Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Hier wollen wir zusammen nach Lösungen suchen, die sich bei der Erziehung von Kindern oder der Suche nach Richtlinien für Teenager ergeben

Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 26. Juli 2012 09:44

Liebe Muckel,

Vielleicht hat unsere Älteste ja tief in sich drin die Befürchtung, dass es wieder so werden könnte.
oder sie hat seitdem eine verfestigte Abneigung aus ihren kindlichen Gefühlen zurück behalten und möchte nicht darüber nachsinnen, ob eine Veränderung der Verhältnisse vielleicht möglich ist. Die erste Lebensgefährtin meines Ex hat sich aj auch reichlich dämlich angestellt, gegenüber seinen Kindern - anders kann ich das nicht bezeichnen - und er hat einiges dazu getan, dass das auch so blieb, wohl eher aus Absicht als aus Unüberlegtheit, sie sollten sie nicht mögen - haben sie dann auch zuverlässig nie getan. Ich hab das beobachtet, bedauert und mehr konnte ich nicht tun, als hin und wieder für sie sprechen. Seine neue Lebensgefährtin hingegen ist da ganz anders.... mit ihr verändert sich auch Papa und ist in der Lage wieder mit mir zu reden. Spannende Erfahrung, mal so am Rande. Also, das können durchaus "alte" Dinge sein.

Ne ne, das mit Papa meinte ich anders. Es ist möglich,das da zwischen Vater und Tochter etwas Unbewusstes abläuft, das sie durch ihr Verhalten ihn dazu zwingt, mehr für sie da zu sein und vielleicht weniger bei seiner Freundin? Es geht hier nicht um zerstörtes Vertrauen, sondern um ein unbewusstes Miteinander zwischen Vater und Tochter. Ihm ist da keiner Böse. Menschen haben bewusste Ziele (ich will meinen Schulabschluß schaffen) und unbewusste Ziele (alte Glaubenssätze vielleicht.... die sie hindern, etwas zu tun) - vielleicht verfolgt sie ein unbewusstes Ziel und hat jetzt dadurch erreicht, das Papa mehr für sie da sein muss. Weißt, was ich mein? Vielleicht nimmt sie seine Kontrolle eher als Liebesbeweis (er kümmert sich um mich....) wahr?

Und ja, sie muss nachziehen,emotional und reifen, das kann sie aber auch nur, mit Eurer Hilfe. Nicht allein.... ich glaube auch, das Ihr das hinbekommt. das braucht ja vor allem auch Zeit.

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 28. Juli 2012 23:03

Liebe Ansa!

Komme leider erst jetzt zum Antworten, da ich seit Donnerstag ja der Urlaub vorbei ist. So schade, wie es ist (so ein Wöchelchen Urlaub hätte ich schon noch gern gehabt *lach*), so gut ist auch. Das Hamsterrad in meinem Kopf dreht sich nicht mehr ständig und ich bin "gezwungen" auch wieder an andere Dinge zu denken. Das tut mir gut.

Ob da unbewusst zwischen Vater und Tochter etwas abläuft, kann ich nicht beantworten. Aber wenn ich so darüber nachdenke ....
Unsere Älteste war schon immer eher ein Papa-Kind. Gab es Probleme, Sorgen und Nöte, dann war Papa der erste Ansprechpartner. Mich hat das nie gestört oder verwundert. Es gibt halt nun mal Kinder, die mehr zum Papa tendieren und andere sind mehr Mama bezogen.
Jedenfalls war Papa immer für sie da - mit einem Ratschlag, einem Ohr zum Zuhören, aber auch mit Dingen, die er für sie geregelt hat. Vielleicht hat sie ganz tief in sich drin gehofft, dass es auch diesmal so wird. Verstehst du, was ich meine? Der Papa war immer da und hat geholfen. Mag sein, sie hat darauf gehofft, dass Papa genau so reagiert, wenn sie denn auffliegen würde.

