ESK- Trennung als Muster???

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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa » 17. Juli 2012 09:51

Guten Morgen Tami und all,

was bedeutet für mich der Begriff Ehe? Natürlich hab ich für mich darüber nachgedacht, ich bin in zweiter Ehe verheiratet, ich bin einmal gescheitert, mein Liebster auch, das hat vieles in Rollen gebracht, gedanklich und mental.

Ich bin gern verheiratet, für mich bedeutet das die unbedingte Zugehörigkeit zu meinem Mann. Das Bekenntnis für alle Welt, "Wir gehören zusammen" und wir sind so mutig, das auch ausschließlich zu bezeugen. Wir wollen das, beide, gemeinsam, unser Leben miteinander teilen. Wir wollen uns keine Möglichkeiten offen halten, Fluchten zu suchen, weil wir uns füreinander entschieden haben. Wir wissen beide, dass das Arbeit bedeutet, miteinander aneinander. Und wir wollen miteinander alt werden, immer noch, immer wieder.

Wir haben unsere gegenteiligen Hobbies, Dinge die sich nicht berühren, genug um einander voneinander erzählen zu können. Meine jagdlichen Ambitionen machen meinem Mann eher Angst, nein, sie sind ihm unheimlich..... aber er respektiert sie. Sieht nicht auf sie herab. Wir achten einander, in unserer Unterschiedlichkeit.

Unsere Werte, Ethik und Moral ist allerdings die Gleiche und, vielleicht putzig, für mich aber wichtig, wie haben ein ähnliches Sauberkeitsempfinden.... ich hab hier Hunde, bei mir ist es nie geleckt. Ich hab Kinder, da liegt immer was rum..... ein stylisches, steriles Zuhause wäre mein Ende..... Miau schrieb, sie und ihr Mann seien so unterschiedlich, das hat sie angezogen. Ich kenne solche Beziehungen, ich könnte das nicht aushalten, zuviel Spannung, zuviel Gegeneinander, ich kenne welche, die seit Jahren funktionieren, ich bewundere das zutiefst. Aber für mich, ist es nicht aushaltbar. Ich will mich zuhause einfach fallen lassen können.

Und "wollen" das bedeutet für mich auch ein aktives Leben, ein hinterfragen dessen was ist. Und das Gefühl, das es bei jedem Hinterfragen die richtige Entscheidung war und ist. Ich würde meinen Liebsten sofort nochmal nehmen..... ohne drüber nachzudenken. Heute noch lieber, als damals. Solange sich das so anfühlt, muss ich über nichts nachdenken. Und, mein Liebster soll bitte noch bei mir sein, wenn meine Kinder eigene Wege gehen, von daher hat er für mich auch einen besonderen Stellenwert. Und die Ehe ist für mich das Zeichen dafür, nach außen und für mich. Dazu gehört auch ein gutes Mass Loyalität, aber - niemals etwas über meine pesönlichen Grenzen hinweg.

Unser Eheversprechen bringt das im Grunde auf den Punkt:

Wie ich Dir begegnen möchte....

Ich möchte
Dich lieben, ohne Dich einzuengen,
Dich wertschätzen, ohne Dich zu bewerten,
Dich ernst nehmen, ohne Dich auf etwas festzulegen,
zu Dir kommen, ohne mich Dir aufzudrängen,
Dich einladen, ohne Forderungen an Dich zu stellen,
Dir etwas schenken, ohne Erwartungen daran zu knüpfen,
mich von Dir verabschieden,
ohne Wesentliches versäumt zu haben,
Dir meine Gefühle mitteilen,
ohne Dich dafür verantwortlich zu machen,
Dich informieren, ohne Dich zu belehren,
Dir helfen, ohne Dich zu beleidigen,
mich um Dich kümmern, ohne Dich verändern zu wollen,
mich an Dir freuen - SO wie Du bist,
einzig aus dem Grund, weil ich Dich liebe

(irischer Wandspruch)

Ich hab gehört, das einzuhalten sei unglaublich schwer..... aber irendwie geht das beinahe von allein.....

