Scheidungsfolgen, zweite Generation

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Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 12. Dezember 2009 22:20

Seit meiner Scheidung hat mein Exmann meine Söhne völlig mir entfremdet. Sie haben als Jugendliche den Kontakt mit mir abgebrochen und seine massive Entwertung mir gegenüber übernommen. Mein Ältester hat das mittlerweile verändert, mein jüngerer Sohn, 33, hat aber den Kontakt zu mir abgebrochen, mit 17. Es gab einzelne Phasen, wo wir Kontakt hatten. Er hat auch einige Jahre in meinem Haus zur Miete gewohnt. Dort ist er mit 7.000 Euro Mietschulden wieder ausgezogen und schert sich nicht darum, mit mir eine Regelung über dieses Geld zu treffen. Ich erlebe es so, dass er völlig mit seinem Vater identifiziert ist - und der ist immer noch voller Verachtung mir gegenüber.

Meine Enkelkinder waren letzten Samstag bei mir. Wir haben zusammen Plätzchen gebacken. Die beiden Jungs, 8 und 10, haben Fußballbilder gezeigt und das Gespräch kam auf Robert Enke.

Sie fragten mich, ob ich wisse, dass er gestorben sei und wie. Ich sagte ja und daraus entstand ein sehr lebendiges Gespräch, wo sie mich löcherten mit Fragen. Die meisten Fragen beantwortete ich. Bei manchen Fragen antwortete ich nicht, sondern wartete, und sie überlegten sich selbst die Antworten. Z. B. fragten sie, ob es sein könne, dass Robert Enke wieder aufwache. Aber dann guckten sie sich an und stellten sachlich fest, dass das wohl nicht sein kann, wenn ein Zug über ihn gefahren ist. Sie fragten auch, wie noch mal die Krankheit heißt, die Menschen, die sich suizidieren, haben. Achsoja, genau, Depression. Kennst du einen mit Depression. Ich nannte ihnen ihre Tante, die ein Baby verloren hat und danach eine zeitlang Depression hatte.

Es war ein wirklich sehr lebendiges Gespräch und mir kam es sehr natürlich vor. Sie stellten Fragen, wie Kinder Fragen stellen und ich habe nach bestem Wissen und GEwissen geantwortet, so kindgerecht wie möglich und an einer STelle habe ich nichts gesagt, weil es mir zu heikel war.

Vorgestern waren wir wieder verabredet, weil wir die Kekse noch mit Puderzucker, Streusel und Schokolade verzieren und in Tütchen packen wollten und für Weihnachten vorbereiten wollten.

Am Abend vorher rief meine Schwiegertochter an und sagte, sie wolle die Verabredung absagen. Ich hätte die heile Welt der Kinder zerstört, weil ich mit ihnen dieses Gespräch geführt hätte. Sie fand es absolut schlimm, dass ich den Kinder über Suizid alle ihre Fragen beantwortet hatte und auch, dass ich wieder mit ihnen darüber gesprochen hatte, dass das Baby meines anderen Sohnes gestorben ist. Ich möchte aber nicht, dass dieses Kind totgeschwiegen wird. Und vor allem finde ich, dass Kinder alle Fragen beantwortet haben müssen, die sie haben und dass sie über so brisante Themen Bescheid wissen müssen. Es gibt eine immer größer werdende Zahl von Kindern und Jugendlichen, die sich suizidieren und eine KOllegin hatte letztens in ihrer Praxis ein Kind, das sich mit 8 Jahren versucht hat, umzubringen. Ich fand es wichtig und richtig und finde das noch immer, dass ich ihre Fragen beantwortet habe.

Mir blieb der Mund offen stehen, dass meine Schwiegertochter meinte, ich hätte die heile Welt zerstört. . Ich konnte das gar nicht glauben. Vor allem nicht, weil mir mein Enkel, als er 3 Jahre alt war, erzählt hat, dass Papa - also mein Sohn - die Mama geschlagen hat. Ich fragte mich, von was für einer heilen Welt sie spricht.

Sie sagten dann noch, dass mein Sohn - der mit mir seit 3 Jahre nicht mehr redet - ausgeflippt sei, als die Kinder von dem Gespräch erzählt haben und geschrieen habe, "da gehen die nie mehr hin". Sie selbst sehe das aber etwas anders und könne sich vorstellen, dass die Kinder wieder zu mir dürften, wenn etwas Gras über die Sache gewachsen sei. Wenn Papa ausflippt, wenn die Kinder so etwas erzählen, dann geraten sie aus meiner Sicht in einen schlimmen Loyalitätskonflikt, denn sie haben mich ja lieb und müssen sich jetzt fragen, hat Papa mich noch lieb, wenn ich zeige, dass ich Oma lieb habe.

