Hallo

Für Plaudereien, Smalltalk, Klönschnack und all das, was in keinen Fachbereich passt

Re: Hallo

Beitragvon miau » 7. Mai 2012 20:04

Hallo Ansa,

das :kopftanz: im weiter oben geschriebenen post sind so meine Erfahrungen. Ich gehe davon aus, dass ich schon durch Worte getriggert werde. Darum möchte ich auch nicht weiter auf die Geschichte eingehen. Ich hatte mir erst gestern früh (wieder) sagen lassen müssen, von einer anderen Oma, die einen ähnlichen Papa in ihrer Familie hat, dass es auch gute Väter gibt. Kann man denn nicht mit Gleichgesinnten zusammenhalten?`Muss man dann noch anders reden, obwohl daheim das gleiche wie bei uns abläuft? - Vielleicht verstehst du nun meine Reaktion.

Meinen Enkel zu fragen, da komme ich vor als ob ich ihn ausfrage. So eine Position kann ich nicht ausstehen. Deswegen schreibe ich ja, ich weiß nicht, wie ich mit der Situation umgehen kann.

Meine Tochter hat noch folgendes im Gedächtnis:
und dabei war der überall gängige Konsens "Sie müssen mehr mit dem Vater reden..........." Der begann mich zu siezen........ und dererlei Spielchen mehr.........

Was meinst du, was ich ihr schon gesagt habe, dass dies nichts bringt. Die Angst, dass er ihr das Kind wegnimmt, wenn sie ganz und gar aufhört zu reden, ist immens. Es ist hier alles verdreht, ich komme nicht an sie heran, zudem weiß ich was Telefonterror, das Geklingele, anrichten kann. Ich habe deswegen selber mal mein Telefon auf 2 Klingeltöne reduziert, mit dem Ergebnis, dass mich keiner mehr erreicht hat.
Zudem habe ich solche Erfahrungen nicht (einen Ex mit Kind meine ich).

vielen Dank, dass du mir immer noch zugehört hast. :umarmen: Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 8. Mai 2012 07:38

Liebe Micha,

ja, wenn man in so einer verfahrenen Situation steckt, dann kann das passieren, das Worte triggern und das man einfach nur los schimpfen möchte........... nur ist es meist so, das man sich damit nichts Gutes tut. Das Menschen sich abwenden, es nicht mehr hören können, das Pauschalisierungn eher dazu führen, das man nicht ernst genommen wird. Also ist mein Ansatz da eben sehr sachlich. Gegen Sachlich kann man argumentieren, aber eben nur mit Fakten - nicht mit "alle" oder so. Ich hab in Laufe der 10 vergangenen Jahre auch gelernt, das ich ernster genommen werde, wenn ich bei mir bleibe "ich finde das...." anstatt Rundumschläge zu verteilen "alle sind....." und das Allerwichtigste ist, ernst genommen zu werden. Unbedingt, nur dann kann man etwas verändern.

Ich finde den Gedanken, das es gute Väter gibt, sehr viel tröstlicher, als im Elend zu versinken und mir zu sagen "alle sind Schweine", das putscht auf, macht wütend - und Wut ist niemals ein guter Ratgeber. Man verliert so leicht den Blick für`s Wesentliche. Zumindest wenn man etwas ändern will. Streiten um den Punkt um des es geht ist erfolgversprechender als rundum zu kämpfen. Weißt, was ich meine?

So, mal ein paar Fakten? Ist das Kind ehelich? Wie lebt der Vater? Wie Deine Tochter? Wenn der Junge es gut bei Deiner Tochter hat, seine Versorgung sicher gestellt ist,wird kein Gericht der Welt ihn ihr weg nehmen...... ganz im Gegenteil, sie darf (muss) auch für sich sorgen, darauf achten, das es ihr gut geht und wenn sie dem Vater schreibt, um Streit zu vermeiden - ist das eine gute Idee. Um was ging es denn in den Prozessen? Und wie sind sie ausgegangen? Und ja, Telefone ausschalten darf man, wenn man Ruhe benötigt, man muss nicht 24 Stunden rundum erreichbar sein. Das sind Dinge, die ich auch gemacht habe, irgendwann, aus purer Verzweifelung. Wir haben hier Momente gehabt, in denen das Klingeln des Telefons Schweißausbrüche verursachte und Panikattaken, nicht nur bei mir.

Deine Tochter, scheint mir, hat zuviel Angst oder sie sieht sich handlungsunfähig? Das ist etwas, das es unbedingt zu ändern gilt. Vielleicht würde es ihr helfen, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen? Wie alt ist sie denn?

Erst mal liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 8. Mai 2012 10:09

Hallo Ansa,

das Kind ist ehelich, die Scheidung läuft seit mehr als einem Jahr, es gab noch keine Gerichtsverhandlung.
Die verhandlungen waren zuerst wegen Umgang (er hatte absichtlich keinen Besuch abgestattet, um so glaubwürdig zu erscheinen).
Umgang, Umgang der Oma (seiner Mutter).
Unterhalt hat sie dann mit einem neuen Anwalt eingereicht. Wurde zigmal wegen "Gründe" von ihm vertagt. Unterhalt wurde genehmigt. Nach ca. einem viertel Jahr behauptete er, dass er nicht mehr vollzeit arbeiten gehen könne und hat einen neuen Arbeitsvertrag für 30 Stunden ausstellen lassen. Wieder zig Schreiben hin und her und dann erst im März die Gerichtsverhandlung. Nun gibt es etwas weniger Geld und im Herbst dann mehr, wegen der Ausbildung. Und ab Dezember muss er den neuen Arbeitsvertrag vorlegen.

Selbst wenn sie nun einen neuen Anwalt hat, der ihr glaubt, hat das Ganze ein Ausmaß überschritten, weil irgenwann ist es einfach zu viel: sie hat Heuschnupfen bekommen, raucht wieder. Letztes Jahr hattte sie tatsächlich geglaubt, nun könne sie mit dem Vater des Kindes endlich mal normal umgehen. Peng, dann kam die neue Gerichtsladung.

nicht verallgemeinern:
Ich bin sehr verärgert über diesen Mann, weil selbst ich auf seine Show reingefallen bin. Was hat dieser Mann mir glaubwürdig verkauft, z.B. er würde keinen Alkohol trinken und anderes, und dabei trinkt er kein Bier, sondern Whisky. Nach der Geburt des Kindes war die Mutter Luxus. Es gab nur noch seine Mutter und seine Oma. Beim Umzug hatte die Oma das Baby auf ihrem Bauch liegen und seine Mutter (meine Tochter) umsorgte sie beide. Alles verdreht. Mit zwei Monanten sollte sie dem Kind normale Nahrung geben, der Magen hat Schaden genommen, ebenso ein Interesse für Gemüse. Der Vater hat meine Tochter als Mutter mit Füßen getreten, wie auch seinen Sohn selber, der durch die vielen Besuche ein Schreikind wurde. Und dann hat er den Kleinen schlecht behandelt (blaue Flecke an entsprechenden Stellen gaben Auskunft darüber).