@ Tami, mangelnde Synchronität ist schwer auszuhalten. Das glaube ich Dir sofort, ich kenne solche Momente auch, vielleicht kannst Du sie als Entwicklung sehen, als Chance? Niemand sagt, das man immer im Einklang sein muss - wir stellen uns das oft so vor..... aber ich glaube, das ist eher selten.

Das althergebrachte an der Ehe hat sich in den letzten Jahren ja auch sehr gewandelt. War es früher eher ein Versorgungspakt, er versorgt die Familie und sie erzieht seine Kinder, hatten früher beide einen Freundeskreis, mit dem sie ihre Interessen teilten, soll heute der Lebenspartner der one and only für alles sein. Ich glaub ja, das ist zuviel verlangt..... mein Liebster kann nicht meine Freundin sein oder so.... Meine Eltern hätten nie die Erwartungshaltung an ihren Partner gehabt, alles miteinander zu teilen. Meine Mutter hätte niemals mit meinem Vater über Regelschmerzen gesprochen, während das meine Tochter als selbstverständlich sieht - nie hätte mein Vater Binden gekauft.....heute ist das doch beinahe normal. Ich denke, wir müssen unseren genz eigenen persönlichen Weg dazu finden. Zwang sehe ich da für mich nicht, denn die Erwartungen Dritter - sie sind mir, nach allem was ich erlebt hab, echt mal schnuppe. Und da ist wieder dir Frage "für wen tut man das?"

Liebe Grüße
Ansa


P.S. Ich kenne übrigens auch ein Pärchen, sie lernten sich kennen als sie 17 war und er 19, auf Fronturlaub. Er tanzte drei Tänze mit ihr und sagte "Ich will Dich heiraten!" und sie sagte "Ja", ihr Vater gab tatsächlich das okay und heute sind sie 69 Jahre verheiratet, glücklich...... und sie sagt "ich würde immer wieder ja sagen....." Ihr Leben war nicht einfach, keine Frage, aber schön. Und, das ist die Ausnahme, die mich aber glauben lässt, das es solche Wunder gibt.
Sei zärtlich mit den Kindern, mitfühlend mit den Alten, nimm Anteil an denen, die sich anstrengen, sei sanftmütig mit den Schwachen und geduldig mit den Starken; denn eines Tages wirst Du dies alles gewesen sein. (nach C.W. Carver)
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 » 17. Juli 2012 14:27

Hey Ihr,

nach einem Vormittag für mich mit erledigungen, die anstanden und Kaffetrinken mit meiner Mutter und Musik machen bin ich nun wieder daheim.
Merke zwar dass mir das gut getan hat, merke aber auch, dass hier soviel liegen geblieben ist, dass ich jetzt gleich erstmal hier für Ordnung sorgen muss, damit die Ruhe nicht gleich wieder futsch ist.

Habe heute morgen so gedacht, dass ich vieles für andere tue. Klar für die Kids, auch gern und auch für meinen Mann und jetzt seit leider erst kurzem auch für mich. Wobei da der Knackpunkt liegt, es fällt mir schwer, mir "die freiheit herauszunehmen", wenn es anderen nicht gefällt. Und genau an dieser Stelle gerate ich dann in altes Fahrwasser und es ist gut, dass mir das nun so bewußt wird. Bewußt, dass ich heute keine Erlaubnis mehr brauche und dass ich kein ok brauche um mit mir ok zu sein. Find das unglaublich schwer und das ist Wasse voller Untiefen, da geh ich auch schnell mal unter. Ok, ich kann schwimmer, von daher kann nicht wirklich schlimmes passieren, aber ich werd halt nass immer wieder und wieder und manchmal nervt das.