Wir haben eine sehr innige Beziehung. Sie sind sehr gerne bei mir, übernachten bei mir, meine kleine Enkeltochter, knapp 5J, springt immer auf meinen Arm, wenn sie mich sieht und umarmt mich und will für eine Weile gar nicht mehr weg. Wir haben lauter kleine Rituale mit einander wie Brot backen und dass es immer Pfannkuchen gibt und einen kleinen Film auf der Homepage von der Sendung mit der Maus anzuschauen und ich bringe ihnen Computern bei.

Es tut mir sehr weh, dass sie nun wieder nicht mehr kommen dürfen. Es sind wieder diese Scheidungsfolgen in der zweiten Generation. Die Enkelkinder werden jetzt auch von mir entfremdet und sie werden massiv in Loyalitätskonflikte gebracht. . Mir ist klar, dass ich mich abschneiden muss von meiner Familie, wieder ein Stück, damit es mir nicht so weh tut, dass ich meine Enkelkinder nicht sehen darf. Das ist schon öfter vorgekommen.
Aber im MOment tut es gemein weh.
Traurige Grüße
Gerda
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Ansa » 13. Dezember 2009 11:42

Liebe Gerda,

das hört sich wirklich sehr schlimm an...... und ja, auch ich befürchte, das es irgendwann einmal in zweiter Generation Scheidungsfolgen für meine Kinder bzw. Enkelkinder geben kann und wird. Aber ich befürchte es nur, während Du es erlebst. Und das tut allen Beteiligten weh - auch Dein Sohn scheint mir da sehr getroffen zu sein, immer noch.... und unglücklich?

Ich finde es schlimm, wenn man Eltern nicht erreicht und ihnen deutlich macht, "SO geht das nicht!", schlimm für die betroffenen Kinder - die, da hast Du Recht, in einen Loyalitätskonflikt gezwungen werden, in den sie nicht gehören.

Kein Thema ist bei Erwachsenen so Angstbehaftet wie der Tod. Vor vielen Jahren habe ich einmal ein Seminar unserer Kirche für Kursleiterinnen besucht, das hieß "Mit Kindern über den Tod reden" und die zuständigen Referenten zeigten uns als Gruppe auf, das wir es sind, die mit dem Tod ein Problem haben, nicht die Kinder..... und das wir mit unseren Reaktionen dafür sorgen, das die Kinder einmal genauso Angstbehaftet sind, wie wir heute. Allein die Wortwahl "er ist heim gegangen" (damit wir bloss nicht sagen müssen, er ist tod oder gestorben) ängstigt Kinder immens, noch schlimmer können solche Umschreibungen wie "sie ist für immer eingeschlafen" auf Kinder wirken. Bei empfindsamen Kindern kann das eine Traumatisierung zur Folge haben und wir haben auch gelernt, das klare, einfache Aussagen, wie "er ist gestorben" für Kinder am hilfreichsten sind, einfach deshalb, weil sie keine Fragen offen lassen und klar sind?

Es sind also bei Dir eher die Großen, die da mit etwas konfrontiert worden sind, das ihnen unangenehm ist, worüber sie grad nicht sprechen wollen und dem sie schlicht aus dem Weg gehen wollen - es geht, kann ich mir vorstellen - nicht unbedingt um die Kinder? Das wird oft vorgeschoben - sie gehören nicht auf Beerdigungen, nicht auf Friedhöfe, nicht ans Sterbebett - aber es sind viel zu oft die Großen die überfordert sind und weniger die Kids. Kannst Du bei Deinen Kindern und Schwiegerkindern nachsehen, wer da Ängste haben könnte? Vielleicht denken sie an eigene liebgewordene Menschen oder Freunde, die betroffen sind und wollen das lieber nicht?

Noch schlimmer als das "normale" Sterben ist dann ein Selbstmord - unverständlich - unerklärlich - weit von sich gewiesen - das was wir nicht verstehen, können wir Kindern noch weniger erklären.... und doch gebe ich Dir Recht, sie müssen darüber reden können, denn nichts gehört neben dem geboren werden, so zum Leben wie das Sterben. Es ist wohl das Einzige was unweigerlich feststeht, wenn wir geboren werden - wir werden eines Tages auch sterben.....

