Heimat wo ist das?

Allgemeines Scheidungskinder Forum - Dies ist eine virtuelle Selbsthilfegruppe für Kinder und Eltern in allen Fragen rund um Trennung und deren Folgen.

Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-Tänzerin » 25. Dezember 2010 14:51

.....Heimat ist dort wo ich mich wohlfühle? Heimat ist dort wo ich aufgewachsen bin? Heimat ist dort wo ich geboren wurde? Wo ist meine Heimat?

Wo ist meine Heimat? Immer und immer wieder frage ich mich das. Ich denke eine geistige Heimat habe ich in vielem in Kunst, Literatur und Musik. Eine Heimat habe ich auch an der Seite meines Mannes und unsere Liebe hat eine Heimat in unseren Herzen. Aber einen Ort an dem ich mich zu Hause fühle den suche ich vergebens. Ich hab oft das Gefühl getrieben zu sein von einem Vorsatz und seiner Umsetzung zum nächsten. Innerlich ruhelos voller neuer Ideen, Vorhaben, Aufgaben und voller unzähliger Träume was ich im Leben noch alles vorhabe.

Freunde beschreiben mich als wissbegierig und immer auf der Suche nach Neuem. Das ist ein Kompliment, dessen bin ich mir bewusst. Ich stecke voller Lebenslust und trotzdem bin immer auf der Suche genau dieses Leben zu suchen. Und merke wieviel Kraft und Energie die damit verbundene innere Unruhe verbraucht.

Nina Hagen sagt in ihrem Webespot: "Ich habe mir ein neues Land zum Leben gesucht" Ich glaub das ich genau danach suche, wie ich dahin komme bin ich noch am erkunden...ich weiß ich werde es finden. Auch ist es möglich es irgendwo in Deutschland zu finden oder an sonst irgendeinem Ort unserer großen weiten Welt.

Ich stelle das in den direkten Zusammenhang zur Scheidung meines Vaters und meiner Mutter. Seit diesem Lebensereignis bin ich ruheloser geworden und seitdem verfolgt mich das Gefühl das ich es schaffe, mich nicht unterkriegen lassen. Ich habe ein ewiges Bedürfnis mich zu beweisen, es ihnen zu beweisen das ich es schaffe, wenn ich nur hart genug arbeite dafür. Vorallem aber geht es um den Beweis vor mir selber.

Ich habe in meinem Eltern, Mutter und Vater keine Heimat mehr. Ich habe kein Elternhaus in das man zurück kommt um an Kindertage zu denken. Ich habe habe aber auch keine zwei Heimaten, ich habe keine Heimat bei meinem Vater und ich habe keine Heimat bei meiner Mutter.
Eine gemeinsame geistige Heimat finde ich eher bei meinem Vater, auch wenn er emotial weiter weg zu sein scheint. Meine Mutter ist und war eine gute Mutter, die im zweifelfalle wie eine Löwin um und für ihre Kinder kämpfte. Aber dennoch ist vieles was ihren Charakter ausmacht für mich unverständlich.
Ich liebe beide Mutter und Vater gleichermassen. Ich habe nicht das Recht und auch nicht das Bedürfnis zu klären wer von Beiden den größen Schuldanteil dieses Lebensereignisses trägt.

Heimat, ist für mich Innbegriff von Ruhe und innerem Frieden. Ich glaube Heimat ist ein Gefühl tief in uns Menschen, es ist ein Ort der in uns etwas berührt- unser Herz, unsere Seele?

TT
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Buecherfalke » 25. Dezember 2010 16:43

Hallo Traumtänzerin.
Heimat... Für mich ist es das Haus, in dem ich groß geworden bin, zur einer Zeit, in der meine Eltern noch zusammen waren. Später waren es einfach die Orte, an denen meine Mutter und mein Vater gelebt hatten. Heimat ist einfach ein Ort an dem man sich wohlfühlt, an dem man sich zurückziehen und die Seele baumeln lassen kann.

Oh, und in meiner Signatur steht was ähnliches. Ist übrigens von mir selbst.

