Der Weg des Vertrauens

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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Tamara22 » 25. September 2006 19:29

Liebe Gerda,

ja das Verletzliche ist geschützt durch die Wut, was mich dabei beschäftigt ist dass in meinem Tagebuch grade in der für mich schweren Zeit nichts davon auftaucht, weder die Wut noch die Trauer. Einfach gedeckelt. Ich merke aber dass es beides gibt, habe dafür aber so gute Strategien entwickelt über die Jahre dass ich nicht immer Anschluß bekomme. Doch als ich das las ging es mir nicht gut damit.
Ja und die Wut die ich kenne ist so unberechenbar, dass ich selbst manchmal geschockt bin.
Und so möchte ich das auch nicht erleben, da bin ich ehrlich, ich würde es gern anders hinbekommen, weil es so manchmal auch einfach in die falsche Richtung läuft und es Personen abbekommen, die damit nichts zu tun haben... :dampf:

Liebe Volker,

es hat bestimmt etwas mit Erlaubnis geben zu tun und damit sich sicher zu fühlen und aufgefangen.
Jemanden finden, ja...ich hoffe ja immer dass ich gefunden werde *g*.
Aber tatsächlich ist es so, dass mir keiner einfällt, ein generelles Thema...
Ja und es ist etwas auf der Strecke geblieben, das ist es was mir so auffiel in meinem eigenen Geschriebenen. Jetzt könnte ich anders damit umgehen, jetzt fehlt mir allerdings manchmal der Auslöser der damit auch zu tun hat. Denn momentan gerate ich oft an meine Wut, allerdings im "flaschen" Kontext. Verstehst du was ich meine?
Als ich hier her kam damals hat das so getriggert dass ich vieles aufarbeiten konnte, einfach weil es wieder da war und fühl-und erlebbar...vielleicht fehlt mir auch einfach der Mut mich nochmals darauf einzulassen.

LG Tami
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Volker » 25. September 2006 21:12

Vielleicht braucht diese Schicht, die du da angebrochen hast auch einfach etwas anderes???

Und Tami, was du mit dem "flaschen Kontext" meinst, das ist mir nicht ganz klar, offen gesagt...
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Volker » 25. September 2006 21:14

Wenn du mit deiner Wut in Kotakt kommst, dann können das die genau richtigen Situationen sein:-)
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Tamara22 » 25. September 2006 21:57

LiebeR Volker (diesmal mit R;-)).

ich weiß nicht was diese Schicht braucht, werde dem mal nachspüren...
Falscher Kontext, ein Beispiel fällt mir grade nicht ein, aber es ist häufig so, dass ich durch irgendeine Kleinigkeit so an meine Wut komme, dass ich wirklich selbst erschrecke.
Meißt kippt es an irgendeiner Stelle und Trauer bricht durch, die ihren Ursprung an ganz anderer Stelle hat. Doch die Wut ist fast immer zuerst da und nur manchmal erreiche ich die Ebene darunter oder dahinter. Und meist nicht allein, oft bleibe ich einfach in einem wirklich bescheidenen Gefühl stecken, weil ich mich dann nicht in der Lage fühle so zu sein wie ich mich gerne hätte.
Deswegen falscher Kontext, oder einfach falscher Adressat oder einfach eine sehr merkwürdige Weise um zu fühlen.

Vielleicht geht es auch garnicht um die richtige oder falsche Situation. Auch wenn ich manchmal das Gefühl habe meine Wut ist eindeutig vom Weg abgekommen und ich brauche dringend ein Navi *g*...

Früher habe ich diese Energie immer beim Autofahren ausgelassen, da konnte ich schimpfen was das Zeug hält, mir Luft machen, es hat ja keiner gehört ;-) aber nun habe ich ja einen kleinen sensiblen Beifahrer und der soll ja nicht gleich solch einen Wortschatz aufschnappen, ne?!

Mir fehlt einfach ein Mensch, ein Kontext und eine Menge Mut...
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Gerda » 25. September 2006 22:04

Liebe Tami,

die Unberechenbarkeit der Wut kenne ich auch sehr gut. Ich habe tatsächlich von dem Moment, wo mir klar war, dass da so etwas Erschreckendes in mir ist bis dahin, wo ich das Gefühl hatte, ich kann damit gut und für mich berechenbar umgehen, 12 Jahre in Eigentherapie. Lehrterapie und Ausbildung dieses Aggressionspotential bearbeitet, mich dabei immer weiter kennengelernt, Erfahrungen mit der Wut gesammelt.

Ich möchte dir damit sagen, ja, es gibt solche Art von Wut, fühl dich bitte "richtig" damit, und hab Mut, es anzugucken, immer wieder. sei dankbar, wenn Du das Vertrauen hast, auch andere, die gar nichts damit zu tun haben, als Auslöser für die Wut fungieren zu lassen. und hab Vertrauen in dich und Deine Selbst-heilungskräfte, dass Du irgendwann den See der Wut durchschwommen hast, die Untiefen und Strudel kennst und weisst, wie du damit umgehen kannst.

