das Dreikurs nicht im Abspann erwähnt, kaum eines, das nicht auf seine Erkenntnisse zurück greift. Kennt man "Kinder fordern uns heraus" dann entdeckt man diese Tipps und den Umgang mit Kindern in den allermeisten Büchern wieder. Er war derjenige, der Adlers Gedanken in Erziehung umsetzte und für Eltern in aller Welt transparent machen wollte. Von daher lese ich zwar andere Autoren, um zu wissen, was grade aktuell ist, aber brauchen tue ich sie nicht.

Michael Winterhoff ist mit seinen Büchern "Warum unsere Kinder zu Tyrannen werden" und "Tyrannen müssen nicht sein" momentan in aller Munde, aber, wenn wir hier genau hinsehen, dann finden wir ganz schnell heraus, das seine Theorien sich auf "übermässige Verwöhnung" begründen und schon sind wir wieder bei Dreikurs selbst. Meiner Meinung nach gibt es kaum neue Erkenntnisse, die dieses Konzept ablösen könnten.

Ich wusste nicht, ob das was ich mache, richtig ist. Ich glaubte nur, das es richtig sein könnte und wenn ich heute mit Menschen spreche, die meine Kinder kennen, dann höre ich nicht selten "so tolle Kinder haben wir hier ganz selten" oder auch "wenn viele Kinder so wären wie ihre, das wäre schön....." Mich bestärkt es in dem, das ich heute glaube, mein Weg war richtig. Er war schwer, denn ich bin gegen Windmühlenflügel angerannt und habe oft gehört, ich würde alles falsch machen. Meine eigene Mutter fand mein Verhalten entsetzlich, meine Schwiegermutter hat sich über meinen Erziehungsstil mit mir überworfen und selbst meine Freundinnen waren oft genug gegen mich. Aber ich bleibe dabei, denn es hat mir nicht nur geholfen meine Kinder zu erziehen und dies ganz bewusst, sondern es hat mir auch geholfen, mit Menschen umzugehen und letztendlich auch mit mir.

Neulich erzählte uns mein Professor in der Vorlesung von dem Konzept der klientenzentrierten Gesprächstherapie von Carl Rogers, und erwähnte nebenbei, das Rogers meinte, er habe einen allgemeingültigen Umgang mit Menschen gefunden, der nicht widerlegt werden könne. Ich hab mich bislang nur ein kleines Bisschen damit beschäftigt, aber alles was mir dabei ins Auge springt ist "Individualpschologie", das kann nur funktionieren..... für mich ganz klar.... auch das macht mir deutlich, das dieser Weg richtig ist. Hat man oder ist man jedenfalls dabei Freud zu widerlegen, so kann man das mir Alfred Adler nicht tun. Für mich ist die Individualpschologie das kommende Konzept, ob man sie nun so nennt, oder nicht.....

Ich muss mit meinen Kindern nicht schimpfen, ich habe sie noch nie bestraft...... das ist nicht nötig. Strafe als Folge hat für mich einen sehr demütigenden Charakter, das kann nichts sein, das ein Kind lernen lässt. Für Lernen braucht es eine offene und vertrauensvolle Athmosphäre, die erreiche ich nicht, wenn ich Strafen einsetze. Mien Kind wird dann zwar tun, was ich von ihm will - aber nur solange wie es glaubt, das ich der Stärkere bin. Einsicht und Verständnis kann man lernen, muss man lernen. Logische Folgen sind nicht zu toppen, dadurch finden Kinder von allein heraus, was ihr Tun für Folgen nach sich zieht. Begegnen wir dem offen, kann das Kind seine Fehler selbst erkennen und sich eine Strategie überlegen, was es statt dessen tun will.

Das als Erstes, so wisst Ihr, wie ich zu dem Konzept gekommen bin und was es für mich bedeutet. Im Übrigen zanke ich mich auch ganz offen mit meinen Dozenten, die mir erzählen wollen, die einzigen Mittel in der Kindererziehung sind Belohnung (die gibt es bei Dreikurs nicht!) und Strafe. Mir ist das ein Anliegen, wir brauchen dringend andere Methoden und wenn es eine gibt, die sich bewährt hat, dann diese.

Liebe Grüße und allen ein schönes Wochenende
Ansa
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon schnus » 6. Juni 2009 20:50

Volker hat geschrieben:Man schaue auf das Fehlverhalten der "großen Jungs" in unserer Gesellschaft: Banker, Manager, Heuschrecken. Sie haben den Kontakt zur Gemeinschaft verloren und verhalten sich so, als gäbe es nicht genug für alle. Das wäre ein spannendes Arbeitsprojekt Bezüge und Verbindungen von abgehobenem Managerverhalten und Kindheitserfahrungen aufzuzeigen.