Gruß Bücherfalke bzw. Bücherfalkin ;)
Deine Heimat ist da,
wo deine Wurzeln sind.
Deine Liebe ist dort,
wo dein Herz ist.
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon SoulOnFire » 26. Dezember 2010 02:01

Hallo Traum-Tänzerin,

ich kenne dieses Gefühl der Zerissenheit - zwischen Neugierde und Ruhe finden - sehr gut. Es ist auf der einen Seite die absolute Stärke und der unerbitterliche Wille und auf der anderen die sensible empfindsame Schwäche. Ich kenne es auch zu gut, dass andere die Neugier, die Wissbegierigkeit und den damit verbundenen Erfolg loben. Und ich fühle auch, wie leer ich mich oft empfinde, in genau den Momenten wo ich dafür gelobt werde. Denn eigentlich suche ich. Eigentlich will ich gesehen werden. ICH - damit meine ich nicht den Erfolg, sondern mich. Meine Gefühle, meine Zerissenheit. Eigentlich bin ich verletzt worden. Ich weiß nicht genau, wie es bei dir ist. Vielleicht kennst du dieses Gefühl in solchen Momenten auch? Dort fühle ich mich in der Regel zwar oberflächlich angenommen ("wow das könnte ich nicht, klasse wie du xyz gemacht hast"), aber nicht richtig gesehen und damit auch nicht wirklich zu hause. Denn dieses Gefühl hat für mich fast gar nichts mit meinen Gedanken, mit Schuldfragen, Verantwortung und so weiter zu tun, sondern ganz viel mit meinen eigenen Gefühlen und meiner Trauer um die zerbrochene Familie, mit dem Verlust des Vertrauens in die angeblich stärksten Menschen, die Eltern.

Was heißt für dich denn "Heimat" und "zu hause"? Woran würdest du merken, dass du dort bist?


Für mich ist Heimat dort, wo ich aus vollem Herzen weinen kann und ich Trost finde.

Dafür brauche ich viel Vertrauen von mir in die Welt, welches durch die Scheidung meiner Eltern erschüttert wurde. Ich brauche viel Geborgenheit und Liebe um weinen zu können. Ich fühle mich geborgen und geliebt, wenn in einem Gespräch oder sonst wie traurigem Moment jemand sieht, dass ich weine und mich drückt ohne dagegen anzureden. Traurige Momente sind auch die, in denen ich mich stark versuche zu beweisen, indem ich mehr Arbeite als mir gut tut, ich mehr Verantwortung übernehme als ich tragen kann und so weiter... . Wenn da jemand ist, der das mitbekommt... ("puh wenn du das erzählst, merke ich wie anstrengend das ist. Wie geht es dir?") da fühle ich mich gesehen und sehr zu hause. Es ist für mich annehmend und befreiend sowas zu hören: "Bist du traurig? Ich sehe wie verletzt du noch heute bist. Dein Körper ist ganz angespannt wenn du davon erzählst... deine Hände sind nervös, dein Gesicht ist angespannt, deine Brust verkrampft, deine Augen gläsrig. Bist du traurig? Möchtest du weinen? Wo fühlst du den Schmerz? Hast du Angst? Ich bin jetzt da, sehe, fühle und verstehe."


Bei mir ist das punktuell bei meiner Schwester, ich kenne es auch aus (wenigen) Situationen mit meiner Ex-Freundin. Ich weiß, dass ich genau das (u.a.) in meiner neuen Familie brauche. :-) Und dort werde ich wirklich zuhause sein. Bis dahin ist leider vieles provisorisch. Aber ich bin mir - genau wie du - sicher, dass ich diesen "Ort" finden werde.