Mir drängt sich langsam eine andere Theorie auf.
Vielleicht hat sie nach dem ersten halben Jahr auf der Schule für sich festgestellt, dass es ihr keinen Spaß macht oder das sie aus irgendeinem Grund auf der Schule nicht klar kommt und ist einfach nicht mehr hingegangen. Immerhin war sie ja mittlerweile volljährig. Dann rief die Klassenlehrerin an, weil unsere Älteste mittlerweile seit 2 Wochen unentschuldigt fehlte. Zufällig war mein Exmann daheim und nahm das Gespräch an. Natürlich hat er unsere Älteste auf diese 2 Wochen angesprochen und anstatt die Chance zu nutzen und mit Papa um die Schulproblematik zu reden, flüchtete sie in diese unsägliche Geschichte mit dem angeblichen sexuellen Übergriff. Papa war natürlich geschockt und bot seine Hilfe an - ging mit ihr zur Polizei usw. Im Moment ihres Auffliegens dachte sie nicht an die Folgen, die eine solche Geschichte nach sich ziehen könnte. Sie suchte nur nach einem guten Grund für das Fehlen in der Schule. Alles andere war ausgeblendet. Richtig bewusst wurde ihr das anscheinend erst, als es zu spät war.
Mit seinem Wissen und mit Einwilligung der Schule blieb sie das restliche Schuljahr über daheim. Sie solle sich erst einmal von dem Schock erholen und sich wieder festigen.
Nach den Sommerferien stellte sie fest, dass es zu Hause wohl doch schön war und in die Schule wollte sie ja - aus welchem Grund auch immer - eh nicht mehr. Da sie aber den Zeitpunkt, alles richtig zu stellen längst verpasst hatte, blieb ihr ja gar nichts mehr übrig, als ihr Konstrukt immer weiter auszubauen und mehr und mehr Leute zu belügen.
Wahrscheinlich dachte sie, sie findet für diesen August/September einen Ausbildungsplatz und hätte so eine sehr gute Begründung für einen Schulabbruch gehabt. Tja - zum einen hat das mit der Lehrstelle nicht geklappt und dann kam ja zum anderen der Brief der Familienkasse, der alles in Wanken brachte. Aber anstatt jetzt endlich die Karten offen auf den Tisch zu legen, zieht sie sich zurück und sucht nun nach einer Möglichkeit, mit möglichst heiler Haut aus der ganzen Sache heraus zu kommen.

Ich glaube weder an Bosheit, noch an absolute Kriminalität. Mir scheint es eher naiv, sehr kurz gedacht und fast schon panisch irgendwie. Ich kanns grad nicht besser beschreiben.

Wenn sie jetzt nicht beginnt, ihr Verhalten zu überdenken und unsere Hilfe anzunehmen, weiß ich nicht, wo das alles enden soll. Denn eigentlich bietet diese ganze traurige Geschichte ja auch eine riesige Chance.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon sonnenschein2 » 29. Juli 2012 18:52

Liebe Muckel,

ich kann mir auch gut vorstellen, dass eure Tochter einfach aus dem ganzen Lügengerüst keinen Ausweg mehr wusste. Irgendwie kommt es mir so vor, dass sie mit ihrem Handeln mitten in der Pubertät ist. Sicher, sie ist volljährig, aber vielleicht schafft sie es doch noch nicht so ganz alleine klar zu kommen. Aber das kann sie ja nicht zugeben, sie ist ja schließlich erwachsen. Verstehst du wie ich es meine? Das Denken ist noch lange nicht erwachsen...Sie kann die Folgen vielleicht in der Tat noch gar nicht übersehen...Für mich fühlt es sich wie nach Übervorderung an. Sicherlich nicht böswillig. Ich glaube nicht daran, dass Kinder von Grund auf böse denken oder handeln. Sicherlich mag sie den für sie einfachsten Weg einschlagen. Anders sein, als der Rest der Familie?

Ich finde es nur grade sehr schwer die Ursache zu finden. Es ist ja auch schier unmöglich an die Maus heranzukommen. Gibt es gar niemandem dem Sie sich öffnen mag?

Aber mir ist auch noch etwas anderes sehr wichtig und liegt mir auf dem Herzen:
Ich finde es super toll wie sehr du dich um deine Tochter mühst und kümmerst. Auch dass ihr es als Eltern so gut hinbekommt und in Kontakt sein könnt. Ihr macht das klasse, so finde ich. Und ich denke, dass niemand von Schuld sprechen kann. Ich mag dieses klassische Einteilen von Schuld und Unschuld nicht. Zum Zanken gehören immer zwei. Wobei es auch da nicht darum geht einen Schuldigen zu suchen. Ich finde es wichtig, sich auf Augenhöhe begegnen zu können. Ich wünsche dir so sehr, dass ein ehrliches und offenes Gespräch möglich ist. Gibt es vielleicht eine Caritas Beratung bei euch? Bei uns gibt es das und man bekommt innerhalb weniger Tage einen Termin....