Die Ehe als ein zeichen nach aussen wir gehören zusammen, hm...wenn wir beide das wissen ist es doch ausreichend, oder nicht?
Sich keine Fluchwege freihalten, auch damit tu ich mich schwer. Ich finde es auch keine tolle Vorstellung, wenn sich ein Partner (bildlich) immer ein Hintertürchen offenläßt, aber tut er/sie das dann nicht soundso, innerlich, sich nciht auf Beziehung einlassen?
Bei mir ist das so, dass ich dann innerlich zu mache, mich nicht für in Beziehung gehen öffne und damit verschliesse ich eine Tür. ich weiß aber von mir auch, dass wenn ich das Gefühl habe, ich kann diese Tür einfach einen Moment anlehnen, bis ich bereit bin sie wieder zu öffnen, ohne dass ständig einer klopft und fragt und ruft und klopft, dann tue ich das gern und es ist soviel einfach diesen schritt dadurch dann wieder zu tun.
Und irgendwie ist das auf Abstand gehen und sich wieder annähern ja auch lebendig, es gehört dazu, das weiß ich oder sehe ich so.
Aber und hier kommt das, klingt ja ganz gut, das aushalten ist aber eben schwer und tut weh und macht Angst und da hätte ich gern Wege für mich, da etwas zu tun...
Langsam werden da Möglichkeiten sichtbar, ich habe Ideen....leise noch, unscharf und noch nicht so deutlich, aber ich habe das Gefühl, dass es da etwas geben kann mit dem nicht zynchron sein mit der Distanz und den angelehnten Türen in Beziehung zu sein.

Hm...ob das nun auf eure Posts antwortet weiß ich grade nicht, das war das was eben aufkam, nachdem ich alles nochmal gelesen hatte...

Wenn einer Symbiose will, sich danach sehnt und der andere Freiheit...dann ist da sehr viel Raum dazwischen, der einläd misszuverstehen, Ängste zu schüren, Verlust zu befürchten, sich getrennt zu fühlen oder nicht mehr zu fühlen, Befürchtungen zu haben...das volle Programm erleben wir da grade - miteinander und das wird mir eben bwußt, es ist eben doch ein das miteinander erleben über das wir Kontakt kriegen können, das hoffe und wünsche ich mir.

Lieben Gruß für den Moment
Tami
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon MarliJo » 17. Juli 2012 18:57

Hallo Tami und ihr Alle !

Finde euren Austausch spannend und finde dabei auch noch ein paar Gedanken in meinem Kopf =)

Um mal ganz an den Anfang zu gehen, ja, ich glaube schon, dass Trennungen innerhalb eines Familienkreises aus einer Art Muster heraus entstehen können (nicht muss!), dass sich wiederholt. Wobei ich dabei denke, dass Trennung eine in einer bestimmten Richtung prägende Wirkung haben kann, die dann eine Trennung oder Trennungsgedanken beflügelt. Es kann aber ebenso sein, dass sich die Trennung der eigenen Eltern gegenteilig auswirkt, und man sich besonders stark an eine feste Beziehung klammert, die ein Gefühl der Sicherheit gibt, die die Eltern nicht (mehr) geben konnten.
Ich finde es schon lohnend da einmal genau hinzuschauen, wodurch bestimmte Verhaltensweisen geprägt wurde...bei dir selbst, und auch bei deinem Mann.
Möglicherweise hast du aus dem, was deine Eltern dir (unbewusst) vorgelebt haben,übernommen, dass es Entwicklung braucht, damit es dem einzelnen Partner gut geht - auch wenn diese Entwicklung auf ein sich Auseinander entwickeln hinausläuft ? Hast daraus "gelernt", dass du diese Freiheit brauchst.
Dein Mann hat vielleicht etwas Gegenteiliges aus seinen (Kindheits)erfahrungen gelernt,...dass er Sicherheit und Halt braucht, damit es ihm gut geht und weiter nichts ?
Wenn unterschiedliche Prägungen sehr unterschiedliche Bedürfnisse hervorrufen, können da sicher Spannunen auftreten und vielleicht könnt ihr da mal überlegen, wo dies begründet sein könnte ? (Fand übrigens tarsshafts Thread vor einiger Zeit zum Thema Prägung da sehr spannend)
Ja und dann deke ich auch, dass du das was sich und deinen Mann geprägt hat und ihr davon mit in eure Beziehung hineinnehmt, auch annehmen darfst, wenn du es denn willst. Es mag dabei auch DInge geben, die dir an dir nicht gefallen...die kannst nur du ändern (durchbrechen, wie es Micha nannte)...oder auch "nur" annehmen im Sinne von hinnehmen, das, was die kleine Tami vielleicht damals brauchte als kindliches Verahltensmuster...
Sind nur Ideen, ich kann daneben liegen.