Viele warme tröstende Grüße!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-Tänzerin » 4. Januar 2011 23:12

»Meine Qualität war sicherlich, aus so einem Haufen von kuriosen Individualisten, aus Kraut und Rüben etwas zusammenzubrauen. Es war sicher meine Qualität, ist es wahrscheinlich auch heute noch, etwas zusammenzufügen, ohne alle zu Kraut oder Rüben zu machen. Wer Kraut war, blieb Kraut, und wer Rübe war, blieb Rübe.
(Peter Zadek)

Ich hatte viele freie Tage, Zeit zum nachdenken und nachfühlen...ich glaube, eine Lösung könnte sein mir selber zu Erlauben eine Heimat zu haben genau da wo ich gerade bin. Und mir gleichzeitig den Freiraum zu lassen, mich nicht endgültig festzulegen. Mich zu sehe, in allem was ich bin. Meine Individualität als eine Stärke anzuerkennen und zu begreifen das ich mich in z.B. einer Reihenhaussiedlung in der alle Häuser gleich sind, nicht wohlfühlen würde. Die Unterschiedlichkeit meines Geschirrs spiegelt mich wieder, jedes Teil hat eine andere Farbe und zwischendrin findet man Chinaschälchen neben einer Schüssel aus Marokko...aber genau das bin ich. Mein Leben hat viele bunte unterschiedliche Farben und das ist gut. Ich glaube ich finde grade ein bisschen mehr zu mir und damit zu meiner Heimat...

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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Regenwolke85 » 4. November 2011 03:32

Ich schreibe einfach mal darauf los ....

Vor 4 Wochen war ich auf den kapverdischen Inseln, es war ein Traum!!!! Ich habe im Urlaub noch nie so entspannt wie dort!

Aber 4 Tage vor Abflug ging es los! Ich wollte nicht zurück. Mein Freund freute sich endlich wieder nach Hause zu fliegen, in seine Wohnung, zu seiner Familie zu kommen.

Aber ich, wo fliege ich hin?????????????????? Nach Deutschland! Aber wohin genau!?!?! Nirgendwo in!!!

Es wurde mir mal wieder so richtig bewusst, dass ich kein Zuhause oder Heimat habe!!!! Ich bin überall nur GAST! >:(

In dem Haus wo meine Mutter wohnt, habe ich nie gewohnt, da bin ich nur GAST!

In meiner Wohnung fühle ich mich überhaupt nicht wohl, bekomme Panickattacken wennn ich da bin und mit geht es richtig schlecht.
Ich bin immer alleine, mein Freund war vor 3,5 Jahren das letzte mal da gewesen!
Bei meinem Freund fühle ich mich eigentlich sehr wohl, aber ich weiß, dass ich ewig nur GAst sein werde. Ich werde nie bei ihm wohnen können. Er will nie heiraten und auch nie Kinder bekommen. Ich kann erst zu ihm ziehen wenn er umgebaut hat. Dafür benötigt er 100.000€ und die wird er nie haben !!! >:(

Am wohlsten fühle ich mich im Urlaub. Hier wird sich "gefreut" wenn ich hier bin (auch wenn es nur wegen dem Geld ist das ich im Voraus bezahle).
Bei jedem Urlaub wird es schlimmer. Aber das kann niemand verstehen. Naja, es können eben nicht viele nachvollziehen nicht willkommen zu sein!

Was würde ich dafür geben, in einer Wohnung zu wohnen, kuschelig eingerichtet, mit meinem Freund zusammen, ... einfach ein kleines zuhause zu haben.
:springen: wo es sich lohnt, pünklich Feierabend zu machen und sich zu beeilen nach Hause zu kommen. Naja, aber meist bleiben Träume Träume!


Das musste ich einfach mal los werden. Ihr braucht nicht zu antorten, es reicht mir schon, wenn ihr es einfach nur mal liest.

DANKE!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 » 4. November 2011 07:40