Und was die heile Welt betrifft, so weh es Dir tun mag und so logisch es Dir erscheint, um so wichtiger erscheint es mir, das Du diese beiden Dinge "über das Sterben reden" und "geschlagen werden" nicht zusammen bringst. Das eine hat in dem Fall mit dem anderen nichts zu tun..... ich weiß aber auch nicht, ob das in der Familie zum Alltag gehört oder eher eine Ausnahme war? Ich habe darüber nachgedacht, wie ich mich fühlen würde, würde eines meiner Kinder so handeln? Könnte ich dann noch klar trennen? Würde ich mich nach meinen Anteilen fragen? Würde ich darüber nachsinnen, ob ich da was wesentliches versäumt habe? Und ich würde wohl an den Punkt kommen, an dem ich mir sagen würde "Ich bin nicht mehr verantwortlich" und ich würde wohl schließen mit "ich liebe sie, aber das was sie tun finde ich doof" und das Fazit ist dann auch, "sie haben sich entschieden, so zu handeln - sie hatten die Wahl und haben sie getroffen" durchaus auch gegen mich selbst.

Ich denke, Du wirst wieder einen Weg zu den Kindern finden, manchmal dauert das sehr lange..... und ich wünsche Dir, das Deine Schwiegertochter die Liebe der Kinder zu Dir sieht und fördert. Omas können etwas so wunderbares sein, für Kinder, fürs Großwerden, für die Zuneigung und den Gegenpol..... Du kannst ihnen schreiben, etwas schicken (die Kekse..... jetzt grade) und sie so wissen lassen, das Du da bist und irgendwann werden sie alt genug sein, um ihren Weg zu Dir zu suchen?

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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 13. Dezember 2009 12:57

Liebe Ansa,

danke für deine lieben und verstehenden und klärenden Worte. Ich sehe es auch so, dass die Kinder nicht die Probleme mit dem Tod und Sterben und auch nicht mit dem Suizid haben, sondern eher Probleme bekommen mit den Eltern deswegen. Und ich bin ganz sicher, dass es notwendig ist, mit Kindern darüber zu sprechen.

Ich kenne dieses Verhalten schon seit langem. Die Kinder waren lange Zeit nicht bei mir und meine Enkelin habe ich 2 Jahre nicht gesehen. Als sie dann letztes Jahr plötzlich vor meiner Tür stand, war sie ein mir vollkommen fremdes Kind und erst auf den zweiten Blick erkannte ich sie. Sie sprang sofort auf meinen Arm und hielt mich stundenlang umarmt. Und auch meine enkelsöhne kamen ganz lange nicht, und sobald sie kamen, waren sich alle drei sofort einig, kaum waren sie hier, dass sie unbedingt bei mir schlafen wollten. Sogar letztes Mal wollte mein Enkelsohn nicht nach Hause und ging nur, weil der Abend vor NIkolaus war.

Mein Sohn hat mir ebenfalls erzählt, dass er seine Frau geschlagen hat. Das war anderthalb Jahre später, als mir mein Enkelsohn davon erzählt hat. Er hatte damals sehr viel Vertrauen zu mir und erzählte mir auch viele andere sehr persönliche Dinge. Ob das heute noch so ist, weiß ich nicht. Ich bin und bleibe wachsam und halte meine Ohren offen bei dem, was die Kinder sagen und sie haben nie mehr etwas erzählt. Aber das heißt nichts, denn ich weiß, dass Kinder nicht immer so etwas sagen, sondern die Geheimhaltung, die die Eltern auferlegen, einhalten.

Es stimmt, die beiden Sachen haben nichts miteinander zu tun, aber dennoch habe ich meiner Schwiegertochter gesagt, dass ich daran gedacht habe, als sie von heiler Welt sprach, und dass ich es falsch finde, ausgerechnet mir diesen Vorwurf zu machen, die heile Welt der Kinder zu zerstören.

