Was tun.........

Hier wollen wir zusammen nach Lösungen suchen, die sich bei der Erziehung von Kindern oder der Suche nach Richtlinien für Teenager ergeben

Was tun.........

Beitragvon Ansa » 11. Juli 2012 07:59

Moin Ihr Lieben,

ich habe ein kleines Problem mit meinem Mittelchen. Dazu erzähle ich erst einmal. Sie ist ja im März mit ihrem Freund zusammen gezogen, eigene Wohnung, eigenes Leben und sie kommt damit ganz gut klar. Auch die Schule scheint sie relativ gut hinzubekommen, sie musste ja die 11. Klasse wiederholen. Nun hat sie sich, zusammen mit ihrem Liebsten 3 Katzen gekauft, eine etwas ältere und zwei Welpchen, alles spannend und ganz neu.

Worum es aber geht ist unser Pferd, seit sie die Katzen hat, (gefühlsmässig eigentlich seit die Sommerzeit begonnen hat) nimmt sie ihre Pflichten nicht mehr wahr. Sie hat hingebungsvoll eine Reitbeteiligung eingewiesen, die meinen Kindern einen von sieben Tagen abnimmt, bleiben für jede 3 Tage. Während meine Jüngste diese Tage unter der Woche hat, hat mein Mittelchen zwei davon am Wochenende - so habe sie mehr Zeit, ihre Begründung. Und während das im Winter, in der Stallsaison noch halbwegs geklappt hat, da müssen die Mädels täglich misten und das Pferd bewegen, klappt jetzt, da unser Pferd den ganzen Tag Weidegang hat, nix mehr.

Im Winter sah das bei ihr so aus, das sie auf den Liebsten wartete, der machte dann für sie den Stall, während sie das Pferd bewegte - schon das regt mich auf, denn es ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Aber ich hab mich still verhalten, denn wie sie mit dem Pferd und der zugehörigen Arbeit umgeht - ist ihre Sache. Okay. Muss mir nicht gefallen.

Aber jetzt bin ich stinksauer. Wenn sie mal mitbekommt, das meine Jüngste nicht da war, macht sie nen Riesenwirbel und selbst? Sie bringt weder das Mineralfutterhin, noch schaut sie nach, ob alles okay ist. Ich beobachte das jetzt seit gut 10 Tagen (unser Pferd steht schräg bei uns gegenüber auf der Weide) und will das mit meinem Liebsten besprechen, wenn der wieder da ist.

Dazu kommen noch zwei Dinge, wir zahlen ihr, zusammen mit Papa, ,der zugegeben den Löwenanteil trägt, Unterhalt und wir zahlen das Pferd. Da gab es aber eine Vereinbarung, ich kündige meine Haushaltshilfe, die Kinder machen gemeinsam mit mir Samstags sauber und von dem gesparten Geld zahle ich den Stall.... also, die Kosten für Box und Verpflegung bekommt sie zusätzlich. Seit sie ausgezogen ist, ist von gemeinsam putzen keine Rede mehr, sie wohne ja nicht mehr hier und "nicht böse sein Mama, ich hab ja auch meinen eigenen Haushalt...." War ein Fehler von mir, das zuzulassen, das gebe ich zu.

Aber nun sehe ich Handlungsbedarf. Der Liebste hat gesagt, "Dann kommt das Pferd weg, war sowieso ne Schnapsidee....." aber das wäre unserer Jüngsten gegenüber total unfair, denn die kümmert sich wirklich, reitet auch, endlich.... nur 6 Tage schafft sie alleine nicht. Und ich beginne im September reiten zu lernen, will also über kurz oder lang auch aufs Pferd..... noch eine Reitbeteiligung möchte ich auch nicht haben....

Was würdet Ihr tun? Mir fällt grad wirklich nichts ein...

Ansa
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Re: Was tun.........