Lass dich mal feste drücken und umarmen wenn du magst. Du bist eine super gute Mutter :umarmen:
Liebe Grüße
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 29. Juli 2012 20:23

Liebe Sonnenschein!

Danke für deine lieben, aufmunternden Worte.

Du hast recht, es geht nicht um Schuld oder Unschuld und ums Zanken auch nicht. Vor allem hat sich ja eigentlich niemand gezankt. Wir waren halt alle nur geschockt und enttäuscht und ich denke, das sind Gefühle, die uns nach den Ereignissen zustehen.
Niemand hat unserer Tochter Vorwürfe gemacht und niemand hat vor, ihr welche zu machen. Wir alle, die wir von der Geschichte wissen, suchen einen Weg, ihr zu helfen, ihren Weg wieder zu finden - nicht mehr und nicht weniger. Dazu gehört selbstverständlich, dass sie die Konsequenzen aus ihrem Handeln trägt, aber genau so, dass wir uns als Eltern, Tanten usw. fragen, ob wir etwas übersehen haben oder wo unser Fehler lag und/oder liegt. Ich glaube, die Aufarbeitung eventueller Fehler und die Konsequenzen müssen nun parallel laufen, damit es Erfolg bringt.

Heute in einer Woche gehts für die Mädels erst einmal mit dem Papa, seiner Liebsten und der Oma in den Urlaub. Mal sehen, ob danach bereits etwas geschehen ist. Für mich bedeutet das erst einmal ein klein wenig Luft holen und ein wenig zur Ruhe kommen - wenn auch ohne Strand und Meer *seufz* ,)

Ganz liebe Grüße an dich und ja, ich lass mich umarmen :umarmen:
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 30. Juli 2012 11:49

Liebe Muckel,

vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem? Und, oft genug ist es so, das Kinder, wenn sie mit Lügen durchkommen (also, den Vorfall mit der sex. Belästigung) dann glauben, das man ihnen sowieso alles abnimmt und nicht merken, wie sie ins Abseits geraten. Es kann gut sein, das sie glaubte "Mein Papa.......... der ist ja immer für mich da." und verpasst hat, das auch Papa Grenzen hat. Na gut, nun weiß sie darum.

Und ich stimme Dir zu, das sie nun dran ist, in der einen oder anderen Art und Weise. Nein, kriminell ist sie nicht - das wüde sie nun werden, nagelte man sie darauf fest. So inder Art "aus Dir wird nie was werden" aber dazu neigt ihr nicht, von daher..... kann sie nun lernen, das man Fehler wieder grade ziehen kann, auch gemeinsam.... sie muss nicht genötigt werden, zuzugeben, das Volljährigkeit nicht Erwachsensein bedeutet, aber sie muss klar einsehen, auch nur für sich, das sie beteiligt ist, an den Folgen und ihren Handlungen.

Ich gebe Sonnenschein Recht, Ihr und Du, macht das prima.....

Liebe Grüße
Ansa
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 5. September 2012 10:02

Ihr Lieben ...

Hier mal ein kleines Update zur Geschichte mit meiner Großen.

Der Urlaub, in den sie mitgefahren ist, war ruhig und friedlich. Das hat sicherlich allen gut getan.
Eine Lehrstelle hat unsere Große nicht mehr bekommen, aber es sind - laut Aussage meines Exmannes - noch Bewerbungen unterwegs. Es gibt ja auch jetzt noch jede Menge Firmen, die Auszubildende suchen. Ansonsten wäre da auch immer noch die Möglichkeit eines Freiwilligen Sozialen Jahres. Von daher bleibt abzuwarten, was noch passiert.