In den Jahren, in denen sie mir den KOntakt mit den Kindern verweigert haben, habe ich immer Päckchen geschickt, zu jedem Geburtstag, zu jedem Weihnachten. Ich habe nie etwas gehört. Als meine kleine Enkeltochter bei mir war zum erten Mal nach zwei Jahren, lud si e mich händeringend zu ihrem 4. Geburtstag ein. Aber es ist ja nicht möglich, dass ich komme bei den Konflikten. Ich versprach ihr dann, dass ich ihr ein Päckchen schicke. Sie wünschte sich einen Engel als Anhänger für ein rosa Bändchen. Wir schrieben das zusammen in meinen Kalender. Später fragte sie mich, warum hast du mir nichts zum Geburtstag geschenkt. Sie hat mein Päckchen nicht bekommen. Sie hat auch nie ewtas zu der rosa Spieldose gesagt, auch die Jungs habe nichts von dem MP3 Player und den tollen Stiften gesagt, die ich ihnen zum letzten Weihnachten geschenkt habe. Und ehrlich gesagt habe ich da mich noch nicht mal getraut, sie zu fragen, um sie nicht in Loyalitätskonflikte zu bringen und heile Welt zu zerstören, falls die Eltern ihnen die Geschenke einfach vorenthalten - was ich glaube.

So ist also in diesem Fall für mich nur abwarten drin.

Liebe Grüße
Gerda
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Ansa » 14. Dezember 2009 09:34

Liebe Gerda,

manchmal bleibt einem einfach nur warten - denn es sieht für mich so aus, als seien Gespräche zwischen den Großen, also Deinen Kindern und Dir, eine Sache, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind? Sie wären sicher wichtig und der beste Weg zu einem Miteinander, aber wenn Dein Sohn nicht will? Kannst Du denn für Dich die Dinge trennen und altes auf sich beruhen lassen?

Manchmal geht so etwas, manchmal nicht - es sind, so scheint mir, viele Dinge unausgesprochen zwischen Deinem Sohn und Dir und wohl auch zwischen Deiner Schwiegertochter und Dir, denn sie steht als Mutter der Kinder im Grunde ja dazwischen?

Loyalitätskonflikte sind das eine, aber die, für mich legitime Frage nach geschickten Geschenken, ist schon etwas anderes.... da kann man, als Erwachsener ja auch geschickt lenken. Päckchen verschwinden lassen und nicht an die eigenen Kinder weiter geben empfinde ich da schon als kriminell. Das ist eine Form der Unterschlagung und ich würde auch meine Kinder fragen, weshalb das passiert ist? Schweigen um des lieben Friedens wille ist, für mich, momentan (ich bin nicht in der Situation) keine wirkliche Alternative.

Kannst Du Deinen Kindern schreiben? Und erzählen wie Dir zu Mute ist und was Du Dir wünscht? Sie fragen, was sie sich wünschen?

Liebe Grüße
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 14. Dezember 2009 10:37

Liebe Ansa,

die Gespräche scheinen auch für mich zum Scheitern verurteilt. Unsere letzte Verabredung zu einem Gespräch war vor 2 Jahren, und meine Sohn ist nicht gekommen und hat sich nie mehr gemeldet. Ich habe ihn das letzte Mal im November 06 gesehen. Meine Einladungen zu begleiteten Gesprächen, z. B. bei einer FAmilientherapeutin, hat er voller Verachtung abgelehnt, er habe selbst eine Familie. Es fühlt sich soo zerrüttet an, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass er jemals wieder mit mir spricht. Mein älterer Sohn tröstete mich damals und sagte, "er holt die Pubertät nach" und das kam mir stimmig vor nach dem, was ich erlebte. Nur steckt er da so tief drin und ist darin stagniert. Und es hat die Auswirkung auf die Geschwister, dass diese, vor allem meine jüngere Tochter, mir sehr angespannt und befangen entgegentreten. Ich habe mit den GEschwistern nicht gesprochen über diese Konflikte, aber er hat das besorgt und meine beiden anderen Kinder haben daraufhin ebenfalls sehr lange keinen Kontakt mit mir gehabt. In dem Jahr habe ich auch von ihnen keinen Gruß, kein nichts zum Geburtstag erhalten und meine Weihnachtsgeschenke an meine anderen Enkekinder wurden noch nicht mal mit "ist angekommen" beantwortet.

Schreiben? Ich habe ihr geschrieben nach dem Gespräche. Aber das Schreiben, wie es sich für mich anfühlt, habe ich schon im vergangenen Jahr gemacht, und darauf habe ich nicht nur keine Antwort erhalten, sondern es fühlt sich an, wie ein Machtspiel, wo ich auflaufen gelassen werde. Er scheint so zutiefst hasserfüllt und mein Gefühl ist, ich muss ihn in Ruhe lassen, weil mir nur tiefer Hass begegnet. Die Familientherapeutin damals nannte es, sein Vater habe seine eigenen ungelösten Konflikte mit mir an ihn delegiert. Das kommt mir stimmig vor.