Hallo Regenwolke,
herzlich willkommen zurück. Es ist ja lange her, dass du geschrieben hast...
Was ich höre ist, dass du dich heimatlos fühlst, nirgendwo ankommen kannst, dir ein Zuhause fehlt.
Das ist ein schlimmes Gefühl, sicher eines der bedrohlichsten, denn es hat ja auch mit sich geborgen und sicher fühlen zu tun.
Und einen Platz zu haben an dem man Schutz suchen kann, hingehört.
Wa ich auch lese ist, dass du eine Beziehung führst in der du dich als Gast fühlst. nicht weißt ob das dein Platz ist, du willkommen bist?
Das ist ja etwas das du kennst, aus deiner Kindheit...oder?
Manchmal suchen wir uns genau die Menschen, die unsere Themen "bedienen", die das anbieten, was das innere Kind von früher kennt.
Damit kann es umgehen, dafür gibt es Strategien. Das heißt nicht, dass es glücklich ist, nein, denn es erlebt ja das schlimme Gefühl immer wieder.
Du hattest damals die Idee eine Therapie machen zu wollen, was ist daraus geworden, magst du erzählen?
Damals war deine Angst groß, dass dir die Tränen kommen, du weinen mußt. Ich glaube da will noch ganz vie betrauert werden, deine Trauer Raum bekommen, damit dann wenn du dich ihr geöffnet hast auch wieder Platz für Freude ist und Leichtigkeit. Ich denke es ist ein Weg, sich da Hilfe zu suchen und es kann auch einer sein, sich mit Menschen zu verständigen, die da snachvollziehe können, wie du es hier ja getan hast.
Und das freut mich, dass du wieder hergefunden hast, schön, dass du da bist.
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon SoulOnFire » 4. November 2011 17:51

was mir sofort in den Sinn kam:
Lädst du andere Menschen in dein Leben ein? Zu dir, in deine Wohnung? Z.B. zum Kochen, essen, spielen, reden und so weiter?
Und warum war dein Freund so unglaublich lange nicht bei dir?

Liebe Grüße :)
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-Tänzerin » 30. Dezember 2011 15:06

Heimat...Heimat ist für mich eine andere Heimat als es deine Heimat ist...meine und deine Heimat sind unterschiedlich, sie fühlen sich wohl auch unterschiedlich an und sie werden verschieden gelebt.

Ich kann damit gut leben,dass unsere Heimaten unterschiedlich sind- das deine Heimat anders aussieht als meine. Ich habe nur eine Bitte, lass mir meine Heimat sowie sie ist und versuche nicht sie zu verändern, damit sie deine wird. Du hast eine Heimat!

Wir haben keine gemeinsam Heimt in vielen Ansichten, die braucht es meiner Einschätzung nach auch nicht- solang, ja solang es Liebe zwischen dir und mir gibt. Liebe zwischen Kind und Elternteil. Ich könnte jedem von Euch vorwerfen, was er falsch gemacht-versäumt- kaputt und sonst was gemacht hat. Am Ende bleibt nur, wir können es gemeinsam besser machen in dem was kommt.

Wir können uns in unseren Heimaten treffen und mit lachendem Herzen in die eigene zurückkehre. Das wäre schön!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 » 30. Dezember 2011 15:10

Liebe Traum-Tänzerin,
danke für deine Worte heute, sie berühren mich sehr und kamen im "richtigen" Moment.
Danke!!!
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-Tänzerin » 19. März 2012 18:01

Wisst ihr, endlich weiß ich warum es "Scheidungskrieg" heißt eben weil es ein Krieg ist- ein kalter Krieg und die Folgen sind die eines Krieges...

Ihr habt meine kindliche Heimat ausgebombt und nicht gesehen,dass ich im Bunker unter dem Haus sahs und um mein Leben gezittert habe. Ich habe zwischen Trümmern gehockt und bin zusammengezuckt bei jedem Bombeneinschlag von dem ein Splitter meine Kinderseele durchbohrte, jedes Mal aufs Neue und jedes Mal an ein anderen Stelle meiner Kinderseele. Es hat geblitzt, gezischt und die schwarzen Wolken konnte ich aus meinem Bunker verdammt gut sehen...allein gelassen habt ihr mich, da unten in meinem Bunker- allein unter meiner Heimat, die dann keine mehr war und die mehr eine wurde, bis heute nicht.