Tja - zwischen Papa und Tochter scheinen sich die Grenzen zu verhärten.
Er hatte ihr ja gesagt, er wolle ab September Kostgeld von ihr haben. Sie sagt, das könne sie nicht, da sie keine Lehrstelle und damit auch kein Geld habe. Er argumentiert, sie solle sich einen Nebenjob suchen, worauf hin sie aber entgegnet, das dies ja nicht ginge, weil es ja auch dort Kündigungsfristen gäbe und was denn wäre, wenn sie doch noch eine Lehrstelle bekäme. So sitzt sie also den ganzen Tag allein daheim und tut nichts.
Auch die Haushaltspflichten, die Papa ihr auferlegt hat, werden nicht erledigt. Also hat mein Exmann ihr nun - fast wie bei einem Kind (so fühlt es sich für mich an) - den Fernseher, den Computer usw. funktionsuntüchtig gemacht. Gleichzeitig hat er ihr angekündigt, dass er nicht wisse, wie lange er die Wohnung noch halten werde. Die Frage, ob er sie rauswerfen wolle, hat er verneint. Ihre Reaktion darauf (ebenfalls recht kindlich), sie würde sowieso lieber auf der Strasse leben und wir sollen sie doch endlich alle in Ruhe lassen. Was sie denn noch alles anstellen müsse, um endlich ihre Ruhe zu haben? Zur Hochzeit ihres Cousins in diesem Monat würde sie nicht kommen und an Weihnachten ebenfalls nicht. Gleichzeitig beschwert sie sich aber immer noch, der Papa sei viel zu wenig daheim.
Für mich klingt das sehr danach, als wolle sie ihre Pupertät jetzt nachholen und das sie eigentlich gar nicht wirklich weiß, was sie möchte und was nicht. Eines weiß ich aber sicher, wenn ich nun einen intensiveren Kontakt zu ihr suche, blockt sie mich ebenfalls ab. Also sollte ich ihr vielleicht tatsächlich die Ruhe - zumindest erst einmal - lassen und warten, bis sie sich meldet.

In der Zwischenzeit habe ich ein paar Mal mit ihr telefoniert und die Gespräche waren ruhig und freundlich. Allerdings habe ich das leidige Thema auch nicht angeschnitten. Das erschien mir am Telefon unpassend.

Ganz liebe Grüße
Muckel

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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 5. September 2012 13:19

Liebe Muckel,

tja, so ist das also zwischen Papa und Kind? Solche kindlichen Verbote (PC abstellen etc.) sind wohl keine geeignete Massnahme, die Dinge grade zu ziehen.... und auch die Annahme der Äußerung, "aber wenn ich jobbe kann ich ja keine Ausbildungsstelle annehmen" ist keine gute Lösung. Aushilfen, auch für wenige Tage, werden immer mal gesucht und da findet sich, zumindest in Städten auch immer was. Und wenn es nur ein 400,- € Job ist oder sonst was. Zumal solches Jobben auch als erziehrische Massnahme nicht zu unterschätzen ist.

Meine Große muss ja, um zur Bibelschule gehen zu dürfen, auch in der Zwischenzeit arbeiten gehen, okay, den Job hat Papa organisiert, sie kommissioniert in einem Elektrolager bestellte Waren..... und was sagt sie nach ein paar Tagen? "Also, mein Leben lang möchte ich das wirklich nicht tun, gut, das ich andere Wege gehen kann!" Eine wichtige Erkenntnis, finde ich.

Ansonsten, ich finde es richtig, mit ihr über solche Dinge nicht am Telefon zu reden...... schau einfach mit ein bisschen Zeit, wie und ob da etwas in Bewegung gerät. Und ja, eine späte Pubertät ist durchaus möglich, man sagt dies über Trennungskinder relativ häufig - natürlich ist spät ein schlechter Zeitpunkt, aber das geht auch vorbei, irgendwann.

Lass Ihr Zeit, das ist ein guter Schritt, aber nicht zu lange, da gilt es abzuwägen und Papa machen zu lassen - es liegt ja in seinem Verantwortungsbereich.

Liebe Grüße
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 5. September 2012 15:18

Liebe Ansa!

Wenn ich so über Papa und Tochter nachdenke, fühle ich mich, als sprächen wir von einem 9jährigen Kind und nicht von einer 19jährigen jungen Frau. Das verwirrt mich und zeigt mir doch, dass mein Exmann anscheinend im Moment genau so hilflos ist wie ich bzw. sich zumindest so fühlt.
Ich glaube, ich muss darüber noch einmal nachdenken.