Ich rede verallgemeinernd, damit ich nicht auch (wieder) als Entfremderin hingestellt werde. Er hat ja auch mir einen Brief geschrieben, weil ich rausgefunden habe, dass er heimlich umgezogen war. Und das Jugendamt hat ihn noch geschützt, obwohl sie mit mir ganz anders am Telefon geredet hatte. Alles wie er ist und handelt, hat er so hingestellt gehabt, dass ich oder meine Tochter so wären: Stalker.

Und meine Tochter: die wollte es dem Mann und seiner Familie recht machen, und hat BurnOut bekommen. Damals wusste ich von all dem noch nichts, weil ich dachte, sie wäre nun mit ihrem Mann verheiratet und würde ein selbstständiges Leben leben. Ich hatte keine Ahnung, was es für Menschen so gibt. Und noch weniger hatte ich von sexuellen Misständen ne Ahnung. Ich dachte, dass sowas nur vereinzelt irgendwo anders vorhanden sei.

Da ich mich mit Familienaufstellungen auskenne, haben wir dann unsere Familien aufgestellt. Zuerst wurde ich bei einer ur-Oma fündig. Und nun auch noch in meiner eigenen Familie: Missbrauch einer Tochter durch den Vater, mit Kind, das abgetrieben wurde, oder nachder Geburt getötet wurde. Das liegt nun zig Generationen zurück und meine tochter hat all dieses schlimme Erbe abbekommen. So grausam kann es sein. Seine Mutter hat sogar vor Gericht ihre wahren Interessen an ihrem Enkel zugegeben. Nach dem Jugendam. würde der Vater schon eingreifen. Ein Mann soll eingreifen, der bei seiner Mutter immer wegschaut.

Und wenn der Junge von seinem Vater-Wochenende zurück kommt, dann hat er eine Energie an sich, die ist haarsträubend. Ich kann ihn dann überhaupt nciht mehr ausstehen. Es fühlt sich so an: kind ist zwar da, aber Interesse habe ich keines an ihm. So ähnlich, er ist halt geduldet. (Heute ist schon Dienstag, deswegen kann ich mich nur vage an dieses schreckliche Empfinden erinnern.) Am Sonntag hat sich dann mein Mann um ihn gekümmert und dann war es wieder besser. Wenn er von jemand zurückkommt, der ihn mag und gerne hat, dann brächte er auch diese Energie mit zurück und nicht eine der Ablehung.

Ich weiß nicht, ob meine Tochter Angst hat, ich habe sie. Angst etwas falsch zu machen, weil Angst, dass er dann das Kind zugesprochen kriegt, und dann ist er verloren und hat keine Chance mehr. So besteht wenigstens noch ein Lichtblick, mit guten Gefühlen des Willkommen seins auf ihn einzuwirken, dass er sich selbständig entfalten kann und auch selbstbestimmt. Die Angst könnte sie haben, aber sie gibt es nicht zu. Das schwächt sie dann und macht sie überheblich stark. "Ich kann das bewältigen, ich bin besser als andere. " so kommt es bei mir rüber. Mit ihr reden ist sinnlos, weil wir uns dann gleich in die Haare kriegen.

viele Grüße Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 8. Mai 2012 10:59

Liebe Micha,

jetzt verstehe ich Dich, glaube ich, ein wenig besser. Du hast im Grunde auch noch Auseinandersetzungen mit Deinem eigenen Kind? Das ist bestimmt doppelt schwer. Man nimmt so vieles wahr und kann wenig tun, außer beobachten und stille Hilfe leisten....

Hmh, Kinder sind natürlich von Character und Temperament unterschiedlich. Trennungskinder wechseln von einem Familiensystem in ein anderes, zwischen Mama und Papa hin und her. Und durch jede Trennung, durch jeden Abschied - wird ihnen immer wieder bewusst, das da etwas passiert, das sie nicht wollen. Ich kenne ganz wenige Trennungskinder die nicht den stillen Wunsch haben, Mama und Papa würden sich wieder vertragen.

Und, je jünger sie sind, desto emotionaler ist das Ganze, denn rational darüber nachdenken - das kommt erst viele Jahre später. Ein Wechsel von Papa zu Mama ist nie das Gleiche, wie wenn er von Freunden oder Paten kommt, die haben nicht die Stellung wie Papa, bei anderen geht es nicht um Trennung. Andererseits ist es auch so, gewöhnlich kommt das Kind Freitagnachmittag zu Papa, bis es sich dort so eingewöhnt hat dauert es seine Zeit.... und wenn es angekommen ist, ist meist schon Sonntagnachmittag und es muss wieder los. Diese "andere" Seite nehmen wir nicht wahr - uns bleibt nur das Ankommen und die Probleme mit dem Wechsel. Und doch müssen die Kinder lernen damit umzugehen.

Wie war das bei mir? Die beiden Großen, damals 10 und 9, nahmen das nach Hause kommen aus dem Wochenende äußerlich ganz gelassen, aber ich konnte die Uhr danach stellen, das sie spätestens Montagmorgen gegen 10 Fieber bekamen und ein, zwei Tage nicht zur Schule gehen konnten. Sie hatten im Halbjahr tatsächlich bis zu 36 Fehltage...... und ich konnte nichts tun. Die Jüngste, damals 6, war dagegen völlig durch den Wind, warf sich auf den Boden, lachte wie bescheuert (anders kann ich das nicht nennen) und war teils unansprechbar, Montag, nach der Schule ging es dann wieder. Während ich also glaubte, die Kinder hätten es bei Papa schlecht gehabt, glaubte Papa, die Reaktion der Kinder resultierte aus "die wollen einfach nicht zurück, das ist Abwehr gegen Dich." Das war dann, heute gesehen, ein klassisches Patt. Erst Gespräche mit anderen Betroffenen und das ein oder andere Buch, in dem das Verhalten der Kinder gedeutet wird, hat mir dabei geholfen, das Geschehen nicht auf mich oder Papa zu beziehen. Was naheliegend war.