Alles Liebe von
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Tamara22 » 26. September 2006 07:44

Liebe Gerda,

danke für deine mutmachenden Worte.
Schön dass es Menschen gibt die das kennen.
Ich habe und darüber bin ich sehr froh, einen Teil der das weiß.
Ich möchte noch den Teil unterstützen, der es auch fühlt, der sich ok fühlt und das auch nach aussen transportieren kann. Ich vermute dass viel von dieser Wut tatsächlich einem Gefühl von "Ungerechtigkeit" entspringt...so ein innerer Teil der sagt "das ist nicht fair und ich will das so nicht haben", der aber die Ohnmacht erlebt hat, daran nichts ändern zu können, ein Kindlicher Teil eben.

Jetzt kann ich Dinge ändern, es braucht wohl noch das Training mit diesen Möglichkeiten umzugehen ohne sich wieder ohnmächtig (auch vor Wut) zu fühlen...

Das Leben ist sicher ein guter Ort um zu trainieren ;-)

Tami
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Gerda » 26. September 2006 08:09

Liebe Tami,

schön gesagt: Das Leben ist sicher ein guter Ort um zu trainieren! :)

Das kommtmir vor, wie eine gute Idee, den Teil, der sich ok fühlt, zu unterstützen.

Ich glaube, der Ansatz, Wut ohne Ohnmacht zu fühlen, funktioniert nicht :) .
Alle Gefühle gehören dazu, auch die Ohnmacht, auch die ist ok. :) Wobei sie sich ja eigentlich richtig fies und schlimm und gemein anfühlen kann.

Das "Training" könnte ja vielleicht auch in die Richtung gehen, die Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen, was sie mit jetzt und was mit früher zu tun haben und dann die Gefühle wieder loszulassen. Ein Gefühl kommt, bleibt eine Weile und geht dann wieder.

Liebe Grüsse
Von Gerda
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Volker » 27. September 2006 18:56

Ein Navi, dass Dir den Weg zeigt...

Wie wärs mit deinem Herz?!!

Was möchte es zeigen??
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Tamara22 » 27. September 2006 21:34

Lieber Volker,

was will es zeigen...
Dass eine Lücke entstanden ist, die nicht mehr gefüllt werden kann.
Dass etwas fehlt, dass es ungerecht und unfair, schmerzlich und unverständlich ist, dass es wehtut und einfach überhaupt nicht ok ist, es ist nicht ok, nicht ok...

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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Volker » 28. September 2006 18:28

ja, es ist nicht O.K., ist nicht O.K. überhaupt nicht O.K. dass es weh tut....
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Tamara22 » 28. September 2006 19:57

Du hast recht.
Ich habe lange darüber nachgedacht, weil ein Teil von mir schon wieder einlenken wollte. Sagen wollte, dass doch alles ok ist, dass ich weiß, dass ich geliebt werde...etc.
Und der ist es auch der es verbietet dass es weh tut, ja.

Traurig
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Volker » 30. September 2006 10:16

Die kleine Tami hat sich damals selbst beruhigt mit dem Mantra. Das war zu dem Zeitpunkt das Beste was sie tun konnte. Heute ist die kleine Tami stärker geworden und mutiger ...
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Tamara22 » 30. September 2006 13:03

Lieber Volker,
heute trete ich für die kleine Tami ein, ja das stimmt.
Ich denke ich mache meine Sache meist recht gut.
Dennoch gibt es Momente in denen ich mich nicht dazu in der Lage fühle.
Funktioniere natürlich dennoch weiter.

Ja die Tami damals hat es wohl gut hinbekommen, danke dafür dass ich das jetzt sehen kann.
Tami
Zuletzt geändert von Tamara22 am 30. September 2006 13:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Volker » 30. September 2006 14:54

Die kleine Tami bekommt das auch heute noch gut hin, nur traut sie sich jetzt ein paar Schritte weiter. Die Momente wo nichts zu gehen scheint gehen vorüber... der erste Stein fehlt aber irgendwann in der Mauer und der Durchbruch ist da... Vertraue Dir!
Volker

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Re: Der Weg des Vertrauens

Beitragvon Tamara22 » 30. September 2006 18:14

Ich mußte schmunzeln bei deinem Bild des fehlenden Steines und habe blitzschnell in Gedanken nach einem Ersatz-stein gesucht, erst dann habe ich den Rest deines Satzes gelesen, das Hirn ist ja echt schnell...und kapiert dass ich keinen Ersatz brauche.
Fehlende Steine sing gut ;-)

Danke
Tami
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