Sie verhält sich so widersprüchlich und da scheint gar nichts übereinander zu stimmen im Moment. Da ist einerseits die Äußerung, sie wolle von uns allen nur in Ruhe gelassen werden und gleichzeitig beklagt sie sich darüber, dass der Papa ja viel zu wenig Zeit für sie hätte.
Wie der Papa mit diesem Vorwurf umgeht, muss er selbst wissen. Aber wenn sie von uns allen in Ruhe gelassen werden möchte, so werde ich mich danach richten. Man soll seine Kinder ja ernst nehmen, in dem was sie sagen und tun. Nur - so ganz wohl fühle ich mich für mich damit nicht ...

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon sonnenschein2 » 5. September 2012 15:53

Hej Muckel.
ich denke auch, du solltest sie in Ruhe lassen. Trotzdem solle sie lernen gewisse Verpflichtungen einzuhalten. Einfach nur abhängen, ohne etwas zum Haushalts oder gemeinsamen Leben beizutragen geht gar nicht. Sie ist volljährig und hat nicht nur Rechte sondern auch Pflichten. Bei uns gibt es von der Caritas eine Familienberatung. Ich stelle mir da für euch ein Gespräch mit Tochter und Eltern vor. Dort könnte sie ganz entspannt mal von ihren Vorstellungen und Wünschen berichten. Ist dies bei euch auch möglich? Die Leute dort stehen sehr auf Seiten der Kinder, aber sie zeigen ihnen auch ihre Grenzen und Möglichkeiten. Vielleicht könnt ihr so an eure Tocher herankommen.
Und wieder eine riesen Baustelle für dich...
Liebe Grüße
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 5. September 2012 17:07

*stop* nein, dem widerspreche ich, diesmal ist es keine Baustelle zwischen Mutter und Kind oder zwischen der ganzen Familie und dem Kind, sondern es geht, ich hab das ja schon mal angesprochen, ob es sein könnte - es geht um Vater und Tochter..... ich selbst kann es nicht greifen, aber in keinem Fall würde ich mich da zwischen stellen und vermitteln.

Es mag sein, das Papa hilflos ist, es kann aber auch sein, das er nach schnellen Lösungen greift und einer ernsthaften Auseinandersetzung, die sie als Tochter einfordert (von außen sieht es so aus), schlicht aus dem Weg geht. Was immer es ist, ich würde mich da raus halten. Es kann auch sein, das da etwas ausgekämpft werden soll, was wir von außen gar nicht auf dem Schirm haben?

Stellt Euch vor, mein Ex käme und beschwerte sich, das mein Kind, das bei ihm lebt, seinen Arbeitsanteil nicht übernimmt? Da würde ich mir doch alle Finger verbrennen, mischte ich mich ein. Solange dies Verhalten nicht bei mir oder in meinem Zuständigkeitsbereich auftritt? Finger weg.

Natürlich kann man dem Vater Tipps geben, Beratungsstelle ist gar nicht so übel. Aber in keinem Fall einmischen. Sollte das Kind sich bei mir beschweren, da würde ich ihm schon sagen, was ich für mich erwarten würde oder einfordern würde, das ja, aber für und mit Papa handeln? Nein, das sollte tunlichst unterbleiben.

Liebe Grüße
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon sonnenschein2 » 5. September 2012 19:17

Hm, ich weiß halt nicht ob da nur etwas zwischen Vater und Tochter ist. Von daher meine Idee eine Art Mediation zu versuchen. Ich glaube, wenn ein Kind nicht zur Schule geht und auch keine Arbeit beginnen möchte, dann ist das in meinen Augen schon eine Sache, die beide Elternteile angehen. Ich würde auch keine Lösungen anbieten. Doch ich sehe auch, dass diese Baustelle Muckel auch belastet und sehe da vielleicht eine Möglichkeit Entlastung zu erreichen. Aber dies sind, wie immer, meine Gedanken und Ideen ,) Dazu mag ein jeder eine andere Idee oder Meinung haben.

Liebe Grüße und einen schönen Abend
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Ansa » 5. September 2012 19:31

Liebe Sonnenschein,

natürlich hast Du Recht, wenn ein Kind weder zur Schule gehen möchte (da ist sie aber, glaub ich, auch noch gesetzlich schulpflichtig, oder sind bei ihr 12 Jahre rum?) und keinen Job beginnt, sind beide Eltern gefragt. Das sehe ich auch so - aber wenn es um eine weitergehende Verweigerung im Haushalt geht (und das schreibt Muckel ja) dann geht es um mehr und um einen Bereich den nur derjenige klären kann, bei dem das Kind lebt.