Meine Kinder sind heute in der Lage zu sagen "es war gut, das Du Dich getrennt hast" was sie nicht davon abhält, ab und an zusammen zu brechen und zu weinen und solche Dinge zu sagen "ich wünschte alles wäre so wie früher". Weil sie glauben, es gäbe dann die eine oder andere Auseinandersetzung nicht. Die so oft gewünschten "intakten" Familien sind nicht immer förderlich für das Gedeihen von Kindern, nur da schaut niemand wirklich hin, geschweige denn, es wird eingegriffen, außer es wird nach außen hin wirklich sehr schlimm.

Also sieht es so aus, als zögert der Vater die Scheidung hinaus? Durch das eine oder andere? Es gibt noch drei Bereiche um die es am Ende gehen wird, Sorgerecht - Aufenthaltsbestimmungsrecht - Umgangsrecht. Selbst ein alleiniges Sorgerecht würde am Umgang des Kindes mit dem Vater nichts ändern. Sorgerecht bekommen heute zuerst einmal beide Eltern, das bedeutet, derjenige, bei dem das Kind grad ist, sorgt allein und eigenständig für das Kind. Wichtige Dinge wie die Wahl von Kindergarten oder Schule, die Freiheit der Religion etc. müssen gemeinsam abgeprochen werden, bzw. muss derjenige, bei dem das Kind lebt (Lebensmittelpunkt) den anderen informieren - über blaue Briefe, ernste Erkrankungen und anderes. Gewöhnlich belässt der Richter den Lebensmittelpunkt des Kindes dort, wo es zur Zeit lebt. D.H. lebt es bei Deiner Tochter, hat dort seine Freunde, seinen Kindergarten gibt es keinen Grund, das zu ändern. Angst, das einem das Kind weg genommen wird - wenn es dafür nur einen tobenden Vater gibt - ist verständlich, aber eher unnötig.

Und auch ja, am Ende ist das alles die Aufgabe Deines Kindes und so sehr Du Dir anderes wünschen magst, Du kannst nur zusehen und vertrauen, auf das, was Du ihr beigebracht hast, was sie bei Dir gelernt hat? Und unterstützen, wünschen - aber eben nicht handeln. Das sie es allen recht machen möchte ist doch ein Zeichen von Unsicherheit und dem Wunsch geliebt zu werden - kannst Du ihr da helfen? Indem Du z.B. für sie sorgst, indem Du sie unterstützt oder zeigst, das Du gut findest, was sie tut? Ihr sagst, das Du stolz auf sie bist?

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 8. Mai 2012 20:43

Hallo Ansa,

nahmen das nach Hause kommen aus dem Wochenende äußerlich ganz gelassen, aber ich konnte die Uhr danach stellen, das sie spätestens Montagmorgen gegen 10 Fieber bekamen und ein, zwei Tage nicht zur Schule gehen konnten. Sie hatten im Halbjahr tatsächlich bis zu 36 Fehltage...... und ich konnte nichts tun. Die Jüngste, damals 6, war dagegen völlig durch den Wind, warf sich auf den Boden, lachte wie bescheuert (anders kann ich das nicht nennen) und war teils unansprechbar, Montag, nach der Schule ging es dann wieder. Während ich also glaubte, die Kinder hätten es bei Papa schlecht gehabt, glaubte Papa, die Reaktion der Kinder resultierte aus "die wollen einfach nicht zurück, das ist Abwehr gegen Dich." Das war dann, heute gesehen, ein klassisches Patt


so ähnlich läuft es auch bei uns ab. Der Wechsel ist erst ca. am 2. oder 3. Tag richtig da in seinen Symptomen.
fett hervorgehoben:
für das Jugendamt und Erziehungsberater ist so ein Verhalten normal. Frisch getrennte Eltern haben offene Wunden und bräuchten daher eine bessere Begleitung, finde ich, als mit Allgemeinsprüchen abserviert zu werden. (so war es bei uns, selbst als ich Hilfe suchte) Die entsprechenden Stellen könnten auch den Eltern helfen, die Abnabelelung besser zu gestalten. Bei uns war eine Frau vom Kinderschutzbund die Krönung der Einseitigkeit: Das Kind musste von ihr vom Papa abgenommen werden, sie hat nie dem Vater beigebracht das Abgeben zu üben. So ist dies deswegen heute noch voller Dramatik. Kind schreit: ich will bei Papa bleiben. Papa hält es fest. Darum brauchen wir auch weiterhin jemanden, der die Rückgabe durchführt.

Bei uns ist es auch so, dass der Junge am Papa-WE von einem Besuch zu nächsten mitgenommen wird. Das ist zuviel auf einmal, überforderung eines stresskranken Kindes. (traumatsierten durch Reizüberflutung) Mit ihm zu reden ist sinnlos. Selbst im Gerichtssaal lachte er darüber, wie denn ein Kind schon Stress haben kann.

Bei uns gibt es vor Ort die Caritas. Sie wollten eine Gesprächsgruppe für getrennte Eltern gründen und hatten zu einem Abend eingeladen. Drei Sozialarbeiter incl. Psychologen waren vor Ort. Was fehlten, waren die Eltern. Meine Tochter war die einzige mit Interesse an Gesprächsbedarf. Kindergruppen werden erst mit einem höheren Alter angeboten.

Da mein Enkel heute zufällig bei uns war und er wieder vom Zelten anfing und ich wieder nicht wusste, was ich sagen sollte, stellte ich Fragen, die mir ebenso lästig waren, wie es ihm lästig war zu antworten. Ich habe ihm dann gesagt, dass wenn er beim Papa ist, alles anders ist als hier, und dass es besser ist, er gewöhnt sich jetzt schon daran, dann hat er es leichter. Lach mit nicht aus, selbst ein noch 3-jähriger wird das irgendwann verstehen. Immerhin hat er dies mal gehört. Vielleicht finde ich noch ein Buch, wie es für Kinder bei Papa und bei Mama ist, und wie sie damit umgehen, denn Bilder sprechen mehr als tausend Worte.

viele Grüße Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 9. Mai 2012 09:17

Liebe Micha,

manchmal kann es gut sein, jemanden zur Übergabe zu haben, nicht nur für das Kind, sondern auch zum Schutz beider Eltern. Eine neutrale Übergabeperson sollte vermitteln und vor allem verhindern, das es zwischen den Eltern zum Streit vor dem Kind kommt. Das Kinder nicht von einem zum anderen wechseln wollen - das haben hier, glaube ich alle Eltern erlebt. Besonders wenn sie jung sind, besonders wenn sie mitten im Spiel sind, da kann es schnell mal passieren, das sie sagen "Nö - will nicht!" Nur um 10 Minuten später in bittere Tränen auszubrechen, wenn sie ernst genommen worden sind.