Beitragvon miau » 11. Juli 2012 19:18

Hallo Ansa,

zu lange zu schweigen, das kenne ich auch. Hundert Hühneraugen zudrücken auch. Und dann gibt es irgendwann Krach, weil man nichts mehr runterschlucken kann und will. ABER warum immer erst so spät? Weil wir Angst haben unsere Kinder (für immer) zu verlieren? Sind wir auf ihre Liebe angewiesen? Fragen würden mir hier noch ein paar mehr einfallen.

So wie ich dich verstehe, funktioniert die Pferdepflege nicht mehr wirklich. Also gibt es die Möglichkeit, sich mal zusammenzusetzen und neu zu verhandeln, wer was wann wo erledigt. Dass sie nicht mehr bei euch putzt kann ich nachvollziehen. Vielleicht gäbe es eine Ersatztätigkeit, die sie übernehmen könnte?

Es ist nicht einfach Kinder selbständig sein zu lassen, ihren eigenen Weg gehen zu lassen. Zumal wenn es noch so große Pflichten gibt, die einst keine waren oder gerne ausgeführt wurden. Die aber ins neue Leben überhaupt nicht passen. Gibt es eine Möglichkeit das Pferd ohne die Tochter zu zahlen und zu pflegen? Vielleicht fände sich ein anderes Kind, wie z.B. eine Freundin der jüngsten?

viele Grüße Micha
miau
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Re: Was tun.........

Beitragvon Ansa » 12. Juli 2012 07:44

Hallo Micha,

ne, normaleweise schweige ich gar nicht lange, ich beobachte mal ne Weile, um nicht ungerechtfertige Anschuldigungen zu machen.... wenn etwas mal vorkommt, will ich auch keinen Film davon machen.

Aber, und das ist schon typisch für mein Mittelchen - als meine Jüngste und ich gestern unterwegs waren, rief sie mich an und fragte, wo verdammt, das Mineralfutter denn sei..... während das also seit knapp 14 Tagen bei uns im Schrank steht, nachdem sie uns den Eimer vor die Tür gestellt hat, anstatt ihn im Stall zu lassen, und sie in dieser Zeit also mindestens 6 Mal nicht gefüttert hat, nun Theater. Gestern war nämlich der Tag unserer Reitbeteiligung und die muss das tun, was sie selbst versäumt.... jetzt hat sie den Eimer auf die Wiese gestellt, ohne Bescheid zu geben und auf meine Nachfrage "das sei ja praktischer so......"

Wer etwas an welchen Tagen übernehmen kann ist klar geregelt, abhängig von anderen Freizeitgestaltungen (so ist meine Jüngste Sonntags nicht da und sie hat mit ihr den Tag getauscht) und ihrem Stundenplan. Wer anders, außer den beiden Mädels und der Reitbeteiligung ist nicht da. Wer ein Pferd will muss es eben auch versorgen, vor sich selbst! Darüber haben wir ewig disskutiert, mein Liebster und ich wollten nämlich kein Pferd.

Sie da raus zu nehmen, ist für mich daher eigentlich die schlechteste Lösung, sie kann nicht ein Pferd wollen, Himmel und Hölle in Bewegung setzen und es dann irgendwie, los werden..... das ist nicht so ganz meine Auffassung von Verantwortung und Pflicht. Es geht auch um Pflicht, und die gehört zum Leben dazu. Da muss schon von ihr kommen "Du, ich schaff`s einfach nicht und mag nicht mehr!" Was nicht stimmt, denn zwei ihrer drei Tage liegen im Wochenende und da wäre Zeit genug.

Eher denke ich darüber nach, sie finanziell einzubinden, noch finanzieren wir ihr das Pferd nebenbei......

Tja, das mit dem Putzen bei uns, da sie sich da raus zieht, meint meine Jüngste, die ja noch bei uns lebt, sie sähe da keinen wirklichen Grund, wenn ihre Schwester nicht mehr mitmache, auch dabei zu sein..... wieso denn auch? Logisch kann ich ihr da durchaus folgen, andererseits macht sie im Alltag natürlich auch weitaus mehr, so als verbliebenes Einzelkind. Mal sehen, ob mir etwas einfällt.