Zur praktischen Seite (Ehe und so =) ) fällt mir auch noch einiges ein. ABer das schaff ich grad nicht mehr.

Liebe Grüße erst einmal
MarliJo
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa » 17. Juli 2012 18:59

Liebe Tami,

solche Dinge "unheimlich viel für andere tun" und "keine Erlaubnis für mich brauchen" sind irgendwelche Sozialisationswunden aus unserer Kindheit. Das war damals so, Mädchen hatten lieb, hilfsbereit und freundlich zu sein, das wurde gelobt und gefördert. Ich verdeutliche das immer gen so, "das klein Mädchen kommt zu seinem Vater und sagt "ich will ein Eis haben" und der vater schüttelt den Kopd und sagt "Du willst gar nichts, Du möchtest und wenn Du lieb fragst, dann kaufe ich Dir vielleicht ein Eis....." während der kleine Junge genaus das Gleiche sagt "ich will ein Eis haben" und es daraufhin bekommt, während der Vater denkt "Oh, der wird sich später mal durchsetzen....." Das prägt aber ungeheuerlich und verursacht bei so mancher Frau Schuldgefühle und schlechte Gedanken.

Es ist gut, wenn Du dahinter blickst. Du sollst die Dinge für Dich machen. Natürlich auch für die Kinder, immerhin wollte man welche haben und hat nun auch die Verantwortung für sie und ihren Werdegang, soweit das möglich ist und für Deinen Mann auch, denn da sollte schon ein Geben und nehmen im Gleichklang sein. Aber niemand steinigt Dich, wenn Du z.B. sagst "ich schaffe es nicht einen Kuchen für das Schulfest zu backen" oder mal einen fertig gekauften auf den Tisch stellst. In meiner Exfamilie schlicht undenkbar..... außer mal unter der Woche nebenbei, aber eine fertige Torte wäre dort nie nie auf den Tisch gekommen, ebenso groß war auch die Forderung an die Schwiegertochter..... was hab ich mich da verbogen, um dem gerecht zu werden, und am Ende war es nie genug.

So ein Thema ist es immer wert, neu bedacht und überdacht zu werden.

Die Ehe nach außen, ja, weil ich empfinde mich als Teil einer Gemeinschaft und so ist eine Ehe ein Statement. Ich gehöre auch zu denen, die den Namen ihres Mannes annehmen und das gern, ich will auch keinen Doppelnamen, oder gebe mich auf, wenn ich den Namen ändere. Für mich hat das nur etwas mit Ausschließlichkeit zu tun. Und früher, als ich noch solo war, nach meiner Trennung, da kamen verheiratete Männer absolut gar nicht in Frage - singles only - so ist das für mich, das muss für Dich nicht gelten, eben ein Zeichen und wichtig.

Und, auch ein Grund, aber eher ein unwichtiger, ich liebe es einfach wenn der Liebste sagt "das ist meine Frau" das fühlt sich schön an, all die anderen Worte Freundin, Partnerin, Lebensabschnittsgefährtin (gaaaanz schlimm für mich) oder sonst ein herum gedruckse - ne möchte ich nicht haben.