Und Kinderschutzbund, dort arbeiten meist ehrenamtliche Helfer, die wenigsten haben eine fundierte Ausbildung, oder sind pädagogische Fachkräfte. Da kann es schnell passieren, das die Hilfe keine wirkliche Hilfe ist, weil auch die Helfer überfordert sind. Ein anderes Thema, in Deutschland wird in diesem Bereich viel zu viel gespart.

Und ja, es wäre die Pflicht des Vaters das Kind zu ermutigen und gehen zu lassen oder ihm dabei zu helfen, ebenso wie es die Pflicht der Mama ist, es aufs Papawochenende vorzubereiten und ihm zu helfen, hin zu gehen. Aber das scheint ja nicht zu klappen, man kann es sich wünschen, aber leider nicht verhindern, das einer von Beiden aus der Reihe tanzt. Ich weiß, das macht es nur schwer, für alle Beteiligten.

Fragen stellen und mit einem Kind ins Gespräch kommen sind ganz unterschiedliche Dinge. Fragen als solche stellen - das mögen die wenigsten Kinder, auch solche nicht, die in intakten Familien leben. Sie haben gelernt, das hinter Fragen eigentlich nur Kontrolle steckt. Da kommen sie nach Hause und Mama fragt "Wie war es in der Schule? Schreibt ihr ne Arbeit? Bist du verabredet? Hast Du viele Hausaufgaben auf? Habt ihr die Mathearbeit zurück bekommen?" Wer hätte da schon Lust drauf zu antworten? Ähnlich ist das bei vielen Trennungskindern, sie werden quasi ausgehorcht und, da Kinder ein extrem feines Gespür für Körpersprache haben, ist ihnen auch sofort klar, nur unbewusst, aber das ist ihnen trotzdem unangenehm, was da läuft. Es gibt erstaunlich viele Eltern die es nicht aushalten (aber auch nicht zeigen wollen) das es ihnen nicht gefällt, wenn es beim anderen Elternteil schön war. Eifersucht - ist weit verbreitet.

Kinder stellen sich darauf ein und berichten, um dem Elternteil bei dem sie sind, zu gefallen, eben das, wovon sie glauben, das Mama oder Papa es hören wollen. So haben meine oft bei Papa nur erzählt, was blöd lief, das ich geschimpft habe (aus gutem Grund) das es das oder das nicht gab (aus gutem Grund) ohne die Gründe zu erwähnen - Papa war dann froh, weil sie es bei mir nicht gut hatten und meine Kinder hatten ein schlechtes Gewissen, mir gegenüber, weil sie natürlich "wussten" dass das gemein gewesen ist. Und Papa war besonders nett zu ihnen.

Ich hab sie nicht ausgefragt, wenn sie heim kamen, eher betont "schön, das ihr wieder da sein, wollen wir Essen?" Den Alltag einfangen, sozusagen. Und wenn sie dann etwas erzählt haben, das tun Kinder immer, oft erst ein, zwei Tage später, dann habe ich zugehört und mit ihnen geredet, nicht ausgefragt. Reden ist erlaubt, auch solche Fragen wie "wie war das für Dich bei dem dollen Regen denn im Zelt" oder "ich glaub ja, mir wäre schrecklich kalt gewesen" sind erlaubt, wenn man die Antworten offen annehmen kann. Sagt der Knirps "das war voll toll" muss man sich eben doch keine Sorgen machen. Sagt er "oh mir war so kalt" kann man reagieren "ich glaub, es ist besser, Du nimmst nächstes Mal einfach nen warmen Pulli mehr mit, ich packe Dir einen ein." Keinesfalls sollte man vermitteln, das man das, was geschehen ist, sch.... fand. Das macht es nur schwerer für das Kind.

Je älter Kinder werden, desto besser kann man mit ihnen reden, ich würde, glaub ich, erzählen, das wir mal im der 10. Klasse zelten waren, der Zeltplatz hieß "Harm`s Teich" und als es in der nacht schüttete wie aus Eimern wussten wir auch warum.......... abgesoffen sind wir, aber komplett.......... Miteinander reden. Das ist immer elraubt und festigt zudem das Verhältnis zu einander.

Und ja, bei Papa ist es anders, bei Mama auch, glaub mir, Kinder lernen das schnell und sie lernen auch, dass das eine bei Papa schöner ist als bei Mama undumgekehrt. Sie wissen auch, das sie bei Oma andere Dinge dürfen als bei Mama zu Hause (bei unserer Oma war das tatsächlich das Ausräumen des Tupperschrankes - ich hab voll die Krise bekommen - aber sie haben es bei mir nie versucht!), sie lernen, das es überall anders ist, das ist nur natürlich. Ich war irgendwann soweit, das ich es toll fand, das Papa mit ihnen Dinge macht, auf die ich eh keine Lust gehabt hätte..... Zelten z.B. Vielleicht hab ich es mir "Schön" geredet, am Ende hat es mir geholfen, auszuhalten, was ich aushalten musste.

Und ja, er hat es dadurch leichter, nichts ist wichtiger für Kinder als die Akzeptanz dessen, was sie durchleben müssen..... da lacht bestimmt niemand. Je jünger das Kind, desto einfacher und kürzer sollten die Erklärungen sein - aber das schreibt eben auch R. Largo in seinem Buch.

Dir liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 9. Mai 2012 10:14

Hallo Ansa,

der Junge ging immer voller Freude zu seinem Papa. Er wird auch vorbereitet, dass er gerne hingeht.
Umgekehrt habe ich sowas vom Papa nie erlebt, denn auch ich habe ab und zu den Jungen entgegen genommen.

Wenn er mit seinem Papa im Schwimmbad z.B. war, freue ich mich mit ihm, denn ich weiß, dass dies meinem Enkel gefällt. Mir stört ein bisschen, dass die Eltern immer als gleich hingestellt werden: hier gleich schlecht, gleich schlimm. Als ob es nicht sein darf, dass hier ein papa absulut nicht mitarbeitet. Da kann ja dann auch nur was an der Mutter nicht stimmen. Das habe ich selbst im Fernsehen in Beiträgen so erlebt: Irgend ein Korn in der Suppe wird sich schon finden, man braucht nur lange genug zu wühlen, obwohl das schlimme beim anderen offensichtlich ist.