Hi,

es gibt schon einen Unterschied zwischen Kriminellen und den Heuschrecken :nein:

Ich bin selber eine Art Heuschrecke und hab mich auch wissenschaftlich mit Karriere, Personalwirtschaft etc. befasst und würd sogar sagen, dass man ohne eine gewisse seelische Stabilität kein so "großer Junge" werden kann. Politik gehört meiner Meinung nach eh nicht in dieses Forum und Du kannst hoffentlich an meinen Posts sehen, dass ich ein Herz hab :?

Liebe Grüße von der Schnus, die gleich in einen oberen Mittelklassewagen steigt und ihren Freundinnen ihre Lieblingssüßigkeiten bringt ,)
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Volker » 6. Juni 2009 21:03

Hallo Schnus,

hab ich gesagt, dass "wirtschaftlicher Erfolg" das Gleiche ist wie "seelische Armut", bzw. "Herzlosigkeit"? Nein, ich bin großer Verfechter von Reichtum in jeder Hinsicht. Ich bezweifle allerdings, dass Menschen, die in ihrem Unternehmen aufgrund der Aussicht auf immer höhere Gewinnmargen extrem risikoreich führen, ihren Reichtum "verstecken" und bei Bankrott noch Zusatzzahlungen erwarten sehr weit vom kriminellen Handeln entfernt sind. Was kriminalisiert wird und was nicht, das ist schon etwas "Gestaltetes"...

Ich fins schon komisch, wenn Menschen ihr System bis zum Abwinken ausreizen, Bildung, Infrastruktur, Technik nutzen und gar nicht auf die Idee kommen, dass man von seinem Gewinn auch wieder was ins System geben kann das ist ja auch jenseits staatlicher Handhabe möglich.

Mal anders gefragt: Ist es wirklich notwendig, Menschen systematisch von Bildungs- und Karrierechancen auszuschließen, nur weil ihre Deutschkenntnisse nicht auf dem Stand von Muttersprachlern sind? Was würdest du tun, wenn du mit deiner Kraft und Kreativität einfach keinen Einstieg in Berufsleben finden könntest?
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Ansa » 8. Juni 2009 22:35

Guten Abend,

wenn man das Zugehörigkeitesgefühl mit der Situation der Banker in Bezug setzt, dann empfinde ich das ähnlich. Sie haben ihr Zugehörigkeitesgefühl verloren und denken und wirtschaften für sich allein. Ich vermisse, und das tue ich wirklich, bei dieser ganzen Geschichte voller Fehler, das offene Eingeständnis, das Dinge nicht so gelaufen sind, wie sie hätten laufen sollen.... und das man Fehler gemacht hat und darüber reflektieren wird. Statt dessen bestehen sie auf die Auszahlung ihrer Boni und Abfindungen. Keine Frage, sie haben das vertraglich so festgelegt und durchaus ein Recht auf die Erfüllung ihrer Verträge. Aber ethisch und moralisch wären sie verpflichtet, sich anders zu verhalten.

Die Individualpsychologie steht auf mehrern Säulen. Eine von ihnen ist die Aussage: Der Mensch ist ein soziales Wesen. Das bedeutet, das er in einer Gemeinschaft lebt und sich dieser zugehörig fühlen möchte. Wird das Gefüge gestört und der Einzelne fühlt sich nicht zugehörig, dann treten Störungen auf. Volker hat das in seinem Eingangspost wunderbar beschrieben. Wir setzen das hier auf Kinder um, aber ich glaube doch, das sich das Ganze auch auf Erwachsene umsetzen lässt. Zu viele Erwachsene entstammen Familien, in denen dies Gemeinschaftsgefühl schon nicht mehr vorhanden ist. In denen Kinder nebenbei aufwachsen, nicht als Mitglied und wertvoller Bestandteil, sondern als Luxus oder schlimmer noch, als Anhängsel. In beiden Situationen kann der Mensch nicht lernen, das er dazu gehört, so wie er ist.

Das Kind beginnt aufzubegehren und verhält sich auffällig, der Erwachsene tut das auch. Beide erreichen jedoch zumeist nur, das sie noch weiter ausgestossen werden, das Kind durch Bestrafen ebenso wie der Erwachsene, der sich plötzlich am Rand der Gesellschaft wieder findet. Beide können aufgeben, das Kind indem es völlig destruktiv wird und der Erwachsene, indem er sagt, "ach, dann mache ich meine eigenen Regeln." Und schon wankt das ganze Gefüge....indem wir also den Kinder Halt und das Gefühl vermitteln, das sie uns zugehörig sind, bekommen wir Erwachsene, die diese Aufgabe erkennen und umsetzen.