Heute bin ich "groß" und heute ist mein Bunker- Bomben- Barometer voll und meine Tränen sind der Überlauf...meine Tränen die nicht aufhören wollen, egal wie sehr ich versuche sie zu stoppen...schwarze Wolken gibt es immer noch, vielleicht sind es mehr als jemals vorher waren...
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 » 19. März 2012 19:23

Hallo Du,

ich kann dich sehen versteckt, verängstigt, auf Hilfe hoffend und übersehen. Es schmerzt das zu lesen und es tut mir so leid um diese Kinderseele, die das hat ertragen müssen.
ich weiß um den Schmerz und ja die Tränen sind der Ausdruck dafür, damit kommt es an die Oberfläche, wird sichtbar...
Zu deinem Bild der Krieges...da gibt es auch immer wieder Bilder von Menschen, tränenüberströmt, die verzweifelt sind, Verlust erlitten haben und ich finde diese Tränen sind zu weich, zu zart für das Erlebte, da wird nicht der ganze Schmerz und die ganze Zerstörung sichtbar, nur ein Ausdruck dafür, der niemals so ganz zeigen kann was da passiert ist...der Überlauf sozusagen, drunter ist es dennoch voll und dann versiegen diese Tränen nicht, weil es voll ist, voll von Schmerz und Erinnerungen, die wie dunkle Wolken am Himmel festkleben...

Liebe Traum-Tänzerin, ich finde den Namen so wunderbar, so voller Hoffnung, zart und leicht und verspielt und zum hinschauen...so wirkt er auf mich.
Ja du bist erwachsen und in dir wohnt immer noch diese Kinderseele, es ist gut, dass sie da ist, sie ist, soviel schmerzhaftes sie auch immer erlebt hat ein Schatz in dir, der dich wertvoll macht, der den Kern umhüllt, der dein Wesen ausmacht.
Und ganz tief innen drin, ganz tief unter allem, unter den Trümmern und dem Schutt ist ein kleines Stück heil, ich weiß das, es ist das Stück, das das Leben ins sich trägt, das leben will, das dich atmen läßt und hoffen, das auf Berührung reagiert und auf gesehen werden, das manchmal ganz zaghaft Hoffnung schöpft, das liebe spüren kann, wenn sei da ist...es ist heil, hab' Vertrauen darauf. Ich glaube diesen innersten Kern kann niemand und nichts zerstören, sich den zu erhalten, zu erinnern, darum zu wissen, ich glaube das macht stark, da kann Leben beginnen, weil es da noch vorhanden ist...das ist wie wenn auf verbrannter Erde irgendwann ein kleines Pflänzchen wächst, wenn unter den Trümmern, die Erde wieder grün wird, weil sie leben will...und solang sie das will, wird sie das auch schaffen....darin habe ich alles Vertrauen...

Von Herzen Tami,
der du mit deinem Ausdruck von Schmerz und dem Bild und deinem Fühlen eben ein riesen Geschenk gemacht hast...mich erinnert an das was innen ist, es ist da, ich weiß das.
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-Tänzerin » 23. März 2012 21:38

Heimat: Ein Haus am Meer mit einer Werkstatt in der alte Möbel restauriert werden...(Fiktion)
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-Tänzerin » 1. Dezember 2012 13:29

Tamara22 hat geschrieben:Und ganz tief innen drin, ganz tief unter allem, unter den Trümmern und dem Schutt ist ein kleines Stück heil, ich weiß das, es ist das Stück, das das Leben ins sich trägt, das leben will, das dich atmen läßt und hoffen, das auf Berührung reagiert und auf gesehen werden, das manchmal ganz zaghaft Hoffnung schöpft, das liebe spüren kann, wenn sei da ist...es ist heil, hab' Vertrauen darauf. Ich glaube diesen innersten Kern kann niemand und nichts zerstören, sich den zu erhalten, zu erinnern, darum zu wissen, ich glaube das macht stark, da kann Leben beginnen, weil es da noch vorhanden ist...das ist wie wenn auf verbrannter Erde irgendwann ein kleines Pflänzchen wächst, wenn unter den Trümmern, die Erde wieder grün wird, weil sie leben will...und solang sie das will, wird sie das auch schaffen....