Wenn mein Kind mich, aufgrund berechtigter Kritik, zurück weisen würde und mich nicht mehr lieben würde, ich zumindest Angst davor hätte, dann glaube ich, hätte ich etwas Wesentliches falsch gemacht. Micha, vertrau Dir selbst indem was Du getan hast und Deinen Kindern beigebracht hast. Meine wissen, das ich nicht alles mögen muss, was sie tun und ich sie, unabhängig davon, liebe..... darum geht es am Ende und, darüber kann man prima miteinander reden.

Ansa
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Re: Was tun.........

Beitragvon Muckelmaus » 12. Juli 2012 09:18

Guten Morgen!

Ich habe jetzt ein Weilchen nachgedacht und ich glaube, zunächst wäre ein Gespräch mit allen Beteiligten sicher nicht falsch. In diesem Gespräch sollte dein Mittelchen klar sagen, wie sie sich für sich und mit euch die Versorgung des Pferdes vorstellt. Es muss ihr klar werden, dass sie Verantwortung für das Pferd hat und diese nicht einfach nach Lust und Laune schieben kann. Ein Pferd ist nun mal kein Plüschtier.

Eine finanzielle Beteiligung finde ich eigentlich den richtigen Weg. So erkennt sie, dass die Versorgung eines Tieres nicht nur mit Spaß und Vergnügen zu tun hat.

Unser Mittelchen wollte ja unbedingt wieder einen Hund und hat so lange mit uns und auf uns eingeredet, bis wir eingelenkt haben. Wir haben ihr aber klar gemacht, dass sie dafür verantwortlich ist, mit dem Hund raus zu gehen und zwar egal, wie das Wetter ist. Ausnahmen sind lediglich die Besuche bei Papa und Krankheit ihrerseits. Will sie sich z. B. mit Freundinnen treffen, so kann sie das gern tun. Aber das muss sie um den Hund herum organisieren. An den anfallenden Kosten für Futter, Impfungen, Spielzeug usw. ist sie - wenn auch mit einem kleinen Prozentsatz - beteiligt.
Sie wollte den Hund, sie trägt die Verantwortung und bis hier her läuft das eigentlich recht gut.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Was tun.........

Beitragvon Ansa » 13. Juli 2012 15:23

Liebe Muckel,

ja ein Gespräch wird es natürlich geben, mir wäre es lieber, ich könnte das gleich heute tun, aber ich möchte das mit dem Liebsten gemeinsam besprechen und er hat dies Wochenende leider Familyfrei (die Kinder haben ihm, gemeinsam zu seinem Geburtstag zwei Karten für ein LKW Rennen am Nürburgring geschenkt, für sich und einen Freund - frauenlos): Da er ja nur am Wochenende da ist, werden das jetzt eben fix 14 Tage.... aber ich mag ihn auch nicht ausschließen, er wirkt immer sehr deeskalierend, was ich als wertvoll empfinden, denn ich wette, das mein Kind voll in die Luft geht, wenn wir sie darauf ansprechen.

Und ja, die Verantwortung hat sie, und nimmt sie nicht wahr. Weißt, wenn sie käme und sagen würde "ich schaffs momentan nicht.... kann ich mal alle fünfe grade sein lassen........" Oder ihre Schwester darauf ansprechen würde, "kannst Du das Mineralfutter hinbringen und nach Weideverletzungen sehen?" Wäre das alles vermutlich kein Problem. Momentan steht unser Pferd auf der Weide, in Herde und ist eh den ganzen Tag in Bewegung. Aber das tut sie eben nicht und mogelt sich so durch und das geht einfach nicht. Punkt.

Gestern war sie wieder nicht da....

Ansa
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Re: Was tun.........

Beitragvon miau » 14. Juli 2012 10:11

Hallo Ansa,

dann braucht es Konsequenzen für sich, die ihr nicht gefallen. Ich meine, dass ein Vorteil irgendwo anders gestrichen wird.
Wenn du dich nicht mehr auf sie verlassen kannst, dann steht dir umgekehrt das gleiche zu, oder?

viele Grüße Micha
miau
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Re: Was tun.........