Symbiose - interessant das Du so ein Wort wählst..... denn eine Symbiose bedeutet ja, das einer ohne den anderen nicht leben könnte und man sehr ineinander verwoben ist? Nähe ist für mich noch etwas anderes.... symbiotisch könnte ich eher nicht leben. Der Liebste und ich, wir wissen beide, das wir ohne einander leben könnten und klar kämen, aber - DAS wollen wir nicht. Vielleicht ist das der Unterschied? Symbiose, so würde ich die Ehe meiner Schwiegereltern beschreiben, da war kein Platz für anderen Menschen..... ich empfand das als ganz schrecklich.

Andererseits, die Liebe ist ein Kind der Freiheit....

Liebe Grüße an Dich
Ansa
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon miau » 17. Juli 2012 19:56

Hallo Tami,

kennst du dieses kurze Video über Symbiose?
www.youtube.com/watch?v=-dqIZsavSL0&feature=player_embedded

viele Grüße Micha
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa » 17. Juli 2012 20:10

Hej Micha,

das ist schön gemacht, Eigenständig und anziehend sein, für mich ist das Authentizität. Ich kann nur authentisch sein, wenn ich in mir ruhe....

Liebe Grüße
Ansa
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 » 17. Juli 2012 23:59

Hey Ihr,

lieber MarliJo, hi, schön dich zu lesen!!!
Ja das mit den Mustern hat mich beschäftigt, weil ich da mittlerweile immer mal wieder bewußt in Kontakt komme, also dass ich ne Strategie, die ich in einer bestimmten Situation habe bewußt wahrnehme, dafür tu ich viel...und darüber kam irgendwie das Thema auf, dass ja diese Muster auch in Systemen vorhanden sind und ich mich frage ob es da Wege gibt, das schneller spitz zu kriegen und vielleicht bevor es knirscht *g*.

Wir hatten ein gutes Gespräch heute Abend aus dem ich mit dem Gefühl rausgehe, dass wir uns vielleicht in manchen Momenten grade damit ein Geschenk machen, dass wir unsere Muster so "bedienen", dass sie sichtbar werden, dann knirscht es gewaltig und das tut nicht unbedingt gut, aber es ist eine Chance und die hab' ich da wahr-nehmen können und ich denke er auch.

Liebe Ansa, ich verstehe was du meinst damit dass es ein zeichen ist. Da spüre ich schon, dass ich das Gewicht da rausnehmen mag, also für mich mein ich,weil ich eben erlebt habe (und das ist jetzt eine ganz kindliche deutung und schon alt), dass dieses verheiratet sein garnichts bedeutet, also keine verlässliche Größe ist, keine sicherheit.
Und trotzdem habe ich heute als Erwachsene eine Idee davon, dass man sich mit diese Zeichen etwas zu-sichern oder ver-sichern kann und das ist ein wesentlicher Schritt für mich z.B mit Zweifeln umzugehen.