Danke, dass du die Dinge beim Namen nennst - dass es kriminell ist, Geschenke zu unterschlagen. Und du hast Recht, es darf nicht unangesprochen bleiben, nur aus Sorge um den Frieden in der Familie. Da habe ich mich dem Druck, den sie machen, schon unterworfen, und ich spüre, das ist ein Fehler. Ich war nicht mutig genug und wollte vor allem die Kinder nicht in Loyalitätskonflikte bringen, indem ich nachfrage.

Alles lastet total schwer auf mir und zieht mich sehr runter im Moment. Es ist so ein Familienmobbing, wo ich das GEfühl habe, egal, was ich mache, ich mache es verkehrt und alles wird mir negativ ausgelegt. Es ist keinerlei Wohlwollen mir gegenüber da. Ich tue mich furchtbar schwer damit im Moment.

Traurige Grüße von
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Ansa » 14. Dezember 2009 11:22

Liebe Gerda,

ich weiß wirklich nicht, wie ich mich fühlen würde, wäre ich an Deiner Stelle - ich erlebe ähnliches auch bei meiner Freundin aus Berlin, sie ist Mitte 60 und auch sie ist mit ihren Kindern in einer ähnlichen Lage wie Du. Allerdings ist ihr Enkel nun mittlerweile 18 und sucht von selbst den Kontakt, davon zehrt sie..... und so bildet sich zwischen den Beiden etwas Schönes....

Bei allem was sie mir erzählt fühle ich bei ihr große Trauer, Unverständnis und Verzweifelung.... sie sehnt sich so nach ihren Kindern, das es ihr schwer fällt, den Alltag zu genießen. Immer sind die Dinge präsent. Immer fragt sie sich, was sie "falsch" gemacht hat. In meinen Augen eigentlich nur, das sie immer und jederzeit da war, das sie ihren Kindern zuviel abgenommen hat und sie nie wirklich "erwachsen" geworden sind. Ihre Kinder haben gelernt, das Mama uneingeschränkt da ist und als sie dies, aufgrund einer schweren Krankheit geändert hat, da haben sich die Kinder abgewandt, weil sie das, in ihrem eigenen Egoismus nicht aushalten konnten. Ein ungutes Verhältnis..... dazu kommen die Charakterzüge der Beiden, die ein übriges zu der Gesamtsituation dazu tun.

Und wenn ich mich selbst ansehe, dann bin ich mit meiner Herkunftsfamiliue komplett gescheitert. Kein Kontakt zu meinen eigenen Geschwistern, kein Kontakt zu meinem Papa, kein Kontakt zu seinen Brüdern und Schwestern und damit zu meinen Cousins und Cousinen (da waren aber die Geschwister untereinander bereites zerstritten und gingen sich schon aus dem Weg, als ich ein kleines Kind war). Ich vermisse "meine" Familie heute noch an vielen Tagen im Jahr und ich frage mich oft "wie mag es ihnen wohl gehen" und auch ob ich meinen Vater wohl noch einmal sehen werde, bevor er stirbt?

Aber ich habe mich entschieden, das mich diese Familie nicht will - nicht ich bin es, der hier etwas nicht will - sondern meine Familie........... und so habe ich mich auf die Suche nach "meiner" Familie gemacht. Das ist natürlich an erster Stelle mein Liebster, aber ansonsten ist es mein Freund Frank, mit dem ich befreundet bin, seit wir beide 14 waren. Er steht mir näher als meine Familie..... und, er liebt mich. Nicht weil er das muss oder sollte, sondern weil ich so bin, wie ich bin. Und ich liebe ihn.... wir sind einander das, was wir verloren haben und das schätzen wir beide. Meine Freundin aus Berlin ist mir in der Zeit in der wir uns kennen, ebenso nahe geworden - wir mögen uns sehr...... aber ich sehe an ihr, das sie den Kopf nicht frei hat um das zu genießen was sie bekommt.... und was das Schicksal (nennen wir es mal so) ihr als Ersatz bietet..... wunderbare Freundschaften.