Beitragvon Ansa » 14. Juli 2012 12:01

Moin Micha,

ja, die braucht es und ich werde mal zusehen,wie wir das regeln..... ich kann eher nicht kontern "wenn ich mich auf Dich nicht verlassen kann, muss ich das auch nicht", da sie ja nicht mehr bei uns lebt, fehlen mit da im Alltag die Möglichkeiten.

Aber, über eine Kostenumlegung können wir schon nachdenken, ebenso wie eine zweite Reitbeteiligung an ihren Tagen.... mal sehen, das entscheidt sich dann im Gespräch und das wird es nächsten Samstag geben, da ist meine Jüngste nicht da und der Liebster wieder da. Gute Gelegenheit. Vorher will ich aber auch noch mal im Stall recherchieren und mich mit der Leiterin unterhalten.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Was tun.........

Beitragvon Ansa » 15. Juli 2012 18:04

So, nun kracht es doch grad ein wenig. Eben war mein Mittelchen hier und auf die Frage, was sie heute noch vorhabe, sagte sie, sie wolle zum Pferd gehen. Und auch, das sie momentan nichts mit ihm machen wolle, weil sie sich ja die gaaanzen Sommerferien um ihn kümmern müsse, da ihre Schwester ja nicht da sei...... und darauf hab ich dann nur gesagt, "das wäre auch gut, denn in den letzten Wochen hätte sie ja nichts gemacht." Und da ist sie geplatzt, sie sähe es nicht ein, alles zu machen, wenn doch ihre Schwester nichts tun würde..... :oah: was im Übrigen gar nicht stimmt.

Also hab ich gesagt, wir reden da kommendes Wochenende drüber und während sie wutentbrannt von dannen rauschte und mir nun eine wütenden sms nach der anderen schreibt, hab ich mal unsere "alte" Reitbeteiligung angerufen und gefragt, ob sie vielleicht im Sommer Zeit und Lust habe, sich an den Tagen meiner Jüngsten ums Pferd zu kümmern? Und die hat sie..... Zeit und Lust.... :D

Darüber bin ich wirklich froh, denn sie hat auch weiterhin Interesse, sich um unser Pferd zu kümmern, nur musste sie aufhören, weil sie in Trennung lebte und das alles zuviel war..... Super, darüber freu ich mich sehr. Sie würde auch im Herbst gern weiterhin reiten....

Mein Mittelchen klagt nun darüber, wie gemein es wäre, das sie zu Hause bleiben müsste (ööhhhh - was ja nicht stimmt, sie kann ja gar nicht weg) und das ihre Schwester eben in den Ferien unterwegs sei. Ja, stimmt, und war so abgesprochen, mit ihrer ausdrücklichen Zusage. "Den Sommer allein mit meinem Pferd, wie cool" ist jetzt also zu Zwang geworden. Grad eben schrieb sie, es wäre das letzet Mal, das sie sich um das Pferd kümmern würde, nie wieder..... an den Tagen ihrer Schwestern. Bin gespannt, was sie dazu sagt, dass das dies Jahr schon entfällt. :D

Dabei hat meine Jüngste schon signalisiert, das sie, um ihre Schwester zu entlasten, gern nach ihrer Freizeit nach Hause fahren würde.... und notfalls, eben auch bei Papa wohnen würde, damit ihr Pferd versorgt sei. Gut, dass das jetzt nicht nötig ist.

Schaun wir mal. Euch noch einen schönen Sonntagabend
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Re: Was tun.........

Beitragvon miau » 15. Juli 2012 19:00

Hallo Ansa,

höre ich da (ein bisschen) Neid auf die jüngere Schwester?
Mir kommt es so vor, als ob die mittlere Tochter etwas bedrückt und das Pferd bzw. ihr als Familie, es abbekommt. Kann das sein? als ob sie mit dem nicht-funktionieren auf etwas aufmerksam möchte, - nur auf was???

viele Grüße Micha
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Re: Was tun.........