Es bringt auch nichts, beiden beteiligten Gruppen gut zuzureden, das wäre auch falsch, das wäre sogar fatal, weil sich dann jeder im recht wähnt und dann wird es noch schlimmer. Es ist aber auch falsch, wenn offensichtlich einer keine Zusammenarbeit signalisiert, gleich den anderen mit in den gleichen Topf zu werfen.

Aus der Diskussion mit dir sehe ich, dass ich anders mit meinem Enkel reden werde. Offensichtlich kann er nun manches verstehen. Papa-WE ist zwar nicht Kindergarten oder Beruf, oder Freund, aber trotzdem anders als Mama daheim. Und was du schreibst, von deinen Kindern, sowas wird von anderen, wenn er schlecht ist, ausgenutzt, die Kinder werden benutzt, was auch so seine Folgen hat. Da muss man gegensteuern. Sowas kann selbst in "intakten" Familien vorkommen. Ich habe dies immer und immer wieder erfahren müssen bis ich vor einiger Zeit durch das Blätten in einem Foto-Album mit meiner jüngsten tochter herausgefunden habe, dass sie gezielt von diversen Verwandten, samt Vater, entfremdet wurde, von mir. Kein Wunder, dass sie sich als Mutter immer in Frage stellte. Sie hat vermittelt bekommen gehabt, welche Mutter sie haben soll, und das hat sie dann auf sich bezogen. Und all dies hat dazu geführt, überhaupt so einen Mann zu treffen, bei dem Mutter-Entfremdung jetzt noch stattfindet. Und wenn der Enkel die Oma behandelt wie sein Papa, dann wird er bestraft, ins Zimmer geschickt oder angeschreit.

Heute habe ich das Buch bekommen. Bin gespannt, Es ist halt sehr klein geschrieben alles. Aber viell. komme ich damit weiter.

viele Grüße Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 9. Mai 2012 16:01

Liebe Micha,

falls ich den Eindruck erweckt habe, das Eltern immer als gleich dargestellt werden, dann war das keine Absicht. Das sind sie nicht, sie sind gleich wichtig - das ist keine Frage. Aber sie verhalten sich durchaus nicht gleich.

Nun ist es so, das man auf den Anderen keinen Einfluss hat, man kann 1000 mal sagen, "Dein Verhalten schadet dem Kind" oder es wie ich machen, einen Kinderpsychologen aufsuchen, der das dem Vater erzählt und dann kann man, so wie ich, vielleicht auch erleben, das der Vater das Gespräch abbricht mit den Worten "es macht keinen Sinn mit ihnen zu reden, sie stehen ja völlig unter dem Einfluss meiner Ex!" Sprachs und verschwand............ und dann ist man manchmal sehr sehr einsam..... man kann dem Gegenüber ja keinen Verstand einprügeln.

Solche Fälle sind aber selten und durch mein Studium habe ich auch von der Hilflosigkeit der Helfer erfahren, es gibt keine Leitlinien dafür, keine "Beweise" außer den Auffälligkeiten der Kinder und, leider kann man sich auf Hörensagen (vielleicht ist das auch gut so) nicht verlassen. Man muss sich an die Fakten halten und nicht an Interpretationen. Es ist einfach schwer für alle. Mein JuA Mitarbeiter sagte dann schon mal "ja, wir wissen ja das er spinnt - da kann man nichts machen.........." Suuuper, ich hätte damals echt k......... können. Heute verstehe ich die Beweggründe, aber ich heiße sie nicht gut. Weiß aber eben auch nicht, was tun. Zu wenige Eltern sind in der Lage, die Dinge sachlich zu sehen und zu benennen.

Ja, meine Kinder wurden benutzt und sie haben benutzt, das tun Kinder eines Tages immer, denn zu einem gewissen Maß sind sie egoistisch und das ist gut so. Aber sie haben auch gelernt, durch viele Gespräche, durch viele Tränen und druch viele Erlebnisse, das die Dinge nicht so sind, wie sie sind. Und am Ende haben sie Papa dafür gehasst, das er nicht annehmen konnte, das sie bei mir leben wollten. Im Übrigen, seit wir getrennt sind, versucht er am Muttertag mit den Kindern etwas zu unternehmen. Zu seiner Liebsten zu fahren - seit wir getrennt sind, sagen die Kinder "Nein, Papa, das geht nicht, es ist Muttertag." Und seit wir getrennt sind sagt er "ach, das habe ich ganz vergessen......" Haben ihm die Mädchen das, als sie klein waren, geglaubt, verdrehen sie heute die Augen.... rate mal, wer gefragt hat, ob sie am 13. Mai mit ihm etwas machen wollen? Kinder lernen aus den Dingen die ihnen passieren und wenn sie unterstützt werden, durchaus das Richtige.

Ich habe den Eindruck Du gehst das Thema ein bisschen sachlicher und überlegter an und das ist gut.

Viel Spaß beim Lesen
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 9. Mai 2012 19:18

Hallo Ansa,

den Eindruck, dass beide als gleich gelten, der ist meiner Tochter überall vermittelt worden, ebenso mir. Obwohl das so nicht stimmt. Denn im Gericht wurde meiner Tochter erklärt, dass der Papa ja den Sohn nur am WE hat und sie unter der Woche für die Erziehung zuständig ist. Da kann der Papa schon mal alles lockerer angehen. (so ungefähr) Das heißt: von der Mutter werden "Dinge" erwartet, die der Vater gar nicht zu erfüllen braucht. Eigentlich ist der Vater gleicher als gleich, = ungleich. So erlebe ich das jedenfalls.

Deine Erfahrungen mit dem Kinderpsychologen, da bleiben mir die Worte weg. Bestätigt aber, dass Eltern mit zweierlei Maß gemessen werden. In der Kinderklinik hieß es damals: er hat alles verstanden und hat Interesse signalisiert, schon alleine durch die Tatsache, dass er zum Elterngespräch gekommen ist. Damit hatte er seinen Anteil an der Erziehung bekundet.

