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Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 28. Juli 2006 12:28
von Ruheloser
Hallo ihr Lieben,

wollte mich nur mal kurz melden. Bei Gelegenheit beantworte ich ausführlich.
Die Achterbahn des Lebens läst wenig Raum für solche Dinge wie Onlineforen. Ich krämple also alles um bis es passt oder/sitzt, und das ist viel

Liebe Grüße

Knut

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 31. Juli 2006 15:54
von Volker
Lieber Knut,

da bin ich ja mal gespannt auf die genauere Beschreibung der Umkrämpelungen und Achterbahnfahrten. Lass uns also nicht zu lange warten, ne!?

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 15. September 2006 21:54
von Tamara22
Hi,

ich dachte ich hauche dem Thread mal wieder Leben ein...
Ich bin grade etwas in Vergangenem verheddert (schreibt man das so???).
Ich habe mein Tagebuch auf dem Dachboden wieder gefunden von 1989, das war ca. 1,5h nach der Trennung. Es ist verrückt wenn ich das jetzt lese...
Ein Kind das sich verzweifelt an etwas festzuhalten versucht und über ein Jahr hinweg ein immer wiederkehrendes Mantra aufschreibt. "Ich liebe alle meine Lieben, Gott behüte uns und mach dass wir fröhlich sind und keine Angst haben müssen, danke für diesen Tag".
Ein Jahr lang...jeden Tag. Heute war ein schöner Tag...mach dass wir glücklich sind...
Man könnte es als Vertrauen in Gott auffassen, aber das ist es nicht gewesen. Es hört sich für mich an wie die verzweifelte Bitte eines Kindes darum, dass endlich alles gut wird.
Manchmal habe ich geschrieben, dass es kein schöner Tag war oder nur ein "mittelschöner", ich aber trotzdem dankbar bin.
Wo ist das Kind hinter diesen Sätzen.
Ich kann das nicht gewesen sein.
Dieses Kind war dankbar für Schmerz, Angst, sich alleine fühlen, Trauer, ist das kindlich.
Wo sind die Tränen?
Bin echt perplex, kann es garnicht begreifen, was ich da gelesen habe.
Vertrauen in eine heile Welt, darauf dass Liebe ist entsteht eben auch nicht wenn man es sich noch so oft vorsagt, oder doch?

Eine nachdenklich und auch traurige Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 15. September 2006 23:35
von Gerda
LiebeTami,

obwohl das Kind traurig und verzweifelt war, hat sie doch immer wieder die Sätze geschrieben, aus denen Gottvertrauen spricht. Kann es sein, dass dies ihr Stärke gegeben hat, diese traurige verzweifelte schmerzliche Zeit zu überstehen? Kann es sein, dass dies ihr die Kraft gegeben hat, tapfer zu sein und nur so viel der Trauer zuzulassen, wie in dieser Situation mit diesen nahestehenden Menschen möglich war?

Vielleicht hat sie ja nicht einfach nur etwas vorgesagt. ? Kinder vertrauen nicht, sie sind Vertrauen. :umarmen: Liebe Tami!!!!!

Alles Liebe schickt dir Gerda

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 16. September 2006 15:32
von Tamara22
Liebe Gerda,

ja Kinder sind Vertrauen, das stimmt, in ihnen ist all das vorhanden nach dem man sich als Erwachsener sehnt. Ich glaube auch dass es Kraft gegeben hat und ich sehe eine Mauer, die schützen soll und hinter die keiner schauen darf oder kann...
Ich hatte mich selbst so nicht in Erinnerung, es ist verrückt wie anders die Erinnerung wird je länger etwas zurückliegt.
Ich denke allerdings auch, dass ganz normale kindliche Anteile lebendig waren, das ist eben auch das Phantastische an Kindern, dass beides sein kann, trotz des Schmerzen gibt es Freud und auch umgekehrt...

Dir eine :umarmen: zurück
LG Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 20. September 2006 17:12
von Volker
LIebe Tami,

wo sind die Tränen?

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 20. September 2006 19:55
von Tamara22
Unter der Wut...lieber Volker,
nur wenn die nicht erlaubt ist, dann funktioniert ein Kind eben nur noch.
Oder es funktioniert einfach nicht mehr.

LG Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 22. September 2006 20:21
von Miraluna
Nicht sagen möcht, nur einfach mitfühl, weil es mir ähnlich geht.

Miraluna :winken:

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 24. September 2006 14:59
von Volker
Deine Wut ist willkommen.

Ja.

Was sonst?

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 24. September 2006 18:53
von Tamara22
Kann man es lernen wütend zu sein um an die Trauer zu kommen?
Ich meine diese Gefühle zu erkennen und sich dafür zu öffnen.
Ich kenne Wut, ohja...allerdings ist sie oft Deckel eine dicke Mauer um die Traurigkeit.
Manchmal entsteht sie aus dem Nichts und hat irre Kraft, fast beängstigend.
Ich kann sie dann nicht lenken, nicht einmal beeinflussen, es geschieht einfach und ich werde davon überrollt, solch eine Wucht hat sie.
Trauer ist da, große, aber es fehlt am Ausdruck.

