Gedanken

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Gedanken

Beitragvon kaktusbluete » 22. April 2010 10:10

Was mach ich nur mit mir, mit dem Chaos in meinem Kopf?
Was mach ich da mit dir?
Ich lass meine Unzufriedenheit an dir aus – das ist definitiv nicht fair.
Du bist so arg lieb und willst mir helfen, nimmst dir Zeit für mich.
Und ich?
Ich verletze dich auch noch!
Warum?
Vielleicht weil ich selbst stark sein will, weil ich alles alleine schaffen will.
Weil ich nicht will, dass du das Gefühl hast, du musst meine „Lasten“ auch noch schultern.
Weil ich will, dass du stolz auf mich bist.
Weil ich dich nicht belasten möchte. Bis jetzt musste ich meine Sachen doch auch alleine hinbekommen.
Warum soll das jetzt anders sein? Und dann macht derjenige das auch noch gerne?!
Das geht einfach nicht in meinen Kopf.
Hilfe und Unterstützung anzunehmen fällt mir wahnsinnig schwer.
Genau aus dem Grund, weil ich niemanden belasten möchte.
Aber du bist nun mal ein wichtiger Teil von mir und deswegen will ich dich auch an mich ranlassen.
Schwierig.
Heute Morgen der Blick in den Spiegel – total verquollene Augen vom vielen Weinen.
1000 Gedanken, die mir im Kopf rumgehen, warum ich überhaupt so drauf war.
Und jetzt der krönende Schluss – deine Mail! Puh.
Du versicherst mir wie sehr du mich liebst und dass wir das ganze vergessen und fürs nächste Mal daraus lernen.
Wieder machst du einen Schritt und kommst her.
Du bist so ein wundervoller Mensch, ich habe das Gefühl, dass ich dich nicht verdient habe.
Ich liebe dich von ganzem Herzen und doch kann ich mich noch nicht richtig öffenen, mich dir mitteilen...
Ich muss weinen.
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Re: Gedanken

Beitragvon Volker » 22. April 2010 14:44

Hallo Kaktusblüte,

das sind schöne Gedanken.
Es klingt für mich nach Liebe...
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Re: Gedanken

Beitragvon Gerda » 22. April 2010 19:30

Liebe Kaktusblüte,

ich ermutige dich, weiter so bei deinen Gefühlen zu bleiben, auch, sie ihm mitzuteilen. Du MUSST dich nicht öffnen. Du kannst das nciht kontrollieren oder herbeiführen. Du kannst es nur geschehen lassen, wenn etwas in dir bereit ist dazu, das zu tun.

Vielleicht spürst du mal dahin, was es braucht in dir, damit du es kannst.

Es ist so schön, dass du so einen wundervollen Menschen an Deiner SEite hast. Bist du dir darüber bewußt, dass du auch wundervoll bist?

Liebe Grüße
Gerda
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Re: Gedanken

Beitragvon kaktusbluete » 26. April 2010 12:36

Vielen Dank für eure Antworten. Ich hab gar nicht damit gerechnet :)

Weißt du Gerda, genau das ist der Punkt - ich fühl mich oftmals nicht wichtig genug, dass man wegen mir "Umstände" macht, nicht gut genug, dass ich Ansprüche stellen darf, nicht wertvoll genug, meine Meinung anzubringen usw. Das ist nicht immer so, aber doch sehr oft. Florian sagt mir dann in so einer Situation (denn er kapiert sehr schnell was bei mir los ist) ohne dass ich irgendwas sage - DU BIST SEHR WERTVOLL. Punkt. Und das reicht dann, um mich zum Weinen zu bringen. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass er mich wirklch so lieben kann. Ich glaube ihm, dass er aufrichtig und ehrlich ist, aber ich verstehe es nicht. Dann was bitteschön ist denn an mir toll und liebenswert? Besser geworden ist es schon ein bisschen, da er mir immer wieder sagt, was er an mir schätzt. Das ist sehr schön zu hören. Aber gleichzeitg ist da auch noch die Angst, dass ihm das alles zu viel wird, ich ihm zu viel werde mit meinen Gedanken...
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Re: Gedanken

Beitragvon Gerda » 26. April 2010 16:06

Liebe Kaktusblüte,

dieses Problem mit dem Selbst - Wertgefühl kenne ich von mir selbst auch und kann aus Erfahrung sagen, dass man es nur selbst lösen kann, nämlich dadurch, den eigenen Wert zu spüren. Das läßt sich leicht hinschreiben, ich weiß.