Zur Symbiose, danke Micha, für den Link :-)
Was ich mit Symbiose meinte rührt aus einer meiner Ausbildungen her, das war ein Modell, das mir sehr eingeleuchtet hat und das verschiedene Phasen beschreibt, dir man in seinem Leben durchläuft und die sich wiederholen, besagtes Modell geht davon aus, dass es bei allen Menschen so ist und das wird dann spannend, wenn eben in einer Beziehung die beiden Partner in verschiedenen Phasen sind. Und da sehe ich eben, dass mein Mann nach seinem Verlust und Schmerz im letzten Jahr Nähe und Sicherheit und Geborgenheit sucht (im Modell entspricht das der Symbiosephase, Rückzug ins sichere Nest, ankommen, sich geborgen fühlen, umsorgt sein, verbindung haben...) und mich zieht es grade aus einer langen Phase des kümmerns um die Kinder, in Symbiose gehen, mich zur Verfügung stellen, Nestwärme geben, dasein, zu mir, am liebsten mit reichlich Luft drumherum und viel Zeit für mich und das ist auf Basis von Verlustängsten irgendwie für ne Beziehung dann eine riesen Herausforderung.
Also es ist ein Modell, da geht's irgendwie um Wünsche an Beziehung, die im jetzt sind und nicht um die Beziehung als Gesamtbild.
Wir haben natürlich keine symbiotische Beziehung, die gibt in reinform nur zwischen Mutter und ganz kleinem Säugling, so sich die Mama darauf einläßt.
Aber es gibt Phasen, die wiederkehren, in denen diese sehr große Nähe spürbar ist und es gut ist in den Schoß von Familie zurückzukehren für einen Moment und dort aufzutanken.
Ich sehe halt, dass ich das grade nicht anbieten kann, der Wunsch aber da ist und das macht mich traurig.

So und Authetisch ist dann eben diese Trauer darüber, dass ich den wunsch wahrnehme ihn aber nicht erfüllen kann (hier im Sinne von wollen, denn ich will ja grade was anderes).

Hm...bin beeindruckt von diesem Kaleidoskop an Lebenswahrnehmungen...hat was ;-)

Liebe Grüße und gute Nacht
Tami
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa » 18. Juli 2012 10:26

Guten Morgen Tami,

Du hast gelernt, schreibst Du, das verheiratet sein, nichts bedeutet..... aus Deinen kindlichen Erfahrungen heraus mag das sogar so gewesen sein, aber ob es für Deine Eltern auch so war? Oder ob es ihnen passiert ist, das die Dinge einfach schief liefen, sie sich auseinander entwickelt haben und dass das etwas war, was sie beide nicht gewollt haben, weißt Du das auch? Abgesehen davon, nimm den Druck heraus, Du darfst das für Dich ja auch anders entscheiden, im hier und jetzt, und, das ist gut so.

Das was Du beschreibst, zwischen Deinem Mann und Dir, also die unterschiedlichen Wünsche, das ist schwierig. Beide Wünsche sind legitim und sie passen, so scheint es nicht zueinander. Wenn Beide das als Chance begreifen und lernen, das sie diese Sicherheit unabhängig von ihrem Gegenüber erreichen und finden, dann nähern sie sich wieder einander. So auseinander zielende Wünsche brauchen Kompromisse, das schon, aber kein Aufgeben seitens eines einzelnen Partners.

Ihr seid im Gespräch und das ist das Beste was passieren kann, sich austauschen und sehen, wie sich das anfühlt und hören, wie man miteinander spricht. Austausch ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Und Trauer darfst Du auch empfinden, das ist okay..... Du musst nur abwägen ob und wie sehr Dich das am Ende belastet.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 » 18. Juli 2012 18:16

Liebe Ansa,
ja ich weiß dass meinen Eltern ihre Ehe etwas bedeutet hat, das kann ich bis heute spüren und dass dieser Schritt schmerzhaft war. Wovon ich gesprochen habe, war wirklich nur die natürlich falsche Deutung des Kindes die da entstanden ist und diese Anteile kann ich auch in mir wahrnehmen, genauso wie die Entscheidungsfähigkeit die ich heute habe, was mich davon dann wieder unanhängiger machen kann.