Erst einmal einen guten Abend
Ansa
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon schnus » 11. Juni 2009 14:34

Hi Ihr,

Ihr habt recht, es gibt ein paar Manager und Banker in den oberen Etagen, die erstmal verkaufen und Bilanzen aufhübschen, um schnell Provisionen oder Boni zu bekommen. Ich denke aber auch, dass es den Menschen bewusst ist - genau wie den Unternehmenseigentümern - und die Jobs machen für mich Sinn. Bei diesen Menschen und Unternehmen kann man in die gute alte Konditionierung zurückgehen, nämlich Belohnung und Betrafung. Deshalb halte ich viele Staatshilfen für falsch und überzogen. Die Steuerzahler sollen für die Fehler nicht zahlen. Als Ökonomin halte ich außerdem den Staatshaushalt mittelfristig und langfristig für gleich wichtig oder noch wichtiger als die Existenz der ein oder anderen Bank. Das ist meine politische Meinung und ich möchte jetzt eigentlich nicht eine politische Diskussion anregen :rolleyes:

Zur den Fragen von Volker und meiner Situation:

Meine erste Muttersprache ist tatsächlich nicht deutsch, deshalb erzähl ich mal :cool: In der Schulzeit wurde ich immer von meinen Eltern ermutigt und sie haben mir sehr vertraut. Sie gingen davon aus, dass ich locker durch die Schule und die Uni komme und haben sich da so gut wie gar nicht eingemischt. Das hat ja schon was von Dreikurs. Vielleicht liegt es auch an der Scheidung, dass ich so selbstständig arbeiten konnte/musste und an der zweisprachigen Erziehung, dass ich schnell weitere Sprachen lernen konnte. Ich bin sehr selbstbewusst, was meine Arbeit angeht, hab hohe Ziele und bin fest davon überzeugt, dass man mit viel Arbeit viel schaffen kann. Dafür möchte ich auch Geld verdienen und denke, dass ich es verdiene, weil meine Arbeit es wert ist. Ich muss im Moment einen neuen Job suchen und bin dabei sehr sehr optimistisch. Die Einstellung kommt gut an in Vorstellungsgesprächen. Drückt mir die Daumen!!!

Über Deine Fragen, Volker, hab ich mir einem Kollegen geredet, der ein Deutsch spricht, ohne Verben zu konjugieren :nein: . Die grammatischen Fälle hat er sich wohl auch nie angeguckt. Aber er ist der absolute Kämpfertyp und bekommt Angebote von konservativen deutschen Unternehmen. Gestern meinte er zu mir "Deutschland ist gar nicht so schlecht!" Die Sprache ist eine Barriere, an der hier jeder Ausländer vorbei muss. Ich will nicht behaupten, dass die Deutschen besonders offen sind. Aber ich sehe viele, die auf ihre Herkunft sehr stolz sind (Mathematiker aus Russland, Informatiker aus Indien, um mal 2 "Typische" Fälle zu nennen). Sie sehen ihre Herkunft als Vorteil und die Sprachbarriere eher als Herausforderung. Dann gibt es viele, weniger Selbstbewusstsein haben, schneller aufgeben und die Schuld bei anderen suchen.

Die Integration ist ein unglaublich komplexes Thema. Wahrscheinlich hätten viele Menschen mehr Chancen, wenn man ihnen mehr zutrauen würde und sie dadurch stärker werden würden. In diese Problematik passt Dreikurs ganz gut.

Viele Grüße!!
schnus
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Volker » 13. Juni 2009 22:43

Hallo schnus,

ich drücke Dir die Daumen für die Jobsuche!