Ich will nun nicht sagen, tausch da einfach etwas aus - aber, der Gedanke sollte einfach mal gedacht werden. Weißt Du was ich meine? Schau auf das was Du hast und schau mal, ob da nicht Dinge sind, die das ein oder andere aufwiegen können? Nicht ersetzen - aber aufwiegen. Mir ist viel genommen worden, aber ich habe auch ungleich viel zurück bekommen, wenn ich das wahr nehme und sehe. Nichts wird Deine Trauer mindern, es wird Tage geben, so wie diese, wo einem schmerzlich bewusst wird, was man verloren hat. Aber hat man das verloren? Haben nicht alle Beteiligten die Wahl? Können sich nicht alle jederzeit umentscheiden? Auch Deine Kinder? Sie haben gewählt.... nicht so, wie Du es Dir von Herzen wünschst, aber am Ende wohl schon. Also, was kannst Du tun? Ich bin sicher Du weißt das ein oder andere bereits in Dir?

Ich weiß nicht ob ich Dir nicht kompletten Unsinn schreibe, aber wie sagte mir mein liebster Freund Frank "Engelchen, das was ich an Dir liebe ist, das Du nach einem Blick zurück immer nach vorn schaust. Du und ich, wir wissen warum........." und ich weiß, das ich ihn mehr vermissen würde, als jeden anderen Menschen in meinem Leben..... schau nach vorn, nicht heute, aber morgen wieder....

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 14. Dezember 2009 12:13

Liebe Ansa,

lieben Dank für deine lieben und mutmachenden Worte und gar nichts davon ist kompletter oder auch nur annähernder Unsinn. Es ist so, wie du schreibst.

Du hast Recht mit allem, was du schreibst, und ja, ich habe das Suchen nach anderen "Familien" auf dem Bildschirm, schon länger. Mir geht es ja ähnlich, wie dir, dass meine Herkunftsfamilie mich nicht will und ich keinen Kontakt zu Mutter und 7 Geschwistern samt Kindern usw. habe. Ich habe Kontakt zu lediglich 2 Nichten, die "mich wollen". Von daher ist es für mich doppelt schwer, mit meinen Kindern und ja, es ist so, wie bei deiner Freundin aus Berlin, dass meine Kinder mich fallen ließen, als ich krank wurde. Bei zwei Krankenhaus - und einem Rehaaufenthalt/en von insgesamt 12, 5 Wochen habe ich nicht ein SMS oder einen Anruf von einem von ihnen bekommen! Ich habe immer Verständnis für sie, wenn sie sich nicht um Familie mit mir kümmern, und ich merke, das ist zu viel. Andererseits merke ich auch, wie groß mein Wunsch nach Familie meinen Kindern gegenüber ist und befürchte, dass das auch einer der Gründe ist, weshalb mein Sohn so viel Aversion gegen mich hat - nicht nur die Scheidungsfolgen, die noch spürbar sind, sondern auch die Abwehr gegen zu viel Vereinnahmung von mir.

Das nach vorne schauen, das tue ich, und dennoch zieht mich der aktuelle Schmerz gerade zu Boden. Es geht nur auszuhalten, bis es besser ist und nach Ausdruck suchen, auch den Zorn über dieses grausame Verhalten wenigstens für mich selbst zu fühlen und ausdrücken.

Was ich merke, ist, je mehr Zeit verstreicht, desto mehr sehe ich auch differenzierter, dass es mit jedem meiner Kinder anders ist. Ich spüre zwar auch dieses FamilienMobbing, aber letztlich gibt es doch auch mit jedem der anderen Kinder geglückte Beziehungsteile.

Dennoch immer noch traurige Grüße von
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Wüstenrennmaus » 14. Dezember 2009 18:50

Hallo Gerade,
schlimm was da passiert! Denn Kinder haben eine Wahrheit verdient, auch wenn die manchmal nicht schön aussieht. Aber dise elendige, verdammte "totschweigen" von bestimmten Themen, es ist einfach nur furchtbar und hat zumindestens mir die Kindheit gekostet! Deswegen kann ich deine Schwiegertochter auf keinster Art und Weise verstehen.

Nur mal so... als Zuspruch, dass du dir nichts vorzuwerfen hast... kann man sich nicht gemeinsam an einen Tisch setzen und darüber reden? Evt. auch mal mit deiner Schwiegertocher, was sie damit eigentlich anrichtet, wenn sie immer nur eine heile Welt haben will? Dann kann sie ihre Kinder nähmlich in ein paar Jahren in der Kinder- und Jugendpsychiatrie besuchen gehen.
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 14. Dezember 2009 20:36

Liebe Wüstenrennmaus,

vielen Dank für deine solidarischen Worte!

Leider verweigern sie alle das Gespräch. Und außerdem ist meine Schwiegertochter eine - böse gesagt - fundamentalistische Waldorfmutter. Ich gelte da als "Ungläubige" und hoffnungslosen Fall, was das Bekehren zur anthroposophischen Wahrheit angeht. Dazu gehört nun mal die Diskriminierung aller Themen, die nicht Feen, Zwerge und Co angehen.