Ja unterschiedliche Wünsche sind es und sie sind nun endlich mal ausgesprochen.
Mein Mann hat das hier alles gelesen und ich habe dazu einen 6-seitigen Brief gekommen über den wir uns dann letzlich auseinandergesetzt haben und der dazu beigetragen hat, dass wir endlich mal zum Kern des Themas gekommen sind, das ist gut.
Ich war mir dem Weg nicht sehr glücklich, den er gewählt hat, habe da viel Wut gehabt und Enttäuschung, die aber Platz gefunden haben und die irgendwie den letzten Schubser in die richtige Richtung gegeben haben. Vielleicht auch weil es wirklich ein authentischer Moment bei uns beiden war.
Wie es weitergeht...hm...bewußter, klarer ist es auch, bischen unsicher fühlt es sich an, oder ungewohnt und es beinhaltet momentan noch keine Lösung, aber eben das Wissen worum es geht...das war ein schmerzhafter, beängstigender Schritt, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Samstag fahren wir nun in Urlaub. Da ist dann der Alltag erstmal weit weg und dann werden wir sehen :-)

Liebe Grüße für heute
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa » 18. Juli 2012 19:33

Liebe Tami,

ich bin berührt, das Du Deinem Mann so viel Vertrauen schenkst und ihn all unsere und Deine Worte lesen lässt, und berührt, das es für Euch etwas in Bewegung gebracht hat. Bewegung ist ein erster Schritt und ich wünsche Euch und Dir von Herzen, das er in die richtige Richtung geht.... Emotionen, egal welche sind legitim, Deine wie auch seine und gleichrangig. Was es nicht leichter macht, aber fair.

Vielleicht könnt Ihr im Urlaub ein wenig still halten, die Tage genießen, fließen lassen, Nähe spüren? Oder aber, wenn Ihr das könnt, miteinander etwas ausprobieren? Wäre es Euch möglich, das jeder einmal, einen ganzenTag allein verbringt? Du für Dich allein und er für sich allein? Und dann darüber reden, wie das war? Wie hat es sich angefühlt? Was wünscht Ihr Euch? Jeder für sich und für einander?

Ansonsten wünsche ich Euch von Herzen alles Gute und Du weißt ja, wir sind auch für kommende Gedanken für Dich da.
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 » 19. Juli 2012 14:22

Liebe Ansa,
ja klar ist da Vertrauen meinem Mann gegenüber, dennoch hatte ich ihn gebeten hier nicht zu lesen. Ich war sehr wütend und enttäuscht, dass er es dennoch getan hat.
Im Gespräch dann konnte ich mitbekommen, was dahintersteckt und da kann ich mit umgehen. Letzlich hat es uns ja weitergebracht, auch wenn ich wie gesagt, den Weg nicht gut fand.
Ansonsten bin ich erschöpft von tage- und vor allem nächtelangem Reden und viel dadurch gebundener Energie, die dann beim Rest fehlt.
Also so wirklich urlaubsreif... und da habe ich auch schon angemeldet, wonach mir ist und denke da werden wir schon für uns sorgen. Ich freu mich einfach erstmal aufs Meer, das tut mir soundso gut und das lockt, egal wie das Wetter wird :-)

Heute ist noch arbeiten angesagt und aufräumen und und und...deswegen noch einen schönen Tag
und liebe Grüße
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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Ansa » 20. Juli 2012 09:06

Liebe Tami,

da kann ich Deine Enttäuschung auch nachvollziehen, aber Du scheibst auch, es hat Euch weiter gebracht und am Ende war es vielleicht auch gut so? Manchmal wissen wir und nicht mehr zu helfen und greifen auch auf nicht so tolle Möglichkeiten zurück. Gut, das Du das so sehen kannst, ich glaub, ich würde es auch verstehen.

Ich wünsche Dir und Euch einen wunderbaren Urlaub, erholt Euch gut und fangt, wenn möglich, den Sommer ein, wäre an der Zeit

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Re: ESK- Trennung als Muster???

Beitragvon Tamara22 » 20. Juli 2012 11:28

Hi Ihr Lieben, liebe Ansa,

wir sind nun am Packen, wenn man doch einfach losfahren könnte und müsste nix mitnehmen, das wäre toll ;-)
Stimmung ist grade ganz gut und das Wetter soll auch gut werden...
Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit und viel Sonne, von aussen und innen.
Alles Liebe und lieben Dank!
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