Nach deinen Erzählungen bist du von deinen Eltern unterstützt worden und es wird deutlich, dass du immer ein Ziel vor Augen hattest und letztlich auch erfolgreich warst. Gratuliere!
In meinem Beruf als Lehrer bin ich immer mit der Bandbreite der Möglichkeiten konfrontiert. Die "Erfolgreichen" neben den "Erfolglosen". Ich kann es nicht wie du sagen: wer sich doll anstrengt kann viel schaffen. Klar, ein Ziel setzt Energie frei. Und für die Meisten gilt das auch...
Nur, und da bin ich auch wieder bei Dreikurs: Wer im Punkto Zugehörigkeit Irritationen erfahren hat und ein Elternhaus hat, in dem Fragen der Zugehörigkeit gar nicht mal ins Bewußtsein dringen, der kann einfach mal eben Müll bauen und sich zum "Looser" und "Antityp" stilisieren. Ich kanns noch nicht mal übel nehmen und ich werde einen Teufel tun und jemanden dafür verurteilen, weil er /sie nicht in der Lage ist, die Tragweite seines Fehlverhaltens zu erkennen.
Nein, oft genug kann auch ich kein verlässliches Angebot in punkto "Zugehörigkeit" machen. Was mir bleibt ist, die Gruppe zu stärken, in den Vordergrund zu rücken: Deutlich machen, dass die aktuellen Rahmenbedingungen so etwas wie "zuhause" darstellen, welches umso mehr zu Hause wird, je mehr in der Gruppe dies einsehen- ja an-er-kennen-, dass der Ort und die Zeit wo wir gerade sind etwas Gestaltbares ist, ein Ort, an dem sich Dinge ändern können.
Ich frag mich gerade, ob du überhaupt nachvollziehen kannst mit einem Haufen Menschen zu arbeiten, die alle gar keine Motivation haben?????
Volker

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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Ansa » 15. Juni 2009 21:31

Hallo Volker,

ich denke bereits eine ganze Weile über Deinen letzten Satz nach.... ich weiß nicht, inwieweit Du mit modernen Umsetzungen von Adler und Dreikurs vertraut bist? Kennst Du das Buch von Theo Schoenaker "Mut tut gut"? Schoenaker ist ein direkter Schüler von Dreikurs, er setzt sozusagen die Linie fort und er hat Konzepte entwickelt aus denen heraus das Encouraging Training entstanden ist.

Dieser Ermutigungskurs ist eine große Chance für die, die wenig Mut haben, weil sie hier viele Dinge lernen können, die ihr Leben auch wirklich verändern können. Es gibt diese Kurse für Erwachsene und auch für Kinder. Ich selbst habe meine Ausbildung zu Trainerin abgebrochen, weil ich zu Beginn des Jahres einfach mit meiner Kraft am Ende bin, aber ich weiß von Kolleginnen, das sie solche Trainings auch an Schulen anbieten. Die Ermutigungskurse bestehen aus 10 Einheiten und ich habe selbst unglaubliche Erfolge damit erlebt und Menschen gesehen, die unendlich viel Spaß an Veränderungen haben. Vielleicht wäre das ja am Ende etwas für Dich und Deine Schule?

Ansonsten werde ich bestimmt noch mehr zum Thema schreiben, aber jetzt muss ich für meine Rechtsklausuren lernen..... *tiefseuftz* was man so alles wissen muss.... :(

Liebe Grüße
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Volker » 23. Juni 2009 22:28

Hallo Ansa,

es gibt ja sovieles und dein genanntes Buch kenne ich noch nicht. Es klingt vielversprechend. Ich hab ja jetzt Ferien und werde es mir besorgen.
Ach, es gibt eben auch nicht für alles Lösungen, bzw. wir können auch nur anbieten. Was ein Mensch damit macht, das liegt außerhalb unseres Wirkbereichs. Die meisten Revolutionen scheitern nicht an den Ideen, vielmehr an den inneren Voraussetzungen. Und die entscheiden auch darüber, wie Ermutigung "angenommen" wird oder auch nicht.
Ich will aber auf keinen Fall jammern oder etwas kleinreden, nein. Ich werds mir besorgen und fleißig lesen. Dann mehr.

LG
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Ansa » 25. Juni 2009 06:54

Guten Morgen Volker,

ja es gibt so unendlich vieles und ich lese momentan auch so unendlich viel.... ich glaube, die Kunst ist es sich für einen Weg zu entscheiden und ab und an einmal nach links und rechts zu sehen. Ich kenne Menschen die stürzens ich auf jeden neuen Ratgeber und probieren so viel aus das diejenigen um die es geht, gar keine Linie mehr erkennen. Und grade die ist zur Orientierung doch so nötig, egal wie sie im Grunde verläuft, hauptsache sie ist vorhersehbar und gibt dadurch Sicherheit.

Und natürlich, wir können immer nur anbieten und den Kindern vermitteln, "So wie Du bist bist Du gut genug", ihre Erfolge (und seien sie noch so klein) anerkennen und ihnen zeigen "ich mag Dich, aber ich kann nicht leiden was Du tust."