Beitragvon Ansa » 15. Juli 2012 21:45

Liebe Micha,

ein bisschen Neid? Das kann sehr gut sein und dafür gäbe es mehrere Gründe... zum einen, seit März hat sie einen eigenen Haushalt, sie ist mit ihrem Freund zusammen gezogen und natürlich stellt sie jetzt fest, dass das zwar schön ist, aber wesentliche Arbeitsaufwändiger als gedacht. Haushalt, kochen, einkaufen, Wäsche waschen und Ordnung halten..... und natürlich die 11. Klasse mitsamt ihren Anforderungen bestehen. Dazu kommt eine angeschlagene Gesundheit, bei der ich persönlich viel auf psychische Prozesse und Stress zurück führe, und sie das nicht wahr haben möchte. Und der ganze sie umgebende Stress zwischen Papa, der Beziehung der Eltern ihres Freundes und natürlich das normale Leben.

Hinterher stellt man immer fest, das es zu Hause eigentlich doch sehr schön war...... aber, das war ihre Wahl und nun muss sie zusehen. Wir kämpfen, sie ruft an und möchte zur Schule gefahren werden, sie ruft an und möchte abgeholt werden, sie ruft an und möchte zum Arzt gebracht werden, weil sie eben, unter Umständen eine halbe Stunde auf den Bus warten muss und während ich das sehr selten mache und meine "wer auszieht muss allein klar kommen....." war sie schon immer jemand, der eher nicht aufgibt. Immerhin, wenn es passt, fährt Papa und dann kann sie mich wieder mal doof finden. Aber ihre Termine so legen, das es zeitlich passt - auf die Idee kommt sie nicht. Oder spät, so dass ihr Freund sie fahren kann? Da mault der dann, das er sie fahren muss - ist aber nicht mein Problem.

Ich sehe, das sie wirklich viel zu tun hat und um die Ohren, ich sehe, das es drei Katzen sein mussten und nicht nur eine, ich sehe, das sie gern in den Urlaub möchte aber eben nicht kann, a. weil ihr Geld fehlt und b. weil die Katzen nicht allein bleiben können..... willkommen im Leben der Erwachsenen hab ich gesagt. Findet sie doof.....

Sie kann jederzeit ins Ferienhaus nach Schweden kommen, aber wie sie dahin kommt, ist ihr Ding. Natürlich nehme ich sie mit, wenn ich sowieso fahre, aber ich zahle weder Flug, noch eigenständige Anreise.... oder Abreise, aber natürlich gern den ganzen Aufenthalt, samt Ausflügen und so.... Das wurmt sie schon ein bisschen, aber, da sie großzügig Unterhalt bekommt, denke ich, damit muss sie auskommen.

Vielleicht klingt das hart, aber ich hab da andere Erfahrungen und Angst vor Kindern, die nie erwachsen werden, weil sie nicht lernen dürfen, allein klar zu kommen. Und Leben lernen ist manchmal eben doch schmerzhaft, keine Frage.

Ich kann mir gut vorstellen, das sie überfordert ist, sie ist erst 18, gar keine Frage und sie hat sich viel vorgenommen - natürlich bin ich da und eine weitere Reitbeteiligung wird auch sie entlasten, am Ende jedenfalls.

Dir und Euch einen schönen Abend
Ansa
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Re: Was tun.........

Beitragvon Muckelmaus » 16. Juli 2012 08:37

Noch einmal Guten Morgen ihr Lieben!

So, wie du es beschreibst @ Ansa - begreift dein Mittelchen so langsam, was es heißt, erwachsen zu werden, einen eigenen Haushalt zu führen, eine Beziehung zu leben, die Schule nicht zu vernachlässigen und natürlich Verantwortung zu tragen. Da wundert es mich nicht, dass sie rebelliert.