Mein JuA Mitarbeiter sagte dann schon mal "ja, wir wissen ja das er spinnt - da kann man nichts machen.........."


aha, so ist also deren Einstellung. - und glaub mir, das wissen exotische Eltern, die ihre Kinder psychisch benutzen. Unser Vater weiß das, wie sonst könnte er sonst heute noch die Mutter so schlecht behandeln.
Also, ich verstehe diese Beweggründe nicht. Außer das Gesetz, das aktuelle Sorgerecht.

Mein Enkel hat jetzt schon so ne Art "Schlaraffenland" in dem Zimmer von seinem Papa, alles gekauft vom Opa oder der Ur-Oma, manches auch von der Oma. ABER: Mitnehmen zu seiner Mutter darf er nichts. Da wird vor dem Kind sogar geprahlt, dass er ein Fahrrad beim Papa hat und seine Mama hat keines. Der Richter in seiner letzten initiierten Gerichtsverhandlung hat ihm erstmal sagen müssen, dass es durchaus möglich ist, das Fahrrad mit zur Mama nehmen zu können.
Der Vater meines Enkels ist es gewöhnt mit Geld und materiellen Geschenken manipuliert zu werden (von seiner Oma). Er hat bis heute nicht gemerkt, dass er dafür ihre Marionette ist. Und so meinen sie das Kind mit Geld oder vielen Geschenken zu locken. Wenn mein Enkel nach mir geht, nimmt er all das und macht dann seines.

Stichwort: Muttertag.
Zum Glück gibt es Kinder, die mitdenken. Ich bewundere, wie du all das geschafft hast, ohne eine Mutter? Hattest du einen neuen Partner oder waren es die vielen Psychotherapien, die dir zur Seite standen? Wie viele Therapien haben deine Kinder gehabt, bzw. wie lange wurden sie therapiert? Ich frage, weil die aktuelle Kinder-Mutter-Therapie nun ausläuft und evtl. ein Ersatz später benötigt wird.

viele Grüße Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 9. Mai 2012 19:52

Liebe Micha,

nein, da muss ich widersprechen, das ist nicht die Einstellung der JuÄ, sondern das ist die Gesetzeslage und damit wir alle. Seelischer Missbrauch ist, ohne Folgen, einfach nicht nachzuweisen, es sei denn man nimmt die Kinder auseinander. Demütigungen gehören in vielen Familien noch zur Tagesordnung, von daher haben die MA beim JuA oftmals keine Chance und dann kommt dazu, das viele übertreiben, pauschalisieren und notfalls auch lügen. Da ist es einfach schwer objektiv zu sein. Zumal, das eine Kind steckt Demütigungen besser weg als das anderen und das JuA kann einfach nicht in die Tiefe gehen, Kinder, deren Eltern daneben sitzen, sagen oft nicht das, was sie sagen würden, wenn sie allein wären. Aber allein ist so gut wie ausgeschlossen, das Eltern dem Kind ja Schutz bieten sollen. Ne, das ist einfach keine einfache Aufgabe. Mein JuA MA war sehr engagiert - aber eben auch hilflos, weil die Gesetzesgrundlage zum Handeln einfach mal fehlte.

Und zugehört hat mein Exmann eben auch nicht. Von daher...........

Geschenke und Verwöhnung locken nur kurzfristig. Das hat unser Vater auch versucht, vom versprochenen Pony bis hin zu allem möglichen Kram, aber glaub mal, Kinder merken ganz schnell wer es wie mit ihnen meint und auf wen sie sich verlassen können, wenn das nötig ist.

Und ja, Väter können, sofern die Kinder nicht bei ihnen leben, nicht soviel Anteil an ihrem Leben haben, wie sie sich wünschen. Gard so kleine Kinder, die kommen heim und erzählen was los war, fragt der Papa am Wochenende nach, kommt of "och nix....." ist ja schon erzählt und somit ist der Anteil eines Vaters am Wochenende sehr klein. Ich empfinde da Mitgefühl, denn viele Väter leiden darunter.

Und auch ja, dadurch das die Mutter, wenn das Kind bei ihr lebt, viel mehr Zeit mit diesem verbringt, hat sie natürlich auch größeren Einfluss auf Erziehung und Alltag. Im Schnitt verbringt ein Kind, nach dem klassischen "alle 14 Tage Modell" 26 Wochenende beim Vater, das sind 52 Tage, eventuell, wenn es bereits Freitags zu ihm geht, kommen noch mal 26 halbe Tage dazu, sind wir bei 65, hinzu kommt Urlaub, meist, bei arbeitenden Vätern sind das nicht mehr als 21 Tage, wenn überhaupt. Die wenigsten Väter können das leisten, also haben sie ihr Kind knapp 86 Tage im Jahr, hingegen ist es 279 Tage bei der Mutter, da sehe ich den Erziehungs- und Arbeitsanteil auch wesentlich höher. Mal offen, was kann man alle 14 Tage an 2 Tagen schon erziehen? Das wird oft überschätzt. Ich finde schon, das die Väter da eben auch mal alle fünf grade sein lassen dürfen. Das ist wie ein Besuch bei Oma, die sollte eigentlich auch nicht erziehen, sondern Spaß haben dürfen. ,)

Nur meine Jüngste hat Therapien hinter sich, zuviele machen Therapiemüde und wecken in einem Kind "mit mir stimmt etwas nicht" da muss man vorsichtig sein. Sie wurde ambulant behandelt und später noch einmal stationär über gute 4 Monate.... aber da bereits auf ihren eigenen Wunsch, sie wollte...... da kam dann auch heraus, das nichts so war, wie Papa es erzählte. Er glaubt zwas bis heute, das er keinen Anteil daran hat, aber gut. Und die stationöre Therapie wurde vorher und nachher ambulant begleitet. Es gab viele Gespräche und mir ist deutlich geworden, das Lebenskonzepte von einander abweichen dürfen - auch wenn sie komplett gegenteilig sind. Schaden nehmen die Kinder nur durch den Streit der Großen. Also, je schneller die Scheidung durch ist, desto ruhiger wird es vermutlich.

Alle waren in der Trennnungsgruppe, nacheinander, das könnte Dein Enkel auch später noch machen, wenn er alt genug ist. Und ich war da, ich glaube ich habe Monatelang mit ihnen aufgearbeitet, was Papa versiebt hat. Und doch lieben sie ihn heiß und innig, immer noch..... egal was war... okay, sie vertrauen ihm nicht und wenn sie wirklich Hilfe benötigen, stehen sie bei mir.