Ich erinnere mich an meine Bekannte, die in der Grundschule unterrichtet und ein völlig "wildes" Kind hatte, eines, das sich mit Gewalt durchsetzte, eines, das keine Regeln anerkennen wollte und das allen nur Probleme machte. Aber, es war auch ein Kind, das mit seinen 7 Jahren schon allein die kleine Schwester versorgen musste und damit im Grunde überfordert war. SIe hat damals alles mögliche versucht, von "ich passe in den Pausen auf Dich auf, wenn Du das nicht schaffst" bis hin zum vor dem Klassenzimmer sitzen, weil er eben immer störte. Eines Tagse fragte Christiane (zu deren Kursen ich seit ich Kinder habe, gehe), "sag mal, hast Du ihm schon mal gesagt, das Du Dir Sorgen um ihn machst und das er Dir wichtig ist?" Wir haben darüber gesprochen, ob Lehrer ihren Kindern so etwas sagen dürfen und sie hat es dann ausprobiert. Sie hat ihm gesagt, das sie ihn gern hat und das sie sieht, wie schwer er es hat und das es nicht schön ist, das er sich hier in der Schule noch so viel mehr Probleme einhandelt und das sie sich Sorgen um ihn machen würde, denn es würde doch jeden Tag schwerer werden..... Und da begann er bitterlich zu weinen und war vom Moment an wie verwandelt. Zumindest Grundschulkinder lernen noch für ihre Lehrer..... er hatte, als er ging, ein glänzendes Zeugniss und die Erfahrung, das es Menschen gibt, die ihn sehen und wahr nehmen. Das wird seinen Weg erleichtern, da bin ich mir sicher.

Klar kann man nicht jedem helfen und oftmals hat man die tollsten Ideen und es scheitert schlicht an der Institution oder an anderen Gründen. Ich vertraue bei mir darauf, das meine Kinder mitnehmen werden, was ich ihnen ermögliche und ich nehme bereits wahr, dass das was ich tue, Wuzeln schlägt. Nicht immer, aber immer öfter. Und genau, was sie dann daraus machen, das ist ihre Sache.

Dir einen schönen Tag
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Volker » 8. Juli 2009 00:21

Hallo Ansa,

ja es stimmt. Es gibt vieles.. nur nicht mutlos werden, angesichts der Fülle.
Dein genanntes Beispiel ist sehr schön und zeigt, wie wichtig es ist, Dinge zu erkennen und damit auch anzuerkennen.

Manches scheitert an der Institution, das mag sein. Allerdigns scheitern aber doch viele auch an den eigenen inneren Voraussetzungen: Nicht an den Ideen scheitern die Revolutionen, nein es sind ganz subtile innere Mechanismen und Glaubenssätze, die ein in einer Institution tätiger Mensch oft gar nicht erkennen und erfassen kann... Und was ein entmutigter Mensch mit dem macht, was ihm angeboten wird ist oft mehr als verwirrend...

Nun ja, ich denke in jeder begegnung steckt eine mehr oder weniger große Herausforderung.
Dranbleiben zählt!
LG
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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon Volker » 18. September 2009 21:23

Hallo Ihr Konferenzler,

zwischenmenschlich kann auch vieles Scheitern. Heute bin ich an einem inneren Punkt, wo ich mich frage, wie Erwartungen aneinander aufbauen und wie sie sich erfüllen. Und wie wir reagieren, wenn sie unterfüllt bleiben....
ich denke oft ist es Ärger und oder Wut, die Kontakte schwierig machen. Besonder schwierig finde ich Kontakte, in denen Ärger gerade verhindert, dass Kontakt entsteht. Wobei ich die Quelle der Wut gerade dort vermute, dass ein Kontaktwunsch unerfüllt blieb....

Disziplin .... zwei Formen: verstehbar als "Gehorsam" oder "bewußte Selbstregulierung"

Disziplin ohne "Tränen" das ist ein Zustand bewußter Selbstregulierung... Ich glaube manchmal helfen uns Tränen auf dem Weg dorthin, wenn es Tränen der Erkenntnis sind vielleicht....
Volker

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Re: Dreikurskonferenz: "Disziplin ohne Tränen"

Beitragvon MarliJo » 18. September 2009 21:40

Hallo Volker !

Schön, von dir zu lesen ! Zumal,... du triffst es wieder sher gut, finde ich.

"Bewusste Selbstregulierung " ist ein interessantes Wort für eine Form von Disziplin - ich habe das bislang immer als Selbstkontrolle angesehen. Wut,Ärger, Enttäuschung kann Kontaktverlust zumindest sekundär unterstützen und Kontaktverlust kann Tränen verursachen.

Insebesondere deinen letzten Satz kann ich aus eigenen Erfahrungen bestätigen.

Liebe Grüße
MarliJo

PS: Und wenn es dir aktuell nicht gut geht, dann fühl dich wahrgenommen und wenn du magt gedrückt
MarliJo
 

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