Meine Große hat nach ihrem Umzug zu Papa auch recht schnell begriffen, dass es doch etwas anderes ist, bei Mama zu wohnen. Mama hat gekocht, Mama hat die Wäsche gemacht usw. Papa war und ist aber in Vollzeit berufstätig und hat sie wesentlich mehr in all diese (für sie fürchterlich lästigen) Haushaltsdinge eingespannt als ich es je getan habe. Dazu kommt, dass er seine Hobbies nicht aufgegeben hat und mehrere Abende in der Woche nicht zu Hause ist. Außerdem ist da ja noch seine Liebste, für die er auch da sein möchte.
Sie wohnt nun schon 3 Jahre bei Papa und rebelliert immer noch. Aber sie würde niemals in klare Worte fassen, dass sie bei Papa so vieles stört und es hier bei uns vielleicht doch gar nicht so schlecht war. Das verbietet ihr der Stolz, so scheint es mir.

Mein Exmann und ich stehen daneben und lassen sie machen. Wir sind da, wenn sie fragt. Aber ansonsten muss sie sich allein durchwühlen. Ich gebe zu, manchmal ist es hart für mich als Mama. Aber nur so hat sie die Chance, erwachsen zu werden.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Was tun.........

Beitragvon Ansa » 16. Juli 2012 09:39

Liebe Muckel,

ich denke, das ist tatsächlich so und da sie noch sehr jung ist, braucht sie eine Weile, um zu erkennen, woran es hakt. Ihr Freund ist nicht so einfach (also, wenn das meiner wäre, dann aber.......... wir sind uns nicht wirklich grün) und auch das ist im Alltag etwas anderes, als am Wochenende und in den Ferien.

Rebellieren ist nur so eine Sache, gegen ihren Freund klappt das nicht, der ist nicht besonders konfliktfähig und gegen uns? Bleibt eigentlich nur das Pferd, nur das sie sich damit am meisten selbst trifft. Immerhin, war genaus DAS ihr Herzenswunsch seit sie 4 ist. Früher begannen ihre weihnachtlichen Wunschzettel jahrelang mit "ich wünsche mir ein eigenes Pferd, aber das ich weiß, dsa ich das nicht bekommen, wünsche ich mir...." Und ja, auch wenn es weh tut, lernen muss sie für sich allein.

Ich aber werde ihr mit der neuen/alten Reitbeteiligung (die sich so freut, unglaublich. Ich verstehe da aber auch die Männer nicht, suchen sich eine Reiterin als Freundin und wollen dann irgendwann, das sie nicht mehr reitet..... und da sie das nicht wollte, hat er sich ne andere gesucht, Nun ist sie ausgezogen und freut sich total, das sie wieder auf unserem Pferd reiten darf) auch helfen, denn unserem Pferd schadet es isch ernicht, wenn es manchmal zweimal bewegt werden sollte. Ich bin fest entschlossen, lieber einen mehr dazu zu holen, als im Winter dann ein Drama zu erleben und selbst im Stall stehen zu müssen. Ich glaube auch, dann flippt der Liebste komplett aus.

Und ja, zuzusehen, wie sie erwachsen werden und ihre eigenen Fehler machen, ist gar nicht so leicht.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Was tun.........

Beitragvon miau » 16. Juli 2012 09:51

@Ansa, @Muckel,

wenn ich euch so lese, erinnert mich das an meine Mutter. Auch an meine Schwiegermutter: Wer draußen war musste sehen wie er dann klar kommt.
Ich habe das gehasst und habe meine Tochter anders erzogen. Sie wäre auch nicht auf die Idee gekommen mich zu fragen (was natürlich auch weh tut :( ). Aus all dem habe ich eines gelernt: miteinander ins Gespräch kommen (und bleiben) ist enorm wichtig. Auf sie zugehen, wenn ich den Eindruck habe, da stimmt etwas nicht. (Und nicht warten bis sie kommt, um mir alles anzuhören und sie dann doch abzuweisen. - so ist meine Mutter verfahren)

Wahrscheinlich spielt bei all dem auch noch der Ex, der Vater, eine Rolle, mehr als man sich eingestehen möchte. Und das Kind bekommt die Abfuhr. - Das finde ich nicht in Ordnung. (das passiert auch in sog. "intakten" Ehen / Familien) - und man muss zusehen, davon wegzukommen).