Und ja, ich habe einen neuen Partner, seit gut 7 Jahren kennen wir uns und seit 4 Jahren sind wir verheiratet. Das wa rnicht einfach..... grade meine Jüngste hat sich schwer getan. Sie wollte Papa zurück.... und Papa hat sich inzwischen wieder von seiner xxx getrennt und hat eine neue Freundin, immerhin, die mögen meine Kinder recht gern. Und das freut mich. Was mein Liebster alles mitgemacht hat, manchmal wundere ich mich immer noch, das er nicht schreiend weg gelaufen ist. Ehrlich, ich hätte uns nicht genommen..... dafür bewundere ich ihn wirklich.

Noch einmal zu den Therapien, sehr viele Eltern glauben, das die Auffälligkeiten ihres Kinder aus der Trennungssituation kommen, das ist zwar nahe liegend, aber nicht zwangsläufig. Grade so um die 6 Jahre herum schlagen Kinder schnell mal über die Stränge, so sehr sie sich z.B. auf die Schule freuen, so sehr kann sie das Groß werden auch ängstigen. Oder andere Schulwechsel können Bewegung in den Alltag bringen, oder in der Zeit der Vorpubertät........ von der Pubertät will ich gar nicht erst reden. Da muss man sich austauschen, was andere, nicht getrennte Kinder da mitunter hinlegen, ist ganz erstaunlich und es beruhigt einen. Manches ist eben Normalität.

Liebe Grüße an Dich
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 9. Mai 2012 20:11

Hallo Ansa,

Stichwort JA:
Dann ist meine Überlegung mit der derzeitigen Gesetzeslage also richtig.

Wegen des Vaters spielt ein bisschen Neid mit. Er darf "locker" allen Blödsinn veranstalten, braucht keine Verantwortung zu tragen und bekommt trotzdem seine Belohnung. Wer möchte das nicht auch haben? Da nützen mir die Zahlen, die für sich sprechen, auch wenig. Diese Rechnung, soweit bin ich noch nicht, dies zu realisieren, dass hier ein Ungleichgewicht besteht. Weil für mich auch die Qualität eine Rolle spielt. Gut, wenn ich an das Vertrauen denke, das möchte ich schon haben. Das ist viel wert. Doch dann zu sehen, dass sie trotz allem ihren Papa lieben, da verdreht sich noch mein Magen, obwohl ich es dann wieder nachvollziehen kann. Die Wunden sind halt noch offen, nicht ganz verheilt. Heute kann ich wengistens dies schon ansehen, was letztes Jahr noch überhaupt nicht möglich war.

Die Trennungsgruppe für Kinder merke ich mir. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis er soweit ist. wenn Gleichaltrige sich austauschen kann er dann vergleiche herstellen und selber überlegen, und alles, die getrennten Eltern, neu betrachten lernen. Bis dahin muss ich halt noch meinen eigenen Kopf anstrengen, was letztendlich mir auch gut tut.

viele Grüße Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 10. Mai 2012 07:46

Liebe Micha,

ja, das geht auch den Trennungsmüttern meistens so. Während sie den Alltag mangen und erziehen, kommt am Wochenende der Vater und oft genug haben alle Beteiligten nur Spaß miteinander. Natürlich gibt es Väter die mit dem Kind für die Mathearbeit am Montan noch mal üben, oder sich vorlesen lassen - aber es gibt auch solche wie unseren, der auf solche Bitten sagte "Du wolltest die Kinder haben, sieh doch zu....." das es gar nicht um mich ging, hat er irgendwie nie so ganz verstanden.

Und da muss man hinsehen, geht es dem Vater ums Kind? Wenn er also mit ihm Dinge macht, die ihm Spaß machen ist das wichtig.... grad so junge Kinder leiden unter den doch langen Zeiten, in denen sie ihren Vater nicht sehen. Je jünger ein Kind ist, desto mehr Zeit sollten Vater und Kind miteinander verbringen können. Du glaubst gar nicht, wie viele Väter ihre Wochenenden nicht wahr nehmen und wie viele Kinder vergeblich warten - das richtet mehr Schaden an, als Aktivitäten, die wir als Erziehende nicht schätzen.

Ich war da oft entmutigt, unser Alltag war schwer, es war wenig Geld da und Papa ließ am Wochenende die Puppen tanzen, da gab es Freizeitpark, Zirkus, Essen gehen, alles Dinge, die ich mühsam zusammen sparen musste. Und natürlich war da auch meine Angst, das die Kinder das mehr schätzen als unseren Alltag und irgendwann weg gehen würden..... mir blieb oft nicht mehr, als mir zu vertrauen. Am Ende hat sich das augezahlt, aber leicht war das alles nicht.

Ach, für das Kind tut der Vater ja nichts Schlimmes, zumindest in der kindlichen Wahrnehmung. Von daher ist es nur normal das sie ihn weiterhin lieben. Unser Vater reagierte dann hin und wieder noch mit Liebesentzug, wenn die Kinder nicht so wollten wie er - glaub mir, das war richtig schlimm, denn das geht an Selbstwertgefühl eines jeden Menschen, langfristig. Und selbst Kinder die aktiv misshandelt werden, lieben ihre Eltern, wenigstens solange sie klein sind, das ist ein ganz anderes Drama. Ich will nun nicht sagen, das es Schlimmeres gibt, versteh mich nicht falsch, aber ich betrachte sehr gern das, was ist. Und manchmal ist das neben den eigenen Ängsten und Sorgen, nicht so schlecht, wie es aussieht.

Ich wünsche Dir einen geruhsamen Tag
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 11. Mai 2012 10:03

Hallo Ansa,

ich kann heute erst antworten, weil ich in dort etwas gelesen habe, das ich nicht mehr finde.
Wenn es heißt: es gibt auch gute Väter, dann raste ich innerlich aus. Es gibt auch gute Mütter. (mehr als man meint)

Darum wäre es wohl hilfreich, wir beenden diese Diskussion. Bisher war sie fruchtbar, und das würde ich so auch in Erinnerung behalten.

Danke dir für deine Offenheit, Micha
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Re: Hallo

Beitragvon Ansa » 11. Mai 2012 13:02

Liebe Micha,

ich sehe das Du mit solchen Aussagen Probleme hast...... und ich weiß, wenn etwas so trifft, dann ist man an einem Punkt, an dem es noch etwas zu arbeiten, zu verstehen oder zu betrachten gilt?