Muß lächeln, weil ich grade so mit der "Wut" meiner Maus zu kämpfen habe,
denke ich werde sie morgen einfach mal willkommen heißen :)

Danke
Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 24. September 2006 21:39
von Gerda
Liebe Tami,

meine Erfahrung ist, dass ich lernen konnte Stück für Stück, wütend zu sein und meine Wut auszudrücken und traurig zu sein und Trauer auszudrücken. Und oft gehört Wut auch zur Trauer, also ist eine Form der Trauer.
Wenn die Wut eine solche Macht hat, kann es gut sein, darüber zu meditieren. Tief in die Wut hineingucken, wenn du mit dem Atem arbeiten kannst: mit dem Einatem berühre ich meine Wut, mit dem Ausatem nehme ich sie innerlich liebevoll in den Arm, wie ein Baby.

Eine meiner wichtigsten Lebenslehrerinnen sagte, wenn Menschen wütend sind, das ist immer das Baby. Ich gucke mir diese Aussage an und überprüfe an mir selbst den Wahrheitsgehalt und finde für mich, dass es sehr oft stimmt.

Wut ist der See in Dir, der Dir Kraft gibt.

Ja, das kommt mir vor, wie ein gutes Vorhaben, nicht mit der Wut von Deiner Maus oder irgendjemand zu kämpfen sondern sie willkommen zu heissen und .........tief hineingucken, was sie dir sagen will............die Wut, auch die Deiner Kleinen, :)

Alles Liebe Wünscht Dir
Gerda

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 25. September 2006 09:17
von Tamara22
Liebe Gerda,

danke dir für deine Zeilen.
Interessanter Gedanke die Wut ist das Baby.
Ich kann damit noch nicht so recht umgehen, denn Kinder sind für mich nicht wütend in dem Sinn den ich meine, ein Baby schon garnicht. Vielmehr zeigen sie ihre Bedürfnisse auf vielfältige Weise.
Die Herausforderung in meinen Augen ist zu verstehen dass diese Wut nichts Negatives ist, sondern ein Gefühl das gleichberechtigt mit allen anderen Gefühlen sein darf...
Mein Kopf weiß das, allein mir fehlt die Umsetzung *g*.

Also ja es hat etwas kindliches und auch wieder nicht, solange der Erwachsene seine Wertung anhängt und es nicht schafft zu unterscheiden. Und ich denke es gibt auch Wut die jeden kindlichen Anteil verloren hat, aber das ist ein anderes Thema.

Ein See...sehr schönes Bild, danke dafür, das werde ich mir behalten:)

LG Tami

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 25. September 2006 09:43
von Gerda
Liebe Tami,

kann es sein, dass Dein Baby nie so wütend werden muss, wie du einst Anlass hattest, wütend zu werden? Du schreibst, Babys zeigen ihre Bedürfnisse auf vielfältige Weise - offensichtlich verstehst du die Bedürfnisse deines Babys. Das ist bei dir vielleicht nicht geschehen, dass du verstanden wurdest mit deinen Bedürfnissen.

Ja, ich verstehe sehr gut den Wunsch, die Wut als nichts Negatives anzusehen, sie zu integrieren und auch, damit umgehen zu können, sodass sie gleichberechtigt mit allen Gefühlen einfach da sein darf.

Meine Erfahrung ist zum einen, dass Wut, vor allem so starke, ganz enorm tabuisiert ist. Außerdem all dieaggressiven Anteile, die mit ihr in Erscheinung treten, noch viel mehr. An Wut ist oft Zerstöungswut, mörderische Wut, Hass und Feindseligkeit gekoppelt. Wenn man einmal an einem Zipfelchen Wut zieht,um ihr nach zu gehen, kommt so etwas oft mit heraus. Es gehört sehr viel Mut dazu, sich diese Seiten anzugucken. Und nur, wer sich alle diese Seiten angeguckt hat, lernt, damit anders umzugehen, als sie zu unterdrücken. Es gehört Erfahrung mit sich selbst und der Wut dazu, um zu lernen, damit anders, erwachsen, umzugehen.

Ich würde nicht werten, dass Wut etwas Kindliches ist. Aber ich glaube, dass bei unserer Sozialisation meist Wut unterdrückt wird, und wir noch nicht gelernt haben, einfach anzuerkennen, das etwas Wut auslöst und dann in Liebe dementsprechend zu handeln.

Aber eigentlich geht es dir ja um die Tränen. Und du vermutest, dass sie unter Wut verborgen sind. Meine Erfahrung bestätigt das oft. Die Wut schützt das Verletzte und Verletzliche in mir drin, manchmal noch. Und ich habe gute Erfahrungen mit der "Wutmeditation" gemacht, sie innerlich liebevoll wie ein Baby zu umarmen. Wenn ich das tue, komme ich immer an die weichen Anteile, die dahinter verborgen sind.

Alles Liebe für Dich, für Wut, für Trauer und für Deine kleine Tochter wünscht
Gerda

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 25. September 2006 12:35
von Volker
Hallo Tami,

es ist schwer sich zu überwinden, sich die Erlaubnis zu geben, sich so zu zeigen und Angst zu haben, die Kontrolle zu verlieren. Du darfst Dir das erlauben, so wie Gerda beschreibt, Stück für Stück. Und hinter jeder Schicht Wut steckt ein lebensbefördernder Weg. Du darfst Dich gehalten wissen. Und dein Baby auch... es hilft Dir Dich zu erkennen. Es artikuliert einfach so, was es bewegt und das was da wütend macht ist manchmal die Erkenntnis, dass man selbst diese "Gabe" auf der Strecke gelassen hat ... Aber sie ist da. Du kannst ganz sicher sein.

Re: Der Weg des Vertrauens

Verfasst: 25. September 2006 12:36
von Volker
Bring deinen Körper in Schwung...

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