Wenn du nicht deinen eigenen Wert fühlst, dann kann sich das auf eine Beziehung sehr schlecht auswirken. Es ist lebens-notwendig, dass du das änderst, aus meiner Sicht. Mir kommt es auch so vor, dass du deinen Freund etwas idealisierst, weil er dich so wertvoll findet. Das klingt für mich nach einem Gefälle zwischen Euch, an dem du festhältst. das kann nciht gut sein auf Dauer, oder?

Weißt du, warum du dich so wenig wert fühlst? Hat dir jemand vermittelt, dass du nicht wertvoll bist, einfach nur, weil du da bist?

Liebe Grüße
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Re: Gedanken

Beitragvon Volker » 2. Mai 2010 12:33

Liebe Kaktusblüte,

dein Nickname trägt schon soviel Ganzes in sich... Ein Kaktus hat Stacheln und kann picksen, wenn ihm jemand zu nahe kommt und er trägt auch Blüten, vielleicht als Zeichen seiner Schönheit und Vollkommenheit, vielleicht auch einfach nur so...

Genauso ist es mit deinem Wert, aber es gilt ja für uns alle: So wie wir sind sind wir bereits vollendet... was leicht passiert ist, dass wir es vergessen und ins Zweifeln geraten. Vor allem wenn unsere Eltern das oft vergessen haben.

Und deshalb fällt es oft schwer, das zu glauben, dass wir einfach so O.K. sind. Die Zweifel sitzen oft tief. Manchmal spüren wir an unseren GEburtstagen ein wenig von dem "einfach so", manchmal auch nicht.

Du darfst dich zumuten :winken:
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Re: Gedanken

Beitragvon schmacko » 27. Mai 2010 23:33

Liebe Kaktusblüte,

ich habe Deinen Thread "Bindungsangst" gelesen und mitgelitten und mich mitgefreut. Ich habe dadurch ein Scheidungskind, dem es ähnlich geht wie Dir, Hoppel und den anderen erst verstehen gelernt. Und wer weiß, vielleicht schaffe ich es mit dieser - Deiner - Hilfe auch, diesen sehr geschätzten Menschen von einem weniger selbstzerstörerischen Wege zu überzeugen.

Bitte bleib uns erhalten und lass uns an Deiner inneren Welt weiter teilhaben. Sie vermittelt so viel Hoffnung aber auch Innigkeit, wie ich sie so allenfalls bei Leo Tolstois "Krieg und Frieden" gefunden habe.

Lass Deinen Florian diesen Thread lesen - es wird sein Leben verändern, so wie er mein Leben verändert hat.

Danke Dir dafür!

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Re: Gedanken

Beitragvon kaktusbluete » 31. Mai 2010 09:05

Hallo Schmacko,

jetzt hab ich tatsächlich grad was Neues zum Thema "Bindungsangst" geschrieben :)

Danke für deine liebe Worte, es berührt mich sehr, wenn andere sich durch mein / unser Geschreibsel angesprochen fühlen!
Wer ist das, in deinem Leben, den du nun besser verstehen kannst?

@ Gerda
Warum ich mich so wenig wert fühle? Ich denke, es hängt schon damit zusammen, dass meine Mama mich "einfach so" hergegeben hat. Denn wenn jemand wertvoll und wichtig ist, gibt man ihn nicht einfach so her. Und auch später hab ich selten Worte der Wertschätzung zu hören bekommen, kein "wir lieben dich" von meinen Eltern, keine Anerkennung, egal wie sehr ich mich angestrengt hab, ob ich ganz viel zu Hause geholfen hab, ob ich Schulbeste war - nie hab ich das Gefühl gehabt, es ist gut was ich mache. Oder gar das Gefühl, dass ich mich nicht über Leistung definieren muss. Ziemlich traurig. Denn das bleibt. Ich hab das Gefühl, wenn ich nicht viel erbringe in meinem Leben und nicht ständig bis oder sogar über meine Grenze gehe, dann bin ich nichts wert. Dann bin ich leichter austauschbar. Ich hab auch oft das Gefühl vermittelt bekommen, dass es ohne mich leichter wäre. Ich mache nur Arbeit und Dreck, sorge für Ärger, ohne mich wäre es einfacher. Meine Mama hätte es damals richtig gemacht, als sie mich hergegeben hat. Der Schmerz sitzt sehr tief.