Wir haben bei uns im Forum auch einige Väter, zwar weniger - nichts desto trotz aber den einen oder den anderen. Und, so sehr ich mitunter Fixierungen auf bestimmte Aussagen nachvollziehen kann, desto weniger werde ich allgemeine Aussagen treffen und alle über einen Kamm scheren. Das wäre unrecht. Es wäre sogar unrecht, Deinem Mann gegenüber, weil auch er ein Vater ist und wie ich es Deinen Kindern wünsche, ein guter Vater. Es wäre unrecht meinem Liebsten gegenüber, der sich bemüht, meinen Töchtern ein guter Vater zu sein, obgleich sie ihn, rein gesetzlich - gar nichts angehen. Es sei denn, wir hätten kein Geld, dann müsste er sie versorgen, weil wir in einer Bedarfsgemeinschaft leben. Es wäre unrecht gegenüber all den Scheidungskindern hier, die heute Väter sind.

Ich war einmal einige Zeit in einem Vater-Kind-Forum unterwegs, was es da teils für Aussagen gab, war haarsträubend. Da wurde geschimpft, beschimpft, gedemütigt und ich hatte es als Frau dort wirklich alles andere als einfach. Aber ich wollte mal sehen, wie Männer so ticken.... unter sich, mehr oder weniger. Ich wollte Tipps von Vätern um zu verstehen, was bei mir läuft. Es war hilfreich und bewegend. Ich werde den tiefen Schmerz der dort unter vielen Worten schlummerte nicht vergessen.

Es gibt gute Väter und gute Mütter und es gibt die anderen..... das ist so und nichts wird das ändern. Möglicherweise lernt Deine Tochter eines Tages einen anderen Mann kennen, einen, der Deinem Enkel auch eine wichtige Bezugsperson sein wird? Der sein Familienbild, sein Rollenbild ebenso beeinflusst wie Vater oder Opa das tun?

Ausrasten zeugt von wirklich starken Emotionen, kannst Du für Dich heraus finden, was Dich so wütend macht? Ist es "nur" die Rolle des Vaters oder eventuell auch die Rolle Dir gegenüber oder die eines schlechten Partners, für Deine Tochter? Du darfst ja wütend sein, das ist nur gut und richtig, aber bleib dabei sachlich - das macht es leichter und trenne, zwischen den Rollen.

Dir liebe Grüße
Ansa
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Re: Hallo

Beitragvon miau » 11. Mai 2012 20:01

Hallo Ansa,

was mich so wütend macht, kann ich dir schreiben:
Ich hatte einmal ein sehr hohes Bild von Vätern. Ich habe sie unterstützt und war überzeugt, dass sie wichtig für ein Kind sind. Ich war überzeugt, dass getrennt lebende Eltern gemeinsam für ihr Kind da sein müssen. Und genau so habe ich den Vater meines Enkels angesehen, ihm sogar den Vorrang vor der Mutter eingeräumt. Bis ich merkte, wie fatal das war und wie er sich darin "gesonnt" hat und die Mutter des Kindes immer mehr mit Füßen trat. Das alles geschah, weil ich einzig das Auge auf den Vater gerichtet hatte, dass er dazu gehört.

Damals wusste ich nicht, wie schlecht Menschen sein können. ich dachte, dass so Berichte in den Medien Ausnahmen seien. Und wenn Kinder auf die schiefe Bahn geräten (z.B. auch Komasaufen), dann läge das an den Müttern. Ich hatte quasi ein Feindbild Mütter in mir. Das war ebenso bei der AD(H)S-Welle. Ich ging davon aus, dass dies vernachlässigte Kinder waren. Dass halt die Frauen weniger arbeiten gehen müssten und sich mehr daheim um ihre Kinder kümmern müssten.

Bis mir immer mehr klar wurde, dass bei uns irgendwie etwas nicht stimmt. Dass dieser Vater, den ich als so gut sah (eigentlich müsste es heißen, sehen wollte, er hatte Vorschusslorberen, die er dann jedoch nicht erfüllte). Er lachte über sein Kind, verspottete es, gönnte ihm nur geschenkte Sachen, er nahm das Kind überall mithin, so dass es ein Schreikind wurde (wegen der Reizüberflutung). Die Mutter tat alles mögliche, weil sie den Mann liebte. Manchmal entwickelte sich das kind normal, dann wieder machte es krasse Rückschritte, oder es ging und ging nicht vorwärts.

Machte ich den Vater auf diverse Regungen des Kindes aufmerksam, dass das Baby auch mal Ruhe braucht und sich gegen das Küssen und Umarmen wehrt, danach machte er meiner Tochter das Leben zur Hölle. Das habe ich jedoch erst viel viel später erfahren.

Wo es nur ging, verspottete er seine Mutter und lachte sie aus. Seine Mutter muss starke Psychopharmaka nehmen. Er verspottete sie, dass sie wohl ihre Tabletten hätte vergessen zu nehmen. usw. Meine Tochter nahm Partei für seine Mutter, was sie nachher büßen musstse. Und genau dieser Frau sollte dann das Baby übergeben werden. Da war sie dann die liebende Oma.

Vorschusslorberen hatte der Vater, wegen der Geschichte meines Vaters, der von seinem ersten Kind ferngehalten wurde, obwohl er nur ein paar Häuser weiter weg wohnte in einem Dorf mit ein paar Häusern. Meinem Vater war großes Unrecht angetan worden, was zu fatalen Folgen führte (siehe Text oben).

Und die Krönung war dann das sexuelle. "Mit mir haben sie das auch gemacht."

In solchen Verhältnissen müssen Kinder heute groß werden. Wie ich mitbekommen habe, ist Gewalt und Missbrauch viel weiter verbreitet als angenommen. Wer einmal Interviews oder TV-Sendungen mit Frau Bergmann, der Missbrauchsbeauftragen der Bundesregierung gesehen hat, dem sträuben sich die haare. Hätte ich nicht selbst so krasse Erlebnisse, ich könnte das nicht glauben, was sie herausgefunden hat: z.B. Missbrauch von Frauen an Jungen ist heute noch ein großes Tabu-Thema, weil das gar nicht sein kann. Es kann sich irgendwie kaum einer vorstellen, dass eine Frau etwas davon hat, wenn ein Baby sexuell stimuliert wird. - Und nun muss ich aufhören zu schreiben, weil mir gerade schlecht wird.

Es gibt gute Väter, ohne Frage, nur - der Vater meines Enkels gehört nicht dazu. Selbst wenn er Kontakt zu den treusorgenden Vätern hätte, er würde sich nicht daran halten. Er würde sie mit entsprechenden Wörtern titulieren.

Micha
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