@Ansa,

hast du mit deiner Tochter schon mal über das Erwachsenenleben gesprochen, dass dies nicht nur aus Rechten besteht, sondern auch aus Pflichten? Meine Tochter hatte damals zig Ratgeber, die ihr sagten, welche Rechte sie überall hatte, welche Freiheiten, was ihr alles zustünde und wie sie sich gegen Mutter behaupten (durchsetzen) soll. - Dagegen habe ich dann rebeliiert. Das war eine schwierige Zeit. Sie werden älter und verstehen dann immer mehr, dass das Leben als Erwachsener nicht immer so toll ist, wie man es glaubt, wenn man noch jung ist.

viele Grüße Micha
miau
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Re: Was tun.........

Beitragvon Ansa » 16. Juli 2012 10:20

Liebe Micha,

ich erinnere mich an meine Mutter, sie hat das ähnlich gehandhabt, bei mir und ja, ich habe es gehasst....... Sie war da auch ne Nummer härter, ich musste meinen Haustürschlüssel abgeben und durfte mir nicht mal mehr ein Glas aus dem Schrank nehmen, wenn ich dort war. Und meine Schwester wurde dann komplett anders behandelt, ihr Freund bekam meinen Schlüssel und war dort zu Hause..... meine Eltern glichen ihr Konto aus und bis vor einigen Jahren (wir haben keinen Kontakt, daher weiß ich nicht, wie es heute ist) stand sie nie auf unabhängigen Füßen. Mein Vater stellte ihr ein Auto zur Verfügung, weil sie doch so unglücklich auf dem Land lebte (da war sie aber in völliger Kenntnis der Sachlage selbst hingezogen, ganz freiwillig) und die Busse so schlecht fuhren. Sie musste dann irgendwann einen Offenbarungseid leisten und trotzdem hat sie die Unterstüzung meiner Eltern nie verloren, während ich sie nie bekam, auch wenn ich darum bat.

Ich hab irgendwann begonnen, darin auch einen Zusammenhang zwischen meiner Unabhängigkeit und ihrer Abhängigkeit zu sehen. Und meine Unabängigkeit, die war mir diesen Preis dann wert..... ich muss keine Rücksicht nehmen, auf das, was andere von mir fordern, weil sie einen Teil meines Lebens bestimmen. Kein leichter Weg, aber ein guter. Meine Mutter hat mir einen Großteil meiner Unabhängigkeit durch ihr Verhalten beigebracht.

Ich hab mit meiner Tochter darüber gesprochen, oft genug, schon weil es bei ihrem Freund eben total anders ist, da kocht Mama drei Tage vor und gibt ihm Essen mit, sie kauft für ihn ein und wenn er sagt, "mir fehlt ein Handtuch", dann springt sie und kauft es.... so ist er auch, ein verzogener Bengel, in keinem Fall erwachsen. Heute tut seine Mutter das nicht mehr, weil meine Tochter das nicht will, aber leicht ist es nicht.

Nun kommt ihr Character da erschwerend hinzu, eigentlich will sie nämlich gern betüdelt und umsorgt werden...... sie war schon immer eher bequem als das sie je diesen Ansatz "ich pack das schon" gehabt hätte. Beispiel, meine Jüngste musste zum Konfirmandenunterricht in einen 8 km entfernten Ort, eines Tages fiel der Unterricht, nachdem ich sie dort abgesetzt hatte und nach Hause gefahren war, aus. Sie hatte kein Telefon mit. Und entschloss sich, wenn sie schon 2 1/2 Stunden warten müsste, könnte sie genauso gut nach Hause gehen. Sie kam also zu Fuß. Mittelchen hätte Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, abgeholt zu werden, oder sie hätte gewartet und sich dabei total selbst leidgetan.