Wenn Strafen (die meiner Meinung nach unlogisch sind) gesetzt sind, ist das eine Sache zwischen den betroffenen Personen, also Papa und Tochter, es wäre nicht klug, aus vielerlei Hinsicht, sich da einzumischen...... ich würde dazu nur sagen "schade, das es dazu gekommen ist, was kannst DU tun, um das zu verbessern" und das auch nur zu meinem Kind, wenn es mich darauf anspricht.

Entlastung wäre es vielleicht auch, momentan zu sagen "ich bin raus" und "nicht verantwortlich - denn bei mir - würde das anders laufen?!" Aber ich geb zu, dass das von außen viel leichter klingt, als es das in Wirklichkeit ist. Und, es ist schon so, wenn da einer vehement seine Ruhe einfordert - dann ist es auch richtig, sie ihm zu gewähren. So schräg das nach außen scheinen mag und so widersprüchlich das ist, Hilfe aufzwingen geht eben leider auch nicht. Das ist gesamt schon eine ganz unglückliche Situation.

Meine Große sagte mal in der Beratungsstelle auf die Frage "warum sind sie gekommen" - "weil meine Mama das wollte" und da schickte man sie nach Hause............... dann werden dort z.B. alle weiterführenden Gespräche abgelehnt. So einfach ist es leider nicht mehr, wen die Kinder über 18 sind. Und ja, ich kann damit auch schwer umgehen..... man ist so vollkommen hilflos.

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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon sonnenschein2 » 5. September 2012 19:46

Liebe Ansa,
da bin ich einer Meinung mit Dir. Was den Haushalt angeht ist das eine Sache zwischen Papa und Tochter. Aber bei dem nicht arbeiten wollen bin ich zwiespältig mit meinen Gefühlen. Einerseits ist die Dame 18 und für sich selbst verantwortlich. Aber sie ist nicht alleine in einer Wohnung und sind die Eltern nicht weiterhin unterhaltspflichtig, bis sie eine Ausbildung abgeschlossen hat? Ich glaube aus der Vater Tochter Geschichte könnte ich mich auch gut zurückziehen, aber ich weiß nicht wie ich damit umgehen könnte mit "Lass mich in Ruhe" abgefertigt zu werden. Lass mich in Ruhe auf meine Kosten geht nun mal nicht, in meinen Augen. Ganz schwierige Kiste. Daran dass die Dame 18 ist und ja freiwillig zum Gespräch gehen sollte, habe ich gar nicht gedacht. Sorry.

Aber ich finde liebe Muckel, dass du die Situation im Augenblick entschärst indem du ihrem Wunsch auf Ruhe nachkommst. Sie weiß, dass sie sich melden kann. Es ist nur gut, wenn du weiter im Gespräch mit ihrem Vater bleibst...Viel Kraft für dich.
Viele Grüße
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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon Muckelmaus » 6. September 2012 09:16

Guten Morgen ihr Beiden!

Die Haushaltsangelegenheit lasse ich bei Papa und Tochter. Das ist eine Sache, welche von den beiden geregelt werden muss, weil sie zusammen leben. Ich habe hier genug damit zu tun, unserem Mittelchen klar zu machen, das Hausarbeit nicht schädlich ist ,) Nein, Spaß beiseite - da kann, will und werde ich mich nicht einmischen, weil es mich einfach nichts angeht. Das müssen sie miteinander klären.

Was den Schulbesuch bzw. die Lehrstellensuche angeht, sieht es schon anders aus. Da müssen wir Eltern gemeinsam an einem Strang ziehen. Unsere Älteste sollte sehen, dass wir nicht gut finden, wenn sie nur in den Tag hinein lebt.
Das ist eine Situation, die nichts mit der Haushaltsgeschichte zu tun hat und von daher sind wir Eltern da auch im ständigen Gespräch miteinander.

Liebe Grüße
Muckel

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Re: Wut, Enttäuschung und einiges mehr

Beitragvon sonnenschein2 » 6. September 2012 09:49

Hallo Muckel,
ich denke, dass du/Ihr auf einem guten Weg seid. Und es ist gut, wenn du die Baustelle Vater, Tochter ein wenig zur Seite schieben kannst.
Ich höre dir zu...
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