Flo idealisieren - das würde ich so nicht sagen. Er ist ein sehr starker Mensch und weiß um seinen Selbstwert und das tut mir gut. Dennoch überprüfe ich ständig (vielleicht auch zu viel) was ich an ihm so sehr mag. Gerade aus dem Grund, dass ich nicht nur aus Abhängigkeit mit ihm zusammen bin oder nur, weil er mich so liebt wie ich bin. Oder was meinst du damit, dass ich ihn idealisiere?

Liebe Grüße
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Re: Gedanken

Beitragvon Yvaine » 9. Juni 2010 16:33

Liebe Katki

- ich würde dich nicht einfach so wieder hergeben. Ich weiß, dass das was ganz anderes ist, als bei deiner Mama.

Aber - ich kenne dich nicht, wir haben ein paar Worte getauscht, ein paar nullen und einsen verschickt, über Datenkabel, z.T. unter dem großen Ozean durch.

Und doch würde ich dich so nicht wieder hergeben. Um Meinetwillen, Deinetwillen und des Willens des Forums. Weißt du warum? Nicht, weil du die Beste hier warst. Nicht, weil du Grenzen überschritten hast. Nicht, weil du dich sonderlich angestrengt hast (zumindest geh ich davon aus). Weil du du bist. Genau der richtige Mensch im richtigen Moment.

Ich mag dich und für mich bist du sehr viel Wert! Lass dir von keinem anderen je was anderes erzählen!!

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Re: Gedanken

Beitragvon kaktusbluete » 22. Juni 2010 12:53

Ich muss Rücksicht nehmen, das war schon immer so. Denn wenn nicht, dann ecke ich an. Dann falle ich anderen zur Last. Ich muss mich zurücknehmen, mich selbst hinten anstellen, keine Forderungen stellen und nix wollen. Sonst verliere ich alles. Besser wenn ich mich einfach anpasse. Meine Bedürfnisse und Wünsche runterschlucke, nicht darauf achte.
Wie lange?
Irgendwann kommt alles hoch – diese ganze Ungerechtigkeit. Ich will nicht mehr. Ich will dass du mich und meine Dinge als genauso wichtig wie dich und deine Dinge siehst. Dass du mich siehst. Dass du merkst, es stimmt etwas nicht, so geht das nicht.
Wie?
In mir ist ein Vulkan, gerade am ausbrechen, ich hab Angst es zuzulassen, denn wenn ich es tue, werde ich weinen, weinen, weinen, dich mit meinen Worten verletzen, denn im Moment sind sie nicht schön und nicht tauglich, sie dir an den Kopf zu werfen mit all der Kraft, die der innerliche Druck mit sich bringt.
Und schon wieder suche ich nach Entschuldigungen für dein Verhalten.
Für mein Verhalten.
Ich reagiere doch wieder nur über, da es mir eh schon nicht gut geht. Ich hab es zu lange in mich rein gefressen und jetzt will ich alles raus spucken. Alles. Ich hab das Gefühl zu ersticken, wenn ich es nicht tue. Und doch hindert mich etwas daran. Du könntest es nicht mal verstehen. Würdest deine Rücksichtslosigkeit nicht als solche erkennen. Oder mir sagen, dass du nichts dagegen hast, wenn ich meine Wünsche durchsetze.
Doch du hast ja keine Ahnung. Denn ich mach das für dich. Du würdest dich umschauen, wenn ich plötzlich alles so durchsetzen würde, wie ich es mag.
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Re: Gedanken

Beitragvon Yvaine » 22. Juni 2010 13:36

Liebe Kaktusblüte,


oh, wie sehr ich dich verstehe. Ich halte dich einfach nur im Arm, :umarmen: lass dich weinen und schluchzen und still sein und schreien und laut und leise und alles zugleich.
Weine, weine und lass den schmerzenden Vulkan heraus. Heraus aus dir, bevor er dich innerlich verbrennt.

So viele Schmerzen sind dir schon zugefügt worden, so viel Ungerechtigkeit. Mach dir keinen Kopf über deine Worte, lass sie raus.

Ich fange dich auf. Bitte sei du. Ich verstehe jeden Buchstaben so sehr, dass es auch mir weh tut, wie es sich in dir staut.
:umarmen:
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