Oder, als sie noch hier lebte, waren die Mädchen reihum für die abendliche Hunderunde zuständig. Im Wechsel, auch mit mir.... waren der Liebste und ich nun mal unterwegs und haben uns verspätet, rief Mittelchen an und fragte empört "wann wir denn da wären um mit den Hunden zu gehen, die würden schon jammern...." und ging dann, wenn ich sie darum bat, unter Protest los.... während meine Jüngste anrief und meinte "lasst Euch mal Zeit, die Jungs waren schon draußen und sich gefüttet."

Während also meine Große und meine Jüngste durchaus ihre Verantwortung an den Dingen die sie umgeben wahr nehmen, war sie immer diejenige, die sich dem, wo immer es ging, entzog. In ihrem eigenen Zuhause geht das natürlich nicht mehr. Und, ehrlich, meine Freundin, ich bin ja fast in Koma gesunken, fährt zu ihrem Sohn nach Hause und macht dort sauber und räumt auf, weil das Kind das ja nicht tut - aber ehrlich, DAS werde ich nie tun, es sei denn, sie liegt mit zwei gebrochenen Armen zu Hause. Erwachsen werden heißt nicht erwachsen spielen.

Und, sie kann eben nicht nur die schönen Dinge haben und mitnehmen, sie muss die unschönen mit in Kauf nehmen. Aber ich denke auch, das steht all unseren Kindern bevor?

Liebe Grüße
Ansa

P.S. reden tun wir immer miteinander..... und, dazu kommt, sie ist der Typ, der erst redet, nachdem sie es hat brennen lassen..... auch das war schon immer so. Also, lieber Öl ins Feuer gießen, dann brennt es schneller und wir können miteinander reden, als sie schmoren lassen.... aber im Gespräch sind wir dann nach dem Brand in jedem Fall.

Sie hat sich auf entschuldigt, für die garstigen Worte und sms.... das besprechen wir nun trotzdem am Samstag.
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Re: Was tun.........

Beitragvon Muckelmaus » 16. Juli 2012 15:59

@ Micha

Ich weise meine Älteste nicht ab, wenn sie Rat und Hilfe braucht. Das auf keinen Fall. Sie weiß, dass sie jederzeit zu uns kommen kann und anders als in Ansa´s Leben, ist sie noch im Besitze des Hausschlüssels und darf sich jederzeit am Kühlschrank bedienen. Schließlich ist sie nicht irgendein Gast, sondern mein Kind, auch wenn sie schon 19 ist.
Es war damals ihre Entscheidung, zu ihrem Papa zu gehen, weil sie glaubte, dort wäre das Land, in dem Milch und Honig fließen. Sie hat alles dafür getan, um von uns weg zu kommen. Das ging soweit, dass sie uns hier alle - ihren kleinen Bruder eingeschlossen und der war grad mal 1 Jahr alt - terrorisiert hat. Anders kann man das leider nicht beschreiben. Nach ihrem Auszug ließ sie lange Zeit nichts von sich hören und alles, was ich wusste, erfuhr ich von meinem Exmann. Ich habe sie gewähren lassen.
Heute - nach 3 Jahren - merkt sie, das auch bei Papa der Himmel nicht zu finden ist und sie weiß, dass es ihr hier bei uns gar nicht so schlecht ergangen ist. Man merkt es daran, dass sie immer wieder den Kontakt zu uns sucht und sich hin und wieder auch mal über Papa "beschwert", der ja angeblich bestenfalls 4 Std. die Woche mal zu Hause ist. Es sind viele kleine Dinge, an denen ich das fest mache.
Sie weiß, dass unsere Tür ihr immer offen steht, dass sie mit ihren Fragen, Problemen und Sorgen zu uns kommen kann, wenn sie denn möchte. Aber Erfahrungen machen, erwachsen werden und lernen - das muss sie für sich allein.

Liebe Grüße
Muckel

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