Und du hast Recht, das kann geradewegs in die Psychiatrie führen - muss aber nicht. Viele Menschen können mit Totschweigen sehr gut leben. Oder das Totschweigen ist vielleicht sogar ihr Überlebensmechanismus.

Liebe Grüße
Gerda, wieder etwas ruhiger und gefasster
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Wüstenrennmaus » 14. Dezember 2009 21:32

Hallo Gerade,

nein, natürlich _muss_ es nicht dazu kommen, nur kenne ich inzwischen sooo viele Menschen wo es inbesondere die Mütter waren die "totgeschwiegen" haben, um das heile Bild der Familie aufrecht zu erhalten und die u.a. deswegen jetzt unter ganz massiven und schwerwiegenden Folgen leiden bzw. die gerade nur aus diesen Grund, dass geschwiege wurde, noch viel mehr Gewalt erlebt haben... ich kann das ehrlich gesagt nicht verstehen. Natürlich möchte man als Mutter seine Kinder schützen, natürlich würde man sie am liebesten vor allen Bösen auf der Welt bewahren, aber man muss doch auch über die hässlichen Seiten des Lebens sprechen. Ich habe mich als Kind, später als Jugendliche und als Erwachsene immer "verarscht" gefühlt, wenn innerhalb der Familie mal wieder "totgeschwiegen" wurde. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass deine Enkel auch genau deswegen dich so lieb haben, weil du sie ernst nimmst, auch wenn es nicht immer leichte Themen sind. Ich habe es als Kind zumindestens immer geschätzt. Als Kind spürt man es doch ganz genau, ob einen der Erwachsene da "verscheißert" oder nicht... im Prinzip fangen solche Lügen doch schon an, wenn man sagt das der Hamster nur "schläft". :rolleyes:

Ich hoffe das man dir den Kontakt zu den Kindern nicht ganz verwehrt und dass sie, wenn sie alt genug sind, von dir genug Charakter bekommen haben, um sich ihre eigene Meinung zu bilden und nicht von ihrer Mutter so beeinflußt zu werden. :)
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 15. Dezember 2009 11:17

Liebe Wüstenrennmaus,

auf jeden Fall empfinde ich es auch immer und überall schwierig, wo man über bestimmte Dinge nicht reden darf. Ich mag keine Tabus, zumindest nicht die des Drüberredens. Ich erlebe immer wieder, dass ausgerechnet da, wo über etwas nicht geredet werden darf, die schwierigsten Gefühle stehen bleiben und Menschen sehr quälen können. Letztlich ist das Schweigen über schwierige Themen die brutalste Form subtiler Gewalt. Ich fühle es so, dass man mit Kindern schon früh anfangen muss, ihnen die Möglichkeit zu geben, Sprache auch für schwierige Themen zu finden. Und Selbstmord ist immer verbreiteter auch unter Kindern und JUgendlichen und ich finde, man lässt sie im Stich, wenn man nicht mit ihnen darüber beizeiten redet und das Ganze aus dem Tabubereich holt. Aber es ist eben auch für sehr viele Erwachsene so angstbesetzt, dass sie nicht darüber reden können.

Der Schluß meiner Schwiegertochter und meines Sohnes, dass ich mit den Kindern jetzt keinen Kontakt haben darf, hat aber zusätzlich noch andere Gründe - für mein Empfinden. Für mein Empfinden geht es um das Ausspielen von Macht. Es gibt Konflikte zwischen ihnen und mir, die sie nicht lösen, z. B., dass sie 7.000 Euro Schulden bei mir gemacht haben und so tun, als gehe es sie nichts an und sie sprechen noch nicht mal mit mir darüber. Sie stecken noch in ihren eigenen Loyalitätskonflikten mit meinem Exmann, mit dem sie Kontakt haben, während sie mit mir den Kontakt abgebrochen haben. Und da werden die Kinder jetzt mit hineingezogen. Und es kommt mir vor, als gönne meine Schwiegertochter den Kindern und mir nicht, dass wir uns so gut verstehen. Und das schmerzt. Und es schmerzt, dass auch darüber nicht gesprochen werden darf. Tabu auf allen Ebenen.