Heimat? Heimatlosigkeit und Abbrüche sind mir vertrauert als Erhaltung.....kann ich mich festlegen und vorallem will ich es? Ich finde es schwer nicht abzuhauen, dazu bleiben und es auszuhalten....hinzuschauen, nicht wegzuschauen...alles zerschlagen? Ist es das? Ich weiß es nicht, ich weiß noch nicht mal ob es in mir heil genug ist da zu bleiben und es mitzutragen...
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Tamara22 » 2. Dezember 2012 12:49

Liebe Traum-Tänzerin,
in den widerholten Abbrüchen liegt auch eine Form von Vertrauheit etwas das bekannt ist und damit Sicherheit vermittelt und ich spüre da viele Fragezeichen grade bei dir...
Es ist ein Kampf ein großer auf seine eigenen, wirklich die eigenen Bedürfnisse zu achten, sie überhaupt erst wahrzunehmen, wenn andere nie danach gefragt haben, das Kind das nicht gelernt hat. Ja was es aber gelernt hat ist, dass weggehen eine Option ist, dass es eine Wahl ist, die getroffen wird, es kennt das dableiben nicht, das um etwas kämpfen und die Fragezeichen aushalten, hinschauen und nachfragen immer wieder, was will ich wirklich, was brauche ich und was will ich nicht.

Ich kenne dieses zerrissen sein, das weggehen wollen, ich erkläre mir das u a so...dass ich als Kind bleiben mußte, ich wurde nicht gefragt, ich blieb in einer schmerzhaften Situation hängen, mußte das aushalten, hatte Fragezeichen und habe keine Antworten bekommen und es gab niemand, der mich gefragt hätte das ich brauche und was ich will. Ich mußte das aushalten und diese Spur, zu glauben ich müßte etwas aushalten hat sich eingebrannt, damals mangels andere Optionen heute, weil es vertraut ist und Sicherheit bietet, zwar eine schmerzhafte, aber dennoch eine Sicherheit. Diese überlaufenden nie versiegen wollenden Tränen kenne ich auch und auch da hatte ich keine andere Option, meine Wut, meine Enttäuschung haben keinen Platz gefunden als Kind, und heute wähle ich die Tränen stattdessen...auch so ein Muster, eine eingebrannt Spur...

Meine Eltern hatten zuviel mit sich zu tun, sie konnten es nicht anders lösen, es war ihr bester weg, aber es war nicht mein bester Weg. Heute darf, nein heute muß ich dafür sorgen meinen besten Weg zu finden und ihn auch zu gehen und der darf alle Optionen beinhalten, das gehen UND das Bleiben, heute habe ich die Wahl, heute entscheide ich...


Das liebe Traum-Tänzerin ist meins, das was grade beim Lesen deiner Zeilen in mir aufkam, ich schicke es mal so wie es ist...Ich.
Bin mit meinem und so wie ich bin für diesen Moment an deiner Seite wenn du magst und weiß um deine Fragen, deine Tränen, die Sorge, dass da etwas nicht mehr heil ist und den Schmerz...
Ja...
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Re: Heimat wo ist das?

Beitragvon Traum-Tänzerin » 2. Dezember 2012 13:11

Tamara22 hat geschrieben:Meine Eltern hatten zuviel mit sich zu tun, sie konnten es nicht anders lösen, es war ihr bester weg, aber es war nicht mein bester Weg.


Liebe Tami,

so ein wertvoller Satz, danke!

Es liegt wohl an mir, meiner inneren Zerissenheit...ich weiß nicht ob man die jemandem verständlich erklären kann, der es selber nicht erlebt hat. Und da ist gleichzeitig soviel eigene Unsicherheit, gepaart mit dem Willen und der stillen Überzeugung so wie ich bin vollkommen in Ordnung zu sein.

Ja, ich habe verdammt nochmal ein Recht auf eine eigene Familie, wir haben doch da ein Recht drauf oder etwas nicht? Auf eine gemeinsame Heimat? Ach, ich fühle mich unvollständig und ich habe Angst das er mich auffrisst dieser Kampf um Glück und dieser gleichzeitigne Wut ob's nicht langsam mal reicht? Reicht es nicht, wenn uns einmal die Hoffnung genommen wurde? Ich meine schon...es reicht, hörst du lieber Gott, ich mag nicht mehr kämpfen müssen- jetzt nicht und später auch nicht- ich möchte bitte beschenkt werden, bitte!

Fühl' dich gegrüsst, liebe Tami!

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