Was das Schlimme auch noch ist, ist, dass meine anderen Kinder ebenfalls in Loyalitätskonflikte geraten. Mein Sohn ist offenbar so hasserfüllt mir gegenüber, sodass sie das Gefühl haben, illoyal ihm gegenüber zu sein, wenn sie mit mir Kontakt hielten. DAs ist zwar jetzt wieder anders, aber ich fühle doch auch die anderen familiären Beziehungen davon sehr beeinträchtigt. Und das macht mir sehr viel aus. Es ist aber schon besser, als gestern heute. Zum Glück.

LIebe Grüße
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Volker » 15. Dezember 2009 19:16

Liebe Gerda,

den Konflikt mit deinem Sohn bekomme ich ja nun schon lange mit und ich bin sehr berührt und erschüttert wenn ich lese, was immer wieder vorfällt.
Manchmal braucht es Mut Dinge anzusprechen und ich weiß auch dass es ein verletzlicher Teil ist und trotzdem mute ich Dir diese Wahrnehmung zu. Es handelt sich um eine Wahrnehmung, die zwei oder dreimal (bin icht mehr ganz sicher...) in unserem Kontakt zu Irritation und Kontaktabbruch geführt hat. Ich meine die Situationen an denen du aus dem Kontakt ausgestiegen bist, weil du eine "Angriff" erlebt hast und meine Versuche des "Drüberredens" abgeblockt hast. ich habe das dann eben als jene "subtile Gewalt" erlebt, die du so treffend beschrieben hast:

Gerda hat geschrieben:Ich mag keine Tabus, zumindest nicht die des Drüberredens. Ich erlebe immer wieder, dass ausgerechnet da, wo über etwas nicht geredet werden darf, die schwierigsten Gefühle stehen bleiben und Menschen sehr quälen können. Letztlich ist das Schweigen über schwierige Themen die brutalste Form subtiler Gewalt.



Ich habe es auf meinem Weg bisher immer als wertvoll erlebt, wenn ich Dingem, die ich anderen vorwerfe eben in mir selbst finde und sie damit auch integrieren, verantworten und mich mit diesen aussöhnen kann.

Ich hoffe du liest meine Wahrnehmung nicht als Angriff sondern kannst sie als das stehen lassen was sie sein soll. Meine subjektive Wahrnehmung im lebendigen Kontakt mit Dir.

Außerdem möchte ich Dir mitteilen: Ich finde es ganz große Klasse, dass du hier bist und hier einen wirklich grandiosen Job machst und die Situation mit deiner Familie erlebe und fühle ich mit und in mir taucht immer wieder der Wunsch auf, dass du mit deinem Sohn rigendwie einen Weg findest aus dem Kranküngszirkel...
Volker

Es ist unglaublich, wieviel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag. (W. v. Humboldt)
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 15. Dezember 2009 19:41

Hallo Volker,

danke sehr für deine Wertschätzung für mein Sein und Tun hier und dass du mitfühlst mit dem Schmerz, den es verursacht, dass ich meine Enkelkinder nicht sehen darf.

Zu dem Konflikt zwischen uns schreibe ich eine PN

viele Grüße
Gerda
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Xephia » 4. Januar 2010 00:29

Hallo Gerda,

ich habe gerade nur den ersten Beitrag von Dir gelesen und bin schockiert.

Ich finde es total richtig, dass Du den Enkeln die Sache erklärt hast. Um so unverständlicher die Reaktion Deines Sohnes und der Schwiegertochter. :oah:

... bin echt sprachlos
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Re: Scheidungsfolgen, zweite Generation

Beitragvon Gerda » 4. Januar 2010 02:29

Liebe Xephia,

vielen DAnk für deine liebe Anteilnahme.

Für mich war Weihnachten eine Zeit von viel tiefer Trauer und Schmerz. Ich fühle es so ungerecht und grausam von meinem Sohn und meiner Schwiegertochter. Ich fühle es auch als großes Unrecht meinen Enkeln gegenüber. Und ich finde es so schlimm, dass es niemals aufhört mit diesen Scheidungsfolgen, auch nicht in mir. Das Zerbrechen der Familie nun auch in der zweiten Generation ist für mich ein schwerer Schlag, den ich niemals geahnt habe.

Heute fühle ich mich aber wieder etwas erholt davon. Ich habe so viel schweren Verlust von Familie und Menschen, die mir nahe stehen, in meinem Leben erlebt, sodass ich schon geübt bin, Menschen loszulassen. Was ich noch nicht so gut kann, ist, Menschen als Gemeinschaft zu finden, die für mich wie Familie sind.

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